[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten
zwischen einem vorbestimmten ersten und mindestens einem vorbestimmten zweiten Ort.
Bei dem ersten Ort handelt es sich insbesondere um den Kassenbereich eines Einzelhandelsunternehmens,
bei dem zweiten Ort um ein Backoffice dieses Einzelhandelsunternehmens.
[0002] In Einzelhandelsunternehmen werden vermehrt automatische Kassensysteme eingesetzt,
bei denen die Wertscheine, die von den Kunden zum Bezahlen genutzt wurden, und die
als Wechselgeld dienenden Wertscheine in Geldkassetten aufgenommen sind. Hierbei kann
es sich sowohl um Geldkassetten mit einem Rollenspeicher als auch um Geldkassetten,
in denen die Wertscheine auf ihren Kanten stehend in Form eines Wertscheinstapels
aufgenommen sind, handeln. Die Geldkassetten der einzelnen Kassen des Kassensystems
müssen regelmäßig getauscht werden. Insbesondere müssen Geldkassetten mit hohen Denominationen,
die häufig zum Bezahlen der Ware genutzt werden, häufig geleert werden, wohingegen
Geldkassetten mit Wertscheinen einer kleinen Denomination, die häufig als Wechselgeld
benötigt werden, relativ schnell leer sind und somit durch neue, volle Geldkassetten
ersetzt werden müssen.
[0003] Das Befüllen der Geldkassetten und/oder das Entleeren der Geldkassetten erfolgt insbesondere
im Einzelhandelsunternehmen in einem sogenannten Backoffice, vorzugsweise mit einem
entsprechenden Automaten, einem sogenannten Konsolidator. Die neu befüllten Geldkassetten
und die zu entleerenden Geldkassetten müssen somit zwischen dem Kassenbereich und
dem Backoffice durch den für die allgemeinen Kunden zugänglichen Geschäftsbereich
transportiert werden. Bis jetzt ist es üblich, dass dieser Transport manuell durch
Mitarbeiter des Einzelhandelsunternehmens erfolgt. Gerade in großen Geschäften können
die zwischen den einzelnen Kassen und dem Backoffice zurückzulegenden Wege sehr lang
sein und stellen ein Angriffsziel für kriminelle Personen, die versuchen an die aufgenommenen
Wertscheine zu gelangen, dar. Dies ist mit einem hohen Risiko für die die Geldkassetten
transportierenden Personen verbunden, die häufig unter der Androhung von Gewalt eingeschüchtert
werden.
[0004] Aus dem Dokument
DE 10 2010 004 669 A1 sind stationäre Racks bekannt, die zur Zwischenspeicherung von Geldkassetten, insbesondere
in einen Backofficebereich eines Einzelhandelsunternehmens, dienen. Hierbei werden
die Geldkassetten, solange wie sie noch nicht dem Konsolidator zugeführt werden, in
diesem regalartigen Rack zwischengespeichert. Der Transport der Geldkassetten zwischen
dem Rack und dem Konsolidator bzw. umgekehrt zwischen dem Rack und den Kassenbereichen
erfolgt hierbei manuell.
[0005] Aus dem Dokument
EP 02463831 A2 ist es bekannt, dass Geldkassetten während ihres Transportes in Werttransportern
in innerhalb dieser Werttransporter angeordneten Racks aufgenommen sind.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten
zwischen einem vorbestimmten ersten Ort und mindestens einem vorbestimmten zweiten
Ort anzugeben, mit deren Hilfe ein risikoarmer Transport möglich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung ein mobiles Rack, das mindestens ein Aufnahmefach
zur Aufnahme einer Geldkassette sowie eine Antriebseinheit zum Bewegen des mobilen
Racks zwischen dem ersten und zumindest dem zweiten Ort umfasst. Ferner hat die Vorrichtung
eine Navigationseinheit zum Ermitteln des Fahrweges des Racks. Das Rack umfasst ferner
eine Sende- und/oder Empfangseinheit zum Senden von Daten an eine in dem Aufnahmefach
aufgenommene Geldkassette und/oder zum Empfangen von von einer in dem Aufnahmefach
aufgenommenen Geldkassette ausgesandten Daten, wenn eine entsprechende Geldkassette
in dem Aufnahmefach aufgenommen ist.
[0009] Durch ein solches mobiles, autonomes, d.h. fahrerloses, Rack, das mit Hilfe der Navigationseinheit
sich selbständig zwischen dem ersten und dem zweiten Ort bewegt, ist es möglich, dass
ein Großteil der in einem Einzelhandelsunternehmens zurückzulegenden Transportwege
vollautomatisch, also insbesondere ohne dass Personen involviert sind, erfolgen kann.
Somit ist die Zeit, in der die Geldkassette von Personen gehandhabt wird und in der
solche Personen somit ein Angriffsziel von Kriminellen darstellen, die versuchen an
die aufgenommenen Wertscheine zu gelangen, minimiert.
[0010] Als Geldkassette wird in diesem Zusammenhang jegliches Transportbehältnis für Wertscheine
verstanden. Die Geldkassette kann insbesondere einen Rollenspeicher umfassen, auf
dem die Wertscheine zwischen zwei Folienbändern aufgewickelt aufgenommen sind. Alternativ
kann die Geldkassette auch einen Aufnahmebereich umfassen, in dem die Wertscheine
mit ihren Vorder- und Rückseiten aneinanderliegend auf ihren Kanten stehend als Wertscheinstapel
aufgenommen sind.
[0011] Als Rack wird jede selbständig und fahrerlos fahrbare Einheit verstanden, in der
mindestens eine Geldkassette in einem Aufnahmefach aufgenommen transportiert werden
kann. Insbesondere ist das Rack gestellartig und/oder regalförmig ausgebildet und
umfasst vorzugsweise eine Vielzahl von Aufnahmefächern, in denen jeweils eine Geldkassette
aufgenommen werden kann.
