Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Drehmomentwerkzeug mit einer Auslösung über eine Schaltkante,
wobei
- a) das Drehmomentwerkzeug ein Hebelgehäuse mit einem Griffbereich und einem Kopfbereich
zur Übertragung eines Drehmoments auf ein Werkstück aufweist,
- b) in dem Hebelgehäuse eine Hebelanordnung zur Übertragung des Drehmoments angeordnet
ist und
- c) zwei Hebel über Lagerbolzen schwenkbar in dem Hebelgehäuse gelagert sind,
- d) die zwei Auslösehebel jeweils eine Schaltkante ausbilden, über die das Drehmomentwerkzeug
auslöst.
Beschreibung
[0002] Die Verschraubung ist die am häufigsten genutzte Verbindung im Maschinenbau. Solche
Verbindungselemente können nur durch die Verwendung geeigneter Montagewerkzeuge wirksam
werden. Zu den hierfür geeigneten Montagewerkzeugen zählen Drehmomentwerkzeuge, wie
sie eingangs genannt sind. Drehmomentwerkzeuge werden benötigt, um an einem Werkstück
ein bestimmtes Drehmoment auszuüben. Als Drehmomentwerkzeuge sind beispielsweise Drehmomentschlüssel
oder Drehmomentschraubendreher bekannt. Es gibt insbesondere anzeigende und auslösende
Drehmomentschlüssel. Anzeigende Drehmomentwerkzeuge zeigen immer das jeweils anliegende
Drehmoment an. Bei auslösenden Drehmomentwerkzeugen wird ein Solldrehmoment eingestellt.
Sobald dieses Drehmoment beim Anziehen einer Verschraubung erreicht wird, signalisiert
das Drehmomentwerkzeug das Erreichen des Solldrehmoments einem Nutzer. Dies kann beispielsweise
durch ein hörbares Klicken oder fühlbares Knacken durch Kraftunterbrechung signalisiert
werden.
[0003] Das bei der Verwendung handgeführter Werkzeuge zu übertragende Drehmoment ist hierbei
sowohl von der physischen Konstitution des Benutzers als auch von dessen subjektiven
Kraftempfinden abhängig. Drehmomentwerkzeuge werden eingesetzt, um eine Schraube mit
einer hohen Vorspannkraft zu belasten, die im elastischen Bereich der Schraube liegt
oder auch, um die Schraube mit nur geringen Vorspannkräften zu belasten. Der Einsatz
von neuen Konstruktionswerkstoffen wie z.B. Magnesium, Aluminium oder Kunststoff,
vor allem für den Leichtbau in der Automobil- oder Flugzeugindustrie lässt sowohl
den Bedarf, als auch die Anforderungen an die Drehmomentwerkzeuge ansteigen. Durch
diese neuen Werkstoffe steigt nämlich die Zahl der empfindlichen Schraubverbindungen.
Die geringere Zugfestigkeit dieser Leichtbau-Werkstoffe im Vergleich zu Stahlwerkstoffen,
würde bei einer Überbeanspruchung der Schraubverbindung zu Beschädigungen des Gewindes
führen, die diese teuren Bauteile unbrauchbar machen würden.
Stand der Technik
[0004] Aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 100 51 011 A1 ist ein auslösender Drehmomentschlüssel bekannt, der das Drehmoment elektronisch
erfasst. Mit einem Dehnmessstreifen wird das mechanische Drehmoment in ein elektronisches
Signal umgewandelt. Das so erfasste Drehmoment wird mit einem Sollwert verglichen.
Erreicht das gemessene Drehmoment den eingestellten oder vorgegebenen Drehmomentsollwert,
wird durch die elektronische Auswertung der Drehmomentschlüssel mechanisch zumindest
kurzzeitig freigegeben. Die Freigabe erfolgt hier beispielsweise durch Entkopplung
von Schlüsselgriff und Schlüsselkopf. Die Druckschrift schlägt dazu vor, dass die
Kopplung als Magnetkopplung mit elektrischen Magneten ausgebildet ist, bei der zum
Entkoppeln die Magnete ausgeschaltet werden. Alternativ verbindet ein Steckelement
in einer entsprechenden Steckverbindung den Schlüsselkopf mit dem Schlüsselgriff.
Durch Magnetkraft wird die starre Kopplung durch die Steckverbindung gelöst, so dass
der Schlüsselkopf abschwenken kann.
[0005] In der deutschen Patentschrift
DE 199 12 837 C2 wird ebenfalls ein elektronisch messender und auslösender Drehmomentschlüssel beschrieben.
