[0001] Die Erfindung geht aus von einem Kochassistenzsystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus der
DE 196 38 355 A1 ist eine als Kochfeldvorrichtung ausgebildete Gargerätevorrichtung bekannt, welche
eine Heizeinheit, eine Steuereinheit und eine Sensoreinheit umfasst. Die Sensoreinheit
weist ein an einer Unterseite einer Kochfeldplatte angeordnetes Mikrophon auf. Die
Steuereinheit ist dazu vorgesehen, anhand eines durch das Mikrophon gemessenen Schwingungssignals
einen momentanen Garzustand eines Garguts zu bestimmen.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein gattungsgemäßes Kochassistenzssystem
mit einem erhöhten Bedienkomfort bereitzustellen.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Kochassistenzsystem, ein Verfahren und ein Gargerät
mit einem Kochassistenzsystem, sowie eine mobile Messeinheit für ein Kochassistenzsystem
mit den Merkmalen der Patentansprüche 1, 9, 10 und 11. Vorteilhafte Ausgestaltungen
und Weiterbildungen der Erfindung können den Unteransprüchen entnommen werden.
[0005] Die Erfindung geht aus von einem Kochassistenzsystem zur berührungslosen Ermittlung
eines Garzustandes mit einer mobilen Messeinheit und einer Steuereinheit.
[0006] Es wird vorgeschlagen, dass die mobile Messeinheit als ein Beschleunigungssensor
ausgebildet ist und dass die Steuereinheit dazu vorgesehen ist, aus einem zeitlichen
Verlauf eines durch die mobile Messeinheit gemessenen Beschleunigungssignals einen
bevorstehenden Garzustand eines beheizten Garguts zu erkennen. Unter "vorgesehen"
soll insbesondere speziell ausgelegt und/oder ausgestattet und/oder programmiert verstanden
werden. Das Gargut wird mittels einer Heizeinheit beheizt. Unter einer "Heizeinheit"
soll insbesondere eine Einheit verstanden werden, die dazu vorgesehen ist, elektrische
Energie in Wärme umzuwandeln. Insbesondere umfasst die Heizeinheit einen Widerstandsheizkörper
und/oder einen Strahlungsheizkörper und/oder vorzugsweise einen Induktionsheizkörper,
welcher dazu vorgesehen ist, elektrische Energie indirekt über induzierte Wirbelströme
in Wärme umzuwandeln. Unter einer "Steuereinheit" soll in diesem Zusammenhang insbesondere
eine elektronische Einheit verstanden werden, die dazu vorgesehen ist, zumindest die
Heizeinheit zu steuern und/oder zu regeln. Vorzugsweise umfasst die Steuereinheit
eine Recheneinheit und insbesondere zusätzlich zur Recheneinheit eine Speichereinheit
mit einem darin gespeicherten Steuer- und/oder Regelprogramm.
[0007] Unter einem "Beschleunigungssensor" soll insbesondere ein Sensor verstanden werden,
welcher dazu vorgesehen ist, eine Beschleunigung zu messen, indem insbesondere eine
auf eine Testmasse wirkende Trägheitskraft bestimmt wird. Bei dem Beschleunigungssensor
kann es sich um einen beliebigen, einem Fachmann als sinnvoll erscheinenden Beschleunigungssensor
handeln, insbesondere einen piezoelektrischen Beschleunigungssensor. Vorzugsweise
ist der Beschleunigungssensor jedoch ein miniaturisierter Beschleunigungssensor, welcher
insbesondere als ein mikro-elektromechanisches System (MEMS) ausgebildet ist. Ferner
umfasst die mobile Messeinheit vorzugsweise eine Verstärkereinheit zur Verstärkung
der Messgröße. Bei dem von der mobilen Messeinheit gemessenen Signal handelt es sich
vorzugsweise um ein insbesondere gemitteltes Schwingungssignal, vorzugsweise einen
Schalldruck und/oder einen Schalldruckpegel und/oder eine Beschleunigung, insbesondere
eine Maximalbeschleunigung. Unter einem "bevorstehenden Garzustand" soll in diesem
Zusammenhang insbesondere ein Garzustand verstanden werden, welcher zeitlich insbesondere
unmittelbar auf einen gerade herrschenden Garzustand folgen wird. Die Steuereinheit
ist somit dazu vorgesehen, eine Vorhersage über einen in der Zukunft, insbesondere
in unmittelbarer Zukunft, zu erwartenden Garzustand zu tätigen und diesen insbesondere
gegebenenfalls zu verhindern.
