Stand der Technik
[0001] Ventile zum Einspritzen von Kraftstoff sind aus dem Stand der Technik in unterschiedlichen
Ausgestaltungen bekannt. Bei Hochdruckeinspritzventilen werden häufig Mehrlochdüsen
verwendet, bei denen der Kraftstoff durch Spritzlöcher in einen Brennraum eingespritzt
wird. Hierbei ist es bekannt, die Spritzlöcher an einem austrittsseitigen Ende mit
einer sogenannten Vorstufenbohrung zu versehen, welche bündig zu einer Bauteiloberfläche
abschließt. Hierbei ist ein Durchmesser der Vorstufenbohrung größer als ein Durchmesser
der Spritzlöcher. Ferner ist aus der
DE 199 37 961 A1 ein Kraftstoffeinspritzventil bekannt, bei dem eine zweistufige Abstufung vorgesehen
ist. Es hat sich nun herausgestellt, dass dort, wo flüssiger Kraftstoff die Brennraumwände
des Motors benetzt, unerwünschte Schadstoffemissionen, insbesondere Rußpartikel und
unverbrannte Kohlenwasserstoffemissionen, entstehen. Um diese Schadstoffbildung zu
vermeiden, muss der eingespritzte Kraftstoffstrahl eine möglichst geringe Strahleindringtiefe
haben. Ein bekannter Weg, um dies zu erreichen, besteht darin, die Spritzlochlänge
möglichst weit zu reduzieren (Spritzlochlänge < 0,3 mm). Aus Gründen der strukturmechanischen
Festigkeit sind dieser Möglichkeit jedoch Grenzen gesetzt.
Offenbarung der Erfindung
[0002] Das erfindungsgemäße Ventil zum Einspritzen von Kraftstoff mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 weist demgegenüber den Vorteil auf, dass auch ohne Reduzierung der Spritzlochlänge
eine Zerstäubung in feinste Tropfen und eine reduzierte Strahleindringtiefe erreicht
werden können. Hierdurch werden verbesserte Abgaswerte erreicht. Dies wird erfindungsgemäß
dadurch erreicht, dass ein Spritzloch einen sich von einer Eintrittsseite zu einer
Austrittsseite vergrößernden Querschnitt aufweist. Der Querschnitt vergrößert sich
dabei stufenweise in Strömungsrichtung mit genau einem ersten und einem zweiten Absatz.
Hierbei umfasst das erfindungsgemäße Spritzloch insgesamt drei Bereiche, nämlich einen
Eintrittsbereich, einen Austrittsbereich und einen Zwischenbereich, welcher zwischen
dem Eintrittsbereich und dem Austrittsbereich angeordnet ist. Die drei Bereiche sind
dabei jeweils zylindrisch ausgebildet und eine Länge des Zwischenbereichs in Axialrichtung
des Spritzlochs ist dabei jeweils kürzer als eine Länge des Eintrittsbereichs und
eine Länge des Austrittsbereichs in Axialrichtung des Spritzlochs. Durch diese erfindungsgemäße
Dimensionierung des Zwischenbereichs erfolgt eine aerodynamische Wechselwirkung zwischen
dem Einspritzstrahl und der Luft im und am Bereich des Spritzlochs. Hierdurch entsteht
ein stabiles, lokales Unterdruckgebiet, wodurch der eingespritzte Kraftstoffstrahl
sehr gut aufgefächert wird und eine Zerstäubung in feinste Tröpfchen unterstützt wird.
[0003] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
[0004] Vorzugsweise ist eine Länge des Zwischenbereichs in Axialrichtung des Spritzlochs
in einem Bereich von 1/3 bis einer Hälfte einer Länge des Austrittsbereichs in Axialrichtung.
Bei Einhaltung dieser Dimension des Zwischenbereichs wurde überraschenderweise eine
besonders gute Zerstäubung und eine reduzierte Strahleindringtiefe erhalten.
[0005] Weiter bevorzugt erfüllt ein Durchmesser des Zwischenbereichs die folgende Ungleichung:
wobei D1 ein Durchmesser des Eintrittsbereichs des Spritzlochs ist,
D2 ein Durchmesser des Zwischenbereichs des Spritzlochs ist, L1 eine Länge des Eintrittsbereichs
in Axialrichtung ist und
L3 eine Länge des Austrittsbereichs in Axialrichtung ist.
[0006] Weiter bevorzugt ist eine Länge L2 des Zwischenbereichs in einem Bereich von 40 µm
bis 80 µm, vorzugsweise 50 µm bis 70 µm. Weiter bevorzugt ist ein Durchmesser D1 des
Eintrittsbereichs in einem Bereich von 100 µm bis 250 µm, vorzugsweise 120 µm bis
230 µm. Ferner weiter bevorzugt ist ein Durchmesser D3 des Austrittsbereichs in einem
Bereich von 400 µm bis 600 µm, vorzugsweise 420 µm bis 580 µm und beträgt besonders
bevorzugt ungefähr 470 µm. Weiter bevorzugt ist ein Durchmesser D2 des Zwischenbereichs
in einem Bereich von 250 µm bis 450 µm, vorzugsweise 280 µm bis 420 µm.
