[0001] Die Erfindung betrifft ein Ventil mit den Merkmalen im Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Derartige Ventile werden typischerweise als Wegeventile eingesetzt, welche verschiedene
hydraulische Leitungen gegeneinander absperren oder freigeben und wechselnde Leitungsverknüpfungen
herstellen können. Auf diese Weise kann die Wirkungsrichtung von Drücken und Volumenströmen
beeinflusst und somit ein hydraulischer Verbraucher, wie ein Arbeitszylinder oder
Hydraulikmotor, bezüglich Start, Stopp und Bewegungsrichtung gesteuert werden. Wegeventile
dienen zum Öffnen oder Schließen der hydraulischen Leitungen als Durchflusswege und
zum ständigen Wechsel der Leitungsverknüpfungen. Aufgrund ihrer Steuerfunktion weisen
Wegeventile mindestens zwei Steuerzustände, auch Schaltstellungen genannt, und mindestens
zwei Fluidanschlüsse und Verknüpfungen auf. Um ein Wegeventil in den gewünschten Steuerzustand
zu überführen, ist eine typischerweise als Elektromagnet ausgebildete Betätigungseinrichtung
vorgesehen. Zur Rückführung in einen bevorzugten Steuerzustand kann eine Rückstelleinrichtung,
wie eine Rückstellfeder, am Wegeventil vorgesehen sein.
[0003] Je nach Einsatz des Ventils in einem hydraulischen System kann eine Druckbegrenzung
dahingehend erforderlich oder wünschenswert sein, dass ein hydraulischer Verbraucher
nur bis zu einem vorgebbaren Druckniveau mit Fluiddruck zu beaufschlagen ist. In Anbetracht
schneller Schaltwechsel der Betätigungseinrichtung zwischen verschiedenen Steuerzuständen
soll eine derartige Druckbegrenzung zumindest in einem Steuerzustand in zuverlässiger
Weise sichergestellt sein.
[0004] Die
DE 10 2006 012 030 A1 beschreibt ein gattungsgemäßes Ventil umfassend ein Ventilgehäuse mit mehreren Fluidanschlüssen,
die zumindest einen Versorgungsanschluss und zumindest einen Nutzanschluss umfassen,
einen im Ventilgehäuse verfahrbaren Steuerkolben zur Ansteuerung der Fluidanschlüsse
und eine verschiedene Steuerzustände für den Steuerkolben einnehmende Betätigungseinrichtung,
wobei zumindest in einem Steuerzustand der Betätigungseinrichtung mittels einer Druckbegrenzungseinrichtung
der Ausgangsdruck im Nutzanschluss dem sich ändernden Eingangsdruck im Versorgungsanschluss
auf ein vorgebbares Druckniveau nachfolgt, wobei der Steuerkolben in zumindest einem
Steuerzustand der Betätigungseinrichtung einen Fluidweg vom Versorgungsanschluss zum
Nutzanschluss freigibt, und dass die Druckbegrenzungseinrichtung bei einem einen Öffnungsdruck
übersteigenden Eingangsdruck zusätzlich einen weiteren Fluidweg vom Versorgungsanschluss
zu einem weiteren Fluidanschluss, insbesondere einem Tankanschluss, freigibt, wobei
über den weiteren Fluidweg den Öffnungsdruck übersteigende Eingangsdruckanteile abführbar
sind, wobei die Druckbegrenzungseinrichtung einen vorgespannten, bewegbaren Begrenzerkolben
umfasst, der den weiteren Fluidweg verschließt und bei dem Öffnungsdruck entsprechenden
Eingangsdruck gegen die Vorspannkraft freigibt.
[0006] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, in ein Ventil der eingangs genannten Art weitere
Funktionen, wie eine Druckbegrenzungsfunktion, in einfacher, insbesondere bauraumsparender,
Weise zu integrieren.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Ventil mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 in seiner Gesamtheit.
[0008] Ein erfindungsgemäßes Ventil zeichnet sich dadurch aus, dass das Ventil einen Ventileinsatz
aufweist, dass der Begrenzerkolben zusätzlich zum Steuerkolben in einem Kolbenraum
des Ventileinsatzes angeordnet ist; und dass der Begrenzerkolben im unbetätigten Steuerzustand
der Betätigungseinrichtung zur Freigabe des weiteren Fluidweges in Richtung auf einen
Anschlag am der Betätigungseinrichtung gegenüberliegenden Ende des Kolbenraums hin
bewegbar ist.
