(19)
(11) EP 2 757 536 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.07.2014  Patentblatt  2014/30

(21) Anmeldenummer: 13151679.1

(22) Anmeldetag:  17.01.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G07D 11/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Wincor Nixdorf International GmbH
33106 Paderborn (DE)

(72) Erfinder:
  • Schild, Michael
    33098 Paderborn (DE)

(74) Vertreter: Richly, Erik 
Wincor Nixdorf International GmbH Intellectual Property Heinz-Nixdorf-Ring 1
33106 Paderborn
33106 Paderborn (DE)

   


(54) Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen dem Kassenbereich und dem Backoffice


(57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (10) zum autonomen Transport von Geldkassetten (22) zwischen einem vorbestimmten ersten Ort (102) und mindestens einem vorbestimmten zweiten Ort (104, 106). Die Vorrichtung (10) umfasst ein mobiles Rack (12), das mindestens ein Aufnahmefach (20) zur Aufnahme einer Geldkassette (22) und eine Antriebseinheit (26) zum Bewegen des Racks (12) hat. Ferner umfasst die Vorrichtung (10) eine Navigationseinheit (14, 32) zum Ermitteln des Fahrweges des Racks (12). Das Rack (12) hat eine Sende- und/oder Empfangseinheit (24) zum Senden von Daten an eine in dem Aufnahmefach (20) aufgenommene Geldkassette (22) und/oder zum Empfangen von von einer in dem Aufnahmefach (20) aufgenommenen Geldkassette (22) ausgesandten Daten.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen einem vorbestimmten ersten und mindestens einem vorbestimmten zweiten Ort. Bei dem ersten Ort handelt es sich insbesondere um den Kassenbereich eines Einzelhandelsunternehmens, bei dem zweiten Ort um ein Backoffice dieses Einzelhandelsunternehmens.

[0002] In Einzelhandelsunternehmen werden vermehrt automatische Kassensysteme eingesetzt, bei denen die Wertscheine, die von den Kunden zum Bezahlen genutzt wurden, und die als Wechselgeld dienenden Wertscheine in Geldkassetten aufgenommen sind. Hierbei kann es sich sowohl um Geldkassetten mit einem Rollenspeicher als auch um Geldkassetten, in denen die Wertscheine auf ihren Kanten stehend in Form eines Wertscheinstapels aufgenommen sind, handeln. Die Geldkassetten der einzelnen Kassen des Kassensystems müssen regelmäßig getauscht werden. Insbesondere müssen Geldkassetten mit hohen Denominationen, die häufig zum Bezahlen der Ware genutzt werden, häufig geleert werden, wohingegen Geldkassetten mit Wertscheinen einer kleinen Denomination, die häufig als Wechselgeld benötigt werden, relativ schnell leer sind und somit durch neue, volle Geldkassetten ersetzt werden müssen.

[0003] Das Befüllen der Geldkassetten und/oder das Entleeren der Geldkassetten erfolgt insbesondere im Einzelhandelsunternehmen in einem sogenannten Backoffice, vorzugsweise mit einem entsprechenden Automaten, einem sogenannten Konsolidator. Die neu befüllten Geldkassetten und die zu entleerenden Geldkassetten müssen somit zwischen dem Kassenbereich und dem Backoffice durch den für die allgemeinen Kunden zugänglichen Geschäftsbereich transportiert werden. Bis jetzt ist es üblich, dass dieser Transport manuell durch Mitarbeiter des Einzelhandelsunternehmens erfolgt. Gerade in großen Geschäften können die zwischen den einzelnen Kassen und dem Backoffice zurückzulegenden Wege sehr lang sein und stellen ein Angriffsziel für kriminelle Personen, die versuchen an die aufgenommenen Wertscheine zu gelangen, dar. Dies ist mit einem hohen Risiko für die die Geldkassetten transportierenden Personen verbunden, die häufig unter der Androhung von Gewalt eingeschüchtert werden.

[0004] Aus dem Dokument DE 10 2010 004 669 A1 sind stationäre Racks bekannt, die zur Zwischenspeicherung von Geldkassetten, insbesondere in einen Backofficebereich eines Einzelhandelsunternehmens, dienen. Hierbei werden die Geldkassetten, solange wie sie noch nicht dem Konsolidator zugeführt werden, in diesem regalartigen Rack zwischengespeichert. Der Transport der Geldkassetten zwischen dem Rack und dem Konsolidator bzw. umgekehrt zwischen dem Rack und den Kassenbereichen erfolgt hierbei manuell.

[0005] Aus dem Dokument EP 02463831 A2 ist es bekannt, dass Geldkassetten während ihres Transportes in Werttransportern in innerhalb dieser Werttransporter angeordneten Racks aufgenommen sind.

[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen einem vorbestimmten ersten Ort und mindestens einem vorbestimmten zweiten Ort anzugeben, mit deren Hilfe ein risikoarmer Transport möglich ist.

[0007] Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0008] Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung ein mobiles Rack, das mindestens ein Aufnahmefach zur Aufnahme einer Geldkassette sowie eine Antriebseinheit zum Bewegen des mobilen Racks zwischen dem ersten und zumindest dem zweiten Ort umfasst. Ferner hat die Vorrichtung eine Navigationseinheit zum Ermitteln des Fahrweges des Racks. Das Rack umfasst ferner eine Sende- und/oder Empfangseinheit zum Senden von Daten an eine in dem Aufnahmefach aufgenommene Geldkassette und/oder zum Empfangen von von einer in dem Aufnahmefach aufgenommenen Geldkassette ausgesandten Daten, wenn eine entsprechende Geldkassette in dem Aufnahmefach aufgenommen ist.

