[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung, mit einer modularen Verteilerbaugruppe,
die mehrere in einer Aufreihungsrichtung aneinandergereihte und dabei jeweils in einem
Fügebereich mit einander zugewandten Fügeflächen aneinander angesetzte Verteilermodule
aufweist, von denen zumindest mehrere jeweils als ein Ventilträgermodul ausgebildet
sind, das mindestens eine elektrisch betätigbare Ventileinheit trägt, wobei jede dieser
Ventileinheiten interne Ventilkanäle zur Einspeisung und zur Abfuhr eines Arbeitsfluides
und mindestens einen Ventil-Arbeitskanal zur Verbindung mit einem zu betätigenden
externen Verbraucher aufweist und wobei jedes Ventilträgermodul von mindestens einem
mit einem Ventil-Arbeitskanal der an ihm angeordneten Ventileinheit verbundenen Ventilträger-Arbeitskanal
durchsetzt ist, an den mittels mindestens einer außen an der Verteilerbaugruppe angeordneten
Verbraucher-Anschlussöffnung ein zu betätigender externer Verbraucher anschließbar
ist.
[0002] Eine aus der
DE 19711227 C2 bekannte Ventilanordnung dieser Art enthält eine als Montagebasis bezeichnete Verteilerbaugruppe
mit mehreren in einer Aufreihungsrichtung aneinandergereihten und mechanisch aneinander
fixierten Verteilermodulen. Auf der Verteilerbaugruppe sind elektrisch betätigbare
Ventileinheiten montiert, die über interne Ventilkanäle verfügen. Einige der Verteilermodule
sind als Ventilträgermodule konzipiert und tragen jeweils eine der Ventileinheiten,
wobei sie jeweils von mindestens einem Ventilträger-Arbeitskanal durchsetzt sind,
der mit einem Ventil-Arbeitskanal der zugeordneten Ventileinheit kommuniziert. Jedes
Ventilträgermodul weist mindestens eine mit einem Ventilträger-Arbeitskanal verbundene
Verbraucher-Anschlussöffnung auf, die das Anschließen einer zu einem zu betätigenden
Verbraucher führenden Fluidleitung gestattet. Durch elektrische Betätigung der Ventileinheiten
kann der jeweils angeschlossene Verbraucher wunschgemäß betätigt werden, wobei das
hierzu verwendete Arbeitsfluid durch Ventilkanäle der Ventileinheiten hindurch eingespeist
und abgeführt wird.
[0003] Bei der bekannten Ventilanordnung hängt die erzielbare Arbeitsleistung des oder der
zu betätigenden Verbraucher(s) maßgeblich von der Baugröße der Ventileinheiten und
genauer gesagt von den Strömungsquerschnitten der Ventilkanäle ab. Besteht anwendungsspezifisch
Bedarf für eine höhere Arbeitsleistung, muss eine Ventilanordnung mit größeren Ventileinheiten
verwendet werden, was es notwendig macht, für unterschiedliche Arbeitsleistungen unterschiedlich
große Ventileinheiten mit entsprechend variierenden Durchflussraten zur Verfügung
zu stellen. Dies ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen vorzuschlagen, mit denen sich
die mit der Ventilanordnung erzielbare Arbeitsleistung kostengünstig an einen unterschiedlichen
Bedarf anpassen lässt.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist in Verbindung mit den eingangs genannten Merkmalen
vorgesehen, dass in der Verteilerbaugruppe in mindestens einem Fügebereich die Ventilträger-Arbeitskanäle
mehrerer Ventilträgermodule unter Bildung mindestens eines Sammel-Arbeitskanals fluidisch
miteinander verbunden sind.
[0006] Durch das fluidische Zusammenschalten der Ventilträger-Arbeitskanäle wenigstens zweier
Ventilträgermodule der Verteilerbaugruppe ergibt sich ein als Sammel-Arbeitskanal
bezeichneter gemeinsamer Arbeitskanal, der von den Ventileinheiten mehrerer Verteilermodule
gespeist werden kann. Ist eine höhere Arbeitsleistung angestrebt, kann der Sammel-Arbeitskanal
gleichzeitig aus mehreren Ventileinheiten mit einem Arbeitsfluid gespeist werden,
so dass sich eine höhere Durchflussrate erzielen lässt. Dabei ist selbstverständlich,
dass in den Verteilermodulen die Querschnitte der Verteilerkanäle ausreichend groß
bemessen sind, um den von den zugeordneten Ventileinheiten maximal zur Verfügung stellbaren
Durchfluss durchzulassen. Die mehrfach mögliche Speisung ein und desselben Sammel-Arbeitskanals
durch unterschiedliche Ventileinheiten eröffnet bei entsprechender Ansteuerung überdies
die Möglichkeit, eine zeitlich versetzte Betätigung durchzuführen, um beispielsweise
die Durchflussrate stufenweise zu verändern. Dies kann insbesondere für die Einleitung
eines Betriebszyklus eines Verbrauchers sinnvoll sein, um eine sanfte Inbetriebnahme
zu gewährleisten. Obgleich es prinzipiell möglich wäre, diejenigen Ventileinheiten,
die zum gleichen Sammel-Arbeitskanal gehörende Ventilträger-Arbeitskanäle steuern,
im Vergleich zueinander mit unterschiedlichen Strömungsraten auszulegen, ergibt sich
ein besonders kostensparender Effekt bei der Verwendung von Ventilen mit gleichen
Strömungsraten und insbesondere übereinstimmendem Aufbau. Die Verwendung identischer
Ventileinheiten oder zumindest Ventileinheiten eines identischen Grundtyps ermöglicht
eine Variation der Durchflüsse mit einer geringen Anzahl unterschiedlicher Komponenten.
[0007] Es versteht sich, dass die Verteilerbaugruppe zusätzlich zu Ventilträgermodulen,
deren Ventilträger-Arbeitskanäle zu einem Sammel-Arbeitskanal verbunden sind, auch
noch weitere Ventilträgermodule aufweisen kann, die über individuelle Ventilträger-Arbeitskanäle
verfügen, welche mit nur derjenigen Ventileinheit verbunden sind, mit der das betreffende
Verteilermodul ausgestattet ist. Beim Zusammenbau der Ventilanordnung kann eine kundenspezifische
Zusammensetzung realisiert werden, bei der die Verteilerbaugruppe mit jeweils einer
variablen Anzahl von Sammel-Arbeitskanälen und bei Bedarf auch individuellen Ventilträger-Arbeitskanälen
ausgestattet ist.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0009] Zweckmäßigerweise sind zur Bildung mindestens eines Sammel-Arbeitskanals die Ventilträger-Arbeitskanäle
mehrerer in der Aufreihungsrichtung unmittelbar aneinander angesetzter Ventilträgermodule
fluidisch miteinander verbunden. Auf diese Weise können zur Bildung mindestens eines
Sammel-Arbeitskanals wenigstens zwei oder mehr unmittelbar aneinander angesetzte Ventilträgermodule
genutzt werden.
