[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verkleiden eines Plattenheizkörpers mit
einem ebenen, im Wesentlichen rechteckigen Stahlblech, wobei eine Kante des Stahlblechs
in mindestens einem Eckbereich des Stahlblechs zu einer Rundung geschnitten wird,
in der Rundung ein Teilvolumen des Stahlblechs entfernt wird, und die Kante entlang
der Rundung zu einer offenen Nut umgeschlagen wird, und wobei der Plattenheizkörper
mit dem Stahlblech abgedeckt und verklebt wird.
[0002] Ein solches Verfahren ist aus
EP 0 703 415 bekannt. Gemäß dem bekannten Verfahren wird das Teilvolumen derart entfernt, dass
in der Rundung mindestens zwei in etwa radial verlaufende Zungen entstehen, die sich
beim Umschlagen im Wesentlichen aneinander anlagern und einen Rand der Nut bilden
sollen.
[0003] In der Praxis lagern sich durch Fertigungsungenauigkeiten beim Umschlagen die Zungen
häufig nur unvollständig aneinander an und bilden in diesen Fällen auch keinen definierten
Rand der Nut. Die dann am fertigen Produkt einzeln vorstehenden Zungen sind nicht
nur optisch unvorteilhaft, sondern bergen auch ein Verletzungsrisiko. Darüber hinaus
ist das Stahlblech an der derart unvollständig ausgebildeten Nut geschwächt und bruchgefährdet.
Aufgabe
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, an der Nut in der Rundung eine definierte
Kante auszubilden.
Lösung
[0005] Ausgehend von dem bekannten Verfahren wird nach der Erfindung vorgeschlagen, dass
beim Entfernen des Teilvolumens ein die Rundung bildender Rand an dem Stahlblech verbleibt.
Beim Umschlagen fließt der Werkstoff des Stahlblechs in die durch Entfernen des Teilvolumens
entstandenen Bereiche, während der Rand im Wesentlichen als zusammenhängender Bereich
erhalten bleibt und eine Kante der Nut ausbildet.
[0006] Vorzugsweise wird in einem erfindungsgemäßen Verfahren das Teilvolumen ausgestanzt.
Wenn auch die Rundung gestanzt wird, kann so das Teilvolumen in demselben Arbeitsgang
entfernt werden. Alternativ kann das Teilvolumen entfernt werden, indem das Stahlblech
vor dem oder beim Stanzen im Bereich der Rundung verdünnt wird.
[0007] Bevorzugt wird in einem solchen Verfahren das Teilvolumen kreisförmig ausgestanzt.
Das Stanzen von kreisförmigen Durchbrüchen ist besonders werkzeugschonend.
[0008] Weiterhin bevorzugt wird in einem Verfahren mit Ausstanzen des Teilvolumens das Teilvolumen
in einer Mehrzahl von voneinander durch Stege getrennten Abschnitten ausgestanzt.
Die durch mehrere - kleinere - Abschnitte entstehenden Löcher werden durch den fließenden
Werkstoff des Stahlblechs schneller ausgefüllt.
[0009] Vorteilhaft sind diese Abschnitte in einer Reihe entlang der Rundung angeordnet und
weisen bevorzugt zu einer Mitte der Reihe ansteigende Öffnungsquerschnitte auf. Beide
Maßnahmen fördern eine besonders gleichmäßige Ausbildung der Nut entlang der Rundung.
[0010] In einem erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein an den Eckbereich anschließender gerader
Bereich der Kante zu einer Fortsetzung der Nut umgeschlagen werden. Insbesondere kann
in einem erfindungsgemäßen Verfahren auch das Stahlblech mit einer an der Kante umlaufenden
Nut versehen werden.
[0011] Vorteilhafter Weise ist in einem solchen Verfahren die Rundung um einen Abstand gegenüber
dem geraden Bereich zu einem inneren Bereich des Stahlblechs versetzt. So wird der
Werkstoff des Stahlblechs um ein weiteres Teilvolumen vermindert.
[0012] Besonders bevorzugt läuft in einem solchen Verfahren der gerade Bereich zu der Rundung
in einem stumpfen Winkel aus. Stumpfe Winkel und gerundete Kantenverläufe begünstigen
das Fließen des Werkstoffs des Stahlblechs.
Ausführungsbeispiel
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- ein erstes Stahlblech zum erfindungsgemäßen Verkleiden eines Plattenheizkörpers,
- Fig. 2a
- das erste Stahlblech nach dem Umschlagen und
- Fig. 2b
- einen Detailschnitt des ersten Stahlblechs nach dem Umschlagen,
- Fig. 3a-b
- einen Eckbereich des ersten Stahlblechs und
- Fig. 4a-c
- Eckbereiche weiterer Stahlbleche zum erfindungsgemäßen Verkleiden eines Plattenheizkörpers.
[0014] Das im Wesentlichen rechteckige erste Stahlblech 1 aus Figur 1 mit einer Dicke 2
von 1 mm ist in den vier Eckbereichen 3 jeweils zu einer Rundung 4 geschnitten und
wird, wie in den Figuren 2a und 2b dargestellt, an der Kante 5 zu einer umlaufenden,
offenen Nut 6 mit einer Dicke 7 von 5 mm und einer Tiefe 8 von 6 mm umgeschlagen.
Zum Verkleiden wird das Stahlblech 1 mit einem (nicht weiter dargestellten) Plattenheizkörpers
verklebt.
