[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten
aus einem Materialbogen gemäß Anspruch 1.
[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Herstellen eines Faltschachtelzuschnitts
aus einem Materialbogen nach Anspruch 8.
[0003] In der Kartonindustrie entspricht es dem Stand der Technik, dass Faltschachtelzuschnitte
aus flachen Materialbogen zumeist aus Karton hergestellt werden. In Abhängigkeit der
Größe des Faltschachtelzuschnitts wird dabei aus jedem Materialbogen eine Mehrzahl
von Faltschachtelzuschnitten hergestellt. Hierzu ist es üblich, dass die Vorrichtung
zum Herstellen der Faltschachtelzuschnitte zwei Arbeitsstationen aufweist, welche
die Materialbogen durchlaufen. Der Materialbogen wird in der ersten Arbeitsstation
auf eine Matrize, die auf einer Stahlplatte angeordnet vorzugsweise aufgeklebt ist,
aufgelegt. Die Matrize ist für die Formgebung des Faltschachtelzuschnitts maßgeblich.
[0004] Die Matrize besteht zumeist aus Kunststoff und weist Kanäle auf. Zur Ausbildung von
Rilllinien wird der aus Karton bestehende Materialbogen in die Kanäle eingedrückt.
[0005] Zur Herstellung der Außenkontur des Faltschachtelzuschnitts und auch zur Herstellung
der Innenkontur, insbesondere zur Herstellung von Öffnungen, Fenstern und Motiven,
werden Schneidmesser mit hohem Druck auf den Materialbogen abgesenkt. Die Schneidmesser
drücken dabei derart auf den auf der Stahlplatte aufliegenden Materialbogen, dass
der Materialbogen abgeschnitten wird, wobei jedoch Verbindungsstege bzw. Verbindungszungen
verbleiben, so dass der Faltschachtelzuschnitt und die Schnittabfälle weiterhin miteinander
verbunden sind. Dies ist notwendig, da anderenfalls bei einem Weitertransport des
Materialbogens die Schnittabfälle auf der Stahlplatte bzw. der Matrize verbleiben
würden und somit ein anschließendes Nachlegen eines neuen Materialbogens behindert
wird. Es ist, insbesondere aufgrund der hohen Arbeitsgeschwindigkeit, wesentlich,
dass der Arbeitsprozess schnell, einfach und möglichst störungsfrei funktioniert.
Das beschriebene Stanzverfahren wird im Allgemeinen als Flachbettstanzung bezeichnet.
[0006] In der zweiten Arbeitsstation werden mit Hilfe von Stiften die Verbindungsstege bzw.
die Verbindungszungen ausgebrochen, so dass die Schnittabfälle von den Faltschachtelzuschnitten
getrennt werden. In der zweiten Arbeitsstation können die Schnittabfälle, nachdem
die Verbindungsstege bzw. Verbindungszungen ausgebrochen wurden, im Regelfall nach
unten wegfallen. Der Materialbogen mit den Faltschachtelzuschnitten, der nunmehr zumindest
von den meisten Abfallstücken befreit ist, wird weitertransportiert, gestapelt und
den bekannten weiteren Arbeitsschritten zur Herstellung einer Faltschachtel unterzogen.
[0007] Aus der
DE 1 134 880 ist ein Stanzstempel zum Formen von Faltschachtelzuschnitten bekannt. Dabei werden
die Bandstahlschnitte zweiteilig, geteilt in Oberteil und Unterteil, ausgebildet.
Das Oberteil des Bandstahlwerkzeugs trägt die eigentlichen Rill- und Stanzstempel.
Vorgesehen ist, dass ein Bandstahl die Umrisse des Zuschnitts, die Klappen, die Verschlusszungen
und die Schlitze schneidet, während ein anderer Bandstahl Falze oder Einschnitte bildet,
längs deren Teile des Zuschnitts gefaltet werden.
[0009] Aus der
DE 2 218 259 ist die Herstellung von Stülpdeckelschachteln bekannt, welche durch Stanzen von mehreren
Zuschnitten im Bogen, Ausbrechen der einzelnen Zuschnitte, Falten, Aufrichten und
Verheften oder Verkleben der Laschen erfolgt.
[0010] Die
DE 1 017 456 beschreibt einen Zuschnitt für Faltschachteln aus Papier, Pappe oder dergleichen.
Dabei wird ausgeführt, dass Verbindungszungen beim Stanzen des Bogens da entstehen,
wo die Schneiden der Schneidwerkzeuge eingekerbt sind und den Bogen infolgedessen
nicht völlig durchschneiden. Erwähnt wird dabei ferner, dass in einem nachfolgenden
Arbeitsgang der Abfall "herausgepickt" wird.
[0012] Aus der
DE 10 2004 058 597 A1 ist eine Vorrichtung zum Bearbeiten von bandförmigen Substraten bekannt, insbesondere
von bedrucktem Papier, Karton, Kartonverpackungen, Wellpappe und Kunststoffen. Vorgesehen
ist hierbei ein Rotationsvorgang, bei dem das Substrat in Vorschubrichtung zwischen
zwei rotierenden Bearbeitungswalzen einführbar ist und beim Durchlaufen durch im Arbeitsspiel
wirksame Werkzeugteile seine Bearbeitung erfährt. Die Abfallstücke werden kontrolliert
entsorgt mittels bekannter Punkturnadeln.
[0013] Die bekannten Verfahren ermöglichen eine schnelle, zuverlässige und prozesssichere
Bearbeitung von Materialbögen, um Faltschachtelzuschnitte herzustellen.
[0014] Ein Nachteil bei den bekannten Verfahren besteht jedoch darin, dass die Verbindungsstege
bzw. Verbindungszungen, die im Regelfall durch Stifte, Punkturnadeln oder dergleichen
ausgebrochen werden, am späteren Produkt noch in Form von kleinen vorstehenden Spitzen
bzw. Unebenheiten erkennbar bleiben. Dies ist jedoch insbesondere bei hochwertigen
Produkten, die beispielsweise über ein Fenster verfügen können, damit die Verbraucher
das in der Faltschachtel aufgenommene Produkt unmittelbar sehen, ein erheblicher Nachteil
und stört die Optik.
