[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Wärmedämmschicht für Bauteile,
insbesondere für hochtemperaturbelastete Bauteile, umfassend eine Wärmedämmschichtoberfläche
und ein Wärmedämmschichtinneres, wobei zumindest eine erste Laserlichtquelle mittels
zumindest einer ersten Fokussiereinrichtung zumindest einen ersten Fokus in zumindest
einer ersten Tiefe der Wärmedämmschicht erzeugt. Weiterhin betrifft die Erfindung
eine Wärmedämmschicht.
[0002] Die Oberflächen im Heißgasbereich werden in modernen Gasturbinen zum Schutz vor Hochtemperaturoxidation
und Hochtemperaturkorrosion fast vollständig mit Beschichtungen versehen. Brenner-
und Verstärker-Abschnitte, die für Beschädigung durch Oxidation und Hitzekorrosions-Angriff
empfindlich sind, werden typischerweise durch eine poröse Wärmdämmschicht (TBC) geschützt.
Ein Eindringen von Fremdstoffen wie z.B. Sand führt jedoch zu einem Abplatzen der
Wärmdämmschicht aufgrund ihrer porösen Oberfläche. Fremdstoffe können die Wärmdämmschicht
auch in flüssiger Form infiltrieren, anschließend kristallisieren und dadurch zu einem
Abplatzen des Coatings führen. Dies kann die Lebensdauer des Bauteils erheblich verringern.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Wärmedämmschicht eine keramische, spröde
Schicht ist.
[0003] Eine erste Aufgabe der Erfindung ist daher die Angabe eines Verfahrens zum Herstellen
einer Wärmedämmschicht für Bauteile, insbesondere für hochtemperaturbelastete Bauteile,
mit welchem die oben genannten Probleme vermindert oder gar vermieden werden können.
Eine zweite Aufgabe ist die Angabe einer verbesserten Wärmedämmschicht, welche die
oben genannten Probleme vermindert oder gar vermeidet.
[0004] Erfindungsgemäß wird die erste Aufgabe mit der Angabe eines Verfahrens zum Herstellen
einer Wärmedämmschicht gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die folgenden Schritte
gelöst, wobei:
- zumindest eine zweite Laserlichtquelle mittels zumindest einer zweiten Fokussiereinrichtung
zumindest einen zweiten Fokus in einer zweiten Tiefe der Wärmedämmschicht erzeugt,
- eine zumindest erste Tiefe unterschiedlich zur zumindest zweiten Tiefe ist,
- ein zumindest erster Fokus und der zumindest zweite Fokus so nah beieinander liegen,
dass sie ein gemeinsames Umschmelzbad in der Wärmdämmschicht erzeugen, und
- eine anschließende Erstarrung des Umschmelzbads von einem Wärmedämmschichtinneren
zu einer Wärmedämmschichtoberfläche stattfindet, so dass eine Wärmedämmschichtoberfläche
zumindest teilweise gegen ein Eindringen von Fremdstoffen verdichtet wird.
[0005] Erfindungsgemäß ist es durch die Nutzung zumindest zweier Fokusse mit unterschiedlicher
Tiefe in der Wärmedämmschicht möglich, mehr Lichtleistung in das Innere der Wärmedämmschicht
einzukoppeln und damit ein größeres Volumen an Umschmelzbad mit unterschiedlichen
Temperaturen zu erzeugen. Durch die zumindest zwei Fokusse wird ein V-förmiges Umschmelzbad
erzeugt, mit hohen Temperaturen und Umschmelzen in dem Inneren der Wärmedämmschicht;
und geringen Temperaturen im Randbereich des Umschmelzbades. Dies führt zu einer Verminderung
des Temperaturgradienten um das Umschmelzbad (Schmelzzone) herum. Dadurch ergibt sich
eine Verminderung der Heißrissneigung. Die Schmelze erstarrt vom Inneren der Wärmedämmschicht
nach Außen. Somit werden Ausgaszonen verhindert und Einschlüsse zur Wärmedämmschichtoberfläche
geführt, was zu einer verminderten Porenbildung führt. Der eigentliche Umschmelzprozess
findet im Inneren der Wärmedämmschicht statt, während die Wärmedämmschichtoberfläche
lediglich vorgewärmt wird. Durch ein derartiges Umschmelzen wird die Wärmedämmschichtoberfläche
verdichtet, so dass flüssige Fremdstoffe nicht mehr in die Wärmedämmschicht eindringen;
sich dort kristallisieren und somit ein Abplatzen der Wärmedämmschicht herbeiführen
können. Dadurch kann die Lebensdauer der Beschichtung und des Bauteils, z.B. einer
Turbinenschaufel verlängert werden.