[0012] Bei dem vorbestimmten ersten Ort handelt es sich insbesondere um den Kassenbereich
eines Einzelhandelsunternehmens. Der vorbestimmte zweite Ort ist insbesondere das
Backoffice dieses Einzelhandelsunternehmens. Alternativ kann es sich bei dem zweiten
Ort auch um einen Werttransportunternehmensbereich handeln, der nur für Mitarbeiter
des Werttransportunternehmens zugängig ist. Es ist alternativ möglich, dass in dem
Einzelhandelsunternehmen auch sowohl ein Backofficebereich als auch Werttransportunternehmensbereich
vorhanden sind und mithilfe des mobilen Racks ein autonomer Transport zwischen dem
Kassenbereich, dem Backofficebereich und dem Werttransportunternehmensbereich möglich
ist.
[0013] Die Einzelhandelsunternehmen lassen sich in drei Bereiche unterteilen. Zum einen
ist der Geschäftsbereich vorgesehen, der für alle Kunden öffentlich zugänglich ist
und in dem u.a. der Kassenbereich angeordnet ist. Dieser Bereich ist somit äußerst
unsicher. Darüber hinaus ist ein Backoffice vorgesehen, zu dem lediglich die Mitarbeiter
des Einzelhandelsunternehmens Zugang haben und der somit verglichen mit dem Geschäftsbereich
deutlich sicherer ist. In diesem Backofficebereich erfolgt insbesondere das Befüllen
und/oder Entleeren von Geldkassette mithilfe eines Backofficeautomaten, der häufig
auch als Konsolidator bezeichnet wird. Über diesen Automaten können den Kassen entnommene
volle Geldkassetten entleert und/oder leere Geldkassetten mit Wechselgeld für die
Kassen bestückt werden. Darüber hinaus ist häufig ein Werttransportunternehmensbereich
vorgesehen, in dem nur Mitarbeiter eines mit der Anlieferung und der Entsorgung von
Wertscheinen beauftragten Werttransportunternehmens Zutritt haben und der somit als
sehr sicher angesehen werden kann. Durch die Vorrichtung zum autonomen Transport können
die vom Werttransportunternehmen angelieferten Geldkassetten und die vom Werttransportunternehmen
abzuholenden Geldkassetten über das mobile Rack automatisch zwischen dem Backofficebereich
und dem Werttransportunternehmensbereich transportiert werden. Ebenso können durch
das mobile Rack Geldkassetten zwischen dem Kassenbereich und dem Backoffice automatisch
transportiert werden, ohne dass hierfür Personal benötigt wird.
[0014] Die Sende- und/oder Empfangseinheit umfasst insbesondere einen Infrarotsender und/oder
Infrarotempfänger, einen Funksender und/oder -empfänger und/oder einen Steckverbinder
zum Herstellen einer Steckverbindung zur Geldkassette. Insbesondere ist der Steckverbinder
innerhalb des Aufnahmefaches angeordnet und derart ausgebildet, dass er komplementär
zu einem an der Seite einer Geldkassette befindlichen Steckverbinder ausgebildet ist.
Somit kann beim Einschieben der Geldkassette in das Aufnahmefach auf einfache Weise
eine Steckverbindung hergestellt werden, über die eine Datenübertragung zwischen dem
Rack und der Geldkassette möglich ist.
[0015] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Vorrichtung eine Steuereinheit umfasst und wenn
die Steuereinheit mithilfe der Sende- und/oder Empfangseinheit Daten zum Einstellen
eines Timers einer aufgenommenen Geldkassette, Daten zum Einstellen eines Betriebsmodus
einer aufgenommenen Geldkassette und/oder Daten zum Aktivieren, Deaktivieren und/oder
Auslösen einer Entwertungseinheit der Geldkassette zur irreversiblen Entwertung von
in der Geldkassette aufgenommenen Wertscheine an die Geldkassette überträgt.
[0016] Bei der Entwertungseinheit zum irreversiblen Entwerten der Geldkassette handelt es
sich insbesondere um ein sogenanntes Tintenkitt, mit dessen Hilfe die in der Geldkassette
aufgenommenen Wertscheine beim Vorliegen eines Manipulationsversuches irreversibel
mit einem Farbstoff eingefärbt werden können, so dass die Wertscheine für den Dieb
unbrauchbar sind, da dieser sie nicht mehr in den Umlauf bringen kann.
[0017] Die Steuereinheit ist insbesondere innerhalb des mobilen Racks angeordnet, so dass
dieses sich selbst steuern kann, ohne dass hierfür eine Datenübertragungsverbindung
zu einer externen Steuereinheit notwendig ist. Alternativ kann die Steuereinheit auch
eine außerhalb des Racks stationär angeordnete Einheit, beispielsweise ein Computer,
sein. In diesem Fall ist eine Datenübertragungsverbindung, insbesondere über Funk,
zwischen der externen Steuereinheit und dem Rack ausgebildet, so dass die für die
Steuerung notwendigen Daten übertragen werden können.
[0018] In einem Speicherelement der Geldkassette ist insbesondere eine Vielzahl von Betriebsmodi
voreingestellt, die an die unterschiedlichen Situationen, in denen sie eine Geldkassette
planmäßig während ihres Betriebes befinden kann, angepasst sein können. Je nach Betriebsmodus
können unterschiedliche Manipulationssensoren der Geldkassette aktiviert und deaktiviert
sein. Insbesondere kann je nach Betriebsmodus auch die Entwertungseinheit aktiviert
oder deaktiviert sein. Ferner können in den unterschiedlichen Betriebsmodi unterschiedliche
Timer für das Auslösen der Entwertungseinheit zugeordnet sein. Der Timer gibt eine
Zeitspanne an, nach der die Entwertungseinheit ausgelöst wird, sofern die Geldkassette
nicht innerhalb dieser Zeit in einen anderen Betriebsmodus, beispielsweise durch Einsetzen
in einen als sicher angesehenen Automaten, versetzt wird.
