[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Tieftemperaturzerlegung von Luft gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Das Verfahren wird in einem Destilliersäulen-System
zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung durchgeführt, welches eine erste Hochdrucksäule
und eine Niederdrucksäule aufweist sowie drei Kondensator-Verdampfer, nämlich einen
Hochdrucksäulen-Kopfkondensator, einen Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer und einen
Nebenkondensator. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf ein Niederdruckverfahren.
[0002] Unter "Niederdruckverfahren" wird hier ein Prozess verstanden, bei dem der Betriebsdruck
am Kopf der Niederdrucksäule weniger als 2,0 bar, insbesondere weniger als 1,8 bar,
insbesondere weniger als 1,5 bar beträgt.
[0003] Als "Kondensator-Verdampfer" wird ein Wärmetauscher bezeichnet, in dem ein erster
kondensierender Fluidstrom in indirekten Wärmeaustausch mit einem zweiten verdampfenden
Fluidstrom tritt. Jeder Kondensator-Verdampfer weist einen Verflüssigungsraum und
einen Verdampfungsraum auf, die aus Verflüssigungspassagen beziehungsweise Verdampfungspassagen
bestehen. In dem Verflüssigungsraum wird die Kondensation (Verflüssigung) eines ersten
Fluidstroms durchgeführt, in dem Verdampfungsraum die Verdampfung eines zweiten Fluidstroms.
Verdampfungs- und Verflüssigungsraum werden durch Gruppen von Passagen gebildet, die
untereinander in Wärmeaustauschbeziehung stehen.
[0004] Ein Kondensator-Verdampfer kann beispielsweise als Fallfilm- oder Badverdampfer ausgebildet
sein. Bei einem "Fallfilmverdampfer" strömt das zu verdampfende Fluid von oben nach
unten durch den Verdampfungsraum und wird dabei teilweise verdampft. Bei einem "Badverdampfer"
(gelegentlich auch "Umlaufverdampfer" oder "Thermosiphon-Verdampfer" genannt) steht
der Wärmetauscherblock in einem Flüssigkeitsbad des zu verdampfenden Fluids. Dieses
strömt mittels des Thermosiphon-Effekts von unten nach oben durch die Verdampfungspassagen
und tritt oben als Zwei-Phasen-Gemisch wieder aus. Die verbleibende Flüssigkeit strömt
außerhalb des Wärmetauscherblocks in das Flüssigkeitsbad zurück. (Bei einem Badverdampfer
kann der Verdampfungsraum sowohl die Verdampfungspassagen als auch den Außenraum um
den Wärmetauscherblock umfassen.)
[0005] Die Kondensator-Verdampfer für die Niederdrucksäule (der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator;
falls er als Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer ausgebildet ist, und der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer)
können im Inneren der Niederdrucksäule angeordnet sein oder einem oder mehreren separaten
Behältern. Der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator kann auch am Kopf der ersten Hochdrucksäule
angeordnet sein.
[0006] Unter "Stoffaustauschelementen" werden hier alle Kolonneneinbauten verstanden, die
den für die Destillation (Rektifikation) entscheidenden intensiven Stoffaustausch
zwischen aufsteigendem Dampf und herabrieselnder Flüssigkeit bewirken. Der Begriff
umfasst insbesondere konventionelle Stoffaustauschböden, geordnete Packung und Füllkörperschüttungen
(ungeordnete Packung). Grundsätzlich können bei dem Verfahren und der Vorrichtung
der Erfindung und bei den Ausführungsbeispielen konventionelle Stoffaustauschböden
(wie beispielsweise Siebböden), Füllkörper (ungeordnete Packung) und/oder geordnete
Packung in jeder der Säulen eingesetzt werden. Auch Kombinationen verschiedenartiger
Elemente in einer Säule sind möglich. Wegen des geringen Druckverlusts werden geordnete
Packungen bevorzugt. Diese verstärken die energiesparende Wirkung der Erfindung weiter.
[0007] Die Hochdrucksäule und die Niederdrucksäule bilden jeweils eine Trennsäule im verfahrenstechnischen
Sinne. Sie sind regelmäßig in jeweils einem Behälter angeordnet. Alternativ können
die Stoffaustauschelemente jeder Säule auf zwei oder mehrere Behälter verteilt angeordnet
sein, die entsprechend verbunden sind.
[0008] Der Einsatz für den Nebenkondensator wird entweder durch einen Teil der Sumpfflüssigkeit
der Niederdrucksäule gebildet, die aus dem Verdampfungsraum des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers
austritt; diese Verfahrensführung wird regelmäßig gewählt, wenn der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
als Badverdampfer ausgebildet ist. Alternativ wird - zum Beispiel beim Einsatz eines
Fallfilmverdampfers - die Sumpfflüssigkeit der Niederdrucksäule, die von dem untersten
Stoffaustauschelement abläuft, in den Verdampfungsraum des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers
eingeführt, und der nicht verdampfte Anteil der Niederdrucksäulen-Sumpfflüssigkeit,
der unten aus dem Niederdrucksäule austritt, wird mindestens teilweise dem Nebenkondensator
zugeführt. In dem Nebenkondensator kann Luft oder eine stickstoffangereicherte Fraktion
aus einer Hochdrucksäule als Heizmedium eingesetzt werden.
[0009] Bei einem klassischen Verfahren mit zwei Kondensator-Verdampfern für die Niederdrucksäule
wird der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer zusammen mit dem Nebenkondensator mit einem
Luftstrom beheizt; dies ist ungünstig für die Trennleistung, weil ein großer Teil
der Luft vorverflüssigt wird und deshalb nicht mehr an der Vortrennung in der Hochdrucksäule
teilnimmt. Aus
US 2008115531 A1 ist ein Nebenkondensator-Verfahren der eingangs genannten Art mit zwei Kondensator-Verdampfern
für die Niederdrucksäule bekannt, bei dem ein solcher Luftstrom unter erhöhtem Druck
nicht benötigt wird. Stattdessen wird Stickstoff aus der Hochdrucksäule in einem Kaltverdichter
auf einen erhöhten Druck gebracht und als Heizmedium im Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
(und im Nebenkondensator) eingesetzt. Der Einsatz eines Kaltverdichters ist aufwendig
und ist außerdem mit Wärmeeintrag auf niedrigem Temperaturniveau verbunden, der grundsätzlich
energetisch ungünstig ist.
[0010] EP 1413840 A1 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Tieftemperaturzerlegung von Luft
in einem Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, das eine Mitteldrucksäule,
eine Hochdrucksäule und eine Niederdrucksäule sowie zwei Kondensator-Verdampfer aufweist,
die mit gepumpten flüssigen Sauerstoff aus der Niederdrucksäule gekühlt werden.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein derartiges Verfahren und eine entsprechende
Vorrichtung so zu gestalten, dass ein relativ niedriger apparativer Aufwand betrieben
wird und sie auch energetisch besonders günstig zu betreiben sind.
[0012] Diese Aufgabe wird dadurch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Insbesondere wird eine zweite Hochdrucksäule eingesetzt, deren Betriebsdruck höher
ist als der Betriebsdruck der ersten Hochdrucksäule.
[0013] Bei dem Verfahren der Erfindung kann auf einen Kaltverdichter verzichtet werden und
es wird auch keine Luft im Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer vorverflüssigt. Der Verflüssigungsraum
des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers wird dabei unter etwa dem Druck des Kopfs der
zweiten Hochdrucksäule betrieben; jedenfalls wird das Kopfgas der zweiten Hochdrucksäule
vor der Einleitung in den Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer nicht verdichtet, sondern
tritt vorzugsweise unter seinem natürlichen Druck in dessen Verflüssigungsraum ein.
[0014] Nun erscheint es auf den ersten Blick widersinnig zu sein, einen solchen Aufwand
zu betreiben, der im Vergleich zum Einsatz eines Kaltverdichters sehr hoch zu sein
scheint, nämlich eine zusätzliche Trennkolonne einzusetzen - die zweite Hochdrucksäule
- und außerdem einen Teil der Luft auf höheren Druck zu verdichten. Im Rahmen der
Erfindung hat sich jedoch herausgestellt, dass die Energieseinsparung überraschend
hoch ist und sich tatsächlich ein erheblicher Vorteil ergibt, der den zusätzlichen
Aufwand rechtfertigt.
[0015] Zusätzlich oder vorzugsweise alternativ kann Kälte durch eine Druckstickstoff-Turbine
gewonnen werden, indem ein stickstoffangereicherter Strom aus einer Hochdrucksäule
des Destilliersäulen-Systems zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung arbeitsleistend entspannt
und der arbeitsleistend entspannte stickstoffangereicherte Strom in dem Hauptwärmetauscher
angewärmt wird. Der stickstoffangereicherte Strom kann aus der zweiten Hochdrucksäule
stammen, wird aber vorzugsweise aus der ersten Hochdrucksäule entnommen; er wird insbesondere
ohne Maßnahmen zur Druckänderung zu der entsprechenden Entspannungsmaschine geführt;
deren Eintrittsdruck ist also gleich dem Betriebsdruck der entsprechenden Hochdrucksäule
(minus Leitungsverlusten).
[0016] Dabei ist es günstig, wenn mindestens ein Teil des nach der arbeitsleistenden Entspannung
angewärmten stickstoffangereicherten Stroms als Regeneriergas in einer Reinigungseinrichtung
für Einsatzluft eingesetzt wird. Dies stellt nicht nur eine nutzbringende Verwendung
des arbeitsleistend entspannten Stroms dar, sondern entkoppelt auch den Niederdrucksäulendruck
von dem Druckverlust, den das Regeneriergas in der Reinigungseinrichtung erfährt.
Weil das Regeneriergas nicht wie sonst üblich aus der Niederdrucksäule entnommen wird,
kann der Niederdrucksäulendruck entsprechend niedriger sein, zum Beispiel niedriger
als 1,30 bar, und damit das gesamte Druckniveau abgesenkt werden. Dies erhöht die
energetische Effizienz des Prozesses weiter.
[0017] Es ist ferner günstig, wenn bei dem Verfahren der Erfindung der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator
als Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer betrieben wird, indem dort eine flüssige
Zwischenfraktion aus der Niederdrucksäule verdampft und mindestens ein Teil der in
dem Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer verdampften Zwischenfraktion als aufsteigendes
Gas in die Niederdrucksäule eingeleitet wird.