[0010] Innerhalb der Verteilerbaugruppe können ohne weiteres mehrere voneinander unabhängige
Sammel-Arbeitskanäle realisiert sein. Dabei besteht insbesondere die Möglichkeit,
Ventilträger-Arbeitskanäle der gleichen Ventilträgermodule zu mehreren voneinander
unabhängigen Sammel-Arbeitskanälen zu verschalten. Dies ist dann zweckmäßig, wenn
die an den Verteilermodulen angeordneten Ventileinheiten jeweils über zwei Ventil-Arbeitskanäle
verfügen, was bei einer bevorzugten Ausgestaltung als 5/2-Wegeventile oder 5/3-Wegeventile
der Fall ist. In der Verteilerbaugruppe können auch mehrere voneinander unabhängige
Sammel-Arbeitskanäle angeordnet sein, die sich aus Ventilträger-Arbeitskanälen unterschiedlicher
Ventilträgermodule zusammensetzen. So kann wenigstens ein Sammel-Arbeitskanal von
den Ventilträger-Arbeitskanälen einer ersten Gruppe von Ventilträgermodulen gebildet
sein, während ein zweiter Sammel-Arbeitskanal von den Ventilträger-Arbeitskanälen
einer weiteren Gruppe von Ventilträgermodulen gebildet ist.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform verfügt mindestens ein und insbesondere jedes
Ventilträgermodul über eine mit dem in ihm verlaufenden und zu einem Sammel-Arbeitskanal
gehörenden Ventilträger-Arbeitskanal verbundene Verbraucher-Anschlussöffnung. Es besteht
hierbei die Möglichkeit, wahlweise nur eine, mehrere oder sämtliche Verbraucher-Anschlussöffnungen
als offene Verbraucher-Anschlussöffnung zum Anschließen eines zu betätigenden Verbrauchers
zu nutzen. Beispielsweise kann bei ausreichend großem Öffnungsquerschnitt eine einzige
der vorhandenen Verbraucher-Anschlussöffnungen für den Anschluss einer zu einem Verbraucher
führenden Fluidleitung genutzt werden, während alle anderen Verbraucher-Anschlussöffnungen
verschlossen werden, beispielsweise durch separate Verschlussmittel, insbesondere
Verschlussschrauben. Alternativ hat der Anwender aber auch die Möglichkeit, mehrere
Verbraucher-Anschlussöffnungen des Sammel-Arbeitskanals zu nutzen und beispielsweise
durch eine externe Fluidleitungsanordnung extern so zu verbinden, dass das ausgegebene
Arbeitsfluid einem Verbraucher einheitlich zugeführt werden kann.
[0012] Die Verteilerbaugruppe kann außer den Ventilträgermodulen noch weitere mit den Ventilträgermodulen
in der Aufreihungsrichtung aneinandergereihte Verteilermodule aufweisen. Mindestens
ein solches Verteilermodul ist zweckmäßigerweise ein keine Ventileinheit tragendes
und deshalb auch als ventillos bezeichenbares Anschlussmodul, das mindestens eine
von außen her zugängliche und für den Anschluss einer Fluidleitung geeignete Anschlussöffnung
aufweist. Das Anschlussmodul kann beispielsweise genutzt werden, um das von den Ventileinheiten
an einen oder mehrere Verbraucher zu verteilende Arbeitsfluid einzuspeisen. In diesem
Zusammenhang kann eine Anschlussöffnung mit einem die Verteilerbaugruppe durchziehenden
Verteiler-Speisekanal verbunden sein, der mit allen Ventileinheiten kommuniziert.
[0013] In vergleichbarer Weise kann ein Anschlussmodul auch mindestens eine Anschlussöffnung
aufweisen, die für eine zentrale Fluidabfuhr des von den angeschlossenen Verbrauchern
zurückströmenden Arbeitsfluides genutzt wird. Eine solche Anschlussöffnung kommuniziert
zweckmäßigerweise mit einem die Verteilerbaugruppe durchziehenden Verteiler-Abführkanal,
der mit sämtlichen Ventileinheiten in Fluidverbindung steht.
[0014] Es besteht darüber hinaus die alternative oder zusätzliche Möglichkeit, mindestens
eine an einem ventillosen Anschlussmodul angeordnete Anschlussöffnung als Verbraucher-Anschlussöffnung
zu nutzen, wenn sich mindestens ein Sammel-Arbeitskanal nicht nur aus fluidisch miteinander
verbundenen Ventilträger-Arbeitskanälen zusammensetzt, sondern auch noch aus einem
mit diesen Ventilträger-Arbeitskanälen kommunizierenden Anschlusskanal, der sich in
dem Anschlussmodul erstreckt und außen an dem Anschlussmodul mit einer als Verbraucher-Anschlussöffnung
genutzten Anschlussöffnung ausmündet. In diesem Fall können in den Ventilträgermodulen
eventuell ausgebildete Verbraucher-Anschlussöffnungen bei Bedarf verschlossen werden
oder man kann sogar auf die Realisierung von Verbraucher-Anschlussöffnungen in den
Ventilträgermodulen gänzlich verzichten.
[0015] Ein Anschlussmodul grenzt zweckmäßigerweise unmittelbar an mindestens ein von einem
Sammel-Arbeitskanal durchsetztes Ventilträgermodul an.
[0016] Ein mit einer Verbraucher-Anschlussöffnung eines Sammel-Arbeitskanals ausgestattetes
Anschlussmodul kann sich sowohl am Ende der Verteilerbaugruppe befinden, beispielsweise
in Gestalt einer Endplatte, oder kann zwischen zwei Ventilträgermodulen platziert
sein, beispielsweise in Form einer Zwischenplatte.
[0017] Um die Ventileinheiten zentral elektrisch ansteuern zu können, sind die Verteilermodule
zweckmäßigerweise von einem Signalverteilerkanal durchsetzt, in dem sich ein Signalverteilungsstrang
erstreckt, der innerhalb der Ventilträgermodule mit der an oder in dem Ventilträgermodul
angeordneten Ventileinheit elektrisch verbunden ist.
[0018] Bei den Ventileinheiten handelt es sich zweckmäßigerweise um elektro-fluidisch vorgesteuerte
Ventileinheiten. Selbige enthalten ein das Arbeitsfluid verteilendes Hauptventil und
eine das Hauptventil fluidisch betätigende, elektrisch betriebene Vorsteuerventileinrichtung.
