[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beeinflussung einer auf einen Seiltrieb
wirkenden Seilwindenkraft sowie eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen
Verfahrens.
[0002] Aus der
DE 10 2004 046 130 A1, aus der
FR 2 843 954 A1, der
DE 24 51 547 A1, der
DE 23 01 623 A1, der
DE 38 19 447 C2, der
DE 10 2007 031 227 A1, der
US 4,172,529 und aus der
US 4,204,664 sind Vorrichtungen zum Aufwickeln eines Seiles auf eine Winde eines Seiltriebs bekannt.
[0003] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Beeinflussung einer
auf einen Seiltrieb wirkenden Seilwindenkraft derart zu verbessern, dass die auf den
Seiltrieb wirkende Seilwindenkraft abhängig von einem jeweiligen Seiltrieb-Betriebszustand
und einer äußeren Seilkraft regelbar ist.
[0004] Diese Aufgabe ist durch ein Verfahren mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass durch Ausüben einer Treibscheibenseilkraft auf
ein Seil eines Seiltriebs eine Seilwindenkraft abhängig von einem jeweiligen Seiltrieb-Betriebszustand
und von einer äußeren Seilkraft geregelt werden kann. Durch die Kombination des Seiltriebs,
der grundsätzlich lediglich zwei Betriebszustände ermöglicht, mit einer Vorrichtung
zum Erzeugen einer Treibscheibenseilkraft, die insbesondere als Treibscheibenantrieb
ausgeführt ist, können vier verschiedene Betriebszuständen nachgebildet werden. Dadurch
ist es möglich, eine auf den Seiltrieb wirkende Seilwindenkraft, die insbesondere
mittels einer Seilkraftmesseinheit bestimmbar ist, derart zu beeinflussen, dass die
Seilwindenkraft abhängig von einem Seiltrieb-Betriebszustand und von einer äußeren
Seilkraft regelbar ist. Ein kontrolliertes und verschleißarmes Wickeln wird ermöglicht,
indem das Seil mit möglichst konstanter und insbesondere geringer Seilwindenkraft
aufgespult wird. Ein zusätzlicher Antrieb des Seils vor der Winde kann das ermöglichen.
Dieses Antriebsprinzip beruht auf der Seilreibung gemäß der Euler-Eytelweinschen Formel.
Als konstante Seilwindenkraft wird ein zulässiger Toleranzbereich der Seilwindenkraft
verstanden, der insbesondere +/- 20% einer vorgegebenen Soll-Seilwindenkraft beträgt.
Insbesondere umfasst der zulässige Seilwindenkraftbereich +/-10% der vorgegebenen
Soll-Seilwindenkraft und insbesondere +/- 5% der vorgegebenen Soll-Seilwindenkraft.
Als Soll-Seilwindenkraft, die einer Vorspannung des Seils für ein optimales Aufwickeln
bzw. Abwickeln des Seiles dient, wird beispielsweise ein Wert von 2% einer Mindestbruchkraft
des Seiles oder von 10% der Nennkraft des Seiltriebes verwendet. Mittels eines Seils
kann die Vorrichtung an einem ersten Seilende mit dem Seiltrieb und an einem zweiten
Seilende mit einer Lastaufnahmevorrichtung wie beispielsweise einem Lasthaken, insbesondere
einer Hakenflasche, verbunden sein. Das Seil umschlingt insbesondere jeweils die beiden
Treibscheiben. Der Seiltrieb-Betriebszustand ist durch eine Betätigungsrichtung des
Seiltriebs beispielsweise durch eine Drehrichtung einer Winde des Seiltriebs, also
ein Auf- oder Abwickeln des Seils festgelegt. Eine äußere Seilkraft wird insbesondere
durch eine von der Lastaufnahmevorrichtung aufgenommene Last verursacht. Für eine
bereitgestellte Vorrichtung zum Erzeugen einer Treibscheibenseilkraft auf das Seil
können in Abhängigkeit des jeweiligen Seiltrieb-Betriebszustands und in Abhängigkeit
der äußeren Seilkraft verschiedene Treibscheibenantriebs-Betriebszustände bestimmt
werden. Es ergeben sich vier Treibscheibenantriebs-Betriebszustände, also mit oder
ohne an der Lastaufnahmevorrichtung angehängter Last sowie Aufwickeln oder Abwickeln
des Seils von der Winde des Seiltriebs. Diese Treibscheibenantriebs-Betriebszustände
werden als Leerhub heben, d. h. Aufwickeln des Seils ohne Last, Leerhub senken, d.
h. Abwickeln des Seils ohne Last, Betriebslast heben, d. h. Aufwickeln des Seils mit
Last, und Betriebslast senken, d. h. Abwickeln des Seils mit Last, bezeichnet. Insbesondere
ist es also mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, das Seil geregelt, also mit
konstanter Seilwindenkraft sowohl aufals auch abzuwickeln, wobei es unerheblich ist,
ob der Seiltrieb durch eine äußere Last belastet ist, d.h. ob eine Last an der Lastaufnahmevorrichtung
angehängt ist oder nicht. Ein Seilverschleiß, insbesondere auf einer mehrlagig bewickelten
Winde, ist reduziert. Dadurch, dass insbesondere auch beim Aufwickeln des Seiles auf
die Winde des Seiltriebs eine Kontrolle und ein Anpassen der Seilwindenkraft ermöglicht
sind, können Spulfehler und/oder Seilsprung infolge eines zu lockeren, instabilen
Seilverbands vermieden werden. Insbesondere kann vermieden werden, dass ein derart
fehlerhaft aufgewickeltes Seil, das anschließend einer starken äußeren Seilkraft infolge
einer hohen äußeren Last unterliegt, aus einer oberen Lage einer Seilwicklung in darunter
liegende, tiefere Lagen mit lockerer Wicklung eingezogen oder eingezwängt werden.
