[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zum Erzeugen eines Stahlflachprodukts mit einem
amorphen, teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge, wobei das feinkristalline Gefüge
Korngrößen im Bereich von 10 - 10000 nm aufweist, sowie ein Stahlflachprodukt mit
einem amorphen, teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge dieser Art.
[0002] Gemäß einer ersten Verfahrensvariante wird dabei eine Stahlschmelze in einer Gießeinrichtung
zu einem gegossenen Band vergossen und beschleunigt abgekühlt.
[0003] Gemäß einer anderen Verfahrensvariante wird zum Erzeugen eines Stahlflachprodukts
mit einem amorphen, teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge, eine neben Eisen und
herstellungsbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen mindestens zwei weitere Elemente
aus der Gruppe "Si, B, C und P" enthaltende Stahlschmelze in einer Gießeinrichtung,
deren Gießbereich an mindestens einer seiner Längsseiten durch eine sich während des
Gießbetriebs in Gießrichtung bewegende und gekühlte Wand gebildet ist, zu einem gegossenen
Band vergossen. Als "Gießbereich" wird dabei der Bereich der Gießeinrichtung bezeichnet,
in dem das gegossene Band geformt wird.
[0004] Aus der
WO 2008/049069 A2 ist es bekannt, dass sich Stahlflachprodukte der voranstehend genannten Art durch
Bandgussverfahren erzeugen lassen. Beim Bandgießen wird die Stahlschmelze mit einer
Gießeinrichtung vergossen, bei der der Gießbereich bzw. Erstarrungsbereich, in dem
das gegossene Band geformt wird, an mindestens einer seiner Längsseiten durch eine
während des Gießvorgangs kontinuierlich fortbewegte Wand begrenzt ist.
[0005] Ein Beispiel für ein solches endabmessungsnahes, kontinuierliches Gießverfahren bzw.
eine Gießeinrichtung zur Erzeugung eines Stahlflachprodukts ist die so genannte "Zwei-Rollen-Gießeinrichtung",
in der Fachsprache auch als "Twin-Roller-Gießmaschine" bezeichnet. Bei einer Zwei-Rollen-Gießvorrichtung
rotieren im Gießbetrieb zwei achsparallel zueinander ausgerichtete Gießwalzen bzw.
Gießrollen gegenläufig und begrenzen im Bereich ihres engsten Abstands einen den Gießbereich
definierenden Gießspalt. Die Gießrollen sind dabei stark gekühlt, so dass die auf
sie treffende Schmelze zu jeweils einer Schale erstarrt. Die Drehrichtung der Gießrollen
ist dabei so gewählt, dass die Schmelze und mit ihr die aus ihr auf den Gießrollen
gebildeten Schalen in den Gießspalt transportiert werden. Die in den Gießspalt gelangenden
Schalen werden unter Wirkung einer ausreichenden Bandformungskraft zu dem gegossenen
Band zusammengedrückt.
[0006] Eine andere Gießeinrichtung zum Bandgießen basiert auf dem Prinzip der "Belt-Casting"-
Technologie. Bei einer für das Belt-Casting-Verfahren bestimmten Gießeinrichtung wird
flüssiger Stahl über ein Zuführsystem auf ein umlaufendes Gießband gegossen. Die Laufrichtung
des Bands ist dabei so gewählt, dass die Schmelze vom Zuführsystem weggefördert wird.
Oberhalb des unteren ersten Gießbands kann ein zweites Gießband angeordnet sein, das
gegenläufig zum ersten Gießband umläuft.
[0007] Unabhängig davon, ob ein oder zwei Gießbänder vorgesehen sind, begrenzt auch bei
den voranstehend genannten Verfahren mindestens ein Gießband die Kokille, durch die
das gegossene Band gebildet wird. Das jeweilige Gießband wird dabei intensiv gekühlt,
so dass die mit dem betreffenden Gießband in Kontakt kommende Schmelze am vom Zufuhrsystem
abgewandten Umkehrpunkt des Gießbands zu einem Band verfestigt ist, das von dem Gießband
abgenommen werden kann.
[0008] Das aus der jeweiligen Gießeinrichtung austretende gegossene Band wird abgezogen,
abgekühlt und der Weiterverarbeitung zugeleitet. Diese Weiterverarbeitung kann eine
Wärmebehandlung und ein Warmwalzen umfassen. Der besondere Vorteil des Bandgießens
besteht hier darin, dass die auf das Bandgießen folgenden Arbeitsschritte in einer
kontinuierlichen, unterbrechungsfreien Abfolge absolviert werden können.
[0009] In der oben bereits erwähnten
WO 2008/049069 A2 ist erwähnt, dass Stähle, die zur Herstellung von Stahlbändern mit einem amorphen,
teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge geeignet sind, Legierungen auf Basis von
Eisen und einem oder mehreren Elementen aus der Gruppe "B, C, Si, P, Ga" sein können,
wobei neben diesen Elementen zusätzlich Gehalte an Cr, Mo, W, Ta, V, Nb, Mn, Cu, Al,
Co und Seltene Erden vorhanden sein können. Aus derart zusammengesetzten Legierungen
sollen sich durch Bandgießen gegossene Bänder erzeugen lassen, die ein feinkörniges,
nanokristallines oder nahezu nanokristallines Gefüge aufweisen, bei dem mehr als 90
% der Körner 5 Å - 1 µm groß sind, wobei der Schmelzpunkt des Stahls, aus dem die
gegossenen Bänder bestehen, im Bereich von 800 - 1500 °C liegt, die kritische Abkühlgeschwindigkeit
des Stahls weniger als 10
5 K/s beträgt und die gegossenen Bänder α-Fe- und / oder γ-Fe-Phasen enthalten.
[0010] Die in der
WO 2008/049069 A2 wiedergegebenen Überlegungen beschränken sich auf eine Erörterung der für die Erzeugung
von gegossenem Band mit einem amorphen, teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge
zweckmäßigen Arbeitsschritte.
[0011] Neben dem voranstehend erläuterten Stand der Technik ist aus der
US 6,416,879 B1 ein Fe-basiertes amorphes Dünnband mit einer Dicke von 10 - 100 µm bekannt, das in
Atom-% 78 - 90 % Fe, 2 - 4,5 % Si, 5 - 16 % B, 0,02 - 4 % C und 0,2 - 12 % P enthält
und optimierte magnetische Eigenschaften besitzen soll. Zur Herstellung des Dünnbands
wird eine entsprechend zusammengesetzte Schmelze unter Laborbedingungen auf eine schnell
rotierende Kühlwalze gegossen, erstarrt dort und wird dann von der Walze abgezogen.
Auf diese Weise werden Gießgeschwindigkeiten erreicht, die im Bereich von ca. 25 m/s
liegen. Weiter wird erwähnt, dass die Herstellung eines solchen Dünnbands auch in
einer Zwei-Walzen-Gießmaschine gelingen soll. Jedoch fehlen hierzu weitere Erläuterungen.
Auch geht aus diesem Stand der Technik nicht hervor, wie die bekannte Vorgehensweise
in der großtechnischen Praxis, in der größere Blechdicken und andere Eigenschaften
des erhaltenen Bands gewünscht werden, umgesetzt werden könnte.