Bei diesem Drehmomentschlüssel erfasst ein Drehmomentsensor das anliegende Drehmoment.
Eine Steuereinrichtung vergleicht schließlich den gemessenen Istwert mit einem Sollwert,
wobei der eingestellte Sollwert sich aus einer Analyse des jeweiligen Werkstücks ergibt.
Die Analyse des Werkstücks erfolgt dabei unmittelbar mit Hilfe einer Werkstückidentifizierungseinrichtung.
Erreicht der Istwert den vorgegebenen Sollwert, wird der Drehmomentschüssel ausgelöst.
[0006] Die
DE 3933913 A1 betrifft einen Drehmomentschlüssel, mit einem Schlüsselkörper, einem Schlüsselschaft
und einem Übertragungselement, wobei ein Drehmoment von dem Schlüsselkörper auf den
Schlüsselschaft vermittels des Übertragungselementes übertragbar ist und das Übertragungselement
bei einer die definierte Belastung übersteigenden Kraft aus einer Übertragungsstellung
in eine Überlaststellung bewegbar ist, in welcher eine Relativbewegung zwischen dem
Schlüsselkörper und dem Schlüsselschaft ermöglicht ist. Ein solcher Drehmomentschlüssel
ist bekannt, wobei einem als Drehgriff ausgebildeten Schlüsselkörper ein kugelgelagerter,
relativ zum Schlüsselkörper radial bewegbarer Schlüsselschaft zugeordnet ist.
[0007] Die
DE 102004043217 A1 offenbart einen Drehmomentschlüssel mit einer Handhabe und einer Werkzeugaufnahme
sowie einer Anzeigevorrichtung zur Darstellung des Erreichens oder Überschreitens
eines voreingestellten Drehmoments, wobei die Anzeigevorrichtung sich aus Leuchtelementen,
wie Leuchtdioden, zusammensetzt, die eine bestimmte Leuchtanzeige aufweisen. Um einen
Drehmomentschlüssel der in Rede stehenden Art insbesondere hinsichtlich der Visualisierung
des Belastungszustandes des Drehmomentschlüssels und somit auch hinsichtlich der Handhabung
weiter zu verbessern, wird dort vorgeschlagen, dass die Anzeigevorrichtung aus einer
Vielzahl von band- oder linienartig angeordneten Leuchtelementen besteht und dass
die Leuchtanzeige aus einem bestimmten, sich oftmals wiederholenden Leuchtmuster besteht,
das erreicht ist durch einen Durchlauf der Leuchtelemente.
[0008] Aus der
DE 102006013147 A1 ist ein Drehmomentwerkzeug zum Messen und/oder zum auslösenden Anziehen eines Drehmoments
an einem Werkstück bekannt. Das Drehmomentwerkzeug enthält ein Gehäuse mit einem Griff
und einen Stab zum Übertragen des Drehmoments. Ein Messelement dient zur elektronischen
Erfassung des Drehmoments, welches von einer Mess- und Steuerelektronik Drehmoments
verarbeitet wird. Einen durch die elektronische Mess- und Steuerelektronik gesteuerter
Auslöseschalter löst bei einem Sollwert das Drehmomentwerkzeugs aus. Der dort beschriebene
Drehmomentschlüssel weist einen Untersetzungsmechanismus auf, welcher wenigstens ein
von dem Auslöseschalter betätigtes Stellglied aufweist. Dabei ist der Untersetzungsmechanismus
zwischen dem Stab zur Übertragung des Drehmoments und dem elektronisch gesteuerten
Auslöseschalter zur Auslösung des Drehmomentwerkzeugs angeordnet. In diesem Dokument
wird beschrieben, dass der Untersetzungsmechanismus einen Schalthebel mit einer Schaltkante
enthält, der durch den elektronisch gesteuerten Auslöseschalter angesteuert wird.
[0009] Nachteil bei den bekannten Drehmomentwerkzeugen ist, dass ihre Produktion sehr zeitaufwendig
ist. Denn jedes Teil, besonders z.B. bei den mechanischen Untersetzungen, muss speziell
vermessen, sortiert und schließlich in einer bestimmten Konstellation montiert werden,
damit das Drehmomentwerkzeug später bei dem tatsächlich eingestellten Drehmoment auch
auslöst.
Offenbarung der Erfindung
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es daher, insbesondere die Nachteile des Standes der Technik
zu vermeiden und einen auslösenden Drehmomentschlüssel zu schaffen, in der Produktion
nicht mehr zeitaufwändig vermessen, sortiert und in einer bestimmten Konstellation
montiert werden muss. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung ein bedienerfreundliches
Drehmomentwerkzeug zu schaffen.