[0019] Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit beim Einsetzen der Geldkassette
in das Rack die Entwertungseinheit deaktiviert und/oder einen eingestellten Timer
anhält und/oder beim Entnehmen der Geldkassette aus dem Rack die Entwertungseinheit
aktiviert, einen angehaltenen Timer aktiviert und/oder einen neuen Timer einstellt.
[0020] Beim Einsetzen einer einer Kasse entnommenen Geldkassette ist für diesen Vorgang
ein sehr kurzer Timer voreingestellt. Entsprechend ist auch für den Transport zwischen
dem mobilen Rack und dem Backofficeautomaten jeweils nur ein sehr kurzer Timer voreingestellt.
Beim Einsetzen der Geldkassette in das mobile Rack wird dieser kurze Timer, über den
sichergestellt werden soll, dass die Wertscheine entwertet werden, wenn der Mitarbeiter
beim Einsetzen hieran gehindert wird, deaktiviert, so dass während des Transports
innerhalb des mobilen Racks ein Auslösen der Entwertungseinheit nur beim Vorliegen
eines Manipulationsversuches und nicht beim Überschreiten einer Zeit erfolgt. Alternativ
kann auch ein neuer, längerer Timer eingestellt werden.
[0021] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Rack mindestens einen Manipulationssensor zur
Detektion von Manipulationsversuchen umfasst und wenn die Steuereinheit in Abhängigkeit
des Signals dieses Manipulationssensors Daten zum Auslösen der Entwertungseinheit
an die aufgenommene Geldkassette überträgt. Hiermit wird erreicht, dass neben den
Manipulationssensoren der Geldkassette weitere Sensoren verwendet werden und somit
die Sicherheit noch weiter erhöht werden kann. Insbesondere kann damit auch Fehlauslösungen
vorgebeugt werden.
[0022] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist in der Steuereinheit ein Soll-Weg
zum planmäßigen Bewegen des Racks voreingestellt. Der Manipulationssensor umfasst
insbesondere einen Positionssensor, mit dessen Hilfe die aktuelle Ist-Position des
Racks jeweils ermittelt werden kann. Die Steuereinheit vergleicht die ermittelte Position
mit dem Soll-Weg und löst die Entwertungseinheit aus, wenn die ermittelte Position
außerhalb des voreingestellten Soll-Weges liegt. Der Soll-Weg ist insbesondere in
Form eines Korridors ausgebildet, innerhalb dessen sich das mobile Rack bewegen darf.
Befindet sich das mobile Rack dagegen außerhalb dieses voreingestellten Soll-Weges,
kann davon ausgegangen werden, dass das Rack unberechtigterweise hierhin verbracht
wurde und somit die Gefahr eines Manipulationsversuches vorliegt.
[0023] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn das Rack mindestens einen Umfeldsensor zur
Ermittlung von Hindernissen innerhalb des Transportweges umfasst. Da sich das mobile
Rack in dem öffentlich zugänglichen Geschäftsbereich des Einzelhandelsunternehmen
selbständig bewegt, muss davon ausgegangen werden, dass sich regelmäßig die Wege zwischen
Kunden und dem mobilen Rack kreuzen und/oder andere Hindernisse, beispielsweise Einkaufswagen
oder abgestellte Waren, in dem für das mobile Rack freigegebenen Bereich befinden.
Durch den Umfeldsensor wird sichergestellt, dass keine Kunden und/oder andere Hindernisse
gerammt werden. Der Umfeldsensor kann beispielsweise in Form eines Ultraschallsensors
ausgebildet sein. Alternativ können auch alle anderen geeigneten Arten von Sensoren
zur Ermittlung von Hindernissen verwendet werden. Beispielsweise kann die Ermittlung
der Hindernisse auch kamerabasiert erfolgen.
[0024] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit, nachdem mithilfe des Umfeldsensors
ein Hindernis detektiert wurde, die Antriebseinheit derart ansteuert, dass das Rack
wieder zurück zu seinem Ausgangsort bewegt wird. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform
bleibt das Rack nach Detektion des Hindernisses zunächst für eine vorbestimmte Zeit
stehen und wartet, ob sich das Hindernis aus dem Transportweg bewegt. Geschieht das
nicht innerhalb der vorbestimmten Zeit, wird das Rack wieder in seine Ausgangsposition
zurückbewegt, so dass es vor Zugriffen unberechtigter Personen sicher ist. Sollte
es nicht möglich sein, dass sich das Rack wieder in die Ausgangsposition zurückbewegt
werden kann, beispielsweise weil ein weiteres Hindernis auch den Rückweg versperrt,
so löst die Steuereinheit insbesondere die Entwertungseinheit aus, so dass die aufgenommenen
Wertscheine entwertet werden und somit für einen potentiellen Dieb unbrauchbar sind.
