[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen eines Druckbildes mit
den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1.
[0002] Die Erfindung liegt in dem
technischen Gebiet des Druckens, insbesondere des Bedruckens von dreidimensionalen Körpern mittels mehrerer
Tintenstrahl-Druckeinheiten.
[0003] Aus der
US 7,955,456 B2 ist bereits das Inkjet-Bedrucken von Blisterverpackungen bekannt. Diese weisen eine
im Wesentlichen zweidimensionale zu bedruckende Siegelfolie auf und werden linear
gefördert. Trotz hoher Produktionsgeschwindigkeiten ist das Fördern und Bedrucken
daher meist problemlos möglich. Weitaus schwieriger ist das Bedrucken von dreidimensional
ausgeformten Körpern mit im Raum gekrümmten Außenoberflächen.
[0004] Es ist bereits bekannt beim Erzeugen eines Druckbildes auf einem zu bedruckenden
Objekt mehrere Tintenstrahl-Druckeinheiten einzusetzen, da die Breite der Druckeinheiten
meist geringer als die Breite des Druckbildes ist. Die Druckeinheiten werden dabei
derart nebeneinander angeordnet, dass die jeweiligen zu druckenden Abschnitte des
Druckbildes nahtlos aneinander anschließen. Da die Druckeinheiten allerdings auch
eine größere Breite aufweisen, als ihr jeweiliges Feld von Tintenstrahl-Düsen, ist
es zudem erforderlich, die Druckeinheiten in Förderrichtung des Objekts beabstandet
anzuordnen, d.h. das Objekt an zwei verschiedenen Positionen bzw. Aufenthaltsorten
des Objekts zu bedrucken. Ferner ist es bereits bekannt, den nahtlosen Anschluss zweier
zu druckender Abschnitte mit sich überlappenden Düsenfeldern zu erzeugen, um einen
fließenden (und nicht einen abrupten) Übergang der Abschnitte zu ermöglichen. Die
beiden Abschnitte greifen dabei im Überlappbereich gewissermaßen "ineinander" und
ergänzen sich dort zu einem vollständigen Druckbild. Bei gerasterten Druckbildern
kann dieses "Ineinandergreifen" jedoch zu unerwünschten Störungen führen.
[0005] Diese bekannten Maßnahmen funktionieren gut, solange das zu bedruckende Objekt während
des Förderns keine unerwünschten Positionsänderungen erfährt, z.B. senkrecht zur Förderrichtung.
Objekte, wie z.B. Flaschen in Abfüllanlagen im Gegensatz zu flachen Bedruckstoffen,
können allerdings meist nicht hochpräzise gefördert werden, zumindest nicht mit einer
Präzision in der Größenordnung der Druckauflösung einer Tintenstrahl-Druckeinheit.
Daher kann es zu Positionsänderungen der Objekte kommen, die sich in unerwünschten
Störungen, z.B. hellen Streifen, des Druckbildes äußern. Bisher wurde versucht, das
Fördern der Objekte zu verbessern, so dass unerwünschte Positionsänderungen vermieden
werden können. Dieser Ansatz ist allerdings umso schwieriger, je schneller produziert
werden soll.
[0006] Vor diesem Hintergrund ist es
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren
zum Erzeugen eines Druckbildes zu schaffen, welches es ermöglicht, mit wenigstens
zwei in Förderrichtung eines Objekts zu einander beabstandeten Tintenstrahl-Druckeinheiten
ein im Wesentlichen störungsfreies Druckbild auf dem Objekt zu erzeugen, insbesondere
für den Fall, dass das Objekt auf dem Weg vom der ersten zur zweiten Druckeinheit
eine unerwünschte Positionsänderung erfährt.
[0007] Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe stellt das Verfahren mit den Merkmalen
von Hauptanspruch 1 dar. Vorteilhafte Weiterbildungen dieser Erfindung ergeben sich
aus den zugehörigen Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den zugehörigen
Zeichnungen.