[0007] Weiter bevorzugt umfasst das Ventil eine Anzahl von 5 bis 10 Spritzlöchern. Die Spritzlöcher
sind besonders bevorzugt alle identisch aufgebaut.
[0008] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Ventil eine
Spritzlochscheibe, in welcher die Spritzlöcher angeordnet sind.
[0009] Vorzugsweise ist eine Länge L1 des Eintrittsbereichs größer als eine Länge L3 des
Austrittsbereichs. Weiter bevorzugt ist eine Länge L1 des Eintrittsbereichs größer
als eine Hälfte einer Gesamtlänge L des Spritzlochs. Bevorzugt ist die Gesamtlänge
L des Spritzlochs größer als 0,3 mm.
[0010] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind der Eintrittsbereich,
der Zwischenbereich und der Austrittsbereich konzentrisch zur Mittelachse des Spritzlochs
angeordnet.
[0011] Das erfindungsgemäße Ventil wird vorzugsweise zur Hochdruckdirekteinspritzung verwendet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0012] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitende Zeichnung im Detail beschrieben. In der Zeichnung ist:
- Figur 1
- eine schematische Schnittansicht eines Ventils gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung und
- Figur 2
- eine schematische, vergrößerte Darstellung eines Spritzlochs des erfindungsgemäßen
Ventils.
Ausführungsformen der Erfindung
[0013] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 ein Ventil 1 gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Detail beschrieben.
[0014] Wie aus Figur 1 ersichtlich ist, umfasst das Ventil 1 zum Einspritzen von Kraftstoff
eine Vielzahl von Spritzlöchern 2, welche an einem einspritzseitigen Ende des Ventils
1 angeordnet sind. Das Ventil 1 umfasst ferner ein Ventilgehäuse 10, einen Magnetanker
11, welcher mit einer Ventilnadel 17 verbunden ist und Durchlassöffnungen 12 aufweist,
und eine Magnetspule 13. Das Ventil 1 umfasst ferner eine Schließfeder 14 und einen
elektrischen Anschluss 15. Ein Ventilsitz 6 ist an einem Ventilkörper 16 vorgesehen.
[0015] Der Magnetanker 11 ist in Axialrichtung Y-Y des Ventils 1 bewegbar und gibt die Spritzlöcher
2 frei bzw. verschließt diese. Figur 1 zeigt dabei den geschlossenen Zustand des Ventils
1.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Spritzloch 2 ist im Detail in Figur 2 gezeigt. In diesem Ausführungsbeispiel
sind alle Spritzlöcher des Ventils gleich aufgebaut, es ist jedoch auch möglich, dass
die Spritzlöcher 2 unterschiedlich aufgebaut sind.
[0017] Wie aus Figur 2 ersichtlich ist, umfasst das Spritzloch 2 genau einen Eintrittsbereich
21, einen Zwischenbereich 22 und einen Austrittsbereich 23. Der Zwischenbereich 22
ist dabei in Durchströmungsrichtung A zwischen dem Eintrittsbereich 21 und dem Austrittsbereich
23 angeordnet.
[0018] Der Magnetanker, welcher in Figur 2 nicht dargestellt ist, verschließt dabei das
Spritzloch 2 an einer Eintrittsseite 3 bzw. gibt die Eintrittsseite 3 frei. Bei freigegebenem
Spritzloch 2 tritt der einzuspritzende Kraftstoff an der Eintrittsseite 3 in das Spritzloch
ein und durchströmt das Spritzloch 2 in der Durchströmungsrichtung A. Der Kraftstoff
tritt dann an einer Austrittsseite 4 des Spritzlochs 2 wieder aus. Dabei erfolgt eine
Auffächerung des einzuspritzenden Kraftstoffs in ein Kraftstoffspray.
[0019] Erfindungsgemäß sind nun nur die drei Bereiche, nämlich der Eintrittsbereich 21,
der Zwischenbereich 22 und der Austrittsbereich 23, vorgesehen. Hierbei weist der
Eintrittsbereich 21 einen ersten Durchmesser D1 auf, welcher kleiner ist als ein zweiter
Durchmesser D2 des Zwischenbereichs 22 und ein dritter Durchmesser D3 des Austrittsbereichs
23.
[0020] Ferner weist der Eintrittsbereich 21 eine Länge L1 in Axialrichtung X-X des Spritzlochs
2 auf, welche größer ist als eine Länge L2 des Zwischenbereichs 22 und eine Länge
L3 des Austrittsbereichs 23. Dabei ist die Länge L2 des Zwischenbereichs am kürzesten.
L bezeichnet dabei die Gesamtlänge des Spritzlochs in Axialrichtung X-X.
[0021] Der Eintrittsbereich 21, der Zwischenbereich 22 und der Austrittsbereich 23 sind
jeweils zylindrisch vorgesehen und konzentrisch zur Mittelachse X-X des Spritzlochs
2.
