[0001] Die Erfindung betrifft eine Geldkassette, die einen Aufnahmebereich zur Aufnahme
von Wertscheinen, eine Entwertungseinheit zum irreversiblen Entwerten von den in dem
Aufnahmebereich angeordneten Wertscheinen, eine Sensoreinheit mit mindestens einem
Sensor zur Detektion von Manipulationsversuchen und eine Steuereinheit umfasst. In
einem aktivierten Betriebszustand löst die Steuereinheit die Entwertungseinheit aus,
wenn die Sensoreinheit einen Manipulationsversuch detektiert. In einem deaktivierten
Betriebszustand dagegen löst die Steuereinheit beim Vorliegen eines Manipulationsversuchs
die Entwertungseinheit nicht aus.
[0002] Ein weit verbreitetes Verfahren zur Sicherung von in Geldkassetten aufgenommenen
Wertscheinen ist es, in der Geldkassette eine Entwertungseinheit, insbesondere ein
sogenanntes Tintenkit einzubauen, mit der die Wertscheine bei Manipulationsversuchen
entwertet werden können. Auf diese Weise wird die Geldkassette insbesondere dann geschützt,
wenn sie sich in einem unsicheren Umfeld befindet, beispielsweise während des Transportes
zwischen einem Cashcenter und dem Geldautomaten, dem automatischem Kassensystem und/oder
der automatischen Tresorkasse, in den bzw. die sie eingesetzt werden soll. Beim Auslösen
des Tintenkits werden die im Aufnahmebereich der Geldkassette aufgenommenen Wertscheine
irreversibel mit Farbstoff eingefärbt, sodass diese von dem potentiellen Dieb nicht
in Umlauf gebracht werden können und somit für diesen wertlos sind.
[0003] Die Geldkassetten sind mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe
das Vorliegen eines Manipulationsversuches, also das Vorliegen eines unautorisierten
Zugriffs auf die Wertscheine, ermittelt werden soll. Ermittelt mindestens einer dieser
Sensoren einen solchen Manipulationsversuch, so wird das Tintenkit ausgelöst und die
aufgenommenen Wertscheine werden entwertet. Durch das Auslösen des Tintenkits entsteht
ein erheblicher Schaden, da nicht nur die Wertscheine selbst entwertet werden, sondern
auch die Geldkassette und ggf. das Umfeld, in dem sich die Geldkassette beim Auslösen
befindet, von dem nur schwer zu entfernenden Farbstoff konterminiert werden. Es ist
daher besonders ärgerlich, wenn das Tintenkit ausgelöst wird, obwohl überhaupt kein
Manipulationsversuch vorliegt, beispielsweise weil die Geldkassette von der Geldkassette
handhabenden Personen unsachgemäß gehandhabt wird oder einer der Manipulationssensoren
defekt ist und somit einen Manipulationsversuch anzeigt, obwohl tatsächlich keiner
vorliegt.
[0004] Aus den Dokumenten
EP 2 463 831 A2 und
DE 10 2010 004 669 A1 sind jeweils Geldkassetten bekannt, in denen eine Vielzahl von Sensoren zur Erkennung
von Manipulationsversuchen der Geldkassette vorgesehen sind. Wenn einer dieser Sensoren
einen Manipulationsversuch detektiert, wird ein Tintenkit ausgelöst, sofern sich die
Geldkassette in einem aktivierten Betriebszustand befindet.
[0005] Das Dokument
DE 10 2008 035 815 A1 beschreibt eine Geldkassette, die einen Sensor umfasst, über den ein unautorisiertes
Öffnen der Geldausgabeöffnung der Geldkassette detektiert werden kann.
[0006] Aus der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung
10 2011 035 443.1 ist eine Geldkassette bekannt, die eine Vielzahl von Sensoren zur Detektion von Manipulationsversuchen
umfasst. Ferner hat die Geldkassette ein Display, über das einzelne Betriebszustände
der Geldkassette angezeigt werden können.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Geldkassette und ein Verfahren zum Aktivieren
einer Geldkassette anzugeben, bei denen das Risiko einer unnötigen Auslösung einer
Entwertungseinheit der Geldkassette minimiert wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Geldkassette mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
durch ein Verfahren mit den Merkmalen eines unabhängigen Verfahrensanspruchs gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Erfindungsgemäß überprüft die Steuereinheit vor dem Aktivieren die planmäßige Funktion
mindestens eines Sensors der Sensoreinheit. Unter dem Aktivieren wird das Umstellen
von dem deaktivierten Zustand in den aktivierten Betriebszustand verstanden. Hierdurch
wird erreicht, dass erkannt werden kann, wenn der überprüfte Sensor nicht planmäßig
funktioniert und somit einer unnötigen Fehlauslösung des Tintenkits durch ein fehlerhaftes
Signal dieses Sensors vorgebeugt werden kann, indem beispielsweise dieser Sensor nicht
berücksichtigt wird oder generell keine Aktivierung der Geldkassette erfolgt.
[0010] Die Geldkassette kann insbesondere ein Aufnahmefach umfassen, in dem die aufgenommenen
Wertscheine mit ihren Vorder-und Rückseiten aneinanderanliegend, auf ihren Kanten
stehend, in Form eines Wertscheinstapels aufgenommen sind. Alternativ kann die Geldkassette
auch einen Rollenspeicher umfassen, bei dem die aufgenommenen Wertscheine zwischen
zwei Folienbändern aufgewickelt aufbewahrt werden. Die Entwertungseinheit ist jeweils
an die entsprechende Ausführungsform angepasst und derart ausgebildet, dass die in
dem Aufnahmefach aufgenommenen Wertscheine bzw. die auf dem Rollenspeicher aufgewickelten
Wertscheine irreversibel entwertet werden können.