[0006] Erfindungsgemäß wird die zweite Aufgabe mit der Angabe einer Wärmedämmschicht für
hochtemperaturbelastete Bauteile gelöst, welche eine Wärmedämmschichtoberfläche und
ein Wärmedämmschichtinneres nach dem oben genannten Verfahren aufweist.
[0007] Erfindungsgemäß bewirkt ein Umschmelzbad, insbesondere ein V-förmiges Umschmelzbad,
eine Erstarrung der Schmelze vom Inneren der Wärmedämmschicht nach außen. Dadurch
werden Ausgasungen und Schrumpfungszonen verhindert. Porenbildung kann so vermieden
werden. Dadurch weist die erfindungsgemäße Wärmedämmschicht insbesondere an der Oberfläche
eine Versiegelung auf.
[0008] Bevorzugt sind die zumindest zwei Fokussiereinrichtungen als bifokale Linse ausgebildet.
Durch die Anwendung einer bifokalen Linse entstehen zwei konzentrische kreisförmige
Intensitätsverteilungen in der Wärmedämmschicht. Thermische Spannungen können so während
des Umschmelzprozesses reduziert werden und eine Rissbildung während des Umschmelzprozesses
kann verhindert werden.
[0009] In bevorzugter Ausgestaltung sind die zumindest zwei Laserlichtquellen ein einzelner
Laser. Alternativ sind die zumindest zwei Laserlichtquellen zwei Laser mit unterschiedlichen
Strahleigenschaften.
[0010] Bevorzugt ist die Wärmedämmschicht eine keramische Schicht. Diese ist besonders gut
geeignet für hochtemperaturbelastete Bauteile, z.B. Schaufeln oder Hitzeschilde.
[0011] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beiliegende Figur. Darin
zeigt schematisch:
- FIG 1
- eine Umschmelzeinrichtung beim Umschmelzen einer Wärmedämmschicht.
[0012] FIG 1 zeigt eine Wärmedämmschicht 100 und einen Laser 1, von welchem ein Lichtstrahl
2 ausgeht. Dieser wird durch eine bifokale Linse 3 aufgespaltet. Dabei besteht die
bifokale Linse 3 aus einer ersten und einer zweiten Linse. So kann es sich bei der
ersten Linse um eine scheibenförmige Linse 5 handeln und bei der zweiten Linse um
eine ringförmige Linse 4, wobei die ringförmige Linse 4 und scheibenförmige Linse
5 dann unterschiedliche Partien des Lichtstrahls 2 erfassen. Es kann aber auch sein,
dass auf die ringförmige Linse 4 noch ein weiterer Linsenabschnitt zur Erzeugung der
scheibenförmigen Linse 5 gesetzt wurde. Dabei sind die ringförmige Linse 4 und die
scheibenförmige Linse 5 konzentrisch zueinander angeordnet, d.h. sie haben denselben
Mittelpunkt (nicht gezeigt). Die ringförmige Linse 4 und die scheibenförmige Linse
5 wirken als Sammellinsen, haben aber unterschiedliche Brennweiten. Die ringförmige
Linse 4 und scheibenförmige Linse 5 spalten den Lichtstrahl 2 in zwei Lichtstrahle
auf. So erfasst die ringförmige Linse 4 die äußeren Randzonen des Lichtstrahls 2 und
die scheibenförmige Linse 5 einen inneren Kern des Lichtstrahls 2. Der Lichtstrahl
durch die scheibenförmige mittige Linse 5 kann daher auch als Zentralstrahl 50 angesehen
werden, der Lichtstrahl durch die ringförmige Linse 4 kann daher auch als Ringstrahl
40 angesehen werden. Der durch die scheibenförmige Linse 5 festgelegte Zentralstrahl
50 hat einen geringeren Konvergenzwinkel α als der durch die ringförmige Linse 4 festgelegte
Ringstrahl 40 mit einem Konvergenzwinkel β. Dadurch entstehen zwei Fokusse in unterschiedlichen
Tiefen der Wärmedämmschicht 100, nämlich der Fokus 400, welcher der ringförmigen Linse
4 zugeordnet wird und der Fokus 500, welcher der scheibenförmigen Linse 5 zugeordnet
wird. Beide Fokusse 400 und 500 liegen auf einer gemeinsamen optischen Achse 8. Dabei
liegt der Fokus 500 tiefer in der Wärmedämmschicht 100 als der Fokus 400. Durch die
konzentrische Anordnung der ringförmigen Linse 4 und des entstehenden Ringstrahls
40 sowie der scheibenförmigen Linse 5 und des entstehenden Zentralstrahls 50 ergibt
sich ein V-förmiges Umschmelzbad 600, das in der Wärmedämmschicht 100 entsteht. Dabei
befindet sich die Spitze des V-förmigen Umschmelzbades 600 nahe des Fokus 500 des
Zentralstrahls 50. Durch die Nutzung zweier Fokusse 400,500 mit unterschiedlicher
Tiefe in der Wärmedämmschicht 100 ist es möglich mehr Lichtleistung in das Innere
der Wärmedämmschicht 100 einzukoppeln und damit ein größeres Volumen an Umschmelzbad
600 mit unterschiedlichen Temperaturen zu erzeugen. In den Randzonen des Umschmelzbades
600, insbesondere in Nähe der Oberfläche, liegt nur noch eine geringe Temperatur vor.