[0019] Die Ventileinheiten sind insbesondere als 5/2-Wegeventile, 5/3-Wegeventile oder 3/2-Wegeventile
ausgebildet.
[0020] Die Ventilanordnung wird zweckmäßigerweise mit Druckluft als Arbeitsfluid betrieben.
Allerdings eignet sie sich auch für einen Betrieb mit anderen gasförmigen oder auch
flüssigen Medien.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
In dieser zeigen:
- Figur 1
- eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemä-βen Ventilanordnung in einer Schrägansicht,
- Figur 2
- eine Explosionsdarstellung der Ventilanordnung aus Figur 1, wobei eine Ventileinheit
im vom zugeordneten Ventilträgermodul abgehobenen Zustand illustriert ist,
- Figur 3
- eine Unteransicht der Ventilanordnung mit Blickrichtung gemäß Pfeil III aus Figur
1, wobei schematisch der interne Kanalverlauf illustriert ist,
- Figur 4
- einen Längsschnitt durch die Ventilanordnung gemäß Schnittlinie IV-IV aus Figur 3,
- Figur 5
- eine mit Figur 3 vergleichbare Unteransicht der Ventilanordnung in einer abweichenden
Ausstattung der Verteilerbaugruppe, und
- Figur 6
- einen Längsschnitt durch die Ventilanordnung gemäß Schnittlinie VI-VI aus Figur 5.
[0022] Die in ihrer Gesamtheit mit Bezugsziffer 1 bezeichnete Ventilanordnung enthält eine
mit mehreren elektrisch betätigbaren Ventileinheiten 2 bestückte Verteilerbaugruppe
3. Die Verteilerbaugruppe 3 erstreckt sich linear entlang einer Hauptachse 4, die
beim Ausführungsbeispiel gleichzeitig die Längsachse der Verteilerbaugruppe 3 bildet.
[0023] Die Verteilerbaugruppe 3 ist modular aufgebaut. Sie enthält eine Mehrzahl von individuellen
Verteilermodulen 5, die in einer durch einen Doppelpfeil angedeuteten Aufreihungsrichtung
6 aneinandergereiht sind. Die Aufreihungsrichtung 6 fällt mit der Hauptachse 4 zusammen.
[0024] Die einzelnen Verteilermodule 5 sind zweckmäßigerweise blockförmig oder plattenförmig
ausgebildet. Sie bestehen zweckmäßigerweise aus Metall oder aus Kunststoffmaterial.
[0025] Jedes Verteilermodul 5 hat an jeder einem benachbarten Verteilermodul 5 zugewandten
Seite eine Fügefläche 7. Die beiden am Ende der Verteilerbaugruppe 3 angeordneten
Verteilermodule 5, die im Folgenden auch als erstes und zweites End-Verteilermodul
5a, 5b bezeichnet werden, haben dementsprechend jeweils nur eine einzige Fügefläche
7, während die dazwischen angeordneten weiteren Verteilermodule 5 an ihren in der
Aufreihungsrichtung 6 einander entgegengesetzten Seiten jeweils eine Fügefläche 7
aufweisen.
[0026] Die Verteilermodule 5 sind mit einander zugewandten Fügeflächen 7 aneinander angesetzt.
Der Kontaktbereich zweier Fügeflächen 7 bildet dabei jeweils einen Fügebereich 8.
In dem Fügebereich 8 sind zwischen den aneinandergesetzten Verteilermodulen 5 zweckmäßigerweise
Dichtungsmittel 12 angeordnet, die eine fluiddichte Verbindung ermöglichen.
[0027] Befestigungsmittel 13 halten die Verteilermodule 5 in bevorzugt lösbarer Weise zusammen.
Exemplarisch sind die Befestigungsmittel 13 von Zugankern gebildet, die sich durch
die Verteilermodule 5 in der Aufreihungsrichtung 6 hindurch erstrecken und alle Verteilermodule
5 in der Aufreihungsrichtung 6 zusammenspannen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit,
eine mechanische Verbindung individuell zwischen jedem Paar aneinander angesetzter
Verteilermodule 5 vorzusehen. Mehrere der Verteilermodule 5 sind als Ventilträgermodule
14 konzipiert, die jeweils mindestens eine und bevorzugt genau eine der schon erwähnten
Ventileinheiten 2 tragen. Exemplarisch verfügt die Verteilerbaugruppe 3 über insgesamt
vier unmittelbar aneinander angesetzte Ventilträgermodule 14, die jeweils mit einer
Ventileinheit 2 bestückt sind.
[0028] Die Ventileinheiten 2 sind zweckmäßigerweise individuell am jeweils zugeordneten
Ventilträgermodul 14 befestigt. Exemplarisch sind sie mit einer Grundfläche 15 voraus
an einer rechtwinkelig zur Hauptachse 4 orientierten Bestückungsfläche 16 des betreffenden
Ventilträgermoduls 4 montiert. Bei nicht näher gezeigten Ausführungsvarianten ist
jede Ventileinheit 2 mit wenigstens einem Teil ihrer Bauhöhe versenkt im zugeordneten
Ventilträgermodul 14 untergebracht. Es besteht auch die Möglichkeit, jede Ventileinheit
2 unter einer individuellen Abdeckhaube zu platzieren, die am zugeordneten Ventilträgermodul
14 lösbar befestigt ist.
[0029] Die beiden End-Verteilermodule 5a, 5b sind zweckmäßigerweise nicht mit einer Ventileinheit
bestückt und dienen lediglich der fluidischen und bevorzugt auch elektrischen Kommunikation
der Ventilanordnung 1 mit der Außenwelt. Das erste End-Verteilermodul 5a ist als ein
keine Ventileinheit aufweisendes erstes Anschlussmodul 17 ausgebildet, das zweite
End-Verteilermodul 5b als keine Ventileinheit aufweisendes zweites Anschlussmodul
18.
[0030] Wenn die fluidische und elektrische Kommunikation anderweitig erfolgt, können eines
oder beide Anschlussmodule 17, 18 auch durch einfache, keine Anschlussmöglichkeiten
aufweisende Abschlussmodule ersetzt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit,
nur eines der End-Verteilermodule 5a oder 5b als Anschlussmodul zu nutzen und das
andere End-Verteilermodul als einfaches Abschlussmodul auszuführen.