[0011] Als Entwertungseinheit wird insbesondere ein sogenanntes Tintenkit verwendet, das
einen Farbstoffvorrat, eine Gasdruckpatrone und einen Zünder umfasst. Zum Auslösen
wird durch den Zünder die Gasdruckpatrone geöffnet, sodass das unter hohem Druck in
ihr aufgenommene Gas entweicht und den Farbstoff aus dem Farbstoffvorrat über ein
Sprühsystem blitzartig hinausbefördert, sodass die Wertscheine mit dem Farbstoff eingefärbt
werden. Der Zünder ist insbesondere in Form einer Sprengkapsel ausgebildet, die von
der Steuereinheit der Geldkassette angesteuert werden kann.
[0012] Es ist vorteilhaft, wenn die Sensoreinheit eine Vielzahl von Sensoren umfasst und
wenn die Steuereinheit vor dem Aktivieren die planmäßige Funktion mindestens zweier
dieser Sensoren überprüft. Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit die
planmäßige Funktion aller Sensoren der Sensoreinheit überprüft, sodass vor dem Aktiveren
sichergestellt wird, dass alle Sensoren planmäßig funktionieren und somit es zu keiner
Fehlauslösung aufgrund eines fehlerhaften Sensors kommen kann.
[0013] Die Sensoreinheit umfasst vorzugsweise mindestens einen Beschleunigungssensor, mindestens
einen Lagesensor zur Ermittlung der Lage der Geldkassette und/oder mindestens einen
Feuchtigkeitssensor. Darüber hinaus kann die Geldkassette einen Shuttersensor umfassen,
mit dessen Hilfe detektiert werden kann, ob ein Shutter der Geldkassette geschlossen
ist oder nicht. Der Shutter dient insbesondere zum Verschließen einer Öffnung der
Geldkassette für das maschinelle Befüllen und Entleeren der Geldkassette, wie dies
beispielsweise Geldautomaten, automatischen Kassensystemen und automatischen Tresorkassen
erfolgt.
[0014] Darüber hinaus kann die Sensoreinheit einen Deckelsensor umfassen, mit dessen Hilfe
ermittelt werden kann, ob ein Deckel der Geldkassette geschlossen ist. Der Deckel
dient insbesondere zum Verschließen einer oberen Öffnung der Geldkassette, über die
die Wertscheine manuell entnommen und zugeführt werden können und/oder ein Zugriff
auf das Innere der Geldkassette für die Wartung möglich ist.
[0015] Darüber hinaus kann ein Batteriesensor zur Ermittlung des Ladestandes einer Batterie
der Geldkassette vorgesehen sein. Ebenso kann ein Auslösesensor vorgesehen sein, mit
deren Hilfe ermittelt werden kann, ob der Auslöser der Entwertungseinheit korrekt
angeschlossen ist. Ferner kann ein Kennzeichnungssensor vorgesehen sein, mit dessen
Hilfe die Kennzeichnung des Kassettentyps der Geldkassette überprüft werden kann.
Es werden insbesondere zwei Kassettentypen unterschieden, nämlich Kassetten mit einem
Rollenspeicher und Kassetten mit einem Aufnahmefach, in dem die Wertscheine als Wertscheinstapel
aufgenommen sind. Bei der jeweiligen Elektronik wird insbesondere das gleiche Print
verwendet, wobei für die Ansteuerung jedoch wichtig ist, festzulegen, um welchen Kassettentyp
es sich handelt. Dies erfolgt über eine Kabelbrücke, die in entsprechend unterschiedliche
Stecker auf dem Print gesteckt wird.
[0016] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird mit Hilfe des Batteriesensors
der Ladezustand der Batterie kontinuierlich ermittelt. Die Steuereinheit vergleicht
die jeweils ermittelten Messwerte mit einer voreingestellten Mindestgrenze. Unterschreitet
der aktuelle Zustand diese Mindestgrenze, so wird mit Hilfe einer Anzeigeeinheit der
Geldkassette der Bedienperson angezeigt, dass der Ladezustand der Batterie einen kritisch
niedrigen Wert erreicht hat und es notwendig ist, die Batterie zu laden und/oder durch
eine andere Batterie zu ersetzen. Wenn die Batterie vollständig entladen ist wird
die Entwertungseinheit vorzugsweise automatisch ausgelöst, sodass verhindert wird,
dass die Sensorik umgangen werden kann, indem ein Dieb solange abwartet, bis die Batterie
entleert ist und somit die Sensoren nicht mehr funktionsfähig sind.
[0017] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist in der Steuereinheit für jeden
vor dem Aktivieren zu überprüfenden Sensor der Sensoreinheit ein Soll-Signalwert voreingestellt.
Zur Überprüfung der Funktion eines jeden zu überprüfenden Sensors ermittelt die Steuereinheit
jeweils einen Ist-Wert dieses Sensors und vergleicht den ermittelten Ist-Signalwert
mit dem jeweiligen Soll-Signalwert. In Abhängigkeit des Ergebnisses dieses Vergleiches
legt die Steuereinheit fest, ob der entsprechende Sensor und somit die gesamte Sensoreinheit
planmäßig funktioniert oder ob ein Fehler vorliegt.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Steuereinheit die planmäßige Funktion eines
Sensors jeweils dann feststellt, wenn der Ist-Signalwert des Sensors dem zugeordneten
Soll-Signalwert dieses Sensors entspricht. Alternativ kann die Steuereinheit die planmäßige
Funktion nur dann feststellen, wenn der Ist-Signalwert eines Sensors von dem zugeordneten
Soll-Signalwert nur innerhalb vorbestimmter Grenzen abweicht. Hierdurch wird erreicht,
dass kleine Schwankungen des Sensorsignals, die durch Umwelteinflüsse bedingt sein
können und noch nicht zwangsläufig eine Fehlfunktion des Sensors bedeuten müssen,
nicht falsch interpretiert werden. Zusätzlich oder alternativ kann in der Steuereinheit
für jeden vor dem Aktivieren zu überprüfenden Sensor ein Soll-Signalbereich mit einem
oberen und einem unteren Grenzwert hinterlegt sein. Die Steuereinheit ermittelt zur
Überprüfung der Funktion eines jeden zu überprüfenden Sensors einen Ist-Signalwert
des jeweiligen Sensors und vergleicht diesen Ist-Signalwert mit dem jeweiligen Soll-Signalbereich.
