[0001] Die Erfindung betrifft ein Überwachungsverfahren zur Kollisionsvermeidung gemäß Anspruch
1 und eine Bogenstanz- und/oder -prägemaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
5.
Stand der Technik
[0002] Als Stanzen wird das Schneiden mit in sich geschlossenen geometrischen Zuschnittsformen
bezeichnet, die kreisförmig, oval oder mehreckig sowie Phantasieformen aller Art sein
können. Auch die in der Druckweiterverarbeitung geübten Praktiken, wie Stanzen mit
Locheisen, Eckenabstoßen und Registerstanzen werden zu diesem Bereich gezählt. Die
Stanzung erfolgt gegen eine Stanzunterlage oder gegen Stempel, teilweise sind es auch
Schervorgänge. Verpackungsmaterialien aus Kunststoff, Folienmaterial, Papier, Karton,
Pappe oder Wellpappe werden hauptsächlich im Bogenformat, aber auch im Bahnformat
gestanzt. Beim Stanzvorgang können zusätzlich aber auch Rilllinien oder Blindprägungen
in den Nutzen eingebracht werden. Da es sich bei den Endprodukten um anspruchsvolle
Verpackungen hinsichtlich technischer und graphischer Ausführung handelt (etwa Verpackungen
für Kosmetik, Zigaretten, Pharmazie, Lebensmittel, etc.), werden besondere Anforderungen
nicht nur an die Verpackungsmaterialien selbst gestellt, sondern es sind für optimale
Resultate auch Stanzwerkzeuge mit geringsten Toleranzen und äußerst präzise und zuverlässig
arbeitende Stanzmaschinen erforderlich. Diesen Ansprüchen wird das Flachbettstanzen
am besten gerecht. Dabei werden im Falle der Bogenbearbeitung die gedruckten und auf
einer Palette gestapelten Bogen der Stanzmaschine zugeführt. In der Maschine werden
in einer Ausrichteinrichtung die zu stanzenden Bogen passgenau ausgerichtet, von einem
Greiferwagen übernommen und exakt in der Stanzeinrichtung zwischen einem fest gelagerten
Untertisch und einem über einen Kniehebel oder Exzentergetriebe vertikal bewegbaren
Obertisch positioniert. Auch bekannt sind Maschinen, in welchen der Untertisch gegen
einen festen Obertisch bewegt wird.
[0003] In bekannten Bogenstanz- und Prägemaschinen, die zum Stanzen, Prägen, Ausbrechen,
ggfs. Nutzentrennen und Ablegen von Bogen aus Papier, Pappe und der gleichen eingesetzt
werden, ist es bekannt die Bogen mittels Greiferwagen durch die einzelnen Stationen
der Maschine zu bewegen. Ein jeweiliger Greiferwagen besitzt eine Greiferbrücke, an
der Greifer befestigt sind, die die Bogen an einem vorderen Ende ergreifen. Ein Greiferwagen
besitzt weiterhin seitliche Fahrwagen, welche mit endlosen Ketten des Transportsystems
verbunden sind und wodurch die Greiferwagen durch die Maschine bewegt werden. Durch
diese Art der Bewegung der Bogen durch die Maschine wird eine hohe Maschinenleistung
ermöglicht, da die Bogen in den einzelnen hintereinander angeordneten Stationen der
Maschine, insbesondere Stanz-, Ausbrech- und Nutzentrennstation (cutting - stripping
- blanking), nacheinander bearbeitet werden.
[0004] Eine derartige Flachbettstanze ist beispielsweise aus der
DE 30 44 083 A1 und der
US 7,658,378 B2 bekannt. Die beiden Tische sind mit Schneid- und Rillwerkzeugen bzw. entsprechenden
Gegenwerkzeugen bestückt, mit denen aus dem taktweise zwischen die Tischfläche geführten
Bogen die Nutzen ausgestanzt und gleichzeitig die zum sauberen Falten notwendigen
Rillen eingedrückt werden. In der nachfolgenden Ausbrecheinrichtung wird der Abfall
über Ausbrechwerkzeuge maschinell entfernt. Je nach Ausstattung der Maschine können
schließlich die gestanzten Nutzen in einer hierfür vorgesehenen Nutzentrenneinrichtung
separiert werden.
[0005] Sowohl in der Stanz-, der Ausbrech- als auch in der Nutzentrennstation mit Bogenauslage
muss der Bogen von der Transportgeschwindigkeit bis zum Stillstand abgebremst werden.
Da der vom vorhergehenden Zuschnitt bzw. Ausbrechen geschwächte Bogen mit hoher Geschwindigkeit
in den Stationen eintrifft, kann die alleinige Verlangsamung der vorderen Greiferstange
ein Aufschieben seines hinteren Teils hervorrufen. Dies soll durch zusätzliche Bremsvorrichtungen,
welche auf die Fläche des Bogens wirken, verhindert werden. Der gestraffte Bogen kann
mit höherer Genauigkeit bearbeitet und besser abgelegt werden.
[0006] Die
DE 10 2008 010 985 A1 bzw.
US 8079587 B2 zeigt eine Bogenbremseinrichtung für eine Bogenstanz- und/oder -prägemaschine zum
Abbremsen von Bogen aus Papier, Pappe und dergleichen in einer Bearbeitungsstation
umfassend eine verschiebliche pneumatische Bogenbremse und einen verschieblichen Träger,
an welchem mindestens eine Bremsbürste angebracht ist. Die pneumatische Bogenbremse
und der Träger sind mechanisch gekoppelt, beispielsweise durch ein Mitnehmerelement
sodass eine Verschiebung der pneumatischen Bogenbremse eine Verschiebung des Trägers
bewirkt.