[0008] Ein
erfindungsgemäßes Verfahren zum Erzeugen eines Druckbildes auf einem zu bedruckenden Objekt, wobei zum Bedrucken
des Objekts eine erste Tintenstrahl-Druckeinheit mit einem ersten Feld von Tintenstrahl-Düsen
und eine zweite Tintenstrahl-Druckeinheit mit einem zweiten Feld von Tintenstrahl-Düsen
und zum Fördern des Objekts in eine Förderrichtung eine Fördereinheit eingesetzt werden,
wobei das erste Feld und das zweite Feld im Wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung
verlaufen und dabei teilweise in einem Überlapp-Bereich überlappen, mit den Schritten:
- Drucken eines ersten Abschnitts des Druckbildes mit der ersten Druckeinheit an einer
ersten Position, - Fördern des Objekts von der ersten Position zu einer von der ersten
Position beabstandeten zweiten Position, und - Drucken eines zweiten Abschnitts des
Druckbildes mit der zweiten Druckeinheit an der zweiten Position, zeichnet sich durch
die weiteren Schritte aus: - Messen eines ersten Positionswertes des Objekts an der
ersten Position und eines zweiten Positionswertes des Objekts an der zweiten Position,
- Bestimmen einer Positionsänderung des Objekts im Wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung
unter Verwendung des ersten und des zweiten Positionswertes, und - Kompensation der
Positionsänderung beim Drucken des zweiten Abschnitts durch im Wesentlichen nahtloses
Drucken des zweiten Abschnitts an den ersten Abschnitt unter Einsatz von einer der
Positionsänderung entsprechenden Anzahl von Düsen innerhalb des Überlapp-Bereichs
des zweiten Felds und einer komplementären Anzahl von Düsen außerhalb des Überlapp-Bereichs
des zweiten Felds.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es in vorteilhafter Weise, mit den in Förderrichtung
des Objekts zu einander beabstandeten Tintenstrahl-Druckeinheiten ein im Wesentlichen
störungsfreies Druckbild auf dem Objekt zu erzeugen. Eine unerwünschte Positionsänderung
des Objekts wird dabei aus Messwerten bestimmt und in vorteilhafter Weise kompensiert:
Ein erfindungsgemäßer vorgesehener Überlapp der Düsenfelder wird genutzt, um z.B.
helle Streifen im Druckbild in vorteilhafter Weise zu vermeiden. Düsen im Überlapp-Bereich
werden, sofern eine unerwünschte Positionsänderung des Objekts eine Gegenmaßnahme
erforderlich macht, gewissermaßen zugeschaltet und das Druckbild bzw. der zweite Abschnitt
"in Richtung erster Abschnitt geschoben". Die zweite Druckeinheit wird hierzu bevorzugt
mit der Kompensation entsprechenden, also gewissermaßen ebenfalls "verschobenen" Druckdaten
versorgt.
[0010] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass beim Messen der beiden Positionswerte eine Markierung auf dem Objekt
oder auf der Fördereinheit erfasst wird. Durch das Vorsehen solcher Markierungen und
auf die Markierungen gerichteter und auf diese abgestimmter Messeinheiten kann die
jeweilige Messung ausreichend verbessert werden. Die Markierung kann außerdem auch
durch die erste Druckeinheit auf das Objekt aufgebracht werden oder es kann ein Teilbereich
des ersten Abschnitts des Druckbildes als Markierung dienen. Eine solche gedruckte
Markierung kann mit einer nicht sichtbaren Tinte, welche fluoreszierende Stoffe enthält,
erzeugt werden und z.B. zur Sichtbarmachung bzw. Vermessung mit so genanntem Schwarzlicht
(UV-A-Strahlung) beleuchtet werden.
[0011] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass das Objekt ein dreidimensionaler Körper ist und das Druckbild auf
dessen Außen-Oberfläche erzeugt wird. Die Erfindung ist gerade beim Bedrucken dreidimensionaler
Objekte, z.B. Flaschen, von Vorteil, weil solche Körper oftmals weniger präzise gefördert
werden können, als z.B. flache, im Wesentlichen zweidimensionale Bedruckstoffe und
Kompensationsmaßnahmen erforderlich werden können.