[0012] Ein dem voranstehend beschriebenen Stand der Technik ähnlicher Stand der Technik
ist aus der
US 4,219,355 A bekannt. Dort besteht ebenfalls die Zielrichtung, ein dünnes, folienartiges Band
mit einer Dicke von 30 - 100 µm herzustellen, das optimierte magnetische Eigenschaften
besitzt. Zu diesem Zweck wird auch in diesem Fall eine geeignet zusammengesetzte Schmelze
auf eine rotierende Walze gegossen, auf der es mit einer Geschwindigkeit von 10
5 - 10
6 °C/s abgekühlt wird, um ein amorphes Gefüge zu erzeugen. Dabei bleibt ebenso offen,
wie dies in der Praxis großtechnisch umgesetzt werden soll, wenn Flachprodukte größerer
Dicke und mit einem anderen Anforderungsprofil erzeugt werden sollen.
[0013] Aus der
DE 10 2009 048 165 A1 ist schließlich ein Verfahren zum Bandgießen eines Stahls mit einem Chromgehalt von
mehr als 15 Gew.-% bekannt, bei dem eine Stahlschmelze in einer horizontalen Bandgießanlage
vergossen wird, die einen Schmelzofen, eine Gießpfanne und ein Transportband zur Aufnahme
und zum Abkühlen eines aus der Gießpfanne herausfließenden flüssigen Stahlbands umfasst.
Die Dicke der so hergestellten Stahlbänder beträgt 8 - 25 mm. Welche Abkühlgeschwindigkeiten
bei einer solchen Anlage erzielt werden können und ob sie geeignet wären, beispielsweise
eines der voranstehend erläuterten Stahlflachprodukte herzustellen, bleibt dabei offen.
[0014] Vor dem Hintergrund des voranstehend erläuterten Standes der Technik bestand daher
die Aufgabe der Erfindung darin, praxisgerechte Verfahren zur Herstellung von Stahlflachprodukten
anzugeben, die ein amorphes, teilamorphes oder feinkörniges Gefüge besitzen.
[0015] Darüber hinaus sollte ein Stahlflachprodukt angegeben werden, das sich auf praxisgerechte
Weise kostengünstig herstellen lässt. Als Stahlflachprodukt wird dabei ein gegossenes
oder gewalztes Stahlband oder -blech sowie daraus gewonnene Platinen, Zuschnitte oder
desgleichen verstanden.
[0016] Ein gemäß der Erfindung erstes diese Aufgabe lösendes Verfahren ist in Anspruch 1
angegeben.
[0017] In Bezug auf das Stahlflachprodukt besteht die erfindungsgemäße Lösung der voranstehend
angegebenen Aufgabe darin, dass ein solches Stahlflachprodukt die in Anspruch 14 genannten
Merkmale besitzt.
[0018] Den verschiedenen hier genannten Verkörperungen der Erfindung liegt der gemeinsame
Gedanke zu Grunde, dass sich durch endabmessungsnahe Gießverfahren Stahlflachprodukte
erzeugen lassen, die aus amorph, teilamorph oder nanokristallin bzw. feinkristallin
erstarrenden Stählen bestehen. Dabei sind die erfindungsgemäß jeweils verarbeiteten
Stähle so zusammengesetzt, dass sich der gewünschte Gefügezustand sicher einstellt.
Wenn hier im Zusammenhang mit Stahllegierungen "%"-Angaben gemacht werden, sind diese
immer als "Gew.-%" zu verstehen, sofern nichts anderes ausdrücklich angegeben ist.
[0019] Gleichzeitig nennt die Erfindung Betriebsbedingungen, mit denen sich mit für die
Praxis hinreichender Reproduzierbarkeit aus einem Stahl, der neben Eisen und unvermeidbaren
Verunreinigungen mindestens zwei weitere Elemente aus der Gruppe "Si,B,Cu,P" enthält,
gegossene Bänder mit amorpher, teilamorpher oder feinkristalliner Struktur erzeugen
lassen.
[0020] Das erfindungsgemäße erste Verfahren zum Erzeugen eines Stahlbands mit einem amorphen,
teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge sieht vor, dass die Stahlschmelze neben
Eisen und herstellungsbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen mindestens zwei weitere
Elemente aus der Gruppe "Si, B, C, P" enthält. Dabei liegen gemäß der ersten Erfindungsvariante
die Gehalte der jeweils mindestens vorhandenen beiden Elemente aus der Gruppe "Si,
B, C, P" jeweils in folgenden Bereichen (in Gew.-%):
Si: 1,2 - 7,0 %,
B: 0,4 - 4,0 %,
C: 0,5 - 4,0 %,
P: 1,5 - 8,0 %
[0021] Grundsätzlich werden erfindungsgemäß solche Legierungen bevorzugt, bei denen neben
den jeweils herstellungsbedingt unvermeidbaren, jedoch hinsichtlich der Eigenschaften
der erfindungsgemäß erzeugten Stahlflachprodukte unwirksamen Bestandteilen neben Eisen
nur zwei weitere Elemente der Gruppe "Si, B, C, P" in den erfindungsgemäß vorgegebenen
Gehalten vorhanden sind. Bei solchen Legierungen sind dann im Stahl neben Fe und unvermeidbaren
Verunreinigungen jeweils nur die Legierungselementepaare Si und B, Si und C, Si und
P, B und C, B und P oder C und P anwesend. Derart zusammengesetzte Stahllegierungen
sind insbesondere für eine amorphe oder teilamorphe Erstarrung geeignet. Erforderlichenfalls
können dabei innerhalb der erfindungsgemäßen Vorgaben die genannten Legierungspaare
um jeweils ein oder zwei andere Legierungselemente der Gruppe "Si, B, C, P" ergänzt
werden. Dabei ist es genauso möglich, dass die Legierungselemente der Gruppe "Si,
B, C, P", die jeweils nicht innerhalb der erfindungsgemäßen Vorgaben liegen, zwar
in messbaren Gehalten vorhanden sind, bei denen sie zwar eine Wirkung haben mögen,
bei denen sie jedoch allenfalls untergeordnet zur Ausbildung des erfindungsgemäß angestrebten
Gefüges beitragen. D.h., erfindungsgemäß müssen in einem für die Erzeugung von erfindungsgemäßem
Stahlflachprodukt jeweils zwei Elemente aus der Gruppe "Si, B, C, P" in den erfindungsgemäß
vorgegebenen Gehalten vorhanden sein, was nicht ausschließt, dass die jeweils anderen
Elemente der Gruppe "Si, B, C, P" in Gehalten vorhanden sind, die außerhalb der erfindungsgemäßen
Vorgaben liegen. Eine Anwesenheit eines jeweils außerhalb der erfindungsgemäßen Vorgaben
enthaltenen Legierungselements der Gruppe "Si, B, C, P" ist insbesondere dann möglich,
wenn sein Gehalt unterhalb der erfindungsgemäß für den Gehalt an dem betreffenden
Element vorgeschriebenen Untergrenze liegt.
[0022] Die breiteste Zusammensetzung eines erfindungsgemäßen Stahls umfasst als Pflichtbestandteile
somit wenigstens zwei der Elemente Bor, Silizium, Kohlenstoff und Phosphor sowie als
Rest Eisen und unvermeidliche Verunreinigungen. Diese Elemente erweisen sich als besonders
vorteilhaft, weil sie zu relativ geringen Kosten beschafft werden können. Mit den
in den Ansprüchen genannten Gehalten an diesen Elementen ermöglicht das erfindungsgemäße
Herstellungsverfahren eine reproduzierbare Herstellung eines Stahlprodukts mit einem
amorphen, teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge. Ein erfindungsgemäß erzeugtes
Stahlflachprodukt weist ein feinkristallines Gefüge mit Korngrößen im Bereich von
10 - 10000 nm auf, wobei sich in der Praxis regelmäßig Stahlflachprodukte erzeugen
lassen, deren Korngrößen auf maximale 1000 nm beschränkt sind.