Diese Form der Seilbeschädigung ist durch das erfindungsgemäße Verfahren ausgeschlossen.
Zusätzlich seilbremsende Vorrichtungen, die als Seilquäler bezeichnet werden, sind
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entbehrlich.
[0006] Insbesondere kann mittels einer Steuerungs- oder Regelungseinheit ein Vierquadrantenbetrieb
des Treibscheibenantriebs nachgebildet werden. Dadurch sind zusätzliche Betriebszustände
ermöglicht, die mittels eines aus der
DE 10 2004 046 130 A1 bekannten Zweiquadrantenbetriebs zum Erzeugen einer konstanten Last beim Aufwickeln
eines Seiles auf den Seiltrieb nicht abgebildet werden. Insbesondere ermöglicht das
erfindungsgemäße Verfahren die Abbildung zusätzlicher Betriebszustände. Die Abbildung
der zusätzlichen Betriebszustände erfolgt durch ein Einstellen dieser Betriebszustände
in einem inkrementalen Regelbereich. Das bedeutet, dass das Regeln der auf den Seiltrieb
wirkenden Seilkraft auch für die zusätzlichen Betriebszustände Betriebslast senken
und Leerhub senken möglich ist. Dadurch ist die Seilführung und die Seilbeanspruchen
verbessert. Insbesondere ist ausgeschlossen, dass in Folge einer Geringbeanspruchung
des Seiles ein sogenanntes Hängseil oder Schlaffseil entsteht, da in Folge der äußeren
Seilkraft das Seil nicht mit ausreichender Zugbelastung beansprucht wird. Eine nicht
ausreichende Zugbelastung kann dann vorliegen, wenn beispielsweise die Belastung des
Seiles allein durch einen angehängten Haken oder eine eingescherte Unterflasche gegeben
ist und insbesondere eine äußere Last fehlt. Weiterhin kann auch ausgeschlossen werden,
dass in Folge einer Überbeanspruchung ein Reißen des Seiles auftritt. Insbesondere
kann ein derartiges Verfahren vorteilhaft zur gegenseitigen Regelung von Mehrfachseileinscherung
im Doppelseilbetrieb eingesetzt werden. Bei Mehrfachseileinscherung können die Seile
aufgrund von von den Seilscheiben verursachten Seilbremskräften stark unterschiedlich
abgebremst werden. Dabei erfolgt ein Ausgleich der Seilkräfte derart, dass ein Schiefstellen,
also ein Verdrehen einer Doppelunterflasche vermieden wird, wobei insbesondere zusätzliche
Vorrichtungen, die aus der
EP 1 924 520 B 1 und/oder aus der
EP 1 773 706 B1 zur Vermeidung des Schiefstellens einer Doppelunterflasche bekannt sind, nicht erforderlich
sind. Diese Seilkraftunterschiede können im Vierquadrantenbetrieb dynamisch schon
im Seilstrang berücksichtigt und vermieden, insbesondere ausgeglichen werden. Es ist
denkbar, dass ein Verfahren in dem genannten Vierquadrantenbetrieb des Treibscheibenantriebs
einen Doppelseiltrieb bei extrem langen Seillängen von beispielsweise mehr als 1000m
erst ermöglicht.
[0007] Vorteilhaft ist es, wenn der Treibscheibenantrieb einen Antriebsmotor, insbesondere
einen Elektromotor, aufweist, der in Abhängigkeit des Seiltrieb-Betriebszustands ein
Drehmoment in einer erforderlichen Größe zu Verfügung stellt, damit eine von dem Treibscheibenantrieb
verursachte Treibscheibenseilkraft zu einer gewünschten Seilwindenkraft führt. Insbesondere
ist ein Regelalgorithmus des Treibscheibenantriebs direkt von dem Seiltrieb-Betriebszustand
abhängig.
[0008] Ein Verfahren nach Anspruch 2 ermöglicht eine vorteilhafte Regelung der Seilwindenkraft
in Relation zur äußeren Seilkraft.
[0009] Ein Verfahren nach Anspruch 3 ermöglicht eine schnelle und effektive Regelung der
Seilwindenkraft.
[0010] Ein Verfahren nach Anspruch 4 ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Ermittlung
der äußeren Seilkraft.
[0011] Ein Verfahren nach Anspruch 5 ermöglicht eine besonders genaue Ermittlung der äußeren
Seilkraft.
[0012] Ein Verfahren nach Anspruch 6 ermöglicht ein Überwachen der Treibscheibenseilkraft.
[0013] Ein Verfahren nach Anspruch 7 ermöglicht eine verbesserte Regelung der Seilwindenkraft.
[0014] Ein Verfahren nach Anspruch 8 ermöglicht die Berücksichtigung verschiedener Einflussgrößen
zur Erzeugung der Steuerungs- oder Regelungsgröße.