[0015] Ferner besteht das Problem, dass filigrane Aussparungen, beispielsweise Buchstaben
oder feingliedrige Motive, nicht herstellt werden können, da die Punkturnadeln, die
die Verbindungsstege bzw. die Verbindungszungen ausbrechen sollen und hierzu in die
Aussparung eindringen müssen, nicht beliebig klein dimensioniert werden können.
[0016] Aus dem allgemeinen Stand der Technik sind Versuche bekannt, filigrane Aussparungen
durch den Einsatz von Lasern herzustellen. Dies führt jedoch dazu, dass sich die Schnittkanten
ungewünscht verfärben.
[0017] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten zu schaffen, die die Nachteile
des bisherigen Standes der Technik lösen.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten aus einem
Materialbogen sieht vor, dass in einem ersten Verfahrensschritt wenigstens eine Aussparung,
ohne dass Verbindungsstege verbleiben, vollständig aus dem vorgesehenen Faltschachtelzuschnitt
ausgestanzt wird. Vorzugsweise wird dies dadurch erreicht, dass ein Stanzstempel die
Aussparung vollständig durchstanzt und das Abfallstück bzw. den Schnittabfall dabei
gleichzeitig auswirft. Vorzugsweise erfolgt das Stanzen mit einem sogenannten Scherenschnitt
bzw. die Aussparung wird abgeschert. Hierzu kann vorgesehen sein, dass eine Platte,
vorzugsweise eine Stahlplatte, auf der der Materialbogen aufliegt, eine Öffnung, eine
Ausnehmung bzw. ein Loch mit einer Form aufweist, die als Matrize für die in dem Faltschachtelzuschnitt
zu erstellende Aussparung dient. Um die Aussparung durchzustanzen, wird vorzugsweise
von oben ein Stanzstempel bzw. ein Stempel herangeführt. Der Stanzstempel bzw. der
Stempel fährt in die Öffnung, die Aussparung bzw. das Loch in der Platte, auf der
der Materialbogen aufliegt, ein und schneidet dabei den Materialbogen. Dabei drückt
der Stanzstempel bzw. der Stempel gleichzeitig durch das weitere Einfahren in die
Aussparung, die Öffnung bzw. das Loch der Platte das abgeschnittene Abfallstück des
Materialbogens vorzugsweise nach unten aus.
[0019] Das erfindungsgemäße Prinzip sieht vorzugsweise vor, dass in einem Arbeitsgang gestanzt
und gleichzeitig das ausgestanzte Abfallstück mit ausgeworfen wird.
[0020] Es können auf diese Weise gleichzeitig oder nacheinander mehrere Aussparungen in
dem Faltschachtelzuschnitt erzeugt werden.
[0021] Die Aussparung weist keine Verbindungsstege oder Verbindungszungen und somit auch
keine Kerben und keine Haltepunkte auf. Der Rand bzw. die Kante der Aussparung ist
bei korrektem Durchführen des Verfahrens vollständig glatt bzw. weist keine Unebenheiten
auf, so dass ein besonders hochwertiger Faltschachtelzuschnitt geschaffen wird. Die
Aussparung kann beispielsweise als Fenster dienen, damit ein in die Faltschachtel
einzubringendes Produkt vom Verbraucher direkt gesehen wird, ohne dass in dem Fenster
Haltepunkte oder Kerben des umlaufenden Rands zu sehen sind.
[0022] Der erfindungsgemäß vorgesehene erste Verfahrensschritt ermöglicht es auch, filigrane
Öffnungen, beispielsweise auch Fenster, Buchstaben, Zahlen, Symbole oder Motive, herzustellen,
die nahezu beliebig klein gestaltet werden können. Bislang durften die Aussparungen
eine definierte Größe nicht unterschreiten bzw. die Form durfte nicht besonders filigran
sein, da die Punkturnadeln im Regelfall eine Mindestgröße von 3 mm aufweisen und diese,
damit das Abfallstück korrekt ausgeworfen werden kann, in die Aussparung eindringen
müssen. Die Punkturnadeln müssen dabei den Verlauf der Aussparung nachbilden, damit
ein korrektes Auswerfen sichergestellt werden kann. Diese Beschränkungen der Aussparung
in Bezug auf Größe und Form besteht nun aufgrund des erfindungsgemäßen Verfahrens
nicht mehr.
[0023] In einem zweiten Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
wenigstens eine Außenkontur des Faltschachtelzuschnitts aus dem Materialbogen unter
Beibehaltung von Verbindungsstegen auszuschneiden. Die Außenkontur kann beispielsweise
Verschlusszungen oder Klappen umfassen.
[0024] Im zweiten Verfahrensschritt können auch noch weitere Schnitte entsprechend dem bekannten
Verfahren der Flachbettstanzung oder des Rotativstanzens durchgeführt werden, um beispielsweise
Innenkonturen zu schneiden. Das bekannte Flachbettstanzverfahren hat sich grundsätzlich
für die Herstellung von Faltschachtelzuschnitten bewährt. Das Flachbettstanzen ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn die Verbindungsstege bzw. die Verbindungszungen
bzw. deren Reste, wenn die Verbindungsstege bzw. die Verbindungszungen in einem dritten
Verfahrensschritt ausgebrochen werden, bei der fertigen Faltschachtel nicht stören.
Insbesondere für die Außenkontur oder das Schneiden einer Innenkontur kann, wenn die
Verbindungsstege nicht stören, auch weiterhin auf das bekannte Verfahren zurückgegriffen
werden. Ferner können im zweiten Verfahrensschritt beispielsweise auch Rillungen und/oder
Vertiefungen und/oder Einkerbungen und/oder Falze in die Faltschachtel eingeprägt
werden. Die Rillungen können dabei Knick- und Biegekannten darstellen, um den Faltschachtelzuschnitt
zu einer Faltschachtel zu formen.
[0025] Der zweite Verfahrensschritt kann vorzugsweise als Flachbettstanzung ausgeführt werden,
möglich ist jedoch auch ein Rotativstanzverfahren unter Verwendung von wenigstens
zwei Bearbeitungswalzen.