[0025] Die Navigationseinheit ist insbesondere derart ausgebildet, dass sie den Fahrweg
des Racks über Lasernavigation, Koppelnavigation, Rasternavigation, Spurführung mit
kontinuierlichen Leitlinien, Kameranavigation und/oder Funkpeilung ermittelt. Alternativ
können auch alle anderen von fahrerlosen Transportsystemen bekannten Navigationstechniken
eingesetzt werden. Je nach Navigationstechnik unterscheiden sich die an dem Rack befindlichen
Sensoren sowie auch die innerhalb des möglichen Transportbereiches stationär angeordneten
Mittel zum Leiten des Racks. Insbesondere sind in den Boden den Einzelhandelsunternehmens
entsprechende Schleifen eingelassen, die über Sensoren des Racks, beispielsweise mittels
Induktion, detektiert und somit zur Steuerung des Racks genutzt werden können. Alternativ
können auch farbige Markierungen vorgesehen sein, die den Transportweg begrenzen und
die über entsprechende Sensoren des Racks erkannt werden können. Allen Navigationstechniken
ist es gemein, dass ein Bewegungsbereich für das Rack vorgegeben ist, innerhalb dessen
sich das Rack autonom bewegen kann. Über verschiedene Sensoren des Racks kann dieses
autonom ermitteln, wo es sich innerhalb dieses Bereiches befindet und derart bewegen,
dass es diesen Bereich nicht verlässt und möglichst zielgerichtet auf möglichst kurzem
Wege zwischen dem Ausgangsort und dem Zielort sich bewegt.
[0026] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind innerhalb des
möglichen Bewegungsbereiches des Racks verschiedene Zonen und/oder Punkte vorbestimmt,
wobei die Steuereinheit mithilfe der Navigationseinheit ermittelt, in welcher Zone
und/oder an welchem Punkt sich das Rack momentan befindet. Für die einzelnen Zonen
und/oder Punkte, die oftmals auch als Marker bezeichnet werden, sind in der Steuereinheit
insbesondere bestimmte Ansteuerungsregeln für das Rack voreingestellt. Es ist besonders
vorteilhaft, wenn die Steuereinheit in Abhängigkeit der Zone und/oder des Punktes
den Betriebsmodus der Geldkassette einstellt, einen Timer der Entwertungseinheit einstellt,
aktiviert oder deaktiviert und/oder eine Berechtigungsanforderung für den manuellen
Zugriff auf die Geldkassette festlegt.
[0027] Insbesondere kann über einen Marker ein vorbestimmter Bereich in dem Backoffice gekennzeichnet
sein, in dem sich das Rack anordnet, wenn es nicht benötigt wird und in dem es beispielsweise
aufgeladen werden kann. Ebenso kann ein Marker in dem Werttransportunternehmensbereich
vorgesehen sein, den das Rack anfährt, um Geldkassetten an ein Werttransportunternehmen
zu übergeben bzw. von diesem zu übernehmen.
[0028] Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Betriebsmodus, den die Steuereinheit für die
Geldkassetten einstellt, wenn diese in dem Rack aufgenommen sind, derart voreingestellt
ist, dass bei einer unautorisierten Entnahme der Geldkassette aus dem Rack die Entwertungseinheit
automatisch ausgelöst wird. Das Rack umfasst insbesondere ein Benutzerinterface zur
Authentifizierung einer Bedienperson vor der Entnahme einer Geldkassette aus dem Rack.
Nur wenn sich eine Person entsprechend authentifiziert kann sie die Geldkassette entnehmen,
ohne dass die Entwertungseinheit ausgelöst wird. Darüber hinaus kann das Benutzerinterface
auch zur Eingabe von Steuerinformationen zur Steuerung des Racks dienen. Die Authentifizierung
kann beispielsweise über eine Chip-Karte, eine Magnetstreifenkarte und/oder eine Karte
mit einem RFID-Chip erfolgen. Alternativ kann auch eine Tastatur und/oder Touchscreen
zur Authentifizierung vorgesehen sein.
[0029] Über die Marker können auch Bereiche und Punkte voreingestellt sein, in denen sich
das Rack selbst die Entnahme der Geldkassetten autorisiert, d.h. dass, wenn das Rack
in diesem Bereich bzw. Punkt angeordnet ist, eine Entnahme von Geldkassetten aus ihm
möglich ist, ohne dass vorher eine Person sich über das Benutzerinterface authentifizieren
muss. Solche Marker sind insbesondere im Backofficebereich und/oder Werttransportunternehmensbereich
vorgesehen, da diese Bereiche als sicher angesehen werden können, so dass alle Personen,
die Zutritt in diesen Bereich haben, auch berechtigt sind, die Geldkassetten zu entnehmen,
so dass auf eine weitere Authentifizierung verzichtet werden kann.
[0030] Ferner ist es vorteilhaft, wenn eine Energieversorgungseinheit zur Versorgung der
Antriebseinheit und/oder der Steuereinheit mit elektrischer Energie vorgesehen ist.
Insbesondere ist in dem Rack ein Akkumulator vorgesehen, mit dessen Hilfe die Antriebseinheit,
die insbesondere als Elektromotor ausgebildet ist, mit elektrischem Strom versorgt
wird. Ferner hat das Rack insbesondere eine vorbestimmte Schnittstelle, über die das
Rack mit elektrischer Energie versorgt werden kann und/oder über die Daten zwischen
dem Rack und einer zentralen Recheneinheit übertragen werden können. Die Schnittstelle
ist insbesondere in Form eines Steckverbinders, beispielsweise eines USB-Anschlusses
ausgebildet.
[0031] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das Rack zwei,
drei, vier oder mehr als vier Aufnahmefächer zur Aufnahme jeweils einer Geldkassette,
wobei in jedem Aufnahmefach jeweils mindestens eine Sende-und/oder Empfangseinheit
zum Senden und Empfangen von Daten an die bzw. von der entsprechenden Geldkassette
angeordnet ist. Die Sende- und/oder Empfangseinheiten und das Einstellen der einzelnen
Geldkassetten erfolgt insbesondere analog zu den zuvor beschriebenen Vorgehensweisen.
Somit ist es möglich, dass mehrere Geldkassetten gleichzeitig transportiert werden
können, so dass die Anzahl an Transportvorgänge deutlich reduziert werden kann.