[0023] C in Gehalten von bis zu 4,0 Gew.-% fördert in erfindungsgemäß erzeugten Stahlflachprodukten
die Amorphisierung des Werkstoffs. Um diesen Effekt sicher zu erreichen, kann der
C-Gehalt auf mindestens 1,0 Gew.-%, insbesondere 1,5 Gew.-%, gesetzt werden.
[0024] Für die Praxis zweckmäßige Einstellungen der Gehalte an Si, B, C und P ergeben sich
dann, wenn für den Si-Gehalt %Si gilt 2,0 Gew.-% ≤ %Si ≤ 6,0 Gew.-%, insbesondere
3,0 Gew.-% ≤ %Si 5,5 Gew.-%, wenn für den B-Gehalt %B gilt 1,0 Gew.-% ≤ %B ≤ 3,0 Gew.-%,
insbesondere 1,5 Gew.-% ≤ %B ≤ 3,0 Gew.-%, wenn für den C-Gehalt %C gilt 1,5 Gew.-%
≤ %C ≤ 3,0 Gew.-% oder wenn für den P-Gehalt %P gilt 2,0 Gew.-% ≤ %P ≤ 6,0 Gew. %.
Dabei kann es günstig sein, jeweils eines oder mehrere der Elemente Si, B, C und P
in den angegebenen enger eingegrenzten Gehalten zuzugeben, während die anderen Elemente
der Gruppe "Si, B, C, P" innerhalb der erfindungsgemäß erlaubten maximalen Vorgaben
zugegeben werden. Genauso kann es zweckmäßig sein, jedes der jeweils in erfindungsgemäßen
Gehalten vorhandenen Elemente in den hier angegebenen engeren Grenzen zuzugeben.
[0025] Auch wenn es erfindungsgemäß als vorteilhaft angesehen wird, die Gruppe der Legierungselemente
eines erfindungsgemäßen Stahls neben Fe und unvermeidbaren Verunreinigungen auf Si,
B, C und P zu beschränken, kann es unter bestimmten Umständen für die Einstellung
bestimmter Eigenschaften der erhaltenen Stahlflachprodukte zweckmäßig sein, dem Stahl
optional eines oder mehrere der Elemente aus der Gruppe "Cu, Cr, Al, N, Nb, Mn, Ti,
V" zuzugeben. Die hierzu erfindungsgemäß jeweils in Frage kommenden Gehaltsbereiche
lauten (in Gew.-%):
Cu: bis zu 5,0 %, insbesondere bis zu 2,0 %,
Cr: bis zu 10,0 %, insbesondere bis zu 5,0 %,
Al: bis zu 10,0 %, insbesondere bis zu 5,0 %,
N: bis zu 0,5 %, insbesondere bis zu 0,2 %,
Nb: bis zu 2,0 %,
Mn: bis zu 3,0 %,
Ti: bis zu 2,0 %,
V: bis zu 2,0 %.
[0026] Durch die Zugabe von Cu kann die Duktilität des Werkstoffs erhöht werden, wohingegen
die Wirkung von Cr hauptsächlich in einer Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit
liegt. Auch die Zugabe von Al steigert die Korrosionsbeständigkeit, wirkt aber auch
unterstützend auf die Bildung eines amorphen Gefüges. N kann als möglicher Substituent
für C angesehen werden. So unterstützt die Anwesenheit von N genauso wie höhere C-Gehalte
die verstärkte Bildung eines amorphen Gefüges.
[0027] Um die positiven Einflüsse der optional zugegebenen Legierungselemente Cu, Cr, Al
und N nutzen zu können, kann die Stahlschmelze jeweils optional (in Gew.-%) mindestens
0,1 % Cu, mindestens 0,5 % Cr, mindestens 1,0 % Al und mindestens 0,005 % N enthalten.
[0028] Die erfindungsgemäße Stahllegierung kann mit in der Stahlindustrie gängigen und vergleichsweise
kostengünstigen Legierungselementen als Pflichtbestandteile hergestellt werden.
[0029] Aufgrund der hohen Gehalte an "leichten" Elementen sind aufgrund reduzierter Dichte
sowie der hohen Festigkeit erhebliche Leichtbauvorteile gegenüber konventionellen
Stählen denkbar.
[0030] Entsprechend den voranstehenden Erläuterungen lässt sich erfindungsgemäß ein Stahlband
mit einem amorphen, teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge aus einer Stahlschmelze,
in der neben Fe und unvermeidbaren Verunreinigungen mindestens zwei der Elemente Si,
B, C oder P enthalten sind, durch ein Gießverfahren erzeugen, bei dem eine erfindungsgemäß
zusammengesetzte Stahlschmelze in einer Gießeinrichtung zu einem gegossenen Band vergossen
wird, deren Gießbereich, in dem das gegossene Band geformt wird an mindestens einer
seiner Längsseiten durch eine sich während des Gießbetriebs bewegende und gekühlte
Wand gebildet ist. Die den Gießbereich begrenzende, sich im Gießbetrieb bewegende
Wand kann insbesondere durch zwei gegenläufig rotierende Gießrollen oder ein sich
während des Gießbetriebs in Gießrichtung bewegendes Band gebildet sein. Erfindungsgemäß
wird dabei die Stahlschmelze über den Kontakt mit der sich bewegenden Wand mit mindestens
200 K/s abgekühlt.
[0031] Dabei gelten die oben bereits gegebenen Erläuterungen zur Zusammensetzung des erfindungsgemäßen
Stahls für das hier vorgestellte erfindungsgemäße Verfahren genauso wie für ein erfindungsgemäßes
Stahlflachprodukt.
[0032] Die Ausbildung des angestrebten Gefüges des Stahlflachprodukts kann dadurch gesichert
werden, dass das schnelle Abkühlen in der Praxis bis unterhalb der Glasübergangstemperatur
T
G des jeweiligen Stahls durchgeführt werden. Auf diese Weise wird zunächst ein amorphes
oder teilamorphes Gefüge gebildet. Auf der Grundlage dieses Gefüges kann dann mittels
einer nachfolgenden Wärmebehandlung oberhalb der Kristallisationstemperatur T
x durch die sich dadurch einstellende Kristallkeimbildung und Auskristallisation ein
feinkristallines Gefüge erzeugt werden. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass
die Feinkörnigkeit sehr präzise einstellbar ist, wobei sich aufgrund der Vielzahl
sich bildender Kristallisationskeime eine sehr homogene Korngrößenverteilung mit sehr
geringer Schwankungsbreite einstellt.