[0018] Dadurch wird die Rücklaufflüssigkeit für die erste Hochdrucksäule auf besonders vorteilhafte
Weise erzeugt und gleichzeitig die Trennleistung der Niederdrucksäule verbessert.
[0019] In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Niederdrucksäule
durch mindestens zwei Abschnitte gebildet, wobei ein erster Abschnitt und einen zweiter
Abschnitt jeweils in einem separaten Behälter, der Stoffaustauschelemente enthält,
angeordnet sind und der zweite Abschnitt der Niederdrucksäule neben der ersten Hochdrucksäule
angeordnet ist.
[0020] Bei dem Verfahren wird die Niederdrucksäule geteilt, das heißt ihre Stoffaustauschelemente
werden auf mehr als einen Behälter verteilt, insbesondere auf genau zwei Behälter.
Diese Behälter sind so durch Rohrleitungen verbunden, dass insgesamt die verfahrenstechnische
Wirkung einer Niederdrucksäule realisiert wird. Hierdurch können die die Säulen und
Kondensator-Verdampfer so angeordnet werden, dass die Flüssigkeiten so weit wie möglich
aufgrund natürlichen Gefälles in die entsprechenden Gefäße fließen.
[0021] Der zweite Abschnitt der Niederdrucksäule ist dabei neben der ersten Hochdrucksäule
angeordnet. "Neben" bedeutet hier, dass die beiden Säulen im normalen Betrieb der
Anlage so angeordnet sind, dass die Projektionen ihrer Querschnitte auf eine horizontale
Ebene sind nicht überschneiden.
[0022] Zwar ist die Anwendung einer "geteilten Niederdrucksäule" aus
DE 10009977 an sich bekannt, allerdings in einem sehr speziellen Zusammenhang mit abweichender
Kondensatorschaltung, mit erhöhtem Betriebsdruck in der Niederdrucksäule und einer
spezifischen Seitenkolonne. Die Anwendung einer solchen Säulenteilung auf ein Niederdruckverfahren
gemäß
US 2008115531 A1 daher bisher nicht erwogen.
[0023] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung enthält der erste Abschnitt
der Niederdrucksäule die Stoffaustauschelemente zwischen Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
und Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer und der zweite Abschnitt die Stoffaustauschelemente
der Niederdrucksäule, über denen das Kopfprodukt dieser Säule abgezogen wird. Grundsätzlich
kann die Niederdrucksäule auch in drei oder mehr Abschnitte aufgeteilt werden. Vorzugsweise
werden genau zwei Abschnitte eingesetzt.
[0024] Vorzugsweise ist auch der erste Abschnitt der Niederdrucksäule neben der ersten Hochdrucksäule
angeordnet, insbesondere zwischen der ersten Hochdrucksäule und dem zweiten Abschnitt
der Niederdrucksäule. Wenn die erste Hochdrucksäule einteilig und die Niederdrucksäule
zweiteilig ausgebildet sind, sind in diesem Fall alle Abschnitte dieser Säulen nebeneinander
angeordnet. Dadurch ergibt sich eine besonders geringe Gesamtbauhöhe Dabei ist es
günstig, wenn der erste Abschnitt der Niederdrucksäule darf nicht auf dem Boden steht,
sondern etwas erhöht angebracht ist, damit der flüssige Stickstoff, der als Rücklauf
in der Niederdrucksäule benötigt wird, nicht gepumpt werden muss. Alternativ kann
der erste Abschnitt der Niederdrucksäule über der ersten Hochdrucksäule angeordnet
sein.
[0025] Alternativ kann der erste Abschnitt der Niederdrucksäule über der ersten Hochdrucksäule
oder einer weiteren Hochdrucksäule angeordnet sein.
[0026] Der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer wird vorzugsweise oberhalb des beziehungsweise
innerhalb des ersten Abschnitts der Niederdrucksäule angeordnet. Der erste Fall bezieht
sich auf die Bauform, bei welcher der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer in einem
externen, von der Niederdrucksäule getrennten Behälter untergebracht ist, der zweite
auf einen internen, in den Kopf des ersten Abschnitts der Niederdrucksäule eingebauten
Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer.
[0027] Es ist ferner günstig, wenn der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer unterhalb des beziehungsweise
innerhalb des ersten Abschnitts der Niederdrucksäule angeordnet ist. Der erste Fall
bezieht sich auf die Bauform, bei welcher der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer in
einem externen, von der Niederdrucksäule getrennten Behälter untergebracht ist, der
zweite auf einen internen, in den Sumpf der Niederdrucksäule eingebauten Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer.
[0028] Insbesondere bei geteilter Niederdrucksäule ist es günstig, wenn der Nebenkondensator
unterhalb des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers angeordnet ist.
[0029] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind die erste und
die zweite Hochdrucksäule übereinander angeordnet und die erste Hochdrucksäule ist
unterhalb der zweiten Hochdrucksäule angeordnet.
[0030] Bei dieser Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird keine der üblichen Anordnungen
angewendet, also weder die Niederdrucksäule über einer Hochdrucksäule angeordnet,
noch werden alle Säulen nebeneinander gestellt. In Abweichung von diesen klassischen
Aufstellungsmethoden werden die beiden Hochdrucksäulen übereinander angeordnet, und
zwar insbesondere die zweite Hochdrucksäule über der ersten. Die (insbesondere einteilig
ausgebildete) Niederdrucksäule ist vorzugsweise neben den Hochdrucksäulen angeordnet.
[0031] Letzteres ist besonders ungewöhnlich, da ja die erste Hochdrucksäule den Zwischenverdampfer
der Niederdrucksäule beheizt, der weiter oben als der Sumpfverdampfer liegt, der vom
Kopfgas der zweiten Hochdrucksäule beheizt wird, und damit zunächst die umgekehrte
Anordnung natürlicher erscheint. Im Rahmen der Erfindung hat sich jedoch herausgestellt,
dass bei der Übereinander-Anordnung der Hochdrucksäulen und insbesondere bei der zuletzt
genannten Anordnung die Zahl der Pumpen zur Förderung von Flüssigkeiten von und zu
den Kondensatoren besonders gering gehalten werden kann und sich außerdem durch die
erfindungsgemäße Verfahrenführung sowohl eine besonders energiesparende Betriebsweise
als auch ein apparativ relativ einfacher Aufbau ergeben.
[0032] Außerdem ergibt sich eine besonders platzsparende Anordnung, insbesondere hinsichtlich
der für die Anlage benötigten Grundfläche. Die beiden Hochdrucksäulen können in einer
gemeinsamen Coldbox untergebracht werden. Diese gemeinsame Coldbox kann kostengünstig
in der Fabrik vorgefertigt werden. Anschließend wird sie als Ganzes liegend auf die
Baustelle transportiert, dort aufgerichtet und mit den anderen Anlagenteilen verbunden.
Die Niederdrucksäule wird vorzugsweise in einer zweiten, separaten Coldbox untergebracht,
die in analoger Weise vorgefertigt und transportiert werden kann.
[0033] Unter einer Anordnung zweier Säulen "übereinander" wird hier verstanden, dass das
sich obere Ende der unteren der beiden Säulen sich auf niedrigerer geodätischer Höhe
befindet als das untere Ende der oberen der beiden Säulen und sich die Projektionen
der beiden Säulen in eine horizontale Ebene überschneiden. Beispielsweise sind die
beiden Säulen genau übereinander angeordnet, das heißt die Achsen der beiden Säulen
verlaufen auf derselben vertikalen Geraden. Diese Definition gilt analog für ähnliche
Begriffe wie "oberhalb" und "unterhalb".
[0034] Vorzugsweise ist der Nebenkondensator zwischen der ersten und der zweiten Hochdrucksäule
angeordnet, insbesondere über der ersten Hochdrucksäule und unter der zweiten Hochdrucksäule.
[0035] Dies erscheint zunächst unlogisch, weil der Nebenkondensator funktionell mit keiner
dieser Säulen verbunden ist. Insgesamt ergibt sich jedoch eine sehr kompakte Anordnung,
bei der die beiden Hochdrucksäulen und der Nebenkondensator in einer gemeinsamen Coldbox
untergebracht werden können. Diese gemeinsame Coldbox kann wie bereits oben erläutert
kostengünstig in der Fabrik vorgefertigt werden, ohne das für den Nebenkondensator
eine eigene Coldbox benötigt wird oder die in der Regel schon recht hohe Coldbox der
Niederdrucksäule weiter erhöht werden muss. Außerdem wird bei dieser Anordnung wegen
eines ausreichend großen hydrostatischen Drucks keine LOX-Produkt-Pumpe zur Förderung
von flüssigem Sauerstoffprodukt in einen Speichertank benötigt.
[0036] Vorzugsweise wird in dem Nebenkondensator Luft als Heizmedium eingesetzt, indem in
dem Nebenkondensator ein dritter Einsatzluftstrom mindestens teilweise kondensiert
wird, der insbesondere unter einem dritten Druck steht, der höher ist als der erste
Druck. Beispielsweise ist der dritte Druck gleich dem zweiten Druck und der zweite
und der dritte Einsatzluftstrom werden aus einem gemeinsamen Luftteilstrom abgezweigt,
der vorher auf einen entsprechend erhöhten Druck gebracht worden ist.
[0037] Drücke werden hier als "gleich" bezeichnet, wenn der Druckunterschied zwischen den
entsprechenden Stellen nicht größer als die natürlichen Leitungsverluste sind, die
durch Druckverluste in Rohrleitungen, Wärmetauschern, Kühlern, Adsorbern etc. sind.
[0038] Im Rahmen der Erfindung ist es günstig, wenn der erste Einsatzluftstrom lediglich
auf den ersten Druck (plus Leitungsverlusten) verdichtet und nur der zweite (gegebenenfalls
gemeinsam mit dem dritten) Einsatzluftstrom auf den entsprechend höheren zweiten Druck
(plus Leitungsverlusten) verdichtet beziehungsweise nachverdichtet wird. Dies wird
besonders vorteilhaft durch die Merkmale des Patentanspruchs 14 bewerkstelligt.