[0011] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein auslösendes Drehmomentwerkzeug der eingangs
genannten Art gelöst, bei dem
e) einer der Lagerbolzen zum Einstellen des Abstands zwischen den beiden Lagerbolzen
exzentrisch gelagert ist.
[0012] Durch die exzentrische Lagerung wenigstens eines Lagerbolzens kann der Abstand zu
dem anderen Lagerbolzen variiert werden, indem er einfach zum Justieren gedreht wird.
Nach dem Einstellen wird die Position des Lagerbolzens fixiert. Damit wird der auf
dem Lagerbolzen schwenkbar gelagerte Auslösehebel entsprechend verschoben, so dass
die Überlappung der Schaltkante zur angreifenden Schaltkante des andern Auslösehebels
eingestellt werden kann. Die Schaltkante kann dabei grundsätzlich auch über einen
Kippwürfel oder einen Kniehebel ausgebildet sein, welche über ihre Kante das Drehmomentwerkzeug
auslösen. Die Position der Auslösehebel können mit ihrer Schaltkante optimiert werden
Der Vorteil, der sich aus der Justierbarkeit ergibt, ist, dass die Auslösehebel nicht
mehr so präzise verarbeitet werden müssen. Dies erspart bei der Herstellung Zeit und
Kosten. Ebenso entfällt ein Sortieren nach bestimmten Kriterien, um die richtigen
und zueinander passenden Auslösehebel auszuwählen. Denn die Auslösehebel können bei
Bedarf nachjustiert werden.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Drehmomentwerkzeugs sind
zwei Lagerbolzen zum Einstellen des Abstands exzentrisch gelagert. Diese Maßnahme
dient dazu, dass jeder Lagerbolzens mit einem Auslösehebel über die exzentrische Lagerung
justiert werden kann. Dadurch können die Abstände zwischen den Lagerbolzens größer
bzw. kleiner realisiert werden, als es bei einer einzelnen exzentrischen Lagerung
eines Lagerbolzens möglich wäre.
[0014] Vorzugsweise ist in einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Drehmomentwerkzeuges
eine exzentrische Lagerung eines Lagerbolzen zur Grobeinstellung und ein exzentrische
Lagerung eines Lagerbolzen zur Feineinstellung ausgebildet ist. Dabei sind die Achsen
der Exzenter auf unterschiedlichen Radien der Lagerungsbolzen. Damit wird erreicht,
dass der eine Lagerbolzen, dessen Achse auf dem kleineren Radius liegt, zur Feineinstellung
und der anderen Lagerbolzen, dessen Achse auf dem größeren Radius liegt, zur Grobeinstellung
verwendet. Damit lässt sich das Messwerkzeug besonders gut und genau justieren.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung des erfindungsgemäßen Drehmomentwerkzeugs
ist ein Einstellmechanismus zum Einstellen des Auslösedrehmoments vorgesehen. Der
Einstellmechanismus dient dazu, das jeweils geforderte Solldrehmoment an dem Drehmomentwerkzeug
vorzunehmen. Das Drehmomentwerkzeug löst dann bei diesem eingestellten Solldrehmoment
aus. Der Einstellmechanismus bewirkt damit, dass das Drehmomentwerkzeug nicht nur
bei einem festen Drehmoment auslöst, sondern variabel festgelegt werden kann.
[0016] Vorzugsweise ist ein Verriegelungsmechanismus zum Fixieren des eingestellten Auslösedrehmoments
am Einstellmechanismus vorgesehen. Damit ein eingestelltes Solldrehmoment für die
Auslösung sich nicht verstellen kann, ist hierfür der Verriegelungsmechanismus vorgesehen.
Der Verriegelungsmechanismus blockiert das versehentliche Verstellen des eingestellten
Solldrehmoments. Die Verriegelung kann beispielsweise mit einer Fixierschraube realisiert
werden, welche den Einstellmechanismus in einer eingestellten Position dauerhaft feststellt,
bis die Fixierschraube wieder gelöst wird. Dann kann mittels Einstellmechanismus ein
neues Solldrehmoment eingestellt werden, bei dem das Drehmomentwerkzeug auslösen soll.