[0009] Durch ein solches mobiles, autonomes, d.h. fahrerloses, Rack, das mit Hilfe der Navigationseinheit sich selbständig zwischen dem ersten und dem zweiten Ort bewegt, ist es möglich, dass ein Großteil der in einem Einzelhandelsunternehmens zurückzulegenden Transportwege vollautomatisch, also insbesondere ohne dass Personen involviert sind, erfolgen kann. Somit ist die Zeit, in der die Geldkassette von Personen gehandhabt wird und in der solche Personen somit ein Angriffsziel von Kriminellen darstellen, die versuchen an die aufgenommenen Wertscheine zu gelangen, minimiert.

[0010] Als Geldkassette wird in diesem Zusammenhang jegliches Transportbehältnis für Wertscheine verstanden. Die Geldkassette kann insbesondere einen Rollenspeicher umfassen, auf dem die Wertscheine zwischen zwei Folienbändern aufgewickelt aufgenommen sind. Alternativ kann die Geldkassette auch einen Aufnahmebereich umfassen, in dem die Wertscheine mit ihren Vorder- und Rückseiten aneinanderliegend auf ihren Kanten stehend als Wertscheinstapel aufgenommen sind.

[0011] Als Rack wird jede selbständig und fahrerlos fahrbare Einheit verstanden, in der mindestens eine Geldkassette in einem Aufnahmefach aufgenommen transportiert werden kann. Insbesondere ist das Rack gestellartig und/oder regalförmig ausgebildet und umfasst vorzugsweise eine Vielzahl von Aufnahmefächern, in denen jeweils eine Geldkassette aufgenommen werden kann.

[0012] Bei dem vorbestimmten ersten Ort handelt es sich insbesondere um den Kassenbereich eines Einzelhandelsunternehmens. Der vorbestimmte zweite Ort ist insbesondere das Backoffice dieses Einzelhandelsunternehmens. Alternativ kann es sich bei dem zweiten Ort auch um einen Werttransportunternehmensbereich handeln, der nur für Mitarbeiter des Werttransportunternehmens zugängig ist. Es ist alternativ möglich, dass in dem Einzelhandelsunternehmen auch sowohl ein Backofficebereich als auch Werttransportunternehmensbereich vorhanden sind und mithilfe des mobilen Racks ein autonomer Transport zwischen dem Kassenbereich, dem Backofficebereich und dem Werttransportunternehmensbereich möglich ist.

[0013] Die Einzelhandelsunternehmen lassen sich in drei Bereiche unterteilen. Zum einen ist der Geschäftsbereich vorgesehen, der für alle Kunden öffentlich zugänglich ist und in dem u.a. der Kassenbereich angeordnet ist. Dieser Bereich ist somit äußerst unsicher. Darüber hinaus ist ein Backoffice vorgesehen, zu dem lediglich die Mitarbeiter des Einzelhandelsunternehmens Zugang haben und der somit verglichen mit dem Geschäftsbereich deutlich sicherer ist. In diesem Backofficebereich erfolgt insbesondere das Befüllen und/oder Entleeren von Geldkassette mithilfe eines Backofficeautomaten, der häufig auch als Konsolidator bezeichnet wird. Über diesen Automaten können den Kassen entnommene volle Geldkassetten entleert und/oder leere Geldkassetten mit Wechselgeld für die Kassen bestückt werden. Darüber hinaus ist häufig ein Werttransportunternehmensbereich vorgesehen, in dem nur Mitarbeiter eines mit der Anlieferung und der Entsorgung von Wertscheinen beauftragten Werttransportunternehmens Zutritt haben und der somit als sehr sicher angesehen werden kann. Durch die Vorrichtung zum autonomen Transport können die vom Werttransportunternehmen angelieferten Geldkassetten und die vom Werttransportunternehmen abzuholenden Geldkassetten über das mobile Rack automatisch zwischen dem Backofficebereich und dem Werttransportunternehmensbereich transportiert werden. Ebenso können durch das mobile Rack Geldkassetten zwischen dem Kassenbereich und dem Backoffice automatisch transportiert werden, ohne dass hierfür Personal benötigt wird.

[0014] Die Sende- und/oder Empfangseinheit umfasst insbesondere einen Infrarotsender und/oder Infrarotempfänger, einen Funksender und/oder -empfänger und/oder einen Steckverbinder zum Herstellen einer Steckverbindung zur Geldkassette. Insbesondere ist der Steckverbinder innerhalb des Aufnahmefaches angeordnet und derart ausgebildet, dass er komplementär zu einem an der Seite einer Geldkassette befindlichen Steckverbinder ausgebildet ist. Somit kann beim Einschieben der Geldkassette in das Aufnahmefach auf einfache Weise eine Steckverbindung hergestellt werden, über die eine Datenübertragung zwischen dem Rack und der Geldkassette möglich ist.

[0015] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Vorrichtung eine Steuereinheit umfasst und wenn die Steuereinheit mithilfe der Sende- und/oder Empfangseinheit Daten zum Einstellen eines Timers einer aufgenommenen Geldkassette, Daten zum Einstellen eines Betriebsmodus einer aufgenommenen Geldkassette und/oder Daten zum Aktivieren, Deaktivieren und/oder Auslösen einer Entwertungseinheit der Geldkassette zur irreversiblen Entwertung von in der Geldkassette aufgenommenen Wertscheine an die Geldkassette überträgt.

[0016] Bei der Entwertungseinheit zum irreversiblen Entwerten der Geldkassette handelt es sich insbesondere um ein sogenanntes Tintenkitt, mit dessen Hilfe die in der Geldkassette aufgenommenen Wertscheine beim Vorliegen eines Manipulationsversuches irreversibel mit einem Farbstoff eingefärbt werden können, so dass die Wertscheine für den Dieb unbrauchbar sind, da dieser sie nicht mehr in den Umlauf bringen kann.