Die Steuereinheit stellt die planmäßige Funktion dann fest, wenn der Ist-Signalwert
des jeweiligen Sensors in dem jeweiligen zugeordneten Soll-Signalbereich liegt. Bei
einer alternativen Ausführungsform können auch für manche Sensoren der Sensoreinheit
ein Soll-Signalwert und für andere Sensoren ein Soll-Signalbereich hinterlegt sein.
[0019] Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit die Geldkassette nur dann von
dem deaktivierten in den aktivierten Betriebszustand versetzt, wenn für alle zu überprüfenden
Sensoren die Überprüfung ergeben hat, dass diese Sensoren planmäßig funktionieren.
Hierdurch wird sichergestellt, dass es zu keiner Fehlauslösung der Entwertungseinheit
auf Grund eine fehlerhaften Sensoren kommen kann. Alternativ ist es auch möglich,
dass die Geldkassette trotz eines fehlerhaften Sensors in den aktivierten Betriebszustand
versetzt wird, aber dieser Sensor deaktiviert bleibt, d. h., dass dieser Sensor bei
der Detektion von Manipulationen nicht berücksichtigt wird und auf Grund des Sensorsignals
somit es zu keiner Auslösung der Entwertungseinheit kommen kann.
[0020] Die Geldkassette hat insbesondere eine Ausgabeeinheit zur Ausgabe von Informationen,
wobei die Steuereinheit diese Ausgabeeinheit derart ansteuert, dass die Ausgabeeinheit
Informationen über die planmäßige Funktion der Sensoreinheit und/oder eine Information
über das Aktiveren der Geldkassette ausgbit, wenn die Überprüfung der zu überprüfenden
Sensoren ergeben hat, dass alle Sensoren planmäßig funktionieren. Hierdurch wird erreicht,
dass die Bedienperson eine Rückmeldung erhält und somit sichergehen kann, dass die
Selbstüberprüfung der Geldkassette positiv abgeschlossen wurde und diese in den aktivierten
Zustand versetzt wurde.
[0021] Es ist vorteilhaft, wenn die Steuereinheit, sofern die Überprüfung mindestens eines
Sensors ergibt, dass dieser nicht planmäßig funktioniert, die Sensoreinheit nicht
aktiviert, sodass es nicht zu Fehlauslösungen aufgrund von fehlerhaften Sensoren kommen
kann. In diesem Fall steuert die Steuereinheit die Ausgabeeinheit insbesondere derart
an, dass diese eine Fehlermeldung mit einer Information darüber, dass mindestens ein
Sensor fehlerhaft, ausgibt.
[0022] Die Ausgabeeinheit kann insbesondere in Form einer Anzeigeeinheit, beispielsweise
eines Displays ausgebildet sein. Auf diese Weise ist eine einfache Ausgabemöglichkeit
einer Vielzahl verschiedener Informationen gegeben. Alternativ kann auch ein Bildschirm
vorgesehen sein. Zusätzlich oder alternativ kann auch jede andere Form eines Signals
über die Geldkassette selbst und/oder über eine Vorrichtung, in die die Geldkassette
während des Befüllens und/oder Entleerens und/oder während der Wartung eingesetzt
ist, ausgegeben werden. Beispielsweise kann eine Quittung ausgegeben werden.
[0023] Wenn die Steuereinheit festgestellt hat, dass mindestens ein Sensor nicht planmäßig
funktioniert, so überprüft sie nach einer vorbestimmten Zeitspanne nach dem Anzeigen
der Fehlermeldung vorzugsweise erneut die Funktion zumindest dieses zuvor als nicht
planmäßig funktionierenden ermittelten Sensors. Hierbei werden insbesondere die gleichen
Verfahrensschritte abgearbeitet, wie dies auch bei einer erstmaligen Überprüfung erfolgt.
Hierdurch wird erreicht, dass die Bedienperson die Möglichkeit hat, sofern möglich,
den Fehler zu beheben und somit die Geldkassette doch noch zu verwenden. Bei einer
alternativen Ausführungsform kann die erneute Überprüfung auch erst dann stattfinden,
wenn ein entsprechender Bedienungsbefehl der handhabenden Person eingegeben wurde.
[0024] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die zu überprüfenden Sensoren in eine erste Gruppe
und mindestens eine zweite Gruppe unterteilt sind, wobei die erste Gruppe die Sensoren
umfasst, bei denen ein Fehler ggf. von einer Bedienperson behoben werden kann, und
die zweite Gruppe die Sensoren umfasst, bei denen ein Fehler nur durch eine Wartung
eines Servicemitarbeiter behoben werden kann. Hierdurch wird erreicht, dass die Bedienperson
auf einfache Weise feststellen kann, ob es sinnvoll ist, dass sie zunächst selbst
versucht den Fehler zu beheben oder ob die Geldkassette ohne vorherige Reparatur eines
Servicemitarbeiter nicht weiter betrieben werden kann.
[0025] Es ist besonders vorteilhaft, die Steuereinheit die erneute Überprüfung und einer
vorbestimmten Zeitspanne nur bei Sensoren der ersten Gruppe durchführt, da bei Sensoren
der zweiten Gruppe dieses sowieso nicht sinnvoll ist, weil diese Fehler ohnehin nicht
von einer Bedienperson behoben werden können.
[0026] Es ist besonders vorteilhaft, wenn über die Anzeigeeinheit der Geldkassette einer
Bedienperson angezeigt wird, ob der Fehler von ihr behoben werden kann oder nicht.
Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit, wenn ein Fehler eines Sensors
der zweiten Gruppe vorliegt, grundsätzlich die Geldkassette nicht aktiviert.