[0031] Exemplarisch erstreckt sich durch alle Verteilermodule 5 hindurch ein in Figuren
3 und 5 nur strichpunktiert angedeuteter Verteiler-Speisekanal 22. Parallel zu dem
Verteiler-Speisekanal 22 erstrecken sich zwei Verteiler-Abführkanäle 23, 24 durch
die Verteilermodule 5 hindurch, die in Figuren 3 und 5 wiederum nur strichpunktiert
angedeutet sind. Alternativ kann auch nur ein solcher Verteiler-Abführkanal 24 vorhanden
sein. Der Verteiler-Speisekanal 22 ist zum Beispiel an dem ersten Anschlussmodul 17
über eine Speise-Anschlussöffnung 25 zugänglich, an der im Betrieb der Ventilanordnung
1 über eine Fluidleitung eine Druckquelle P angeschlossen ist.
[0032] Jeder Verteiler-Abführkanal 23, 24 mündet zum Beispiel am ersten Anschlussmodul 17
mit einer Abführ-Anschlussöffnung 26 aus, die im Betrieb der Ventilanordnung 1 mit
einer Drucksenke R, insbesondere mit der Atmosphäre, in Verbindung steht. Am entgegengesetzten
Ende im Bereich des zweiten Anschlussmoduls 18 sind der Verteiler-Speisekanal 22 und
jeder Verteiler-Abführkanal 23, 24 fluiddicht verschlossen. Allerdings können sich
dort auch alternativ nutzbare Anschlussöffnungen 25, 26 befinden.
[0033] Jedes Ventilträgermodul 14 ist von mehreren rechtwinkelig zur Hauptachse 4 nebeneinander
angeordneten Kanalabschnitten 22', 23', 24' in der Aufreihungsrichtung 6 durchsetzt,
die zu den beiden einander entgegengesetzten Fügeflächen 7 ausmünden. Im aneinander
angesetzten Zustand der Verteilermodule 5 fluchten die in den einzelnen Ventilträgermodulen
14 ausgebildeten Kanalabschnitte 22', 23', 24' miteinander und ergänzen sich zur Bildung
des erwähnten Verteiler-Speisekanals 22 und des mindestens einen Verteiler-Abführkanals
23, 24.
[0034] Ähnlich wie die eben erwähnten Kanäle erstreckt sich in der Aufreihungsrichtung 6
durch die Verteilerbaugruppe 3 zweckmäßigerweise auch ein Signalverteilerkanal 27,
der sich im Bereich der Ventilträgermodule 14 aus miteinander fluchtenden und die
einzelnen Ventilträgermodule 14 in der Aufreihungsrichtung 6 durchsetzenden Kanalabschnitten
27' zusammensetzt. Der Signalverteilerkanal 27 setzt sich zweckmäßigerweise auch in
dem ersten Anschlussmodul 14 fort. Im Innern des Signalverteilerkanals 27 verläuft
ein für eine elektrische Signalübertragung geeigneter Signalverteilungsstrang 28,
der zum Beispiel im Bereich des ersten Anschlussmoduls 17 mit Signalverteiler-Anschlussmitteln
32 versehen ist, die im Betrieb der Ventilanordnung 1 mit einer schematisch angedeuteten
elektronischen Steuereinrichtung 33 signaltechnisch und insbesondere elektrisch verbunden
sind.
[0035] Der Verteiler-Speisekanal 22 mündet an der Bestückungsfläche 16 jedes Ventilträgermoduls
14 mit einer Verbindungsöffnung 22a aus. Jeder Verteiler-Abführkanal 23, 24 mündet
zur Bestückungsfläche 16 jedes Ventilträgermoduls 14 mit einer Verbindungsöffnung
23a, 24a aus.
[0036] Jede Ventileinheit 2 weist mehrere interne Ventilkanäle 34 auf, die zu der Grundfläche
15 ausmünden. Ein insbesondere als Ventilschieber ausgebildetes Ventilglied 35 ist
im Innern der Ventileinheit 2 zwischen verschiedenen Schaltstellungen umschaltbar
angeordnet und ist in der Lage, die Ventilkanäle 34 in unterschiedlichem Muster miteinander
zu verbinden und voneinander abzutrennen. Exemplarisch weist jede Ventileinheit eine
5/2-Ventilfunktion auf und ist in der Lage, jeden von zwei Ventil-Arbeitskanälen 34a,
34b der Ventilkanäle 34 wahlweise mit entweder einem Ventil-Einspeisekanal 34c oder
einem von zwei Ventil-Abführkanälen 34d, 34e der Ventilkanäle 34 zu verbinden.
[0037] Die Ventileinheit 2 kann von direkt elektrisch betätigbarer Bauart sein, wobei das
Ventilglied 35 elektromechanisch umschaltbar ist. Vorzugsweise ist jedoch jede Ventileinheit
2 in Übereinstimmung mit dem Ausführungsbeispiel als elektro-fluidisch vorgesteuertes
Mehrwegeventil konzipiert. Hierbei sind das Ventilglied 35 und die erwähnten Ventilkanäle
34 Bestandteile eines Hauptventils 36 der Ventileinheit 2, wobei die Ventileinheit
2 außerdem noch eine elektro-fluidisch arbeitende Vorsteuerventileinrichtung 37 aufweist,
die das Ventilglied 35 des Hauptventils 36 auf der Basis empfangener elektrischer
Steuersignale in an sich bekannter Weise durch Fluidkraft umschaltet. Die Vorsteuerventileinrichtung
37 arbeitet hierbei quasi als fluidisches Relais, wobei dem Hauptventil 36 zum Umschalten
ein Vorsteuerfluid auferlegt wird, das beispielsweise im Innern des Hauptventils 36
von dem Ventil-Einspeisekanal 34c abgezweigt wird. Möglich ist allerdings auch eine
gesonderte Einspeisung des Vorsteuerfluides über die Verteilerbaugruppe 3 durchziehende
und auch zu den Bestückungsflächen 16 ausmündende Ventilträger-Vorsteuerkanäle.
[0038] Die Vorsteuerventileinrichtung 37 ist im Bereich der Grundfläche 15 mit elektrischen
Kontaktmitteln 39 versehen, die im an der Bestückungsfläche 16 montierten Zustand
der Ventileinheit 2 in den zugeordneten Kanalabschnitt 27' des Signalverteilerkanals
27 eingreifen und darin mit dem Signalverteilungsstrang 28 lösbar elektrisch verbunden
sind. Auf diese Weise können die Ventileinheiten 2 von der externen elektronischen
Steuereinrichtung 33 die für ihren Betrieb erforderlichen elektrischen Steuersignale
empfangen oder auch Rückmeldesignale an die elektronische Steuereinrichtung 33 ausgeben.