[0033] Um sicherzustellen, dass das gegossene Band auch nach dem Austritt aus dem jeweiligen
Gießbereich in einer für die Ausbildung eines amorphen oder teilamorphen Gefüges ausreichenden
Geschwindigkeit bis zur hierfür kritischen Glasbildungstemperatur des jeweils verarbeiteten
Stahls abgekühlt wird, kann die im Gießbereich einsetzende schnelle Abkühlung des
gegossenen Bands nach Austritt aus dem Gießbereich fortgesetzt werden. Die fortgesetzte
Abkühlung setzt dabei vorteilhafter Weise im unmittelbaren Anschluss an den Austritt
aus dem Gießbereich ein, so dass eine weitestgehend kontinuierliche beschleunigte
Temperaturabnahme im gegossenen Band gewährleistet ist, bis der jeweils angestrebte
Gefügezustand erreicht ist.
[0034] Hierzu kann eine zusätzliche Kühleinrichtung vorgesehen sein, die unmittelbar an
den Gießbereich der zum Gießen des gegossenen Bands eingesetzten Gießeinrichtung angeschlossen
ist. Mit einer solchen Kühleinrichtung kann die Stahlschmelze mit der erfindungsgemäß
vorgegebenen Abkühlrate sicher bis unter die Glasübergangstemperatur T
G abgekühlt werden, um ein amorphes oder teilamorphes Gefüge im gegossenen Stahlflachprodukt
zu erzeugen. Dabei gewährleistet die zusätzliche Kühleinrichtung sicher, dass in Fällen,
in denen es im Gießbereich der Gießeinrichtung selber durch den Kontakt mit der sich
bewegenden und gekühlten Wand des Gießbereichs nur zu einer unzureichenden Wärmeabfuhr
gekommen ist, die Abkühlung des Bands im Anschluss an den Gießbereich so schnell fortgesetzt
wird, dass der erfindungsgemäß zu erzeugende Gefügezustand sicher erreicht wird.
[0035] Ein weiterer Vorteil der zusätzlichen, im Anschluss an die Gießeinrichtung erfolgenden
Kühlung besteht darin, dass sich mit einer solchen Kühlung eine speziell angepasste
Abkühlkurve kontrolliert variieren lässt. Dies kann zweckmäßig sein, wenn gezielt
gegossene Bänder mit einem teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge als Ergebnis
des Gieß- und Abkühlprozesses erhalten werden sollen. So kann die Abkühlung so vorgenommen
werden, dass die Glasübergangstemperatur T
G zwar beschleunigt, jedoch nicht in einer für die Ausprägung eines vollständig amorphen
Gefüges ausreichenden Geschwindigkeit abgekühlt wird.
[0036] Alternativ kann das gegossene Band zwar entsprechend den erfindungsgemäßen Vorgaben
beschleunigt abgekühlt werden, diese Abkühlung jedoch vor Erreichen der Glasübergangstemperatur
T
G des jeweils verarbeiteten Stahls abgebrochen werden. Dieser Weg stellt eine erste
Möglichkeit dar, ein vorbestimmtes, feinkristallines Gefüge im erhaltenen Stahlflachprodukt
zu erzeugen. Das feinkristalline Gefüge wird hier unmittelbar aus der Schmelze gebildet,
indem eine über die zusätzliche Kühlung gesteuerte Kristallisation zugelassen wird.
[0037] Ein anderer Weg, ein erfindungsgemäßes Stahlflachprodukt mit feinkristallinem Gefüge
zu erzeugen, besteht darin, zunächst ein Band mit amorphem oder teilamorphem Gefüge
herzustellen, das erst danach durch einen Glühprozess und eine dadurch bewirkte Auskristallisation
in einen feinkristallinen Zustand überführt wird. Die Besonderheit dieser Vorgehensweise
liegt darin, dass die Kristallisation an einer Vielzahl von Kristallkeimen erfolgt
und daher die sich bildenden Kristallkörner sehr gleichmäßig im Werkstoff verteilt
sind.
[0038] Die für die Ausprägung des feinkristallinen Gefüges wichtige Kristallisationstemperatur
T
x liegt im Durchschnitt etwa 30 - 50 K oberhalb der Glasübergangstemperatur T
G des jeweils verarbeiteten Stahls. Für die Herstellung eines erfindungsgemäßen Stahlflachprodukts
mit amorphem oder teilamorphem Gefüge ist es daher erforderlich, beim Abkühlen der
Schmelze die Temperatur T
G möglichst schnell mit einer Abkühlgeschwindigkeit v > v
krit zu unterschreiten, wobei v
krit erfindungsgemäß 200 K/s ist. Auf diese Weise wird der amorphe Zustand des Stahls
"eingefroren", wohingegen beim Aufheizen auf eine oberhalb der Temperatur T
x liegende Wärmebehandlungstemperatur die Kristallisation des Stahls einsetzt.
[0039] Die erfindungsgemäß erforderlichenfalls vorgesehene zusätzliche Kühlvorrichtung kann
so ausgebildet sein, dass ein Kühlmedium direkt auf das gegossene Band gegeben wird.
Bei diesem Kühlmedium kann es sich um Wasser, flüssigen Stickstoff oder eine andere
entsprechend wirksame Kühlflüssigkeit handeln. Alternativ oder ergänzend können auch
Kühlgase, wie gasförmiger Stickstoff, Wasserstoff, ein Gasgemisch oder Wassernebel,
aufgebracht werden. Hierzu geeignete Kühlvorrichtungen sind aus dem Stand der Technik
bekannt (
KR2008/0057755A).
[0040] Die zur Erreichung eines amorphen Gefüges kritische Abkühlgeschwindigkeit hängt unter
anderem von der jeweils eingestellten Zusammensetzung der Stahlschmelze ab. So kann
es zweckmäßig sein, die Abkühlgeschwindigkeiten von mehr als 250 K/s, mehr als 450
K/s oder sogar mehr als 800 K/s vorzusehen.
[0041] Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens lässt sich somit gezielt ein in der erfindungsgemäßen
Weise legiertes Band mit amorphem oder teilamorphem Gefüge erzeugen.
[0042] Ein besonderer Aspekt von feinkristallinen Stählen der erfindungsgemäß erzeugten
Art ist ihre Fähigkeit zur strukturellen Superplastizität. Demzufolge können auf Basis
von erfindungsgemäßen Stahlflachprodukten komplexeste Bauteilgeometrien durch Korngrenzgleitvorgänge
bei angehobenen Temperaturen (thermische Aktivierung) dargestellt werden.
[0043] Wie oben bereits erwähnt, sieht eine besonders prozesssichere Möglichkeit der Erzeugung
eines Stahlflachprodukts mit feinkristallinem Gefüge vor, dass das aus dem Gießspalt
der Gießeinrichtung austretende und optional im Anschluss daran zusätzlich abgekühlte
gegossene Band ein amorphes oder teilamorphes Gefüge aufweist und dass das gegossene
und derart beschaffene Band anschließend bei einer mindestens der Kristallisationstemperatur
Tx des jeweiligen Stahls entsprechenden Glühtemperatur T
Glüh geglüht wird, bis der gewünschte Gefügezustand erreicht ist. Bei innerhalb der erfindungsgemäßen
Vorgaben liegenden Stahlzusammensetzungen betragen die hierzu geeigneten Glühtemperaturen
T
Glüh 500 - 1000 °C. Um ein rein feinkristallines Gefüge zu erreichen, sind dabei, abhängig
von der jeweils konkret gewählten Zusammensetzung typischerweise Glühzeiten von 2
s - 2 h ausreichend.
[0044] Die Bandgeschwindigkeiten, mit denen das gegossene Band aus dem Gießspalt austritt,
liegen in der Praxis typischerweise im Bereich von 0,3 - 1,7 m/s.
