[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sanitärarmatur, zumindest aufweisend ein
Gehäuse und eine im Gehäuse befestigte Kartusche.
[0002] Grundsätzlich ist bekannt, dass in Gehäusen von Sanitärarmaturen eine Vielzahl unterschiedlicher
elektrischer und/oder mechanischer Komponenten untergebracht sein kann, wie bspw.
Ventileinrichtungen und hier insbesondere auch das sogenannte Mischventil, das als
Kartusche ausgebildet ist. Darüber hinaus ist bekannt, dass solche Gehäuse mit unterschiedlichen
Materialien gefertigt werden können, bspw. aus Guss, aus Blech oder auch aus Kunststoff.
[0003] Mit dem Ziel einer einfachen Montage und einer preisgünstigen Herstellung ist man
bemüht, die Integration der Bauteile im Gehäuse möglichst einfach handhabbar zu gestalten.
Weiter soll die Konstruktion möglichst leicht sowie mit günstigen Materialien bereitgestellt
werden. Dabei soll insbesondere eine aufwendige Nachbearbeitung der einzelnen Komponenten,
insbesondere des Gehäuses, vor der Montage der Bauteile vermieden werden. Gleichwohl
ist zu berücksichtigen, dass die Integration der Bauteile in das Gehäuse trotz möglichst
kleinem Bauraum eine präzise Anordnung der Komponenten zueinander verlangt. Dies gilt
insbesondere deshalb, weil auch die Dichtigkeit gegen Wasserdurchbruch über einen
langen Zeitraum gewährleistet und/oder Korrosion langfristig vermieden werden soll,
auch wenn die Sanitärarmatur unterschiedlich starken bzw. intensiven Belastungen ausgesetzt
ist.
[0004] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den
Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Insbesondere
soll eine Sanitärarmatur vorgeschlagen werden, die einfach herzustellen ist und bei
deren Montage ein geringerer Aufwand erforderlich ist. Außerdem soll hier die Leichtbauweise
unterstützt werden. Weiter wird das Ziel verfolgt, ggf. bei der Herstellung auftretende
Fertigungstoleranzen bei der Montage einfach auszugleichen und gleichwohl einen sicheren
Verbund der Bauteile miteinander zu realisieren.
[0005] Diese Aufgaben werden gelöst mit einer Sanitärarmatur gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen
angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den Patentansprüchen einzeln aufgeführten
Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar sind
und weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung aufzeigen. Die Beschreibung, insbesondere
im Zusammenhang mit den Figuren, erläutert die Erfindung und gibt zusätzliche Weiterbildungen
der Erfindung an.
[0006] Die Sanitärarmatur weist zumindest folgende Komponenten auf:
- ein Gehäuse, das eine von einem Kragen umgebende Öffnung sowie einen Innenraum ausbildet,
- ein Befestigungsbauteil, das im Gehäuse benachbart zu dem Kragen anordenbar ist,
- einen Kartuschenhalter, der in dem Innenraum positionierbar ist,
- eine Kartusche, die zumindest teilweise in dem Innenraum positionierbar ist, sowie
- ein Spannmittel, das durch direkten Kontakt zumindest die Kartusche oder den Kartuschenhalter
gegen das Befestigungsbauteil verspannen kann.
[0007] Das Gehäuse kann einteilig oder mehrteilig ausgeführt sein. Das Gehäuse kann metallisch
sein und/oder mit Kunststoff hergestellt sein. Regelmäßig weist ein solches Gehäuse
einen Boden bzw. eine Gehäuseunterseite und eine Gehäuseoberseite auf, wobei das Gehäuse
im Bereich des Bodens bspw. an einem Waschtisch befestigt werden kann und im Bereich
der Gehäuseoberseite ein Bedienungshebel vorgesehen sein kann. Das Gehäuse hat ggf.
einen im Wesentlichen tonnenförmigen Grundaufbau, wobei eine Art Auslaufschnauze vorgesehen
sein kann, aus der das Wasser dann austritt. Alternativ kann das Gehäuse aber auch
zylindrisch, quadratisch, oval ein Vieleck oder sonstige Grundformen aufweisen. Das
Gehäuse weist weiterhin einen (einzelnen und/oder umlaufenden) Kragen auf, der eine
Öffnung des Gehäuses umgibt. Der Kragen kann insbesondere einen Abschluss des Gehäuses
im Bereich der Gehäuseoberseite bilden. Die Öffnung ist bevorzugt rund. Der Kragen
ist insbesondere in Richtung einer zentralen Achse des Gehäuses nach innen ausgebildet.