[0015] Ein Verfahren nach Anspruch 9 ermöglicht eine Regelung der Treibscheibenseilkraft
derart, dass die resultierende Seilwindenkraft unabhängig von der Drehgeschwindigkeit
der Winde ist. Die Treibscheibenseilkraft reagiert unmittelbar auf eine Veränderung
der äußeren Seilkraft aufgrund des Druckniveaus im geschlossenen Regelkreis. Das Verfahren
ist unabhängig von der Geschwindigkeit des Seiles und insbesondere von Beschleunigungen
oder Abbremsungen des Seiles.
[0016] Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Beeinflussung
einer auf einen Seiltrieb wirkenden Seilwindenkraft zu verbessern, um insbesondere
einen Seilverschleiß zu reduzieren und Spulfehler beim Aufwickeln des Seiles zu vermeiden.
[0017] Diese Aufgabe ist durch eine Vorrichtung mit den im Anspruch 10 angegebenen Merkmalen
gelöst.
[0018] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass zwei Treibscheiben zur Ausübung einer Treibscheibenseilkraft
auf ein Seil eines Seiltriebs verwendet werden, wobei die Treibscheiben mindestens
mittels eines Antriebs und insbesondere jeweils mittels eines Antriebs unabhängig
voneinander antreibbar sind. Die Vorrichtung gewährleistet, dass die auf den Seiltrieb
wirkende Seilkraft unabhängig von der jeweiligen Betriebsart des Seiltriebes kontrolliert
ist. Der Treibscheibenantrieb kann also unabhängig von dem Seiltrieb geregelt werden.
Mittels der beiden Treibscheiben ist es also möglich, das Auf- bzw. Abwickeln des
Seils von der Winde des Seiltriebs gezielt zu unterstützen, d. h. die Winde des Seiltriebs
zu belasten bzw. zu entlasten. Aufgrund der unterstützenden Wirkung der Treibscheibenseilkraft
kann die Winde eines primären Seiltriebs kleiner und insbesondere mit reduzierter
Leistung und Bremse ausgelegt werden. Dadurch kann das Gesamtgewicht der Windenanordnung
einer Arbeitsmaschine reduziert und der Kostenaufwand verringert werden. Es ist auch
möglich, die genannte Vorrichtung an einer bereits existierenden Arbeitsmaschine nachzurüsten.
Im Falle der Ausführung der Vorrichtung als Nachrüstsatz für eine bestehende Arbeitsmaschine
ist es insbesondere nicht erforderlich, erhöhte Sicherheitsanforderungen an die Treibscheiben
zu richten, da sicherheitsrelevante Funktionen wie beispielsweise eine Bremsfunktion
von dem ohnehin an der Arbeitsmaschine vorhandenen Seiltrieb erfüllt sein muss. Insbesondere
werden an die Vorrichtung als Nachrüstsatz dieselben Sicherheitsanforderungen gestellt
wie an einen primären Seiltrieb. Selbst ein vorübergehender Ausfall der Vorrichtung
beispielsweise durch Vereisen der Treibscheiben kann toleriert werden. Die Vorrichtung
kann als Nachrüstsatz unkompliziert, insbesondere funktionsreduziert, und kostengünstig
ausgeführt sein. Es ist möglich, auf einem Zwischenstück vorgerüstete Konsolen und/oder
Hydraulikleitungen vorzusehen, um ein späteres Nachrüsten der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zu vereinfachen. Es ist vorteilhaft, in geometrischer Nähe zu dem Treibscheibenantrieb,
ein autarkes Hydraulikaggregat, das beispielsweise aus der
EP1 641 703 B1 bekannt ist, vorzuhalten und dafür notwendige Kabel bereits vorzurüsten.
[0019] Eine Vorrichtung nach Anspruch 11 ermöglicht eine automatische Anpassung und Regelung
der Treibscheibenseilkraft, durch Regelung von Antriebsdrehmoment und/oder Antriebsdrehzahl
von mindestens einem der Antriebe.
[0020] Eine Vorrichtung nach Anspruch 12 ermöglicht eine vereinfachte und direkte Ansteuerung
der Antriebe. Insbesondere ist es vorteilhaft, dass ein vorgegebenes Soll-Drehmoment
direkt erzeugt und angesteuert werden kann. Eine Vorrichtung mit Hydraulikantrieben
für die Treibscheiben ist unkompliziert und kostengünstig realisierbar. Insbesondere
ist es möglich, eine Versorgung der Hydraulikantriebe über eine ohnehin an einem Arbeitsgerät
vorhandene Hydraulikeinrichtung bereitzustellen. Es ist auch möglich, dass die Hydraulikantriebe
durch einen geschlossenen, autarken Hydraulikkreis angesteuert werden. Die Verwendung
insbesondere von frequenzgeregelten Elektromotoren ermöglicht eine direkte und genauere
Regelung des Antriebsmoments. Die Elektromotoren sind zudem einfacher in einen möglichen
Regelkreis integrierbar. Eine darauf abgestellte Regelung kann nahe Echtzeit erfolgen.
Darüber hinaus weisen Elektromotoren einen gegenüber Hydraulikantrieben verbesserten
Wirkungsgrad auf. Die Umweltbelastung ist wegen reduzierter Emissionen verringert.