[0026] Vorzugsweise ist im zweiten Verfahrensschritt vorgesehen, dass auf eine Platte, vorzugsweise
eine Stahlplatte, eine Matrize aufgelegt, vorzugsweise aufgeklebt ist, die die Form
für den oder die Faltschachtelzuschnitte vorgibt. Auf die Platte mit der Matrize wird
dann der Materialbogen aufgebracht. Die Matrize weist Kanäle bzw. Tiefkanäle auf.
Durch ein entsprechendes Werkzeug kann ein die Kanäle überdeckender Teil des Materialbogens
in die Kanäle gedrückt werden, wodurch zum Beispiel Rilllinien entstehen.
[0027] Um die Außenkontur des Faltschachtelzuschnittes aus dem Materialbogen zu schneiden
und um gegebenenfalls auch eine Innenkontur auszuschneiden, jeweils unter Beibehaltung
von Verbindungsstegen, ist vorzugsweise vorgesehen, das Schneidmesser auf den auf
der Platte, vorzugsweise der Stahlplatte, aufliegenden Materialbogen zu drücken, solange
bzw. mit einem derartigen Druck, bis der Materialbogen abgeschnitten ist unter Beibehaltung
von Verbindungsstegen. Die Verbindungsstege haben die Aufgabe, den Materialbogen,
bestehend aus den Faltschachtelzuschnitten und dem Schnittabfall, zusammenzuhalten,
damit der Materialbogen weitertransportiert werden kann. Die Beibehaltung von Verbindungsstegen
kann beispielsweise durch Kerben in den Schneidmessern erreicht werden.
[0028] Grundsätzlich ist es von Vorteil, im zweiten Verfahrensschritt nicht nur die Außenkontur
des Faltschachtelzuschnitts, sondern alle weiteren Konturen und auch die Rilllinien
herzustellen, insofern diese notwendig bzw. gewünscht sind.
[0029] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass im dritten Verfahrensschritt die Verbindungsstege
ausgebrochen werden. Dabei kann gleichzeitig der Schnittabfall bzw. zumindest ein
Teil des Schnittabfalls ausgeworfen werden. Es ist nicht zwingend notwendig, dass
alle Abfallstücke ausgeworfen werden, gegebenenfalls können diese auch noch in dem
Materialbogenverbund verbleiben, wenn dies für die Stabilität wünschenswert ist, insbesondere
im Hinblick auf den Weitertransport.
[0030] Das Ausbrechen der Verbindungsstege im dritten Verfahrensschritt erfolgt im Regelfall
dadurch, dass Punkturnadeln den Schnittabfall auswerfen bzw. die Verbindungsstege
ausbrechen. Dies kann vorzugsweise dadurch erfolgen, dass der Materialbogen auf eine
Unterlage aufgelegt wird, die an den Stellen, an denen das Abfallstück ausgeworfen
werden soll, vorzugsweise nach unten offen ist. Vorzugsweise werden dann von oben
Punkturnadeln zugeführt, die durch einen entsprechenden Druck und/oder auch durch
ein Ausbrechen oder Abscheren der Verbindungsstege den Schnittabfall nach unten wegdrücken
bzw. auswerfen. Das Ausbrechen der Verbindungsstege und das Auswerfen der Abfallstücke
lässt sich prozesssicher erreichen. Es lässt sich dabei jedoch nicht vermeiden, dass
kleine Kerben, Vorsprünge oder Haltepunkte an den Stellen verbleiben, an denen vorher
die Verbindungsstege ausgebildet waren. Das Verfahren ist dennoch von Vorteil, um
schnell, einfach und prozesssicher einen Faltschachtelzuschnitt herzustellen. An den
meisten Stellen, insbesondere der Außenkontur des Faltschachtelzuschnitts ist der
Verbleib von kleinen Kerben oder Haltepunkten auch optisch nicht störend. Darüber
hinaus ist das Ansetzen der Punkturnadeln im Bereich der Außenkontur im Regelfall
auch nicht problematisch. Problematisch ist dies jedoch, wenn die Aussparung besonders
filigran ist, da die Punkturnadeln eine Mindestgröße von 3 mm aufweisen und somit
einen entsprechend großen Freiraum in der Aussparung erfordern.
[0031] Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass der erste und der dritte Verfahrensschritt
in derselben Arbeitsstation einer Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten
durchgeführt werden.
[0032] Die Durchführung des ersten und des dritten Verfahrensschritts in der gleichen Arbeitsstation
hat den Vorteil, dass die Kosten zur Umsetzung des ersten Verfahrensschritts gering
sind. In der Arbeitsstation, in der bislang bereits der dritte Verfahrensschritt durchgeführt
wurde, lässt sich der erste Verfahrensschritt einfach integrieren, da auch im dritten
Verfahrensschritt vorgesehen ist, Schnittabfall auszuwerfen. Statt dass, wie im dritten
Verfahrensschritt, nun Punkturnadeln oder dergleichen den Schnittabfall auswerfen,
wird im ersten Verfahrensschritt mit Hilfe eines Stanzstempels bzw. eines Stempels
eine Aussparung vollständig durchgestanzt und vorzugsweise am Ende des Stanzvorgangs
vorzugsweise nach unten ausgeworfen.
[0033] Dadurch, dass der erste und der dritte Verfahrensschritt an der gleichen Arbeitsstation
ausgeführt werden, entfällt der Aufwand, eine zusätzliche Arbeitsstation zur Durchführung
des ersten Verfahrensschritts zu schaffen. Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich
mit einfachen Modifikationen auf bekannten Vorrichtungen zur Herstellung von Faltschachtelzuschnitten
ausführen.
[0034] Von Vorteil ist es, wenn zur Durchführung der Verfahrensschritte eine zwei Arbeitsstationen
aufweisende Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten verwendet wird,
wobei in Durchlaufrichtung des Materialbogens zuerst eine Arbeitsstation erreicht
wird, die geeignet ist, den zweiten Verfahrensschritt auszuführen und in Durchlaufrichtung
danach eine kombinierte Arbeitsstation angeordnet ist, welche geeignet ist, den ersten
und den dritten Verfahrensschritt auszuführen.