[0039] Jede montierte Ventileinheit 2 steht mit ihrem Ventil-Einspeisekanal 34c über die
Verbindungsöffnung 22a des zugeordneten Ventilträgermoduls 14 mit dem Verteiler-Speisekanal
22 in Fluidverbindung. Auf diese Weise steht an jeder Ventileinheit 2 ein ausgehend
von der Druckquelle P in den Verteiler-Speisekanal 22 eingespeistes Arbeitsfluid zur
Verteilung zur Verfügung. Außerdem steht jeder Ventil-Abführkanal 34d, 34e jeder montierten
Ventileinheit 2 über die zugeordnete Verbindungsöffnung 23a, 24a mit einem der Verteiler-Abführkanäle
23, 24 in Fluidverbindung.
[0040] Mit Hilfe der Ventileinheiten 2 können ein oder mehrere mittels Fluidkraft betätigbare
Verbraucher 38, von denen einer schematisch angedeutet ist, betätigt werden. Der externe
Verbraucher ist insbesondere ein fluidbetätigter Antrieb, beispielsweise ein Linearantrieb
oder ein Drehantrieb. Exemplarisch hat jeder anzusteuernde Verbraucher 38 zwei Arbeitsanschlüsse
38a, 38b, die dazu vorgesehen sind, ein unter Druck stehendes Arbeitsfluid zuzuführen
oder abzuführen, um ein bewegliches Arbeitsglied 41 des Verbrauchers 38 zu bewegen.
Das zuzuführende Arbeitsfluid entstammt dem Verteiler-Speisekanal 22. Das abzuführende
Arbeitsfluid wird unter Verwendung des einen oder anderen Verteiler-Abführkanals 23,
24 abgeführt. Dabei kommen jeweils ein oder mehrere in der Verteilerbaugruppe 3 verlaufende
Ventilträger-Arbeitskanäle 43, 44 zum Einsatz, die die Fluidverbindung zwischen jeweils
einer Ventileinheit 2 und einem Verbraucher 38 herstellen.
[0041] Bevorzugt ist jedes Ventilträgermodul 14 mit zwei voneinander unabhängigen Ventilträger-Arbeitskanälen
43, 44 ausgestattet, die im Folgenden zur besseren Unterscheidung auch als erster
Ventilträger-Arbeitskanal 43 und zweiter Ventilträger-Arbeitskanal 44 bezeichnet werden.
Der erste Ventilträger-Arbeitskanal 43 mündet mit einer Verbindungsöffnung 43a derart
zu der Bestückungsfläche 16 aus, dass er mit dem einen Ventil-Arbeitskanal 34a der
Ventileinheit 2 in Fluidverbindung steht. Der andere, zweite Ventilträger-Arbeitskanal
44 mündet über eine Verbindungsöffnung 44a derart zu der Bestückungsfläche 16 aus,
dass er mit dem anderen, zweiten Ventil-Arbeitskanal 34b der Ventileinheit 2 kommuniziert.
Durch entsprechende Ansteuerung der Ventileinheit 2 kann somit erreicht werden, dass
die beiden Ventilträger-Arbeitskanäle 43, 44 abwechselnd jeweils mit dem Verteiler-Speisekanal
22 oder mit einem der Verteiler-Abführkanäle 23, 24 verbunden sind.
[0042] Jeder erste Ventilträger-Arbeitskanal 43 führt zu mindestens einer außen an der Verteilerbaugruppe
3 abseits von der Bestückungsfläche 16 angeordneten ersten Verbraucher-Anschlussöffnung
43b. Außerdem steht jeder zweite Ventilträger-Arbeitskanal 44 mit mindestens einer
ebenfalls im Bereich einer Außenfläche der Verteilerbaugruppe 3 abseits von der Bestückungsfläche
16 angeordneten zweiten Verbraucher-Anschlussöffnung 44b in Verbindung. Jede Verbraucher-Anschlussöffnung
43b, 44b ist verwendbar, um einen zu betätigenden externen Verbraucher 38 mittels
einer in der Zeichnung jeweils als Pfeil illustrierten Fluidleitung 40 anzuschließen.
Zweckmäßigerweise ist jede Verbraucher-Anschlussöffnung 43b, 44b mit Befestigungsmitteln
ausgestattet, die ein bevorzugt lösbares Befestigen einer zu dem Verbraucher 38 führenden
Fluidleitung ermöglichen. Die Befestigungsmittel sind beispielsweise in Form von Befestigungsgewinden
oder von Steckanschlussverbindern 42 realisiert.
[0043] Exemplarisch befinden sich die Verbraucher-Anschlussöffnungen 43b, 44b an einer den
Bestückungsflächen 16 entgegengesetzten Außenfläche des betreffenden Verteilermoduls
5. Sie können aber beispielsweise auch an den rechtwinkelig zu den Bestückungsflächen
16 ausgerichteten Stirnflächen der Verteilermodule 5 ausmünden.
[0044] Indem beispielsweise eine erste Verbraucher-Anschlussöffnung 43b mit dem einen Arbeitsanschluss
38a und eine zweite Verbraucher-Anschlussöffnung 44b mit dem anderen Arbeitsanschluss
38b eines als fluidbetätigter Antrieb ausgebildeten Verbrauchers 38 verbunden sind,
kann das Arbeitsglied 41 durch entsprechende Betätigung der zugeordneten Ventileinheit
2 zu einer hin und her gehenden Arbeitsbewegung angetrieben werden.
[0045] Zweckmäßigerweise ist die Verteilerbaugruppe 3 mit mindestens einem Ventilträgermodul
14 ausgestattet, dessen Ventilträger-Arbeitskanäle 43, 44 ausschließlich zu einer
Verbraucher-Anschlussöffnung 43b, 44b führen, die ein Bestandteil dieses Ventilträgermoduls
14 sind. Beim Ausführungsbeispiel trifft dies auf die beiden rechten der hier insgesamt
vier Ventilträgermodule 14 zu. Diese mit ausschließlich am gleichen Ventilträgermodul
14 ausgebildeten Verbraucher-Anschlussöffnungen 43b, 44b verbundenen Ventilträger-Arbeitskanäle
seien im Folgenden zur besseren Unterscheidung auch als individuelle Ventilträger
Arbeitskanäle 45 bezeichnet. Ein dort angeschlossener Verbraucher wird ausschließlich
mit einer Fluid-Strömungsrate betrieben, die durch die am betreffenden Ventilträgermodul
14 montierte Ventileinheit 2 bestimmt ist.