[0017] In einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen Drehmomentwerkzeugs ist der Verriegelungsmechanismus
federbelastet ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass der Verriegelungsmechanismus
vorgespannt ist. Der Verriegelungsmechanismus löst beispielsweise, indem er gegen
die Federkraft durch Betätigung eines Stifts bzw. Druckknopfs oder Hebels betätigt
wird. Dies geschieht schneller, als z.B. bei einer Schraube, welche erst eine Gewindesteigung
durchlaufen muss, bis sie je nach Fall den Verriegelungsmechanismus entweder löst
oder verriegelt.
[0018] Eine bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Drehmomentwerkzeugs besteht darin,
dass der Verriegelungsmechanismus einen Rastmechanismus aufweist. Zum Verriegeln greift
beispielsweise ein Stift oder Hebel in den Rastmechanismus. Entsprechend wird zum
Lösen der Stift oder der Hebel wieder aus dem Rastmechanismus herausgenommen. Der
Rastmechanismus kann dabei eine Bohrung oder sonstige Profilausnehmungen enthalten,
in welche der Stift bzw. der Hebel oder eine Kugel federbelastet eingreifen.
[0019] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Einstellmechanismus
des Drehmomentwerkzeugs einen Schieber aufweist, welcher in einer Langlochkulisse
geführt wird. Der Schieber ist vorzugsweise außen am Hebelgehäuse angebracht, so dass
er bequem von einem Anwender zum Einstellen des Solldrehmoments bedient werden kann.
Der Schieber kann eine Markierung aufweisen, welche auf eine Skala zeigt. Die Skala
zeigt Drehmomentwerte an. Je nachdem, wo der Schieber steht, zeigt die Markierung
auf einen anderen Drehmoment wird. Mittels des Verriegelungsmechanismus lässt sich
der Schieber in der Langlochkulisse feststellen.
[0020] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen ergeben sich aus dem Gegenstand der Unteransprüche,
sowie den Zeichnungen mit den dazugehörigen Beschreibungen. Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele
und Details anhand der Figuren beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0021]
- Fig. 1
- zeigt in einer schematischen Prinzipskizze einen erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssel
im Längsschnitt.
- Fig. 2a
- zeigt in einer schematischen Prinzipskizze einen Bereich des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels
mit dem Auslösemechanismus in einem Längsschnitt.
- Fig. 2b
- zeigt schematisch den Schaltkantenbereich des Auslösemechanismus in einer Vergrößerung.
- Fig. 3
- zeigt einen Ausschnitt des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels im Bereich des Auslösemechanismus.
- Fig. 4
- zeigt einen Schnitt A-A gemäß den Figuren 3.
- Fig. 5
- zeigt schematisch einen Ausschnitt eines exzentrisch gelagerten Lagerbolzens.
- Fig. 6
- zeigt einen Lagerbolzen für einen erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssel.
- Fig. 7
- zeigt schematisch den erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssel ohne Gehäuse in einer
Draufsicht mit einem Verriegelungs- und Einstellmechanismus.
- Fig. 8
- zeigt schematisch den erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssel ohne Gehäuse in einer
Seitenansicht mit einem Verriegelungs- und Einstellmechanismus.
- Fig. 9
- zeigt einen detaillierteren Ausschnitt des Drehmomentschlüssels ohne Gehäuse im Bereich
des Verriegelungsmechanismus für den Schieber.
Bevorzugtes Ausführungsbeispiel
[0022] In Fig. 1 wird mit 10 ein erfindungsgemäßes auslösendes Drehmomentwerkzeug bezeichnet.
Dabei handelt es sich um einen Drehmomentschlüssel 10, der in einer schematischen
Prinzipskizze im Längsschnitt dargestellt ist. Der Drehmomentschlüssel 10 enthält
ein schaftartiges Hebelgehäuse 12 mit einem Griffbereich 14 und einem Kopfbereich
16 zur Übertragung eines Drehmoments auf ein Werkstück. Dieser Kopfbereich 16 besteht
üblicherweise aus einem Antriebskopf 17, der zum Kuppeln mit einem Werkstück, wie
eine Schraube, ein Einsteck- bzw. Aufsteckwerkzeug aufnehmen kann. Der Antriebskopf
17 kann dabei einen Ratschenmechanismus aufweisen, um das Anziehen einer Schraube
bis zu dem gewünschten Drehmoment für einen Nutzer zu erleichtern.