[0017] Die Steuereinheit ist insbesondere innerhalb des mobilen Racks angeordnet, so dass dieses sich selbst steuern kann, ohne dass hierfür eine Datenübertragungsverbindung zu einer externen Steuereinheit notwendig ist. Alternativ kann die Steuereinheit auch eine außerhalb des Racks stationär angeordnete Einheit, beispielsweise ein Computer, sein. In diesem Fall ist eine Datenübertragungsverbindung, insbesondere über Funk, zwischen der externen Steuereinheit und dem Rack ausgebildet, so dass die für die Steuerung notwendigen Daten übertragen werden können.

[0018] In einem Speicherelement der Geldkassette ist insbesondere eine Vielzahl von Betriebsmodi voreingestellt, die an die unterschiedlichen Situationen, in denen sie eine Geldkassette planmäßig während ihres Betriebes befinden kann, angepasst sein können. Je nach Betriebsmodus können unterschiedliche Manipulationssensoren der Geldkassette aktiviert und deaktiviert sein. Insbesondere kann je nach Betriebsmodus auch die Entwertungseinheit aktiviert oder deaktiviert sein. Ferner können in den unterschiedlichen Betriebsmodi unterschiedliche Timer für das Auslösen der Entwertungseinheit zugeordnet sein. Der Timer gibt eine Zeitspanne an, nach der die Entwertungseinheit ausgelöst wird, sofern die Geldkassette nicht innerhalb dieser Zeit in einen anderen Betriebsmodus, beispielsweise durch Einsetzen in einen als sicher angesehenen Automaten, versetzt wird.

[0019] Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit beim Einsetzen der Geldkassette in das Rack die Entwertungseinheit deaktiviert und/oder einen eingestellten Timer anhält und/oder beim Entnehmen der Geldkassette aus dem Rack die Entwertungseinheit aktiviert, einen angehaltenen Timer aktiviert und/oder einen neuen Timer einstellt.

[0020] Beim Einsetzen einer einer Kasse entnommenen Geldkassette ist für diesen Vorgang ein sehr kurzer Timer voreingestellt. Entsprechend ist auch für den Transport zwischen dem mobilen Rack und dem Backofficeautomaten jeweils nur ein sehr kurzer Timer voreingestellt. Beim Einsetzen der Geldkassette in das mobile Rack wird dieser kurze Timer, über den sichergestellt werden soll, dass die Wertscheine entwertet werden, wenn der Mitarbeiter beim Einsetzen hieran gehindert wird, deaktiviert, so dass während des Transports innerhalb des mobilen Racks ein Auslösen der Entwertungseinheit nur beim Vorliegen eines Manipulationsversuches und nicht beim Überschreiten einer Zeit erfolgt. Alternativ kann auch ein neuer, längerer Timer eingestellt werden.

[0021] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Rack mindestens einen Manipulationssensor zur Detektion von Manipulationsversuchen umfasst und wenn die Steuereinheit in Abhängigkeit des Signals dieses Manipulationssensors Daten zum Auslösen der Entwertungseinheit an die aufgenommene Geldkassette überträgt. Hiermit wird erreicht, dass neben den Manipulationssensoren der Geldkassette weitere Sensoren verwendet werden und somit die Sicherheit noch weiter erhöht werden kann. Insbesondere kann damit auch Fehlauslösungen vorgebeugt werden.

[0022] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist in der Steuereinheit ein Soll-Weg zum planmäßigen Bewegen des Racks voreingestellt. Der Manipulationssensor umfasst insbesondere einen Positionssensor, mit dessen Hilfe die aktuelle Ist-Position des Racks jeweils ermittelt werden kann. Die Steuereinheit vergleicht die ermittelte Position mit dem Soll-Weg und löst die Entwertungseinheit aus, wenn die ermittelte Position außerhalb des voreingestellten Soll-Weges liegt. Der Soll-Weg ist insbesondere in Form eines Korridors ausgebildet, innerhalb dessen sich das mobile Rack bewegen darf. Befindet sich das mobile Rack dagegen außerhalb dieses voreingestellten Soll-Weges, kann davon ausgegangen werden, dass das Rack unberechtigterweise hierhin verbracht wurde und somit die Gefahr eines Manipulationsversuches vorliegt.

[0023] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn das Rack mindestens einen Umfeldsensor zur Ermittlung von Hindernissen innerhalb des Transportweges umfasst. Da sich das mobile Rack in dem öffentlich zugänglichen Geschäftsbereich des Einzelhandelsunternehmen selbständig bewegt, muss davon ausgegangen werden, dass sich regelmäßig die Wege zwischen Kunden und dem mobilen Rack kreuzen und/oder andere Hindernisse, beispielsweise Einkaufswagen oder abgestellte Waren, in dem für das mobile Rack freigegebenen Bereich befinden. Durch den Umfeldsensor wird sichergestellt, dass keine Kunden und/oder andere Hindernisse gerammt werden. Der Umfeldsensor kann beispielsweise in Form eines Ultraschallsensors ausgebildet sein. Alternativ können auch alle anderen geeigneten Arten von Sensoren zur Ermittlung von Hindernissen verwendet werden. Beispielsweise kann die Ermittlung der Hindernisse auch kamerabasiert erfolgen.

[0024] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit, nachdem mithilfe des Umfeldsensors ein Hindernis detektiert wurde, die Antriebseinheit derart ansteuert, dass das Rack wieder zurück zu seinem Ausgangsort bewegt wird. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform bleibt das Rack nach Detektion des Hindernisses zunächst für eine vorbestimmte Zeit stehen und wartet, ob sich das Hindernis aus dem Transportweg bewegt. Geschieht das nicht innerhalb der vorbestimmten Zeit, wird das Rack wieder in seine Ausgangsposition zurückbewegt, so dass es vor Zugriffen unberechtigter Personen sicher ist. Sollte es nicht möglich sein, dass sich das Rack wieder in die Ausgangsposition zurückbewegt werden kann, beispielsweise weil ein weiteres Hindernis auch den Rückweg versperrt, so löst die Steuereinheit insbesondere die Entwertungseinheit aus, so dass die aufgenommenen Wertscheine entwertet werden und somit für einen potentiellen Dieb unbrauchbar sind.