[0045] Die Banddicken, mit denen das erfindungsgemäß gegossene und abgekühlte Band den Gießspalt
verlässt, liegen typischerweise im Bereich von 0,8 - 4,5 mm, insbesondere 0,8 - 3,0
mm.
[0046] Nach dem Gießen des Bandes und dem optional zusätzlich im Anschluss daran durchgeführten
Kühlen kann das gegossene Band einem Warmwalzen unterzogen werden, bei dem die Warmwalzanfangstemperatur
500 - 1000 °C betragen sollte. Durch die inline auf den Gieß- und Abkühlvorgang folgenden
Warmwalzschritte kann einerseits die gewünschte Enddicke des Bands und andererseits
die Oberflächenbeschaffenheit eingestellt sowie die Mikrostruktur optimiert werden,
indem beispielsweise im gegossenen Zustand noch vorhandene Kavitäten geschlossen werden.
Um einen amorphen oder teilamorphen Zustand des gegossenen Bands beizubehalten, kann
das Warmwalzen zudem bei einer im Bereich zwischen der Glasübergangstemperatur T
G und der Kristallisationstemperatur T
x liegenden Warmwalzanfangstemperatur zu dem Warmband warmgewalzt werden.
[0047] Als Gießeinrichtung für die Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren eignet sich
beispielsweise eine Zwei-Rollen-Gießeinrichtung, deren gegeneinander um achsparallel
zueinander ausgerichtete Achsen rotierende Rollen jeweils eine sich im Gießbetrieb
in Gießrichtung kontinuierlich fortbewegende gekühlte Längswand des Gießbereichs bilden,
in dem das Band geformt wird.
[0048] Die erfindungsgemäßen Verfahren erfordern nur geringe Veränderungen an bestehenden
Verfahren bzw. Einrichtungen zur kontinuierlichen Herstellung von endabmessungsnahen
Flachstahlprodukten.
[0049] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt schematisch eine Vorrichtung zum
Erzeugen von gegossenem Band in seitlicher Ansicht.
[0050] Die Anlage 1 zum Erzeugen eines gegossenen Bands B umfasst eine Gießeinrichtung 2,
die als konventionelle Zwei-Rollen-Gießeinrichtung aufgebaut ist und dementsprechend
zwei gegeneinander um achsparallel zueinander und auf gleicher Höhe ausgerichtete
Achsen X1,X2 rotierende Rollen 3,4 umfasst. Die Rollen 3,4 sind mit einem die Dicke
D des zu produzierenden gegossenen Bands B festlegenden Abstand angeordnet und begrenzen
so an dessen Längsseiten einen als Gießspalt ausgebildeten Gießbereich 5, in dem das
gegossene Band B geformt wird. An seinen Schmalseiten ist der Gießbereich 5 in ebenso
bekannter Weise durch hier nicht sichtbare Seitenplatten abgedichtet, die gegen die
Stirnseiten der Rollen 3,4 gedrückt werden.
[0051] Während des Gießbetriebs rotieren die intensiv gekühlten Rollen 3,4 und bilden auf
diese Weise Längswände einer durch die Rollen 3,4 und die Seitenplatten gebildeten
Gießkokille, die sich im Gießbetrieb kontinuierlich fortbewegen. Die Drehrichtung
der Rollen 3,4 ist dabei in Schwerkraftrichtung R in den Gießbereich 5 hinein gerichtet,
so dass in Folge der Rotation Schmelze S aus einem im Raum oberhalb des Gießbereichs
5 zwischen den Rollen 3,4 anstehenden Schmelzenpool in den Gießbereich 5 gefördert
wird. Dabei erstarrt die Schmelze S, wenn sie die Umfangsfläche der Rollen 3,4 berührt,
aufgrund der dort stattfindenden intensiven Wärmeabfuhr zu jeweils einer Schale. Die
auf den Rollen 3,4 haftenden Schalen werden durch die Rotation der Rollen 3,4 in den
Gießbereich 5 gefördert und dort unter Wirkung einer Bandformungskraft K zu dem gegossenen
Band B zusammengepresst. Die im Gießbereich 5 wirksame Kühlleistung und die Bandformungskraft
K sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass das kontinuierlich aus dem Gießbereich
5 austretende gegossene Band B weitestgehend vollständig erstarrt ist.
[0052] Um Kristallisationseffekte zu unterdrücken, läuft das gegossene Band B im Anschluss
an den Gießbereich 5 in eine Kühleinrichtung 7 ein, die das gegossene Band B mit einem
Kühlmedium beaufschlagt, so dass es weiter abkühlt. Die Abkühlung durch die Kühleinrichtung
7 setzt dabei im unmittelbaren Anschluss an den Gießbereich 5 ein und erfolgt dabei
derart stark, dass die Temperatur T des gegossenen Bands B stetig abnimmt, bis sie
unterhalb der Glasübergangstemperatur T
G der jeweils vergossenen Schmelze S liegt. Jegliche Kristallisation des Gefüges des
gegossenen Bands B wird so unterdrückt, so dass es sich bei Erreichen der Förderstrecke
6 nach wie vor in einem amorphen Zustand befindet.
[0053] Das aus dem Gießbereich 5 austretende Band B wird zunächst in Schwerkraftrichtung
R vertikal abgefördert und anschließend in bekannter Weise in einem kontinuierlich
gekrümmten Bogen in eine horizontal ausgerichtete Förderstrecke 6 umgelenkt.
[0054] Auf der Förderstrecke 6 kann das gegossene Band B anschließend eine Erwärmungseinrichtung
8 durchlaufen, in der das Band B bei einer oberhalb der Kristallisationstemperatur
Tx der jeweils vergossenen Stahlschmelze S liegenden Glühtemperatur T
Glüh über eine Glühzeit t
Glüh durcherwärmt wird. Ziel dieser Wärmebehandlung ist die kontrollierte Bildung eines
feinkristallinen Gefüges mit im Bereich von 10 - 10000 nm liegenden Korngrößen im
gegossenen Band B. Das derart wärmebehandelte gegossene Band B wird anschließend in
einem Warmwalzgerüst 9 zu Warmband WB warmgewalzt.
[0055] In der Anlage 1 ist aus drei Stahlschmelzen S mit den in Tabelle 1 angegebenen Zusammensetzungen
Z1,Z2,Z3 jeweils ein gegossenes Band B erzeugt worden. Für jede Zusammensetzung Z1,Z2,Z3
ist die Dicke D der aus der jeweiligen Stahlschmelze S gegossenen Bänder B, die jeweils
bei der Abkühlung der Schmelze S im Gießbereich 5 erzielte Abkühlrate AR, die jeweils
bei der Abkühlung des aus dem Gießbereich 5 austretenden gegossenen Bands B in der
zusätzlichen Kühleinrichtung 7 erzielte Abkühlrate ARZ sowie die Zieltemperatur T
z der zusätzlichen Abkühlung angegeben. Des Weiteren sind in Tabelle 2 der Gefügezustand
und die ggf. vorhandenen Gefügebestandteile des erhaltenen Bands aufgeführt.
[0056] An zwei Proben des in der voranstehend erläuterten Weise aus der Stahlschmelze S
mit der Zusammensetzung Z1 erzeugten gegossenen Bands B sind unterschiedliche Wärmebehandlungen
in der Erwärmungseinrichtung 8 durchgeführt worden. Die dabei jeweils eingestellte
Glühtemperatur T
Glüh und die Glühzeit t
Glüh der Wärmebehandlung sind in Tabelle 3 gegenübergestellt.