[0023] In dem Hebelgehäuse 12 ist ferner eine Hebelanordnung 18 zur Übertragung des Drehmoments
auf den Antriebskopf 17 angeordnet. Dabei sind Hebel 20 über Lagerbolzen 22 schwenkbar
in dem Hebelgehäuse 12 teilweise in einem Montagerahmen 23 gelagert. Die Lagerbolzen
22 sind dabei im Wesentlichen parallel angeordnet und quer zur Längsachse des Hebelgehäuses
12 vorgesehen. Ein Auslösemechanismus 24 dient zum Auslösen des Drehmomentschlüssels
10. Der Auslösemechanismus 24 enthält zwei Auslösehebel 26, 28, welche auch Bestandteil
der Hebelanordnung 18 sind. Auslösehebel 26, 28 weisen jeweils eine Schaltkante 30,
32 auf, über die der Drehmomentschlüssel 10 auslöst.
[0024] Fig. 2a zeigt in einem Längsschnitt den Bereich des Drehmomentschlüssels 10, wo der
Auslösemechanismus 24 angeordnet ist. Die Auslösehebel 26, 28 sind in dem Hebelgehäuse
12 schwenkbar jeweils um ihre Lagerbolzen 22 gelagert. In der Darstellung sind die
Schaltkanten 30, 32 der Auslösehebel 26, 28 gut zu sehen. Der Auslösehebel 28 besteht
aus zwei Bestandteilen, nämlich Schaltkantenhebel 34 und Stellhebel 36. Dabei ist
der Schaltkantenhebel 34 an dem Stellhebel 36 schwenkbar über einen Lagerbolzen 38
gelagert. An einer Frontseite des Schaltkantenhebels 34 ist die Schaltkante 32 vorgesehen.
Der Auslösehebel 28 ist mit einer Bügelfeder 40 vorgespannt. Der Stellhebel 36 ist
über einen exzentrisch gelagerten Lagerbolzen 42 schwenkbar in dem Hebelgehäuse gelagert.
Dabei ist der Lagerbolzen 42 mit Sprengringen 44 fixiert. Der Auslösehebel 26 weist
die Schaltkante 30 auf. Die Schaltkante 30 des Auslösehebels 26 steht mit der Schaltkante
32 des Auslösehebels 28 in Kontakt. Dabei ist der Auslösehebel 26 um den Lagerbolzen
46 schwenkbar gelagert. Durch Drehen des Lagerbolzens 42 wird der Stellhebel 36 in
seiner Position verändert. Der Abstand zwischen dem Lagerbolzen 42 und dem Lagerbolzen
46 lässt sich so variieren. Die überlappenden Berührungsflächen der Schaltkanten 30,
32 lassen sich so im Schaltkantenbereich 48 des Auslösemechanismus in geeigneter Weise
justieren. Weitere Hebel bzw. Untersetzungshebel 20 zur Drehmomentübertragung sind
in der Darstellung angedeutet. Diese Hebel sind ebenfalls schwenkbar mit Lagerbolzen
22 in dem Hebelgehäuse 12 gelagert.
[0025] Fig. 2b zeigt daher den Schaltkantenbereich 48 des Auslösemechanismus 24 in einer
Vergrößerung. In diesem Schaltkantenbereich 48 überlappen die Schaltkanten 30, 32.
Der Überlappungsbereich 50 beider Schaltkanten 30, 32 ist über den exzentrisch gelagerten
Stellhebel 36 einstellbar ausgebildet. Der Schaltkantenhebel 34 ist über den Lagerbolzen
38 an dem Stellhebel 36 schwenkbar befestigt. Dabei hält die Bügelfeder 40 die Konstruktion
des Auslösemechanismus 24 unter hinreichender Spannung.
[0026] Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels 10 im Bereich
des Auslösemechanismus 24. Bei dieser Ansicht ist die Hebelanordnung 18 mit dem Auslösemechanismus
24 innerhalb des Hebelgehäuses 12 nicht zu sehen. Der Lagerbolzen 42 ist exzentrisch
gelagert. Mittels einer als Zahnrad 51 ausgestalteten Verzahnung, welches an dem Lagerbolzen
42 angeordnet ist, wird ein Rastmechanismus 52 ausgebildet. Der Rastmechanismus 52
dient dazu, den exzentrisch gelagerten Lagerbolzen 42 in einer eingestellten Position
zu fixieren. Hierdurch lässt sich der Abstand der beiden Lagerbolzen 42 und 46 variieren.
Das Ende des einen Auslösehebels 26, sowie des Auslösehebels 28 ist ebenfalls zu sehen.