[0025] Die Navigationseinheit ist insbesondere derart ausgebildet, dass sie den Fahrweg des Racks über Lasernavigation, Koppelnavigation, Rasternavigation, Spurführung mit kontinuierlichen Leitlinien, Kameranavigation und/oder Funkpeilung ermittelt. Alternativ können auch alle anderen von fahrerlosen Transportsystemen bekannten Navigationstechniken eingesetzt werden. Je nach Navigationstechnik unterscheiden sich die an dem Rack befindlichen Sensoren sowie auch die innerhalb des möglichen Transportbereiches stationär angeordneten Mittel zum Leiten des Racks. Insbesondere sind in den Boden den Einzelhandelsunternehmens entsprechende Schleifen eingelassen, die über Sensoren des Racks, beispielsweise mittels Induktion, detektiert und somit zur Steuerung des Racks genutzt werden können. Alternativ können auch farbige Markierungen vorgesehen sein, die den Transportweg begrenzen und die über entsprechende Sensoren des Racks erkannt werden können. Allen Navigationstechniken ist es gemein, dass ein Bewegungsbereich für das Rack vorgegeben ist, innerhalb dessen sich das Rack autonom bewegen kann. Über verschiedene Sensoren des Racks kann dieses autonom ermitteln, wo es sich innerhalb dieses Bereiches befindet und derart bewegen, dass es diesen Bereich nicht verlässt und möglichst zielgerichtet auf möglichst kurzem Wege zwischen dem Ausgangsort und dem Zielort sich bewegt.

[0026] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind innerhalb des möglichen Bewegungsbereiches des Racks verschiedene Zonen und/oder Punkte vorbestimmt, wobei die Steuereinheit mithilfe der Navigationseinheit ermittelt, in welcher Zone und/oder an welchem Punkt sich das Rack momentan befindet. Für die einzelnen Zonen und/oder Punkte, die oftmals auch als Marker bezeichnet werden, sind in der Steuereinheit insbesondere bestimmte Ansteuerungsregeln für das Rack voreingestellt. Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit in Abhängigkeit der Zone und/oder des Punktes den Betriebsmodus der Geldkassette einstellt, einen Timer der Entwertungseinheit einstellt, aktiviert oder deaktiviert und/oder eine Berechtigungsanforderung für den manuellen Zugriff auf die Geldkassette festlegt.

[0027] Insbesondere kann über einen Marker ein vorbestimmter Bereich in dem Backoffice gekennzeichnet sein, in dem sich das Rack anordnet, wenn es nicht benötigt wird und in dem es beispielsweise aufgeladen werden kann. Ebenso kann ein Marker in dem Werttransportunternehmensbereich vorgesehen sein, den das Rack anfährt, um Geldkassetten an ein Werttransportunternehmen zu übergeben bzw. von diesem zu übernehmen.

[0028] Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Betriebsmodus, den die Steuereinheit für die Geldkassetten einstellt, wenn diese in dem Rack aufgenommen sind, derart voreingestellt ist, dass bei einer unautorisierten Entnahme der Geldkassette aus dem Rack die Entwertungseinheit automatisch ausgelöst wird. Das Rack umfasst insbesondere ein Benutzerinterface zur Authentifizierung einer Bedienperson vor der Entnahme einer Geldkassette aus dem Rack. Nur wenn sich eine Person entsprechend authentifiziert kann sie die Geldkassette entnehmen, ohne dass die Entwertungseinheit ausgelöst wird. Darüber hinaus kann das Benutzerinterface auch zur Eingabe von Steuerinformationen zur Steuerung des Racks dienen. Die Authentifizierung kann beispielsweise über eine Chip-Karte, eine Magnetstreifenkarte und/oder eine Karte mit einem RFID-Chip erfolgen. Alternativ kann auch eine Tastatur und/oder Touchscreen zur Authentifizierung vorgesehen sein.

[0029] Über die Marker können auch Bereiche und Punkte voreingestellt sein, in denen sich das Rack selbst die Entnahme der Geldkassetten autorisiert, d.h. dass, wenn das Rack in diesem Bereich bzw. Punkt angeordnet ist, eine Entnahme von Geldkassetten aus ihm möglich ist, ohne dass vorher eine Person sich über das Benutzerinterface authentifizieren muss. Solche Marker sind insbesondere im Backofficebereich und/oder Werttransportunternehmensbereich vorgesehen, da diese Bereiche als sicher angesehen werden können, so dass alle Personen, die Zutritt in diesen Bereich haben, auch berechtigt sind, die Geldkassetten zu entnehmen, so dass auf eine weitere Authentifizierung verzichtet werden kann.

[0030] Ferner ist es vorteilhaft, wenn eine Energieversorgungseinheit zur Versorgung der Antriebseinheit und/oder der Steuereinheit mit elektrischer Energie vorgesehen ist. Insbesondere ist in dem Rack ein Akkumulator vorgesehen, mit dessen Hilfe die Antriebseinheit, die insbesondere als Elektromotor ausgebildet ist, mit elektrischem Strom versorgt wird. Ferner hat das Rack insbesondere eine vorbestimmte Schnittstelle, über die das Rack mit elektrischer Energie versorgt werden kann und/oder über die Daten zwischen dem Rack und einer zentralen Recheneinheit übertragen werden können. Die Schnittstelle ist insbesondere in Form eines Steckverbinders, beispielsweise eines USB-Anschlusses ausgebildet.