[0057] Es zeigte sich, dass das gegossene Band B vor der Wärmebehandlung bereits ein feinkristallines
Gefüge aus α-Fe, Fe
2B, Fe
3B und Fe
3Si bei einer Härte HV0,5 von 840 - 900 aufwies. Auch nach der Wärmebehandlung bestand
das Gefüge aus α-Fe, Fe
2B, Fe
3B und Fe
3Si, jedoch betrug nun die Härte HV0,5 760 - 810.
[0058] Es versteht sich, dass die beschriebene Wärmebehandlung mittels der Erwärmungseinrichtung
8 sowie das Warmwalzen mit dem Warmwalzgerüst 9 nur optionale Verfahrensschritte sind.
[0059] Die Erfindung stellt somit Verfahren zum Erzeugen eines Stahlbands B mit einem amorphen,
teilamorphen oder feinkristallinen Gefüge mit Korngrößen im Bereich von 10 - 10000
nm sowie ein entsprechend beschaffenes Stahlflachprodukt zur Verfügung. Gemäß der
Erfindung wird dazu eine Stahlschmelze in einer Gießeinrichtung (2) zu einem gegossenen
Band (B) vergossen und beschleunigt abgekühlt. Die Schmelze enthält neben Fe und herstellungsbedingt
unvermeidbaren Verunreinigungen mindestens zwei weitere Elemente, die der Gruppe "Si,
B,C,P" angehören. Gemäß einer ersten Verfahrensvariante gilt für die Gehalte an diesen
Elementen (in Gew.-%) Si: 1,2 - 7,0 %, B: 0,4 - 4,0 %, C: 0,5 - 4,0 %, P: 1,5 - 8,0
%. Gemäß einer zweiten Verfahrensvariante wird die Si, B, C und P enthaltende Stahlschmelze
in einer Gießeinrichtung (2), deren Gießbereich (5) an mindestens einer seiner Längsseiten
durch eine sich während des Gießbetriebs in Gießrichtung (G) bewegende und gekühlte
Wand gebildet ist, zu einem gegossenen Band (B) vergossen, wobei die Stahlschmelze
(S) durch Kontakt mit der sich bewegenden gekühlten Wand mit einer Abkühlrate von
mindestens 200 K/s abgekühlt wird.
BEZUGSZEICHEN
[0060]
- 1
- Anlage zum Erzeugen eines gegossenen Bands B
- 2
- Gießeinrichtung
- 3,4
- Rollen der Gießeinrichtung 2
- 5
- Gießbereich
- 6
- horizontal ausgerichtete Förderstrecke
- 7
- Kühleinrichtung
- 8
- Erwärmungseinrichtung
- 9
- Warmwalzgerüst
- B
- gegossenes Band
- D
- Dicke des gegossenen Bands B
- R
- Schwerkraftrichtung
- S
- Schmelze
- K
- Bandformungskraft
- X1,X2
- Rotationsachsen der Rollen 3,4
Tabelle 1
| |
C |
Si |
Mn |
P |
Al |
Cr |
Cu |
Nb |
Ti |
V |
B |
| Z1 |
0,038 |
5, 5 |
0,44 |
3,3 |
0,005 |
0,3 |
0,133 |
0,059 |
0,11 |
0,048 |
2,0 |
| Z2 |
0,041 |
3,3 |
0,51 |
0,025 |
0,005 |
0,4 |
0,09 |
0,001 |
0,09 |
0,055 |
2,2 |
| Z3 |
1,5 |
3,0 |
0,64 |
0,030 |
1,30 |
0,4 |
0,08 |
0,002 |
0,08 |
0,045 |
1,6 |
| Angaben in Gew.-%, Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen |
Tabelle 2
| |
D [mm] |
AR [K/s] |
ARZ [K/s] |
Tz [°C] |
Gefüge |
| Z1 |
1,2 |
900 |
900 |
400 |
amorph |
| Z2 |
1,2 |
1050 |
600 |
600 |
feinkristallin α-Fe, Fe2B, Fe3B, Fe3Si |
| Z3 |
1,1 |
700 |
500 |
500 |
feinkristallin, α-Fe, Fe2C, Fe2B, Fe3B, Fe3Si |
Tabelle 3
| |
D [mm] |
Tglüh [°C] |
tglüh [°C] |
Gefüge |
| Z1 |
1,2 |
600°C |
1 min |
Teilamorph (amorph + α-Fe, Fe2B, Fe3B, Fe3Si) |
| Z1 |
1,2 |
600°C |
20 min |
feinkristallin α-Fe, Fe2B, Fe3B, Fe3Si |
1. Verfahren zum Erzeugen eines Stahlflachprodukts mit einem amorphen, teilamorphen oder
feinkristallinen Gefüge, wobei das feinkristalline Gefüge Korngrößen im Bereich von
10 - 10000 nm aufweist, bei dem eine Stahlschmelze in einer Gießeinrichtung (2) zu
einemgegossenen Band (B) vergossen und dabei beschleunigt abgekühlt wird, wobei die
Stahlschmelze neben Eisen und herstellungsbedingt unvermeidbaren Verunreinigungen
mindestens zwei weitere Elemente, die der Gruppe "Si,B,C,P" angehören, mit der Maßgabe
(in Gew.-%)
Si: 1,2 - 7,0 %,
B: 0,4 - 4,0 %,
C: 0,5 - 4,0 %,
P: 1,5 - 8,0 %
sowie optional eines oder mehrere der Elemente aus der Gruppe "Cu,Cr,Al,N,Nb,Mn,Ti,V"
enthält mit der Maßgabe (in Gew.-%):
Cu: bis zu 5,0 %,
Cr: bis zu 10,0 %,
Al: bis zu 10,0 %,
N: bis zu 0,5 %,
Nb: bis zu 2,0 %,
Mn: bis zu 3,0 %,
Ti: bis zu 2,0 %,
V: bis zu 2,0 %
dadurch gekennzeichnet,
d a s s die Gießeinrichtung (2) einen Gießbereich (5), in dem das gegossene Band (B)
geformt wird, aufweist, der an mindestens einer seiner Längsseiten durch eine sich
während des Gießbetriebs bewegende und gekühlte Wand gebildet ist, die durch zwei
gegenläufig rotierende Gießrollen (3,4) oder ein sich während des Gießbetriebs in
Gießrichtung (G) bewegendes Band gebildet ist, und
dass das gegossene Band (B) 0,8 - 4,5 mm dick ist.