[0027] Fig. 4 zeigt den Ausschnitt des erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssels 10 im Bereich
des Auslösemechanismus 24 gemäß Figur 2 in einem Schnitt A-A gemäß der Figur 3. Der
Lagerbolzen 42 ist exzentrisch in dem Gehäuse 12 gelagert. Der Lagerbolzen 42 ist
mit dem Sprengring 44 befestigt. Über Innenmitnahme 53 des Zahnrads 51 wird der Rastmechanismus
52 zur Justierung des Lagerbolzens 42 betätigt.
[0028] Durch die exzentrische Lagerung des Lagerbolzens 42 lässt sich die Position des Auslösehebels
28 verschieben. Damit wird auch die Schaltkante 32 des Schaltkantenhebels 34 gegenüber
der Schaltkante 30 des Auslösehebels 26 entsprechend verschoben. Die Überlappung der
Schaltkante 30 mit der Schaltkante 32 erfolgt im Schaltkantenbereich 48. Der Schaltkantenhebel
34 ist an dem Stellhebel 36 mittels des Lagerbolzens 38 schwenkbar gelagert. Der Schaltkantenhebel
34 bildet mit dem Stellhebel 36 den Auslösehebel 28.
[0029] Fig. 5 zeigt schematisch einen Ausschnitt eines exzentrisch gelagerten Lagerbolzens
42. Das Zahnrad 51 des Rastmechanismus 52 ist an dem Lagerbolzen 42 befestigt. In
dem Hebelgehäuse 12 ist dazu eine Ausnehmung 54 vorgesehen, welche den Konturen 56
des Zahnrads 51 entspricht. Der Lagerbolzen 42 ist in dem Zahnrad 51 exzentrisch angeordnet.
Das Zahnrad 51 ist in der Kontur 56 durch den Rastmechanismus 52 fixiert. Der Lagerbolzen
42 und das Zahnrad 51 können sich in dieser Position nicht drehen. Durch leichten
axialen Versatz des Zahnrads 51 lässt sich der Lagerbolzen 42 mit dem Zahnrad 51 drehen,
da es sich nun nicht mehr in der Verzahnung befindet. Das Zahnrad 51 befindet sich
nämlich dann außerhalb der Kontur 56 des Rastmechanismus 52 in dem Hebelgehäuse 12.
[0030] Der Auslösehebel 28 ist über den exzentrisch gelagerten Lagerbolzen 42 schwenkbar
gelagert. Durch Drehen des Lagerbolzens 42 lässt sich der Auslösehebel 28 in seiner
Position verschieben. Damit lässt sich aber auch zugleich der Schaltkantenbereich
48 mit den Schaltkanten 30, 32 justierten (vgl. Fig. 2a bzw. 2b). Der Lagerbolzen
42 wird ferner mit dem geeigneten Sprengring 44 in seinem Lager des Hebelgehäuses
12 fixiert. In dieser Abbildung sind weiterhin Hebel 20 der Hebelanordnung 18 des
Drehmomentschlüssels 10 zu sehen.
[0031] Fig. 6 zeigt in einer schematischen Prinzipskizze den Lagerbolzen 42 für den erfindungsgemäßen
Drehmomentschlüssel 10. An der einen Stirnseite des zylinderförmigen Lagerbolzens
42 befindet sich das Zahnrad 51 des Rastmechanismus 52. An der anderen Stirnseite
des Lagerbolzens 42 ist eine scheibenartige Lagerhalterung 58 vorgesehen. Die Achse
60 des Lagerbolzens 42 ist gegenüber der scheibenartigen Lagerhalterung 58 und dem
Zahnrad 51 exzentrisch angeordnet. Durch Drehen der gesamten Konstruktion bewegt sich
der Lagerbolzen 42 exzentrisch. Damit bewegt sich auch der Auslösehebel 28 (siehe
Fig. 2a) entsprechend, welcher über einen solchen Lagerbolzen 42 schwenkbar gelagert
ist.
[0032] Fig. 7 zeigt schematisch den erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssel 10 ohne das Hebelgehäuse
12 in einer Draufsicht mit einem Einstellmechanismus 62. Der Einstellmechanismus 62
weist einen Schieber 64 auf. Der Schieber 64 wird in einer Langlochkulisse 66 zum
Einstellen eines Solldrehmoments verschoben. Dazu wirkt eine Auflage 71 über eine
Führung 69 auf einen Biegestab 70. Der Biegestab 70 ist in der Auflage 71 geführt.
Der Biegestab 70 ist über die Hebelanordnung 18 mit dem Auslösemechanismus 24 gekoppelt.