[0008] Die Erfindung nutzt die während zumindest eines Heizbetriebs in einem Gargefäß am
Boden oder an der Seitenwand entstehenden Schwingungen, welche insbesondere durch
das Entstehen und Zerplatzen von Dampfblasen verursacht werden.
[0009] Durch eine solche Ausgestaltung kann ein Bedienkomfort vorteilhaft erhöht werden.
Es kann insbesondere eine exaktere Steuerung der Heizeinheit vorgenommen werden, insbesondere
im Rahmen automatisch ablaufender Garprogramme. Ferner kann bei Verwendung in einem
Kochfeld ein Überkochen des Garguts vermieden werden, wodurch ein Reinigungsbedarf
des Kochfelds vorteilhaft verringert werden kann. Des Weiteren können unsichere Betriebszustände,
insbesondere durch leergekochte Gargefäße, weitgehend vermieden werden.
[0010] Die mobile Messeinheit kann in vorteilhafter Weise an unterschiedlichen Stellen des
Gargefäßes verwendet werden. Ebenso ist die mobile Messeinheit bei Nichtgebrauch oder
zu Servicezwecken einfach abnehmbar. Vorteilhaft ist auch, dass eine mobile Messeinheit
sich bei einem Anstoßen mit anderem Kochgeschirr leicht verschieben kann und so nicht
beschädigt wird oder das Kochgeschirr beschädigt.
[0011] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Steuereinheit dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes
Pochieren des Garguts anhand eines zumindest wesentlichen Anstiegs des Signals zu
erkennen. Unter einem "zumindest wesentlichen Anstieg" des Signals soll in diesem
Zusammenhang insbesondere ein Anstieg wenigstens einer Mittelung des Signals verstanden
werden. Unter einer "Mittelung des Signals" soll hier und im Folgenden insbesondere
eine unstetige mathematische Funktion verstanden werden, die als Funktionswerte eine
zeitliche Mittelwertbildung des Signals über Zeitintervalle mit einer Länge von zumindest
0,5 s, insbesondere von wenigstens 1 s, vorzugsweise von mindestens 2 s sowie insbesondere
von höchstens 10 s und vorzugsweise von maximal 5 s, und als Argumentwerte jeweils
Zeitpunkte innerhalb der Zeitintervalle, insbesondere am Anfang oder in einer Mitte
oder am Ende des Zeitintervalls, aufweist. Unter einem "Pochieren" soll insbesondere
ein Garzustand verstanden werden, bei dem das Gargut in einer heißen Flüssigkeit,
insbesondere in einer wässrigen Flüssigkeit und vorzugsweise in Wasser, gegart wird,
wobei eine Temperatur der Flüssigkeit unterhalb einer Siedetemperatur der Flüssigkeit
liegt. Unter einer "wässrigen Flüssigkeit" soll insbesondere eine Flüssigkeit verstanden
werden, deren Masse zumindest zu 60 %, insbesondere wenigstens zu 70 %, vorzugsweise
mindestens zu 80 % und besonders vorteilhaft zumindest zu 90 % aus Wassermolekülen
gebildet ist. Hierdurch kann ein Bedienkomfort vorteilhaft gesteigert werden.
[0012] Vorteilhaft ist die Steuereinheit dazu vorgesehen, ein bevorstehendes Simmern des
Garguts anhand eines zumindest wesentlichen lokalen Maximums des Signals zu erkennen.