2. Verfahren nach Ansprch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlschmelze mit einer Abkühlrate von mindestens 200 K/s bis unterhalb der Glasübergangstemperatur
TG abgekühlt wird.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das amorph oder teilamorph gegossene Band (B) bei einer im Bereich zwischen der Glasübergangstemperatur
TG und der Kristallisationstemperatur Tx liegenden Warmwalzanfangstemperatur zu dem Warmband warmgewalzt wird
4. Verfahren gemäß einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlschmelze (S) durch Kontakt mit der sich bewegenden gekühlten Wand mit einer
Abkühlrate von mindestens 200 K/s abgekühlt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das gegossene Band (B) nach Austritt aus dem Gießbereich (5) fortgesetzt mit einer
Abkühlrate von mindestens 200 K/s abgekühlt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem Gießbereich (5) austretende gegossene Band (B) kontinuierlich abgekühlt
wird, bis die Glasübergangstemperatur TG des jeweiligen Stahls unterschritten ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass das gegossene Band (B) bei einer 500 - 1000 °C betragenden Warmwalzanfangstemperatur
zu einem Warmband warmgewalzt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem Gießbereich (5) der Gießeinrichtung (2) austretende und optional zusätzlich
abgekühlte gegossene Band (B) ein amorphes oder teilamorphes Gefüge aufweist und dass das so beschaffene gegossene Band (B) bei einer mindestens der Kristallisationstemperatur
Tx des jeweiligen Stahls entsprechenden Glühtemperatur TGlüh geglüht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Glühtemperatur TGlüh im Bereich von 500 - 1000 °C liegt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlschmelze (S) neben den mindestens zwei Elementen aus der Gruppe von Si,
B, C und P mindestens ein Element aus der Gruppe von Cu, Cr, Al, N, Nb, Mn, Ti und
V enthält.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gießeinrichtung (2) eine Zwei-Rollen-Gießeinrichtung ist, deren gegeneinander
um achsparallel zueinander ausgerichtete Achsen (X1,X2) rotierende Rollen (3,4) jeweils
eine sich im Gießbetrieb in Gießrichtung (G) kontinuierlich fortbewegende gekühlte
Längswand des Gießbereichs (5) bilden, in dem das Band (B) geformt wird.
12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass für mindestens eines der Elemente aus Gruppe "Si,B,C,P" jeweils eine der folgenden
Maßgaben gilt (in Gew.-%):
Si: 2,0 - 6,0 %,
B: 0,4 - 3,0 %,
C: 0,5 - 3,0 %
oder
P: 2,0 - 6,0 %.
13. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlschmelze jeweils optional (in Gew.-%) mindestens 0,1 % Cu, mindestens 0,5
% Cr, mindestens 1,0 % Al und mindestens 0,005 % N enthält.
14. Stahlflachprodukt, das aus einem Stahl besteht, der neben Eisen und unvermeidbaren
Verunreinigungen mindestens zwei weitere Elemente aus der Gruppe von Si, B, C und
P mit der Maßgabe enthält (in Gew.-%):
Si: 1,2 - 7,0 %,
B: 0,4 - 4,0 %,
C: 0,5 - 4,0 %,
P: 1,5 - 8,0 %,
sowie optional eines oder mehrere der Elemente aus der Gruppe "Cu,Cr,Al,N,Nb,Mn,Ti,V"
mit der Maßgabe enthält (in Gew.-%):
Cu: bis zu 5,0 %,
Cr: bis zu 10,0 %,
Al: bis zu 10,0 %,
N: bis zu 0,5 %,
Nb: bis zu 2,0 %,
Mn: bis zu 3,0 %,
Ti: bis zu 2,0 %,
V: bis zu 2,0 %,
wobei das Stahlflachprodukt ein amorphes, teilamorphes oder feinkristallines Gefüge
mit Korngrößen aufweist, die im Bereich von 10 - 10000 nm liegen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Stahlflachprodukt eine Dicke von 0,8 - 4,5 mm aufweist.
15. Stahlflachprodukt nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass für mindestens eines der Elemente aus Gruppe "Si,B,C,P" jeweils eine der folgenden
Maßgaben gilt (in Gew.-%) :
Si: 2,0 - 6,0 %,
B: 0,4 - 3,0 %,
C: 0,5 - 3,0 %
oder
P: 2,0 - 6,0 %.
1. Method for generating a flat steel product with an amorphous, semi-amorphous or fine
crystalline structure, wherein the fine crystalline structure has grain sizes in the
range of 10 to 10000 nm, in the case of which a steel melt is cast in a casting device
(2) to form a cast strip (B) and rapidly cooled, wherein, in addition to iron and
manufacture-related unavoidable impurities, the steel melt contains at least two additional
elements belonging to the group "Si, B, C, P", having the proportion (in wt%)
Si: 1.2 to 7.0%,
B: 0.4 to 4.0%,
C: 0.5 to 4.0%,
P: 1.5 to 8.0%
as well as optionally one or a plurality of the elements from the group "Cu, Cr, Al,
N, Nb, Mn, Ti, V" with the proportion (in wt%):
Cu: up to 5.0%,
Cr: up to 10.0%,
Al: up to 10.0%,
N: up to 0.5%,
Nb: up to 2.0%,
Mn: up to 3.0%,
Ti: up to 2.0%,
V: up to 2.0%,
characterised in that
the casting device (2) has a casting region (5), in which the cast strip (B) is formed,
said casting region is formed on at least one of its longitudinal sides by a wall
that is moved and cooled during the casting operation, said wall is formed by two
casting rollers (3, 4) rotating in opposing directions or by a strip moving in the
casting direction (G)during the casting operation and
in that the cast strip (B) is 0.8 to 4.5 mm thick.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the steel melt is cooled at a cooling rate of at least 200 K/s to below the glass
transition temperature TG.
3. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the amorphous or semi-amorphous cast strip (B) is hot rolled into the hot strip at
a hot rolling starting temperature in the range between the glass transition temperature
TG and the crystallisation temperature Tx.
4. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the steel melt (S) is cooled by contact with the moving cooled wall at a cooling
rate of at least 200 K/s.
5. Method according to Claim 4, characterised in that the cast strip (B) continues to be cooled at a cooling rate of at least 200 K/s after
leaving the casting region (5).
6. Method according to Claim 4 or 5,
characterised in that the cast strip (B) leaving the casting region (5) is continuously cooled until the
glass transition temperature TG of the respective steel is undercut.
7. Method according to any one of Claims 4 to 6, characterised in that the cast strip (B) is hot rolled into a hot strip at a hot rolling starting temperature
of 500 to 1000°C.
8. Method according to any one of Claims 4 to 7, characterised in that the cast strip (B) leaving the casting region (5) of the casting device (2) and optionally
also cooled has an amorphous or semi-amorphous structure and in that the cast strip (B) procured in this manner is annealed at an annealing temperature
TAnneal corresponding at least to the crystallisation temperature Tx of the respective steel.
9. Method according to Claim 8, characterised in that the annealing temperature TAnneal is in the range of 500 to 1000°C.
10. Method according to any one of Claims 4 to 9, characterised in that, in addition to the at least two elements from the group of Si, B, C and P, the steel
melt (S) contains at least one element from the group of Cu, Cr, Al, N, Nb, Mn, Ti
and V.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the casting device (2) is a two-roller casting device, whose rollers (3, 4) rotating
opposed to one another around axes (X1, X2) aligned axially-parallel to one another
each form a cooled longitudinal wall of the casting region (5) continually moving
forward during the casting operation in the casting direction (G), the strip (B) being
formed in said casting region.
12. Method according to any one of the preceding claims,
characterised in that one of the following proportions respectively applies to at least one of the elements
from the group "Si, B, C, P" (in wt%):
Si: 2.0 to 6.0%,
B: 0.4 to 3.0%,
C: 0.5 to 3.0%
or
P: 2.0 to 6.0%.
13. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the steel melt optionally (in wt%) contains in each case at least 0.1% Cu, at least
0.5% Cr, at least 1.0% Al and at least 0.005% N.