[0007] Nachteilig an der aus dem Stand der Technik bekannten Bogenbremseinrichtungen ist
die komplizierte Positionierung der Bremselemente nach einem Werkzeugwechsel und deren
Einstellung zur Anpassung an das Bogenformat. Weiter nachteilig ist, dass bei einem
Auftrags- und Werkzeugwechsel die Gefahr der Kollision der Bogenbremseinrichtungen
mit den Werkzeugen besteht.
Bekannt ist es, an den Bogenbremseinrichtungen oder an dem Spannrahmen des Oberwerkzeuges
einen mechanischen Anschlag zu befestigen, welcher die Einstellbarkeit der Bremsbürste
begrenzt. Diese mechanische Lösung ist jedoch zum einen störend beim Werkzeugwechsel
und beim Einrichten des Werkzeuges. Zum anderen kann durch mechanische Anschläge nur
schwer eine Kontrolle der Vereinbarkeit der Positionen von Bogenbremseinrichtung und
Spannrahmen für beliebige Höhenlagen des Spannrahmens gewährleistet werden. Um eine
Kontrolle für beliebige Höhenlagen zu ermöglichen müsste der Anschlag sehr hoch sein
und würde dadurch das maximale Werkzeugformat beschränken.
Aufgabenstellung
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Überwachungsverfahren zur
Kollisionsvermeidung zu beschreiben und eine Bogenstanz- und/oder -prägemaschine zu
schaffen, welche diese Probleme lösen und eine einfache und sichere Einstellbarkeit
einer Bearbeitungsstation erlauben.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Überwachungsverfahren zur Kollisionsvermeidung
mit den Merkmalen von Anspruch 1 und durch eine Bogenstanz- und/oder -prägemaschine
mit den Merkmalen von Anspruch 5.
[0010] Das erfindungsgemäße Überwachungsverfahren dient der Kollisionsvermeidung eines hubbewegten
Oberwerkzeugs einer Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine mit einer zu ihrer Positionierung
in und entgegen einer Transportrichtung verschieblichen Bremsbürste, wobei die Bremsbürste
im Betrieb der Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine auf ein jeweiliges flächenförmiges,
zu bearbeitendes Element einwirkt und dessen Abbremsung unterstützt. Das Überwachungsverfahren
kommt insbesondere beim Einrichten der Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine zur
Anwendung. In einem ersten Schritt wird dabei die Position der Hinterkante eines Spannrahmens
zur Aufnahme des Oberwerkzeugs erfasst und in einem zweiten Schritt wird überprüft,
ob diese Position der Bremsbürste mit der Position des Spannrahmens vereinbar ist.
Oder, ob es zu einer Kollision von beiden kommen würde. In diesem Fall wäre die Bremsbürste
zu verstellen. Der erste Schritt der Erfassung der Position des Spannrahmens wird
von einem sich in der Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine befindlichen Sensor
und der zweite Schritt der Positionsüberprüfung von einem Rechner einer Maschinensteuerung
der Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine ausgeführt. Dadurch kann während dem Einrichten
der Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine und somit bevor das Oberwerkzeug eine
erste Hubbewegung ausführt überprüft werden, ob es zu einer Kollision des Spannrahmens
mit der Bremsbürste kommen würde. Durch die Überprüfung kann eine Zerstörung des Oberwerkzeugs
bzw. der Bremsbürste verhindert und die Kosten für entsprechende Ersatzteile reduziert
werden.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Überwachungsverfahrens
verfügt die Maschinensteuerung über ein Interface und/oder eine optische und/oder
eine akustische Warneinrichtung, über welche ein Warnsignal ausgegeben wird, wenn
die Überprüfung eine Unvereinbarkeit der Positionen von Spannrahmen und Bremsbürste
ergibt. Die Warneinrichtungen können beispielsweise als Lampe oder als Lautsprecher
bzw. Signalhorn ausgeführt sein. Solange das Warnsignal vorliegt kann von der Maschinensteuerung
der Betrieb der Flachbettstanz- und/oder - prägemaschine unterbunden werden.
[0012] In einer alternativen Ausführungsform ist die Bremsbürste motorisch verstellbar und
die Position der Bremsbürste wird automatisch korrigiert, wenn die Überprüfung eine
Unvereinbarkeit der Position von Spannrahmen und Bremsbürste ergibt. Dazu wird ein
Stellmotor der Bremsbürste von der Maschinensteuerung der Flachbettstanz- und/oder
- prägemaschine entsprechend angesteuert. Ein Eingreifen des Maschinenbedieners ist
nicht mehr erforderlich.
[0013] In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Überwachungsverfahrens wird in einem vorgeordneten
Schritt mittels eines weiteren Sensors überprüft, ob sich die Bremsbürste in einem
- in Bogentransportrichtung gesehen - hintersten, maximal stromaufwärtigen, sicheren
Bereich befindet. In diesem sicheren Bereich kann es nie zu einer Kollision von Spannrahmen
und Bremsbürste kommen, da dieser Bereich weiter stromaufwärtig als die stromaufwärtigste
Position der Hinterkante eines Spannrahmens bei Maximalformat liegt. Wenn diese Prüfung
positiv ausfällt, so kann gegebenenfalls die weitere Prüfung der Vereinbarkeit der
Position von Bremsbürste und Spannrahmen entfallen.