[0032] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung,
die die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den beigefügten
Figuren näher erläutert.
[0033] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer in einem Einzelhandelsunternehmen angeordneten
Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen einem Werttransportunternehmensbereich,
einem Backofficebereich und einem Kassenbereich;
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht eines mobilen Racks der Vorrichtung nach Figur 1;
und
- Figur 3
- eine Vorderansicht des Racks nach Figur 2.
[0034] In Figur 1 ist eine schematische Darstellung verschiedener Bereiche eines Einzelhandelsunternehmens
100 gezeigt. Das Einzelhandelsunternehmen 100 umfasst einen Geschäftsbereich 102,
einen Backofficebereich 104 und einen Werttransportunternehmensbereich 106. Die einzelnen
Bereiche sind insbesondere über Schleusen 108, 110 voneinander getrennt. In dem Geschäftsbereich
102 erfolgt der eigentliche Verkauf der Waren, so dass dieser Geschäftsbereich 102
für alle Personen frei zugänglich ist und somit als unsicher angesehen werden kann.
In dem Geschäftsbereich 102 ist ein Kassenbereich 114 vorgesehen, in dem im dargestellten
Beispiel vier automatische Kassen 114 angeordnet sind, mit deren Hilfe die Kunden
die von ihnen erworbenen Waren bezahlen können.
[0035] Die automatischen Kassen 114 umfassen jeweils mehrere Geldkassetten, in denen die
von den Kunden eingezahlten Wertscheine aufgenommen werden können und die als Wechselgeld
dienenden Wertscheine aufgenommen sind. Die Geldkassetten müssen regelmäßig getauscht
werden, da sie entweder vollständig befüllt oder vollständig bzw. nahezu vollständig
entleert sind.
[0036] Das Befüllen und Entleeren der Geldkassetten erfolgt im Backofficebereich 104, insbesondere
mithilfe eines sogenannten Konsolidators 116. Über diesen Konsolidator 116 können
volle Geldkassetten des Kassenbereichs 112 geleert und leere Wechselgeldkassetten
wieder befüllt werden. Der Konsolidator 116 umfasst hierzu insbesondere interne Speicher
zur Aufnahme von Wertscheinen, in denen insbesondere Wertscheine hoher Denominationen,
die nicht wieder an die Kunden ausgezahlt werden, aufgenommen werden können.
[0037] Der Abtransport von Wertscheinen von dem Einzelhandelsunternehmen 100 und die Anlieferung
von Wertscheinen zu dem Einzelhandelsunternehmen 100 erfolgt insbesondere über Geldkassetten
durch ein Werttransportunternehmen. Die Anlieferung der befüllten Geldkassetten durch
das Werttransportunternehmen und die Abholung der Geldkassetten durch das Werttransportunternehmen
erfolgt insbesondere in dem Werttransportunternehmensbereich 106.
[0038] In den Backofficebereich 104 haben nur die Bediensteten des Einzelhandelsunternehmens
100 Zutritt, so dass dieser Bereich verglichen mit dem Geschäftsbereich 102 deutlich
sicherer ist. Der Werttransportunternehmensbereich 106 ist noch sicherer, da zu ihm
lediglich Mitarbeiter des Werttransportunternehmens Zugang haben. Bei alternativen
Ausführungsformen kann das Einzelhandelsunternehmen 100 auch nur einen Bereich umfassen,
in dem der Backofficebereich 104 und der Werttransportunternehmensbereich 106 zusammengelegt
sind.
[0039] Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung 100 vorgesehen, mit deren Hilfe die Geldkassetten
autonom, automatisch und fahrerlos zwischen dem Kassenbereich 112, dem Backofficebereich
104 und dem Werttransportunternehmensbereich 106 transportiert werden können. Die
Vorrichtung 10 umfasst ein mobiles, fahrerloses Rack 12 sowie eine Vielzahl von in
den Boden des Einzelhandelsunternehmens 100 eingelassenen Schleifen 14, die als Leitlinien
für die Bewegung des mobilen Racks 12 dienen und somit die möglichen Fahrwege des
Racks 12 festlegen. Alternativ können für die Steuerung der Bewegung des Racks 12
auch andere Navigationstechniken mit kontinuierlichen Leitlinien, beispielsweise farbige
Markierungslinien auf dem Boden, verwendet werden. Darüber hinaus können auch andere
Navigationstechniken, beispielsweise Koppelnavigation, Rasternavigation, Lasernavigation,
Funknavigation und/oder Kameranavigation verwendet werden.
[0040] Insbesondere werden Navigationstechniken verwendet, die auch bei fahrerlosen Transportsystemen
in der automatisierten maschinellen Fertigung verwendet werden, mit denen insbesondere
Güter während der automatischen Fertigung innerhalb von Werkshallen transportiert
werden.
[0041] Ferner sind durch die Schleifen 14 vorbestimmte Punkte, sogenannten Marker 16, 18
festgelegt, denen spezielle Regeln zugeordnet sind, was im Folgenden noch näher beschrieben
wird.