Der Antrieb kann auch als Motor-Getriebe-Kombination ausgeführt sein. Eine derartige
Kombination ermöglicht eine insbesondere kleinbauende Realisierung des Antriebs. Der
Antrieb kann dadurch insbesondere vorteilhaft an der Vorrichtung angeordnet sein und
ermöglicht insgesamt eine kleinbauende, gewichtsreduzierte Ausführung des Treibscheibenantriebs.
[0021] Eine Vorrichtung nach Anspruch 13 ermöglicht eine vereinfachte und effektive Steuerung
der Treibscheiben.
[0022] Eine Vorrichtung nach Anspruch 14 ermöglicht eine gezielte und insbesondere robuste
Seilführung an den Treibscheiben. Insbesondere ist eine Überlagerung einzelner Seilstränge
in der Vorrichtung vermieden. Eine Vorrichtung, bei der die Treibscheiben jeweils
eine verschiedene Anzahl von Rillen aufweisen und insbesondere eine Treibscheibe genau
eine Rille mehr aufweist als die jeweils andere Treibscheibe, ermöglicht eine vorteilhafte
Seilführung.
[0023] Eine Vorrichtung nach Anspruch 15 ermöglicht eine unkomplizierte und gleichzeitig
stabile Anordnung der Vorrichtung an einer Arbeitsmaschine, insbesondere einem Kran.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines Gittermastauslegers eines Krans mit zwei erfindungsgemäßen
Vorrichtungen,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Detaildarstellung einer Vorrichtung gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Fig. 2 entsprechende Darstellung einer Seilführung an der Vorrichtung,
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung gemäß Linie IV-IV in Fig. 2,
- Fig. 5
- eine Prinzipdarstellung der Vorrichtung mit auf ein Seil eines Seiltriebs wirkenden
Kräften in einem Treibscheibenantriebs-Betriebszustand Leerhub heben,
- Fig. 6
- eine Fig. 5 entsprechende Darstellung in einem Treibscheibenantriebs-Betriebszustand
Betriebslast heben,
- Fig. 7
- eine Fig. 5 entsprechende Darstellung in einem Treibscheibenantriebs-Betriebszustand
Betriebslast senken,
- Fig. 8
- eine Fig. 5 entsprechende Darstellung in einem Treibscheibenantriebs-Betriebszustand
Leerhub senken,
- Fig. 9
- eine schematische Darstellung eines geschlossenen Hydraulikkreises für die erfindungsgemäße
Vorrichtung und
- Fig. 10
- Darstellung einer Kennlinie für die Regelung der Seilwindenkraft.
[0025] In Fig. 1 ist ein Gittermastausleger 1 eines Krans, der insbesondere als Gittermastkran
ausgeführt sein kann, dargestellt. An dem Gittermastausleger 1 sind zwei erfindungsgemäße
Vorrichtungen 2 befestigt. Die Vorrichtungen 2 sind entlang einer Seilführung eines
nicht dargestellten Seiltriebes zwischen einer nicht dargestellten Winde des Seiltriebes
und einer nicht dargestellten Lastaufnahmevorrichtung zur Aufnahme einer äußeren Last,
angeordnet. Dadurch, dass an dem Gittermastausleger 1 zwei Vorrichtungen 2 angeordnet
sind, ist der Betrieb einer Doppelhakenflasche als Lastaufnahmevorrichtung möglich.
Es ist auch möglich, an einer Arbeitsmaschine genau eine für den Betrieb einer Hakenflasche
oder mehr als zwei Vorrichtungen 2 zu verwenden.
[0026] Die Verwendung der Vorrichtung 2, die als Treibscheibenantrieb ausgeführt ist, ist
für verschiedene Arbeitsmaschinen, insbesondere für einen Raupenkran, anwendbar.
[0027] Im Folgenden wird die Vorrichtung 2 anhand der Figuren 2 bis 4 näher erläutert. Die
Vorrichtung 2 weist einen Aufnahmerahmen 3 auf, in dem eine erste Treibscheibe 4 und
eine zweite Treibscheibe 5 angeordnet sind. Die erste Treibscheibe 4 wird um ihre
Drehachse 6 von einem ersten Antrieb 7 über ein erstes Getriebe 8 angetrieben. Der
erste Antrieb 7 ist als Hydraulikantrieb ausgeführt. Das erste Getriebe 8 ist mittels
eines ersten Flansches 9 an einer Vertikalwand 10 des Aufnahmerahmens 3 in axialer
Richtung der Drehachse 6 gehalten. Weiterhin weist das erste Getriebe 8 einen zweiten
Flansch 11 auf, an dem die erste Treibscheibe 4 in axialer Richtung entlang der Drehachse
6 gehalten ist. Die erste Treibscheibe 4 ist mit einer Getriebeöffnung 12 auf das
erste Getriebe 8 aufgesteckt. Für eine vereinfachte Montage der Vorrichtung 2 ist
das erste Getriebe 8 in einem in der Getriebeöffnung 12 aufzunehmenden Abschnitt konisch
verjüngend ausgeführt.