[0012] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann sich dadurch
auszeichnen, dass die zweite Tintenstrahl-Druckeinheit zur Kompensation einer Positionsänderung
des Objekts, deren Wert kleiner als die Druckauflösung der zweiten Druckeinheit ist,
zusätzlich eine Positionsänderung erfährt. Sofern trotz Kompensation durch den Einsatz
der Überlapp-Düsen immer noch unerwünschte Störungen im Druckbild zu erwarten sind,
kann die zweite Druckeinheit in vorteilhafter Weise eine zusätzliche Positionsänderung
erfahren, d.h. in eine Ausgleichsposition bewegt werden. Eine solche Ausgleichs-Bewegung
kann bevorzugt unter Einsatz eines Piezo-Aktuators erfolgen.
[0013] Das oben genannte erfindungsgemäße Verfahren kann auch durch folgenden synonymen
Hauptanspruch bzw. dessen Merkmalskombination beschrieben werden: Verfahren zum Erzeugen
eines Druckbildes mit zwei Abschnitten auf einem dreidimensionalen Objekt unter Einsatz
von Tintenstrahldüsen, wobei eine Positionsänderung des Objekts zwischen dem Drucken
der Abschnitte durch den Einsatz von zusätzlichen Tintenstrahldüsen kompensiert wird.
[0014] Die Erfindung als solche sowie konstruktiv und/oder funktionell vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezug auf die zugehörigen Zeichnungen anhand
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und eines konkreten Beispiels näher beschrieben.
[0015] Die
Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- Eine schematische Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens anhand der Abläufe beim Betrieb einer Vorrichtung zum Bedrucken von Objekten,
und
- Figur 2
- Eine schematische Darstellung eines konkreten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens anhand der Abläufe beim Betrieb einer Vorrichtung zum Bedrucken von Objekten.
[0016] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Erzeugen eines Druckbildes 2 auf einem Objekt 3, z.B.
eine Flasche oder ein beliebiger rotationssymmetrischer Körper, bzw. eine Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das Objekt ist in der Figur zweimal
dargestellt: einmal "links" in einer ersten Position P1 und einmal "rechts" in einer
zweiten Position P2. Das Objekt wird während der Durchführung des Verfahrens mittels
einer Fördereinheit 4 von der ersten Position in Förderrichtung 5 zur zweiten Position
gefördert. Die Fördereinrichtung kann einen so genannten Teller 6 aufweisen, auf dem
das Objekt während des Förderns angeordnet ist.
[0017] Figur 1 zeigt auch eine erste Tintenstrahl-Druckeinheit D1 und eine zweite Tintenstrahl-Druckeinheit
D2: Druckeinheit D1 druckt an Position P1 und Druckeinheit D2 an Position P2. Druckeinheit
D1 druckt einen "oberen" ersten Abschnitt A1. Druckeinheit D2 druckt einen "unteren"
zweiten Abschnitt A1. Druckeinheit D1 weist ein erstes Feld F1 von Tintenstrahl-Düsen
und Druckeinheit D2 weist ein zweites Feld F2 von Tintenstrahl-Düsen auf. Beide Druckeinheiten
können bevorzugt identisch aufgebaut sein. Die Düsen der beiden Felder sind jeweils
auf einer Geraden G1 bzw. G2 angeordnet, die im Wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung
5 verläuft.
[0018] Flaschen 3 in Abfüllanlagen werden teils auf kreisförmigen Bahnen 5 gefördert. Die
Darstellung in der Figur kann als eine Seitenansicht auf eine solche Kreisbahn verstanden
werden. Die Druckeinheiten D1 und D2 wären dann im Wesentlichen tangential zur Kreisbahn
5 angeordnet und radial auf die Flaschen gerichtet.