[0046] Darüber hinaus enthält die Verteilerbaugruppe 3 zusätzlich noch mehrere Ventilträgermodule
14, deren erste Ventilträger-Arbeitskanäle 43 unter Bildung eines ersten Sammel-Arbeitskanals
46 fluidisch miteinander verbunden sind und deren zweite Ventilträger-Arbeitskanäle
44 unabhängig von den ersten Ventilträger-Arbeitskanälen 43 unter Bildung eines zweiten
Sammel-Arbeitskanal 47 fluidisch verbunden sind. Es liegt somit eine Parallelschaltung
mehrerer erster Ventilträger-Arbeitskanäle 43 und mehrerer zweiter Ventilträger-Arbeitskanäle
44 vor.
[0047] Die Fluidverbindung der zu einem Sammel-Arbeitskanal 46, 47 verschalteten Ventilträger-Arbeitskanäle
43 bzw. 44 findet jeweils im Fügebereich 8 zwischen den aneinander angesetzten Ventilträgermodulen
14 statt und bezieht sich beim Ausführungsbeispiel auf die beiden linken der hier
insgesamt vier Ventilträgermodule 14. Am einfachsten erzielt man die Fluidverbindung
dadurch, dass in den Ventilträgermodulen 14 jeweils mindestens ein mit dem betreffenden
Ventilträger-Arbeitskanal 43 oder 44 verbundener Querverbindungskanal 48 ausgebildet
ist, der zu der relevanten Fügefläche 7 des betreffenden Ventilträgermoduls 14 ausmündet,
sodass die Ventilträger-Arbeitskanäle 43 bzw. 44 benachbarter Ventilträgermodule 14
in ihrem Fügebereich 8 direkt miteinander kommunizieren.
[0048] Bevorzugt handelt es sich bei den die zu einem Sammel-Arbeitskanal 46, 47 verschalteten
Ventilträger-Arbeitskanäle 43, 44 aufweisenden Ventilträgermodulen 14 um solche Ventilträgermodule
14, die in der Aufreihungsrichtung 6 unmittelbar aneinander angesetzt sind. Dies trifft
auf beide Ausführungsbeispiele zu.
[0049] Beide Ausführungsbeispiele verdeutlichen auch, dass innerhalb der Verteilerbaugruppe
3 mehrere voneinander unabhängige, das heißt fluidisch nicht miteinander kommunizierende
Sammel-Arbeitskanäle 46, 47 gebildet sein können, was hier auf zum einen den ersten
Sammel-Arbeitskanal 46 und zum anderen den zweiten Sammel-Arbeitskanal 47 zutrifft.
Es ist allerdings auch eine Ausführungsform möglich, bei der mindestens eine Gruppe
von Ventilträgermodulen 14 nur einen einzigen Sammel-Arbeitskanal bildet. Dies ist
insbesondere dann der Fall, wenn die Ventilträgermodule 14 abweichend vom Ausführungsbeispiel
zur Bestückung mit über eine 3/2-Ventilfunktion verfügenden Ventileinheiten 2 ausgebildet
sind und jedes Ventilträgermodul 14 von Hause aus nur einen einzigen Ventilträger-Arbeitskanal
aufweist. Insofern gilt die vorliegende Beschreibung analog auch für Fälle, in denen
mehrere Ventilträgermodule 14 unter Bildung lediglich eines einzigen Sammel-Arbeitskanals
miteinander kombiniert sind.
[0050] In Figur 6 ist darüber hinaus gepunktet eine weitere Ausführungsvariante angedeutet,
bei der ein weiterer Sammel-Arbeitskanal 52 von den Arbeitskanälen 43 oder 44 einer
anderen Gruppe von Ventilträgermodulen 14 gebildet ist als derjenigen, die die schon
beschriebenen ersten und zweiten Sammel-Arbeitskanäle 46, 47 definieren. Dies macht
deutlich, dass innerhalb der Verteilerbaugruppe 3 ohne weiteres mehrere Gruppen von
Ventilträgermodulen 14 vorhanden sein können, die über eigene Sammel-Arbeitskanäle
verfügen und bei denen die zu der einen Modulgruppe gehörenden Ventilträgermodule
14 andere Ventilträgermodule als diejenigen sind, die zu der anderen Modulgruppe gehören.
[0051] Gleichwohl ist es auch möglich, mehrere jeweils mindestens einen Sammel-Arbeitskanal
definierende Modulgruppen von Ventilträgermodulen 14 vorzusehen, bei denen ein Ventilträger-Arbeitskanal
eines Ventilträgermoduls 14 zur Bildung von Sammel-Arbeitskanälen beider Modulgruppen
beiträgt.
[0052] Wie schon erwähnt, verfügt zweckmäßigerweise jedes Ventilträgermodul 14 pro Ventilträger-Arbeitskanal
43, 44 über eine Verbraucher-Anschlussöffnung 43b, 44b. Dies gilt zweckmäßigerweise
auch für diejenigen Ventilträgermodule 14, deren Ventilträger-Arbeitskanäle 43, 44
zur Bildung eines Sammel-Arbeitskanals 46, 47 fluidisch miteinander verbunden sind.
Dies hat letztlich als Konsequenz, dass jeder Sammel-Arbeitskanal 46, 47 mit gleichzeitig
mehreren Verbraucher-Anschlussöffnungen 43b oder 44b kommuniziert.
[0053] Bevorzugt sind von den einem Sammel-Arbeitskanal 46, 47 zugeordneten mehreren Verbraucher-Anschlussöffnungen
43b, 44b alle bis auf einen durch jeweils ein Verschlussmittel 53 fluiddicht verschlossen.
Exemplarisch ist ein solches Verschlussmittel 53 als Verschlussschraube ausgebildet,
die in die zugeordnete, mit einem Innengewinde versehene Verbraucher-Anschlussöffnung
43b, 44b eingeschraubt ist. Auf diese Weise verbleibt pro Sammel-Arbeitskanal 46,
47 nur eine offene Verbraucher-Anschlussöffnung, die in der Zeichnung zur besseren
Unterscheidung ergänzend mit Bezugsziffer 54 versehen ist. An dieser offenen Verbraucher-Anschlussöffnung
54 ist jeweils ein Verbraucher anschließbar oder angeschlossen, exemplarisch an einem
seiner Arbeitsanschlüsse 38a, 38b und unter Vermittlung jeweils einer Fluidleitung
40.
[0054] Somit kann ein an eine offene Verbraucher-Anschlussöffnung 54 eines Sammel-Arbeitskanals
46, 47 angeschlossener Verbraucher 38, bei dem es sich insbesondere um einen fluidbetätigten
Antrieb handelt, bei Bedarf mit einer Fluid-Durchflussrate versorgt werden, die sich
aus der Summe der Durchflussraten zusammensetzt, die durch die dem Sammel-Arbeitskanal
46, 47 gemeinsam zugeordneten mehreren Ventileinheiten 2 zur Verfügung gestellt werden
können.