[0039] Grundsätzlich können die Einsatzluftströme gemeinsam und dem niedrigeren Druckniveau
einer gemeinsamen Luftreinigung zugeführt werden. In vielen Fällen ist es aber günstiger,
zwei getrennte Reinigungsvorrichtungen vorzusehen, die unter den beiden unterschiedlichen
Drücken betrieben werden, wie es an sich aus
EP 342436 bekannt ist.
[0040] Es ist günstig, wenn auch der dritte Einsatzluftstrom durch mindestens einen Teil
des abgekühlten zweiten Luftteilstroms gebildet wird. Zweiter und dritter Einsatzluftstrom
werden also gemeinsam auf einen erhöhten Druck (beispielsweise den zweiten beziehungsweise
dritten Druck plus Leitungsverlusten) gebracht und anschließend getrennt voneinander
in die zweite Hochdrucksäule beziehungsweise den Nebenkondensator geleitet. Alternativ
kann der gesamte zweite Luftteilstrom als zweiter Einsatzluftstrom durch den Nebenkondensator
geführt, dort nur zu einem geringen Teil partiell kondensiert und anschließend als
erster Einsatzluftstrom in die zweite Hochdrucksäule geleitet werden. Vorzugsweise
ist der dritte Druck (im Verflüssigungsraum des Nebenkondensators) gleich dem zweiten
Druck (beim Eintritt des zweiten Einsatzluftstroms in die zweite Hochdrucksäule).
[0041] Zusätzlich oder alternativ zu der oben erwähnten Druckstickstoff-Turbine kann bei
dem Verfahren Verfahrenskälte für den Ausgleich von Austausch- und Isolierungsverlusten
und gegebenenfalls für die Produktverflüssigung beispielsweise durch eine Einblaseturbine
gewonnen werden, indem ein vierter Einsatzluftstrom arbeitsleistend entspannt und
in die Niederdrucksäule eingeleitet wird. Der vierte Einsatzluftstrom kann beispielsweise
auf dasselbe Druckniveau wie der erste Einsatzluftstrom für die erste Hochdrucksäule
verdichtet und etwa unter dem ersten Druck der entsprechenden Entspannungsmaschine
zugeleitet werden.
[0042] Vorzugsweise ist der Nebenkondensator als Badverdampfer ausgebildet. In einer speziellen
Variante der Erfindung sind alle Kondensator-Verdampfer des Verfahrens als Badverdampfer
ausgebildet. Dies ergibt - insbesondere bei übereinander angeordneten Hochdrucksäulen
- einen besonders kostengünstigen Aufbau und eine besonders zuverlässige Betriebsweise.
[0043] In einer besonders günstigen Ausführungsvariante der Erfindung ist - insbesondere
bei übereinander angeordneten Hochdrucksäulen - der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
am Kopf der zweiten Hochdrucksäule angeordnet, das heißt der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
sitzt über der zweiten Hochdrucksäule und die dort erzeugte Rücklaufflüssigkeit kann
aufgrund des natürlichen Gefälles (also ohne Flüssigstickstoff-Pumpe) in den Kopf
der zweiten Hochdrucksäule fließen. Vorzugsweise ist der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
direkt über dem Kopf der zweiten Hochdrucksäule angeordnet wie ein klassischer Kopfkondensator.
Dabei können die zweite Hochdrucksäule und der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer in
einem gemeinsamen Behälter untergebracht sein, wobei zwischen Verdampfungsraum des
Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers und Kopfbereich der zweiten Hochdrucksäule eine
Trennwand angeordnet ist.
[0044] Weiter Energie gespart werden kann durch Einsatz eines oder mehrerer Fallfilmverdampfer.
Insbesondere der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer und/oder Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
können als Fallfilmverdampfer ausgestaltet sein. Der Nebenkondensator kann dagegen
als Badverdampfer ausgestaltet werden oder alternativ ebenfalls als Fallfilmverdampfer.
[0045] Bei dem Verfahren der Erfindung kann zusätzlich eine dritte Hochdrucksäule eingesetzt
werden. Sie wird vorzugsweise unter höherem Druck als die zweite Hochdrucksäule betrieben.
Ihr Kopfgas kann dann als Heizmittel für den Nebenkondensator eingesetzt werden. Entsprechend
geringer wird die Vorverflüssigung von Luft.
[0046] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung gemäß den Patentansprüchen 22 und
23. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann durch Vorrichtungsmerkmale ergänzt werden,
die den Merkmalen der abhängigen Verfahrensansprüche entsprechen.
[0047] Die Erfindung sowie weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand
von in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung mit Druckstickstoff-Turbine und zwei
Reinigungseinrichtungen unter verschiedenem Druckniveau,
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel mit Einblaseturbine und einer gemeinsamen Reinigungseinrichtung,
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel mit drei Hochdrucksäulen,
- Figur 4
- ein Ausführungsbeispiel mit Anordnung des ersten Abschnitts der Niederdrucksäule über
der zweiten Hochdrucksäule,
- Figur 5
- ein Ausführungsbeispiel mit Anordnung des ersten Abschnitts der Niederdrucksäule über
der ersten Hochdrucksäule,
- Figur 6
- ein weiteres Ausführungsbeispiel mit Anordnung eines Nebenkondenstors zwischen zwei
Trennsäulen,
- Figur 7
- ein erstes Ausführungsbeispiel für die Variante der Erfindung, bei der die Hochdrucksäulen
übereinander angeordnet sind, mit Anordnung des Nebenkondensators zwischen den beiden
Hochdrucksäulen,
- Figur 8
- ein zweites Ausführungsbeispiel dieser Variante der Erfindung mit Anordnung des Nebenkondensators
neben den Trennsäulen und
- Figur 9
- ein drittes Ausführungsbeispiel dieser Variante der Erfindung mit Anordnung des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers
am Kopf der zweiten Hochdrucksäule.
[0048] Atmosphärische Luft 1 wird in
Figur 1 von einem Hauptluftverdichter 3 mit Nachkühler 4 über ein Filter 2 angesaugt und
dort auf einen ersten Gesamtluftdruck von 3,1 bar verdichtet. Der Hauptluftverdichter
kann zwei oder mehr Stufen mit Zwischenkühlung aufweisen; er ist aus Redundanzgründen
vorzugsweise zweisträngig ausgebildet (beides in der Zeichnung nicht dargestellt).
Der Gesamtluftstrom 5 wird unter dem ersten Gesamtluftdruck und einer Temperatur von
295 K einem ersten Direktkontaktkühler 6 zugeführt und dort in direktem Wärmeaustausch
mit Kühlwasser 7 aus einem Verdunstungskühler 8 weiter auf 283 K abgekühlt. Der abgekühlte
Gesamtluftstrom 9 wird in einen ersten Luftteilstrom 10 und einen zweiten Luftteilstrom
11 aufgeteilt.
[0049] Der zweite Luftteilstrom 11 wird in einem Nachverdichter 12 mit Nachkühler 13 von
dem ersten Gesamtluftdruck (minus Druckverlusten) auf einen zweiten Gesamtluftdruck
von 4,9 bar verdichtet. Der Nachverdichter kann zwei oder mehr Stufen mit Zwischenkühlung
aufweisen; er ist aus Redundanzgründen vorzugsweise zweisträngig ausgebildet (beides
in der Zeichnung nicht dargestellt). Je ein Strang des Hauptluftverdichters und des
Nachverdichters können als eine Maschine mit gemeinsamem Antrieb ausgebildet sein,
insbesondere als Getriebeverdichter. Der zweite Luftteilstrom 14 wird anschließend
in einem zweiten Direktkontaktkühler 15 von 295 K auf 290 K abgekühlt, und zwar in
direktem Wärmeaustausch mit einem wärmeren Kühlwasserstrom 16.
[0050] Der erste Luftteilstrom wird in einer ersten Reinigungseinrichtung 18, die unter
dem ersten Gesamtluftdruck betrieben wird, gereinigt und anschließend über Leitung
19 unter diesem Druck dem warmen Ende eines Hauptwärmetauschers zugeleitet, der in
dem Ausführungsbeispiel durch zwei parallel geschaltete Blöcke 20, 21 gebildet wird.
Die auf etwa Taupunkt abgekühlte Luft bildet einen "ersten Einsatzluftstrom" 22, der
einer ersten Hochdrucksäule 23 zugeführt wird.
[0051] Die erste Hochdrucksäule 23 ist Teil eines Destilliersäulen-Systems zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung,
das außerdem eine zweite Hochdrucksäule 24, eine Niederdrucksäule, bestehend aus zwei
Abschnitten 25, 26, einen Hochdrucksäulen-Kopfkondensator, der in allen hier dargestellten
Ausführungsbeispielen als Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer 27 ausgebildet ist,
einen Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer 28 und einen Nebenkondensator 29 aufweist.
Der Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer 27 und der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
28 sind als Fallfilmverdampfer ausgebildet, der Nebenkondensator 29 als Badverdampfer.
[0052] Der vorgekühlte zweite Luftteilstrom 17 wird in einer zweiten Reinigungseinrichtung
30, die unter dem zweiten Gesamtluftdruck betrieben wird, gereinigt. Aus dem gereinigten
zweite Luftteilstrom kann über Leitung 32 ein kleiner Teil entnommen werden, der als
Instrumentenluft oder für zwecke außerhalb der Luftzerlegung eingesetzt wird. Der
Rest strömt über Leitung 33 zum Hauptwärmetauscher 20 und wird dort abgekühlt. Der
abgekühlte zweite Luftteilstrom 34 wird aufgeteilt in einen "zweiten Einsatzluftstrom"
35, der in die zweite Hochdrucksäule 24 eingeleitet wird, und in einen "dritten Einsatzluftstrom"
36, welcher dem Verflüssigungsraum des Nebenkondensators 29 zugeleitet wird.
[0053] Der mindestens teilweise, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig kondensierte dritte
Teilstrom 37 wird in einen Abscheider (Phasentrenner) 38 eingeleitet. Der flüssige
Anteil 39 wird zu einem ersten Teil 40 der ersten Hochdrucksäule 23 zugeleitet. Zu
einem zweiten Teil 41 wird er über einen Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und Leitung
43 in die Niederdrucksäule 26 eingespeist.