[0028] An einer der Antriebsvertikalwand 10 gegenüberliegend angeordneten Lagervertikalwand
13 ist ein Lagerzapfen 14 vorgesehen, der in einem Loslager 15, das in einer Lageröffnung
16 der ersten Treibscheibe 4 angeordnet ist, drehbar gelagert ist. Entlang der Drehachse
6 sind der erste Antrieb 7, das erste Getriebe 8, der Lagerzapfen 14 und das Loslager
15 konzentrisch zueinander orientiert.
[0029] Die erste Treibscheibe 4 weist an ihrer äußeren Zylindermantelfläche vier Rillen
17 auf, die zur Seilführung beim Auf- bzw. Abwickeln eines Seils von der ersten Treibscheibe
4 dienen. Die Rillen 17 sind jeweils durch dazwischen angeordnete Rillenkränze getrennt.
Weiterhin weist die erste Treibscheibe 4 sich von den Rillen 17 schräg nach außen
gerichtete Flanken 18 auf.
[0030] Die zweite Treibscheibe 5 ist in identischer Weise an dem Aufnahmerahmen 3 gehalten.
Die zweite Treibscheibe 5 ist um ihre Drehachse 19 mittels eines zweiten Antriebs
20 über ein zweites Getriebe 21 antreibbar. Der einzige Unterschied besteht darin,
dass die zweite Treibscheibe 5 drei anstelle von vier Rillen 17 aufweist. Dadurch
wird eine in Fig. 3 mittels Strichpunktlinie dargestellte Führung eines Seils 22 ermöglicht.
Das Seil 22 läuft gemäß Fig. 3 von links oben von der Lastaufnahmevorrichtung kommend
in die erste Treibscheibe 4 ein. Das Seil 22 wird entlang der Rillen 17 der Treibscheiben
4, 5 gewickelt. Die Anzahl von Umschlingungen 23 des Seils 22 ergibt sich aus der
Anzahl der Rillen 17 beider Treibscheiben 4, 5. Dadurch, dass die erste Treibscheibe
4 eine Rille 17 mehr aufweist als die zweite Treibscheibe 5, wird das Seil 22 an den
Treibscheiben 4, 5 der Vorrichtung 2 derart umgelenkt, dass ein Einlauf 24 des Seiles
22 von der Lastaufnahmevorrichtung her kommend und ein Auslauf 25 des Seiles 22 zu
einem Seiltrieb hin in einer gleichen Ebene angeordnet sind. In Fig. 3 ist der Einlauf
24 oben links und der Auslauf 25 unten rechts dargestellt. Der Einlauf 24 und der
Auslauf 25 sind zueinander parallel.
[0031] Die Vorrichtung 2 weist weiterhin eine in den Fig. 1 bis 4 nicht dargestellte, im
weiteren Verlauf noch erläuterte Regelungseinheit auf, die mit den Antrieben 7, 20
in Signalverbindung steht. Die Regelungseinheit dient zur Regelung von Antriebsdrehmoment
und/oder Antriebsdrehzahl der Antriebe 7, 20. Zusätzlich oder alternativ kann jeder
Antrieb 7, 20 eine nicht dargestellte automatische Drehmomentensteuerung aufweisen,
die auch als Mooringsteuerung bezeichnet wird. Als Stellgröße für die Mooringsteuerung
wird der Pumpendruck verwendet. Der vorgegebene Druck wird durch die Pumpe konstant
gehalten, woraus ein an den Hydraulikmotoren des Treibscheibenantriebes konstantes
Moment unabhängig von der Drehrichtung der Antriebe folgt.
[0032] Im Folgenden wird anhand der Fig. 5 bis 8 die Funktionsweise der Vorrichtung 2, also
ein Verfahren zur Beeinflussung einer auf einen Seiltrieb wirkenden Seilwindenkraft,
näher beschrieben.
[0033] Die Vorrichtung 2 ist an einem ersten, in Fig. 5 links dargestellten Seilende des
Seiles 22 über eine Seilrolle 26 der Ober- und Unterflasche mit der Lastaufnahmevorrichtung
in Form einer symbolisch dargestellten Hakenflasche 27 verbunden. Bei Mehrfachseileinscherung
können auch mehrere Seilrollen 26 vorgesehen sein. Weiterhin ist die Vorrichtung 2
an einem zweiten, in Fig. 5 rechts dargestellten Seilende des Seiles 22 mit einer
Winde 28 verbunden. Die Winde 28 ist Teil des insgesamt mit 29 bezeichneten Seiltriebs.
Der Seiltrieb 29 weist einen nicht dargestellten Antrieb zum Antreiben der Winde 28
um die Windendrehachse 30 auf. Gemäß der Darstellung in Fig. 5 ist an der Hakenflasche
27 keine Last angehängt. Eine von der Hakenflasche 27 eingeleitete Lastkraft 31 ist
gering und basiert im Wesentlichen auf dem Eigengewicht der Hakenflasche 27 und des
Seils 22. In Fig. 5 wird das Seil 22 von dem Seiltrieb 29 auf die Winde 28 aufgewickelt.
Dazu wird die Winde 28 entlang der Aufwickeldrehrichtung 32 um die Windendrehachse
30 gemäß Fig. 5 im Uhrzeigersinn gedreht. Ein Seiltrieb-Betriebszustand ist dadurch,
also insbesondere durch das Vorgeben der Aufwickeldrehrichtung 32 der Winde 28, festgelegt.
Fig. 5 zeigt den Treibscheibenantriebs-Betriebszustand Leerhub heben.