[0055] In diesem Zusammenhang versteht es sich, dass abweichend vom Ausführungsbeispiel
auch die Ventilträger-Arbeitskanäle 43, 44 von mehr als nur zwei Ventilträgermodulen
14 zur Bildung eines Sammel-Arbeitskanals 46, 47 fluidisch miteinander verbunden sein
können.
[0056] Um einen angeschlossenen Verbraucher 38 mit erhöhtem Durchfluss zu betätigen, werden
diejenigen Ventileinheiten 2, die einen zum gleichen Sammel-Arbeitskanal 46, 47 gehörenden
Ventilträger-Arbeitskanal 43, 44 steuern, zumindest zeitweilig gleichzeitig gleichsinnig
betätigt, also entweder gleichzeitig in eine den Verbraucher 38 versorgende Versorgungsstellung
oder gleichzeitig in eine die Fluidabfuhr vom Verbraucher 38 bewirkende Abführstellung
geschaltet.
[0057] Es besteht auch die Möglichkeit, die Ventileinheiten 2 unter Vermittlung der elektronischen
Steuereinrichtung 33 so anzusteuern, dass zum gleichen Sammel-Arbeitskanal 46, 47
gehörende Ventileinheiten 2 in einem gewissen zeitlichen Versatz angesteuert werden,
um beispielsweise einen abgestuften Druckaufbau oder Druckabbau in dem angeschlossenen
Verbraucher 38 hervorzurufen.
[0058] Entsprechend dem in Figuren 5 und 6 illustrierten Ausführungsbeispiel ist es möglich,
unmittelbar eine der an einem der Ventilträgermodule 14 ausgebildeten Verbraucher-Anschlussöffnungen
43b, 44b als mit einem Verbraucher 38 verbindbare offene Verbraucher-Anschlussöffnung
54 zu nutzen. Bevorzugt steht jeder Sammel-Arbeitskanal 46, 47 mit nur einer einzigen
offenen Verbraucher-Anschlussöffnung 54 in Verbindung, die hier ein Bestandteil eines
Ventilträgermoduls 14 sein kann.
[0059] Zusätzlich oder alternativ ist es aber auch möglich, mindestens einen Sammel-Arbeitskanal
46, 47 in mindestens ein Anschlussmodul 17, 18 hinein fortzusetzen und an diesem Anschlussmodul
17 und/oder 18 eine Verbraucher-Anschlussöffnung vorzusehen, die zur Verbindung mit
einem Verbraucher 38 nutzbar ist. Hierzu illustrieren die Figuren 3 und 4 eine mögliche
Ausführungsform.
[0060] Gemäß Figuren 3 und 4 setzt sich jeder Sammel-Arbeitskanal 46, 47 in das zweite Anschlussmodul
18 hinein fort. In dem zweiten Anschlussmodul 18 sind zwei Anschlusskanäle 55, 56
ausgebildet, die jeweils einerseits zu der dem benachbarten Ventilträgermodul 14 zugewandten
Fügefläche 7 ausmünden und andererseits über eine an einer Außenfläche des zweiten
Anschlussmoduls 18 zugänglichen Anschlussöffnung 57 ausmünden. In dem Fügebereich
8 zwischen dem zweiten Anschlussmodul 18 und dem benachbarten Ventilträgermodul 14
liegt, zum Beispiel mittels eines Querverbindungskanals 48, eine offene Fluidverbindung
zwischen jedem Anschlusskanal 55, 56 und einem der Ventilträger-Arbeitskanäle 43,
44 des benachbarten Ventilträgermoduls 14 vor. Auf diese Weise ergibt sich eine Fluidverbindung
zwischen den bereits fluidisch verbundenen Ventilträger-Arbeitskanälen 43 beziehungsweise
44 und jeweils einem der Anschlusskanäle 55 beziehungsweise 56, so dass sich jeder
Sammel-Arbeitskanal 46 hier aus den Ventilträger-Arbeitskanälen 43, 44 mehrerer Ventilträgermodule
14 und einem Anschlusskanal 55, 56 eines Anschlussmoduls, hier des zweiten Anschlussmoduls
18, zusammensetzt. Auf diese Weise bildet die Anschlussöffnung 57 jedes Anschlusskanals
55, 56 eine erste beziehungsweise zweite Verbraucher-Anschlussöffnung 43b, 44b.
[0061] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 3 und 4 ist pro Sammel-Arbeitskanal 46, 47
nur die am zweiten Anschlussmodul 18 ausgebildete Verbraucher-Anschlussöffnung 43b,
44b eine offene Verbraucher-Anschlussöffnung 54. Die Verbraucher-Anschlussöffnungen
43b, 44b der zum jeweils gleichen Sammel-Arbeitskanal 46, 47 beitragenden Ventilträgermodule
14 sind in der schon geschilderten Weise durch jeweils ein Verschlussmittel 53 verschlossen.
[0062] Wenn mehrere Ventilträgermodule 14 gleichzeitig mehrere voneinander unabhängige Sammel-Arbeitskanäle
46, 47 definieren, die mit mehreren Verbraucher-Anschlussöffnungen 43b, 44b versehen
sind, kann der Nutzer der Ventilanordnung 1 frei auswählen, welche der Verbraucher-Anschlussöffnungen
43b, 44b er als offene Verbraucher-Anschlussöffnung 54 zum Anschließen eines Verbrauchers
38 nutzt.
[0063] Wenn von vorneherein klar ist, dass stets nur eine ganz bestimmte Verbraucher-Anschlussöffnung
43b, 44b genutzt werden soll, kann bei mindestens einem der zur Bildung eines Sammel-Arbeitskanals
46, 47 beitragenden Ventilträgermodule 14 auf eine Verbraucher-Anschlussöffnung 43b
oder 44b auch verzichtet werden. Ein mit einem derartigen Ventilträger-Arbeitskanal
43, 44 ausgestattetes Ventilträgermodul 14 ist dann nur nutzbar, wenn ein anderes
mit ihm verbundenes Ventilträgermodul 14 oder ein zugeordnetes Anschlussmodul über
eine Verbraucher-Anschlussöffnung verfügt.
[0064] Auch wenn ein Anschlussmodul abweichend vom Ausführungsbeispiel zwischen zwei Ventilträgermodulen
14 angeordnet ist, kann es so ausgebildet sein, dass sich mindestens ein Sammel-Arbeitskanal
46, 47 durch es hindurch erstreckt und zu einer an diesem Zwischen-Anschlussmodul
befindlichen Verbraucher-Anschlussöffnung führt.