[0027] Es ist besonders vorteilhaft, wenn im aktivierten Betriebszustand die Sensoreinheit
aktiviert und im deaktivierten Zustand die Sensoreinheit deaktiviert ist. Alternativ
kann die Sensoreinheit auch in beiden Betriebszuständen aktiviert sein, wobei jedoch
im deaktivierten Betriebszustand der Geldkassette keine Auswertung erhaltener Sensorsignale
erfolgt, sodass abhängig von dem ermittelten Sensorsignalen keine Auslösung Entwertungseinheit
erfolgt.
[0028] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform hat die Geldkassette ein Speicherelement,
wobei die Steuereinheit die ermittelten Ist-Signalwerte und/oder die Vergleichsergebnisse
in diesem Speicherelement speichert. Die Geldkassette hat ferner insbesondere einen
Steckverbinder, über den durch Anstecken eines komplementären Steckverbinders eine
Datenübertragungsverbindung zur Geldkassette hergestellt werden kann. Über diese Datenübertragungsverbindung
können die in dem Speicherelement gespeicherten Daten ausgelesen werden, sodass ein
Servicemitarbeiter einfach feststellen kann, welcher Sensor fehlerhaft ist, und somit
den Fehler schnell beheben kann. Das Auslesen der gespeicherten Daten erfolgt insbesondere
dann, wenn die Geldkassette in eine Dockingstation eins Cashcenters oder eine andere
Vorrichtung eingeschoben ist. Beim Einsetzen der Geldkassette in diese Vorrichtung
erfolgt insbesondere ein automatisches Herstellen der Steckverbindung.
[0029] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aktivieren einer in
einem deaktivierten Betriebszustand befindlichen Geldkassette, bei dem nach der Eingabe
eines Aktivierungsbefehls durch eine Bedienperson eine Steuereinheit der Geldkassette
die planmäßige Funktion mindestens eines Sensors zur Detektion von Manipulationsversuchen
einer Sensoreinheiten der Geldkassette überprüft. Die Steuereinheit der Geldkassette
schaltet die Geldkassette nur dann von dem deaktivierten Betriebszustand in einen
aktivierten Betriebszustand um, wenn die Überprüfung ergeben hat, dass alle zu überprüfenden
Sensoren der Sensoreinheit planmäßig funktionieren. Der deaktivierte Betriebszustand
ist insbesondere ein Betriebszustand, bei dem auch beim Vorliegen eines Manipulationsversuches
kein Auslösen einer Entwerteinheit der Geldkassette erfolgt, wobei im aktivierten
Betriebszustand die Entwertungseinheit ausgelöst wird, wenn mit Hilfe der Sensoreinheit
ein Manipulationsversuch ermittelt wird.
[0030] Das zuvor beschriebene Verfahren kann mit den Merkmalen des unabhängigen Vorrichtungsanspruchs
und/oder den Merkmalen der auf den unabhängigen Vorrichtungen rückbezogenen abhängigen
Ansprüche bzw. entsprechenden Verfahrensmerkmalen weitergebildet werden.
[0031] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung,
die anhand von Ausführungsbeispielen in Zusammenhang mit den beigefügten Figuren die
Erfindung näher erläutert.
[0032] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Geldkassette;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Handhabungsprozesses der Geldkassette nach Figur
1;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung der Anzeige eines Displays der Geldkassette nach Figur
1;
- Figur 4
- eine weitere Darstellung der Anzeige des Displays nach Figur 3; und
- Figur 5
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Aktivieren einer in einem deaktivierten Betriebszustand
befindlichen Geldkassette.
[0033] In Figur 1 ist eine schematische Darstellung einer Geldkassette 10 gezeigt. Die Geldkassette
10 umfasst einen Aufnahmebereich 12, in dem Wertscheine aufgenommen werden können.
Hierbei kann der Aufnahmebereich 12 in Form eines Aufnahmefachs ausgebildet sein,
in dem die Wertscheine auf ihren Kanten stehend mit ihren Vorder- und/oder Rückseite
aneinander anliegend aufgenommen sind. Alternativ kann auch ein Rollenspeicher vorgesehen
sein, bei dem die Wertscheine zwischen zwei Folienbändern angeordnet auf einer Wickeltrommel
aufgewickelt werden.
[0034] Ferner ist in der Geldkassette 10 eine Entwertungseinheit 14 vorgesehen, mit deren
Hilfe die in dem Aufnahmebereich 12 aufgenommenen Wertschein irreversibel entwertet
werden können. Die Entwertungseinheit 14 ist insbesondere in Form eines sogenannten
Tintenkits ausgebildet. Solche Tintenkits umfassen einen mit einem Farbstoff befüllten
Farbstoffbehälter, eine Gasdruckpatrone und einen elektronisch auslösbaren Zünder.
Der Zünder hat insbesondere eine Sprengkapsel, die bei ihrer Zündung einen Bolzen
durch eine Berstscheibe der Gasdruckpatrone hindurchschießt, sodass das in der Gasdruckpatrone
unter hohem Druck aufgenommene Gas in den Farbstoffbehälter eindringt und den Farbstoff
aus diesem über ein Sprühsystem hinaus auf die Wertscheine versprüht. Hierdurch werden
die aufgenommenen Wertscheine irreversibel eingefärbt und können somit von dem Dieb
nicht in Umlauf gebracht werden und sind für diesen wertlos.