14. Flat steel product consisting of a steel which, in addition to iron and unavoidable
impurities, contains at least two additional elements from the group of Si, B, C and
P with the proportion (in wt%):
Si: 1.2 to 7.0%,
B: 0.4 to 4.0%,
C: 0.5 to 4.0%,
P: 1.5 to 8.0%,
as well as optionally one or a plurality of the elements from the group "Cu, Cr, Al,
N, Nb, Mn, Ti, V" with the proportion (in wt%):
Cu: up to 5.0%,
Cr: up to 10.0%,
Al: up to 10.0%,
N: up to 0.5%,
Nb: up to 2.0%,
Mn: up to 3.0%,
Ti: up to 2.0%,
V: up to 2.0%,
wherein the flat steel product has an amorphous, semi-amorphous or fine crystalline
structure with grain sizes which are in the range of 10 to 10000 nm,
characterised in that the flat steel product has a thickness of 0.8 to 4.5 mm.
15. Flat steel product according to Claim 14,
characterised in that one of the following proportions respectively applies to at least one of the elements
from the group "Si, B, C, P" (in wt%):
Si: 2.0 to 6.0%,
B: 0.4 to 3.0%,
C: 0.5 to 3.0%,
or
P: 2.0 to 6.0%.
1. Procédé de production d'un produit plat en acier avec une structure amorphe, partiellement
amorphe ou cristalline fine, où la structure cristalline fine présente des tailles
de grains dans le domaine allant de 10 à 10 000 nm, lors duquel de l'acier en fusion
est coulé en une bande coulée (B) dans un dispositif de coulée (2), et est refroidi
de manière accélérée, où l'acier en fusion contient, outre du fer et des impuretés
inévitables inhérentes à la production, au moins deux autres éléments faisant partie
du groupe « Si, B, C, P » avec la teneur (en % en poids) :
Si : 1,2 - 7,0 %,
B : 0,4 - 4,0 %,
C : 0,5 - 4,0 %,
P : 1,5 - 8,0 %
ainsi qu'optionnellement un ou plusieurs des éléments du groupe « Cu, Cr, Al, N, Nb,
Mn, Ti, V » avec les teneurs (en % en poids) :
Cu : jusqu'à 5,0 %,
Cr : jusqu'à 10,0 %,
Al : jusqu'à 10,0 %,
N : jusqu'à 0, 5 %,
Nb : jusqu'à 2,0 %,
Mn : jusqu'à 3,0 %,
Ti : jusqu'à 2,0 %,
V : jusqu'à 2,0 %,
caractérisé en ce que
le dispositif de coulée (2) présente une zone de coulée (5) dans laquelle la bande
coulée (B) est formée, cette zone de coulée (5) étant formée sur au moins un de ses
côtés longitudinaux par une paroi qui refroidit et se meut pendant l'opération de
coulée, cette paroi étant formée par deux rouleaux de coulée en rotation inverse (3,
4) ou par une bande qui se meut dans la direction de coulée (G)pendant l'opération
de coulée, , et
en ce que la bande coulée (B) présente une épaisseur de 0,8 - 4,5 mm.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'acier en fusion est refroidi avec une vitesse de refroidissement d'au moins 200
K/s jusqu'à en-deçà de la température de transition vitreuse TG.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande coulée (B) amorphe ou partiellement amorphe est laminée à chaud à une température
initiale de laminage à chaud se situant dans une plage entre la température de transition
vitreuse et la température de cristallisation Tx pour créer le feuillard chaud.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'acier en fusion (S) est refroidi par contact avec la paroi refroidie en mouvement
avec une vitesse de refroidissement d'au moins 200 K/s.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le refroidissement de la bande coulée (B) est poursuivi après la sortie de la zone
de coulée (5) avec une vitesse de refroidissement d'au moins 200 K/s.
6. Procédé selon l'une des revendications 4 ou 5, caractérisé en ce que la bande coulée (B) sortant de la zone de coulée (5) est refroidie en continu jusqu'à
dépasser vers le bas la température de transition vitreuse TG de l'acier respectif.
7. Procédé selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisé en ce que la bande coulée (B) est laminée à chaud à une température initiale de laminage à
chaud étant de 500 - 1 000 °C pour créer un feuillard chaud.
8. Procédé selon l'une des revendications 4 à 7, caractérisé en ce que la bande coulée (B) sortant de la zone de coulée (5) du dispositif de coulée (2)
et étant optionnellement additionnellement refroidie, présente une structure amorphe
ou partiellement amorphe et en en ce que la bande coulée (B) ainsi obtenue est recuite à une température de recuit TGlüh correspondant à au moins la température de cristallisation Tx de l'acier respectif.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que la température de recuit TGlüh se situe dans une plage entre 500 et 1 000 °C.
10. Procédé selon l'une des revendications 4 à 9, caractérisé en ce que l'acier en fusion (S) contient, outre les au moins deux éléments du groupe Si, B,
C et P, au moins un élément du groupe Cu, Cr, Al, N, Nb, Mn, Ti et V.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de coulée (2) est un dispositif de coulée à deux rouleaux, dont les
rouleaux (3, 4) contrarotatifs autour d'axes (X1, X2) orientés parallèlement l'un
par rapport à l'autre forment, respectivement, une paroi longitudinale refroidie de
la zone de coulée (5) avançant, lors de l'opération de coulée, en continu dans la
direction de coulée (G) dans laquelle la bande (B) est formée.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'une des teneurs suivantes s'applique respectivement à au moins un des éléments du
groupe « Si, B, C, P » (en % en poids) :
Si : 2,0 - 6,0 %,
B : 0,4 - 3,0 %,
C : 0,5 - 3,0 %
ou
P : 2,0 - 6,0 %.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'acier en fusion contient, respectivement optionnellement, (en % en poids) au moins
0,1 % de Cu, au moins 0,5 % de Cr, au moins 1,0 % d'Al et au moins 0,005 % de N.
14. Produit plat en acier constitué d'un acier qui contient, outre du fer et des impuretés
inévitables inhérentes à la production, au moins deux autres éléments du groupe Si,
B, C et P avec la teneur (en % en poids) :
Si : 1,2 - 7,0 %,
B : 0,4 - 4,0 %,
C : 0,5 - 4,0 %,
P : 1,5 - 8,0 %,
ainsi qu'optionnellement un ou plusieurs éléments du groupe « Cu, Cr, Al, N, Nb, Mn,
Ti, V » avec la teneur (en % en poids) :
Cu : jusqu'à 5,0 %,
Cr : jusqu'à 10,0 %
Al : jusqu'à 10,0 %
N : jusqu'à 0,5 %,
Nb : jusqu'à 2,0 %,
Mn : jusqu'à 3,0 %,
Ti : jusqu'à 2,0 %,
V : jusqu'à 2,0 %,
le produit plat en acier présentant une structure amorphe, partiellement amorphe ou
cristalline fine avec des tailles de grains dans le domaine allant de 10 à 10 000
nm,
caractérisé en ce que le produit plat enacier présente une épaisseur entre 0,8 et 4,5 mm.
15. Produit plat en acier selon la revendication 14,
caractérisé en ce qu'une des teneurs suivantes (en % en poids) s'applique respectivement à au moins un
des éléments du groupe « Si, B, C, P » :
Si : 2,0 - 6,0 %,
B : 0,4 - 3,0 %,
C : 0,5 - 3,0 %,
ou
P : 2,0 - 6,0 %.