[0065] Die abgebildete Ventilanordnung 1 enthält eine Mischung aus Ventilträgermodulen 14,
die mindestens einen individuellen Arbeitskanal 45 und mindestens einen Sammel-Arbeitskanal
46, 47 definieren. Hiervon abweichend kann allerdings auf nur mit mindestens einem
individuellen Arbeitskanal 45 ausgestattete Ventilträgermodule 14 auch verzichtet
werden.
1. Ventilanordnung, mit einer modularen Verteilerbaugruppe (3), die mehrere in einer
Aufreihungsrichtung (6) aneinandergereihte und dabei jeweils in einem Fügebereich
(8) mit einander zugewandten Fügeflächen (7) aneinander angesetzte Verteilermodule
(5) aufweist, von denen zumindest mehrere jeweils als ein Ventilträgermodul (14) ausgebildet
sind, das mindestens eine elektrisch betätigbare Ventileinheit (2) trägt, wobei jede
dieser Ventileinheiten (2) interne Ventilkanäle (34) zur Einspeisung und zur Abfuhr
eines Arbeitsfluides und mindestens einen Ventil-Arbeitskanal (34a, 34b) zur Verbindung
mit einem zu betätigenden externen Verbraucher (38) aufweist und wobei jedes Ventilträgermodul
(14) von mindestens einem mit einem Ventil-Arbeitskanal (34a, 34b) der an ihm angeordneten
Ventileinheit (2) verbundenen Ventilträger-Arbeitskanal (43, 44) durchsetzt ist, an
den mittels mindestens einer außen an der Verteilerbaugruppe (3) angeordneten Verbraucher-Anschlussöffnung
(43b, 44b) ein zu betätigender externer Verbraucher (38) anschließbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verteilerbaugruppe (3) in mindestens einem Fügebereich (8) die Ventilträger-Arbeitskanäle
(43, 44) mehrerer Ventilträgermodule (14) unter Bildung mindestens eines Sammel-Arbeitskanals
(46, 47) fluidisch miteinander verbunden sind.
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Ventilträger-Arbeitskanäle (43, 44) von mehreren in der Aufreihungsrichtung (6) unmittelbar
aneinander angesetzten Ventilträgermodulen (14) zu einem Sammel-Arbeitskanal (46,
47) fluidisch miteinander verbunden sind.
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Verteilerbaugruppe (3) mehrere voneinander unabhängige Sammel-Arbeitskanäle
(46, 47) gebildet sind.
4. Ventilanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Ventilträger-Arbeitskanäle (43, 44) der gleichen Ventilträgermodule (14) zu mehreren
voneinander unabhängigen Sammel-Arbeitskanälen (46, 47) verschaltet sind, insbesondere
zu zwei Sammel-Arbeitskanälen (46, 47).
5. Ventilanordnung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verteilerbaugruppe (3) mehrere voneinander unabhängige Sammel-Arbeitskanäle
(46, 47, 52) angeordnet sind, wobei wenigstens ein Sammel-Arbeitskanal (52) dieser
mehreren Sammel-Arbeitskanäle (46, 47, 52) von den Ventilträger-Arbeitskanälen (43,
44) anderer Ventilträgermodule (14) gebildet ist als mindestens ein anderer Sammel-Arbeitskanal
(46, 47).
6. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein und zweckmäßigerweise jedes Ventilträgermodul (14) eine mit dem in
ihm verlaufenden und zu einem Sammel-Arbeitskanal (46, 47) gehörenden Ventilträger-Arbeitskanal
(43, 44) verbundene Verbraucher-Anschlussöffnung (43b, 44b) aufweist.
7. Ventilanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der zum gleichen Sammel-Arbeitskanal (46, 47) gehörenden Verbraucher-Anschlussöffnungen
(43b, 44b) offen ist und zweckmäßigerweise mindestens eine der zu diesem Sammel-Arbeitskanal
(46, 47) gehörenden Verbraucher-Anschlussöffnungen (43b, 44b) durch ein Verschlussmittel
(53), zum Beispiel eine Verschlussschraube, fluiddicht verschlossen ist.
8. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sammel-Arbeitskanal (46, 47) mit nur einer einzigen offenen Verbraucher-Anschlussöffnung
(54) in Verbindung steht.
9. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine offene Verbraucher-Anschlussöffnung (54) und insbesondere eine einzige
offene Verbraucher-Anschlussöffnung (54) Bestandteil eines von dem Sammel-Arbeitskanal
(46, 47) durchsetzten Ventilträgermoduls (14) ist.
10. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilerbaugruppe (3) außer den mit mindestens einer Ventileinheit (2) bestückten
Ventilträgermodulen (14) mindestens ein bezüglich der Ventilträgermodule (14) separates
Verteilermodul (5) aufweist, das als nicht mit einer Ventileinheit (2) bestücktes
Anschlussmodul (17, 18) ausgebildet ist, das mit mindestens einer von außen her zugänglichen
und für den Anschluss einer Fluidleitung nutzbaren Anschlussöffnung (25, 26, 57) ausgestattet
ist.
11. Ventilanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens ein Sammel-Arbeitskanal (46, 47) auch in einem Anschlussmodul (18)
erstreckt und zu einer an dem Anschlussmodul (18) ausgebildeten, eine Verbraucher-Anschlussöffnung
(43b, 44b) bildenden Anschlussöffnung (57) führt.
12. Ventilanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sammel-Arbeitskanal (46, 47) eine an dem Anschlussmodul (18) ausgebildete
offene Verbraucher-Anschlussöffnung (43b, 44b) aufweist, bei der es sich zweckmäßigerweise
um die einzige offene Verbraucher-Anschlussöffnung (43b, 44b) des betreffenden Sammel-Arbeitskanals
(46, 47) handelt.
13. Ventilanordnung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlussmodul (18) unmittelbar an mindestens ein von einem Sammel-Arbeitskanal
(46, 47) durchsetztes Ventilträgermodul (14) angebaut ist.
14. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein von einem Sammel-Arbeitskanal (46, 47) durchsetztes Anschlussmodul (18) am Ende
der Verteilerbaugruppe (3) oder zwischen zwei Ventilträgermodulen (14) angeordnet
ist.
15. Ventilanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens ein Verteiler-Speisekanal (22) und mindestens ein Verteiler-Abführkanal
(23, 24) in der Aufreihungsrichtung (6) durch die Verteilermodule (5) hindurch erstrecken
und jeweils mit sämtlichen Ventileinheiten (2) in Fluidverbindung stehen, wobei die
Verteilermodule (5) zweckmäßigerweise auch von einem Signalverteilungskanal (27) durchsetzt
sind, in dem sich ein zur elektrischen Ansteuerung der Ventileinheiten (2) genutzter
Signalverteilungsstrang (28) erstreckt.