[0042] Die Figuren 2 und 3 zeigen jeweils eine schematische Darstellung des Racks 12, wobei
in Figur 2 eine Seitenansicht und in Figur 3 eine Vorderansicht dargestellt ist. Das
Rack 12 umfasst vier Aufnahmefächer 20, in denen jeweils eine Geldkassette 22 aufgenommen
werden kann. In jedem Aufnahmefach 20 ist ein Steckverbinder 24 vorgesehen, mit dessen
Hilfe eine Steckverbindung zu einem komplementären nicht dargestellten Steckverbinder
der jeweiligen Geldkassette 22 ausgebildet werden kann, über die eine Datenübertragung
zwischen dem Rack 12 und der Geldkassette 22 möglich ist. Ferner umfasst das Rack
12 eine Antriebseinheit 26, beispielsweise einen Elektromotor, sowie einen Akkumulator
28 zur Versorgung der Antriebseinheit 26 und anderer Komponenten des Racks 12 mit
elektrischer Energie. Über die Antriebseinheit 26 sind Rollen 30, über die das Rack
12 auf dem Boden gelagert ist, antreibbar, so dass das Rack 12 entlang der durch die
Schleifen 14 vorbestimmten Wege bewegt werden kann. Anstelle von Rollen 30 können
auch Räder und/oder Ketten verwendet werden. Die gewählten Elemente hängen insbesondere
von der Beschaffenheit des Untergrunds, auf dem der Transportweg ausgebildet ist,
ab.
[0043] An der Unterseite des Racks 12 ist ein Sensor 32 vorgesehen, mit dessen Hilfe die
Schleifen 14 detektiert werden können, so dass über den Sensor 32 die Position des
Racks 12 innerhalb des Einzelhandelsunternehmens 100 ermittelbar ist. Über den Sensor
32 können auch die Marker 16, 18 detektiert werden.
[0044] Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Umfeldsensoren 34 vorgesehen, mit deren Hilfe
Hindernisse entlang des Transportweges detektiert werden können. Über die Sensoren
34 wird insbesondere der Zusammenstoß mit Hindernissen, beispielsweise mit Personen,
vermieden. Als Umfeldsensoren 34 können beispielsweise Ultraschallsensoren verwendet
werden.
[0045] Darüber hinaus hat das Rack 12 eine Steuereinheit 36 zur Steuerung des Racks 12,
ein Benutzerinterface 38 zur Authentifizierung von Bedienpersonen und/oder zur Eingabe
von Steuerungsdaten sowie einen Steckverbinder 40, über den das Rack 12 an eine externe
Energieversorgungseinheit zum Aufladen des Akkumulators 28 angeschlossen werden kann.
Zusätzlich kann über eine über den Steckverbinder 40 hergestellte Steckverbindung
auch eine Datenübertragung von Daten an das Rack, beispielsweise eine Übertragung
von Konfigurationen, neuer Firmware oder eines Lockbuches, erfolgen.
[0046] Im Folgenden wird beschrieben, wie der Transport von Geldkassetten 22 mit Hilfe des
mobilen Racks 12 innerhalb eines Einzelhandelsunternehmens 100 erfolgt. Dieses ist
nur eine mögliche Art der Steuerung, wobei selbstverständlich einzelne Verfahrensschritte
abgeändert oder weggelassen werden können.
[0047] Wenn eine zu transportierende Geldkassette 22 einer der Kassen 114 oder einem Konsolidator
116 entnommen wird, ist in der Geldkassette 22 ein kurzer Timer für die Auslösung
eines in der Geldkassette 22 angeordneten Tintenkitts zum irreversiblen Entwerten
der aufgenommenen Wertscheine eingestellt. Innerhalb dieses kurzen Timers muss das
Einsetzen der Geldkassette 22 in eines der Aufnahmefächer 20 des Racks 12 erfolgen.
Geschieht dies nicht, wird die Entwertungseinheit ausgelöst und die Wertscheine werden
eingefärbt.
[0048] Beim Einsetzen der Geldkassette 22 in das Aufnahmefach 20 wird eine Steckverbindung
zwischen dem Steckverbinder 24 des entsprechenden Aufnahmefaches 20 und einem komplementären
Steckverbinder der Geldkassette 22 hergestellt. Die Steuereinheit 36 des Racks 12
erkennt dies und überträgt über die Steckverbindung Daten an die Geldkassette 22,
durch die der Betriebsmodus der Geldkassette 22 von einem Transportmodus mit dem kurzen
Timer in einen Transportmodus mit einem langen Timer für den Transport innerhalb des
Racks 12 geändert wird. Alternativ kann das Tintenkit während der Aufnahme in der
Geldkassette 22 im Rack 12 auch vollständig deaktiviert werden. Je nach eingestelltem
Betriebsmodus können auch unterschiedliche Sensoren der Geldkassette 22 und/oder des
Racks 12 zur Vermeidung von Manipulationsversuchen aktiviert oder deaktiviert sein.
[0049] Nachdem die Geldkassette 22 in das Rack 12 eingesetzt wurde muss sich die die Geldkassette
22 einsetzende Person über das Benutzerinterface 38 authentifizieren, was beispielsweise
über RFID erfolgen kann. Durch diese Authentifizierung wird der Auftrag abgeschlossen
und das Rack 12 bewegt sich automatisch entlang der über die Schleifen 14 vorgegebenen
Transportwege zu der Zieladresse, für die Geldkassette 22 bestimmt ist. Hierbei erfolgt
die Navigation über die in den Boden eingelassenen Schleifen 14. Insbesondere ermittelt
die Steuereinheit 36 mithilfe des Sensors 32 regelmäßig die aktuelle Position des
Racks 12 und vergleicht diese mit einem voreingestellten Soll-Weg. Solange sich das
Rack 12 innerhalb dieses voreingestellten Soll-Weges befindet, besteht kein Verdacht
auf eine Manipulation. Befindet sich das Rack 12 dagegen außerhalb des vorbestimmten
Soll-Weges, so wird von einer Manipulation ausgegangen und die Steuereinheit 36 löst
die Entwertungseinheit der Geldkassette 22 aus.