[0014] Die Erfindung betrifft auch eine Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine zur Bearbeitung
von flächenförmigen Materialien, insbesondere aus Papier und Pappe und insbesondere
geeignet zur Durchführung des obenstehend beschriebenen Überwachungsverfahrens zur
Kollisionsvermeidung. Die Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine weist mindestens
eine Bearbeitungsstation auf mit einem Spannrahmen und einem hubbeweglichen Oberwerkzeug,
wobei das Oberwerkzeug in den Spannrahmen aufnehmbar ist. Die Bearbeitungsstation
besitzt weiter eine zu ihrer Positionierung in und entgegen einer Transportrichtung
verschiebliche Bremsbürste, wobei die Bremsbürste oberhalb einer Transportebene angeordnet
ist und auf ein flächenförmiges Material einwirken kann, um dieses in der Bearbeitungsstation
abzubremsen. Weiterhin besitzt die Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine eine Maschinensteuerung
mit einem Rechner. Bei der Bearbeitungsstation kann es sich bevorzugter Weise um eine
Nutzentrennstation handeln. Erfindungsgemäß besitzt der Spannrahmen eine Reflektionsfläche,
welche durch die Oberfläche des Spannrahmens gebildet werden kann oder insbesondere
als Reflektor ausgeführt ist, und die Bearbeitungsstation besitzt einen mit der Maschinensteuerung
in einer Datenübertragungsverbindung stehenden Sensor, wobei der Sensor auf die Reflektionsfläche
gerichtet ist, zur Bestimmung der Position des Spannrahmens. Die durch den Sensor
erfasste Position des Spannrahmens kann an die Maschinensteuerung übermittelt werden,
wo durch einen Rechner eine Überprüfung erfolgt, ob die Position des Spannrahmens
mit der Position der Bremsbürste vereinbar ist.
[0015] In vorteilhafter Weiterbildung der erfindungsgemäßen Flachbettstanz- und/oder-prägemaschine
ist der Sensor an der Bremsbürste angeordnet, insbesondere an einem Bremsbürstenträger
der Bremsbürste, so dass der Sensor zusammen mit der Bremsbürste verschieblich ist
und die Reflektionsfläche ist an der Unterseite des Spannrahmens oder über den Spannrahmen
hinausstehend, insbesondere stromaufwärtig hinausstehend angebracht. Der nach oben
ausgerichtete Sensor kann so die Anwesenheit der Reflektionsfläche oberhalb des Sensors
erfassen. Ist die Reflektionsfläche an der Unterseite des Spannrahmens angebracht,
so liegt bei einer Erfassung der Reflektionsfläche durch den Sensor Kollisionsgefahr
vor. Ist die Reflektionsfläche hingegen weiter stromaufwärtig über den Spannrahmen
hinausstehend angebracht, so besteht keinerlei Kollisionsgefahr, sofern die Reflektionsfläche
durch den Sensor erfasst wird. Die Auswertung, ob eine Kollisionsgefahr besteht oder
nicht, wird auch in dieser Weiterbildung der Erfindung durch die Maschinensteuerung
ausgeführt.
[0016] In einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Flachbettstanz- und/oder
- prägemaschine besitzt die Bearbeitungsstation einen Verstellmotor zum Verschieben
der Bremsbürste und die Position der Bremsbürste ist durch die Maschinensteuerung
aus der Stellung des Verstellmotors bestimmbar. Erfindungsgemäß ist ein Sensor an
einem Maschinengestell der Bearbeitungsstation und ist eine Reflektionsfläche an der
stromaufwärtigen Stirnfläche des Spannrahmens angebracht, so dass vom Sensor die Position
des Spannrahmens ermittelt werden kann. Die sensorisch ermittelte Position des Spannrahmens
wird von der Maschinensteuerung der bekannten Position der Bremsbürste gegenübergestellt
und es wird überprüft, ob beide miteinander vereinbar sind, oder ob es zu einer Kollision
kommen würde. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der der Bremsbürste zugeordnete Verstellmotor
von der Maschinensteuerung derart betätigt wird, dass die Position der Bremsbürste
automatisch korrigiert wird und eine Kollision von Bremsbürste und Spannrahmen somit
ausgeschlossen wird.
[0017] Werden sowohl Bremsbürste als auch Spannrahmen motorisch verstellt zur Anpassung
an das zu bearbeitende Bogenformat, so kann die Maschinensteuerung die Positionen
von beiden aus den Stellungen der jeweils zugeordneten Verstellmotoren ermitteln und
die Vereinbarkeit von beiden Positionen überprüfen. Bei mangelnder Vereinbarkeit kann
ein der Bremsbürste zugeordnete Verstellmotor von der Maschinensteuerung derart betätigt
werden, dass die Position der Bremsbürste automatisch korrigiert und eine Kollision
von Bremsbürste und Spannrahmen somit ausgeschlossen wird.