[0019] In Position P1 befindet sich das Objekt 3 in einer Höhe H1, welche als erster Positionswert
gemessen wird. Anmerkung: Der Begriff "Höhe" soll in dieser Anmeldung nichts über
die Orientierung des Objekts im Raum aussagen. Würde das gezeigte Objekt liegend statt
stehend transportiert werden und wären die beiden Druckeinheiten D1 und D2 ebenfalls
liegend statt stehend angeordnet, so wäre die "Höhe" nicht in vertikaler, sondern
in horizontaler Richtung (parallel zu den dann liegenden Geraden G1 und G2) zu messen.
Weitere Anmerkung: Die Höhe H1 ist in der Figur aus Gründen der Übersichtlichkeit
am oberen Rand des Tellers 4 eingezeichnet. Die Messung der Höhe H1 erfolgt jedoch
mittels einer ersten Mess-Einheit M1 an einer Messmarke 7, welche an dem Objekt oder
an dem Teller oder an einer anderen Stelle der Fördereinheit 4 angebracht sein kann.
[0020] In Position P2 befindet sich das Objekt 3 in einer Höhe H2, welche als zweiter Positionswert
(entsprechend dem ersten Positionswert) gemessen wird. In Figur 1 ist zu erkennen,
dass der Teller 4 und damit auch das Objekt 3 während des Förderns in Förderrichtung
5 eine Positionsänderung "nach oben" erfährt. Beide Positionswerte werden daher über
(nur durch kurze Striche angedeutete) Datenverbindungen einer Steuereinrichtung 8
zugeführt. Die Steuereinrichtung kann nun aus den beiden Positionswerten H1 und H2
eine Positionsänderung Delta_H bestimmen, z.B. durch eine Differenzbildung. Diese
Positionsänderung kann nun erfindungsgemäß für eine Kompensation beim Drucken genutzt
werden.
[0021] Um die erfindungsgemäße Kompensation durchführen zu können, ist es erforderlich,
dass die beiden Druckeinheiten D1 und D2 einen Überlapp-Bereich L aufweisen, indem
die Düsen-Felder F1 und F2 überlappen, indem also sowohl Düsen des Feldes F1 als auch
Düsen des Feldes F2 angeordnet sind. Da das Objekt 3 im gezeigten Beispiel eine Positionsänderung
Delta_H "nach oben" erfahren hat, wird der zweite Abschnitt A2 erfindungsgemäß im
Wesentlichen nahtlos an den ersten Abschnitt A1 gedruckt, indem eine oder mehrere
Düsen 9 des zweiten Feldes F2 im Überlapp-Bereich aktiviert werden. Die Anzahl der
für die Kompensation aktivierten Düsen 9 wird von der Steuereinheit 8 bestimmt: Die
Anzahl entspricht der Positionsänderung Delta_H, d.h. es werden so viele Düsen 9 für
die Kompensation herangezogen, dass die Breite von deren Druckbereich der Positionsänderung
Delta_H im Wesentlichen entspricht. Außerdem wird an der Druckeinheit D2 eine komplementäre
Anzahl von Düsen außerhalb des Überlapp-Bereichs aktiviert, so dass der gesamt zweite
Abschnitt A2 gedruckt werden kann. Zur Verdeutlichung sind die jeweils aktiven, d.h.
am jeweiligen Drucken der Abschnitte A1 bzw. A2 beteiligten Düsen der Felder F1 und
F2 dunkel dargestellt.
[0022] An der Druckeinheit D2 wird die Information Delta_H somit zur Festlegung der aktiven
Druckdüsen benutzt. Die Differenz H2-H1 (z.B. im Mikrometern) wird z.B. in einen Digitalwert
K (z.B. der konkrete Wert 2) gewandelt, der ein K-faches (entsprechend z.B. 2-faches)
der Druckauflösung der beiden Druckeinheiten darstellt. Dieser Digitalwert wird auf
einen Multiplexer geführt. Der Multiplexer hat einen Eingang mit n Kanälen, der mit
den n Druckdaten für das Druckbild mit n Bildpunkten (senkrecht zur Förderrichtung
5) versorgt wird. Jeder Kanal steuert eine Düse. Der Ausgang ist mit den n Eingängen
des Druckkopfes verbunden. Die Kompensation kann nun in Inkrementen der Druckauflösung
erfolgen (entsprechend z.B. 2 Düsen für die Kompensation mit K=2). Der Multiplexer
kann Teil der Steuereinheit 8 sein.