[0035] Darüber hinaus ist eine Steuereinheit 16 vorgesehen, mit deren Hilfe unter anderem
die Entwertungseinheit 14 gesteuert, insbesondere ausgelöst, werden kann. Die Steuereinheit
16 kann die Entwertungseinheit 14 insbesondere dann auslösen, wenn mit Hilfe einer
Sensoreinheit 18 der Manipulationsversuch detektiert wurde. Die Sensoreinheit 18 umfasst
eine Vielzahl verschiedener Sensoren 20, mit deren Hilfe verschiedene sicherheitsrelevante
Aspekte der Geldkassette 10 überwacht werden können und die dazu dienen, möglichst
allen potentiellen Manipulationsversuchen vorzugbeugen, in dem diese erkannt werden,
sodass die Entwertungseinheit 14 ausgelöst werden kann und die Wertscheine eingefärbt
werden können. Darüber hinaus ist ein Speicherelement 22 vorgesehen, in dem von der
Steuereinheit 16 Daten gespeichert werden können. Über ein am Gehäuse der Geldkassette
10 angeordneten Steckverbinder 24 kann eine Datenübertragungsverbindung zwischen der
Geldkassette 10 und einer Vorrichtung, in der sie aufgenommen ist, beispielsweise
einer Dockingstation, einem Geldautomaten, einem automatischen Kassensystem und/oder
einer automatischen Tresorkasse hergestellt werden. Über diese Datenübertragungsverbindung
können die in dem Speicherelement 22 gespeicherten Daten ausgelesen werden und weitere
Steuerungsinformationen an die Steuereinheit 16 übertragen werden.
[0036] Darüber hinaus ist ein Display 26 an der Geldkassette 10 vorgesehen, über das, wie
im folgenden Zusammenhang mit der Aktivierung und Deaktivierung näher beschrieben,
Informationen an eine die Geldkassette 10 handhabende Person ausgegeben werden können.
Alternativ zu einem Display 26 kann durch jede andere geeignete Anzeigeeinheit zur
Ausgabe von Informationen genutzt werden. Beispielsweise kann ein Bildschirm verwendet
werden.
[0037] Als Sensoren 20 der Sensoreinheit 18 kann eine große Vielzahl verschiedener Sensoren
20 eingesetzt werden. Beispielsweise kann ein Beschleunigungssensor verwendet werden,
mit deren Hilfe Beschleunigungen der Geldkassette 10 ermittelt werden können. Darüber
hinaus können Feuchtigkeitssensoren zum Einsatz kommen. Ferner kann insbesondere ein
Lagesensor verwendet werden, mit dessen Hilfe die Lage der Geldkassette relativ zur
Horizontalen ermittelt werden kann.
[0038] Darüber hinaus ist insbesondere ein Shuttersensor vorgesehen, mit dessen Hilfe überwacht
werde kann, ob ein Shutter 30 der Geldkassette 10 geschlossen ist. Über diesen Shutter
30 kann eine Öffnung 32 verschlossen werden, über die die in dem Aufnahmebereich 12
aufgenommenen Wertscheine 12 maschinell entnommen werden können, wenn die Geldkassette
10 eine entsprechenden Vorrichtung zur Handhabung von Wertscheinen eingesetzt ist,
bzw. über die Wertscheine bei geöffnetem Shutter 30 zugeführt werden können.
[0039] Außerdem kann die Sensoreinheit 18 einen Deckelsensor umfassen, mit dessen Hilfe
überwacht werden kann, ob ein Deckel 34 der Geldkassette 10 geschlossen ist.
[0040] Darüber hinaus kann ein Batteriesensor vorgesehen sein, mit dessen Hilfe der Ladezustand
einer Batterie 36 zur Versorgung der Geldkassette 10 mit elektrischer Energie ermittelt
werden kann. Bei der Batterie handelt es sich insbesondere um eine wiederaufladbare
Batterie 36, also einen Akkumulator.
[0041] Ferner kann ein Kennzeichnungssensor vorgesehen sein, mit dessen Hilfe ermittelt
werden kann, dass es sich bei der Geldkassette 10 um eine Geldkassette 10 mit einem
Aufnahmefach oder eine Geldkassette 10 mit einem Rollenspeicher handelt. Ferner umfasst
die Sensoreinheit 18 insbesondere einen Auslösersensor, mit dessen Hilfe ermittelt
werden kann, ob ein Auslöser der Entwertungseinheit 14 planmäßig angeschlossen ist.
[0042] In Figur 2 ist eine schematische Darstellung eines Transportprozesses der Geldkassette
10 dargestellt. Zum Entleeren der Geldkassette 10 und/oder zum Befüllen der Geldkassette
10 ist diese in einer Dockingstation 100 eines Cashcenters 102 angeordnet. Nachdem
die Geldkassette 10 planmäßig mit den Wertscheinen befüllt wurde, wird sie der Dockingstation
100 entnommen und beispielsweise einem Geldautoamten 104 zugeführt und in ein entsprechendes
Aufnahmefach dieses Geldautomaten 104 geschoben. Der Transport zwischen dem Cashcenter
102 und dem Geldautomaten 104 ist in Figur 2 symbolisch durch den Doppelpfeil P1 angedeutet.
[0043] Die Geldkassette 10 kann während ihres Betriebes in einem sogenannten aktivierten
Betriebsmodus und einem sogenannten deaktivierten Betriebsmodus betrieben sein, wobei
die Geldkassette 10, wenn sie in der Dockingstation 100 oder in dem Geldautomaten
104 aufgenommen ist, jeweils in dem deaktivierten Betriebszustand und während des
Transportes in dem aktivierten Betriebszustand betrieben ist. Der aktivierte Betriebszustand
ist in Figur 2 durch den von links oben nach rechts unten schraffierten Teilbereich
des Transportweges, der deaktivierte Betriebszustand durch den von links unten nach
rechts oben schraffierten Bereich dargestellt. Hierbei wird ersichtlich, dass das
Umschalten von dem deaktivierten in den aktivierten Betriebszustand bereits vor Verlassen
des Cashcenters bzw. vor dem vollständigen Entnehmen aus dem Geldautomaten erfolgt,
sodass der ganze Transport zuverlässig in dem aktivierten Betriebsmodus erfolgt.
[0044] Während des aktivierten Betriebsmodus sind die Sensoren 20 der Sensoreinheit 18 aktiviert
und die Steuereinheit 16 löst die Entwertungseinheit 14 aus, wenn mindestens einer
der Sensoren 20 einen Manipulationsversuch detektiert.