[0031] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Rack zwei, drei, vier oder mehr als vier Aufnahmefächer zur Aufnahme jeweils einer Geldkassette, wobei in jedem Aufnahmefach jeweils mindestens eine Sende-und/oder Empfangseinheit zum Senden und Empfangen von Daten an die bzw. von der entsprechenden Geldkassette angeordnet ist. Die Sende- und/oder Empfangseinheiten und das Einstellen der einzelnen Geldkassetten erfolgt insbesondere analog zu den zuvor beschriebenen Vorgehensweisen. Somit ist es möglich, dass mehrere Geldkassetten gleichzeitig transportiert werden können, so dass die Anzahl an Transportvorgänge deutlich reduziert werden kann.

[0032] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, die die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den beigefügten Figuren näher erläutert.

[0033] Es zeigen:
Figur 1
eine schematische Darstellung einer in einem Einzelhandelsunternehmen angeordneten Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen einem Werttransportunternehmensbereich, einem Backofficebereich und einem Kassenbereich;
Figur 2
eine schematische Seitenansicht eines mobilen Racks der Vorrichtung nach Figur 1; und
Figur 3
eine Vorderansicht des Racks nach Figur 2.


[0034] In Figur 1 ist eine schematische Darstellung verschiedener Bereiche eines Einzelhandelsunternehmens 100 gezeigt. Das Einzelhandelsunternehmen 100 umfasst einen Geschäftsbereich 102, einen Backofficebereich 104 und einen Werttransportunternehmensbereich 106. Die einzelnen Bereiche sind insbesondere über Schleusen 108, 110 voneinander getrennt. In dem Geschäftsbereich 102 erfolgt der eigentliche Verkauf der Waren, so dass dieser Geschäftsbereich 102 für alle Personen frei zugänglich ist und somit als unsicher angesehen werden kann. In dem Geschäftsbereich 102 ist ein Kassenbereich 114 vorgesehen, in dem im dargestellten Beispiel vier automatische Kassen 114 angeordnet sind, mit deren Hilfe die Kunden die von ihnen erworbenen Waren bezahlen können.

[0035] Die automatischen Kassen 114 umfassen jeweils mehrere Geldkassetten, in denen die von den Kunden eingezahlten Wertscheine aufgenommen werden können und die als Wechselgeld dienenden Wertscheine aufgenommen sind. Die Geldkassetten müssen regelmäßig getauscht werden, da sie entweder vollständig befüllt oder vollständig bzw. nahezu vollständig entleert sind.

[0036] Das Befüllen und Entleeren der Geldkassetten erfolgt im Backofficebereich 104, insbesondere mithilfe eines sogenannten Konsolidators 116. Über diesen Konsolidator 116 können volle Geldkassetten des Kassenbereichs 112 geleert und leere Wechselgeldkassetten wieder befüllt werden. Der Konsolidator 116 umfasst hierzu insbesondere interne Speicher zur Aufnahme von Wertscheinen, in denen insbesondere Wertscheine hoher Denominationen, die nicht wieder an die Kunden ausgezahlt werden, aufgenommen werden können.

[0037] Der Abtransport von Wertscheinen von dem Einzelhandelsunternehmen 100 und die Anlieferung von Wertscheinen zu dem Einzelhandelsunternehmen 100 erfolgt insbesondere über Geldkassetten durch ein Werttransportunternehmen. Die Anlieferung der befüllten Geldkassetten durch das Werttransportunternehmen und die Abholung der Geldkassetten durch das Werttransportunternehmen erfolgt insbesondere in dem Werttransportunternehmensbereich 106.

[0038] In den Backofficebereich 104 haben nur die Bediensteten des Einzelhandelsunternehmens 100 Zutritt, so dass dieser Bereich verglichen mit dem Geschäftsbereich 102 deutlich sicherer ist. Der Werttransportunternehmensbereich 106 ist noch sicherer, da zu ihm lediglich Mitarbeiter des Werttransportunternehmens Zugang haben. Bei alternativen Ausführungsformen kann das Einzelhandelsunternehmen 100 auch nur einen Bereich umfassen, in dem der Backofficebereich 104 und der Werttransportunternehmensbereich 106 zusammengelegt sind.

[0039] Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung 100 vorgesehen, mit deren Hilfe die Geldkassetten autonom, automatisch und fahrerlos zwischen dem Kassenbereich 112, dem Backofficebereich 104 und dem Werttransportunternehmensbereich 106 transportiert werden können. Die Vorrichtung 10 umfasst ein mobiles, fahrerloses Rack 12 sowie eine Vielzahl von in den Boden des Einzelhandelsunternehmens 100 eingelassenen Schleifen 14, die als Leitlinien für die Bewegung des mobilen Racks 12 dienen und somit die möglichen Fahrwege des Racks 12 festlegen. Alternativ können für die Steuerung der Bewegung des Racks 12 auch andere Navigationstechniken mit kontinuierlichen Leitlinien, beispielsweise farbige Markierungslinien auf dem Boden, verwendet werden. Darüber hinaus können auch andere Navigationstechniken, beispielsweise Koppelnavigation, Rasternavigation, Lasernavigation, Funknavigation und/oder Kameranavigation verwendet werden.

[0040] Insbesondere werden Navigationstechniken verwendet, die auch bei fahrerlosen Transportsystemen in der automatisierten maschinellen Fertigung verwendet werden, mit denen insbesondere Güter während der automatischen Fertigung innerhalb von Werkshallen transportiert werden.

[0041] Ferner sind durch die Schleifen 14 vorbestimmte Punkte, sogenannten Marker 16, 18 festgelegt, denen spezielle Regeln zugeordnet sind, was im Folgenden noch näher beschrieben wird.