[0009] Es ist ferner vorgesehen, dass zumindest in einem Steuerzustand der Betätigungseinrichtung
mittels einer Druckbegrenzungseinrichtung der Ausgangsdruck im Nutzanschluss dem sich
ändernden Eingangsdruck im Versorgungsanschluss auf ein vorgebbares Druckniveau nachfolgt.
[0010] Das Druckniveau wird entsprechend dem Einsatzzweck des Ventils, wie der Versorgung
eines hydraulischen Verbrauchers über den Nutzanschluss, vorgegeben bzw. eingestellt.
Typischerweise ist das erfindungsgemäße Ventil derart eingestellt, dass bei einer
Druckversorgung über den Versorgungsanschluss der Eingangsdruck zum Nutzanschluss
geführt wird, so dass der Ausgangsdruck im Nutzanschluss zunächst dem Eingangsdruck
im Versorgungsanschluss linear folgt und sich bei weiter steigendem Eingangsdruck
dem vorgegebenen Druckniveau annähert. Übersteigt der Eingangsdruck einen vorgegebenen
Öffnungsdruck bzw. Schwellenwert, wird der dem vorgegebenen Druckniveau entsprechende
Eingangsdruck als Ausgangsdruck dem Nutzanschluss zugeführt und übersteigende Eingangsdruckanteile
werden anderweitig abgeführt. Erfindungsgemäß wird eine degressive Kennlinie für den
zumindest einen Steuerzustand dahingehend eingestellt, dass der Ausgangsdruck im Nutzanschluss
zunächst dem Eingangsdruck im Versorgungsanschluss linear folgt und im weiteren Verlauf
sich dem vorgebbaren Druckniveau annähert oder auf dieses abfällt.
[0011] Der Steuerkolben gibt in zumindest einem Steuerzustand der Betätigungseinrichtung
einen Fluidweg vom Versorgungsanschluss zum Nutzanschluss frei und gibt die Druckbegrenzungseinrichtung
oberhalb eines dem vorgebbaren Druckniveau entsprechenden Eingangsdruck zusätzlich
einen weiteren Fluidweg vom Versorgungsanschluss zu einem weiteren Fluidanschluss,
insbesondere einem Tankanschluss, frei. In dieser vorteilhaften Ausgestaltung des
erfindungsgemäßen Ventils werden überschüssige Eingangsdruckanteile über den weiteren
Fluidanschluss abgeführt, so dass eine Druckbegrenzung im Fluidweg vom Versorgungsanschluss
zum Nutzanschluss erreicht ist.
[0012] Die Druckbegrenzungseinrichtung umfasst einen bewegbaren, vorgespannten Begrenzerkolben,
der den weiteren Fluidweg verschließt und bei einem entsprechenden Eingangsdruck gegen
die Vorspannkraft freigibt. Der zur Bewegung des Begrenzerkolbens gegen die Vorspannkraft
bis zum Erreichen einer Endlage erforderliche Eingangsdruck und der Fluidabfluss über
den weiteren Fluidweg bestimmen das vorgebbare Druckniveau des Ausgangsdrucks. Anders
ausgedrückt ist das Druckniveau des Ausgangsdrucks über die Vorspannung und die Bewegung
des bewegbaren Begrenzerkolbens und den weiteren Fluidweg vorgebbar bzw. einstellbar.
[0013] Der bewegbare Begrenzerkolben ist zusätzlich zum Steuerkolben im Kolbenraum eines
Ventileinsatzes angeordnet und im unbetätigten Steuerzustand der Betätigungseinrichtung
zur Freigabe des weiteren Fluidweges zu einem Anschlag am der Betätigungseinrichtung
gegenüberliegenden Ende des Kolbenraums hin bewegbar. Im unbetätigten Steuerzustand
der Betätigungseinrichtung verbleibt der Steuerkolben in seiner Ruhestellung und gibt
einen Fluidweg vom Versorgungsanschluss zum Nutzanschluss frei. Sobald der am Versorgungsanschluss
anstehende Eingangsdruck einen
[0014] Öffnungsdruck zur Freigabe des weiteren Fluidwegs übersteigt, wird der vorgespannte
bewegbare Begrenzerkolben zum Anschlag hin aus seiner entsprechenden Ruhestellung
geführt, so dass den Öffnungsdruck übersteigende Eingangsdruckanteile über den freigegebenen
weiteren Fluidweg abgeführt, beispielsweise einem Tankanschluss zugeführt, werden
können.