Durch Verschieben der Auflage 71 über die Führung 69 entlang des Biegestabes 70 ändern
sich zugleich dessen Biegeeigenschaften, wodurch sich ein unterschiedliches Solldrehmoment
einstellen lässt. Die Auflage 71 wird dabei über den Schieber 64 betätigt. An dem
Hebelgehäuse 12 ist eine Skala 68 mit Drehmomentwerten vorgesehen (siehe hierzu Fig.8).
Der Schieber 64 wird in der Langlochkulisse 66 solange verschoben, bis eine Markierung
auf das gewünschte Solldrehmoment der Skala 68 zeigt, also bei dem Drehmoment, bei
dem der Drehmomentschlüssel schließlich auslösen soll. Ein Verriegelungsmechanismus
72 fixiert den Schieber 64 bei dem gewünschten Drehmoment. Der Verriegelungsmechanismus
72 kann als Schraube ausgebildet sein, so dass eine bestimmte Position in der Langlochkulisse
66 fixiert werden kann.
[0033] Vorzugsweise, wie in diesem Ausführungsbeispiel gezeigt, kann anstelle der Schraube
auch ein federbelasteter Rasthebel 74 verwendet werden. Der Rasthebel 74 verfügt über
eine Rastnase 75. Dieser federbelastete Rasthebel 74 greift mit seiner Rastnase 75
in einen Rastmechanismus 76 ein. Damit ist ein eingestelltes Solldrehmoment fixiert.
Der Rasthebel 74 wird hierbei über den Schieber 64 betätigt. Der Schieber 64 verfügt
über einen Betätigungsstift 78, welcher den Rasthebel 74 bewegt. Durch Drücken eines
Knopfes 80 des Schiebers 64 wird der Betätigungsstift 78 und damit der Rasthebel 74
aus der Rasterung des Rastmechanismus 76 gelöst und kann verschoben werden. Der Betätigungsstift
78 drückt dabei den Rasthebel 74 gegen die Federkraft von Feder 79 aus dem Rastmechanismus
76. Der Rasthebel 74 ist dafür schwenkbar gelagert. Loslassen des Schiebers 64 bewirkt,
dass der Rasthebel 74 mit seiner Rastnase 75 wieder in den Rastmechanismus 76 eingreift.
Ein eingestelltes Solldrehmoment kann dann nicht mehr verstellt werden.
[0034] Der Auslösemechanismus 24 des Drehmomentschlüssels 10 funktioniert im Übrigen auf
gleiche Weise, wie in den zuvor beschriebenen Figuren. Sowohl der Auslösemechanismus
24, als auch die Hebelanordnung 18 werden durch die Bügelfeder 40 unter Spannung gesetzt.
Sich entsprechende Bestandteile werden daher auch mit den entsprechenden Bezugszeichen
bezeichnet. Auch die Justierbarkeit des Lagerungsbolzens 42 ist bei deren Ausführungsbeispiel
vorgesehen.
[0035] Fig. 8 zeigt den erfindungsgemäßen Drehmomentschlüssel 10 gemäß Fig. 7 in einer andern
perspektivischen Ansicht mit dem Einstellmechanismus 62. Der Schieber 64 wird solange
in der Langlochkulisse 66 des Hebelgehäuses bzw. des Montagerahmens 23 verschoben,
bis eine Markierung auf der Skala 68 das gewünschte Solldrehmoment für die Auslösung
des Drehmomentschlüssels 10 eingestellt ist. Die Auflage 71 wirkt dabei über die Führung
69 auf den Biegestab 70, welcher über die Hebelanordnung 18 mit dem Auslösemechanismus
24 gekoppelt ist. Durch Verschieben der Auflage 71 entlang des Biegestabes 70 ändern
Biegeeigenschaften des Biegestabs 70, welcher neben der Hebelanordnung 18 das Drehmoment
überträgt. Der Drehmomentschlüssels 10 löst bei dem eingestellten Drehmoment aus.
Soweit diese Figur 8 den vorherigen Figuren entspricht, werden auch hier sich entsprechende
Bezugszeichen verwendet. Der federbelastete Rasthebel 74 arretiert den Schieber 64
bei einem eingestellten Solldrehmoment (siehe auch Fig. 9). Dazu greift der Stift
78 in den Rastmechanismus 76 ein.