[0018] In einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine verfügt diese über ein Interface und/oder
eine optische und/oder eine akustische Warneinrichtung zur Ausgabe eines Warnsignals,
wenn die Positionen von Spannrahmen und Bremsbürste unvereinbar sind. Aufgrund dieses
Warnsignals wird bei dem Maschinenbediener das Bewusstsein geschaffen, dass die Position
der Bremsbürste korrigiert werden muss, um eine Kollision von Spannrahmen und Bremsbürste
zu vermeiden. Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine
erst dann in Betrieb genommen werden kann, wenn die Positionen von Spannrahmen und
Bremsbürste miteinander vereinbar sind und in der Maschinensteuerung kein diesbezügliches
Warnsignal mehr vorliegt.
[0019] Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der
Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung dar.
[0020] Hinsichtlich weiterer Vorteile und in konstruktiver und funktioneller Hinsicht vorteilhafter
Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die Beschreibung von
Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren verwiesen.
Ausführungsbeispiel
[0021] Die Erfindung soll an Hand beigefügter Figuren noch näher erläutert werden. Einander
entsprechende Elemente und Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Zugunsten einer besseren Übersichtlichkeit der Figuren wurde auf eine maßstabsgetreue
Darstellung verzichtet.
Es zeigen in schematischer Darstellung
- Fig. 1
- eine Bogenstanz- und -prägemaschine mit einer erfindungsgemäßen Bogenbremseinrichtung
- Fig. 2
- eine Bogenbremseinrichtung gemäß dem Stand der Technik
- Fig. 3
- eine Bogenbremseinrichtung in einer Draufsicht
- Fig. 4a
- eine erste Ausführungsform einer Bearbeitungsstation mit der Bremsbürste in einer
ersten Position
- Fig. 4b
- die erste Ausführungsform mit der Bremsbürste in einer zweiten Position
- Fig. 5
- eine zweite Ausführungsform einer Bearbeitungsstation
- Fig. 6a
- eine dritte Ausführungsform einer Bearbeitungsstation
- Fig. 6b
- eine vierte Ausführungsform einer Bearbeitungsstation
[0022] In Figur 1 ist der prinzipielle Aufbau einer Bogenstanz- und -prägemaschine 100 zum
Stanzen, Ausbrechen und Ablegen von Bögen aus Papier, Pappe und dergleichen dargestellt.
Die Stanz- und Prägemaschine 100 besitzt einen Anleger 1, eine Stanzstation 2, eine
Ausbrechstation 3 und einen Ausleger 4, die von einem gemeinsamen Maschinengehäuse
5 getragen und umschlossen werden.
[0023] Die Bögen 6 werden durch einen Anleger 1 von einem Stapel vereinzelt, dem Bogentransportsystem
7 zugeführt und von an Greiferbrücken eines Greiferwagens 8 befestigten Greifern an
ihrer Vorderkante ergriffen und in Bogentransportrichtung B intermittierend durch
die verschiedenen Stationen 2, 3 und 4 der Stanz- und Prägemaschine 100 hindurch gezogen.
Das Bogentransportsystem besitzt 7 mehrere Greiferwagen 8, so dass mehrere Bögen 6
gleichzeitig in den verschiedenen Stationen 2, 3 und 4 bearbeitet werden können.
[0024] Die Stanzstation 2 besteht aus einem unteren Tiegel, einem sog. Untertisch 9, und
einem oberen Tiegel, einem sog. Obertisch 10. Der Obertisch 10 ist vertikal hin- und
her bewegbar gelagert und mit Stanz- und Rillmessern versehen. Der Untertisch 9 ist
fest im Maschinengestell gelagert und mit einer Gegenplatte zu den Stanz- und Rillmessern
versehen.
[0025] Der Greiferwagen 8 transportiert den Bogen 6 von der Stanz- und Prägestation 2 in
die nachfolgende Ausbrechstation 3, die mit Ausbrechwerkzeugen ausgestattet ist. In
der Ausbrechstation 3 werden mit Hilfe der Ausbrechwerkzeuge die nicht benötigten
Abfallstücke aus dem Bogen 6 nach unten herausgestoßen, wodurch die Abfallstücke 11
in einen unter der Station eingeschobenen behälterartigen Wagen 12 fallen.
[0026] Von der Ausbrechstation 3 gelangt der Bogen 6 in den Ausleger 4, wo der Bogen 6 entweder
nur einfach abgelegt wird, oder aber gleichzeitig durch ein hubbewegtes h Nutzentrennwerkzeug
50 eine Trennung der einzelnen Nutzen erfolgt. Der Ausleger 4 verfügt über eine pneumatische
Bogenbremse 41, welche von unten auf einen jeweiligen Bogen 6 wirkt, und über eine
Bremsbürste 42, welche von oben auf einen jeweiligen Bogen 6 wirkt. Die pneumatische
Bogenbremse 41 ist für die nachfolgend ausgeführte Erfindung jedoch fakultativ. Beide
Bremseinrichtungen 41, 42 sind auf die Bogenhinterkante des Bogens 6 positioniert.
Der Ausleger 4 kann auch eine Palette 13 enthalten, auf der die einzelnen Bögen 6
in Form eines Stapels 14 aufgestapelt werden, so dass nach Erreichen einer bestimmten
Stapelhöhe die Paletten 14 mit den aufgestapelten Bögen 6 aus dem Bereich der Stanz-
und Prägemaschine 100 weggefahren werden können.
[0027] Fig. 2 zeigt eine Bogenbremseinrichtung gemäß dem Stand der Technik in einer Ansicht.