[0035] Vorrichtungen mit zwei Arbeitsstationen, die sich zur Durchführung des zweiten und
des dritten Verfahrensschritts eignen, haben sich, um ein Flachbettstanzverfahren
zu realisieren, als besonders geeignet herausgestellt. Derartige Vorrichtungen lassen
sich besonders einfach modifizieren, um nun auch den erfindungsgemäßen ersten Verfahrensschritt
zusätzlich auszuführen.
[0036] Von Vorteil ist es, wenn der Materialbogen nach dem ersten Einlegen in die Vorrichtung
bis zur kombinierten Arbeitsstation durchtransportiert und dort der erste Verfahrensschritt
ausgeführt wird, wonach der Materialbogen ausgeworfen und anschließend der Vorrichtung
ein weiteres Mal zugeführt wird, wonach in der Arbeitsstation, die in Durchlaufrichtung
zuerst erreicht wird, der zweite Verfahrensschritt ausgeführt wird und der Materialbogen
anschließend zur kombinierten Arbeitsstation weitertransportiert wird, um dort den
dritten Verfahrensschritt auszuführen.
[0037] Diese erfindungsgemäße Steuerung und die erfindungsgemäße Durchführung der Verfahrensschritte
auf der beschriebenen Vorrichtung haben sich als besonders geeignet herausgestellt.
Bekannte Vorrichtungen können somit umgerüstet und modifiziert werden, so dass auf
diesen das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann.
[0038] Alternativ ist es selbstverständlich auch möglich, den ersten Verfahrensschritt in
einer separaten Arbeitsstation auszuführen, wobei die Arbeitsstation vorzugsweise
in Durchlaufrichtung vor der Arbeitsstation angeordnet ist, die den zweiten Verfahrensschritt
ausführt.
[0039] Die Erfinder haben in nicht naheliegender Weise erkannt, dass es besonders vorteilhaft
ist, wenn der erste Verfahrensschritt, nämlich das vollständige Ausstanzen einer Aussparung,
ohne dass Verbindungsstege verbleiben, als erster Verfahrensschritt durchgeführt wird.
Grundsätzlich wäre es auch möglich, den zweiten Verfahrensschritt zuerst auszuführen.
Es wäre ablauftechnisch sogar zu bevorzugen und auch naheliegender, das vollständige
Ausstanzen, ohne dass Verbindungsstege verbleiben, gemeinsam mit dem Verfahrensschritt
durchzuführen, bei dem die Verbindungsstege durchstoßen bzw. ausgebrochen werden.
Die Erfinder haben hier jedoch erkannt, dass dies ein deutlicher Nachteil ist, da
dadurch nicht gewünschte Verformungen auftreten, weil die Struktur des Materialbogens
durch das vorher erfolgte Schneiden der Außenkontur stark beeinträchtigt ist. Der
Materialbogen ist, wenn der zweite Verfahrensschritt vor dem ersten ausgeführt wird,
in seiner Struktur so geschwächt, dass das vollständige Ausstanzen gemäß dem ersten
Verfahrensschritt erschwert wird.
[0040] Von Vorteil ist es, wenn zunächst ein Stapel von Materialbögen nacheinander gemäß
dem ersten Verfahrensschritt bearbeitet und nach dem Auswerfen erneut gestapelt wird,
wonach dieser Stapel dann ein weiteres Mal der Vorrichtung zur Ausführung des zweiten
und dritten Verfahrensschritts zugeführt wird. Zur Erhöhung der Auslastung bestehender
Maschinen hat sich dieser Verfahrensablauf als besonders geeignet herausgestellt.
[0041] Auf ein weiteres Einlegen in die Vorrichtung kann verzichtet werden, wenn zwei in
Linie geschaltete Vorrichtungen mit je zwei Arbeitsstationen eingesetzt werden bzw.
wenn jeder Verfahrensschritt auf einer eigenständigen Arbeitsstation durchgeführt
wird.
[0042] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten aus
einem Materialbogen sieht eine Stanzstation vor, welche eingerichtet ist, um wenigstens
eine Aussparung, ohne dass Verbindungsstege verbleiben, vollständig aus dem vorgesehenen
Faltschachtelzuschnitt auszustanzen. Ferner ist eine Ausschneidstation vorgesehen,
welche eingerichtet ist, um wenigstens eine Außenkontur des Faltschachtelzuschnitts
aus dem Materialbogen, unter Beibehaltung von Verbindungsstegen, auszuschneiden. Des
Weiteren ist eine Ausbrechstation vorgesehen, welche eingerichtet ist, um die Verbindungsstege
auszubrechen bzw. durchzustoßen und vorzugsweise wenigstens einen Teil der Schnittabfälle
auszuwerfen.
[0043] Von Vorteil ist es, wenn in der Stanzstation der erfindungsgemäß bereits beschriebene
erste Verfahrensschritt ausgeführt wird. Ferner ist es von Vorteil, wenn in der Ausschneidstation
eine bekannte Flachbettstanzung oder ein Rotativstanzen ausgeführt wird, vorzugsweise
in der Art, wie dies bereits bezüglich des zweiten Verfahrensschritts beschrieben
wurde.
[0044] Ferner ist es von Vorteil, wenn in der Ausbrechstation der dritte Verfahrensschritt,
der ebenfalls bereits beschrieben wurde, durchgeführt wird.
[0045] Von Vorteil ist es, wenn die Stanzstation und die Ausbrechstation zu einer kombinierten
Arbeitsstation zusammengefasst sind. Die sich daraus ergebenden Vorteil wurden bereits
dargestellt.
[0046] In einer konstruktiven Ausgestaltung der Vorrichtung kann vorgesehen sein, dass in
Durchlaufrichtung des Materialbogens zuerst die Ausschneidstation und dann die kombinierte
Arbeitsstation angeordnet ist. Daraus ergibt sich eine besonders kompakte Bauweise.
Die weiteren Vorteile wurden bereits dargestellt.