[0015] Ein Eckbereich 3 ist in den Figuren 3a und 3b beispielhaft im Detail dargestellt:
Der Eckbereich 3 ist in sich spiegelsymmetrisch zu den beiden angrenzenden geraden
Bereichen 9 der Kante 5. Der Mittelpunkt 10 der Rundung 4 weist einen Abstand 11 von
13 mm von den angrenzenden geraden Bereichen 9 der Kante 5 auf. Die Rundung 4 weist
einen Radius 12 von 9 mm auf und ist damit um 4 mm gegenüber den geraden Bereichen
9 der Kante 5 zum inneren Bereich 13 des Stahlblechs 1 versetzt.
[0016] Der Eckbereich 3 weist drei kreisförmige Öffnungen 14, 15 auf, in denen jeweils ein
Teilvolumen des Stahlblechs 1 ausgestanzt ist. Die Öffnungen 14, 15 sind in einer
Reihe 16 mit einem Radius 17 von 8 mm parallel zu der Rundung 4 angeordnet. Die mittlere
Öffnung 14 weist einen Durchmesser 18 von 3 mm, die äußeren Öffnungen 15 weisen einen
Durchmesser 19 von 2 mm und einen Abstand 20 von 12 mm von den angrenzenden geraden
Bereichen 9 der Kante 5 auf.
[0017] Die Öffnungen 14, 15 sind durch radial verlaufende Stege 21 getrennt, die auf einem
die Rundung 4 bildenden, durchgehenden Rand 22 enden. Die geraden Bereiche 9 der Kante
5 laufen in einem Abstand 23 von jeweils 15,7 mm vom jeweils anderen geraden Bereich
9 zu der Rundung 4 in einem stumpfen Winkel mit einer Neigung 24 von 3° aus. Der Übergang
zu der Rundung 4 ist mit einem Radius 25 von 0,5 mm gerundet.
[0018] Die Figuren 4a, 4b und 4c zeigen jeweils die Eckbereiche 26, 27, 28 weiterer Stahlbleche
zum erfindungsgemäßen Verkleiden eines Plattenheizkörpers. Diese unterscheiden sich
von dem ersten Stahlblech 1 durch die Form und Anzahl der Öffnungen 29, 30, 31: Der
Eckbereich 26 gemäß Figur 4a weist drei ovale Öffnungen 29 auf. Der Eckbereich 27
gemäß Figur 4b weist fünf schmale schlitzförmige Öffnungen 30 auf. Der Eckbereich
28 gemäß Figur 4c weist drei breite schlitzförmige Öffnungen 31 mit gerundeten Enden
32 auf.
[0019] In den Figuren sind
- 1
- Stahlblech
- 2
- Dicke
- 3
- Eckbereich
- 4
- Rundung
- 5
- Kante
- 6
- Nut
- 7
- Dicke
- 8
- Tiefe
- 9
- gerader Bereich
- 10
- Mittelpunkt
- 11
- Abstand
- 12
- Radius
- 13
- innerer Bereich
- 14
- mittlere Öffnung
- 15
- äußere Öffnung
- 16
- Reihe
- 17
- Radius
- 18
- Durchmesser
- 19
- Durchmesser
- 20
- Abstand
- 21
- Steg
- 22
- Rand
- 23
- Abstand
- 24
- Neigung
- 25
- Radius
- 26
- Eckbereich
- 27
- Eckbereich
- 28
- Eckbereich
- 29
- Öffnung
- 30
- Öffnung
- 31
- Öffnung
- 32
- Ende
1. Verfahren zum Verkleiden eines Plattenheizkörpers mit einem ebenen, im Wesentlichen
rechteckigen Stahlblech (1), wobei
a. eine Kante (5) des Stahlblechs (1) in mindestens einem Eckbereich (3, 27, 28, 29)
des Stahlblechs (1) zu einer Rundung (4) geschnitten wird,
b. in der Rundung (4) ein Teilvolumen des Stahlblechs (1) entfernt wird, und
c. die Kante (5) entlang der Rundung (4) zu einer offenen Nut (6) umgeschlagen wird,
und wobei der Plattenheizkörper mit dem Stahlblech (1) abgedeckt und verklebt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass beim Entfernen des Teilvolumens ein die Rundung (4) bildender Rand (22) an dem Stahlblech
(1) verbleibt.
2. Verfahren nach dem vorgenannten Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Teilvolumen ausgestanzt wird.
3. Verfahren nach dem vorgenannten Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Teilvolumen kreisförmig ausgestanzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Teilvolumen in einer Mehrzahl von voneinander durch Stege (21) getrennten Abschnitten
ausgestanzt wird.
5. Verfahren nach dem vorgenannten Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte in einer Reihe (16) entlang der Rundung (4) angeordnet sind.
6. Verfahren nach dem vorgenannten Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Öffnungsquerschnitte der Abschnitte zu einer Mitte der Reihe (16) ansteigen.
7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein an den Eckbereich (3, 27, 28, 29) anschließender gerader Bereich (9) der Kante
(5) zu einer Fortsetzung der Nut (6) umgeschlagen wird.
8. Verfahren nach dem vorgenannten Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Rundung (4) um einen Abstand gegenüber dem geraden Bereich (9) zu einem inneren
Bereich (13) des Stahlblechs (1) versetzt ist.
9. Verfahren nach dem vorgenannten Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der gerade Bereich (9) zu der Rundung (4) in einem stumpfen Winkel ausläuft.
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