[0054] Stickstoffreiches Kopfgas 44 der ersten Hochdrucksäule 23 wird zu einem ersten Teil
in dem Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer 27 kondensiert. Dabei gewonnener flüssiger
Stickstoff 46 wird zu einem ersten Teil 47 als Rücklauf auf den Kopf der ersten Hochdrucksäule
23 aufgegeben. Ein zweiter Teil 48 wird in dem Unterkühlungs-Gegenströmer 42 abgekühlt
und über Leitung 49 als Rücklauf auf den Kopf der Niederdrucksäule 26 aufgegeben.
Ein Teil 50 der unterkühlten Flüssigkeit kann bei Bedarf als Flüssigprodukt (LIN)
gewonnen werden.
[0055] Ein zweiter Teil 51 des stickstoffreichen Kopfgases 44 der ersten Hochdrucksäule
23 wird in den Hauptwärmetauscher 20 eingeleitet. Mindestens ein Teil 52 davon wir
nur auf eine Zwischentemperatur angewärmt. und anschließend in einer generatorgebremsten
Druckstickstoff-Turbine 53 von 2,7 bar auf 1,25 bar arbeitsleistend entspannt. Der
Austrittsdruck der Turbine reicht gerade aus, um den arbeitsleistend entspannten Strom
54 durch den Hauptwärmetauscher 20 und über die Leitungen 55, 56, 57 als Regeneriergas
durch die erste und die zweite Reinigungseinrichtung 18, 30 zu drücken.
[0056] Ein weiterer Teil des Stroms 51 wird im Hauptwärmetauscher 20 bis auf Umgebungstemperatur
angewärmt und als gasförmiges Druckstickstoffprodukt (PGAN) gewonnen.
[0057] Stickstoffreiches Kopfgas 58 der zweiten Hochdrucksäule 24 wird in dem Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
28 kondensiert. Dabei gewonnener flüssiger Stickstoff 59 wird zu einem ersten Teil
60 als Rücklauf auf den Kopf der zweiten Hochdrucksäule 24 aufgegeben. Ein zweiter
Teil 61 wird in dem Unterkühlungs-Gegenströmer 42 abgekühlt und über Leitung 62 als
Rücklauf auf den Kopf der Niederdrucksäule 26 aufgegeben.
[0058] Die Sumpfflüssigkeiten 63, 64 der beiden Hochdrucksäulen 23, 24 werden zusammengeführt,
über Leitung 65, den Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und Leitung 66 in die Niederdrucksäule
26 eingespeist.
[0059] Die Sumpfflüssigkeit 166 der Niederdrucksäule 25 wird in den Verdampfungsraum des
Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers 28 eingeleitet und dort teilweise verdampft. Der
flüssig verbliebene Anteil 67 strömt in den Verdampfungsraum des Nebenkondensators
29 und wird dort teilweise verdampft. Der im Nebenkondensator verdampfte Anteil 68
wird zum kalten Ende des Hauptwärmetauscher-Blocks 20 geleitet, auf etwa Umgebungstemperatur
angewärmt und schließlich über Leitung 69 als gasförmiges Sauerstoffprodukt (GOX)
einer Reinheit von 95 mol-% gewonnen. Der flüssig verbliebene Anteil wird zu einem
Teil 70 in einer Pumpe 71 auf einen Druck von 6 bar, in dem Hauptwärmetauscher-Block
21 verdampft und angewärmt und schließlich dem gasförmigen Sauerstoffprodukt 69 zugemischt.
Ein anderer Teil 72 kann über den Unterkühlungs-Gegenströmer 42, Pumpe 73 und Leitung
74 als Flüssigsauerstoffprodukt (LOX) gewonnen werden.
[0060] Eine flüssige Zwischenfraktion 75, die am unteren Ende des zweiten Niederdrucksäulenabschnitts
26 anfällt wird mittels einer Pumpe 76 in den Verdampfungsraum des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers
27 gefördert und dort teilweise verdampft. Dabei erzeugter Dampf wird gemeinsam mit
dem am Kopf des ersten Niederdrucksäulenabschnitts 25 anfallenden Dampf über die Leitungen
77 und 79 in den zweiten Niederdrucksäulenabschnitt 26 geleitet, gegebenenfalls gemeinsam
mit umlaufender Spülflüssigkeit 78. Der Rest der flüssig verbliebenen Zwischenfraktion
dient als Rücklaufflüssigkeit im ersten Niederdrucksäulenabschnitt 25.
[0061] Am Kopf der Niederdrucksäule 26 wird stickstoffreiches Restgas 80 unter einem Druck
von 1,26 bar abgezogen und nach Anwärmung in Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und Hauptwärmetauscher
20 über Leitung 81 praktisch drucklos als trockenes Gas in den Verdunstungskühler
8 eingespeist und dort zur Abkühlung von Kühlwasser 82 genutzt.
[0062] Figur 2 unterscheidet sich hinsichtlich zweier Verfahrensabschnitte von Figur 1, nämlich
der Kälteerzeugung sowie der Luftverdichtung mit Vorkühlung und Reinigung. Im Folgenden
werden nur die abweichenden Aspekte näher erläutert, die beide unabhängig voneinander
mit den übrigen Verfahrensabschnitten kombiniert werden können.
[0063] Kälte wird hier nicht durch eine Druckstickstoff-Turbine, sondern durch eine Einblaseturbine
153 erzeugt. Diese wird mit einem "vierten Einsatzluftstrom" 151, 152 betrieben, der
aus dem ersten Luftteilstrom 119 unter dem niedrigeren ersten Gesamtluftdruck abgezweigt
und in dem Hauptwärmetauscher 20 auf eine Zwischentemperatur abgekühlt wurde. Der
arbeitsleistend entspannte vierte Einsatzluftstrom 154 wird der Niederdrucksäule 26
an einer geeigneten Zwischenstelle zugeführt.
[0064] Die Luftverdichtung ist hier einfacher ausgeführt als in Figur und weist insbesondere
nur eine einzige Reinigungseinrichtung 118 auf, in der die Gesamtluft 105, 110 unter
dem ersten Gesamtluftdruck gereinigt wird. Es wird auch nur ein Direktkontaktkühler
106 eingesetzt.
[0065] Die Aufteilung in den ersten Luftteilstrom 119 und den zweiten Luftteilstrom 111
wird hier stromabwärts der Reinigungseinrichtung 118 vorgenommen. Der Nachverdichter
112 ist wie in Figur 1 aufgebaut, weist jedoch nur einen üblichen Nachkühler 113 auf
und die Luft wird nicht in einem Direktkontaktkühler weiter abgekühlt. Über Leitung
119 wird dann der zweite Luftteilstrom analog zu Leitung 19 in Figur 1 geführt.
[0066] Figur 3 entspricht weitgehend Figur 1. Der warme Abschnitt des Verfahrens ist nicht dargestellt
und kann wie in Figur 1 oder wie in Figur 2 ausgebildet sein.
[0067] Neben dem ersten Luftteilstrom 19 unter dem ersten Druck und dem zweiten Luftteilstrom
wird ein Hochdruck-Einsatzluftstrom 233 in den Hauptwärmetauscher 20 eingeleitet.
Der kalte Hochdruck-Einsatzluftstrom 235 tritt unter einem dritten Druck von 5,3 bar
in eine dritte Hochdrucksäule 224 ein. Das stickstoffreiche Kopfgas 258 wird als Heizmittel
in dem Nebenkondensator 228 eingesetzt und dort im Wesentlichen vollständig kondensiert.
Dabei gewonnener flüssiger Stickstoff 259 wird zu einem ersten Teil 260 als Rücklauf
auf den Kopf der dritten Hochdrucksäule 224 aufgegeben. Ein zweiter Teil 261 wird
in dem Unterkühlungs-Gegenströmer 42 abgekühlt und über Leitung 262 als Rücklauf auf
den Kopf der Niederdrucksäule 26 aufgegeben.
[0068] Der Nebenkondensator 228 ist bei diesem Ausführungsbeispiel als mehrstöckiger Badverdampfer
ausgeführt, insbesondere als Kaskadenverdampfer, bei dem die einzelnen Stockwerke
verdampfungsseitig seriell und verflüssigungsseitig parallel verbunden sind. Hierbei
kann jede entsprechende Ausführungsform eines Kaskadenverdampfers eingesetzt werden,
insbesondere diejenigen, die im Einzelnen in
EP 1077356 A1,
WO 0192798 A2 =
US 2005028554 A1,
WO 01092799 A1 =
US 2003159810 A1,
WO 03012352 A2 oder
DE 102007003437 A1 beschrieben werden.
[0069] Statt der Druckstickstoff-Turbine 53 kann in dem Verfahren von Figur 3 auch eine
Einblaseturbine eingesetzt werden, ebenso wie in den folgenden Figuren 4 bis 6.
[0070] Die dritte Hochdrucksäule 224 ist, wie in Figur 3 dargestellt, vorzugsweise unterhalb
des Nebenkondensators 228 beziehungsweise der Kombination aus Nebenkondensator 228,
Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer, erstem Abschnitt der Niederdrucksäule und Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer.
Die räumliche Anordnung der übrigen Säulen entspricht derjenigen der Figuren 1 und
2.
[0071] Figur 4 unterscheidet sich von Figur 1 dadurch, dass der erste Abschnitt 25 der Niederdrucksäule
mit den beiden Verdampfern 27, 28 über der zweiten Hochdrucksäule 24 angeordnet ist.
[0072] In
Figur 5 ist der erste Abschnitt 25 der Niederdrucksäule mit den beiden Verdampfern 27, 28
dagegen über der ersten Hochdrucksäule 23 angeordnet.
[0073] Der Nebenkondensator 29 von
Figur 6 ist zwischen der zweiten Hochdrucksäule 24 und dem ersten Abschnitt 25 der Niederdrucksäule
angeordnet. Ansonsten entspricht Figur 6 dem Ausführungsbeispiel von Figur 4. Die
Anordnung des Nebenkondensators 29 zwischen zwei Trennsäulen nach Figur 6 kann auch
auf das Ausführungsbeispiel der Figur 5 übertragen werden.