[0047] Es ist von Vorteil, wenn der Materialbogen die Vorrichtung zweimal durchläuft, wobei
im ersten Durchlauf durch die kombinierte Arbeitsstation die wenigstens eine Aussparung,
ohne dass Verbindungsstege verbleiben, aus dem vorgesehenen Faltschachtelzuschnitt
ausstanzbar ist, wobei im zweiten Durchlauf zunächst eine Bearbeitung durch die Ausschneidstation
und anschließend eine Bearbeitung durch die kombinierte Arbeitsstation erfolgt, um
die nach der Bearbeitung durch die Ausschneidstation verbliebenen Verbindungsstege
auszubrechen und wenigstens einen Teil der Schnittabfälle auszuwerfen.
[0048] Das erfindungsgemäße Verfahren kann somit an einer modifizierten, bekannten und zuverlässigen
Vorrichtung durchgeführt werden. Vorzugsweise wird dabei in einem ersten Durchlauf
in der ersten Station, vorliegend der Ausschneidstation, nicht gearbeitet. In der
zweiten Station, das heißt vorliegend in der kombinierten Arbeitsstation, erfolgt
dann das Ausstanzen von Fenstern bzw. filigranen Motiven oder dergleichen, ohne dass
Verbindungsstege verbleiben. In der zweiten Station, vorliegend der kombinierten Arbeitsstation,
erfolgt normalerweise das Ausbrechen. Anschließend kann der bearbeitete Materialbogen
auf einen Stapel abgelegt werden. Nachdem der Stapel die gewünschte Größe erreicht
hat, kann dieser erneut in die Vorrichtung eingeschoben werden. Nun erfolgt auch in
der ersten Station, das heißt der Ausschneidstation, eine Bearbeitung, nämlich zumindest
das Ausschneiden der Außenkontur unter Beibehaltung von Verbindungsstegen. Ferner
können die Rillungen und/oder Vertiefungen und/oder Einkerbungen und/oder Falze eingeprägt
werden. Anschließend erfolgt in der nachfolgenden zweiten Station, das heißt der kombinierten
Arbeitsstation, wie üblich das Ausbrechen der Verbindungsstege und das Auswerfen des
Schnittabfalls. Anschließend können die Materialbögen wieder auf einem Stapel abgelegt
werden.
[0049] Erfindungsgemäß kann es von Vorteil sein, dass die Verbindungsstege in ihrer Gestaltung
oder in ihrer Stärke daran angepasst werden, dass der Materialbogen in seiner Stabilität
durch die bereits durchgestanzten Aussparungen, insbesondere mögliche Fenster oder
filigrane Motive, beeinträchtigt ist. Die Verbindungsstege können daher vorzugsweise
stärker als beim Stand der Technik üblich gestaltet sein.
[0050] Der Materialbogen kann vorzugsweise aus Karton, Papier, Kartonverpackung, Wellpappe,
Kunststoff oder ähnlichen Substraten hergestellt sein.
[0051] Der Materialbogen kann vorzugsweise eine Mehrzahl von Faltschachtelzuschnitten aufnehmen
bzw. eine Mehrzahl von Faltschachtelzuschnitten können aus einem Materialbogen hergestellt
werden.
[0052] Ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. auf der erfindungsgemäßen Vorrichtung
hergestellter Faltschachtelzuschnitt hat den Vorteil, dass sich Aussparungen, insbesondere
Fenster, Buchstaben, Zahlen, Symbole und Motive, ausbilden lassen, die keine Reste
von Verbindungsstegen, wie beispielsweise Kerben und Haltepunkte, aufweisen, so dass
eine besonders vorteilhafte Optik entsteht. Ferner lassen sich auch sehr filigrane
Aussparungen herstellen.
[0053] Nachfolgend ist anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung prinzipmäßig
dargestellt.
[0054] Es zeigt:
- Fig. 1a
- eine prinzipmäßige Seitenansicht zur Darstellung des ersten Verfahrensschritts vor
dem Ausstanzen;
- Fig. 1b
- eine prinzipmäßige Seitenansicht zur Darstellung des ersten Verfahrensschritts nach
dem Ausstanzen;
- Fig. 2
- eine prinzipmäßige Seitenansicht zur Darstellung des zweiten Verfahrensschritts;
- Fig. 3
- eine prinzipmäßige Seitenansicht zur Darstellung des dritten Verfahrensschritts;
- Fig. 4
- eine prinzipmäßige Draufsicht auf einen Faltschachtelzuschnitt nach dem Durchlaufen
der drei erfindungsgemäßen Verfahrensschritte;
- Fig. 5
- eine prinzipmäßige Draufsicht auf einen Faltschachtelzuschnitt mit einer filigranen
Aussparung in Form eines Buchstabens;
- Fig. 6
- eine prinzipmäßige Darstellung einer Vorrichtung mit drei Arbeitsstationen, auf denen
jeweils ein erfindungsgemäßer Verfahrensschritt ausgeführt wird; und
- Fig. 7
- eine prinzipmäßige Darstellung einer Vorrichtung mit zwei Arbeitsstationen, auf denen
die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte ausgeführt werden.
[0055] Verfahren zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten, insbesondere ein Flachbettstanzverfahren
und ein Rotativstanzverfahren, sind aus dem allgemeinen Stand der Technik hinlänglich
bekannt, weshalb nachfolgend nur auf die erfindungswesentlichen Merkmale näher eingegangen
wird. Bei der Herstellung von Faltschachtelzuschnitten ist es zudem bekannt, dass
diese aus einem Materialbogen hergestellt werden, wobei typischerweise jeder Materialbogen
mehrere Reihen von Faltschachtelzuschnitten beinhaltet und in jeder Reihe mehrere
Faltschachtelzuschnitte nebeneinander oder anderweitig platziert sein können. Aus
einem Materialbogen können somit mehrere Faltschachtelzuschnitte gleichzeitig hergestellt
werden. Die genaue Anzahl hängt ab von der Größe bzw. dem Aufbau der späteren Faltschachtel
und ist für die erfindungsgemäße Lösung vorliegend nicht weiter relevant.
[0056] Es ist zudem bekannt, dass die Materialbögen bereits vor der Durchführung der erfindungsgemäßen
Verfahrensschritte bearbeitet, insbesondere mit einem entsprechenden Druck versehen
sein können. Nach der Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahrensschritte können
weitere Verfahrensschritte folgen, insbesondere auch der Zusammenbau der Faltschachtel.