Innen an die Öffnung angrenzend ist dann ein Innenraum ausgebildet. Der Innenraum
des Gehäuses ist insbesondere so groß, dass dieser die darin zu befestigenden Bauteile
(hier insbesondere zumindest das Befestigungsbauteil, den Kartuschenhalter, die Kartusche
und das Spannmittel) aufnehmen kann. Gleichwohl muss die Öffnung nicht so groß sein,
dass alle diese Bauteile dort hindurchgesteckt werden können; vielfach kann auch vorgesehen
sein, dass diese Komponenten vom Boden her in den Innenraum eingeführt werden. In
diesem Fall ist der Innenraum zwischen Boden und Gehäuseoberseite des Gehäuses verlaufend
ausgebildet.
[0008] Weiterhin ist ein Befestigungsbauteil vorgesehen, das im Innenraum positionierbar
ist und ggf. vollumfänglich an den Kragen innen anliegt. Das Befestigungsbauteil ist
insbesondere ein separates Bauteil, das an einer Innenoberfläche des Gehäuses mit
seiner Außenoberfläche anliegt, jedoch nicht so damit verbunden ist, dass das Befestigungsbauteil
keine Relativbewegung mehr hin zum Gehäuse ausführen kann. Der Einbau des Befestigungsbauteils
kann vom Boden her erfolgen. Es ist aber auch möglich, dass das Befestigungsbauteil
zu Montagezwecken verformbar ist, durch die kleinere Öffnung durch den Kragen hindurch
eingeführt werden kann und sich dann aufweitet, so dass die äußere, obere Stirnseite
des ringförmig ausgebildeten Befestigungsbauteils innen an den Kragen zur Anlage gebracht
werden kann oder in dieser Anschlagposition bereits fixiert ist. Bevorzugt ist, dass
das Befestigungsbauteil mit einem anderen Material gebildet ist als das Gehäuse.
[0009] Weiterhin ist ein Kartuschenhalter vorgesehen, der in dem Innenraum positioniert
werden kann. Folglich kann der Kartuschenhalter unmittelbar/mittelbar in dem Gehäuse
gehalten, geführt bzw. fixiert werden. Der Kartuschenhalter hat zudem die Aufgabe,
die Kartusche aufzunehmen. Dies hat insbesondere so zu erfolgen, dass eine gerichtete
Positionierung der Kartusche in dem Gehäuse möglich ist, insbesondere dass die entsprechenden
Anschlüsse bzw. Abläufe für das Wasser und/oder die Positionierung des Betätigungshebels
bei der Montage einfach realisierbar sind. Außerdem kann der Kartuschenhalter die
Funktion eines Adapters erfüllen, wobei der Kartuschenhalter bzw. mehrere verschiedene
Kartuschenhalter in das Gehäuse eingesetzt werden können und verschiedene Ausführungsvarianten
der Kartusche entsprechend gerichtet aufnehmen. Der Kartuschenhalter ist insbesondere
topfförmig ausgebildet, wobei hier vorzugsweise Kunststoff als Material zum Einsatz
kommt.
[0010] Weiter ist die Kartusche (gemeinsam mit dem Kartuschenhalter) in dem Innenraum positionierbar.
Die Kartusche sitzt hierfür insbesondere in geeigneten Aussparungen des Kartuschenhalters.
Es ist nicht zwingend erforderlich, dass die Kartusche vollständig in dem Kartuschenhalter
aufgenommen wird. Es kann ausreichend sein, dass eine gerichtete Führung und Fixierung
des bspw. unteren Teils der Kartusche in dem Kartuschenhalter ermöglicht wird. Bevorzugt
könnte sein, dass die Kartusche ggf. einen Absatz oder eine (radial umlaufende) Anschlagkante
aufweist, der/die ebenfalls mit den Spannmitteln in Kontakt gebracht werden kann,
damit das Spannmittel gleichzeitig die Kartusche in den Kartuschenhalter verpresst
bzw. lagefixiert.