[0023] Auf diese Weise kann die Kompensation genutzt werden, um die Positionsänderung Delta_H
in Schrittweiten der Düsenabstände, also entsprechend der Druckauflösung, zu kompensieren.
Für den Fall, dass die Positionsänderung Delta_H nicht exakt durch eine solche Kompensation
kompensiert werden kann, etwa weil die Positionsänderung Delta_H kein ganzzahliges
Vielfaches des Düsenabstandes ist, und der nicht kompensierte Rest der Positionsänderung
Delta_H zu unerwünschten Störungen im Druckbild führen würde ist Folgendes vorgesehen:
die Steuereinheit 8 kann über einen schnellen und hochgenauen Piezo-Aktuator 10 eine
Verstellung der Druckeinheit D2 bewirken, die feiner als die Druckauflösung ist. Dadurch
wird auch eine Kompensation des bislang nicht kompensierten Rests der Positionsänderung
Delta_H möglich.
[0024] Nachfolgend wird mit Bezug zu
Figur 2 ein mit konkreten Zahlenwerten unterlegtes Beispiel angegeben.
[0025] Vorbemerkungen:
- 1. Ein Multiplexer 11 schaltet die zu druckenden Bilddaten der Tintenstrahl-Druckeinheit
D2 der zweiten Druckreihe R2 auf deren Düsen (bzw. auf die Eingänge von D2) entsprechend
der mechanischen Position von D2 an einer Nahtstelle zu einer weiteren Tintenstrahl-Druckeinheit
D1 oder D3 der ersten Druckreihe R1 (bei Vorliegen von nur einer Nahtstelle). Der
Multiplexer 11 schaltet die zu druckenden Bilddaten von D2 auf deren Düsen entsprechend
der mechanischen Position von D2 an zwei Nahtstellen zu zwei weiteren Tintenstrahl-Druckeinheit
D1 und D3 der ersten Druckreihe R1 (bei Vorliegen von zwei Nahtstellen). Gezeigt ist
in Figur 2 die Situation bei Vorliegen von zwei Nahtstellen. Gezeigt sind in Figur
2 zudem drei verschiedene, mögliche mechanische Positionen von D2 in x-Richtung. Aus
darstellungstechnischen Gründen sind diese drei Positionen senkrecht zur x-Richtung
nebeneinander und nicht überlagert gezeigt.
- 2. Der Multiplexer 11 hat für die Anzahl der mit D2 zu druckenden Spuren des Druckbildes
eine Anzahl N von Dateneingängen. Die Anzahl N ist stets kleiner (oder gleich) der
Anzahl n der verfügbaren Düsen von D2.
- 3. Der Korrekturbereich, d.h. die Verschiebung der Istposition von D2 gegenüber der
Sollposition von D2, bestimmt die Anzahl der notwendigen Ausgänge des Multiplexers
11 und die Anzahl der Schaltverbindungen S des Multiplexers 11.
- 4. Es gibt den Zustand, dass eine positive Korrektur (z.B. in positive x-Richtung,
D2 rechts in Figur 2) durchgeführt werden muss, wobei K_pos = Anzahl der Düsen des
positiven Korrekturbereichs.
- 5. Es gibt den Zustand, dass eine negative Korrektur (z.B. in negative x-Richtung,
D2 mittig in Figur 2) durchgeführt werden muss, wobei K_neg = Anzahl der Düsen des
negativen Korrekturbereichs.
- 6. Es auch gibt den Zustand, dass nicht korrigiert werden muss (D2 links in Figur
2).
