[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Bohrkrone für eine Vorrichtung zum
Bohren von Löchern in weichem bzw. mildem Boden- oder Gesteinsmaterial mit einer Mehrzahl
von sich zumindest über eine Stirnfläche der Bohrkrone erstreckenden Schneiden, welche
Schneiden mit sowohl wenigstens zwei voneinander verschiedenen "radialen" Erstreckungen
als auch zwei voneinander verschiedenen "axialen" Erstreckungen in Richtung einer
Drehachse der Bohrkrone ausgebildet sind, sowie wenigstens einer Öffnung zum Ausbringen
von Spülfluid.
[0002] Die Ausbildung von Löchern in weichem bzw. mildem Boden- oder Gesteinsmaterial wird
üblicherweise mit einem drehenden oder einem drehenden und schlagenden Bohrverfahren
erreicht, bei welchem durch eine Drehbewegung oder durch eine gleichzeitige Drehbewegung
und Schlagbewegung der Bohrkrone mittels den auf dieser ausgebildeten bzw. festgelegten
Schneiden ein Bohrloch ausgebildet wird. Bohrkronen für die Ausbildung von Löchern
in weichem Boden- oder Gesteinsmaterial sind hierzu mit Schneidleisten ausgestattet,
welche sich wenigstens über einen Durchmesser eines zentralen Teils der Bohrkrone
erstrecken und welche häufig eine Mehrzahl von einander schneidenden bzw. einen Winkel
miteinander einschließenden Schneiden ausgebildet sind. Die Schneidleisten bzw. Schneiden
können hierbei weiterhin die Stirnfläche der Bohrkrone überragen und weisen zumindest
teilweise eine nicht ebene Kontur der Schneidleiste auf, wenn sie in Bezug auf das
Bohrlochinnere gesehen werden.
[0003] So ist beispielsweise aus der
EP 1 045 112 B1 A1 ein Gesteinsbohrer bzw. eine Bohrkrone für einen derartigen Gesteinsbohrer bekannt
geworden, bei welchem die Schneidleiste bzw. die Schneidleisten eine abfallende Kontur
aufweisen, insbesondere eine derartig abfallende Kontur aufweisen, dass die Schneidleisten
im Wesentlichen in Form eines Dachs ausgebildet sind, dessen First am weitesten zum
Bohrlochinneren gerichtet ausgebildet ist.
[0004] Eine andere Form einer Bohrkrone für einen Anker, der für das Ausbilden von Löchern
in weichen bzw. lehmigen Gesteinen gedacht ist, ist der
DE 197 12 181 A1 zu entnehmen, welche Bohrkrone im Wesentlichen zwei aufeinander normal stehende Schneiden
aufweist, von welchen eine sich über die Stirnfläche der Bohrkrone erhebt und die
andere im Wesentlichen in der Ebene der Stirnfläche der Bohrkrone ausgebildet ist,
welche beiden Schneiden symmetrisch zueinander ausgebildet sind und über den Umfang
der Bohrkrone vorragen.
[0005] Nachteilig an derartigen bekannten Bohrkronen ist einerseits, dass aufgrund der symmetrisch
über den Umfang der Bohrkrone ausgebildeten Schneideleisten, insbesondere diejenigen
Schneidleisten, welche weiter zum Bohrlochinneren vorragen, rasch abgenützt werden
und andere Schneidleisten, welche von dem Bohrlochinneren weiter entfernt angeordnet
sind, an der Ausbildung des Bohrlochs nur einen untergeordneten bzw. geringen Anteil
aufweisen, so dass die Schneidleisten von ein und derselben Bohrkrone meist unterschiedlich
lange Standzeiten aufweisen.