[0042] Die Figuren 2 und 3 zeigen jeweils eine schematische Darstellung des Racks 12, wobei in Figur 2 eine Seitenansicht und in Figur 3 eine Vorderansicht dargestellt ist. Das Rack 12 umfasst vier Aufnahmefächer 20, in denen jeweils eine Geldkassette 22 aufgenommen werden kann. In jedem Aufnahmefach 20 ist ein Steckverbinder 24 vorgesehen, mit dessen Hilfe eine Steckverbindung zu einem komplementären nicht dargestellten Steckverbinder der jeweiligen Geldkassette 22 ausgebildet werden kann, über die eine Datenübertragung zwischen dem Rack 12 und der Geldkassette 22 möglich ist. Ferner umfasst das Rack 12 eine Antriebseinheit 26, beispielsweise einen Elektromotor, sowie einen Akkumulator 28 zur Versorgung der Antriebseinheit 26 und anderer Komponenten des Racks 12 mit elektrischer Energie. Über die Antriebseinheit 26 sind Rollen 30, über die das Rack 12 auf dem Boden gelagert ist, antreibbar, so dass das Rack 12 entlang der durch die Schleifen 14 vorbestimmten Wege bewegt werden kann. Anstelle von Rollen 30 können auch Räder und/oder Ketten verwendet werden. Die gewählten Elemente hängen insbesondere von der Beschaffenheit des Untergrunds, auf dem der Transportweg ausgebildet ist, ab.

[0043] An der Unterseite des Racks 12 ist ein Sensor 32 vorgesehen, mit dessen Hilfe die Schleifen 14 detektiert werden können, so dass über den Sensor 32 die Position des Racks 12 innerhalb des Einzelhandelsunternehmens 100 ermittelbar ist. Über den Sensor 32 können auch die Marker 16, 18 detektiert werden.

[0044] Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Umfeldsensoren 34 vorgesehen, mit deren Hilfe Hindernisse entlang des Transportweges detektiert werden können. Über die Sensoren 34 wird insbesondere der Zusammenstoß mit Hindernissen, beispielsweise mit Personen, vermieden. Als Umfeldsensoren 34 können beispielsweise Ultraschallsensoren verwendet werden.

[0045] Darüber hinaus hat das Rack 12 eine Steuereinheit 36 zur Steuerung des Racks 12, ein Benutzerinterface 38 zur Authentifizierung von Bedienpersonen und/oder zur Eingabe von Steuerungsdaten sowie einen Steckverbinder 40, über den das Rack 12 an eine externe Energieversorgungseinheit zum Aufladen des Akkumulators 28 angeschlossen werden kann. Zusätzlich kann über eine über den Steckverbinder 40 hergestellte Steckverbindung auch eine Datenübertragung von Daten an das Rack, beispielsweise eine Übertragung von Konfigurationen, neuer Firmware oder eines Lockbuches, erfolgen.

[0046] Im Folgenden wird beschrieben, wie der Transport von Geldkassetten 22 mit Hilfe des mobilen Racks 12 innerhalb eines Einzelhandelsunternehmens 100 erfolgt. Dieses ist nur eine mögliche Art der Steuerung, wobei selbstverständlich einzelne Verfahrensschritte abgeändert oder weggelassen werden können.

[0047] Wenn eine zu transportierende Geldkassette 22 einer der Kassen 114 oder einem Konsolidator 116 entnommen wird, ist in der Geldkassette 22 ein kurzer Timer für die Auslösung eines in der Geldkassette 22 angeordneten Tintenkitts zum irreversiblen Entwerten der aufgenommenen Wertscheine eingestellt. Innerhalb dieses kurzen Timers muss das Einsetzen der Geldkassette 22 in eines der Aufnahmefächer 20 des Racks 12 erfolgen. Geschieht dies nicht, wird die Entwertungseinheit ausgelöst und die Wertscheine werden eingefärbt.

[0048] Beim Einsetzen der Geldkassette 22 in das Aufnahmefach 20 wird eine Steckverbindung zwischen dem Steckverbinder 24 des entsprechenden Aufnahmefaches 20 und einem komplementären Steckverbinder der Geldkassette 22 hergestellt. Die Steuereinheit 36 des Racks 12 erkennt dies und überträgt über die Steckverbindung Daten an die Geldkassette 22, durch die der Betriebsmodus der Geldkassette 22 von einem Transportmodus mit dem kurzen Timer in einen Transportmodus mit einem langen Timer für den Transport innerhalb des Racks 12 geändert wird. Alternativ kann das Tintenkit während der Aufnahme in der Geldkassette 22 im Rack 12 auch vollständig deaktiviert werden. Je nach eingestelltem Betriebsmodus können auch unterschiedliche Sensoren der Geldkassette 22 und/oder des Racks 12 zur Vermeidung von Manipulationsversuchen aktiviert oder deaktiviert sein.

[0049] Nachdem die Geldkassette 22 in das Rack 12 eingesetzt wurde muss sich die die Geldkassette 22 einsetzende Person über das Benutzerinterface 38 authentifizieren, was beispielsweise über RFID erfolgen kann. Durch diese Authentifizierung wird der Auftrag abgeschlossen und das Rack 12 bewegt sich automatisch entlang der über die Schleifen 14 vorgegebenen Transportwege zu der Zieladresse, für die Geldkassette 22 bestimmt ist. Hierbei erfolgt die Navigation über die in den Boden eingelassenen Schleifen 14. Insbesondere ermittelt die Steuereinheit 36 mithilfe des Sensors 32 regelmäßig die aktuelle Position des Racks 12 und vergleicht diese mit einem voreingestellten Soll-Weg. Solange sich das Rack 12 innerhalb dieses voreingestellten Soll-Weges befindet, besteht kein Verdacht auf eine Manipulation. Befindet sich das Rack 12 dagegen außerhalb des vorbestimmten Soll-Weges, so wird von einer Manipulation ausgegangen und die Steuereinheit 36 löst die Entwertungseinheit der Geldkassette 22 aus.