Die Vorrichtung umfasst zwei verschiedene Bremselemente: eine pneumatische Bogenbremse
41, welche als Düsenleiste ausgeführt ist, und eine Bremsbürste mit einer Mehrzahl
von Borsten 42. Die pneumatische Bogenbremse 41 ist unterhalb der Bogentransportebene
E angeordnet und wirkt von unten auf einen in Bogentransportrichtung B transportierten
Bogen 6, indem sie diesen ansaugt. Die Bremsbürsten 42 sind oberhalb der Bogentransportebene
E angeordnet und wirken von oben auf einen in Bogentransportrichtung B transportierten
Bogen 6, indem sie auf diesem mit leichtem Druck abstreifen. Die Bremsbürsten 42 sind
so an einem sich quer zur Bogentransportrichtung B erstreckenden Träger 46 angeordnet,
dass die Bremsbürsten 42 durch eine Schwenkbewegung D getaktet geschwenkt werden können.
Durch die Schwenkbewegung D werden die Bremsbürsten 42 auf einen Bogen 6 abgesenkt,
wenn sich dieser unterhalb der Bremsbürsten 42 befindet und anschließend wieder abgehoben.
[0028] Die pneumatische Bogenbremse 41 und der Bremsbürstenträger 46 sind über einen Mitnehmerbolzen
44 mechanisch gekoppelt. Der Mitnehmerbolzen 44 wird von einer Feder gegen eine sich
in dem Träger 46 befindliche Nut 43 gepresst. Der Mitnehmerbolzen 44 ist dabei höhenbeweglich
H in der pneumatischen Bogenbremse 41 gelagert. Die Nut 43 kann dabei wie dargestellt
an ihren Enden begrenzt sein. Dadurch wird der Träger 46 durch den Mitnehmerbolzen
44 in und entgegen der Transportrichtung B mitgenommen. Ist die Nut 43 nur an einem
ihrer letzten Enden begrenzt, so wird der Träger 46 durch den Mitnehmerbolzen 44 nur
in eine Richtung mitgenommen. Die Rückstellung kann dann manuell erfolgen.
[0029] Zum Werkzeugwechsel können die Bremselemente 41,42 automatisch aus dem Kollisionsbereich
verfahren werden. Aufgrund der mechanischen Kopplung von pneumatischer Bogenbremse
41 und Träger 46 wird beim Verschieben der pneumatischen Bogenbremse 41 der Träger
46 mitverschoben. Sobald sich die pneumatische Bogenbremse 41 in der richtigen Position
befindet, kann der Träger 46 innerhalb den Abmessungen der Nut 43 in oder entgegen
der Bogentransportrichtung B zusätzlich verschoben werden. Diese zusätzliche Verschiebung
a2 geschieht bevorzugt manuell und erlaubt eine exaktere Positionierung der Bremsbürsten
42 in Abhängigkeit vom Bogenformat der Bogen 6 und ermöglicht, den Bremsbürstenträger
46 weiter aus dem Kollisionsbereich mit den Oberwerkzeugen 50 zu verschieben. Sobald
auch die Bremsbürsten 42 richtig positioniert sind, kann der Träger 46 in seine Arbeitsposition
in Richtung H abgesenkt und, wie in Fig. 3 dargestellt, relativ zum Maschinengestellt
5 arretiert werden. Die hier beschriebene Ausführung einer Bremseinrichtung aus pneumatische
Bogenbremse 41 und Bremsbürste 42, 46 stellt eine mögliche Ausführungsform dar, wie
sie auch bei der nachfolgend beschriebenen Erfindung Anwendung finden kann. Das Vorsehen
der pneumatischen Bogenbremse 41 ist jedoch fakultativ - es kann auch nur eine mechanische
Bremsbürste 42, 46 Verwendung finden.
[0030] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Bearbeitungsstation 4 der Stanzmaschine
100. Mit dem Bremsbürstenträger 46 ist eine Klemmeinrichtung 45 verbunden, durch welche
der Träger 46 an fest mit dem Maschinengehäuse 5 verbundenen Leisten arretiert wird.
Die pneumatische Bogenbremse 41 aus den Fig. 1 und 2, welche für die Erfindung fakultativ
ist, wird in der Ausführung gemäß Fig. 3 nicht verwendet. In der Darstellung sind
Positionen angegeben, wo sich ein an dem Spannrahmen 51 des Oberwerkzeugs 50 befestigter
Reflektor 61 befinden kann. Ein Sensor 60, welcher auf den Reflektor 61 ausgerichtet
ist, ist am Bremsbürstenträger 46 angebracht.
[0031] In Figur 4a ist eine Nutzentrennstation 4 mit der Bogenstanz- und/oder -prägemaschine
100 näher dargestellt: Ein Nutzentrennwerkzeug 52 wird von einem Spannrahmen 51 aufgenommen
und ist mit diesem zusammen hubbeweglich h. Das Nutzentrennwerkzeug 52 wirkt zusammen
mit einem Nutzentrenngitter 53, welches fest unterhalb der Bogentransportebene E angeordnet
ist. Ein jeweiliger Bogen 6 wird in Bogentransportrichtung E zwischen das Nutzentrennwerkzeug
52 und das Nutzentrenngitter 53 transportiert und dort angehalten. Das Abbremsen des
Bogens 6 wird dabei unterstützt durch eine pneumatische Bogenbremse 41, welche unterhalb
der Bogentransportebene E angeordnet ist und durch eine Bremsbürste 42, 46, deren
Borsten 42 leicht auf einen jeweiligen Bogen 6 pressen und somit sicherstellt, dass
dieser einerseits abgebremst und andererseits im Wirkbereich der pneumatischen Bogenbremse
41 verbleibt. Anstelle der pneumatischen Bogenbremse 41 kann auch ein Leitblech eingesetzt
werden.