[0006] Die vorliegende Erfindung zielt nun darauf ab, derartige Bohrkronen dahingehend weiterzubilden,
dass einerseits mit einer derartigen Bohrkrone ein rascher Bohrfortschritt erzielt
werden kann und überdies eine möglichst gleichmäßige Abnutzung der Schneidleisten
zur Verfügung gestellt werden kann und dadurch die Standzeit der Bohrkrone gegenüber
herkömmlichen Bohrkronen deutlich erhöht werden kann.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Bohrkrone im Wesentlichen dadurch
gekennzeichnet, dass eine eine geringere radiale Erstreckung aufweisende erste Schneide
sich über den gesamten Bohrkronendurchmesser erstreckt, dass auf die eine geringere
radiale Erstreckung aufweisende erste Schneide zwei über einen Außenumfang der Stirnfläche
der Bohrkrone weiter als die erste Schneide vorragende zweite Schneiden vorgesehen
sind und dass die zweiten Schneiden im Bereich der Stirnfläche der Bohrkrone und/oder
im Bereich des Bohrkronenschafts geneigt, mit der ersten Schneide und/oder mit der
Drehachse der Bohrkrone einen spitzen Winkel einschließend ausgebildet sind. Indem
die Bohrkrone zwei voneinander verschiedene Formen von Schneiden aufweist, eine, welche
im Wesentlichen den Bohrfortschritt in Richtung zu dem Bohrlochinneren bewerkstelligt
und einen kleineren Durchmesser eines Bohrlochs zur Verfügung stellt und wenigstens
eine zweite Schneide, welche über den Außenumfang der Stirnfläche der Bohrkrone weiter
als die erste Schneide vorragt, vorgesehen ist, welche somit im Wesentlichen zur Ausbildung
des gewünschten Durchmessers des Bohrlochs vorgesehen ist, wird sichergestellt, dass
einerseits ein ausreichend rascher Bohrfortschritt erzielt wird und andererseits eine
im Wesentlichen gleichmäßige Abnützung der Schneiden gewährleistet wird. Indem weiterhin
die zweiten Schneiden im Bereich der Stirnfläche und/oder des Bohrkronenschafts geneigt
mit der Drehachse der Bohrkrone einen spitzen Winkel einschließend ausgebildet sind,
kann die Bohrkrone nach Art einer Schraube in das Boden- bzw. Gesteinsmaterial eingetrieben
werden und somit wird nicht nur ein rascher Bohrfortschritt zur Verfügung gestellt,
sondern es wird weiterhin aufgrund der geometrischen Ausbildung, insbesondere der
Neigung der zweiten Schneiden im Bereich der Stirnfläche und/oder des Bohrkronenschafts
eine rasche und vollständige Abförderung des Bohrkleins aus dem Bereich der Bohrkrone
sichergestellt. Schließlich kann eine derartige Bohrkrone nicht nur für ein drehendes
Bohren eingesetzt werden, sondern sie ist aufgrund ihrer speziellen Geometrie auch
für ein drehendes und schlagendes Bohren einsetzbar.
[0008] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Neigung der zweiten Schneiden hierbei
so ausgebildet, dass bei einer Drehung der Bohrkrone, die zweiten Schneiden zuerst
mit ihren an die erste Schneide angrenzenden Bereichen in Eingriff mit dem zu lösenden
Gestein gelangen. Indem bei einer Drehung der Bohrkrone die zweiten Schneiden zuerst
mit ihren an die erste Schneide angrenzenden Bereichen in Eingriff mit dem zu lösenden
Gestein gelangen, wird das zu lösende Gestein nach Art eines Schnecken- bzw. Spiralbohrers
zuerst gelöst und dann sicher und zuverlässig aus dem Bohrkronenbereich abgefördert,
so dass ein Verlegen der Schneiden bzw. ein Verlangsamen des Bohrfortschritts aufgrund
von übermäßigen Mengen an Bohrklein im Inneren des Bohrlochs mit Sicherheit hintangehalten
ist. Vorzugsweise schließen hierbei, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht
die zweiten Schneiden mit der Drehachse der Bohrkrone einen Winkel von 2° bis 15 °,
insbesondere 5° bis 10° ein. Durch eine derartige Ausbildung wird einerseits sichergestellt,
dass die Schneidkante gleichmäßig zur Lösearbeit beitragen und andererseits bereits
durch die Geometrie der Schneiden ein Abtransport des Bohrkleins in Richtung zu einem
Bohrlochäußeren bewirkt.