[0034] Mittels einer nicht dargestellten Seilkraft-Messvorrichtung, die insbesondere als
eine an einem Kran ohnehin vorhandene Lastmomentenbegrenzung ausgeführt sein kann,
wird die auf den Seiltrieb 29 wirkende äußere Seilkraft 33 ermittelt. Die äußere Seilkraft
33 gibt die Vorspannung an, mit der das Seil 22 auf die Winde 28 aufgewickelt wird.
Die ermittelte Seilkraft 33 kann insbesondere als Eingangssignal für die Regelungseinheit
34 der Vorrichtung 2 dienen. Alternativ zu der Seilkraft-Messvorrichtung, die ein
direktes Ermitteln der äußeren Seilkraft 33 ermöglicht, ist es auch möglich, die äußere
Seilkraft 33 aus der Lastkraft 31 indirekt zu ermitteln. Die indirekte Ermittlung
der äußeren Seilkraft 33 ist unkompliziert möglich. Insbesondere ist der apparative
Aufwand dafür gering.
[0035] Das Seil 22 wird mit einer Seilwindenkraft 35 auf die Winde 28 aufgewickelt. Um zu
gewährleisten, dass in dem Betriebszustand Leerhub heben das Seil 22 mit ausreichender
Vorspannung, also nicht zu locker, auf die Winde 28 aufgewickelt wird, werden die
Treibscheiben 4, 5 der Vorrichtung 2 derart angesteuert und insbesondere geregelt,
dass eine Treibscheibenseilkraft 36 auf das Seil 22 der Seilwindenkraft 35 entgegenwirkt.
Durch die Treibscheibenseilkraft 36 wird die Seilwindenkraft 35 geregelt. Die Seilwindenkraft
35 ist die Resultierende aus Treibscheibenseilkraft 36 und äußerer Seilkraft 33. Die
äußere Seilkraft 33 ergibt sich aus der Lastkraft 31 je nach Lastfall durch das System
umfassend das Seil 22, die Unterflasche oder eine einfache Lastaufnahmevorrichtung.
Die äußere Seilkraft 33 ist der Seilwindenkraft 35 entgegengesetzt. Das bedeutet,
die äußere Seilkraft 33 und die Seilwindenkraft 35 kompensieren sich. Die äußere Seilkraft
33 und die Seilwindenkraft 35 sind insbesondere im gewöhnlichen Betrieb der Vorrichtung
betragsgleich und heben sich gegenseitig auf. Eine aus diesen beiden Kräften 33, 35
gebildete resultierende Kraft ist 0. Um die Seilwindenkraft 35 bei einer vorgegebenen
äußeren Seilkraft 33 verändern zu können, insbesondere zu vergrößern oder zu verkleinern,
ist der Treibscheibenantrieb 2 eingefügt. Je nach Lastfall und Betriebsart kann die
Seilwindenkraft 35 durch die Treibscheibenseilkraft 36 vergrößert oder verringert
werden. Insbesondere ist die Wirkrichtung der Treibscheibenseilkraft 36 durch die
Antriebsrichtung der Treibscheiben 4, 5 einstellbar. Die Treibscheibenseilkraft 36
kann also gleichsinnig oder gegensinnig zur Seilwindenkraft 35 eingestellt werden.
[0036] Der Zusammenhang der Seilkräfte 33, 35 und 36 ist in dem Kennliniendiagramm gemäß
Fig. 10 graphisch dargestellt, indem die Seilwindenkraft 35 und die Treibscheibenseilkraft
36 jeweils als Funktion der äußeren Seilkraft 33 dargestellt sind. Exemplarisch sind
die jeweiligen Kräfte in Fig. 10 in N angegeben. Das Kennliniendiagramm zeigt rein
qualitativ die Zusammenhänge zwischen den Kräften 33, 35 und 36. In dem Kennliniendiagramm
gemäß Fig. 10 ist die Seilwindenkraft 35 als gestrichelte Linie dargestellt. Die Seilwindenkraft
35 ist identisch mit der äußeren Seilkraft 33, wenn keine Treibscheibenseilkraft 36
vorgesehen ist. Entsprechend ist die Seilwindenkraft 35 eine Ursprungsgerade mit der
Steigung 1. Die Treibscheibenseilkraft 36 ist in Fig. 10 mittels einer durchgezogenen
Linie dargestellt. Die durchgezogene Linie entspricht einer möglichen vorgegebenen
Kennlinie für die Treibscheibenseilkraft 36. Die Treibscheibenseilkraft 36 weist einen
linear ansteigenden Bereich auf, wobei die Steigung der Kennlinie geringer ist als
die der Seilwindenkraft 35. Bei Erreichen oder Überschreiten einer kritischen äußeren
Seilkraft 33 F
krit, die gemäß dem gezeigten Kennliniendiagramm 180 N beträgt, folgt die Treibscheibenseilkraft
36 einem Plateau, d. h. die Treibscheibenseilkraft 36 ist für eine äußere Seilkraft
33, die größer ist als F
krit, konstant. Die Kennlinie 36 kann auch einen fallenden Abschnitt aufweisen. Die Kennlinie
kann zumindest abschnittsweise auch nicht-linear ausgeführt sein und insbesondere
einen quadratischen, kubischen, exponentiellen, logarithmischen oder in anderer Weise
gekrümmten Funktionsverlauf aufweisen. Weiterhin ist in Fig. 10 eine strichpunktierte
Linie 42 dargestellt. Die strichpunktierte Linie 42 gibt den Verlauf der Seilwindenkraft
35 an, die durch die der Kennlinie 36 folgende Treibscheibenseilkraft reduziert ist.