[0050] Während des Bewegens des Racks 12 wird die Umgebung mithilfe der Umfeldsensoren 34
auf mögliche Hindernisse überwacht. Wird ein Hindernis erkannt, so stoppt das Rack
12 und wartet für eine vorbestimmte Zeit, bis sich das Hindernis aus seinem geplanten
Weg entfernt hat. Entfernt sich das Hindernis innerhalb der vorbestimmten Zeit nicht
aus dem Weg des Racks 12, so steuert die Steuereinheit 36 das Rack 12 wieder derart
an, dass es sich wieder zurück zu seinem Ausgangsort bewegt. Ist auch dieser Rückweg
durch ein Hindernis versperrt, löst die Steuereinheit 36 die Entwertungseinheiten
der Geldkassetten 22 aus, so dass ein unberechtigter Zugriff auf die aufgenommenen
Wertscheine zwecklos ist. Alternativ kann die Steuereinheit 36 auch einen anderen
möglichen Fahrweg ermitteln, entlang dessen sie dann das Rack 12 zu der Zieladresse
steuert.
[0051] Während des gesamten Transportes ist die Entwertungseinheit der Geldkassetten 22
jeweils aktiviert, so dass es bei der Detektion eines Manipulationsversuches über
einen der Manipulationssensoren der jeweiligen Geldkassette 22 oder über einen Manipulationssensor
des Racks 12 eine Auslösung der Entwertungseinheit erfolgt. Insbesondere erfolgt auch
ein Auslösen der Entwertungseinheit, wenn die Geldkassette 22 während des Transportes
unberechtigt aus dem jeweiligen Aufnahmefach 20 entnommen wird, was beispielsweise
über ein Lösen der Steckverbindung registriert werden kann.
[0052] Ist das Rack 12 an seiner Zieladresse angekommen, so muss sich vor der Entnahme der
Geldkassette 22 aus dem Aufnahmefach 20 die entnehmende Person über das Benutzerinterface
38 authentifizieren, so dass eine Entnahme ohne Auslösen der Entwertungseinheit möglich
ist. Bei der anschießenden Entnahme wird dann wieder ein Transportmodus mit einem
kurzen Timer eingestellt, der die Zeit vorgibt, innerhalb derer die entnommene Geldkassette
22 in den Konsolidator 116 bzw. in die entsprechenden Kasse 114 eingesetzt werden
muss.
[0053] Alternativ kann durch einen entsprechenden Marker 16, insbesondere im Backofficebereich
104, vorgegeben sein, dass, wenn das Rack 12 im Bereich dieses Markers 16 angeordnet
ist, auch ohne vorherige Authentifizierung die Geldkassette 22 entnommen werden kann,
ohne dass ein Auslösen der Entwertungseinheit erfolgt. Da zu dem Backofficebereich
104 nur Mitarbeiter Zutritt haben, kann davon ausgegangen werden, dass diese sowieso
berechtigt sind, die Geldkassetten 22 zu entnehmen, so dass auf eine separate Authentifizierung
verzichtet werden kann.
[0054] Entsprechendes kann auch durch den Marker 18 in dem Werttransportunternehmensbereich
vorgegeben sein. Durch den Marker 16 in dem Backofficebereich 104 ist eine Basisposition
voreingestellt, die das Rack 12 zum Aufladen seines Akkumulators 28 mit elektrischer
Energie und/oder zur Übertragung von Daten einnehmen kann.
[0055] Bei der Anlieferung einer Geldkassette 22 durch ein Werttransportunternehmen im Werttransportunternehmensbereich
106 wird die Geldkassette 22 zunächst von dem Mitarbeiter des Werttransportunternehmens
in das Rack 12 eingesetzt. Hierdurch wird der zuvor für den Transport der Geldkassette
22 von dem Werttransporter zu dem Rack 12 eingestellte kurze Timer deaktiviert und
die Geldkassette 22 wird beim Einsetzen in das Rack 12 in einen Parkmodus versetzt.
Nach der Authentifizierung des Mitarbeiters des Werttransportunternehmens über das
Benutzerinterface 38 wird der Auftrag zum Transport der eingesetzten Geldkassette
22 bzw. eingesetzten Geldkassetten 22 von dem Werttransportunternehmensbereich 106
in den Backofficebereich 104 hin zum Konsolidator 116 abgeschlossen. Während des Transportes
ist ein Transportmodus der Geldkassetten 22 mit einem verhältnismäßig langen Timer
voreingestellt. Wird ein, in Figur 1 nicht dargestellter Marker im Backofficebereich
104 im Bereich des Konsolidators 116 erreicht, wird der Timer gestoppt und die Geldkassette
22 erneut in den Parkmodus versetzt. Vor der Entnahme der Geldkassette 22 aus dem
Rack 12 muss sich ein Mitarbeiter über das Benutzerinterface 38 zunächst authentifizieren,
damit er die Geldkassette 22 aus dem Rack 12 entnehmen und in den Konsolidator 116
einsetzen kann.