In der Darstellung von Figur 4a befindet sich das Oberwerkzeug 50 in seinem obersten
Totpunkt. Durch seine Hubbewegung h wird es soweit abgesenkt, dass Teile des Nutzentrennwerkzeugs
52 die Bogentransportebene E und damit auch einen jeweiligen Bogen 6 durchstoßen.
Während dieser Hubbewegung h würde der Spannrahmen 51 jedoch mit dem Bremsbürstenträger
46 kollidieren. Um diese Kollision zu vermeiden, ist ein Überwachungssystem vorgesehen,
welches bereits beim Einrichten der Maschine 100 zum Einsatz gelangt: An dem Bremsbürstenträger
46 ist ein Sensor 60 angebracht, welcher in Richtung des Spannrahmens 51 ausgerichtet
ist und die Position des Spannrahmens 51 erfasst. Der Spannrahmen 51 ist dazu mit
einer reflektierenden Fläche 61 versehen, wobei es sich um die Oberfläche des Spannrahmens
51 oder um einen speziell aufgebrachten Reflektor handeln kann. Solange sich der Bremsbürstenträger
46 mit dem Sensor 60 unterhalb des Spannrahmens 51 befindet, wird von dem Sensor 60
die Anwesenheit des Spannrahmens 51 erfasst. Der Sensor 60 ist mit einer Maschinensteuerung
15 über eine Datenleitung oder über eine kabellose Datenverbindung verknüpft. In der
Maschinensteuerung 15 kann, basierend auf den Messergebnissen des Sensors 60 eine
Auswertung erfolgen, ob die Position des Spannrahmens 51 mit der Position der Bremsbürste
und insbesondere dem Bremsbürstenträger 46 vereinbar ist. Im dargestellten Fall von
Figur 4a sind die Positionen von Bremsbürste 42, 46 und Spannrahmen 51 nicht miteinander
vereinbar und es würde zu einer Kollision kommen. Die Kollisionsgefahr kann den Maschinenbediener
von der Maschinensteuerung 15 über ein Interface 63 oder eine Warneinrichtung 62 angegeben
werden, indem ein Warnsignal ausgegeben wird. Auch kann der Maschinenbediener über
das Interface 63 der Maschinensteuerung 15 aufgefordert werden, die Position der Bremsbürste
42, 46 zu korrigieren. Um eine Kollision von Spannrahmen 51 und Bremsbürste 42, 46
zu vermeiden, ist eine Korrekturbewegung a3 erforderlich, d.h. der Bremsbürstenträger
46 muss entsprechend stromaufwärtig, d. h. entgegen der Bogentransportrichtung B,
verschoben werden.
[0032] In Figur 4a ist zusätzlich in gestrichelten Linien eine alternative Position des
Spannrahmens 51 angedeutet. Dabei handelt es sich um die maximal stromaufwärtige Position
des Spannrahmens bei Maximalformat. Auch die Bremsbürste 42, 46 ist mit gestrichelten
Linien in einer alternativen Position dargestellt. Befindet sich die Bremsbürste 42,
46 in dieser alternativen Position, so kann es nie zu einer Kollision der Bremsbürste
42, 46 mit dem Spannrahmen 51 kommen, da der Spannrahmen 51 sich nie in diesem maximal
stromaufwärtigen Positionsbereich befinden kann. Um diesen Positionsbereich, welcher
einen sicheren Bereich darstellt, zu überwachen, ist ein zusätzlicher Sensor 60 vorgesehen.
Sofern der Sensor 60 die Anwesenheit der Bremsbürste 42, 46 in diesem sicheren Bereich
detektiert, besteht keinerlei Kollisionsgefahr und eine weitere Erfassung durch den
anderen Sensor 60, welcher am Bremsbürstenträger 46 befestigt ist, der Position des
Spannrahmens 51 und eine nachfolgende Auswertung durch die Maschinensteuerung ist
dann nicht mehr erforderlich. Der zweite Sensor 60 ist dazu ebenfalls mit der Maschinensteuerung
15 über eine Datenleitung oder eine anderweitige Datenaustauschverbindung verknüpft.
[0033] In Figur 4b ist die Bremsbürste 42, 46 in einer alternativen Position dargestellt.
Die Position der Bremsbürste 42, 46 liegt dabei stromaufwärtiger als die Position
des Spannrahmens 51. Der am Bremsbürstenträger 46 angebrachte Sensor 60 kann somit
den Spannrahmen 51 nicht erfassen und die Auswertung durch die Maschinensteuerung
15 ergibt, dass keinerlei Kollisionsgefahr besteht. Damit die Bürsten 42 der Bremsbürste
42, 46 möglichst lange auf einen jeweiligen Bogen 6 einwirken, ist es noch möglich,
die Bremsbürste 42, 46 durch eine Korrekturbewegung a3 in Bogentransportrichtung B
zu verschieben. Erst wenn die Bremsbürste 42, 46 weiter in Bogentransportrichtung
B verschoben würde, würde erneut Kollisionsgefahr bestehen und der Sensor 60 würde
die Anwesenheit des Spannrahmens 51 oberhalb des Sensors 60 erfassen und die Maschinensteuerung
15 ein Warnsignal an den Maschinenbediener ausgeben.