- 7. Der Korrekturbereich kann in Millimetern angegeben werden und wird hier zur Vereinfachung
symmetrisch betrachtet, z.B. +/- 0,35 mm. Der gesamte Korrekturbereich ist demnach
= 0,7 mm. K_pos und K_neg werden nach den folgenden Formeln berechnet:
K_pos = aufgerundeter Wert von (K_pos /Auflösung der Druckeinheit),
K_neg = aufgerundeter Wert von (K_neg /Auflösung der Druckeinheit).
- 8. Für die Anzahl aller Korrekturdüsen von D2 gilt: K = K_neg + K_pos.
- 9. Für die Anzahl der benötigten Düsen von D2 gilt: n > N + K, wobei N Anzahl der
druckenden Spuren.
- 10. Für die Anzahl M der benötigten Ausgänge des Multiplexers gilt: M = N + K_pos
+ K_neg.
- 11. Für die Anzahl der Schaltstellungen S eines Multiplexerdatenpfads (Schaltverbindungen)
gilt: S = K_pos + K_neg + 1.
[0026] Konkretes Zahlen-Beispiel:
- Der Bereich zwischen den Druckeinheiten D1 und D3 beträgt 990 Spuren.
- Es sollen nach oben und nach unten (bzw. in positive und negative x-Richtung) jeweils
etwa 350 µm korrigiert werden können.
- Bei 70 µm Auflösung der Druckeinheit D2 (Spurabstand der gedruckten Tintenstrahltropfen)
entspricht dies nach oben und nach unten jeweils 5 Spuren:
○ 5 Spuren zur Korrektur einer nach oben verschobenen Druckeinheit D2.
○ 5 Spuren zur Korrektur einer nach unten verschobenen Druckeinheit D2.
o Plus eine Mittelstellung, für bereits vorhandene, korrekte Einstellung.
- Aus Symmetriegründen ergeben sich dann 11 Schaltstellungen für jeden Multiplexer-Ausgang
und somit gilt: K = 10 und S = 11.
- Der Multiplexer muss somit in diesem Beispiel 1000 Eingänge der Druckeinheit D2 adressieren
können.
- Die Mittelstellung (bei der keine Korrektur erforderlich ist) wird dann definiert
mit Spur 6 für die unterste Spur und mit Spur 995 für oberste Spur.
- Zu beachten ist, dass der Multiplexer intern jeden Eingang auf S verschieden Ausgänge
schalten können muss.
[0027] Die Korrektur kann berechnet oder elektronisch ermittelt werden und zur zusätzlichen
Kompensation mittels eines Stellelements (Piezoelements) an D2 genutzt werden.
- Die Druckeinheit würde in diesem Fall direkt von einem Piezoelement in seiner Höhe
verstellt werden. Die Verstellzeit muss dabei in den Gesamtablauf passen und darf
diesen nicht stören.
- Dies geschieht nach der Messung der Größe H2 und vor dem Drucken. Um den Messfehler
möglichst klein zu halten, sollte der Messzeitpunkt von H2 unmittelbar vor dem Druckzeitpunkt
stattfinden.
- Lässt man z.B. eine Millisekunde Zeit für Messen und Stellen, so muss das mechanische
System für eine Grenzfrequenz im kHz-Bereich ausgelegt sein, was mit einem Piezoelement
gerade noch möglich ist.