[0074] Die Verdichtung und Reinigung der Einsatzluft sowie eine etwaige Abzweigung von Instrumentenluft
ist in den Figuren 7 bis 9 nicht dargestellt. Die für das Verfahren notwendigen zwei
Luftströme mit unterschiedlichen Drücken werden mit nur einem aus zwei Sektionen bestehenden
Luftverdichter geliefert. Die ganze Einsatzluft wird dabei in der ersten, zweistufigen
Sektion auf einen Druck von ca. 3,8 bara gebracht und ausschließlich in das Vorkühlungssystem
geleitet. Nach der Vorkühlung und Reinigung, wird ca. die Hälfte der Einsatzluft zurück
in die zweite (einstufige) Verdichter-Sektion geführt und trocken auf einen Enddruck
von ca. 5,35 bar verdichtet. Eine derartige Verdichtung und Reinigung der der Einsatzluft
ist in Figur 2 im Detail dargestellt.
[0075] Ein erster Luftteilstrom 19 wird in
Figur 7 unter einem ersten Druck von ca. 3,6 bar dem warmen Ende eines Hauptwärmetauschers
20 zugeleitet. Die auf etwa Taupunkt abgekühlte Luft bildet einen "ersten Einsatzluftstrom"
22, der einer ersten Hochdrucksäule 23 zugeführt wird.
[0076] Die erste Hochdrucksäule 23 ist Teil eines Destilliersäulen-Systems zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung,
das außerdem eine zweite Hochdrucksäule 24, eine Niederdrucksäule, einen Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
27, einen Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer 28 und einen Nebenkondensator 29 aufweist.
Alle diese Kondensatoren sind in dem Ausführungsbeispiel als Badverdampfer ausgebildet.
[0077] In dem Ausführungsbeispiel von Figur 7 sowie in den folgenden Figuren 8 und 9 sind
die beiden Hochdrucksäulen 23, 24 übereinander angeordnet, und zwar die erste Hochdrucksäule
23 unterhalb der zweiten Hochdrucksäule 24. Die Niederdrucksäule ist einteilig ausgebildet
- das heißt ihre beiden Abschnitten 25, 26 unterhalb und oberhalb des Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfers
27 sind in einem gemeinsamen Behälter angeordnet - und steht auf dem Boden. Die Kombination
aus den beiden Hochdrucksäulen und die Niederdrucksäule sind nebeneinander angeordnet.
[0078] Ein zweiter Luftteilstrom 33 strömt unter einem zweiten Druck von ca. 5,25 bar zum
Hauptwärmetauscher 20 und wird dort abgekühlt. Der abgekühlte zweite Luftteilstrom
34 wird aufgeteilt in einen "zweiten Einsatzluftstrom" 35, der in die zweite Hochdrucksäule
24 eingeleitet wird, und in einen "dritten Einsatzluftstrom" 36, welcher dem Verflüssigungsraum
des Nebenkondensators 29 zugeleitet wird.
[0079] Der mindestens teilweise, vorzugsweise im Wesentlichen vollständig kondensierte dritte
Teilstrom 37 wird zu einem ersten Teil 40 der ersten Hochdrucksäule 23 zugeleitet.
Zu einem zweiten Teil 41 wird er über einen Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und Leitung
43 in die Niederdrucksäule 26 eingespeist.
[0080] Stickstoffreiches Kopfgas der ersten Hochdrucksäule 23 wird zu einem ersten Teil
44 in dem Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer 27 kondensiert. Dabei gewonnener flüssiger
Stickstoff 46 wird zu einem ersten Teil 47 als Rücklauf auf den Kopf der ersten Hochdrucksäule
23 aufgegeben. Ein zweiter Teil 48 wird in dem Unterkühlungs-Gegenströmer 42 abgekühlt
und über Leitung 49 als Rücklauf auf den Kopf der Niederdrucksäule 26 aufgegeben.
Ein Teil der unterkühlten Flüssigkeit kann bei Bedarf als Flüssigprodukt gewonnen
werden (nicht dargestellt).
[0081] Ein zweiter Teil 51 des stickstoffreichen Kopfgases der ersten Hochdrucksäule 23
wird in dem Hauptwärmetauscher 20 auf eine Zwischentemperatur angewärmt. Der angewärmte
Druckstickstoff 52 wird als gasförmiges Druckstickstoffprodukt (PGAN) gewonnen.
[0082] Stickstoffreiches Kopfgas 58 der zweiten Hochdrucksäule 24 wird in dem Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
28 kondensiert. Dabei gewonnener flüssiger Stickstoff 59 wird zu einem ersten Teil
60 mittels einer Pumpe 57 als Rücklauf auf den Kopf der zweiten Hochdrucksäule 24
aufgegeben. Ein zweiter Teil 61 wird in dem Unterkühlungs-Gegenströmer 42 abgekühlt
und über Leitung 62 als Rücklauf auf den Kopf der Niederdrucksäule 26 aufgegeben.
[0083] Die Sumpfflüssigkeit 64 der zweiten Hochdrucksäule 24 wird in die erste Hochdrucksäule
23 eingeleitet, und zwar am Sumpf und/oder etwas darüber. Die Sumpfflüssigkeit 63
der ersten Hochdrucksäule 23 wird über den Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und Leitung
65 in die Niederdrucksäule 26 eingespeist.
[0084] Die Sumpfflüssigkeit der Niederdrucksäule 25 wird in den Verdampfungsraum des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers
28 eingeleitet und dort teilweise verdampft. Der flüssig verbliebene Anteil 67 strömt
über eine Pumpe 56 in den Verdampfungsraum des Nebenkondensators 29 und wird dort
unter einem Druck von ca. 1,65 bar teilweise verdampft. Der im Nebenkondensator verdampfte
Anteil 68 wird zum kalten Ende des Hauptwärmetauschers 20 geleitet, auf etwa Umgebungstemperatur
angewärmt und schließlich über Leitung 69 als gasförmiges Sauerstoffprodukt (GOX)
gewonnen, in diesem speziellen Fall mit einer Reinheit von ca. 93 mol-%. Der flüssig
verbliebene Anteil 86 wird zu einem Teil 70 in einer Pumpe 71 auf höheren Druck gebracht
und in dem Hauptwärmetauscher 20 verdampft (beziehungsweise pseudo-verdampft, falls
der Druck überkritisch ist) und angewärmt.
[0085] Falls lediglich eine kleine Spülmenge über die Pumpe 71 gefahren wird, sollte der
höhere Druck des gepumpten Sauerstoffs überkritisch sein. Der angewärmte Spülstrom
wird dann über Leitung 88 dem gasförmigen Sauerstoffprodukt 69 zugemischt oder alternativ
als separates Produkt abgegeben.
[0086] In einer abweichenden Ausführungsform (gestrichelt gezeichnete Leitung 85) wird ein
Teil des Sauerstoffprodukts als innenverdichtetes Produkt ICGOX gewonnen (zum Beispiel
15% der Gesamtmenge an Sauerstoff unter einem Druck von 7 bar). Dadurch wird der Nebenkondensator
29 ebenfalls sehr gut gespült. In diesem Fall reicht es aus, wenn die Pumpe 71 den
flüssigen Sauerstoff auf den gewünschten Produktdruck (plus Leitungsverlusten) bringt.
[0087] Ein weiterer Teil 72 flüssig verbliebenen Anteils 86 aus dem Nebenkondensator 29
kann über den Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und Leitung 74 als Flüssigsauerstoffprodukt
(LOX) gewonnen werden.
[0088] Am Kopf der Niederdrucksäule 26 wird stickstoffreiches Restgas 80 unter einem Druck
von ca. 1,33 bar abgezogen und nach Anwärmung in Unterkühlungs-Gegenströmer 42 und
Hauptwärmetauscher 20 über Leitung 81 abgezogen und steht als trockenes Gas für einen
Verdunstungskühler (nicht dargestellt) 8 zur Abkühlung von Kühlwasser zur Verfügung
oder kann als Regeneriergas in einer Einrichtung zur Reinigung von Einsatzluft (ebenfalls
nicht dargestellt) genutzt werden.
[0089] Kälte wird bei dem Verfahren durch eine Einblaseturbine 153 erzeugt. Diese wird mit
einem "vierten Einsatzluftstrom" 151 betrieben, der - wie der erste Luftteilstrom
19 - unter dem niedrigeren ersten Druck steht und in dem Hauptwärmetauscher 20 auf
eine Zwischentemperatur abgekühlt wurde. Der arbeitsleistend entspannte vierte Einsatzluftstrom
154 wird der Niederdrucksäule 26 an einer geeigneten Zwischenstelle zugeführt.
[0090] Figur 8 unterscheidet sich dadurch von Figur 7, dass der Nebenkondensator 29 neben den Säulen
angeordnet ist.
[0091] Außerdem wird hier das flüssige Sauerstoffprodukt 74 unter Druck gewonnen, indem
der entsprechende Strom 72 stromabwärts der Pumpe 71 abgezweigt wird und in einem
Abscheider 201 in einen gasförmigen Anteil 202 und einen flüssigen Anteil 272 getrennt
wird. Diese Variante ist insbesondere dann von Vorteil, wenn mit der Pumpe 71 relativ
große Menge als innenverdichtetes Produkt (ICGOX) erzeugt wird. Diese wird dann gleichzeitig
als Produktpumpe für das flüssige Sauerstoffprodukt verwendet. Der Abscheider 201
ist relativ hoch in der Coldbox installiert und das Flüssigprodukt 272 strömt mittels
hydrostatischen Drucks aus diesem Abscheider in den Speichertank.
[0092] Figur 9 entspricht weitgehend Figur 8. Der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer 28 ist jedoch
statt im Sumpf des unteren Niederdrucksäulen-Abschnitts 25 am Kopf der zweiten Hochdrucksäule
24 angeordnet, also oberhalb der zweiten Hochdrucksäule. Hierdurch kommt das System
ohne Flüssigstickstoffpumpe aus. Die Rücklaufflüssigkeit 60 strömt allein aufgrund
des Gefälles zum Kopf der zweiten Hochdrucksäule 24.