[0036] Entsprechend zu den vorherigen Figuren zeigt Fig. 9 einen detaillierteren Ausschnitt
des Drehmomentschlüssels 10 ohne Hebelgehäuse 12 im Bereich des Verriegelungsmechanismus
72 für den Schieber 64. Der Schieber 64 lässt sich in der Langlochkulisse 66 des Montagerahmens
23 verschieben, bis das gewünschte Solldrehmoment für die Auslösung des Drehmomentschlüssels
10 eingestellt ist. Die Auflage 71 verkürzt oder verlängert dabei den Wirkbereich
des Biegestabs 70, wodurch das Solldrehmoment eingestellt wird. Der Biegestab 70 steht
über die Hebelanordnung 18 mit dem Auslösemechanismus 24, d.h. mit den Auslösehebeln
26, 28, in Verbindung. Der federbelastete Rasthebel 74 arretiert den Schieber 64 bei
einem eingestellten Solldrehmoment. Dazu greift der Rasthebel 74 mit seiner Rastnase
75 form- oder kraftschlüssig in eine geeignete Raststruktur, wie z.B. eine oder mehrere
Profilkerben, des Rastmechanismus 76 ein.
Bezugszeichen
[0037]
| 10 |
Drehmomentschlüssel |
| 12 |
Hebelgehäuse |
| 14 |
Griffbereich |
| 16 |
Kopfbereich |
| 17 |
Antriebskopf |
| 18 |
Hebelanordnung |
| 20 |
Hebel |
| 22 |
Lagerbolzen |
| 23 |
Montagerahmen |
| 24 |
Auslösemechanismus |
| 26 |
Auslösehebel |
| 28 |
Auslösehebel |
| 30 |
Schaltkante |
| 32 |
Schaltkante |
| 34 |
Schaltkantenhebel |
| 36 |
Stellhebel |
| 38 |
Lagerbolzen |
| 40 |
Bügelfeder |
| 42 |
Lagerbolzen |
| 44 |
Sprengringe |
| 46 |
Lagerbolzen |
| 48 |
Schaltkantenbereich |
| 50 |
Überlappungsmechanismus |
| 51 |
Zahnrad |
| 52 |
Rastmechanismus |
| 53 |
Innenmitnahme |
| 54 |
Ausnehmung |
| 56 |
Konturen |
| 58 |
Lagerhalterung |
| 60 |
Achse |
| 62 |
Einstellmechanismus |
| 64 |
Schieber |
| 66 |
Langlochkulisse |
| 68 |
Skala |
| 69 |
Führung |
| 70 |
Biegestab |
| 71 |
Auflage |
| 72 |
Verriegelungsmechanismus |
| 74 |
Rasthebel |
| 75 |
Rastnase |
| 76 |
Rastmechanismus |
| 78 |
Betätigungsstift |
| 79 |
Feder |
| 80 |
Knopf |
1. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32), wobei
a) das Drehmomentwerkzeug (10) ein Hebelgehäuse (12) mit einem Griffbereich (14) und
einem Kopfbereich (16) zur Übertragung eines Drehmoments auf ein Werkstück aufweist,
b) in dem Hebelgehäuse (12) eine Hebelanordnung (18) zur Übertragung des Drehmoments
angeordnet ist und
c) zwei Auslösehebel (20) über Lagerbolzen (22) schwenkbar in dem Hebelgehäuse (12)
gelagert sind
d) die zwei Auslösehebel jeweils eine Schaltkante ausbilden, über die das Drehmomentwerkzeug
auslöst,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) einer der Lagerbolzen (42) zum Einstellen des Abstands zwischen den beiden Lagerbolzen
(42, 46) exzentrisch gelagert ist.
2. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Lagerbolzen (42, 46) zum Einstellen des Abstands exzentrisch gelagert sind.
3. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach Anspruch
2, dadurch gekennzeichnet, dass eine exzentrische Lagerung eines Lagerbolzen (46) zur Grobeinstellung und eine exzentrische
Lagerung eines Lagerbolzen (42) zur Feineinstellung ausgebildet ist.
4. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach einem
der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Einstellmechanismus zum Einstellen des Auslösedrehmoments vorgesehen ist.
5. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verriegelungsmechanismus (72) zum Fixieren des eingestellten Auslösedrehmoments
am Einstellmechanismus (62) vorgesehen ist.
6. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach einem
der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsmechanismus (72) federbelastet ausgebildet ist.
7. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach einem
der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsmechanismus (72) einen Rastmechanismus (76) aufweist.
8. Drehmomentwerkzeug (10) mit einer Auslösung über eine Schaltkante (30, 32) nach einem
der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Einstellmechanismus (62) einen Schieber (64) aufweist, welcher in einer Langlochkulisse
(66) geführt wird.