[0034] In Figur 5 ist eine alternative Ausführungsform der Nutzentrennstation 4 dargestellt.
Während der Sensor 60 ebenfalls am Bremsbürstenträger 46 befestigt ist, wurde ein
stromaufwärtig über den Spannrahmen 51 hinaus stehender Reflektor 61 am Spannrahmen
51 angebracht. Der Sensor 60 ist nach oben in Richtung des Reflektors 61 bzw. des
Spannrahmens 51 ausgerichtet und kann diese erfassen. Sofern der Sensor 60 den Reflektor
61 erfasst, besteht keinerlei Kollisionsgefahr zwischen Bremsbürste 42, 46 und dem
Spannrahmen 51. Im in Figur 5 dargestellten Fall kann der Sensor 60 den Reflektor
61 nicht erfassen und die Auswertung durch die Maschinensteuerung 15 ergibt, dass
Kollisionsgefahr besteht, was dem Maschinenbediener durch ein entsprechendes Warnsignal
angezeigt werden kann. Um eine bevorstehende Kollision durch die Hubbewegung h des
Oberwerkzeugs 50 zu vermeiden, muss die Bremsbürste 42, 46 eine Korrekturbewegung
a3 erfahren. Sobald diese erfolgt ist, detektiert der Sensor 60 den Reflektor 61 und
die Prüfung durch die Maschinensteuerung 15 ergibt, dass die Position von Bremsbürste
42, 46 und Spannrahmen 51 miteinander vereinbar sind und keinerlei Kollisionsgefahr
mehr besteht.
[0035] In den Figuren 6a und 6b sind zwei weitere alternative Ausführungsformen der Nutzentrennstation
4 dargestellt. Gemäß der Ausführungsform von Figur 6a wird die Bremsbürste 42, 46
motorisch durch einen Motor in bzw. entgegen der Bogentransportrichtung B durch eine
Einstellbewegung a2 positioniert. Der Verstellmotor steht dabei in einer Datenaustauschverbindung
mit der Maschinensteuerung 15. Aus der Stellung des Verstellmotors kann die Maschinensteuerung
15 die Position d2 des Bremsbürstenträgers 46 bestimmen. Weiterhin ist ein Sensor
60 vorgesehen, welcher ebenfalls in Verbindung mit der Maschinensteuerung 15 steht
und seine Messdaten an diese übertragen kann. Der Sensor 60 ist auf den Spannrahmen
51 gerichtet, welcher gegebenenfalls an seiner stromaufwärtigen Stirnfläche mit einem
Reflektor 61 versehen sein kann. Durch den Sensor 60 wird die Position d1 des Spannrahmens
51 erfasst und an die Maschinensteuerung 15 gesendet. In der Maschinensteuerung 15
kann dann eine Überprüfung erfolgen, ob die Position d1 des Spannrahmens 51 und die
Position d2 des Bremsbürstenträgers 46 miteinander vereinbar sind. Im dargestellten
Beispiel von Figur 6a sind beide nicht miteinander vereinbar und es würde zu einer
Kollision des Spannrahmens 51 mit dem Bremsbürstenträger 46 kommen, sobald das Oberwerkzeug
50 seine Hubbewegung h ausführt. Deshalb muss die Bremsbürste 42, 46 entgegen der
Bogentransportrichtung B weiter stromaufwärtig verschoben werden. Diese Korrekturbewegung
a3 (nicht dargestellt) wird durch den Verstellmotor initiiert, welcher insbesondere
entsprechend durch die Maschinensteuerung 15 angesteuert werden kann.