Hierauf wird nachfolgend nicht näher eingegangen.
[0057] Die Figuren 1 a und 1 b zeigen einen Materialbogen 1, aus dem ein in den Figuren
4 und 5 beispielhaft näher dargestellter Faltschachtelzuschnitt 2 bzw. mehrere Faltschachtelzuschnitte
2 hergestellt werden können. Die Figuren 1 a und 1 b zeigen einen ersten Verfahrensschritt,
bei dem eine Aussparung 3 vollständig aus dem vorgesehenen Faltschachtelzuschnitt
2 ausgestanzt wird, und zwar derart, dass keine Verbindungsstege verbleiben.
[0058] Im Ausführungsbeispiel wird die Aussparung 3 mittels eines Stanzstempels 4 aus dem
Faltschachtelzuschnitt 2 ausgestanzt. Hierzu wird ein Materialbogen 1 auf eine Unterlage,
beispielsweise eine Platte 5, vorzugsweise eine Stahlplatte oder dergleichen, aufgelegt.
Die Stahlplatte 5 weist dabei wenigstens ein Loch, einen Durchbruch oder eine Aussparung,
welche nachfolgend zur Vereinfachung als Loch 6 bezeichnet werden, auf. Das Loch 6
weist eine Form auf, die der späteren Form der Aussparung 3 in dem Faltschachtelzuschnitt
2 entspricht bzw. diese vorgibt. Der Stanzstempel 4 fährt, wie dies in Fig. 1 a gezeigt
ist, vorzugsweise von oben - die Bewegungsrichtung ist jedoch nicht relevant - auf
den Materialbogen 1 herunter und dringt in das Loch 6 der Stahlplatte 5 ein. Dabei
schneidet der Stanzstempel 4, vorzugsweise durch eine scherende Bewegung, die Aussparung
3 aus dem Faltschachtelzuschnitt 2 aus. Ein Schnittabfall 7 der Aussparung fällt,
so wie dies in Fig. 1b dargestellt ist, dabei vorzugsweise nach unten aus. Anschließend
wird der Stanzstempel 4 wieder zurückgezogen. Es verbleibt in dem Materialbogen 1
eine Aussparung 3, die keine Verbindungsstege, Einkerbungen, Haltepunkte oder dergleichen
aufweist. Der umlaufende Rand der Aussparung 3 weist keine Beeinträchtigung auf.
[0059] In der Praxis werden, da der Materialbogen 1 typischerweise zur Herstellung einer
größeren Anzahl von Faltschachtelzuschnitten 2 geeignet ist, gleichzeitig mehrere
Stanzstempel 4 den Materialbogen 1 bearbeiten. Es kann außerdem vorgesehen sein, dass
ein Faltschachtelzuschnitt 2 mehr als eine Aussparung 3, die ohne Verbindungsstege
hergestellt werden, aufweist.
[0060] Die Aussparungen 3 können als Fenster, wie beispielsweise in Fig. 4 dargestellt,
aber auch als Buchstaben, wie in Fig. 5 dargestellt, oder als Zahlen, Symbole oder
Motive, insbesondere als filigrane Elemente, ausgebildet werden.
[0061] In einem zweiten Verfahrensschritt, der in Fig. 2 dargestellt ist, kann vorzugsweise
durch eine Flachbettstanzung, aber auch durch ein Rotativstanzen, wenigstens eine
Außenkontur 8 des Faltschachtelzuschnitts 2 aus dem Materialbogen 1 unter Beibehaltung
von Verbindungsstegen 9 ausgeschnitten werden. Dies geschieht vorzugsweise dadurch,
dass, wie in Fig. 2 dargestellt, der Materialbogen 1 auf eine Unterlage 10, vorzugsweise
wiederum eine Platte, insbesondere eine Stahlplatte, aufgelegt wird. Zwischen der
Stahlplatte 10 und dem Materialbogen 1 befindet sich dabei eine Matrize 11, welche
über Kanäle 12 verfügt. Vorzugsweise von oben wird eine Stanzeinrichtung 13 abgesenkt,
die über Schneidmesser 14 verfügt. Die Schneidmesser 14 können dabei verschiedenartig
ausgebildet sein. Die Schneidmesser 14 können einerseits dazu dienen, die Außenkontur
8 des Faltschachtelzuschnitts 2 auszuschneiden, indem die Stanzeinrichtung 13 derart
gegen die Stahlplatte 10 drückt, dass unter Beibehaltung von Verbindungsstegen 9 die
Kontur des Faltschachtelzuschnitts 2 aus dem Materialbogen 1 geschnitten wird. Die
Schneidmesser 14 können Einkerbungen und/oder auf Abstand zueinander angeordnet sein,
um die Verbindungsstege 9 auszubilden. Dies ist bekannt. Andererseits können die Schneidmesser
14 auch so ausgestaltet sein, dass diese in die Kanäle 12 eindringen, um Rilllinien
16 und/oder Vertiefungen und/oder Einkerbungen und/oder Falze in dem Faltschachtelzuschnitt
2 zu erzeugen. Dieses Verfahren gehört zum Stand der Technik. Es kann optional, so
wie beispielsweise in Fig. 4 gezeigt, auch vorgesehen sein, dass Innenkonturen 15
unter Beibehaltung von Verbindungsstegen 9 ausgeschnitten werden.
[0062] Fig. 3 zeigt den dritten Verfahrensschritt, der nach dem zweiten Verfahrensschritt
ausgeführt wird. Die nach dem zweiten Verfahrensschritt verbliebenen Verbindungsstege
9 werden in dem dritten Verfahrensschritt ausgebrochen. Hierzu sind Stifte bzw. Punkturnadeln
17 vorgesehen. Der Materialbogen 1 liegt dabei vorzugsweise wiederum auf einer Unterlage
18 auf, bei der es sich um eine Platte, vorzugsweise eine Stahlplatte, handeln kann.