Unter einem "zumindest wesentlichen lokalen Maximum" des Signals soll insbesondere
ein lokales Maximum wenigstens einer Mittelung des Signals verstanden werden. Unter
einem "lokalen Maximum" soll insbesondere eine Struktur einer mathematischen Funktion,
insbesondere des zeitlichen Verlaufs des Signals und insbesondere der Mittelung des
Signals, verstanden werden, welche für Argumentwerte, insbesondere Zeitpunkte, unterhalb
eines Argumentwertintervalls, insbesondere eines Zeitintervalls, ansteigt und für
Argumentwerte, insbesondere Zeitpunkte, oberhalb des Argumentwertintervalls, insbesondere
des Zeitintervalls, abfällt. Vorzugsweise ist wenigstens ein Funktionswert des lokalen
Maximums größer als alle Funktionswerte in einem das lokale Maximum umfassenden Argumentwertintervall.
Vorzugsweise ist das lokale Maximum ein globales Maximum, so dass wenigstens ein Funktionswert
des lokalen Maximums zumindest so groß ist wie sämtliche andere Funktionswerte der
mathematischen Funktion. Unter einem "Simmern" soll insbesondere ein Garzustand verstanden
werden, bei dem das Gargut in einer heißen Flüssigkeit, insbesondere in einer wässrigen
Flüssigkeit, mit einer Temperatur knapp unter einer Siedetemperatur der Flüssigkeit
gegart wird. Hierdurch kann ein Bedienkomfort weiter gesteigert werden. Ferner kann
ein Garergebnis verbessert werden, insbesondere wenn die Steuereinheit dazu vorgesehen
ist, ein Pochieren des Garguts durchzuführen. In diesem Fall kann die Steuereinheit
eine Reduzierung einer Heizleistung der Heizeinheit veranlassen, um einem Übergang
vom Pochieren zum Simmern entgegenzuwirken.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Steuereinheit
dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes Kochen des Garguts anhand einer zumindest
wesentlichen Abflachung des Signals nach einem zumindest wesentlichen Abfall des Signals
zu erkennen. Unter einer "Abflachung" soll insbesondere eine vorzugsweise graduelle
Verkleinerung einer Abfallrate einer mathematischen Funktion hin zu einem zumindest
weitgehend konstanten Wert der mathematischen Funktion verstanden werden. Unter einem
"zumindest weitgehend konstanten Wert" soll in diesem Zusammenhang insbesondere ein
Wert verstanden werden, der höchstens um 5 %, insbesondere maximal um 2 % und vorzugsweise
höchstens um 1 % von einem Referenzwert abweicht und besonders vorteilhaft mit dem
Referenzwert identisch ist. Unter einer "zumindest wesentlichen Abflachung" des Signals
soll insbesondere eine Abflachung wenigstens einer Mittelung des Signals verstanden
werden. Unter einem "zumindest wesentlichen Abfall" des Signals soll in diesem Zusammenhang
insbesondere ein Abfallen wenigstens einer Mittelung des Signals verstanden werden.
Vorzugsweise ist der zumindest wesentliche Abfall Teil des zumindest wesentlichen
lokalen Maximums des Signals. Unter einer zumindest wesentlichen Abflachung des Signals
"nach" einem zumindest wesentlichen Abfall des Signals soll insbesondere eine zumindest
wesentliche Abflachung des Signals verstanden werden, die zeitlich unmittelbar auf
einen zumindest wesentlichen Abfall des Signals folgt. Unter einem "Kochen" soll insbesondere
ein Garzustand verstanden werden, bei dem das Gargut in einer kochenden Flüssigkeit,
insbesondere in einer wässrigen Flüssigkeit, mit einer einer Siedetemperatur der Flüssigkeit
entsprechenden Temperatur gegart wird. Hierdurch kann ein Bedienkomfort weiter vorteilhaft
gesteigert werden. Ferner kann ein Garergebnis verbessert werden, insbesondere wenn
die Steuereinheit dazu vorgesehen ist, ein Simmern des Garguts durchzuführen. In diesem
Fall kann die Steuereinheit eine Reduzierung einer Heizleistung der Heizeinheit veranlassen,
um einem Übergang vom Simmern zum Kochen entgegenzuwirken.