[0045] Im deaktivierten Betriebszustand dagegen löst die Steuereinheit 16 die Entwertungseinheit
14 beim Vorliegen eines Manipulationsversuchs nicht aus. Hierzu kann z. B. die Sensoreinheit
18 deaktiviert werden. Alternativ können auch die Sensoren 20 der Sensoreinheit 18
nach wie vor aktiv bleiben, d. h. dass sie nach wie vor Messwerte liefern, die jedoch
im deaktivierten Betriebszustand nicht ausgewertet werden.
[0046] In dem deaktivierten Betriebsmodus ist es während der Aufnahme in dem Cashcenter
102 bzw. dem Geldautomaten 104 möglich, das der Shutter 30 und/oder der Deckel 34
geöffnet werden können, ohne dass ein Auslösen der Entwertungseinheit 14 erfolgt.
Während des Transportes dagegen würde ein Öffnen des Deckels 34 oder des Shutters
30 eine Auslösung hervorrufen, sodass die Wertscheine eingefärbt würden und für einen
Dieb unbrauchbar wären. Entsprechend dienen auch die anderen Sensoren 20 der Sensoreinheit
18 dazu, während des Transportes evtl. Manipulationsversuche zu erkennen und somit
einen sicheren Transport zu ermöglichen.
[0047] Der Betriebsmodus, in dem die Geldkassette 10 jeweils aktuell betrieben wird, kann
insbesondere mit Hilfe einer Anzeige 28 des Displays 26 dargestellt werden, wie dies
in den Figuren 3 und 4 gezeigt ist. Das Schraubenschlüsselsymbol 40 deutet beispielswiese
an, dass eine Wartung der Geldkassette 10 notwendig ist. Über das Off-Symbol 42 wird
angezeigt, dass die Entwertungseinheit 14 deaktiviert ist und somit nicht ausgelöst
werden würde, selbst wenn eine der Sensoren 20 einen Manipulationsversuch detektieren
würde.
[0048] Durch die Sensoreinheit 18 kann ein hohes Maß an Sicherheit während des Transportes
der Geldkassette 10 sichergestellt werden. Problematisch jedoch ist, dass es auch
dann zu einer Auslösung 14 der Entwertungseinheit 14 kommen kann, wenn die Geldkassette
im aktivierten Betriebsmodus betrieben ist und wenn überhaupt kein Manipulationsversuch
vorliegt, beispielsweise dann, wenn die Geldkassette 10 unsachgemäß gehandhabt wird
oder einer der Sensoren 20 der Sensoreinheit 18 nicht planmäßig funktioniert und somit
ein Signal liefert, dass normalerweise auf einen Manipulationsversuch schließen würde,
aber aufgrund der fehlerhaften Funktion des Sensor erzeugt wird.
[0049] In Figur 5 ist ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Aktivieren der Geldkassette
10 dargestellt, wobei unter dem Aktivieren das Umschalten von dem deaktivierten Betriebszustand
in den aktivierten Betriebszustand verstanden wird.
[0050] Wenn das Verfahren im Schritt S10 gestartet wird, befindet sich die Geldkassette
10 im deaktivierten Betriebsmodus (S12). Nachdem im Schritt S14 ein Aktivierungsbefehl
zum Umschalten der Geldkassette von dem deaktivierten in den aktivierten Betriebsmodus
oder zum Aktivieren gegeben wurde, überprüft die Steuereinheit 16 im Schritt S18 die
planmäßige Funktion der Sensoren 20 der Sensoreinheit 18.
[0051] Der Aktivierungsbefehl wird insbesondere manuell von einer die Geldkassette 10 handhabenden
Person eingegeben. Alternativ kann der Aktivierungsbefehl auch automatisch erzeugt
werden, wenn die Geldkassette 10 aus der Vorrichtung 100, 104, in der diese zuvor
aufgenommen war, entnommen wird. Diese Entnahme kann beispielsweise durch Lösen der
über dem Steckverbinder 24 bestehenden Steckverbindung detektiert werden.
[0052] In der Steuereinheit 16 oder dem Speicherelement 22 sind für alle zu überprüfenden
Sensoren 20 jeweils ein Soll-Signalwert und/oder ein Soll-Signalbereich gespeichert.
Zur Überprüfung ermittelt die Steuereinheit 16 insbesondere von jeden zu überprüfenden
Sensor 20 jeweils einen Ist-Signalwert und vergleicht diesen mit dem Soll-Signalwert
bzw. dem Soll-Signalbereich. Liegt der erste Signalwert innerhalb des Soll-Signalbereichs
bzw. entspricht der Ist-Signalwert dem Soll-Signalwert oder liegt nur eine geringe
Abweichung innerhalb von vorbestimmten Grenze vor, so wird davon ausgegangen, dass
der entsprechende Sensor 20 planmäßig funktioniert.
[0053] Im Schritt S16 werden insbesondere alle Sensoren 20 der Sensoreinheit 18 überprüft.
Bei einer alternativen Ausführungsform kann auch nur eine Teilmenge der Sensoren 20
überprüft werden. Es können im Schritt S16 auch Sensoren 20 überprüft werden, die
nicht während des Transportes benötigt werden, d. h. nicht aktiviert werden, oder
deren Signale in anderen Betriebsmodi für eine Auslösung der Entwertungseinheit 16
verwendet werden. Zwar besteht bei solchen Sensoren 20 keine direkte Gefahr einer
Fehlauslösung während des Transportes, aber dennoch ist deren Funktion für den gesamten
Betriebsverlauf wichtig, sodass es sinnvoll sein kann, auch ihre Funktion zu überprüfen.
[0054] Im Schritt S18 ermittelt die Steuereinheit, ob alle zu überprüfenden Sensoren 20
planmäßig funktionieren. Ist dies der Fall, so schaltet die Steuereinheit 16 im Schritt
S20 von dem deaktivierten Betriebsmodus in den aktivierten Betriebsmodus, sodass nun
bei der Detektion eines Manipulationsversuches durch die Sensoreinheit 18 eine Auslösung
der Entwertungseinheit 14 erfolgen würde. Anschließend wird das Verfahren im Schritt
S22 beendet.