[0022] Durch den Aufbau des Spritzlochs 2 mit genau drei Bereichen ergibt sich somit ein
erster Absatz 24 und ein zweiter Absatz 25. Durch die erfindungsgemäß definierten
Abmessungen des abgestuften Spritzlochs 2 kann somit ein Spray erzeugt werden, das
aufgrund der geometrischen Abmessungen des Zwischenbereichs 22 das infolge von aerodynamischen
Wechselwirkungen zwischen den Kraftstoff-Einspritzstrahl und der Luft ein stabiles,
lokales Unterdruckgebiet entsteht. Hierdurch erfolgt eine Auffächerung des austretenden
Kraftstoffstrahls und eine verbesserte Zerstäubung in feinste Tröpfchen. Ferner ist
es möglich, durch die kurze Ausbildung des Zwischenbereichs 22 in axialer Richtung
eine Gesamtlänge des Spritzlochs 2 gegenüber den bisherigen Spritzlöchern ohne Nachteile
bei der Gemischaufbereitung zu vergrößern. Ferner tritt durch die erfindungsgemäße
Ausgestaltung des Zwischenbereichs 22 auch die im Stand der Technik beschriebene Reduzierung
der Strahleindringtiefe auf.
[0023] Das erfindungsgemäße, zweistufig abgestufte Spritzloch 2 wird vorzugsweise durch
zerspanende Bearbeitung oder auch durch beispielsweise Metal Injection Molding (MIM)
oder durch Laserbohren oder durch Erodieren hergestellt. Hierdurch kann insbesondere
eine hohe Genauigkeit der Abmessungen der Durchmesser und der Längen der drei Bereiche
in Axialrichtung X-X des Spritzlochs sichergestellt werden.
1. Ventil zum Einspritzen von Kraftstoff, umfassend
- wenigstens ein Spritzloch (2), welches einen Querschnitt aufweist, der sich in Durchströmungsrichtung
(A) von einer Eintrittsseite (3) zu einer Austrittsseite (4) vergrößert,
- wobei die Vergrößerung des Spritzlochs (2) absatzweise in Durchströmungsrichtung
mittels eines ersten Absatzes (24) und eines zweiten Absatzes (25) erfolgt,
- wobei das Spritzloch (2) einen Eintrittsbereich (21), einen Austrittsbereich (23)
und einen Zwischenbereich (22) umfasst, wobei der Zwischenbereich (22) in Durchströmungsrichtung
(A) zwischen dem Eintrittsbereich (21) und dem Austrittsbereich (23) angeordnet ist,
- wobei der Eintrittsbereich (21), der Austrittsbereich (23) und der Zwischenbereich
(22) jeweils zylindrisch ausgebildet sind, und
- wobei eine Länge (L2) des Zwischenbereichs (22) in Axialrichtung (X-X) des Spritzlochs
(2) kürzer ist als eine Länge (L1) des Eintrittsbereichs (21) in Axialrichtung (X-X)
und kürzer ist als eine Länge (L3) der Austrittsbereichs (23) in Axialrichtung (X-X).
2. Ventil nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass eine Länge (L2) des Zwischenbereichs (22) In Axialrichtung (X-X) des Spritzlochs
ein Drittel bis eine Hälfte einer Länge (L3) des Austrittsbereichs (23) aufweist.
3. Ventil nach einem der vorgehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Durchmesser (D2) des Zwischenbereiches (22) die folgende Ungleichung erfüllt:

wobei D1 ein Durchmesser des Eintrittsbereiches (21) ist,
- L1 eine Länge des Eintrittsbereichs (21) ist und
- L3 eine Länge des Austrittsbereichs (23) ist.
4. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Länge (L2) des Zwischenbereichs (22) in einem Bereich von 40µm bis 80µm ist.
5. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Durchmesser (D1) des Eintrittsbereichs (21) in einem Bereich von 100 µm bis 250
µm liegt und/oder ein Durchmesser (D3) des Austrittsbereichs (23) in einem Bereich
von 400 µm bis 600 µm liegt und/oder
- ein Durchmesser (D2) des Zwischenbereichs (22) in einem Bereich von 250 µm bis 450
µm liegt.
6. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Anzahl von 5 bis 10
Spritzlöchern (2).
7. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das das Spritzloch in einer Spritzlochscheibe vorgesehen ist.
8. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L1) des Eintrittsbereichs (21) größer ist als die Länge (L3) des Austrittsbereichs
(23).
9. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L1) des Eintrittsbereichs größer ist als die Hälfte einer Gesamtlänge
(L) des Spritzlochs (2) in Axialrichtung (X-X) und/oder dass die Gesamtlänge (L) des
Spritzlochs (2) größer als 0,3 mm ist.
10. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Eintrittsbereich (21), der Zwischenbereich (22) und der Austrittsbereich (23)
konzentrisch zur Mittelachse (X-X) des Spritzlochs sind.