[0036] In Weiterbildung dieser Ausführungsvariante - und wie in Fig. 6b dargestellt - ist
der Spannrahmen 51 ebenfalls durch einen Verstellmotor verstellbar. Da beide Verstellmotoren
von Bremsbürste 42, 46 und Spannrahmen 51 mit der Maschinensteuerung 15 in einer Datenaustauschverbindung
stehen, kann die Maschinensteuerung 15 aus den Stellungen der jeweiligen Verstellmotoren
die Positionen d1, d2 von Bremsbürste 42, 46 und Spannrahmen 51 ermitteln. Bei mangelnder
Vereinbarkeit der Positionen d1, d2 erfolgt durch die Maschinensteuerung 15 eine Ansteuerung
des Verstellmotors der Bremsbürste 42, 46, so dass diese eine Korrekturbewegung a3
(nicht dargestellt) ausführt und der Bremsbürstenträger 46 aus dem Kollisionsbereich
verfahren wird.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Anleger
- 2
- Stanzstation
- 3
- Ausbrechstation
- 4
- Ausleger mit Nutzentrennstation
- 5
- Maschinengehäuse
- 6
- Bogen
- 7
- Bogentransportsystem
- 8
- Greiferwagen
- 9
- Untertisch
- 10
- Obertisch
- 11
- Abfallstücke
- 12
- Wagen
- 13
- Palette
- 14
- Auslagestapel
- 15
- Steuerung mit Interface und Eingabegeräten
- 16
- Zuführtisch
- 40
- Bogenbremseinrichtung
- 41
- Pneumatische Bogenbremse
- 42
- Borsten
- 43
- Nut
- 44
- Mitnehmerbolzen
- 45
- Klemmeinrichtung
- 46
- Bremsbürstenträger
- 47
- Motor
- 50
- Oberwerkzeug Nutzentrennstation
- 51
- Spannrahmen
- 52
- Werkzeug
- 53
- Nutzentrenngitter
- 60
- Sensor
- 61
- Reflektor
- 62
- Interface
- 63
- Warneinrichtung
- 100
- Bogenstanz- und/oder -prägemaschine
- a1
- Einstellung Bogenbremse
- a2
- Einstellung Bremsbürste
- a3
- Korrekturbewegung
- d1
- Position Spannrahmen
- d2
- Position Bremsbürste
- h
- Hubbewegung Oberwerkzeug
- B
- Bogentransportrichtung
- E
- Bogentransportebene
- D
- Schwenkbeweglichkeit Bremsbürste
- H
- Höhenbeweglichkeit Mitnehmer
1. Überwachungsverfahren zur Kollisionsvermeidung eines hubbewegten (h) Oberwerkzeuges
(50) einer Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine (100) mit einer zu ihrer Positionierung
in und entgegen einer Transportrichtung (T) verschieblichen (a2) Bremsbürste (42,
46), wobei in einem ersten Schritt die Position (d1) eines Spannrahmens (51) zur Aufnahme
des Oberwerkzeuges (52) erfasst wird und in einem zweiten Schritt überprüft wird,
ob die Position (d2) der Bremsbürste (42, 46) mit der Position (d1) des Spannrahmens
(51) vereinbar ist, wobei der erste Schritt von einem Sensor (60) und der zweite Schritt
von einer Maschinensteuerung (15) der Flachbettstanz- und/oder-prägemaschine (100)
ausgeführt wird.
2. Überwachungsverfahren zur Kollisionsvermeidung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass über ein Interface (63) der Maschinensteuerung (15) und/oder eine optische und/oder
eine akustische Warneinrichtung (62) ein Warnsignal ausgegeben wird, wenn die Überprüfung
eine Unvereinbarkeit der Positionen (d1, d2) von Spannrahmen (51) und Bremsbürste
(42, 46) ergibt.
3. Überwachungsverfahren zur Kollisionsvermeidung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bremsbürste (42, 46) motorisch verstellbar ist und die Position (d2) der Bremsbürste
(42, 46) automatisch korrigiert wird, wenn die Überprüfung eine Unvereinbarkeit der
Positionen (d1, d2) von Spannrahmen (51) und Bremsbürste (42, 46) ergibt.
4. Überwachungsverfahren zur Kollisionsvermeidung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einem vorgeordneten Schritt mittels eines weiteren Sensors (60) überprüft wird,
ob sich die Bremsbürste (42, 46) in einem maximal stromaufwärtigen, sicheren Bereich
befindet.
5. Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine (100) zur Bearbeitung von flächenförmigen
Materialien (6) insbesondere aus Papier und Pappe, insbesondere zur Durchführung des
Überwachungsverfahrens zur Kollisionsvermeidung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
aufweisend mindestens eine Bearbeitungsstation (2, 3, 4) mit einem Spannrahmen (51)
und einem hubbeweglichen Oberwerkzeug (52), wobei das Oberwerkzeug (52) in dem Spannrahmen
(51) aufnehmbar ist und mit einer zu ihrer Positionierung in und entgegen einer Transportrichtung
(T) verschieblichen (a2) Bremsbürste (42, 46), wobei die Bremsbürste (42, 46) oberhalb
einer Transportebene (E) angeordnet ist und auf ein flächenförmiges Material (6) einwirken
kann, und weiter aufweisend eine Maschinensteuerung (15),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spannrahmen (51) über eine Reflektionsfläche (61), insbesondere einen Reflektor,
verfügt und, dass die Bearbeitungsstation (2, 3, 4) einen mit der Maschinensteuerung
(15) in einer Datenübertragungsverbindung stehenden Sensor (60) besitzt,
wobei der Sensor (60) auf die Reflektionsfläche (61) gerichtet ist, zur Bestimmung
der Position (d2) des Spannrahmens (51).
6. Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (61) an der Bremsbürste (42, 46) angeordnet ist, insbesondere an einem
Bremsbürstenträger (46), und, dass die Reflektionsfläche (61) an der Unterseite des
Spannrahmens (51) oder über den Spannrahmen (51) hinausstehend angebracht ist.
7. Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (60) an einem Maschinengestell (5) der Bearbeitungsstation (2, 3, 4) und
die Reflektionsfläche (61) an der stromaufwärtigen Stirnfläche des Spannrahmens (51)
angebracht ist, dass die Bearbeitungsstation (2, 3, 4) einen Verstellmotor (47) besitzt,
zum Verschieben der Bremsbürste (51) und, dass durch die Maschinensteuerung (15) aus
der Stellung des Verstellmotors (47) die Position der Bremsbürste (42, 46) bestimmbar
ist.
8. Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Flachbettstanz- und/oder -prägemaschine (100) über ein Interface (63) und/oder
eine optische und/oder eine akustische Warneinrichtung (62) verfügt zur Ausgabe eines
Warnsignals, wenn die Positionen (d1, d2) von Spannrahmen (51) und Bremsbürste (42,
46) unvereinbar sind.