Die Unterlage 18 weist vorzugsweise eine größere Anzahl von Durchbrüchen auf, so dass
die Schnittabfälle, die durch die Punkturnadeln 17 ausgestoßen werden, problemlos,
vorzugsweise nach unten - die Richtung spielt hier wiederum jedoch keine Rolle -,
ausgestoßen werden können. In Fig. 3 sind Gegenhalter 19 dargestellt, die, um ein
gutes Ausbrechen der Verbindungsstege 9 zu erreichen, mit den Punkturnadeln 17 gegebenenfalls
zusammenarbeiten können. Das Verfahren, um die Verbindungsstege 9 auszubrechen, ist
grundsätzlich bereits bekannt, weshalb an dieser Stelle hierauf nicht näher eingegangen
wird.
[0063] Fig. 4 zeigt einen typischen Faltschachtelzuschnitt 2 mit einer erfindungsgemäßen
Aussparung 3. Gezeigt wird ferner die Außenkontur 8 und exemplarisch einige Verbindungsstege
9 und Rilllinien 16. Dargestellt ist auch eine Innenkontur 15. Herstellen lassen sich
ferner auch Perforierungen, Falze, Einkerbungen und Einprägungen.
[0064] Fig. 5 zeigt von einem Faltschachtelzuschnitt 2 lediglich eine nach dem ersten Verfahrensschritt
hergestellte Aussparung 3. Weitere Details des Faltschachtelzuschnitts 2 sind hier
nicht dargestellt. Um eine Aussparung 3 beispielsweise in Form des Buchstabens "E"
herzustellen, ist vorgesehen, dass der in Fig. 1 gezeigte Stanzstempel 4, wenn dieser
nicht wie dargestellt von der Seite, sondern von unten betrachtet wird, die Form eines
"E" aufweist. Ferner weist die in den Figuren 1 a und 1 b dargestellte Stahlplatte
5, wenn diese in einer Draufsicht von oben betrachtet wird, ein Loch 6 in der Form
eines "E", so wie dies in Fig. 5 dargestellt ist, auf. Dies ermöglicht es, dass der
Stanzstempel 4 in das Loch 6 eindringen und dabei den Faltschachtelzuschnitt 2 mit
der vorgesehenen und in Fig. 5 gezeigten Aussparung 3 versieht.
[0065] Fig. 6 zeigt prinzipmäßig einen möglichen Aufbau einer Vorrichtung zur Durchführung
der Verfahrensschritte 1 bis 3. Die Pfeilrichtung A symbolisiert die Durchlaufrichtung.
[0066] Von Vorteil ist es, wenn ein größerer Stapel 21 an Materialbögen 1 zunächst der ersten
Arbeitsstation, bei der es sich im Ausführungsbeispiel um eine Stanzstation 22 handelt,
zugeführt wird. Die Stanzstation 22 ist dabei eingerichtet, um eine Aussparung 3,
wie bereits beschrieben, ohne dass Verbindungsstege 9 verbleiben, vollständig aus
dem vorgesehenen Faltschachtelzuschnitt 2 auszustanzen. Das Verfahren kann derart
durchgeführt werden, wie dies bereits bezüglich der Figuren 1 a und 1 b beschrieben
wurde. Anschließend wird der soeben bearbeitete Materialbogen 1 der zweiten Arbeitsstation,
bei der es sich vorliegend um eine Ausschneidestation 23 handelt, zugeführt. Aus dem
Stapel 21 kann gleichzeitig der Stanzstation 22 ein neuer Materialbogen 1 zugeführt
werden. Der sich nunmehr in der Ausschneidstation 23 befindliche Materialbogen 1 wird
zumindest so weit bearbeitet, dass die Außenkontur 8 des Faltschachtelzuschnitts 2
aus dem Materialbogen 1 unter Beibehaltung von Verbindungsstegen 9 ausgeschnitten
wird. Wie bereits bezüglich Fig. 2 beschrieben, können auch noch Rilllinien 16 und
gegebenenfalls eine Innenkontur 15 sowie Vertiefungen, Einkerbungen oder Falze hergestellt
werden. Nach Abschluss der Bearbeitung wird der Materialbogen 1 einer dritten Arbeitsstation,
vorliegend einer Ausbrechstation 24 zugeführt. Gleichzeitig kann der Materialbogen
1 aus der Stanzstation 22 der Ausschneidestation 23 und ein neuer Materialbogen 1
vom Stapel 21 der Stanzstation 22 zugeführt werden. In der Ausbrechstation 24 wird
der Verfahrensschritt 3, so wie dieser gemäß Fig. 3 dargestellt wurde, durchgeführt.
Die Verbindungsstege 9 werden ausgebrochen und die Schnittabfälle 7 gegebenenfalls
und insoweit gewünscht ausgeworfen. Anschließend wird der Materialbogen 1 weitertransportiert,
wobei vorzugsweise ein Stapel 25 aus einer größeren Anzahl von Materialbogen 1 gebildet
wird.
[0067] Fig. 7 zeigt eine Modifikation der in Fig. 6 gezeigten Vorrichtung zum Herstellen
von Faltschachtelzuschnitten 2 aus einem Materialbogen 1. Hierbei ist vorgesehen,
dass die in Fig. 6 gezeigte erste und die dritte Arbeitsstation, nämlich die Stanzstation
22 und die Ausbrechstation 24, auf denen der erste und der dritte Verfahrensschritt
ausgeführt werden, zu einer kombinierten Arbeitsstation 22/24 zusammengefasst sind.
Gemäß Fig. 7 ist vorgesehen, dass jeder Materialbogen 1 die in Fig. 7 dargestellte
Vorrichtung zweimal durchläuft. In Durchlaufrichtung des Materialbogens 1 erreicht
der Materialbogen 1 zunächst eine Arbeitsstation, die geeignet ist, den zweiten Verfahrensschritt
auszuführen, so wie dies in Fig. 2 dargestellt ist. Es handelt sich hierbei um die
Ausschneidestation 23. In Durchlaufrichtung danach folgt die kombinierte Arbeitsstation
22/24, welche geeignet ist, den ersten und den dritten Verfahrensschritt, so wie dies
in Fig. 1 und Fig. 3 dargestellt ist, auszuführen.