[0011] Darüber hinaus ist ein Spannmittel vorgesehen, das bevorzugt über die Öffnung des
Gehäuses montiert werden kann. Es wirkt insbesondere so mit dem Befestigungsbauteil
zusammen, dass eine Spannkraft zwischen Befestigungsbauteil einerseits und der Kartusche
und/oder dem Kartuschenhalter andererseits aufgebaut werden kann. Hierzu ist bevorzugt
vorgesehen, dass zunächst die Bauteile Befestigungsbauteil, Kartuschenhalter und Kartusche
in dem Gehäuse positioniert werden und anschließend durch die Öffnung hindurch das
Spannmittel in Wirkeingriff mit dem Befestigungsbauteil gebracht wird. Während der
Montage wird dabei das Spannmittel vorzugsweise axial in den Innenraum bewegt, wobei
das Spannmittel dann auch mit dem Kartuschenhalter und/oder der Kartusche in Kontakt
kommt. Ein weiteres Verlagern des Spannmittels in den Innenraum bringt nun eine Kraft
auf den Kartuschenhalter und/oder die Kartusche auf, so dass diese in das Gehäuse
bzw. ihre Widerlager eingedrückt werden. Sobald die vorbestimmte Lage erreicht ist,
wird das Spannmittel mittels des Befestigungsbauteils arretiert, so dass eine eigenständige
Rückwärtsbewegung des Spannmittels aus dem Gehäuse heraus unterbunden ist. Damit stützt
es sich im montierten Zustand einerseits über das Befestigungsbauteil gegen den Kragen
des Gehäuses und andererseits direkt an der Kartusche und/oder dem Kartuschenhalter
ab. Diese einfache Montierhilfe sorgt insbesondere dazu, axiale Fertigungstoleranzen
innerhalb des Gehäuses auszugleichen.
[0012] Als besonders vorteilhaft wird angesehen, dass das Spannmittel eine innenliegende
Führungshülse für die Kartusche und einen außenliegenden Formeingriff mit dem Befestigungsbauteil
aufweist. Das Spannmittel ist ganz besonders bevorzugt plattenartig ausgebildet, insbesondere
als (radiale) Scheibe, wobei einseitig eine Art (axialer) rohrförmiger Stutzen ausgebildet
ist. Dieser rohrförmige Stutzen zusammen mit der Platte bildet innen eine Führungshülse
für die Kartusche aus. Das heißt mit anderen Worten auch, dass die Innenoberfläche
dieser Führungshülse im Wesentlichen einen Außendurchmesser der Kartusche umfasst,
wo das Spannmittel die Kartusche umschließen soll. Insbesondere im Bereich der Platte
ist außen eine Struktur vorgesehen, die mit einer entsprechenden Struktur des Befestigungsbauteils
zusammenwirken kann und zusätzlich arretierbar ist. Hierfür sind insbesondere Formelemente
vorgesehen, die einen (lösbaren) Formeingriff beider Bauteile realisieren. So können
hier bspw. Führungsnuten, Rastnasen oder ähnliche Formelemente vorgesehen sein. Ganz
besonders bevorzugt ist hierbei auch, dass das Spannmittel gegenüberliegend dem rohrförmigen
Stutzen eine Anschlagkante ausbildet, die ggf. mit einer entsprechenden Außenkontur/Anschlagkante
der Kartusche zusammenwirkt und die Kartusche in axialer Richtung weiter in das Gehäuse
eindrücken kann.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante bilden das Spannmittel und das Befestigungsbauteil
ein gemeinsames Gewinde aus. Hierbei ist insbesondere gemeint, dass das Spannmittel,
insbesondere im Bereich der Platte, ein Außengewinde aufweist, während das, insbesondere
hülsen- oder ringförmig ausgebildete Befestigungsbauteil ein entsprechendes Innengewinde
auf der Innenoberfläche bildet. So kann dann eine entsprechende Spannkraft durch die
Feststellung der Schraubverbindung realisiert werden, wenn das Spannmittel weiter
in den Innenraum des Gehäuses wandert.
[0014] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass der Kartuschenhalter in dem Innenraum in einem
Einsatz geführt gehalten wird. Der Einsatz kann bspw. auch ein (komplexeres) Innengehäuse
darstellen, wobei gerade für den Fall, dass das Gehäuse mit Metall gebildet ist, dieser
Einsatz nun mit Kunststoff gebildet sein kann und den Wasserlauf im Inneren des Gehäuses
unter anderem vorgibt. Es ist möglich, dass dieser Einsatz mittels des Befestigungsbauteils
und/oder des Spannmittels bei der Montage des Spannmittels durch direkten/mittelbaren
Kontakt ebenfalls im Gehäuse verspannt bzw. dort eingepresst wird.