Dies führt zu einer Verminderung der Temperaturgradienten rings um das Umschmelzbad
600 (Schmelzzone) gerade in Oberflächennähe und dies führt zu einer Verminderung der
Heißrissneigung. Das heißt, dass durch das V-förmige Umschmelzbad, die thermischen
Spannungen während des Umschmelzprozesses reduziert werden und eine Rissbildung verhindert
werden kann. Das durch die bifokale Linse 3 entstehende V-förmige Umschmelzbad erstarrt
von der Spitze der V-Form, das heißt vom Inneren der Wärmedämmschicht 100 zur Wärmedämmschichtoberfläche,
was zu einer verminderten Porenbildung führt. Einschlüsse und Ausgaszonen werden zur
Wärmedämmschichtoberfläche geführt und können dort entweichen, was zu einer verminderten
Porenbildung führt. Der eigentliche Umschmelzprozess findet daher im Inneren der Wärmedämmschicht
statt, während die Wärmedämmschichtoberfläche lediglich vorgewärmt wird. Insbesondere
in der Grenzschicht zwischen dem Ringstrahl 40 und dem angrenzenden Bereich in der
Wärmedämmschicht 100 findet kein Umschmelzen statt.
[0013] Durch das Umschmelzen mit einer bifokalen Linse wird die Wärmedämmschichtoberfläche
derart verdichtet bzw. versiegelt, dass Fremdstoffe nun nicht mehr durch die poröse
Wärmedämmschichtoberfläche in die poröse Wärmedämmschicht eindringen können; ein Abplatzen
der Wärmedämmschicht wird somit vermieden. Dadurch kann die Lebensdauer der Beschichtung
und des Bauteils, z.B. einer Turbinenschaufel verlängert werden.
[0014] Selbstverständlich können anstatt der einen Laserlichtquelle 1 auch mehrere Laserlichtquellen
verwendet werden(nicht gezeigt). Diese können gleich stark oder unterschiedlich stark
sein, auch unterschiedliche Strahleigenschaften aufweisen. Auch können mehr als zwei
Fokusse ausgebildet werden, was beispielsweise die Einkopplung von hohen Leistungen
in große Materialtiefen ermöglicht (nicht gezeigt).
1. Verfahren zum Herstellen einer Wärmedämmschicht (100) für Bauteile, insbesondere für
hochtemperaturbelastete Bauteile, umfassend eine Wärmedämmschichtoberfläche und ein
Wärmedämmschichtinneres, wobei zumindest eine erste Laserlichtquelle mittels zumindest
einer ersten Fokussiereinrichtung zumindest einen ersten Fokus (400) in zumindest
einer ersten Tiefe der Wärmedämmschicht (100) erzeugt,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zumindest eine zweite Laserlichtquelle mittels zumindest einer zweiten Fokussiereinrichtung
zumindest einen zweiten Fokus (500) in zumindest einer zweiten Tiefe der Wärmedämmschicht
(100) erzeugt,
- die zumindest erste Tiefe unterschiedlich zur zumindest zweiten Tiefe ist,
- der zumindest erste Fokus (400) und der zumindest zweite Fokus (500) so nah beieinander
liegen, dass sie ein gemeinsames Umschmelzbad (600) in der Wärmdämmschicht (100) erzeugen,
- eine anschließende Erstarrung des Umschmelzbads (600) vom Wärmedämmschichtinneren
zur Wärmedämmschichtoberfläche stattfindet, so dass die Wärmedämmschichtoberfläche
zumindest teilweise gegen ein Eindringen von Fremdstoffen verdichtet wird.
2. Wärmedämmschicht (100) für hochtemperaturbelastete Bauteile, welche eine Wärmedämmschichtoberfläche
und ein Wärmedämmschichtinneres nach dem Verfahren des Anspruchs 1 aufweist.
3. Wärmedämmschicht nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Fokussiereinrichtungen als eine bifokale Linse (3) ausgebildet
sind.
4. Wärmedämmschicht nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Laserlichtquellen als ein einzelner Laser (1) ausgebildet sind.
5. Wärmedämmschicht nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei Laserlichtquellen zwei Laser mit unterschiedlichen Strahleigenschaften
sind.
6. Wärmedämmschicht nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmedämmschicht (100) eine keramische Schicht ist.