1. Verfahren zur Tieftemperaturzerlegung von Luft in einem Destilliersäulen-System zur
Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, das eine erste Hochdrucksäule (23) und eine Niederdrucksäule
(25, 26) aufweist sowie drei Kondensator-Verdampfer, nämlich einen Hochdrucksäulen-Kopfkondensator
(27), einen Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer (28) und einen Nebenkondensator (29;
228), wobei bei dem Verfahren
- ein erster Einsatzluftstrom in einem Hauptwärmetauscher (20, 21) abgekühlt wird,
- der abgekühlte erste Einsatzluftstrom (22) unter einem ersten Druck in die erste
Hochdrucksäule (23) eingeführt wird,
- in dem Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27) gasförmiger Kopfstickstoff (44, 45)
aus der ersten Hochdrucksäule (23) kondensiert wird,
- mindestens ein Teil (47) des in dem Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27) kondensierten
Kopfstickstoffs (46) als Rücklaufflüssigkeit auf die erste Hochdrucksäule (23) aufgegeben
wird,
- ein Teil der Sumpfflüssigkeit (166) der Niederdrucksäule (25, 26) in dem Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
(28) in indirektem Wärmeaustausch mit einem kondensierenden Heizfluid (58) verdampft
wird,
- ein nicht verdampfter Teil (67) der Sumpfflüssigkeit (166) der Niederdrucksäule
(25, 26) in dem Nebenkondensator (29; 228) mindestens teilweise verdampft wird und
- mindestens ein Teil der in dem Nebenkondensator (29; 228) verdampften Flüssigkeit
(68) als gasförmiges Sauerstoffprodukt (69) gewonnen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung außerdem eine zweite
Hochdrucksäule (24) aufweist,
- ein zweiter Einsatzluftstrom in dem Hauptwärmetauscher (20, 21) abgekühlt wird,
- der abgekühlte zweite Einsatzluftstrom (35) unter einem zweiten Druck, der höher
ist als der erste Druck, in die zweite Hochdrucksäule (24) eingeleitet wird und
- mindestens ein Teil des Kopfgases (58) der zweiten Hochdrucksäule (24) als Heizfluid
(58) in dem Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer (28) eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein stickstoffangereicherter Strom (51, 52) aus einer Hochdrucksäule (23) des Destilliersäulen-Systems
zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung arbeitsleistend entspannt (53) und der arbeitsleistend
entspannte stickstoffangereicherte Strom (54) in dem Hauptwärmetauscher (20, 21) angewärmt
wird, wobei insbesondere mindestens ein Teil des angewärmten stickstoffangereicherten
Stroms (55) als Regeneriergas (56, 57) in einer Reinigungseinrichtung (18, 30; 118)
für Einsatzluft eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27) als Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
(27) betrieben wird, indem dort eine flüssige Zwischenfraktion (75) aus der Niederdrucksäule
(25, 26) verdampft und mindestens ein Teil der in dem Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer
(27) verdampften Zwischenfraktion als aufsteigendes Gas in die Niederdrucksäule (25,
26) eingeleitet (77, 79) wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Niederdrucksäule durch mindestens zwei Abschnitte gebildet wird, wobei ein erster
Abschnitt (25) und einen zweiter Abschnitt (26) jeweils in einem separaten Behälter,
der Stoffaustauschelemente enthält, angeordnet sind und der zweite Abschnitt (26)
der Niederdrucksäule neben der ersten Hochdrucksäule (23) angeordnet ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt (25) der Niederdrucksäule die Stoffaustauschelemente zwischen
Niederdrucksäulen-Zwischenverdampfer (27) und Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer (28)
enthält und der zweite Abschnitt (26) die Stoffaustauschelemente am Kopf der Niederdrucksäule.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt (25) der Niederdrucksäule neben der ersten Hochdrucksäule (23)
angeordnet ist, insbesondere zwischen erster Hochdrucksäule (23) und zweiten Abschnitt
(26) der Niederdrucksäule.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt (25) der Niederdrucksäule über der ersten Hochdrucksäule (23)
angeordnet ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27) oberhalb des beziehungsweise innerhalb des
ersten Abschnitts (25) der Niederdrucksäule angeordnet ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer (28) unterhalb des beziehungsweise innerhalb
des ersten Abschnitts (25) der Niederdrucksäule angeordnet ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenkondensator (29; 228) unterhalb des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers (28)
angeordnet ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Hochdrucksäule (23, 24) übereinander angeordnet sind und
die erste Hochdrucksäule (23) unterhalb der zweiten Hochdrucksäule (24) angeordnet
ist.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenkondensator (29) zwischen der ersten und der zweiten Hochdrucksäule angeordnet
ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein dritter Einsatzluftstrom in dem Hauptwärmetauscher (20, 21) abgekühlt wird und
der abgekühlte dritte Einsatzluftstrom (36) in dem Nebenkondensator (29) mindestens
teilweise kondensiert wird, wobei insbesondere der dritte Einsatzluftstrom (36) bei
der Einleitung in den Nebenkondensator (29) unter einem dritten Druck steht, der höher
ist als der erste Druck.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Gesamtluftstrom (1) auf einen ersten Gesamtluftdruck verdichtet wird, der höher
als der ersten Druck, aber niedriger als der zweite Druck ist,
- der Gesamtluftstrom (5, 9) unter dem ersten Gesamtluftdruck in einen ersten Luftteilstrom
(10) und einen zweiten Luftteilstrom (11) aufgeteilt wird,
- der erste Luftteilstrom (10, 19) unter etwa dem ersten Gesamtluftdruck in den Hauptwärmetauscher
(20, 21) eingeleitet und dort abgekühlt wird,
- der erste Einsatzluftstrom (22) für die erste Hochdrucksäule (23) durch mindestens
einen Teil des abgekühlten ersten Luftteilstroms gebildet wird,
- der zweite Luftteilstrom (11) auf einen Druck nachverdichtet (12) wird, der höher
als der erste Gesamtluftdruck ist,
- der nachverdichtete zweite Luftteilstrom (14, 17, 33) in den Hauptwärmetauscher
(20, 21) eingeleitet und dort abgekühlt wird und
- der zweite Einsatzluftstrom (35) für die zweite Hochdrucksäule (24) durch mindestens
einen Teil des abgekühlten zweiten Luftteilstroms (34) gebildet wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Einsatzluftstrom (36) für den Nebenkondensator (29) durch mindestens einen
Teil des abgekühlten zweiten Luftteilstroms (34) gebildet wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der dritte Druck gleich dem zweiten Druck ist.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein vierter Einsatzluftstrom (151, 152) arbeitsleistend entspannt (153) und in die
Niederdrucksäule (25, 26) eingeleitet (154) wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Nebenkondensator (29) als Badverdampfer ausgebildet ist.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27) und der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
(28) als Badverdampfer ausgebildet sind.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer (28) am Kopf der zweiten Hochdrucksäule (24)
angeordnet ist.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27) und/oder Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
(28) als Fallfilmverdampfer ausgestaltet sind.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der in dem Nebenkondensator (29) nicht verdampften Flüssigkeit
(70) in einer Pumpe (71) auf einen erhöhten Druck gebracht, unter dem erhöhten Druck
in dem Hauptwärmetauscher (20) angewärmt und schließlich als gasförmiges Sauerstoffprodukt
unter Druck (ICGOX) gewonnen wird.
23. Vorrichtung zur Tieftemperaturzerlegung von Luft in einem Destilliersäulen-System
zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung mit einem Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung,
das eine erste Hochdrucksäule (23) und eine Niederdrucksäule (25, 26) aufweist sowie
drei Kondensator-Verdampfer, nämlich einen Hochdrucksäulen-Kopfkondensator (27), einen
Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer (28) und einen Nebenkondensator (29; 228), und mit
- einem Hauptwärmetauscher (20, 21) zum Abkühlen eines ersten Einsatzluftstroms,
- Mitteln zum Einführen des abgekühlten ersten Einsatzluftstroms (22) unter einem
ersten Druck in die erste Hochdrucksäule (23),
- Mitteln zum Einführen von) gasförmigem Kopfstickstoff (44, 45) aus der ersten Hochdrucksäule
(23) in den Verflüssigungsraum des Hochdrucksäulen-Kopfkondensators (27),
- Mitteln zum Aufgeben mindestens eines Teils (47) des in dem Hochdrucksäulen-Kopfkondensator
(27) kondensierten Kopfstickstoffs (46) als Rücklaufflüssigkeit auf die erste Hochdrucksäule
(23),
- Mitteln zum Einleiten mindestens eines Teils der Sumpfflüssigkeit (66) der Niederdrucksäule
(25, 26) in den Verdampfungsraum des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers (28),
- Mitteln zum Einleiten eines Heizfluid (58) in den Verflüssigungsraum des Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfers
(28),
- Mitteln zum Einleiten eines nicht verdampften Teils (67) der Sumpfflüssigkeit (66)
der Niederdrucksäule (25, 26) in den Verdampfungsraum des Nebenkondensators (29; 228)
und mit
- Mitteln zum Gewinnen mindestens eines Teils der in dem Nebenkondensator (29; 228)
verdampften Flüssigkeit (68) als gasförmiges Sauerstoffprodukt (69),
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung außerdem eine zweite
Hochdrucksäule (24) aufweist, und das die Vorrichtung ferner
- Mittel zum Einleiten eines zweiten Einsatzluftstroms in dem Hauptwärmetauscher (20,
21),
- Mittel zum Einleiten des im Hauptwärmetauscher abgekühlten zweiten Einsatzluftstroms
(35) in die zweite Hochdrucksäule (24), und
- Mittel zum Einleiten mindestens eines Teils des Kopfgases (58) der zweiten Hochdrucksäule
(24) als Heizfluid in den Verflüssigungsraum der Niederdrucksäulen-Sumpfverdampfer
(28) aufweist, wobei
- insbesondere Regelungsmittel vorgesehen sind, die bewirken, dass der zweite Einsatzluftstrom
(35) unter einem zweiten Druck, der höher ist als der erste Druck, in die zweite Hochdrucksäule
(24) eingeleitet wird.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, gekennzeichnet, durch eine Entspannungsmaschine (53) zur arbeitsleistenden Entspannung eines stickstoffangereicherten
Stroms (51, 52) aus einer Hochdrucksäule (23) des Destilliersäulen-Systems zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung
arbeitsleistend entspannt (53) und durch Mittel zum Anwärmen des arbeitsleistend entspannten
stickstoffangereichertes Stroms (54) in dem Hauptwärmetauscher (20, 21), wobei insbesondere
Mittel zum Einleiten mindestens eines Teils des angewärmten stickstoffangereicherten
Stroms (55) als Regeneriergas (56, 57) in eine Reinigungseinrichtung (18, 30; 118)
für Einsatzluft vorgesehen sind.