[0014] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass
die Steuereinheit dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes Überkochen des Garguts anhand
eines zumindest wesentlichen Abfalls des Signals nach einem Plateau des Signals zu
erkennen. Vorzugsweise handelt es sich bei dem zumindest wesentlichen Abfall des Signals
um einen abrupten Abfall des Signals. Unter einem "Plateau des Signals" soll in diesem
Zusammenhang insbesondere eine Struktur einer mathematischen Funktion, insbesondere
des zeitlichen Verlaufs des Signals und insbesondere der Mittelung des Signals, verstanden
werden, welche einen zumindest weitgehend konstanten Funktionswert, insbesondere einen
zumindest weitgehend konstanten Wert der Mittelung des Signals, in einem bestimmten
Argumentwertintervall, insbesondere einem Zeitintervall, aufweist. Unter einem "zumindest
weitgehend konstanten Funktionswert" soll in diesem Zusammenhang insbesondere ein
Wert verstanden werden, der höchstens um 5 %, insbesondere maximal um 2 % und vorzugsweise
höchstens um 1 % von einem Referenzwert abweicht und besonders vorteilhaft mit dem
Referenzwert identisch ist. Unter einem zumindest wesentlichen Abfall des Signals
"nach" einem Plateau des Signals soll insbesondere ein zumindest wesentliches Abfallen
des Signals verstanden werden, welches zeitlich unmittelbar auf das Plateau des Signals
folgt. Unter einem "Überkochen" soll insbesondere ein Garzustand verstanden werden,
bei dem eine übermäßige Schaumbildung in einer Flüssigkeit, insbesondere einer wässrigen
Flüssigkeit, des Garguts oder in einer Flüssigkeit, insbesondere einer wässrigen Flüssigkeit,
in der das Gargut gegart wird, auftritt, wobei die Schaumbildung zu einem Überlaufen
der Flüssigkeit aus einem Gargefäß führt. Insbesondere tritt ein Überkochen vermehrt
bei Flüssigkeiten mit einem relativ hohen Eiweiß- und/oder Stärkeanteil auf, insbesondere
bei Milch oder dem Kochwasser von Kartoffeln, Nudeln, Reis und Hülsenfrüchten. Hierdurch
kann ein Bedienkomfort besonders vorteilhaft gesteigert werden. Ferner kann ein Reinigungsbedarf
vorteilhaft reduziert werden, da ein Überkochen des Garguts vermieden werden kann,
insbesondere wenn die Steuereinheit dazu vorgesehen ist, die Heizeinheit bei einem
unmittelbar bevorstehenden Überkochen des Garguts abzuschalten. Ferner können unsichere
Betriebszustände, insbesondere durch ein leergekochtes Gargefäß, vermieden werden.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die mobile Messeinheit eine Haltevorrichtung
auf, welche zum Halten der mobilen Messeinheit an einem Garbehälter vorgesehen ist.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Haltevorrichtung zumindest
einen Magneten auf, der zum Halten der mobilen Messeinheit an einem Garbehälter ausgebildet
ist. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Haltevorrichtung zumindest
einen starren Bügel auf, der zum Einhängen an einem oberer Rand eines Garbehälters
ausgebildet ist.
[0016] Ferner wird ein Verfahren mit einem Kochassistenzsystem zur berührungslosen Ermittlung
eines Garzustandes vorgeschlagen, bei dem aus einem zeitlichen Verlauf eines durch
eine mobile Messeinheit gemessenen Beschleunigungssignals ein bevorstehender Garzustand
eines beheizten Garguts erkannt wird.
[0017] Ferner wird ein Gargerät, insbesondere ein Kochfeld, mit einem erfindungsgemäßen
Kochassistenzsystem vorgeschlagen. Vorzugsweise ist das Kochfeld als Induktionskochfeld
ausgebildet, welches schnell auf eine Veränderung einer Heizleistung reagieren kann,
wodurch die Vorteile der Erfindung besonders vorteilhaft zum Tragen kommen.
[0018] Ferner wird eine mobile Messeinheit geeignet zum Einsatz in einem erfindungsgemäßen
Kochassistenzsystem vorgeschlagen.