[0015] Die Vorspannkraft kann über ein am bewegbaren Begrenzerkolben angreifendes Federelement
eingestellt und/oder mittels einer bevorzugterweise am Federelement angreifenden Stelleinrichtung,
wie einer Stellschraube, veränderbar sein. Es sind jedoch auch Konstruktionen des
erfindungsgemäßen Ventils vorstellbar mit einem fest eingestellten vorgegebenen Öffnungsdruck
für den Begrenzerkolben und einem fest vorgegebenen Druckniveau.
[0016] Besonders bevorzugt umfasst erfindungsgemäß die Druckbegrenzungseinrichtung sowohl
den Steuerkolben als auch den zusätzlichen bewegbaren Begrenzerkolben im Kolbenraum.
Im unbetätigten Steuerzustand der Betätigungseinrichtung ist der zusätzliche Begrenzerkolben
vom zugeordneten Anschlag beabstandet, wird bei Erreichen des Öffnungsdrucks durch
den Eingangsdruck im Versorgungsanschluss zum Anschlag hin bewegt und gibt bei dieser
Kolbenbewegung den weiteren Fluidweg zur Abführung überschüssiger Eingangsdruckanteile
frei. In Folge dessen nähert sich bei weiter ansteigendem Eingangsdruck der Ausgangsdruck
im Nutzanschluss dem vorgegebenen Druckniveau an.
[0017] Im betätigten Steuerzustand der Betätigungseinrichtung ist der Steuerkolben vom zugeordneten
Steuerkolbenanschlag beabstandet, führt den zusätzlichen Begrenzerkolben gegen dessen
Vorspannung an seinen Anschlag und liegt dichtend am Begrenzerkolben an, so dass der
weitere Fluidweg zunächst verschlossen ist. Erreicht der Eingangsdruck im Versorgungsanschluss
einen weiteren Öffnungsdruck, welcher wesentlich höher ist als der für den unbetätigten
Steuerzustand der Betätigungseinrichtung vorgegebene Öffnungsdruck, wird der Steuerkolben
gegen die von der Betätigungseinrichtung aufgebrachte Kraft in Richtung des zugeordneten
Steuerkolbenanschlags bewegt und durch Beabstandung des Steuerkolbens vom zusätzlichen
Begrenzerkolben wird der weitere Fluidweg zur Abführung entsprechender Eingangsdruckanteile
freigegeben.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Figuren und der
nachfolgenden Beschreibung der Zeichnung. Die vorstehend genannten und die weiter
angeführten Merkmale können erfindungsgemäß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen
miteinander verwirklicht sein. Die in den Figuren gezeigten Merkmale sind rein schematisch
und nicht maßstäblich zu verstehen. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Ventil;
- Fig. 2
- einen schematisch vereinfachten Teilausschnitt des Ventils in unbetätigtem Steuerzustand
der Betätigungseinrichtung bei einem unterhalb eines Schwellenwertes liegenden Eingangsdruck;
- Fig. 3
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung bei einem oberhalb des Schwellenwertes liegenden
Eingangsdruck;
- Fig. 4
- eine Kennlinie für das Ventil, wobei ein mit I bezeichneter Bereich den Verlauf bei
dem in Fig. 2 gezeigten Betriebszustand und ein mit II bezeichneter Bereich den Verlauf
bei dem Betriebszustand von Fig. 3 darstellt;
- Fig. 5
- einen den Fig. 2 und 3 entsprechenden Teilausschnitt, jedoch bei betätigtem Steuerzustand
der Betätigungseinrichtung und bei unterhalb eines Schwellenwertes liegendem Eingangsdruck;
- Fig. 6
- einen der Fig. 5 entsprechenden Teilausschnitt bei einem einen Schwellenwert übersteigenden,
erhöhten Eingangsdruck; und
- Fig. 7
- ein Schaltsymbol für das erfindungsgemäße Ventil.
[0019] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Ventil 1 mit einem Ventilgehäuse
3, das ein in Fig. 1 links gezeigtes erstes Ventilgehäuseteil 5 und ein rechts gezeigtes
zweites Ventilgehäuseteil 7 aufweist, welch letzteres als Betätigungsteil des Ventils
dient. Im ersten Ventilgehäuseteil 5 sind ein Versorgungsanschluss P und ein Nutzanschluss
A ausgebildet, welche jeweils radial zu einem Ventileinsatz 8 mit einem sich längs
einer Achse L erstreckenden Kolbenraum 9 führen. An dem in Fig. 1 links gelegenen
Ende ist der Kolbenraum 9 des Ventileinsatzes 8 mit einer Abschlussschraube 10 versehen,
in der Fluiddurchgänge 12 ausgebildet sind, die den Kolbenraum 9 des Ventileinsatzes
8 mit einem Tankanschluss T am ersten Ventilgehäuseteil 5 verbinden. Im Kolbenraum
9 ist ein Steuerkolben 11 entlang der Längsachse L verfahrbar geführt. Entsprechend
der Ausgestaltung des insbesondere mit Fluiddurchlässen versehenen, hohlkammerartigen
Steuerkolbens 11 und dessen Lage im Kolbenraum 9 werden Fluidverbindungen zwischen
den Fluidanschlüssen, dem Versorgungsanschluss P, dem Nutzanschluss A und dem Tankanschluss
T, freigegeben oder gesperrt oder gedrosselt.
[0020] Die Lage des Steuerkolbens 11 im Kolbenraum 9 ist über eine Betätigungseinrichtung
13, welche im fortsatzartigen zweiten Ventilgehäuseteil 7 angeordnet ist, eingestellt.
Die Betätigungseinrichtung 13 ist durch einen sog. "drückenden" Elektromagneten gebildet,
der eine Magnetspule 15 und einen Magnetanker in Form eines längsbeweglichen Magnetkolbens
17 aufweist. Als drückender Magnet erzeugt die Betätigungseinrichtung 13 bei Bestromung
der Spule 15 eine Bewegung des Magnetkolbens 17 in Fig. 1 nach links. Diese ausfahrende
Bewegung überträgt eine mit dem Magnetkolben 17 verbundene Betätigungsstange 19 auf
das zugewandte Ende 21 des Steuerkolbens 11 und verschiebt diesen, wobei eine Rückstellfeder
23 komprimiert wird, die zwischen einem Sprengring 25 am Steuerkolben 11 und einem
Absatz 27 am Ventileinsatz 8 eingespannt ist. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ruhestellung,
bei der die Magnetspule 15 nicht bestromt ist, hält die Rückstellfeder 23 den Steuerkolben
11 am Polkern 29 der Betätigungseinrichtung 13.
[0021] In Fig. 2 und 3 ist der unbetätigte Steuerzustand, d.h. der Zustand bei fehlender
Bestromung der Spule 15 deutlicher dargestellt, wobei die Fig. 3 einen Zustand zeigt,
bei dem am Versorgungsanschluss P ein höherer Druck anliegt, als dies beim Zustand
von Fig. 2 der Fall ist. Während bei dem Zustand von Fig. 2 eine Druckbegrenzungseinrichtung
31 unwirksam ist, ist bei dem Zustand von Fig. 3 die Druckbegrenzungseinrichtung 31
aktiv, d.h. wirksam. Die Druckbegrenzungseinrichtung 31 weist einen bewegbaren Begrenzerkolben
33 auf, der im Steuerkolben 11 koaxial bewegbar ist und in eine in Fig. 2 gezeigte
Schließstellung vorgespannt ist. In dieser Stellung dichtet der Begrenzerkolben 33
an einer Sitzfläche 35 des Steuerkolbens 11 ab, so dass keine Fluidverbindung zwischen
dem Innenraum 37 des Steuerkolbens 11 und dem Tankanschluss T vorhanden ist. Dem Versorgungsanschluss
P mit einem Eingangsdruck zugeführtes Fluid, das durch ein Sieb 39 und einen Fluiddurchlass
41 in den Innenraum 37 des Steuerkolbens 11 gelangt, kann dadurch nahezu ungehindert
über einen weiteren Fluiddurchlass 43 zum Nutzanschluss A gelangen, d.h. der Druck
am Anschluss A folgt dem Eingangsdruck am Versorgungsanschluss P.
[0022] Fig. 3 unterscheidet sich von der Fig. 2 dadurch, dass der über den Versorgungsanschluss
P zugeführte Eingangsdruck ausreicht, um den bewegbaren Begrenzerkolben 33 gegen die
Kraft eines Federelements 45 in Richtung auf eine Anschlagfläche 47 hin an der Abschlussschraube
10 zu bewegen, siehe Pfeil 49 in Fig. 3. Dadurch ist über einen Durchlass 52 dem Steuerkolben
11 eine Verbindung zwischen dem Innenraum 37 des Steuerkolbens 11 und der Abschlussschraube
10 und durch deren Durchgänge 12 hindurch zum Tankanschluss T gebildet. Dadurch folgt
der Druck am Nutzanschluss A dem Versorgungsdruck P nicht weiter linear, sondern es
wird der in Fig. 4 gezeigte Kennlinienverlauf gebildet, bei dem sich an den linearen
Abschnitt I ein degressiv verlaufender Abschnitt II anschließt. Der Begrenzerkolben
33 weist an einem Absatz 51 einen größeren Durchmesser als der Sitzdurchmesser s (Fig.
2) auf. In Verbindung mit einer leichten Drosselung zwischen dem Absatz 51 und dem
Tankanschluss T ist dadurch eine Hubhilfe für das Ansprechen der Druckbegrenzerfunktion
des Begrenzerkolbens 33 gebildet.
[0023] Die dem in den Fig. 2 und 3 gezeigten unbetätigten Steuerzustand der Betätigungseinrichtung
13 entsprechende Kennlinie, welche die Abhängigkeit des Ausgangsdrucks p_Aktuator
in der Einheit [bar] vom Eingangsdruck p_Eingang in der Einheit [bar] zeigt, ist in
Fig. 4 dargestellt. Die Spule 15 der Betätigungseinrichtung 13 ist unbestromt (I =
0 A). In einem ersten Abschnitt I, welcher der Darstellung von Fig. 2 entspricht,
folgt der Ausgangsdruck p_Aktuator linear dem Eingangsdruck p_Eingang, wobei die Steigung
der Drosselung des Fluidstroms vom Versorgungs- zum Nutzanschluss entspricht. In einem
sich anschließenden zweiten Abschnitt II, welcher der Darstellung von Fig. 3 entspricht,
folgt der Ausgangsdruck p_Aktuator mit abnehmender Steigung dem Eingangsdruck p_Eingang
und nähert sich mit zunehmendem Eingangsdruck p_Eingang einem vorgegebenen Druckniveau
p an. Der erste Abschnitt I wird verlassen, sobald der Öffnungsdruck erreicht ist
und der bewegbare Begrenzerkolben 33 eine Kolbenbewegung (Pfeil 49) durchführt, anders
ausgedrückt das Federelement 45 der Druckbegrenzungseinrichtung 31 durch den zugeführten
Eingangsdruck p_Eingang komprimiert wird. Sobald der Kolben 33 gegen die Anschlagfläche
47 hin bewegt ist, ist der vom Versorgungsanschluss P über einen Fluidweg 41, 43 zum
Nutzanschluss A und über einen weiteren Fluidweg 52, 12 zum Tankanschluss T führbare
Fluiddruck insgesamt begrenzt.
[0024] Die Vorspannung des bewegbaren Begrenzerkolbens 33 und damit der Schwellenwert, bei
dem die Druckbegrenzerfunktion beginnt, ist beim vorliegenden Beispiel mittels einer
Einstellschraube 53 vorgebbar, die in die Abschlussschraube 10 eingeschraubt ist.
Wenn auf die Verstellmöglichkeit verzichtet wird, kann auch ein einfacher Federsitz
vorgesehen und die Einstellschraube 53 weggelassen sein.
[0025] Die Fig. 5 und 6 zeigen den betätigten Zustand der Betätigungseinrichtung 13, d.h.
den Zustand, bei dem an der Magnetspule 15 eine Bestromung I = 0,5 A vorgesehen ist.
Die dadurch erzeugte Magnetkraft bewirkt über die Betätigungsstange 19 eine Betätigungsbewegung
S des Steuerkolbens 11 und durch Mitnahme des Begrenzerkolbens 33 eine Kolbenbewegung
K für diesen.
[0026] Durch die Betätigungsbewegung S ist der Steuerkolben 11 von seinem Anschlag am Polkern
29 beabstandet, und entsprechend ist die am Steuerkolben 11 angreifende Rückstellfeder
23 komprimiert. Durch die Kolbenbewegung K liegt der Begrenzerkolben 33 an seinem
Anschlag 47 an. Durch eine dichtende Aneinanderlage von Begrenzerkolben 33 und Sitzfläche
35 am Steuerkolben 11 ist ein Fluidweg zum Tankanschluss T in der in Fig. 5 gezeigten
Stellung verschlossen. Am Versorgungsanschluss P zugeführter Eingangsdruck wird durch
Fluiddurchlässe 41 ins Innere 37 des hohlkammerartigen Steuerkolbens 11 und von dort
durch einen weiteren Fluiddurchlass 43 zum Nutzanschluss A geführt. In der in Fig.
5 gezeigten Stellung sind die Druckverhältnisse derart, dass der Ausgangsdruck im
Nutzanschluss A dem Eingangsdruck im Versorgungsanschluss P linear folgt.
[0027] In der in Fig. 6 gezeigten Darstellung reicht der am Versorgungsanschluss P zugeführte
Eingangsdruck aus, um den Steuerkolben 11 gegen die Magnetkraft der bestromten Betätigungseinrichtung
13 entsprechend einer Rückstellbewegung R zu bewegen. Durch die Rückstellbewegung
R des Steuerkolbens 11 wird die Sitzfläche 35 des Steuerkolbens 11 vom in seiner Lage
unveränderten Begrenzerkolben 33 beabstandet und der Fluiddurchlass 52 als weiterer
Fluidweg zum Tankanschluss T freigegeben. Die Darstellung der Fig. 6 entspricht insoweit
der Darstellung von Fig. 3, wobei im in Fig. 6 gezeigten betätigten Steuerzustand
der Betätigungseinrichtung 13 der weitere Fluidweg bzw. der Fluiddurchlass 52 durch
eine Rückstellbewegung R des Steuerkolbens 11 und im in Fig. 3 gezeigten unbetätigten
Steuerzustand der Betätigungseinrichtung 13 der weitere Fluidweg zum Tankanschluss
T bzw. der entsprechende Fluiddurchlass 52 durch eine Bewegung (Pfeil 49) des Begrenzerkolbens
33 freigegeben bzw. geöffnet wird. Da die Kraft des Magnetkolbens 17 der Betätigungseinrichtung
13 größer als die vom Federelement 45 am Begrenzerkolben 33 bewirkte Vorspannkraft
ist, ist der zur Rückstellbewegung R des Steuerkolbens 11 erforderliche Öffnungsdruck
wesentlich höher als der für die in Fig. 3 gezeigte Kolbenbewegung des Begrenzerkolbens
33 erforderliche Öffnungsdruck.
[0028] Fig. 7 zeigt ein Schaltsymbol für das Ventil 1. Das Ventil 1 ist als 3/2-Wegeventil
ausgebildet und umfasst drei Fluidanschlüsse, den Versorgungsanschluss P, den Nutzanschluss
A und den Tankanschluss T. Das Ventil 1 ist mittels der elektromagnetischen Betätigungseinrichtung
13 zwischen Schaltstellungen schaltbar und über die Rückstellfeder 23 zurück in die
Ruhestellung entsprechend einer ersten Schaltstellung führbar. Im unbetätigten Steuerzustand
(I= 0 A) der Betätigungseinrichtung 13 ist entsprechend der ersten Schaltstellung,
wie in den Fig. 2, 3 und 6 veranschaulicht, ein Fluidweg vom Versorgungsanschluss
P zum Nutzanschluss A freigegeben, wobei der vom Versorgungsanschluss P zum Nutzanschluss
A geführte Druck über eine Drosselung D begrenzt sein kann. Über ein federbelastetes
Rückschlagventil, welches insoweit dem vom Federelement 45 beaufschlagten bewegbaren
Begrenzerkolben 33 entspricht, wird zusätzlich ein weiterer Fluidweg zum Tankanschluss
T freigegeben.
[0029] Im betätigten Steuerzustand (I = 0,5 A) der Betätigungseinrichtung 13 ist entsprechend
einer zweiten Schaltstellung, wie in den Fig. 5 und 6 veranschaulicht, ein Fluidweg
vom Versorgungsanschluss P zum Nutzanschluss A freigegeben. Ein weiterer Fluidweg
zum Tankanschluss T ist über zwei unbelastete Rückschlagventile, welche insoweit dem
Steuerkolben 11 entsprechen, freigebbar. In der zweiten Schaltstellung ist das Ventil
1 ein direkt wirkendes Druckbegrenzungsventil, dessen Druckbegrenzung unter anderem
über die Betätigungskraft der Betätigungseinrichtung 13, die Rückstellfeder 23 und
den Sitzdurchmesser s des Sitzes 35 am Steuerkolben 11 für den Begrenzerkolbens 33
vorgegeben wird.
1. Ventil (1) umfassend:
- ein Ventilgehäuse (3) mit mehreren Fluidanschlüssen (A, P, T), die zumindest einen
Versorgungsanschluss (P) und zumindest einen Nutzanschluss (A) umfassen,
- einen im Ventilgehäuse (3) verfahrbaren Steuerkolben (11) zur Ansteuerung der Fluidanschlüsse
(A, P, T) und
- eine verschiedene Steuerzustände für den Steuerkolben (11) einnehmende Betätigungseinrichtung
(13),
wobei zumindest in einem Steuerzustand der Betätigungseinrichtung (13) mittels einer
Druckbegrenzungseinrichtung (31) der Ausgangsdruck (p_Aktuator) im Nutzanschluss (A)
dem sich ändernden Eingangsdruck (p_Eingang) im Versorgungsanschluss (P) auf ein vorgebbares
Druckniveau (p, p') nachfolgt, wobei der Steuerkolben (11) in zumindest einem Steuerzustand
der Betätigungseinrichtung (13) einen Fluidweg vom Versorgungsanschluss (P) zum Nutzanschluss
(A) freigibt, wobei die Druckbegrenzungseinrichtung (31) bei einem einen Öffnungsdruck
übersteigenden Eingangsdruck (p_Eingang) zusätzlich einen weiteren Fluidweg (52) vom
Versorgungsanschluss (P) zu einem weiteren Fluidanschluss, insbesondere einem Tankanschluss
(T), freigibt, wobei über den weiteren Fluidweg (52) den Öffnungsdruck übersteigende
Eingangsdruckanteile abführbar sind, wobei die Druckbegrenzungseinrichtung (31) einen
vorgespannten, bewegbaren Begrenzerkolben (33) umfasst, der den weiteren Fluidweg
(52) verschließt und bei dem Öffnungsdruck entsprechenden Eingangsdruck (p_Eingang)
gegen die Vorspannkraft freigibt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (1) einen Ventileinsatz (8) aufweist, dass der Begrenzerkolben (33) zusätzlich
zum Steuerkolben (11) in einem Kolbenraum (9) des Ventileinsatzes (8) angeordnet ist,
und dass der Begrenzerkolben (33) im unbetätigten Steuerzustand der Betätigungseinrichtung
(13) zur Freigabe des weiteren Fluidweges (52) in Richtung auf einen Anschlag (47)
am der Betätigungseinrichtung (13) gegenüberliegenden Ende des Kolbenraums (9) hin
bewegbar ist.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannkraft über ein am Begrenzerkolben (33) angreifendes Federelement (45)
eingestellt und/oder mittels einer bevorzugterweise am Federelement (45) angreifenden
Stelleinrichtung, wie einer Stellschraube (53), veränderbar ist.
3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbegrenzungseinrichtung (31) den Steuerkolben (11) und den zusätzlichen Begrenzerkolben
(33) im Kolbenraum (9) umfasst, wobei im betätigten Steuerzustand der Betätigungseinrichtung
(13) der Begrenzerkolben (33) durch den Steuerkolben (11) zum Anschlag (47) geführt
ist und zur Freigabe des weiteren Fluidweges (52) der Steuerkolben (11) gegen die
Kraft der Betätigungseinrichtung (13) vom Begrenzerkolben (33) beabstandbar ist.
1. Valve (1) comprising:
- a valve housing (3) having a plurality of fluid ports (A, P, T) which comprise at
least one supply port (P) and at least one work port (A),
- a control piston (11) movable in the valve housing (3) for controlling the fluid
ports (A, P, T) and
- an actuating device (13) assuming various control states for the control piston
(11),
wherein, at least in one control state of the actuating device (13), the outlet pressure
(p_actuator) in the work port (A) follows the changing inlet pressure (p_inlet) in
the supply port (P) to a predefinable pressure level (p, p') by means of a pressure
limiting device (31), wherein the control piston (11), in at least one control state
of the actuating device (13), releases a fluid path from the supply port (P) to the
work port (A), wherein the pressure limiting device (31) additionally releases a further
fluid path (52) from the supply port (P) to a further fluid port, in particular a
tank port (T), at an inlet pressure (p_inlet) exceeding an opening pressure, wherein
inlet pressure components exceeding the opening pressure can be discharged via the
further fluid path (52), wherein the pressure limiting device (31) comprises a pretensioned,
movable limiter piston (33) which closes the further fluid path (52) and releases
it against the pretensioning force at the inlet pressure (p_inlet) corresponding to
the opening pressure,
characterised in that the valve (1) has a valve insert (8),
in that the limiter piston (33) in addition to the control piston (11) is arranged in a piston
chamber (9) of the valve insert (8), and
in that, in the non-actuated control state of the actuating device (13), the limiter piston
(33) can be moved in the direction of a limit stop (47) at the end of the piston chamber
(9) opposite the actuating device (13) in order to release the further fluid path
(52).
2. Valve according to claim 1, characterised in that the pretensioning force is adjusted via a spring element (45) acting on the limiter
piston (33) and/or can be varied by means of an adjusting device, such as an adjusting
screw (53), preferably acting on the spring element (45)
3. Valve according to claim 1 or 2, characterised in that the pressure limiting device (31) comprises the control piston (11) and the additional
limiter piston (33) in the piston chamber (9), wherein, in the actuated control state
of the actuating device (13), the limiter piston (33) is guided to the limit stop
(47) by the control piston (11) and the control piston (11) can be spaced apart from
the limiter piston (33) against the force of the actuating device (13) in order to
release the further fluid path (52).
1. Soupape (1) comprenant :
- un corps (3) de soupape ayant plusieurs raccords (A, P, T) pour du fluide, qui comprennent
au moins un raccord (P) d'alimentation et au moins un raccord (A) utile,
- un piston (11) de commande pouvant se déplacer dans le corps (3) de la soupape pour
la commande des raccords (A, P, T) pour du fluide et
- un dispositif (13) d'actionnement prenant divers états de commande du piston (11)
de commande,
dans laquelle au moins dans un état de commande du dispositif (13) d'actionnement,
au moyen d'un dispositif (31) de limitation de la pression, la pression (p_Aktuator)
de sortie dans le raccord (A) utile suit la pression (p_Eingang) d'entrée qui se modifie
dans le raccord (P) d'alimentation à un niveau (p, p') de pression pouvant être donné
à l'avance, dans laquelle le piston (11) de commande dégage dans au moins un état
de commande du dispositif (13) d'actionnement un trajet de fluide du raccord (P) d'alimentation
au raccord (A) utile, dans laquelle le dispositif (31) de limitation de la pression
dégage, pour une pression (p_Eingang) d'entrée dépassant une pression d'ouverture,
supplémentairement un autre trajet (52) de fluide du raccord (P) d'alimentation à
un autre raccord de fluide, notamment à un raccord (T) de réservoir, dans laquelle
par l'autre trajet (52) de fluide des proportions de la pression d'entrée dépassant
la pression d'ouverture peuvent être évacuées, dans laquelle le dispositif (31) de
limitation de la pression comprend un piston (33) limiteur mobile, précontraint, qui
ferme l'autre trajet (52) de fluide et qui, à la pression (p_Eingang) d'entrée correspondant
à la pression d'ouverture, le dégage à l'encontre de la force de précontrainte,
caractérisée en ce que la soupape (1) a un insert (8) de soupape,
en ce que le piston (33) limiteur est disposé en plus du piston (1) de commande dans un espace
(9) de piston de l'insert (8) de la soupape et
en ce que le piston (33) limiteur peut, dans l'état de commande non actionné du dispositif
(13) d'actionnement pour dégager l'autre trajet (52) de fluide, aller en direction
d'une butée (47) à l'extrémité, opposée au dispositif (13) d'actionnement, de l'espace
(9) de piston.
2. Soupape suivant la revendication 1, caractérisée en ce que la force de précontrainte est réglée par un élément (45) de ressort attaquant le
piston (33) limiteur et/ou peut être modifiée au moyen d'un dispositif de réglage,
comme une vis (53) de réglage, attaquant de préférence l'élément (45) de ressort.
3. Soupape suivant la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le dispositif (31) de limitation de la pression comprend le piston (11) de commande
et le piston (33) limiteur supplémentaire dans l'espace (9) de piston, dans laquelle,
dans l'état de commande actionné du dispositif (13) d'actionnement, le piston (33)
limiteur est guidé vers la butée (47) par le piston (11) de commande et, pour le dégagement
de l'autre trajet (52) de fluide, le piston (11) de commande peut être mis à distance
du piston (33) limiteur à l'encontre de la force du dispositif (13) d'actionnement.