[0028] Anstelle von nur zwei Druckeinheiten (wie in Figur 1 gezeigt) können auch drei, vier
oder mehrere Druckeinheiten vorgesehen, zu einer Drucklinie überlappend angeordnet
und erfindungsgemäß eingesetzt und angesteuert werden. Der Überlapp-Bereich einer
mittleren Druckeinheit der Drucklinie wäre somit zweigeteilt: einmal zur einen und
einmal zur anderen Nachbar-Druckeinheit hin angeordnet (wie in Figur 1 gezeigt). Außerdem
kann es auch vorgesehen sein, dass mehrere Drucklinien (aus jeweils mindestens zwei
lateral angeordneten Druckeinheiten) in Förderrichtung aufeinander folgend angeordnet
sind und dass die einzelnen Drucklinien verschiedenen Farben drucken, z.B. CMYK-Drucklinien
für den Vierfarbdruck.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Druckbild
- 3
- Objekt
- 4
- Fördereinheit
- 5
- Förderrichtung
- 6
- Teller
- 7
- Messmarke
- 8
- Steuereinrichtung
- 9
- Düsen
- 10
- Piezo-Aktuator
- 11
- Muliplexer
- A1
- erster Abschnitt
- A2
- zweiter Abschnitt
- D1
- erste Tintenstrahl-Druckeinheit
- D2
- zweite Tintenstrahl-Druckeinheit
- D3
- dritte Tintenstrahl-Druckeinheit
- G1
- Gerade
- G2
- Gerade
- H1
- erster Positionswert
- H2
- zweiter Positionswert
- L
- Überlapp-Bereich
- M1
- erste Mess-Einheit
- M2
- zweite Mess-Einheit
- P1
- erste Position
- P2
- zweite Position
- R1
- erste Druckreihe
- R2
- zweite Druckreihe
- x
- Richtung
1. Verfahren zum Erzeugen eines Druckbildes auf einem zu bedruckenden Objekt, wobei zum Bedrucken
des Objekts (3) eine erste Tintenstrahl-Druckeinheit (D1) mit einem ersten Feld von
Tintenstrahl-Düsen (F1) und eine zweite Tintenstrahl-Druckeinheit (D2) mit einem zweiten
Feld von Tintenstrahl-Düsen (F2) und zum Fördern des Objekts (3) in eine Förderrichtung
(5) eine Fördereinheit (4) eingesetzt werden, wobei das erste Feld (F1) und das zweite
Feld (F2) im Wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung (5) verlaufen und dabei teilweise
in einem Überlapp-Bereich (L) überlappen, mit den Schritten:
- Drucken eines ersten Abschnitts (A1) des Druckbildes (2) mit der ersten Druckeinheit
(D1) an einer ersten Position (P1),
- Fördern des Objekts (3) von der ersten Position (P1) zu einer von der ersten Position
(P1) beabstandeten zweiten Position (P2), und
- Drucken eines zweiten Abschnitts (A2) des Druckbildes (2) mit der zweiten Druckeinheit
(D2) an der zweiten Position (P2),
gekennzeichnet durch die weiteren Schritte:
- Messen eines ersten Positionswertes (H1) des Objekts (3) an der ersten Position
(P1) und eines zweiten Positionswertes (H2) des Objekts (3) an der zweiten Position
(P2),
- Bestimmen einer Positionsänderung (Delta_H) des Objekts (3) im Wesentlichen senkrecht
zur Förderrichtung (5) unter Verwendung des ersten und des zweiten Positionswertes
(H1, H2), und
- Kompensation der Positionsänderung (Delta_H) beim Drucken des zweiten Abschnitts
(A2) durch im Wesentlichen nahtloses Drucken des zweiten Abschnitts (A2) an den ersten Abschnitt
(A1) unter Einsatz von einer der Positionsänderung entsprechenden Anzahl von Düsen
(9) innerhalb des Überlapp-Bereichs (L) des zweiten Felds (F2) und einer komplementären
Anzahl von Düsen außerhalb des Überlapp-Bereichs (L) des zweiten Felds (F2).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Messen der beiden Positionswerte (H1, H2) eine Markierung (7) auf dem Objekt
(3) oder auf der Fördereinheit (4) erfasst wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Markierung (7) mit der ersten Druckeinheit (D1) gedruckt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Objekt (3) ein dreidimensionaler Körper ist und das Druckbild (2) auf dessen
Außen-Oberfläche erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Tintenstrahl-Druckeinheit (D2) zur Kompensation einer Positionsänderung
des Objekts, deren Wert kleiner als die Druckauflösung der zweiten Druckeinheit (D2)
ist, zusätzlich eine Positionsänderung erfährt.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zusätzliche Positionsänderung durch einen Piezo-Aktuator (10) bewirkt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Steuereinheit (8) zum Einsatz kommt, welche die Düsen (9) innerhalb des Überlapp-Bereichs
(L) des zweiten Felds (F2) bestimmt und ansteuert.