[0019] Weitere Vorteile und kennzeichnende Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Figurenbeschreibung. Die Figurenbeschreibung, die Zeichnungen und die Ansprüche enthalten
zahlreiche Merkmale in einer Kombination, die lediglich Ausführungsbeispiele der Erfindung
darstellen. Der Fachmann wird erkennen, dass auch weitere Teilkombinationen der dargestellten
und beschriebenen Merkmale zur Ausnutzung des in den Patentansprüchen beschriebenen
Erfindungsgedankens verwendbar sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Kochfeld mit einem erfindungsgemäßen Kochassistenzsystem und einem zu beheizenden
Gargefäß in einer Draufsicht,
- Fig. 2
- eine nicht maßstabsgetreue Darstellung einer erfindungsgemäßen mobilen Messeinheit,
- Fig. 3a
- ein Schaubild mit beispielhaften zeitlichen Verläufen von mit den mobilen Messeinheiten
gemessenen Schallsignalen und mit beispielhaften zeitlichen Verläufen einer Bodentemperatur
eines Gargefäßes sowie einer Garguttemperatur,
- Fig. 3b
- ein Schaubild mit beispielhaften Mittelungen der mit den mobilen Messeinheiten gemessenen
Signale.
[0020] Figur 1 zeigt ein als Kochfeld 34 ausgebildetes Gargerät. Das Kochfeld 34 umfasst
eine erfindungsgemäße Gargerätevorrichtung mit einer Kochfeldplatte 36. Die Kochfeldplatte
36 besteht aus einer Glaskeramik. Auf der Kochfeldplatte 36 sind in bekannter Weise
Heizzonen 38, 40, 42, 44 mittels einer Markierung 45 visualisiert. Die Kochfeldplatte
36 ist in einem betriebsbereiten Zustand des Kochfelds 34 horizontal angeordnet und
zu einem Aufstellen eines Gargefäßes 46 auf eine Oberseite 49 der Kochfeldplatte 36
vorgesehen. In dem Gargefäß 46 befindet sich das Gargut 16. Die Gargerätevorrichtung
umfasst vier als Induktorspulen ausgebildete Heizeinheiten 10, 22, 24, 26. Die Heizeinheit
10 ist in einem betriebsbereiten Zustand unterhalb der Heizzone 38 angeordnet. Die
Heizeinheit 22 ist in einem betriebsbereiten Zustand unterhalb der Heizzone 40 angeordnet.
Die Heizeinheit 24 ist in einem betriebsbereiten Zustand unterhalb der Heizzone 42
angeordnet. Die Heizeinheit 26 ist in einem betriebsbereiten Zustand unterhalb der
Heizzone 44 angeordnet. Die Gargerätevorrichtung umfasst ferner eine Steuereinheit
12. Eine mobile Messeinheit 14 ist über eine Haltevorrichtung an dem Gargefäß 46 angebracht.
Baueinheiten, die in einem betriebsbereiten Zustand unterhalb der Kochfeldplatte 36
angeordnet sind, sind in Fig. 1 gestrichelt eingezeichnet.
[0021] Figur 2 zeigt in einer nicht maßstabsgetreuen Darstellung eine mögliche Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen mobilen Messeinheit 14. Das Halteteil 28 ist als ein starrer
Bügel 30 ausgestaltet, der zum Einhängen an einem oberer Rand eines Gargefäßes 46
ausgebildet ist. Es wird somit durch diese Konstruktion des Halteteils ein Umgreifen
des oberen Rands des Gargefäßes gewährleistet, so dass in radialer Richtung des Gargefäßes
eine im Wesentlichen verrutschsichere und kippsichere Anbringung der mobilen Messeinheit
des Gargefäßes erreicht ist. Darüber hinaus wird durch diese Ausgestaltung auch durch
die Gewichtskraft der mobilen Messeinheit ein gewisses Nach-unten-Drücken und Nach-unten-Ziehen
und damit ein sattes Aufsitzen auf dem oberen Rand erreicht. Ein unerwünschtes Überrutschen
über den Rand in eine Seite, insbesondere in das Innere des Gargefäßes ist dadurch
verhindert. Es sind vielfältige andere Ausgestaltungen des Halteteils denkbar, beispielsweise
als ein Permanentmagnet oder als eine Klebefläche zur Anbringung der mobilen Messeinheit
an ein Gargefäß.