[0055] In einer bevorzugten Ausführungsform wird im Schritt S20 zusätzlich eine Meldung
an die Bedienperson ausgegeben, dass die Überprüfung ergeben hat, dass alle Sensoren
20 planmäßig funktionieren und die Geldkassette 10 entsprechend in den aktivierten
Betriebsmodus versetzt wurde. Dies kann beispielsweise über eine Quittung und/oder
über eine Anzeige der Anzeigeeinheit 26 erfolgen.
[0056] Wird im Schritt S18 dagegen ermittelt, dass mindestens einer der zu überprüfenden
Sensoren 20 nicht planmäßig funktioniert, so wird im Schritt S24 eine Fehlermeldung
an die Bedienperson ausgegeben und die Geldkassette 10 wird im deaktivierten Betriebsmodus
belassen. Auch hier kann die Fehlermeldung beispielsweise in Form einer Quittung und/oder
einer Anzeige über die Anzeigeeinheit 26 erfolgen.
[0057] Bei einer bevorzugten Ausführungsform werden die zum Überprüfen ermittelten Ist-Signalwerte
und/oder die Vergleichsergebnisse in dem Speicherelement 22 gespeichert, sodass die
gespeicherten Daten bei der Wartung der Geldkassette 10, beispielsweise im Cashcenter
102, über die über den Steckverbinder 24 herstellbare Datenübertragungsverbindung
ausgelesen werden können. Somit können Servicemitarbeiter sich auf einfache Weise
einen Überblick über die Funktionsfähigkeit der Geldkassette 10 verschaffen und ggf.
vorliegende Fehler zielgerichtet und schnell beheben.
[0058] Die verschiedenen Sensoren 20 können insbesondere in Gruppen eingeteilt werden, wobei
eine erste Gruppe die Sensoren 20 enthüllt, bei denen eine fehlerhafte Funktion auf
einen Benutzerfehler zurückgeführt werden kann, und wobei in die Gruppe 2 diejenige
Sensoren 20 eingeteilt werden, bei denen eine fehlerhafte Funktion auf einen Systemfehler
zurückzuführen ist. Als Benutzerfehler werden hierbei Fehler verstanden, die durch
den Benutzer selbst behoben werden können und nach deren Beheben ein erneuter Aktivierungsbefehl
und somit ein erneuter Versuch einer Aktivierung sinnvoll sein kann. Unter Systemfehler
dagegen werden Fehler verstanden, bei dem höchstwahrscheinlich ein Defekt an dem entsprechenden
Sensor 20 vorliegt der nicht einfach durch den Benutzer behoben werden kann.
[0059] Zu der ersten Gruppe gehören insbesondere der Deckelsensor, der Shuttersensor, der
Batteriesensor und der Auslösesensor, wobei zu der zweiten Gruppe insbesondere der
Kennungssensor, der Beschleunigungssensor, der Feuchtigkeitssensor und der Lagesensor
gehören. Bei dem Deckelsensor kann als Benutzerfehler beispielsweise vorliegen, dass
der Deckel 34 bei der Eingabe des Aktivierungsbefehls noch offen ist. Entsprechend
kann auch als Benutzerfehler bei dem Shuttersensor vorliegen, dass der Shutter 30
bei der Aktivierung noch geöffnet ist. Die Ursache für einen fehlerhaften Signalwert
des Batteriesensors kann beispielsweise sein, dass die Batterie nur einen geringen
Ladestand aufweist und daher ausgetauscht werden muss. Ein abweichender Signalwert
des Auslösesensors kann beispielsweise dadurch geschuldet sein, dass der Auslöser
nicht planmäßig angeschlossen ist und somit von Benutzer planmäßig angeschlossen werden
muss.
[0060] Bei den der Gruppe 2 zugeordneten Sensoren muss bei entsprechender Abweichungen des
Ist-Signalwertes von dem Soll-Signalbereich davon ausgegangen werden, dass der Sensor
20 selbst oder die Verkabelung, über die der Sensor 20 mit der Steuereinheit 16 verbunden
ist, defekt ist, und somit eine Wartung der Geldkassette 10 notwendig ist.
Bezugszeichenliste
[0061]
- 10
- Geldkassette
- 12
- Aufnahmebereich
- 14
- Entwertungseinheit
- 16
- Steuereinheit
- 18
- Sensoreinheit
- 20
- Sensor
- 22
- Speicherelement
- 24
- Steckverbinder
- 26
- Display
- 28
- Anzeige
- 30
- Shutter
- 32
- Öffnung
- 34
- Deckel
- 40, 42
- Symbol
- 100
- Dockingstation
- 102
- Cashcenter
- 104
- Geldautomat
- P1
- Pfeil
- S10 bis S24
- Verfahrensschritt
1. Geldkassette,
mit einem Aufnahmebereich (12) zur Aufnahme von Wertscheinen,
einer Entwertungseinheit (14) zum irreversiblen Entwerten von in dem Aufnahmebereich
(12) angeordneten Wertscheinen,
einer Sensoreinheit (18) mit mindestens einem Sensor (20) zur Detektion von Manipulationsversuchen,
und
einer Steuereinheit (16) zur Steuerung der Entwertungseinheit (14), wobei die Steuereinheit
(16) in einem aktivierten Betriebszustand die Entwertungseinheit auslöst, wenn die
Sensoreinheit (18) einen Manipulationsversuch detektiert, und in einem deaktivierten
Betriebszustand die Entwertungseinheit (14) beim Vorliegen eines Manipulationsversuches
nicht auslöst,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (16) vor dem Aktivieren die planmäßige Funktion mindestens eines
Sensors (20) der Sensoreinheit (18) überprüft.