[0015] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass das Gehäuse im Innenraum einen Bodenanschlag
aufweist, der ein Widerlager für den Kartuschenhalter bildet. Das heißt mit anderen
Worten insbesondere, dass der Kartuschenhalter (mittelbar/direkt) einerseits gegen
den Kragen und andererseits gegen den Bodenanschlag verspannt wird, so dass hier die
mittels des Spannmittels eingebrachte Kraft einerseits in den Kragen (erstes Widerlager)
und andererseits am Bodenanschlag (zweites Widerlager) in das Gehäuse geleitet wird.
Grundsätzlich wäre möglich, dass der Kartuschenhalter bspw. auch über einen Einsatz
mit dem Bodenanschlag als Widerlager zusammenwirkt.
[0016] Darüber hinaus wird als vorteilhaft angesehen, dass das Gehäuse mit Halbschalen gebildet
ist. Für diesen Fall können die einzelnen Bauteile im Innenraum des Gehäuses zunächst
vorpositioniert werden, dann die Halbschalen zueinander gefügt werden, wobei dann
nur noch das Spannmittel über die Öffnung in den Innenraum zur abschließenden Montage
eingebracht werden muss. Die vorteilhafte Verspannung mittels des Spannmittels führt
zudem dazu, dass Fertigungstoleranzen bei den Halbschalen einfach ausgeglichen werden
können. Alternativ kann das Gehäuse mit dem Einsatz und dem Befestigungsbauteil zunächst
vormontiert und die Kartusche später, beispielsweise nach einer galvanischen Behandlung,
eingesetzt werden.
[0017] Die Befestigung der Kartusche erfolgt demnach ganz besonders bevorzugt durch ein
einzelnes, nach Art einer Zentralscheibe ausgebildeten Spannmittels. Diese verspannt
die Kartusche mitsamt dem Kartuschenhalter in einem als Gewindering ausgeführten Befestigungsbauteil
zwischen zwei entsprechenden Widerlagern im Gehäuse. Durch Anziehen dieser Zentralscheibe
werden die Bauteile Kartuschenhalter und Befestigungsbauteil axial miteinander verspannt,
wobei Höhentoleranzen ausgeglichen werden können und gleichzeitig die Kartusche verpresst
wird. Hierbei ist bspw. auch keine Nacharbeitung des Gehäuses nach dem Kleben der
Halbschalen des Gehäuses mehr notwendig. Zudem ist eine lösbare Verpressung und damit
eine einfache Montage und Demontage der Kartuschenanordnung möglich, ohne zusätzliche
Befestigungselemente zu benötigen. Weiterhin ist ermöglicht, dass das Befestigungsbauteil
mit einem Werkstoff bereitgestellt wird, der eine entsprechende Festigkeit (erhöht
gegenüber ggf. anderen Bauteilen) aufweist.
[0018] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden anhand von Figuren näher erläutert.
Es ist darauf hinzuweisen, dass gleiche Bauteile in den Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen sind. Außerdem ist zu beachten, dass die Figuren schematisch sind und die
Erfindung nicht auf die dortigen Ausführungsvarianten beschränkt ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- den Aufbau einer Sanitärarmatur,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch eine Ausführungsvariante der Sanitärarmatur mit Kartuschenhalter,
und
- Fig. 3
- ein Detail einer Ausführungsvariante der Sanitärarmatur im Bereich des Spannmittels.