[0022] Weiterhin ist in Figur 2 der Beschleunigungssensor 18 zur Erfassung einer Schwingung
des Gargefäßes 46 gezeigt. Unter Beschleunigungssensoren sollen jegliche, zur Erfassung
einer Schwingung oder eines Körperschalls des Gargefässes geeignete Sensoren verstanden
werden, wie beispielsweise auch Mikrophone.
[0023] Ohne Beschränkung der Allgemeinheit sei angenommen, dass das Gargefäß 46 auf der
Heizzone 38 abgestellt und durch die Heizeinheit 10 beheizt ist. Das Gargefäß 46 beinhaltet
ein Gargut 16, welches in einer wässrigen Flüssigkeit, beispielsweise Wasser, Salzwasser,
Brühe oder Milch, gegart wird. Der Einfachheit halber wird im Folgenden für das Gargut
16 und die wässrige Flüssigkeit zusammenfassend der Begriff "Gargut 16" verwendet.
Abhängig von einem Garzustand des Garguts 16 wird das Gargefäß 46 in eine charakteristische
Schwingung versetzt. Die mobile Messeinheit 14 erfasst in einem Betriebszustand eine
durch die Schwingung des Gargefäßes 46 verursachte maximale Beschleunigung a
1. Die Steuereinheit 12 ist dazu vorgesehen, aus einem zeitlichen Verlauf des durch
die mobile Messeinheit 14 gemessenen Signals a
1(t) einen unmittelbar bevorstehenden Garzustand des durch die Heizeinheit 10 beheizten
Garguts 16 zu erkennen.
[0024] Figur 3a zeigt ein beispielhaftes Schaubild mit dem Beschleunigungssignal a
1(t), einer Bodentemperaturkurve T
B(t) und einer Garguttemperaturkurve T
G(t). Auf einer vertikalen Achse ist die Beschleunigung a
1, sowie eine Bodentemperatur T
B eines Bodens des Gargefäßes 46 und eine Garguttemperatur T
G des Garguts 16 aufgetragen. Das Gargut 16 wird im vorliegenden Beispiel ausgehend
von einer Umgebungstemperatur kontinuierlich durch die Heizeinheit 10 erhitzt. Das
Gargut 16 durchläuft dabei verschiedene Garzustände, deren Übergänge auf der horizontalen
Achse durch vier Zeitpunkte t
1, t
2, t
3, t
4 markiert sind. Beim Zeitpunkt t
1 beginnt nach einem Aufwärmen ein Pochieren des Garguts 16. Ab dem Zeitpunkt t
1 treten erste Blasen im Gargut 16 auf, was zu einem Anstieg 52 der Beschleunigung
a
1 führt. Die auftretende Beschleunigung a
1 hängt dabei von der Garguttemperatur T
G ab. Beim Zeitpunkt t
2 geht das Pochieren des Garguts 16 in ein Simmern über. Der Zeitpunkt t
2 ist durch ein Maximum a
1 der Beschleunigung a
1 gekennzeichnet. Beim Zeitpunkt t
3 geht das Simmern des Garguts 16 in ein Kochen des Garguts 16 über. Beim Zeitpunkt
t
4 geht ein Kochen des Garguts 16 in ein Überkochen über. Die durch die mobile Messeinheit
14 gemessene Beschleunigung a
1 ist vor dem Zeitpunkt t
1 weitgehend konstant. Zwischen den Zeitpunkten t
2 und t
3 nimmt die Beschleunigungen a
1 weitgehend ab. Zwischen den Zeitpunkten t
3 und t
4 ist die Beschleunigung a
1 weitgehend konstant, jedoch insbesondere größer als vor dem Zeitpunkt t
1. Ab dem Zeitpunkt t
4 nimmt die gemessene Beschleunigung a
1 stark ab. Die Bodentemperatur T
B und die Garguttemperatur T
G steigen jeweils bis zum Zeitpunkt t
3 auf einen Maximalwert an und verharren dann auf dem jeweiligen Maximalwert.