Dies gilt für die Betriebszustände Leerhub senken (Fig. 5) und Leerhub heben (Fig.8).
Es ist auch möglich, dass die Kennlinie 36 zu der Seilwindenkraft 35 addiert wird.
Dies gilt für die Betriebszustände Betriebslast heben (Fig. 6) und Betriebslast senken
(Fig. 7).
[0037] Um die Treibscheibenseilkraft 36 gemäß Fig. 5 zu gewährleisten, werden die Treibscheiben
4, 5, die gleichsinnig mit der Aufwickeldrehrichtung 32 entlang einer Treibscheibendrehrichtung
37 um die jeweilige Drehachse 6, 19 drehen, mit einem gleichgerichteten Antriebsdrehmoment
angetrieben. Die beiden Treibscheiben 4, 5 sind von einem Hydraulikantrieb 7, der
von einer Hydraulikpumpe 38 mit Hydraulikmedium durch die Regelungseinheit 34 geregelt
versorgt wird, angetrieben.
[0038] Der Treibscheibenantriebs-Betriebszustand Betriebslast heben gemäß Fig. 6 unterscheidet
sich von dem gemäß Fig. 5 dadurch, dass an der Hakenflasche 27 eine äußere Last 39
angebracht ist. Die Lastkraft 31 ist vergleichsweise hoch. Aufgrund der hohen Lastkraft
31 werden die Antriebe 7, 20 von der Regelungseinheit 34 mit einem Antriebsdrehmoment
derart angesteuert, dass die Treibscheiben 4, 5 entlang der Treibscheibendrehrichtung
37, die Winde 28 unterstützend angetrieben werden. Dadurch wird eine Treibscheibenseilkraft
36 auf das Seil 22 bewirkt, die in die gleiche Richtung wie die Seilwindenkraft 35
wirkt. Das bedeutet, dass die von den Treibscheiben 4, 5 verursachte Treibscheibenseilkraft
36 die Winde 28 entlastet. Das Seil 22 wird mit der Seilwindenkraft 35 auf die Winde
28 aufgewickelt, wobei die Seilwindenkraft 35 kleiner ist als die äußere Seilkraft
33. Dadurch kann vermieden werden, dass in Folge einer hohen Last 39 das Seil 22 zu
straff aufgewickelt wird. Unzulässig hohe Dehnungen des Seils 22 werden vermieden.
[0039] Der Treibscheibenantriebs-Betriebszustand Betriebslast senken gemäß Fig. 7 unterscheidet
sich von dem Betriebszustand gemäß Fig. 6 dadurch, dass die Last 39 abgesenkt wird,
d. h. die Winde 28 wird entlang der Abwickeldrehrichtung 40 um die Drehachse 30 gedreht.
Das Seil 22 wird von der Winde 28 abgewickelt. Um die hohe Lastkraft 31 in Folge der
Last 39 zu reduzieren, werden die Treibscheiben 4, 5 der Vorrichtung 2 von der Regelungseinheit
34 derart angesteuert, dass die Treibscheiben 4, 5 mit einem der Abwickeldrehrichtung
40 entgegen gerichteten Antriebsdrehmoment beaufschlagt sind. Die Treibscheibenseilkraft
36 wirkt entlastend in gleicher Richtung wie die Seilwindenkraft 35, um eine zu hohe
Zuglast der Last 39 beim Abwickeln zu vermeiden. Durch die Vorrichtung 2 wird das
Seil 22 beim Abwickeln gebremst. Die Vorrichtung 2 entlastet die Winde 28.
[0040] Der in Fig. 8 dargestellte Treibscheibenantriebs-Betriebszustand Leerhub senken unterscheidet
sich gemäß dem in Fig. 7 dargestellten Zustand dadurch, dass das Seil 22 ohne Last
abgewickelt wird. Entsprechend wird die Winde 28 entlang der Abwickeldrehrichtung
40 um die Drehachse 30 gedreht. Dadurch, dass an der Hakenflasche 27 keine Last angehängt
ist, ist die Lastkraft 31 gering. Damit die Seilwindenkraft 35 beim Abwickeln des
Seils 22 von der Winde 28 groß genug ist, wird von der Vorrichtung 2 eine Treibscheibenseilkraft
36 bereitgestellt, die der Windenkraft 35 entgegenwirkt. Die Treibscheibenseilkraft
36 bewirkt also ein Abwickeln mit vorgegebener Seilwindenkraft 35, indem das Seil
22 mittels der Vorrichtung 2 von der Winde 28 abgezogen wird. Dabei ist die Seilwindenkraft
35 größer als die äußere Seilkraft 33.