[0068] Nach dem Einlegen eines Materialbogens 1, vorzugsweise aus einem Stapel 21 von Materialbögen
1, wird dieser in der Vorrichtung bis zur kombinierten Arbeitsstation 22/24 durchtransportiert.
In der Ausschneidestation 23 erfolgt zunächst keine Bearbeitung. In der kombinierten
Arbeitsstation 22/24 wird dann, wie bereits beschrieben, der erste Verfahrensschritt
ausgeführt. Die Stahlplatte 5 bzw. 18, auf der der Materialbogen 1 aufliegt, ist dabei
entsprechend geeignet gestaltet.
[0069] Anschließend wird der Materialbogen 1 ausgeworfen und vorzugsweise auf einem Stapel
26 zwischengestapelt, so lange, bis ein geeignet großer Stapel an Materialbögen 1
zusammengekommen ist. Der Stapel 26 mit Materialbögen 1 wird dann, wie in Fig. 7 strichliniert
dargestellt, der Vorrichtung nochmals zugeführt. Die Materialbögen 1 durchlaufen die
Vorrichtung somit ein zweites Mal. Bei diesem zweiten Durchlauf erfolgt eine Bearbeitung
in der Ausschneidestation 23 gemäß dem zweiten Verfahrensschritt, der beispielsweise
in Fig. 2 dargestellt wurde. Anschließend wird der Materialbogen 1 zu der kombinierten
Arbeitsstation 22/24 weitertransportiert, um dort den dritten Verfahrensschritt auszuführen.
1. Verfahren zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten (2) aus einem Materialbogen
(1), wonach in einem ersten Verfahrensschritt wenigstens eine Aussparung (3), ohne
dass Verbindungsstege verbleiben, vollständig aus dem vorgesehenen Faltschachtelzuschnitt
(2) ausgestanzt wird, wonach in einem zweiten Verfahrensschritt wenigstens eine Außenkontur
(8) des Faltschachtelzuschnitts (2) aus dem Materialbogen (1) unter Beibehaltung von
Verbindungsstegen (9) ausgeschnitten wird, und wonach in einem dritten Verfahrensschritt
die Verbindungsstege (9) ausgebrochen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (3) als Fenster, Buchstabe, Zahl, Symbol oder Motiv ausgebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Verfahrensschritt Rillungen (16), und/oder Vertiefungen und/oder Einkerbungen
und/oder Falze in den Faltschachtelzuschnitt (2) eingebracht werden und/oder Innenkonturen
in dem Faltschachtelzuschnitt (2) unter Beibehaltung von Verbindungsstegen (9) ausgeschnitten
werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der dritte Verfahrensschritt in der gleichen Arbeitsstation (22/24)
einer Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten (2) durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Durchführung der Verfahrensschritte eine zwei Arbeitsstationen (23 bzw. 22/24)
aufweisende Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten (2) verwendet
wird, wobei in Durchlaufrichtung des Materialbogens (1) zuerst eine Arbeitsstation
(23) erreicht wird, die geeignet ist, den zweiten Verfahrensschritt auszuführen und
in Durchlaufrichtung danach eine kombinierte Arbeitsstation (22/24) angeordnet ist,
welche geeignet ist, den ersten und den dritten Verfahrensschritt auszuführen.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Materialbogen (1) nach dem ersten Einlegen in die Vorrichtung bis zur kombinierten
Arbeitsstation (22/24) durchtransportiert und dort der erste Verfahrensschritt ausgeführt
wird, wonach der Materialbogen (1) ausgeworfen und anschließend der Vorrichtung ein
weiteres Mal zugeführt wird, wonach in der Arbeitsstation (23), die in Durchlaufrichtung
zuerst erreicht wird, der zweite Verfahrensschritt ausgeführt wird und der Materialbogen
(1) anschließend zur kombinierten Arbeitsstation (22/24) weitertransportiert wird,
um dort den dritten Verfahrensschritt auszuführen.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass zunächst ein Stapel von Materialbögen (1) nacheinander gemäß dem ersten Verfahrensschritt
bearbeitet und nach dem Auswerfen erneut gestapelt wird, wonach dieser Stapel dann
ein weiteres Mal der Vorrichtung zur Ausführung des zweiten und des dritten Verfahrensschritts
zugeführt wird.
8. Vorrichtung zum Herstellen von Faltschachtelzuschnitten aus einem Materialbogen (1),
mit einer Stanzstation (22), welche eingerichtet ist, um wenigstens eine Aussparung
(3), ohne dass Verbindungsstege verbleiben, vollständig aus dem vorgesehenen Faltschachtelzuschnitt
(2) auszustanzen, und mit einer Ausschneidstation (23), welche eingerichtet ist, um
wenigstens eine Außenkontur (8) des Faltschachtelzuschnitts (2) aus dem Materialbogen
(1) unter Beibehaltung von Verbindungsstegen (9) auszuschneiden, und einer Ausbrechstation
(24), welche eingerichtet ist, um die Verbindungsstege (9) auszubrechen und Schnittabfälle
(7) auszuwerfen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stanzstation (22) und die Ausbrechstation (24) zu einer kombinierten Arbeitsstation
(22/24) zusammengefasst sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass in Durchlaufrichtung des Materialbogens (1) zuerst die Ausschneidstation (23) und
dann die kombinierte Arbeitsstation (22/24) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Materialbogen (1) die Vorrichtung zweimal durchläuft, wobei die kombinierte Arbeitsstation
(22/24) im ersten Durchlauf die wenigstens eine Aussparung (3) aus dem vorgesehenen
Faltschachtelzuschnitt (2) ausstanzt, wobei im zweiten Durchlauf zunächst eine Bearbeitung
durch die Ausschneidstation (23) und anschließend eine Bearbeitung durch die kombinierte
Arbeitsstation (22/24) erfolgt, um die nach der Bearbeitung durch die Ausschneidstation
(23) verbliebenen Verbindungsstege (9) auszubrechen und wenigstens einen Teil der
Schnittabfälle (7) auszuwerfen.
12. Faltschachtelzuschnitt (2), hergestellt nach einem der Ansprüche 1 bis 7.