[0025] Da das gemessene Signal a
1(t) wie in Fig. 3a ersichtlich in der Regel statistischen Schwankungen unterliegt,
nimmt die Steuereinheit 12 in einem Betriebszustand eine zeitliche Mittelwertbildung
vor. Während eines Zeitintervalls mit einer Länge von 1 s wird für die mobile Messeinheit
14 ein Mittelwert A
1 aller im Zeitintervall gemessenen Beschleunigungen a
1 gebildet. Dieser Mittelwert A
1 wird eine Zeit t zugewiesen, welche einer Mitte des Zeitintervalls entspricht. Es
ergibt sich die in Fig. 3b gezeigte Mittelung A
1(t), bei der es sich mathematisch um unstetige Funktionen handelt. Zur Analyse zieht
die Steuereinheit 12 die Mittelung A
1(t) heran. So ist die Steuereinheit 12 dazu vorgesehen, ein bevorstehendes Pochieren
des Garguts 16 anhand eines Anstiegs 52 der Mittelung A
1(t) zu erkennen. Ferner ist die Steuereinheit 12 dazu vorgesehen, ein bevorstehendes
Simmern des Garguts 16 anhand eines lokalen Maximums â
1 der Mittelung A
1(t) zu erkennen. Des Weiteren ist die Steuereinheit 12 dazu vorgesehen, ein bevorstehendes
Kochen des Garguts 16 anhand einer Abflachung 54 der Mittelung A
1(t) nach einem Abfall 56 der Mittelung A
1(t) zu erkennen. Schließlich ist die Steuereinheit 12 dazu vorgesehen, ein bevorstehendes
Überkochen des Garguts 16 anhand eines abrupten Abfalls 58 der Mittelung A
1(t) nach einem Plateau 60 der Mittelung A
1(t) zu erkennen. Es versteht sich von selbst, dass die Steuereinheit 12 dazu vorgesehen
ist, eine manuelle Änderung, insbesondere eine Reduktion, einer Heizleistung der Heizeinheit
10 durch einen Bediener zu berücksichtigen, denn durch eine solche Änderung kann es
zu einer Veränderung der Beschleunigung a
1 kommen. Die Steuereinheit 12 ist daher dazu vorgesehen, zu jeder Zeit t eine Leistungsaufnahme
der Heizeinheit 10 mit in eine Analyse des Garzustands des Garguts 16 einfließen zu
lassen. Ferner ist die Steuereinheit 12 dazu vorgesehen, eine Historie der Beschleunigung
a
1 in der Analyse des Garzustands des Garguts 16 zu berücksichtigen, denn so kann eine
Erkennung des Garzustands des Garguts 16 weiter verbessert werden.
[0026] Vorteile einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung eines Kochassistenzsystems sind vielseitig.
So kann eine Nutzerführung vorteilhaft erweitert werden, indem einem Bediener ein
jeweiliger und insbesondere ein unmittelbar bevorstehender Garzustand der Gargüter
16, angezeigt und/oder akustisch vermittelt werden kann. Ferner kann eine Funktionalität
automatisch ablaufender Garprogramme besonders vorteilhaft gesteigert werden, da der
Steuereinheit 12 weitere Parameter zur Garzustandserkennung zur Verfügung stehen.
Und schließlich kann ein Überkochen vermieden werden, da die Steuereinheit 12 eine
Energiezufuhr zu den betreffenden Heizeinheiten 10, 22, 24, 26 rechtzeitig unterbrechen
und/oder reduzieren kann und vorzugsweise einen Bediener durch ein akustisches Signal
darüber informieren kann.
[0027] Die Erfindung ist auch auf weitere Gartechniken, insbesondere Frittieren oder Braten,
anwendbar. Dort ergeben sich zwar andere charakteristische Strukturen in zeitlichen
Verläufen von durch mobile Messeinheiten gemessenen Signalen, diese charakteristischen
Strukturen können jedoch durch einen Fachmann in entsprechenden Versuchsreihen leicht
ermittelt werden. Ferner wäre eine Anwendung auf Garöfen denkbar, wenn Sensoreinheiten
beispielsweise Schwingungen an Garblechen erfassen.