2. Geldkassette (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (18) eine Vielzahl von Sensoren (20) umfasst, und dass die Steuereinheit
(16) vor dem Aktivieren die planmäßige Funktion mindestens zweier Sensoren (20), vorzugsweise
aller Sensoren (20), der Sensoreinheit (189 überprüft.
3. Geldkassette (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (18) mindestens einen Beschleunigungssensor, mindestens eine Lagesensor,
mindestens einen Feuchtigkeitssensor, einen Shuttersensor zur Detektion der Geschlossenheit
eines Shutters (30) der Geldkassette (10), einen Deckelsensor zur Detektion der Geschlossenheit
eines Deckels (34) der Geldkassette (10), einen Batteriesensor zur Ermittlung des
Ladezustandes einer Batterie (36) der Geldkassette (10), einen Auslösersensor zur
Detektion des Anschlusses eines Auslösers der Entwertungseinheit (14) und/oder einen
Kennzeichnungssensor zur Ermittlung der Kennzeichnung des Kassettentyps der Geldkassette
(10) umfasst.
4. Geldkassette (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuereinheit (16) für jeden vor dem Aktivieren zu überprüfenden Sensor (20)
ein Soll-Signalwert hinterlegt ist, und dass die Steuereinheit (16) zur Überprüfung
der Funktion eines jeden zu überprüfenden Sensors (20) einen Ist-Signalwert des jeweiligen
Sensors (20) ermittelt und diesen ermittelten Ist-Signalwert mit dem jeweiligen Soll-Signalwert
vergleicht.
5. Geldkassette (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (16) jeweils die planmäßige Funktion eines Sensors (20) feststellt,
wenn der Ist-Signalwert dieses Sensors (20) dem zugeordneten Soll-Signalwert entspricht
und/oder wenn der Ist-Signalwert dieses Sensors (20) von dem zugeordneten Soll-Signalwert
nur innerhalb vorbestimmter Grenzen abweicht.
6. Geldkassette (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuereinheit (16) für jeden vor dem Aktivieren zu überprüfenden Sensor (20)
ein Soll-Signalbereich mit einem oberen und einem unteren Grenzwert hinterlegt ist,
dass die Steuereinheit (16) zur Überprüfung der Funktion eines jeden zu überprüfenden
Sensors (20) einen Ist-Signalwert des jeweiligen Sensors (20) ermittelt und diesen
ermittelten Ist-Signalwert mit dem jeweiligen Soll-Signalbereich vergleicht, und dass
die Steuereinheit (16) jeweils die planmäßige Funktion eines Sensors (20) feststellt,
wenn der Ist-Signalwert dieses Sensors (20) in dem zugeordneten Soll-Signalbereich
liegt.
7. Geldkassette (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (16) die Geldkassette (10) nur dann von dem deaktivierten in den
aktivierten Betriebszustand versetzt, wenn die Überprüfung für alle zu überprüfenden
Sensoren (20) ergeben hat, dass diese planmäßig funktionieren.
8. Geldkassette (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Geldkassette (10) eine Ausgabeeinheit (26) zur Ausgabe von Informationen, insbesondere
ein Display, umfasst, und dass die Steuereinheit (16) die Ausgabeeinheit (26) derart
ansteuert, dass die Ausgabeeinheit (26) eine Information über die planmäßige Funktion
der Sensoreinheit (18) und/oder eine Information über das Aktivieren ausgibt.
9. Geldkassette (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Steuereinheit (16), wenn die Überprüfung mindestens eines Sensors (20) ergibt, dass
dieser nicht planmäßig funktioniert, die Sensoreinheit (18) nicht aktiviert und die
Ausgabeeinheit (26) derart ansteuert, dass diese eine Fehlermeldung mit einer Information
hierüber ausgibt.
10. Geldkassette (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (16) nach einer vorbestimmten Zeitspanne nach der Ausgabe der Fehlermeldung
erneut die Funktion zumindest der zuvor als nicht planmäßig funktionierend ermittelten
Sensoren (20) überprüft.
11. Geldkassette (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zu überprüfenden Sensoren (20) in eine erste Gruppe und in mindestens eine zweiten
Gruppe unterteilt ist, dass die erste Gruppe die Sensoren (20) umfasst, bei denen
ein Fehler gegebenenfalls von einer Bedienperson behoben werden kann, und die zweiten
Gruppe die Sensoren (20) umfasst, bei den ein Fehler nur durch eine Wartung eines
Servicemitarbeiters behoben werden kann, und dass die Steuereinheit (16) die erneute
Überprüfung nach der vorbestimmten Zeitspanne nur bei Sensoren (20) der ersten Gruppe
durchführt.
12. Geldkassette (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (18) im aktivierten Betriebszustand aktiviert und im deaktivierten
Betriebszustand deaktiviert ist.
13. Geldkassette (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Geldkassette (10) ein Speicherelement (22) umfasst, und dass die Steuereinheit
(16) die ermittelten Ist-Signalwerte und/oder die Vergleichsergebnisse in dem Speicherelement
(22) speichert.
14. Geldkassette (10) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Geldkassette (10) einen Steckverbinder (24) umfasst, und dass die im Speicherelement
(22) gespeichert Daten durch Herstellen einen Datenübertragungsverbindung durch Anstecken
eines komplementären Steckverbinders auslesbar sind.
15. Verfahren zum Aktivieren einer in einem deaktivierten Betriebszustand befindlichen
Geldkassette,
bei dem nach der Eingabe eines Aktivierungsbefehls durch eine Bedienperson eine Steuereinheit
(16) der Geldkassette (10) die planmäßige Funktion mindestens eines Sensors (20) zur
Detektion von Manipulationsversuchen einer Sensoreinheit (18) der Geldkassette (10)
überprüft, und
bei dem die Steuereinheit (16) die Geldkassette nur dann von dem deaktivierten Betriebszustand
in einem aktivierten Zustand umschaltet, wenn die Überprüfung ergeben hat, dass alle
zu überprüfenden Sensoren (20) der Sensoreinheit (18) planmäßig funktionieren.