[0041] Im Folgenden wird anhand der Fig. 9 der Treibscheibenantriebs-Betriebszustand Betriebslast
senken gemäß Fig. 7 die Funktionsweise der Hydraulikregelung näher erläutert. Die
Hydraulikantriebe 7, 20 werden derart gesteuert, dass in Abhängigkeit der äußeren
Seilkraft 33 und der Treibscheibendrehrichtung 37 die Antriebsdrehmomente der Treibscheiben
4, 5 die Treibscheibenseilkraft 36 bewirken. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 9 werden die Antriebsdrehmomente der Hydraulikantriebe 7, 20 mittels einer
automatischen Drehmomentensteuerung realisiert. Die Antriebe 7, 20 werden über eine
in einem geschlossenen Hydraulikkreis arbeitende Hydraulikpumpe 38 angesteuert. Der
Betrag und die Richtung des Antriebsdrehmomentes werden über eine Druckeinheit 41
an der Pumpe geregelt.
1. Verfahren zur Beeinflussung einer auf einen Seiltrieb (29) wirkenden Seilwindenkraft
(35), umfassend die Verfahrensschritte
- Bereitstellen eines Seiltriebes (29) mit einer antreibbaren Winde (28) und mit einem
auf der Winde (28) aufwickelbaren Seil (22),
- Bereitstellen einer Vorrichtung (2) zum Erzeugen einer Treibscheibenseilkraft (36)
auf das Seil (22),
- Bestimmen einer äußeren Seilkraft (33),
- Vorgeben eines Seiltrieb-Betriebszustands,
- Bereitstellen einer Steuerungs- oder Regelungseinheit (34) zum Beeinflussen der
Treibscheibenseilkraft (36),
- Erzeugen einer Steuerungs- oder Regelungsgröße mittels der Steuerungs- oder Regelungseinheit
(34) in Abhängigkeit der äußeren Seilkraft (33) und des vorgegebenen Seiltrieb-Betriebszustands,
- Erzeugen der Treibscheibenseilkraft (36) mittels der Vorrichtung (2) und Beeinflussen
der Treibscheibenseilkraft (36) mittels der Steuerungs- oder Regelungseinheit (34)
derart, dass die auf den Seiltrieb (29) wirkende Seilwindenkraft (35) abhängig von
dem jeweiligen Seiltrieb-Betriebszustands und der äußeren Seilkraft (33) regelbar
ist,
wobei die Vorrichtung (2) ein Treibscheibenantrieb ist,
wobei mittels der Steuerungs- oder Regelungseinheit (34) ein Vierquadrantenbetrieb
des Treibscheibenantriebs nachgebildet wird, und wobei die vier Treibscheibenantriebs-Betriebszustände
Leerhub heben, Leerhub senken, Betriebslast heben und Betriebslast senken sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die auf den Seiltrieb (29) wirkende Seilwindenkraft (35) derart regelbar ist, dass
sie relativ zur äußeren Seilkraft (33) reduziert oder erhöht ist.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die auf den Seiltrieb (29) wirkende Seilwindenkraft (35) derart regelbar ist, dass
die Treibscheibenseilkraft (36) in Abhängigkeit der äußeren Seilkraft (33) einer vorgegebenen
Kennlinie folgt.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein indirektes Ermitteln der äußeren Seilkraft (33) aus der Lastkraft (31).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch ein direktes Ermitteln der äußeren Seilkraft (33) mittels einer Seilkraft-Messvorrichtung.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Ermitteln der mittels der Vorrichtung (2) übertragbaren Treibscheibenseilkraft
(36) aus der äußeren Seilkraft (33).
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein Berücksichtigen der, insbesondere von einem Bediener vorgegebenen, Drehrichtung
(32, 40) der Winde (28) für das Erzeugen der Steuerungs- oder Regelungsgröße.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Eingangsgrößen, insbesondere die äußere Seilkraft (33), die Lastkraft (31),
die Drehrichtung (32, 40) und/oder die Drehgeschwindigkeit der Winde (28), zur Erzeugung
der Steuerungsoder Regelungsgröße verwendet werden.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Regelung der Treibscheibenseilkraft (36) derart, dass die resultierende Seilwindenkraft
(35) unabhängig von der Drehgeschwindigkeit der Winde (28) ist.
10. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Vorrichtung umfasst
a. zwei von einem Seil (22) umschlingbare Treibscheiben (4, 5) und
b. mindestens einen Antrieb (7, 20) zum Antreiben mindestens einer der Treibscheiben
(4, 5),
wobei mittels der Treibscheiben (4, 5) eine Treibscheibenseilkraft (36) auf das Seil
(22) erzeugt und mittels einer Steuerungs- oder Regelungseinheit (34) derart beeinflusst
wird, dass die auf den Seiltrieb (29) wirkende Seilwindenkraft (35) abhängig von einem
jeweiligen Seiltrieb-Betriebszustands und einer äußeren Seilkraft (33) regelbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungs- oder Regelungseinheit (34) mit dem mindestens einen Antrieb (7, 20)
zur Steuerung oder Regelung von Antriebsdrehmoment und/oder Antriebsdrehzahl des Antriebs
(7, 20) in Signalverbindung steht.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Antrieb (7, 20) ein Hydraulikmotor, ein Elektromotor oder eine
Motor-Getriebe-Kombination ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Antrieb (7, 20) eine automatische Drehmomentsteuerung aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass jede Treibscheibe (4, 5) mehrere Rillen (17) zur Seilführung aufweist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheiben (4, 5) in einem Aufnahmerahmen (3) angeordnet sind.