[0056] Insgesamt wird durch den zuvor beschriebenen Transport der Geldkassetten 22 zwischen
dem Werttransportunternehmensbereich 106 und dem Backofficebereich 104 sowie zwischen
dem Backofficebereich 104 und dem Kassenbereich 112 über das mobile Rack 12 erreicht,
dass die Transportwege, entlang derer die Geldkassette 22 von einer Person transportiert
werden müssen, minimiert werden. Somit wird das Überfallrisiko auf Personen ebenfalls
minimiert.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 10
- Vorrichtung
- 12
- Rack
- 14
- Schleife
- 16, 18
- Marker
- 20
- Aufnahmefach
- 22
- Geldkassette
- 24
- Steckverbinder
- 26
- Antriebseinheit
- 28
- Akkumulator
- 30
- Rolle
- 32
- Sensor
- 34
- Umfeldsensor
- 36
- Steuereinheit
- 38
- Benutzerinterface
- 40
- Steckverbinder
- 100
- Einzelhandelsunternehmen
- 102
- Geschäftsbereich
- 104
- Backofficebereich
- 106
- Werttransportunternehmensbereich
- 108, 110
- Schleuse
- 112
- Kassenbereich
- 114
- Kasse
- 116
- Konsolidator
1. Vorrichtung zum autonomen Transport von Geldkassetten zwischen einem vorbestimmten
ersten Ort und mindestens einem vorbestimmten zweiten Ort,
mit einem mobilen Rack (12), das mindestens ein Aufnahmefach (20) zur Aufnahme einer
Geldkassette (22) und eine Antriebseinheit (26) zum Bewegen des Racks (12) zwischen
dem ersten und zumindest dem zweiten Ort umfasst, und
mit einer Navigationseinheit (14, 32) zum Ermitteln des Fahrweges des Racks (12),
wobei das Rack (12) eine Sende- und/oder Empfangseinheit (24) zum Senden von Daten
an eine in dem Aufnahmefach (20) aufgenommene Geldkassette (22) und/oder zum Empfangen
von von einer in dem Aufnahmefach (20) aufgenommenen Geldkassette (22) ausgesandten
Daten umfasst.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sende- und/oder Empfangseinheit (24) einen Infrarotsender und/oder -empfänger,
einen Funksender und/oder -empfänger und/oder einen Steckverbinder zum Herstellen
einer Steckverbindung zur Geldkassette (22) umfasst.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine Steuereinheit (36) umfasst, und dass die Steuereinheit
(36) mit Hilfe der Sende- und/oder Empfangseinheit (24) Daten zum Einstellen eines
Timers einer aufgenommenen Geldkassette (22), Daten zum Einstellen eines Betriebsmodus
einer Geldkassette (22) und/oder Daten zum Aktivieren, Deaktivieren und/oder Auslösen
einer Entwertungseinheit einer Geldkassette (22) zum irreversiblen Entwerten von in
der Geldkassette (22) aufgenommenen Wertscheinen an die Geldkassette (22) überträgt.
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (36) beim Einsetzen einer Geldkassette (22) in das Rack (12) die
Entwertungseinheit deaktiviert und/oder einen eingestellten Timer anhält und/oder
beim Entnehmen der Geldkassette (22) aus dem Rack (12) die Entwertungseinheit aktiviert,
einen angehalten Timer aktiviert und/oder einen neuen Timer einstellt.
5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12)mindestens einen Manipulationssensor (32) zur Detektion von Manipulationsversuchen
umfasst, und dass die Steuereinheit (36) in Abhängigkeit des Signals des Manipulationssensors
(32) Daten zum Auslösen der Entwertungseinheit an eine aufgenommene Geldkassette (22)
überträgt.
6. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuereinheit (36) ein Soll-Weg voreingestellt ist, entlang dessen das Rack
(12) sich planmäßig bewegen sollte, dass der Manipulationssensor (32) einen Positionssensor
zur Ermittlung der Ist-Position des Racks (12) umfasst, und dass die Steuereinheit
(36) die Entwertungseinheit auslöst, wenn die ermittelte Position außerhalb des Soll-Weges
liegt.
7. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12) mindestens einen Umfeldsensor (34) zur Ermittlung von Hindernisse innerhalb
des Fahrweges umfasst.
8. Vorrichtung (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (36), wenn mit Hilfe des Umfeldsensors (34) ein Hindernis detektiert
wurde, die Antriebseinheit (26) derart ansteuert, dass das Rack (12) wieder zurück
zu seinem Ausgangsort bewegt wird.
9. Vorrichtung (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (36) die Entwertungseinheit auslöst, wenn das Rack (12), nach der
Detektion eines Hindernisses, beispielsweise durch ein weiteres Hindernis, an der
Rückbewegung zum Ausgangsort gehindert wird.
10. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Navigationseinheit (14, 32) derart ausgebildet ist, dass sie den Fahrweg des
Racks (12) über Lasernavigation, Koppelnavigation, Rasternavigation, Spurführung mit
kontinuierlichen Leitlinien, Kameranavigation und/oder Funkpeilung ermittelt.
11. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des möglichen Bewegungsbereiches des Racks (12) verschiedene Zonen und/oder
Punkte (16, 18) vorbestimmt sind, dass die Steuereinheit (36) mit Hilfe der Navigationseinheit
ermittelt in welcher Zonen und/oder an welchem Punkt (16, 18) sich das Rack (12) befindet,
und dass die Steuereinheit (36) in Abhängigkeit der Zone und/oder des Punktes (16,
18) den Betriebsmodus der Geldkassette (22) einstellt, einen Timer der Entwertungseinheit
einstellt, aktiviert und/oder deaktiviert und/oder die Berechtigungsanforderungen
für den manuellen Zugriff auf die Geldkassette (22) festlegt.
12. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12) ein Benutzerinterface (38) zur Authentifizierung einer Bedienperson
vor der Entnahme einer Geldkassette (22) an dem Rack (12) und/oder zur Eingabe von
Steuerungsinformationen zur Steuerung des Racks (12) umfasst.
13. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Energieversorgungseinheit (28) zur Versorgung der Antriebseinheit (26) mit elektrischer
Energie vorgesehen ist.
14. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das Rack (12) eine Vielzahl von Aufnahmefächern (20) zur Aufnahme jeweils einer Geldkassette
(22) umfasst, und dass in jedem Aufnahmefach (20) jeweils mindestens eine Sende-und/oder
Empfangseinheit (24) zum Senden und/oder Empfangen von Daten an die bzw. von der entsprechenden
Geldkassette (22) angeordnet ist.
15. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ort ein Kassenbereich (112) eines Einzelhandelsunternehmens (100) und der
zweite Ort ein Backofficebereich (104) des Einzelhandelsunternehmens (100) ist.