[0050] Während des Bewegens des Racks 12 wird die Umgebung mithilfe der Umfeldsensoren 34 auf mögliche Hindernisse überwacht. Wird ein Hindernis erkannt, so stoppt das Rack 12 und wartet für eine vorbestimmte Zeit, bis sich das Hindernis aus seinem geplanten Weg entfernt hat. Entfernt sich das Hindernis innerhalb der vorbestimmten Zeit nicht aus dem Weg des Racks 12, so steuert die Steuereinheit 36 das Rack 12 wieder derart an, dass es sich wieder zurück zu seinem Ausgangsort bewegt. Ist auch dieser Rückweg durch ein Hindernis versperrt, löst die Steuereinheit 36 die Entwertungseinheiten der Geldkassetten 22 aus, so dass ein unberechtigter Zugriff auf die aufgenommenen Wertscheine zwecklos ist. Alternativ kann die Steuereinheit 36 auch einen anderen möglichen Fahrweg ermitteln, entlang dessen sie dann das Rack 12 zu der Zieladresse steuert.

[0051] Während des gesamten Transportes ist die Entwertungseinheit der Geldkassetten 22 jeweils aktiviert, so dass es bei der Detektion eines Manipulationsversuches über einen der Manipulationssensoren der jeweiligen Geldkassette 22 oder über einen Manipulationssensor des Racks 12 eine Auslösung der Entwertungseinheit erfolgt. Insbesondere erfolgt auch ein Auslösen der Entwertungseinheit, wenn die Geldkassette 22 während des Transportes unberechtigt aus dem jeweiligen Aufnahmefach 20 entnommen wird, was beispielsweise über ein Lösen der Steckverbindung registriert werden kann.

[0052] Ist das Rack 12 an seiner Zieladresse angekommen, so muss sich vor der Entnahme der Geldkassette 22 aus dem Aufnahmefach 20 die entnehmende Person über das Benutzerinterface 38 authentifizieren, so dass eine Entnahme ohne Auslösen der Entwertungseinheit möglich ist. Bei der anschießenden Entnahme wird dann wieder ein Transportmodus mit einem kurzen Timer eingestellt, der die Zeit vorgibt, innerhalb derer die entnommene Geldkassette 22 in den Konsolidator 116 bzw. in die entsprechenden Kasse 114 eingesetzt werden muss.

[0053] Alternativ kann durch einen entsprechenden Marker 16, insbesondere im Backofficebereich 104, vorgegeben sein, dass, wenn das Rack 12 im Bereich dieses Markers 16 angeordnet ist, auch ohne vorherige Authentifizierung die Geldkassette 22 entnommen werden kann, ohne dass ein Auslösen der Entwertungseinheit erfolgt. Da zu dem Backofficebereich 104 nur Mitarbeiter Zutritt haben, kann davon ausgegangen werden, dass diese sowieso berechtigt sind, die Geldkassetten 22 zu entnehmen, so dass auf eine separate Authentifizierung verzichtet werden kann.

[0054] Entsprechendes kann auch durch den Marker 18 in dem Werttransportunternehmensbereich vorgegeben sein. Durch den Marker 16 in dem Backofficebereich 104 ist eine Basisposition voreingestellt, die das Rack 12 zum Aufladen seines Akkumulators 28 mit elektrischer Energie und/oder zur Übertragung von Daten einnehmen kann.

[0055] Bei der Anlieferung einer Geldkassette 22 durch ein Werttransportunternehmen im Werttransportunternehmensbereich 106 wird die Geldkassette 22 zunächst von dem Mitarbeiter des Werttransportunternehmens in das Rack 12 eingesetzt. Hierdurch wird der zuvor für den Transport der Geldkassette 22 von dem Werttransporter zu dem Rack 12 eingestellte kurze Timer deaktiviert und die Geldkassette 22 wird beim Einsetzen in das Rack 12 in einen Parkmodus versetzt. Nach der Authentifizierung des Mitarbeiters des Werttransportunternehmens über das Benutzerinterface 38 wird der Auftrag zum Transport der eingesetzten Geldkassette 22 bzw. eingesetzten Geldkassetten 22 von dem Werttransportunternehmensbereich 106 in den Backofficebereich 104 hin zum Konsolidator 116 abgeschlossen. Während des Transportes ist ein Transportmodus der Geldkassetten 22 mit einem verhältnismäßig langen Timer voreingestellt. Wird ein, in Figur 1 nicht dargestellter Marker im Backofficebereich 104 im Bereich des Konsolidators 116 erreicht, wird der Timer gestoppt und die Geldkassette 22 erneut in den Parkmodus versetzt. Vor der Entnahme der Geldkassette 22 aus dem Rack 12 muss sich ein Mitarbeiter über das Benutzerinterface 38 zunächst authentifizieren, damit er die Geldkassette 22 aus dem Rack 12 entnehmen und in den Konsolidator 116 einsetzen kann.

[0056] Insgesamt wird durch den zuvor beschriebenen Transport der Geldkassetten 22 zwischen dem Werttransportunternehmensbereich 106 und dem Backofficebereich 104 sowie zwischen dem Backofficebereich 104 und dem Kassenbereich 112 über das mobile Rack 12 erreicht, dass die Transportwege, entlang derer die Geldkassette 22 von einer Person transportiert werden müssen, minimiert werden. Somit wird das Überfallrisiko auf Personen ebenfalls minimiert.