1. Method for the cryogenic separation of air in a distillation column system for nitrogen/oxygen
separation that comprises a first high-pressure column (23) and a low-pressure column
(25, 26) and also three condenser-evaporators, namely a high-pressure column overhead
condenser (27), a low-pressure column bottoms evaporator (28) and an auxiliary condenser
(29; 228), in which method
- a first feed air stream is cooled in a main heat exchanger (20, 21),
- the cooled first feed air stream (22) is introduced at a first pressure into the
first high-pressure column (23),
- in the high-pressure column overhead condenser (27), gaseous overhead nitrogen (44,
45) from the first high-pressure column (23) is condensed,
- at least one portion (47) of the overhead nitrogen (46) condensed in the high-pressure
column overhead condenser (27) is applied as reflux liquid to the first high-pressure
column (23),
- one portion of the bottoms liquid (166) of the low-pressure column (25, 26) is evaporated
in the low-pressure column bottoms evaporator (28) in indirect heat exchange with
a condensing heating fluid (58),
- an unevaporated portion (67) of the bottoms liquid (166) of the low-pressure column
(25, 26) is at least partly evaporated in the auxiliary condenser (29; 228), and
- at least one portion of the liquid (68) evaporated in the auxiliary condenser (29;
228) is obtained as a gaseous oxygen product (69), characterized in that
- the distillation column system for nitrogen/oxygen separation further comprises
a second high-pressure column (24),
- a second feed air stream is cooled in the main heat exchanger (20, 21),
- the cooled second feed air stream (35) is passed into the second high-pressure column
(24) at a second pressure, which is higher than the first pressure, and
- at least one portion of the overhead gas (58) of the second high-pressure column
(24) is used as heating fluid (58) in the low-pressure column bottoms evaporator (28).
2. Method according to Claim 1, characterized in that a nitrogen-enriched stream (51, 52) from a high-pressure column (23) of the distillation
column system for nitrogen/oxygen separation is work-producingly expanded (53), and
the work-producingly expanded, nitrogen-enriched stream (54) is warmed in the main
heat exchanger (20, 21), and in particular at least one portion of the warmed, nitrogen-enriched
stream (55) is used as regenerating gas (56, 57) in a purification device (18, 30;
118) for feed air.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the high-pressure column overhead condenser (27) is operated as a low-pressure column
intermediate evaporator (27) by evaporating therein a liquid intermediate fraction
(75) from the low-pressure column (25, 26) and passing (77, 79) at least one portion
of the intermediate fraction evaporated in the low-pressure column intermediate evaporator
(27) as ascending gas into the low-pressure column (25, 26).
4. Method according to any one of Claims 1 to 3, characterized in that the low-pressure column is formed by at least by two sections, a first section (25)
and a second section (26) being arranged in each case in a separate container which
comprises mass transfer elements, and the second section (26) of the low-pressure
column being arranged alongside the first high-pressure column (23).
5. Method according to Claims 3 and 4, characterized in that the first section (25) of the low-pressure column comprises the mass transfer elements
between low-pressure column intermediate evaporator (27) and low-pressure column bottoms
evaporator (28), and the second section (26) comprises the mass transfer elements
at the top of the low-pressure column.
6. Method according to Claim 5, characterized in that first section (25) of the low-pressure column is arranged alongside the first high-pressure
column (23), more particularly between the first high-pressure column (23) and second
section (26) of the low-pressure column.
7. Method according to Claim 5, characterized in that the first section (25) of the low-pressure column is arranged over the first high-pressure
column (23) .
8. Method according to any of Claims 4 to 7, characterized in that the high-pressure column overhead condenser (27) is arranged above or within the
first section (25) of the low-pressure column.
9. Method according to any of Claims 4 to 8, characterized in that the low-pressure column bottoms evaporator (28) is arranged below or within the first
section (25) of the low-pressure column.
10. Method according to any of Claims 1 to 9, characterized in that the auxiliary condenser (29; 228) is arranged below the low-pressure column bottoms
evaporator (28).
11. Method according to any of Claims 1 to 10, characterized in that the first and second high-pressure columns (23, 24) are arranged over one another
and the first high-pressure column (23) is arranged below the second high-pressure
column (24) .
12. Method according to Claim 11, characterized in that the auxiliary condenser (29) is arranged between the first and second high-pressure
columns.
13. Method according to any of Claims 1 to 12, characterized in that a third feed air stream is cooled in the main heat exchanger (20, 21), and the cooled
third feed air stream (36) is at least partly condensed in the auxiliary condenser
(29), more particularly the third feed air stream (36), on being passed into the auxiliary
condenser (29), being at a third pressure, which is higher than the first pressure.
14. Method according to any of Claims 1 to 13,
characterized in that
- a total air stream (1) is compressed to a first total air pressure, which is higher
than the first pressure but lower than the second pressure,
- the total air stream (5, 9) at the first total air pressure is divided into a first
air substream (10) and a second air substream (11),
- the first air substream (10, 19) at approximately the first total air pressure is
passed into the main heat exchanger (20, 21) where it is cooled,
- the first feed air stream (22) for the first high-pressure column (23) is formed
by at least one portion of the cooled first air substream,
- the second air substream (11) is boosted (12) to a pressure which is higher than
the first total air pressure,
- the boosted second air substream (14, 17, 33) is passed into the main heat exchanger
(20, 21), where it is cooled, and
- the second feed air stream (35) for the second high-pressure column (24) is formed
by at least one portion of the cooled second air substream (34) .
15. Method according to Claims 13 and 14, characterized in that the third feed air stream (36) for the auxiliary condenser (29) is formed by at least
one portion of the cooled second air substream (34).
16. Method according to any of Claims 1 to 15, characterized in that the third pressure is equal to the second pressure.
17. Method according to any of Claims 1 to 16, characterized in that a fourth feed air stream (151, 152) is work-producingly expanded (153) and passed
(154) into the low-pressure column (25, 26) .
18. Method according to any of Claims 1 to 17, characterized in that the auxiliary condenser (29) is configured as a bath evaporator.
19. Method according to any of Claims 1 to 18, characterized in that the high-pressure column overhead condenser (27) and the low-pressure column bottoms
evaporator (28) are configured as bath evaporators.
20. Method according to any of Claims 1 to 19, characterized in that the low-pressure column bottoms evaporator (28) is arranged at the top of the second
high-pressure column (24).
21. Method according to any of Claims 1 to 20, characterized in that the high-pressure column overhead condenser (27) and/or the low-pressure column bottoms
evaporator (28) are embodied as falling film evaporators.
22. Method according to Claim 11, characterized in that at least one portion of the liquid (70) not evaporated in the auxiliary condenser
(29) is brought to an increased pressure in a pump (71), warmed under the increased
pressure in the main heat exchanger (20), and finally recovered as gaseous oxygen
product under pressure (ICGOX).
23. Apparatus for the cryogenic separation of air in a distillation column system for
nitrogen/oxygen separation, having a distillation column system for nitrogen/oxygen
separation that comprises a first high-pressure column (23) and a low-pressure column
(25, 26) and also three condenser-evaporators, namely a high-pressure column overhead
condenser (27), a low-pressure column bottoms evaporator (28), and an auxiliary condenser
(29; 228), and having
- a main heat exchanger (20, 21) for cooling a first feed air stream,
- means for introducing the cooled first feed air stream (22) at a first pressure
into the first high-pressure column (23),
- means for introducing gaseous overhead nitrogen (44, 45) from the first high-pressure
column (23) into the liquefaction chamber of the high-pressure column overhead condenser
(27),
- means for applying at least one portion (47) of the overhead nitrogen (46) condensed
in the high-pressure column overhead condenser (27) as reflux liquid to the first
high-pressure column (23),
- means for passing at least one portion of the bottoms liquid (66) of the low-pressure
column (25, 26) into the evaporation chamber of the low-pressure column bottoms evaporator
(28),
- means for passing a heating fluid (58) into the liquefaction chamber of the low-pressure
column bottoms evaporator (28),
- means for passing an unevaporated portion (67) of the bottoms liquid (66) of the
low-pressure column (25, 26) into the evaporation chamber of the auxiliary condenser
(29; 228), and having
- means for obtaining at least one portion of the liquid (68) evaporated in the auxiliary
condenser (29; 228) as a gaseous oxygen product (69), characterized in that
- the distillation column system for nitrogen/oxygen separation further comprises
a second high-pressure column (24),
and in that the apparatus further comprises
- means for passing a a second feed air stream in the main heat exchanger (20, 21),
- means for passing the second feed air stream (35) cooled in the main heat exchanger
into the second high-pressure column (24), and
- means for passing at least one portion of the overhead gas (58) of the second high-pressure
column (24) as heating fluid into the liquefaction chamber of the low-pressure column
bottoms evaporator (28),
where
- in particular, regulating means are provided whose effect is that the second feed
air stream (35) is passed at a second pressure, which is higher than the first pressure,
into the second high-pressure column (24).
24. Apparatus according to Claim 23, characterized by an expansion machine (53) for the work-producing expansion of a nitrogen-enriched
stream (51, 52) from a high-pressure column (23) of the distillation column system
for nitrogen/oxygen separation work-producingly expanded (53) and by means for the
warming of the work-producingly expanded, nitrogen-enriched stream (54) in the main
heat exchanger (20, 21), more particularly means being provided for passing at least
one portion of the warmed, nitrogen-enriched stream (55) as regenerating gas (56,
57) into a purifying device (18, 30; 118) for feed air.