[0019] Fig. 1 zeigt eine Sanitärarmatur 1, welche mittels geeigneter Halterungen 17 an einem
Waschtisch 18 montiert ist. Die Sanitärarmatur 1 weist ein Gehäuse 2 auf, welches
oberhalb des Waschtischs 18 positioniert ist. Darin, in einem Innenraum 5, ist ein
Kartuschenhalter 7 vorgesehen, in dem auch eine Kartusche 8 positioniert ist. Durch
den Waschtisch 18 hindurch erstreckt sich in Richtung einer Achse 22 die Halterung
17 sowie der Wasserzulauf 19. Während die Halterung 17 im Bereich des Bodens 27 des
Gehäuses 1 verankert ist, durchdringt der Wasserzulauf 19 den Innenraum 5 bis hin
zum Kartuschenhalter 7. Dort sind Anschlüsse an die Kartusche 8 vorgesehen, so dass
hier eine Wasseraufbereitung erfolgen kann (insbesondere Heiß/Kaltregulierung). Wiederum
ausgehend von der Kartusche 8 bzw. dem Kartuschenhalter 7 erstreckt sich dann ein
Wasserauslauf 20, der hier nach Art eines Schlauchs ausgebildet ist. Rechts ist am
Gehäuse 2 eine Art Schnauze gebildet, die den Strahlbildner zum Auslass des Wassers
aufnimmt. Oben, im Bereich der Gehäuseoberseite 26 des Gehäuses 1, ist zudem der Bedienungshebel
16 zu erkennen, mit dem ein Bediener der Sanitärarmatur 1 den Wasserfluss bzw. die
Wassertemperatur regulieren kann. In dem Bereich der Gehäuseoberseite 26 des Gehäuses
2 sind nun auch ein Befestigungsbauteil 6 und ein Spannmittel 9 angedeutet, mit der
eine Verspannung von Kartusche und/oder Kartuschenhalter gegen das Befestigungsbauteil
6 ermöglicht wird.
[0020] Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Sanitärarmatur 1, wobei hier im Innenraum
5 des mit Halbschalen 15 gebildeten Gehäuses 2 im Bereich des Bodens 27 ein Bodenanschlag
14 ausgebildet ist. Der Bodenanschlag 14 kann Teil des Gehäuses 2 sein und/oder ein
Teil des Einsatzes 13, der hier auch zur Ausbildung des Wasserlaufs 20 innenanliegend
am Gehäuse 2 vorgesehen ist. Das Gehäuse 2 weist oben im Bereich der Gehäuseoberseite
26 einen abschließenden, nach innen gerichteten Kragen 3 auf, der eine kreisrunde
Öffnung 4 definiert. Innen benachbart und gegen den Kragen 3 abgestützt ist ein separates
Befestigungsbauteil 6 nach Art eines Rings positioniert. Dieser ist insbesondere so
ausgeführt, dass er axial nicht durch die Öffnung 4 hindurchgesteckt werden kann.
Unterhalb bzw. stirnseitig gegenüberliegend sind dann Wandabschnitte des Einsatzes
13 positioniert. Der Einsatz 13 selbst ist gegen den Bodenanschlag 14 abgestützt.
Dabei ist die Gestaltung des Einsatzes 13 so bevorzugt, dass das Befestigungsbauteil
6 mit ausreichend Spiel und unter Berücksichtigung der potentiellen Fertigungstoleranzen
einfach in den Zwischenraum zwischen Einsatz 13 und Kragen 3 eingesetzt werden kann.
Innerhalb des Gehäuses 2 und insbesondere auch innerhalb des Einsatzes 13 ist nun
ein Kartuschenhalter 7 aufgenommen. Der Kartuschenhalter 7 kann hin zum Boden insbesondere
auch Führungen bzw. Anschlüsse für den Wasserzulauf 19 ausbilden. Gegenüberliegend
bzw. hin zur Gehäuseoberseite ausgerichtet ist eine Aufnahme für die Kartusche 8 vorgesehen,
die hier bereits integriert ist. Die Kartusche 8 weist weiter, insbesondere etwa im
Bereich einer axialen Stirnseite des Kartuschenhalters 7, eine Anschlagkante 28 auf,
die sich in Richtung des Radius 23 erstreckt und in Richtung des Umfangs 24 zumindest
teilweise umschließend ausgeführt ist.
[0021] Zur Montage wird nun das Spannmittel 9 über den außerhalb der Öffnung 4 des Gehäuses
2 hinausragenden Teil der Kartusche 8 aufgesteckt und in Wirkeingriff mit dem Befestigungsbauteil
6 hinter dem Kragen 3 gebracht. Dabei sind hier Elemente vorgesehen, die einen Formeingriff
11 zwischen Spannmittel 9 und Befestigungsbauteil 6 ausbilden. Während der Montage
wird also das Spannmittel 9 in Richtung der Achse 22 bewegt, wobei durch einen direkten
Kontakt des Spannmittels 9 mit der Kartusche 8 und/oder dem Kartuschenhalter 7 eine
Spannkraft erzeugt wird, so dass Höhentoleranzen zwischen den Bauteilen Kragen 3,
Befestigungsbauteil 6 und Kartusche 8/Kartuschenhalter 7 ausgeglichen werden können.
Damit erfolgt eine Verspannung der genannten Bauteile im Innenraum 5 des Gehäuses
2.