Bezugszeichenliste



[0057] 
10
Vorrichtung
12
Rack
14
Schleife
16, 18
Marker
20
Aufnahmefach
22
Geldkassette
24
Steckverbinder
26
Antriebseinheit
28
Akkumulator
30
Rolle
32
Sensor
34
Umfeldsensor
36
Steuereinheit
38
Benutzerinterface
40
Steckverbinder
100
Einzelhandelsunternehmen
102
Geschäftsbereich
104
Backofficebereich
106
Werttransportunternehmensbereich
108, 110
Schleuse
112
Kassenbereich
114
Kasse
116
Konsolidator



Ansprüche

1. Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen einem vorbestimmten ersten Ort und mindestens einem vorbestimmten zweiten Ort,
mit einem mobilen Rack (12), das mindestens ein Aufnahmefach (20) zur Aufnahme einer Geldkassette (22) und eine Antriebseinheit (26) zum Bewegen des Racks (12) zwischen dem ersten und zumindest dem zweiten Ort umfasst, und
mit einer Navigationseinheit (14, 32) zum Ermitteln des Fahrweges des Racks (12),
wobei das Rack (12) eine Sende- und/oder Empfangseinheit (24) zum Senden von Daten an eine in dem Aufnahmefach (20) aufgenommene Geldkassette (22) und/oder zum Empfangen von von einer in dem Aufnahmefach (20) aufgenommenen Geldkassette (22) ausgesandten Daten umfasst.
 
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sende- und/oder Empfangseinheit (24) einen Infrarotsender und/oder -empfänger, einen Funksender und/oder -empfänger und/oder einen Steckverbinder zum Herstellen einer Steckverbindung zur Geldkassette (22) umfasst.
 
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine Steuereinheit (36) umfasst, und dass die Steuereinheit (36) mit Hilfe der Sende- und/oder Empfangseinheit (24) Daten zum Einstellen eines Timers einer aufgenommenen Geldkassette (22), Daten zum Einstellen eines Betriebsmodus einer Geldkassette (22) und/oder Daten zum Aktivieren, Deaktivieren und/oder Auslösen einer Entwertungseinheit einer Geldkassette (22) zum irreversiblen Entwerten von in der Geldkassette (22) aufgenommenen Wertscheinen an die Geldkassette (22) überträgt.
 
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (36) beim Einsetzen einer Geldkassette (22) in das Rack (12) die Entwertungseinheit deaktiviert und/oder einen eingestellten Timer anhält und/oder beim Entnehmen der Geldkassette (22) aus dem Rack (12) die Entwertungseinheit aktiviert, einen angehalten Timer aktiviert und/oder einen neuen Timer einstellt.
 
5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12)mindestens einen Manipulationssensor (32) zur Detektion von Manipulationsversuchen umfasst, und dass die Steuereinheit (36) in Abhängigkeit des Signals des Manipulationssensors (32) Daten zum Auslösen der Entwertungseinheit an eine aufgenommene Geldkassette (22) überträgt.
 
6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuereinheit (36) ein Soll-Weg voreingestellt ist, entlang dessen das Rack (12) sich planmäßig bewegen sollte, dass der Manipulationssensor (32) einen Positionssensor zur Ermittlung der Ist-Position des Racks (12) umfasst, und dass die Steuereinheit (36) die Entwertungseinheit auslöst, wenn die ermittelte Position außerhalb des Soll-Weges liegt.
 
7. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12) mindestens einen Umfeldsensor (34) zur Ermittlung von Hindernisse innerhalb des Fahrweges umfasst.
 
8. Vorrichtung (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (36), wenn mit Hilfe des Umfeldsensors (34) ein Hindernis detektiert wurde, die Antriebseinheit (26) derart ansteuert, dass das Rack (12) wieder zurück zu seinem Ausgangsort bewegt wird.
 
9. Vorrichtung (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (36) die Entwertungseinheit auslöst, wenn das Rack (12), nach der Detektion eines Hindernisses, beispielsweise durch ein weiteres Hindernis, an der Rückbewegung zum Ausgangsort gehindert wird.
 
10. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationseinheit (14, 32) derart ausgebildet ist, dass sie den Fahrweg des Racks (12) über Lasernavigation, Koppelnavigation, Rasternavigation, Spurführung mit kontinuierlichen Leitlinien, Kameranavigation und/oder Funkpeilung ermittelt.
 
11. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des möglichen Bewegungsbereiches des Racks (12) verschiedene Zonen und/oder Punkte (16, 18) vorbestimmt sind, dass die Steuereinheit (36) mit Hilfe der Navigationseinheit ermittelt in welcher Zonen und/oder an welchem Punkt (16, 18) sich das Rack (12) befindet, und dass die Steuereinheit (36) in Abhängigkeit der Zone und/oder des Punktes (16, 18) den Betriebsmodus der Geldkassette (22) einstellt, einen Timer der Entwertungseinheit einstellt, aktiviert und/oder deaktiviert und/oder die Berechtigungsanforderungen für den manuellen Zugriff auf die Geldkassette (22) festlegt.
 
12. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12) ein Benutzerinterface (38) zur Authentifizierung einer Bedienperson vor der Entnahme einer Geldkassette (22) an dem Rack (12) und/oder zur Eingabe von Steuerungsinformationen zur Steuerung des Racks (12) umfasst.
 
13. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Energieversorgungseinheit (28) zur Versorgung der Antriebseinheit (26) mit elektrischer Energie vorgesehen ist.
 
14. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12) eine Vielzahl von Aufnahmefächern (20) zur Aufnahme jeweils einer Geldkassette (22) umfasst, und dass in jedem Aufnahmefach (20) jeweils mindestens eine Sende-und/oder Empfangseinheit (24) zum Senden und/oder Empfangen von Daten an die bzw. von der entsprechenden Geldkassette (22) angeordnet ist.
 
15. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ort ein Kassenbereich (112) eines Einzelhandelsunternehmens (100) und der zweite Ort ein Backofficebereich (104) des Einzelhandelsunternehmens (100) ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht















Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente