[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Geschirrspülmaschine, die
eine Sorptionstrocknungsvorrichtung aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine
zur Durchführung des Betriebsverfahrens geeignete Geschirrspülmaschine.
[0002] Konventionell wird in Geschirrspülmaschinen, beispielsweise Haushaltsgeschirrspülmaschinen,
eine Kondensationstrocknung des zu reinigenden Spülguts eingesetzt. Dazu wird beispielsweise
in üblichen Haushaltsgeschirrspülmaschinen am Ende des Spülprogramms nach den letzten
wasserzuführenden Programmabschnitt, üblicherweise dem Klarspülen, die Spülflotte,
also das sich in der Geschirrspülmaschine befindliche Wasser, der darüber liegende
Spülraum und das zu reinigende Spülgut auf Temperaturen zwischen ca. 65°C (Grad Celsius)
und 70°C aufgeheizt, wobei der vom Geschirr abgegebene Wasserdampf an Kondensationsflächen,
meist den inneren Wänden des Spülraums, auskondensiert und der Spülflotte zufließt.
Bei diesem Verfahren wird eine große Energiemenge benötigt, die an die Umgebung abgegeben
wird und im Prozess nicht weiter genutzt werden kann.
[0003] Darüber hinaus sind beispielsweise aus der Druckschrift
DE 10 2008 038 504 A1 Geschirrspülmaschinen mit Sorptionstrocknungsvorrichtungen bekannt, bei denen im
Spülraum zirkulierende Luft durch ein in der Sorptionstrocknungsvorrichtung enthaltenes
Trocknungsmittel, auch Sorptionsmittel genannt, geführt und entfeuchtet wird. Die
Entfeuchtung der Luft bedingt eine schnellere Trocknung des Spülguts bei geringeren
Temperaturen, wodurch gegenüber einer Kondensationstrocknung Energie beim Trocknungsprozess
eingespart werden kann. Bei einem nachfolgenden Spülgang wird die bei der Trocknung
vom Sorptionsmittel aufgenommene Feuchtigkeit in einem Desorptionsvorgang aus der
Sorptionstrocknungsvorrichtung entfernt und in den Spülraum abgegeben und so mit der
Spülflotte zurückgeführt. Für den Desorptionsvorgang ist die Zufuhr von Energie in
Form von Wärme notwendig, wobei die zugeführte Energiemenge jedoch geringer ist, als
die bei dem Trocknungsvorgang gegenüber der Kondensationstrocknung eingesparte Energie.
Folglich ist gegenüber dem Kondensationstrocknungsvorgang eine Nettoenergieeinsparung
bei der Sorptionstrocknung möglich.
[0004] Aus der Druckschrift
DE 10 2008 043 576 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben einer Geschirrspülmaschine mit einer Sorptionstrocknungsvorrichtung
bekannt, bei dem Parameter wie beispielsweise die Lufttemperatur und/oder die Wasserzulauftemperatur
herangezogen werden, um den Zeitpunkt zur Durchführung des Desorptionsvorgangs festzulegen.
Durch das angegebene Verfahren wird erreicht, dass eine möglichst vollständige Desorption
der in der Sorptionstrocknungsvorrichtung zuvor aufgenommenen Feuchtigkeit möglichst
schnell und mit möglichst geringem zusätzlichem Energieaufwand erzielt wird.
[0005] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben einer Geschirrspülmaschine anzugeben, bei dem
die im Desorptionsvorgang eingesetzte Energie möglichst gewinnbringend für die Qualität
des durchgeführten Reinigungsvorgangs eingesetzt wird. Es ist eine weitere Aufgabe,
eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Geschirrspülmaschine anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer Geschirrspülmaschine
sowie eine Geschirrspülmaschine mit den Merkmalen des jeweiligen unabhängigen Anspruchs.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Verfahren der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch
aus, dass ein zur Abgabe von Feuchtigkeit geeigneter Desorptionsvorgang der Sorptionstrocknungsvorrichtung
abhängig von einem gewählten Reinigungsprogramm der Geschirrspülmaschine durchgeführt
wird. Auf diese Weise kann die von der Sorptionstrocknungsvorrichtung beim Desorptionsvorgang
in Form von Dampf abgegebene Feuchtigkeit reinigungsunterstützend eingesetzt werden.
Die Sorptionstrocknungsvorrichtung wird so vorteilhaft als ein Dampfgenerator zur
Reinigung von Spülgut eingesetzt.
[0008] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird die bei dem Desorptionsvorgang
der Sorptionstrocknungsvorrichtung zugeführte Wärmemenge abhängig von dem eingestellten
Reinigungsprogramm der Geschirrspülmaschine gewählt. Dabei kann die zugeführte Wärmemenge
durch eine Vorgabe der Dauer und/oder der zugeführten Leistung eingestellt werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird die zugeführte Wärmemenge
zudem abhängig von einem zuvor durchlaufenen Reinigungsprogramm der Geschirrspülmaschine
gewählt. Auf diese Weise kann die in der Sorptionstrocknungsvorrichtung nach einem
vorherigen Reinigungsprogramm enthaltene Feuchtigkeitsmenge berücksichtigt werden,
um im aktuellen Desorptionsvorgang eine maximale Reinigungswirkung zu erzielen.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Verfahrens sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0010] Eine erfindungsgemäße Geschirrspülmaschine weist eine Sorptionstrocknungsvorrichtung
und eine Steuervorrichtung zur Steuerung von Programmabläufen auf. Sie zeichnet sich
dadurch aus, dass die Steuervorrichtung zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
eingerichtet ist. Es ergeben sich die im Zusammenhang mit dem Betriebsverfahren genannten
Vorteile.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mithilfe von Figuren
näher dargestellt. Die Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer Geschirrspülmaschine;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Sorptionstrocknungsvorrichtung für eine Geschirrspülmaschine;
- Figur 3
- ein schematisches Diagramm, das den Temperaturverlauf und die durchlaufenden Phasen
bei einem ersten Ausführungsbeispiel eines anmeldungsgemäßen Betriebsverfahrens darstellt
und
- Figur 4
- ein schematisches Diagramm, das den Temperaturverlauf und die durchlaufenden Phasen
bei einem zweiten Ausführungsbeispiel eines anmeldungsgemäßen Betriebsverfahrens darstellt.
[0012] Figur 1 zeigt schematisch den Aufbau einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens eingerichteten Geschirrspülmaschine 1. Die Geschirrspülmaschine 1 ist vorliegend
als Haushalts-Geschirrspüler ausgebildet, die Erfindung kann jedoch ebenso im Zusammenhang
mit Geschirrspülern für eine gewerbliche und/oder medizinischen Nutzung eingesetzt
werden.
[0013] Die Geschirrspülmaschine 1 weist einen Spülraum 2 auf, in dem sich Geschirrkörbe
3 zur Aufnahme des zu reinigenden Spülguts, also beispielsweise Geschirr, Kochgeschirr,
Besteck, befinden. Ferner sind bei der Geschirrspülmaschine 1 Sprüharme 4 zur Benetzung
des Spülguts mit einer Spülflotte 7, also der sich in der Geschirrspülmaschine 1 befindlichen
Reinigungsflüssigkeit, vorhanden. Der Boden des Spülraums 2 trägt einen Spülraumtopf
5 mit einer Flottenheizung 8 zum Erwärmen der Spülflotte 7 und einem Sieb 6 zum Filtern
von gelösten Schmutzpartikeln. Weiterhin sind im Spülraumtopf 5 noch eine hier nicht
dargestellte Umwälzpumpe und eine ebenfalls nicht gezeigte Ablaufpumpe vorhanden.
[0014] Außerhalb des Spülraums 2, vorzugsweise in der Bodenbaugruppe unterhalb des Bodens
des Spülraums 2, ist eine Sorptionstrocknungsvorrichtung 10 angeordnet, die üblicherweise
einen relativ voluminösen Behälter mit einem Rauminhalt von 2 bis 3 Litern aus Metall,
meist Edelstahl, aufweist. Nachfolgend wird die Sorptionstrocknungsvorrichtung 10
vereinfachend auch als Sorptionseinheit 10 bezeichnet. Über einen Auslass 15 steht
die Sorptionseinheit 10 in direkter Verbindung mit dem Spülraum 2. Der Auslass 15
weist eine hutförmige Abdeckung 16 auf, die den Eintritt von Spülflotte 7 in die Sorptionseinheit
10 verhindert.
[0015] In der Sorptionseinheit 10 befindet sich Sorptionsmittel 11, auch Sorbens genannt,
sowie eine Desorptionsheizung 12, die der Erwärmung des Sorptionsmittels 11 und damit
zur Austreibung (Desorption) von aufgenommener Feuchtigkeit dient.
[0016] Mittels eines Gebläses 13 wird zum Entfeuchten des Spülraums 2 und des Spülguts über
einen vorzugsweise im oberen Bereich des Spülraums 2 angeordneten Einlass 14 feuchte
Prozessluft 17 in einem Programmabschnitt "Trocknen" angesaugt und durch die Sorptionseinheit
10 gefördert, in der Feuchtigkeit (Wasserdampf) von dem Sorptionsmittel 11 adsorbiert
wird. Dabei läuft in dem Sorptionsmittel 11 eine exotherme Reaktion ab, die das Sorptionsmittel
11 auf ca. 100°C (Grad Celsius) erwärmt. Durch den Auslass 15 tritt die entfeuchtete
und erwärmte Prozessluft 18 wieder in den Spülraum 2, um dort erneut Wasserdampf aufzunehmen.
[0017] Die Desorption geschieht innerhalb eines Programmabschnitts "Reinigen" mittels der
Desorptionsheizung 12, die das Sorptionsmittel 11 erhitzt. Bei gleichzeitigem Betrieb
des Gebläses 13 wird die in dem Sorptionsmittel 11 gebundene Feuchtigkeit als Wasserdampf
in den Spülraum 2 gefördert. Hier hilft die in dem abgeförderten Wasserdampf gespeicherte
Energie beim Aufheizen der Spülflotte 7, des Spülraums 2 und des Spülguts. In der
Sorptionseinheit 10 findet beispielsweise das Mineral Zeolith Verwendung, welches
eine Desorptionstemperatur von bis zu 250°C benötigt. Das Sorptionsmittel 11 wird
in der Regel in der Form einer losen Kugelschüttung in der Sorptionseinheit 10 angeordnet.
[0018] Weiterhin ist bei der Geschirrspülmaschine 1 ein Verschmutzungssensor 19 vorhanden,
der sich innerhalb des Spülkreislaufs befindet - in dem Ausführungsbeispiel der Figur
1 ist der Verschmutzungssensor 19 schematisch innerhalb des Spülraumtopfs 5 angeordnet.
Mit Hilfe des Verschmutzungssensors 19 wird die Menge und teilweise auch die Art des
von der Spülflotte 7 vom Spülgut gelösten Schmutzes erkannt und diese Information
an eine nicht dargestellte Steuervorrichtung des Geschirrspülers 1 weitergegeben.
Der Verschmutzungssensor 19 kann beispielsweise als ein optisch arbeitender Trübungssensor
ausgebildet sein.
[0019] Figur 2 zeigt schematisch den Aufbau eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Sorptionseinheit
10, wiederum mit Sorptionsmittel 11, Sorptionsheizung 12 sowie einem Einlass 17 und
einem Auslass 15, der durch eine Abdeckung 16 vor dem Eintritt von Spülflotte 7 geschützt
ist. Während der Desorption ist das dem Einlass 17 vorgelagerte Gebläse 13 (vgl. Figur
1) ausgeschaltet und die Desorptionsheizung 12 eingeschaltet. Insbesondere durch die
von der Desorptionsheizung 12 abgegebene Wärme erhitzt sich das Sorptionsmittel 11
und die dort gebundene Feuchtigkeit entweicht als Wasserdampf 18 in den Spülraum 2.
Abweichend zu der in Figur 1 dargestellten Sorptionseinheit 10 befindet sich bei der
in Figur 2 gezeigten vorteilhaften Ausgestaltung die Desorptionsheizung 12 innerhalb
des Sorptionsmittel 12, um eine möglichst effektive Desorption zu ermöglichen.
[0020] Im Zusammenhang mit den Figuren 3 und 4 werden zwei Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen
Betriebsverfahrens für eine Geschirrspülmaschine vorgestellt. Die Figuren zeigen jeweils
einen zeitabhängigen Verlauf der Temperatur der Spülflotte in verschiedenen Reinigungsphasen
eines Reinigungsprogramms. Die dargestellten Betriebsverfahren können beispielsweise
von der in Figur 1 gezeigten Geschirrspülmaschine, ggf. mit der in Figur 2 gezeigten
Sorptionseinheit durchgeführt werden. Sie werden daher im Folgenden mit Bezug auf
die Figuren 1 und 2 sowie den dort verwendeten Bezugszeichen beschrieben.
[0021] Figur 3 zeigt schematisch die Abhängigkeit der Temperatur ϑ von der Zeit t bei einem
Spülprogramm mit Sorptionstrocknung als ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Betriebsverfahrens. Im Diagramm sind zusätzlich die einzelnen nacheinander durchlaufenen
Phasen des Programms durch Kleinbuchstaben von a bis f gekennzeichnet.
[0022] Vor einer Heizphase eines Reinigens b wird ein Desorptionsvorgang a durchlaufen,
in dem Feuchtigkeit aus der Sorptionseinheit 10 ausgetrieben wird. In dem Desorptionsvorgang
a, der auch als Desorptionsphase bezeichnet wird, ist die Desorptionsheizung 12 und
während der Heizphase b der Reinigens ist die Flottenheizung 8 eingeschaltet. Die
Flottenheizung 8 erwärmt die Spülflotte 7 auf die programmspezifische Nenntemperatur.
[0023] Der Heizphase des Reinigens b folgt eine Haltezeit des Reinigens e, in der die erwärmte
Spülflotte 7 umgewälzt wird. Für ein anschließendes Zwischenspülen f wird die Spülflotte
7 ausgetauscht. Vor einer Heizphase eines Klarspülens c findet erneut ein Wechsel
der Spülflotte 7 statt. Innerhalb der Heizphase des Klarspülens c erwärmt die Flottenheizung
8 die Spülflotte 7 auf die Klarspülendtemperatur, bevor innerhalb einer Haltezeit
des Klarspülens g die Umwälzpumpe die Spülflotte 7 nur noch umwälzt. In der finalen
Trocknungsphase d wird die Sorptionstrocknung aktiviert und mittels des einschalteten
Gebläses 13 die Feuchtigkeit dem der Spülraum 2 sowie dem Spülgut entzogen, durch
das Sorptionsmittel 11 geführt und dort gespeichert.
[0024] Gemäß dem Stand der Technik weist die Desorptionsphase eine konstante Dauer auf,
wobei der Desorptionsvorgang üblicherweise im Hinblick auf eine minimale Desorptionszeit
betrieben wird, um den Energiebedarf für die Desorption möglichst gering zu halten.
Dieses gilt insbesondere für die im Rahmen von Normprüfungen genutzten Energiesparprogramme.
Erfindungsgemäß wird in der ersten Ausführungsform die Dauer des Desorptionsvorgangs
a ausgehend von einem Minimalwert oder Referenzwert, der vorzugsweise dem Energiesparprogramm
bzw. Labelprogramm zugeordnet ist, bei gleicher Leistungszufuhr durch die Desorptionsheizung
12 verlängert, wenn beispielsweise ein Spülprogramm mit einer hohen Reinigungstemperatur
- vorzugsweise oberhalb von 55°C - vom Bediener angewählt wird. Ein Beispiel für ein
Spülprogramm mit einer hohen Reinigungstemperatur stellt das sogenannte Intensivprogramm
dar, das z.B. eine Reinigungstemperatur von 75°C aufweist. Durch die längere Desorptionsdauer
a wird das Sorptionsmittel 11 stärker regeneriert, gibt also mehr Wasserdampf ab.
Diese Mehrabgabe an Feuchtigkeit in den Spülraum 2 während der Desorptionsphase a
führt zu einem intensiveren Einweichen von Verschmutzungen auf dem Spülgut und somit
im Ergebnis zu einer verbesserten Reinigung. Die längere und intensivere Desorption
wird somit im Spülprogramm zur aktiven Reinigung genutzt. Die Sorptionseinheit 10
wird in diesem Sinne als ein Dampferzeuger zu Reinigungszwecken eingesetzt. Vorteilhafterweise
beträgt die Desorptionszeit bei dem Desorptionsvorgang a maximal etwa zehn Minuten.
Dieses Verfahren setzt allerdings voraus, dass im Sorptionsmittel 11 eine ausreichende
Menge an Feuchtigkeit absorbiert ist, was im Regelfall gegeben ist.
[0025] Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, ist die in den Spülraum 2 eingetragene
absolute Feuchte in Programmen mit einer hohen mittleren Spültemperatur höher als
in Spülprogrammen mit einer niedrigen Spültemperatur. Das Sorptionsmittel 11 nimmt
daher beispielsweise in einem Intensivprogramm in der Trocknungsphase d wieder mehr
Feuchtigkeit auf, die in einem nachfolgenden Intensivprogramm für den längeren Desorptionsvorgang
a wieder zur Verfügung stehen würde.
[0026] Wenn beispielsweise im Anschluss an ein vollständig durchlaufenes Intensivprogramm
wieder mit einem Energiesparprogramm gespült wird, wird aufgrund der kürzeren Desorptionsdauer
des Desorptionsvorgangs a im Energiesparprogramm das Sorptionsmittel 11 nicht vollständig
regeneriert, sodass eine Feuchteremanenz aus dem Intensivprogramm im Sorptionsmittel
11 verbleibt. Diese Restmenge an Feuchtigkeit steht bei Bedarf dann später zur Verfügung,
beispielsweise in der Desorptionsphase eines nachfolgenden Intensivprogramms.
[0027] Sollte allerdings doch einmal nicht genügend Feuchtigkeit im Sorptionsmittel 11 absorbiert
sein, beispielsweise weil ein vorhergehendes Intensivprogramm, bei dem entsprechend
alle Feuchtigkeit aus dem Sorptionsmittel 11 entfernt wurde, abgebrochen wurde und
die Trocknungsphase d, in der wieder Feuchtigkeit hätte aufgenommen werden können,
unterblieben ist, kann vorgesehen sein, den Desorptionsvorgang a zu verkürzen und
stattdessen die Dauer der Haltezeit des Reinigens e zu verlängern, um insgesamt einem
vergleichbaren Reinigungseffekt zu erzielen.
[0028] In einer alternativen Ausgestaltung kann anstelle der Dauer des Desorptionsvorgangs
a dessen Intensität variiert werden, beispielsweise indem die Desorptionsheizung 12
mit höherer Leistung betrieben wird.
[0029] Figur 4 zeigt in analoger Weise wie Figur 3 ein zweites Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens. Bei dieser Ausgestaltung ist neben der programmspezifischen
Anpassung der Dauer (oder Intensität) des Desorptionsvorgangs a auch eine Verlagerung
dieses Programmabschnitts in die Heizphase des Reinigens vorgesehen. Die Heizphase
des Reinigens teilt sich so in zwei Teilheizphasen des Reinigens b1, b2 auf, zwischen
denen der Desorptionsvorgangs a durchgeführt wird.