1. Procédé de décomposition à basse température d'air dans un système de colonnes de
distillation pour la séparation de l'azote et de l'oxygène, qui présente une colonne
haute pression (23) et une colonne basse pression (25, 26) ainsi que trois condenseurs-évaporateurs,
à savoir un condenseur de tête de colonne haute pression (27), un évaporateur de fond
de colonne basse pression (28) et un condenseur auxiliaire (29; 228), dans lequel
dans le procédé
- on refroidit un premier courant d'air de charge dans un échangeur de chaleur principal
(20, 21),
- on introduit le premier courant d'air de charge refroidi (22) sous une première
pression dans la première colonne haute pression (23),
- on condense de l'azote de tête gazeux (44, 45) provenant de la première colonne
haute pression (23) dans le condenseur de tête de colonne haute pression (27),
- on cède au moins une partie (47) de l'azote de tête (46) condensé dans le condenseur
de tête de colonne haute pression (27) en tant que liquide de retour à la première
colonne haute pression (23),
- on évapore une partie du liquide de fond (166) de la colonne basse pression (25,
26) dans l'évaporateur de fond de colonne basse pression (28) en échange de chaleur
indirect avec un fluide de chauffage qui se condense (58),
- on évapore au moins en partie une partie non évaporée (67) du liquide de fond (166)
de la colonne basse pression (25, 26) dans le condenseur auxiliaire (29; 228), et
- on récupère au moins une partie du liquide (68) évaporé dans le condenseur auxiliaire
(29; 228) en tant que produit d'oxygène gazeux (69),
caractérisé en ce que
- le système de colonnes de distillation pour la séparation de l'azote et de l'oxygène
présente par ailleurs une deuxième colonne haute pression (24),
- on refroidit un deuxième courant d'air de charge (35) dans l'échangeur de chaleur
principal (20, 21),
- on introduit le deuxième courant d'air de charge refroidi (35) dans la deuxième
colonne haute pression (24) sous une deuxième pression, qui est plus élevée que la
première pression, et
- on introduit au moins une partie du gaz de tête (58) de la deuxième colonne haute
pression (24) en tant que fluide de chauffage (58) dans l'évaporateur de fond de colonne
basse pression (28).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on détend (53) un courant enrichi en azote (51, 52) provenant d'une colonne haute
pression (23) du système de colonnes de distillation pour la séparation de l'azote
et de l'oxygène en produisant un travail et on chauffe le courant enrichi en azote
(54) détendu en produisant un travail dans l'échangeur de chaleur principal (20, 21),
dans lequel on introduit en particulier au moins une partie du courant enrichi en
azote chauffé (55) en tant que gaz de régénération (56, 57) dans un dispositif d'épuration
(18, 30; 118) pour l'air de charge.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on utilise le condenseur de tête de colonne haute pression (27) comme évaporateur
intermédiaire de colonne basse pression (27), du fait que l'on y évapore une fraction
intermédiaire liquide (75) provenant de la colonne basse pression (25, 26) et que
l'on introduit (77, 79) au moins une partie de la fraction intermédiaire évaporée
dans l'évaporateur intermédiaire de colonne basse pression (27) en tant que gaz ascendant
dans la colonne basse pression (25, 26).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la colonne basse pression est formée par au moins par deux parties, dans lequel une
première partie (25) et une deuxième partie (26) sont disposées respectivement dans
un réservoir séparé, qui contient des éléments d'échange de matière, et la deuxième
partie (26) de la colonne basse pression est disposée à côté de la première colonne
haute pression (23) .
5. Procédé selon la revendication 3 et 4, caractérisé en ce que la première partie (25) de la colonne basse pression contient les éléments d'échange
de matière entre l'évaporateur intermédiaire de colonne basse pression (27) et l'évaporateur
de fond de colonne basse pression (28) et la deuxième partie (26) contient les éléments
d'échange de matière à la tête de la colonne basse pression.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que première partie (25) de la colonne basse pression est disposée à côté de la première
colonne haute pression (23), en particulier entre la première colonne haute pression
(23) et la deuxième partie (26) de la colonne basse pression.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que la première partie (25) de la colonne basse pression est disposée au-dessus de la
première colonne haute pression (23).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 7, caractérisé en ce que le condenseur de tête de colonne haute pression (27) est disposé au-dessus ou à l'intérieur
de la première partie (25) de la colonne basse pression.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 4 à 8, caractérisé en ce que l'évaporateur de fond de colonne basse pression (28) est disposé en dessous ou à
l'intérieur de la première partie (25) de la colonne basse pression.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le condenseur auxiliaire (29; 228) est disposé en dessous de l'évaporateur de fond
de colonne basse pression (28).
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que la première et la deuxième colonnes haute pression (23, 24) sont disposées l'une
au-dessus de l'autre et la première colonne haute pression (23) est disposée en dessous
de la deuxième colonne haute pression (24).
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que le condenseur auxiliaire (29) est disposé entre la première et la deuxième colonnes
haute pression.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que l'on refroidit un troisième courant d'air de charge dans l'échangeur de chaleur principal
(20, 21) et l'on condense au moins en partie le troisième courant d'air de charge
refroidi (36) dans le condenseur auxiliaire (29), dans lequel en particulier le troisième
courant d'air de charge (36) se trouve, lors de l'introduction dans le condenseur
auxiliaire (29), sous une troisième pression qui est plus élevée que la première pression.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 13,
caractérisé en ce que
- on comprime un courant d'air total (1) à une première pression d'air total, qui
est plus élevée que la première pression, mais moins élevée que la deuxième pression,
- on divise le courant d'air total (5, 9) sous la première pression d'air total en
un premier courant d'air partiel (10) et un deuxième courant d'air partiel (11),
- on introduit le premier courant d'air partiel (10, 19) sous environ la première
pression d'air total dans l'échangeur de chaleur principal (20, 21) et on l'y refroidit,
- on forme le premier courant d'air de charge (22) pour la première colonne haute
pression (23) par au moins une partie du premier courant d'air partiel refroidi,
- on recomprime (12) le deuxième courant d'air partiel (11) à une pression, qui est
plus élevée que la première pression d'air total,
- on introduit le deuxième courant d'air partiel recomprimé (14, 17, 33) dans l'échangeur
de chaleur principal (20, 21) et on l'y refroidit, et
- on forme le deuxième courant d'air de charge (35) pour la deuxième colonne haute
pression (24) par au moins une partie du deuxième courant d'air partiel refroidi (34).
15. Procédé selon la revendication 13 et 14, caractérisé en ce que l'on forme le troisième courant d'air de charge (36) pour le condenseur auxiliaire
(29) par au moins une partie du deuxième courant d'air partiel refroidi (34).
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que la troisième pression est égale à la deuxième pression.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 16, caractérisé en ce que l'on détend (153) un quatrième courant d'air de charge (151, 152) en produisant un
travail et on l'introduit (154) dans la colonne basse pression (25, 26).
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 17, caractérisé en ce que le condenseur auxiliaire (29) est constitué par un évaporateur à bain.
19. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 18, caractérisé en ce que le condenseur de tête de colonne haute pression (27) et l'évaporateur de fond de
colonne basse pression (28) sont constitués par des évaporateurs à bain.
20. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 19, caractérisé en ce que l'évaporateur de fond de colonne basse pression (28) est disposé à la tête de la
deuxième colonne haute pression (24).
21. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 20, caractérisé en ce que le condenseur de tête de colonne haute pression (27) et/ou l'évaporateur de fond
de colonne basse pression (28) sont constitués par des évaporateurs à film tombant.
22. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que l'on porte au moins une partie du liquide (70) non évaporé dans le condenseur auxiliaire
(29) dans une pompe (71) à une pression accrue, on le chauffe sous la pression accrue
dans l'échangeur de chaleur principal (20) et on le récupère finalement sous forme
de produit d'oxygène gazeux sous pression (ICGOX).
23. Dispositif destiné à la décomposition à basse température d'air dans un système de
colonnes de distillation pour la séparation de l'azote et de l'oxygène avec un système
de colonnes de distillation pour la séparation de l'azote et de l'oxygène, qui présente
une colonne haute pression (23) et une colonne basse pression (25, 26) ainsi que trois
condenseurs-évaporateurs, à savoir un condenseur de tête de colonne haute pression
(27), un évaporateur de fond de colonne basse pression (28) et un condenseur auxiliaire
(29; 228), et avec
- un échangeur de chaleur principal (20, 21) pour refroidir un premier courant d'air
de charge,
- des moyens pour introduire le premier courant d'air de charge refroidi (22) sous
une première pression dans la première colonne haute pression (23),
- des moyens pour introduire de l'azote de tête gazeux (44, 45) provenant de la première
colonne haute pression (23) dans la chambre de condensation du condenseur de tête
de colonne haute pression (27),
- des moyens pour céder au moins une partie (47) de l'azote de tête (46) condensé
dans le condenseur de tête de colonne haute pression (27) en tant que liquide de retour
à la première colonne haute pression (23),
- des moyens pour introduire au moins une partie du liquide de fond (66) de la colonne
basse pression (25, 26) dans la chambre d'évaporation de l'évaporateur de fond de
colonne basse pression (28),
- des moyens pour introduire un fluide de chauffage (58) dans la chambre de condensation
de l'évaporateur de fond de colonne basse pression (28),
- des moyens pour introduire une partie non évaporée (67) du liquide de fond (66)
de la colonne basse pression (25, 26) dans la chambre d'évaporation du condenseur
auxiliaire (29; 228), et
avec
- des moyens pour récupérer au moins une partie du liquide (68) évaporé dans le condenseur
auxiliaire (29; 228) en tant que produit d'oxygène gazeux (69), caractérisé en ce que
- le système de colonnes de distillation pour la séparation de l'azote et de l'oxygène
présente par ailleurs une deuxième colonne haute pression (24),
et en ce que le dispositif présente en outre
- des moyens pour introduire un un deuxième courant d'air de charge dans l'échangeur
de chaleur principal (20, 21),
- des moyens pour introduire le deuxième courant d'air de charge (35) refroidi dans
l'échangeur principal dans la deuxième colonne haute pression (24), et
- des moyens pour introduire au moins une partie du gaz de tête (58) de la deuxième
colonne haute pression (24) en tant que fluide de chauffage dans la chambre de condensation
de l'évaporateur de fond de colonne basse pression (28),
dans lequel
- il est prévu en particulier des moyens de régulation, qui font en sorte que le deuxième
courant d'air de charge (35) soit introduit dans la deuxième colonne haute pression
(24) sous une deuxième pression, qui est plus élevée que la première pression.
24. Dispositif selon la revendication 23, caractérisé par une machine de détente (53) pour la détente avec production de travail d'un courant
enrichi en azote (51, 52) provenant d'une colonne haute pression (23) du système de
colonnes de distillation pour la séparation de l'azote et de l'oxygène détendu (53)
en produisant un travail et par des moyens pour chauffer le courant enrichi en azote
(54) détendu en produisant un travail dans l'échangeur de chaleur principal (20, 21),
dans lequel il est prévu en particulier des moyens pour introduire au moins une partie
du courant enrichi en azote chauffé (55) en tant que gaz de régénération (56, 57)
dans un dispositif d'épuration (18, 3a0; 118) pour l'air de charge.