[0022] Fig. 3 zeigt ein Detail für eine Ausführungsvariante der Befestigung bzw. Verspannung,
etwa im Bereich "III" in Fig. 2. Hierbei ist zu erkennen, dass das Spannmittel 9 einerseits
eine innenliegende Führungshülse 10 für die Kartusche 8 bildet und zudem außen ein
gemeinsames Gewinde 12 mit dem Befestigungsbauteil 6 ausbildet. Wird also das Befestigungsbauteil
6 bei der Montage in den Gewindegang verdreht, erfolgt hier eine Verspannung des Kartuschenhalters
7 gegen den Kragen 3 des Gehäuses 2. Gleichzeitig kann auch ein Verspannen der Kartusche
8 in dem Kartuschenhalter 7 erfolgen, insbesondere indem das Spannmittel 9 auf eine
Anschlagkante 28 der Kartusche 8 axial einwirkt. Die Verspannung der Bauteile sollte
vorzugsweise nur in axialer Richtung erfolgen, insbesondere um zwischen den Bauteilen
befindliche Dichtungen 21 nicht zu beschädigen.
[0023] Damit löst die Erfindung die eingangs gestellten Probleme und gibt insbesondere eine
einfach montierbare und kostengünstige Sanitärarmatur an.
[0024] Vorsorglich sei noch darauf hingewiesen, dass die in den Figuren gezeigten Kombinationen
von technischen Merkmalen nicht generell zwingend sind. So können technische Merkmale
einer Figur mit anderen technischen Merkmalen einer anderen Figur und/der allgemeinen
Beschreibung kombiniert werden. Etwas anderes soll nur gelten, wenn hier explizit
die Kombination von Merkmalen ausgewiesen wurde und/oder der Fachmann erkennt, dass
sonst die Grundfunktion der Sanitärarmatur (Bereitstellung von Wasser) nicht mehr
erfüllt werden kann.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Sanitärarmatur
- 2
- Gehäuse
- 3
- Kragen
- 4
- Öffnung
- 5
- Innenraum
- 6
- Befestigungsbauteil
- 7
- Kartuschenhalter
- 8
- Kartusche
- 9
- Spannmittel
- 10
- Führungshülse
- 11
- Formeingriff
- 12
- Gewinde
- 13
- Einsatz
- 14
- Bodenanschlag
- 15
- Halbschalen
- 16
- Bedienungshebel
- 17
- Halterung
- 18
- Waschtisch
- 19
- Wasserzulauf
- 20
- Wasserauslauf
- 21
- Dichtung
- 22
- Achse
- 23
- Radius
- 24
- Umfang
- 25
- Schaft
- 26
- Gehäuseoberseite
- 27
- Boden
- 28
- Anschlagkante
- 29
- Auslaufschnauze
1. Sanitärarmatur (1), zumindest aufweisend ein Gehäuse (2), das eine von einem Kragen
(3) umgebende Öffnung (4) sowie einen Innenraum (5) ausbildet, ein Befestigungsbauteil
(6), das im Gehäuse (2) benachbart zu dem Kragen (3) anordenbar ist, einen Kartuschenhalter
(7), der in dem Innenraum (5) positionierbar ist, eine Kartusche (8), die zumindest
teilweise in dem Innenraum (5) positionierbar ist, sowie ein Spannmittel (9), das
durch direkten Kontakt zumindest die Kartusche (8) oder den Kartuschenhalter (7) gegen
das Befestigungsbauteil (6) verspannen kann.
2. Sanitärarmatur (1) nach Patentanspruch 1, bei der das Spannmittel (9) eine innenliegende
Führungshülse (10) für die Kartusche (8) und einen außenliegenden Formeingriff (11)
mit dem Befestigungsbauteil (6) aufweist.
3. Sanitärarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, bei der das Spannmittel
(9) und das Befestigungsbauteil (6) ein gemeinsames Gewinde (12) ausbilden.
4. Sanitärarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, bei der der Kartuschenhalter
(7) in dem Innenraum (5) in einem Einsatz (13) geführt gehalten wird.
5. Sanitärarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, bei der das Gehäuse
(2) im Innenraum (5) einen Bodenanschlag (14) aufweist, der ein Widerlager für den
Kartuschenhalter (7) bildet.
6. Sanitärarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, bei der das Gehäuse
(2) mit Halbschalen (15) gebildet ist.