[0030] Vorzugsweise wird diese Programmanpassung im sogenannten Automatikprogramm, in dem
der Verschmutzungssensor 19 abgefragt wird, vorgenommen. Erst wenn der Verschmutzungssensor
19 den Verschmutzungsgrad des Spülguts ermittelt hat, was frühestens einige, beispielsweise
zehn Minuten nach dem Start der Heizphase des Reinigens b erfolgen kann, kann von
der Steuerungsvorrichtung des Geschirrspülers 1 entschieden werden, bis zu welcher
Temperatur ϑ in der Heizphase des Reinigens geheizt werden soll. Vom Endwert der Reinigungstemperatur
ist dann auch - wie im ersten Ausführungsbeispiel beschrieben - die Dauer der Desorptionsphase
a abhängig. Da das Automatikprogramm in der Praxis durchaus häufig Verwendung findet,
kommen die Vorteile der Erfindung hier besonders zum Tragen. Vorteilhafterweise liegt
die Desorptionszeit hier zwischen fünf und zehn Minuten.
[0031] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf die beiden genannten Ausführungsbeispiele
beschränkt ist. So ist es sinnvoll, in Programmen für empfindliches Spülgut, wie beispielsweise
im Glasprogramm, die Desorption vollständig entfallen zu lassen oder diese im sogenannten
Feinprogramm relativ zum Referenzwert erheblich zu verkürzen. Der freigesetzte Wasserdampf
könnte andernfalls Glaskorrosion begünstigen. In allen Fällen wird jedoch der Desorptionsgrad
abhängig von dem Reinigungsprogramm festgelegt.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Geschirrspüler
- 2
- Spülraum
- 3
- Geschirrkorb
- 4
- Sprüharm
- 5
- Spülraumtopf
- 6
- Sieb
- 7
- Spülflotte
- 8
- Flottenheizung
- 10
- Sorptionseinheit
- 11
- Sorptionsmittel bzw. Sorbens
- 12
- Desorptionsheizung bzw. Heizmittel
- 13
- Gebläse
- 14
- Einlass
- 15
- Auslass
- 16
- Abdeckung
- 17
- Prozessluft, feucht
- 18
- Prozessluft, erwärmt, trocken
- 19
- Verschmutzungssensor
- a
- Desorptionsvorgang
- b
- Heizphase Reinigen
- b1, b2
- Teilheizphase Reinigen
- c
- Heizphase Klarspülen
- d
- Sorptionsphase bzw. Trocknungsphase
- e
- Haltezeit Reinigen
- f
- Zwischenspülen
- g
- Haltezeit Klarspülen
1. Verfahren zum Betreiben einer Geschirrspülmaschine (1), die eine Sorptionstrocknungsvorrichtung
(10) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein zur Abgabe von Feuchtigkeit geeigneter Desorptionsvorgang (a) der Sorptionstrocknungsvorrichtung
(10) abhängig von einem gewählten Reinigungsprogramm der Geschirrspülmaschine (1)
durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die bei dem Desorptionsvorgang (a) der Sorptionstrocknungsvorrichtung
(10) zugeführte Wärmemenge abhängig von dem gewählten Reinigungsprogramm der Geschirrspülmaschine
gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die zugeführte Wärmemenge durch eine Vorgabe der
Dauer und/oder der zugeführten Leistung eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Sorptionstrocknungsvorrichtung
(10) zur Reinigung von Spülgut in einer Funktion als Dampfgenerator eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der Desorptionsvorgang (a) zu
Beginn einer Heizphase eines Reinigens (b) durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der Desorptionsvorgang (a) zwischen
zwei Teilheizphasen eines Reinigens (b1, b2) durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die bei dem Desorptionsvorgang
(a) der Sorptionstrocknungsvorrichtung (10) zugeführte Wärmemenge zudem abhängig von
einem zuvor durchlaufenen Reinigungsprogramm der Geschirrspülmaschine gewählt wird.
8. Geschirrspülmaschine (1) mit einer Sorptionstrocknungsvorrichtung (10) und einer Steuervorrichtung
zur Steuerung von Programmabläufen in der Geschirrspülmaschine (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche
1 bis 7 eingerichtet ist.