Bezugszeichen
[0028]
- 10
- Heizeinheit
- 12
- Steuereinheit
- 14
- Mobile Messeinheit
- 16
- Gargut
- 18
- Beschleunigungssensor
- 22
- Heizeinheit
- 24
- Heizeinheit
- 26
- Heizeinheit
- 28
- Halteteil
- 30
- Bügel
- 34
- Kochfeld
- 36
- Kochfeldplatte
- 38
- Heizzone
- 40
- Heizzone
- 42
- Heizzone
- 44
- Heizzone
- 45
- Markierung
- 46
- Gargefäß
- 49
- Oberseite
- 52
- Anstieg
- 54
- Abflachung
- 56
- Abfall
- 58
- Abfall
- 60
- Plateau
- a1
- Beschleunigung
- â1
- Maximum
- A1
- Mittelwert
- a1(t)
- Signal
- A1(t)
- Mittelung
- t
- Zeit
- t1
- Zeitpunkt
- t2
- Zeitpunkt
- t3
- Zeitpunkt
- t4
- Zeitpunkt
- TG
- Garguttemperatur
- TG(t)
- Garguttemperaturkurve
- TB
- Bodentemperatur
- TB(t)
- Bodentemperaturkurve
1. Kochassistenzsystem zur berührungslosen Ermittlung eines Garzustandes mit einer mobilen
Messeinheit (14) und einer Steuereinheit (12), dadurch gekennzeichnet, dass die mobile Messeinheit (14) einen Beschleunigungssensor umfasst, und die Steuereinheit
(12) dazu vorgesehen ist, aus einem zeitlichen Verlauf eines durch die mobile Messeinheit
(14) gemessenen Beschleunigungssignals (a1(t)) einen bevorstehenden Garzustand eines beheizten Garguts (16) zu erkennen.
2. Kochassistenzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (12) dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes Pochieren des Garguts
(16) anhand eines zumindest wesentlichen Anstiegs (52) des Signals (a1(t)) zu erkennen.
3. Kochassistenzsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (12) dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes Simmern des Garguts
(16) anhand eines zumindest wesentlichen lokalen Maximums (â1) des Signals (a1(t)) zu erkennen.
4. Kochassistenzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (12) dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes Kochen des Garguts
(16) anhand einer zumindest wesentlichen Abflachung (54) des Signals (a1(t)) nach einem zumindest wesentlichen Abfall (56) des Signals (a1(t)) zu erkennen.
5. Kochassistenzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (12) dazu vorgesehen ist, ein bevorstehendes Überkochen des Garguts
(16) anhand eines zumindest wesentlichen Abfalls (58) des Signals (a1(t)) nach einem Plateau (60) des Signals (a1(t)) zu erkennen.
6. Kochassistenzsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mobile Messeinheit (14) eine Haltevorrichtung aufweist, welche zum Halten der
mobilen Messeinheit (14) an einem Garbehälter (46) vorgesehen ist.
7. Kochassistenzsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung zumindest einen Magneten aufweist, der zum Halten der mobilen
Messeinheit (14) an einem Garbehälter (46) ausgebildet ist..
8. Kochassistenzsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung zumindest einen starren Bügel aufweist, der zum Einhängen an
einem oberer Rand eines Garbehälters (46) ausgebildet ist.
9. Verfahren mit einem Kochassistenzsystem zur berührungslosen Ermittlung eines Garzustandes
nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem aus einem zeitlichen Verlauf eines durch
eine mobile Messeinheit (14) gemessenen Beschleunigungssignals (a1(t)) ein bevorstehender Garzustand eines beheizten Garguts (16) erkannt wird.
10. Gargerät, insbesondere Kochfeld (34), mit einem Kochassistenzsystem nach einem der
Ansprüche 1 bis 8.
11. Mobile Messeinheit geeignet zum Einsatz in einem Kochassistenzsytem nach einem der
Ansprüche 1 bis 8.