[0009] Indem, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht, die Bohrkrone so ausgebildet
ist, dass eine Schneidfläche der Schneiden um einen Winkel zur Waagrechten, insbesondere
um einen Winkel von 1 bis 10° zur Waagrechten geneigt ist und insbesondere so weitergebildet
ist, dass eine in Drehrichtung der Bohrkrone vorlaufende Schneidkante höher als eine
in Drehrichtung der Bohrkrone nachlaufende Kante angeordnet ist, wird die in Drehrichtung
der Bohrkrone vorlaufende Schneide zuerst in Einsatz mit dem zur lösenden Gestein
gebracht, so dass ein rasches und sicheres Einschneiden der Schneidkanten der Bohrkrone
in das zu lösende Gestein sichergestellt ist. Indem insbesondere die Schneiden um
eine Winkel zur Waagrechten von 1° bis 10° geneigt sind, wird weiterhin sichergestellt,
dass nicht nur die vorlaufende Kante in Eingriff mit dem zu lösenden Gestein kommt,
sondern dass bei einem tiefen Einschneiden die Schneiden auch mit ihrer gesamten Schneidfläche
zum Einsatz gelangen können und somit einen besonders raschen Bohrfortschritt sicherstellen
können. Weiterhin wird mit einer derartigen Ausbildung einer Schneide sichergestellt,
dass die Schneiden selbst nachschärfen und somit eine besonders lange Standzeit der
Bohrkrone gewährleistet ist.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Bohrkrone so ausgebildet, dass die
erste Schneide in axialer Richtung der Bohrkrone im Wesentlichen sägezahnförmig mit
zwei den Außenumfang der Bohrkrone übergreifenden sich entlang der Drehachse der Bohrkrone
erstreckenden senkrechten Bereichen ausgebildet ist. Dadurch, dass die erste Schneide
in axialer Richtung der Bohrkrone im Wesentlichen sägezahnförmig mit zwei den Außenumfang
der Bohrkrone übergreifenden, sich entlang der Drehachse der Bohrkrone erstreckenden,
senkrechten Bereichen ausgebildet ist, wird einerseits ein erster Durchmesser eines
Bohrlochs durch die erste Schneide ausgebildet und andererseits sichergestellt, dass
aufgrund der sägezahnförmigen Kontur dieser ersten Schneide zuerst ein am weitesten
zum Bohrlochinneren vorragender Bereich des sägezahnförmigen Profils in Eingriff gelangt
und eine erste Lösearbeit verrichtet, worauf nach einem Eindringen dieses ersten Bereichs
sukzessive die weiteren Bereiche des sägezahnförmigen Profils in Eingriff gelangen
und den ersten Durchmesser des Bohrlochs ausbilden, ohne dass ein übermäßiger Kraftaufwand
erforderlich wäre und ohne dass die erste Schneide übermäßig abgenützt würde. Insbesondere
der Kraftaufwand kann dadurch verringert werden, dass die am weitesten vorragenden
Bereiche des sägezahnförmigen Profils eine erste Lösearbeit ausbilden, worauf dem
ersten Einschnitt benachbarte Bereiche leichter lösbar werden, da sie bereits eine
gewisse Lockerung durch den Eingriff des am weitesten vorragenden Bereichs erfahren
haben.
[0011] Indem, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht, der sägezahnförmige
Bereich der ersten Schneide an seinem am weitesten in das Bohrlochinnere ragenden
Bereichen Abflachungen aufweist, wird am Weitesten in einem Bohrlochinneren ein im
Wesentlichen ringförmiges Profil abgebaut, wodurch nicht nur die gesamte Lösearbeit
erleichtert wird, sondern auch der Abtransport des Bohrkleins erleichtert wird.
[0012] Indem, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht, die Bohrkrone so ausgebildet
ist, dass die in Drehrichtung nachlaufenden Kanten der zweiten Schneiden an ihrem
Knickpunkt zwischen der Stirnfläche der Bohrkrone und dem Bohrkronenschaft auf einer
gemeinsamen durch einen Bohrkronenmittelpunkt verlaufenden Achse liegen und dass Anlenkbereiche
der zweiten Schneiden an die erste Schneide den Bohrkronenmittelpunkt frei lassen,
wird sichergestellt, dass auch einerseits durch die zweiten Schneiden, insbesondere
der gesamte Durchmesser eines zu erzielenden Bohrlochs überstrichen wird und die zweiten
Schneiden ausreichend zur Lösearbeit beitragen und andererseits sichergestellt, dass
durch den speziellen Querschnitt der Bohrkrone Bohrklein sicher und zuverlässig abtransportiert
wird. Weiterhin gelingt mit einer derartigen Ausbildung gelingt ein sicheres und zuverlässiges
Lösen des Gesteins im gesamten Bohrkronenquerschnitt und überdies wird ein rascher
Bohrfortschritt bei geringst möglicher Abnützung der Schneiden erzielt.
[0013] Um den Verschleiß der Bohrkrone noch weiter zu verringern und die Standzeit weiter
zu erhöhen, ist die Erfindung bevorzugt so weitergebildet, dass die erste und die
zweiten Schneiden der Bohrkrone an ihren mit zu lösendem Gestein in Eingriff gelangenden
Bereichen gehärtet ausgebildet sind und/oder mit einer Hartmaterial- bzw. Hartmetallplattierung
versehen sind.
[0014] Für eine weitere Erhöhung der Standzeit der Bohrkrone und insbesondere, um einen
möglichst großen und insbesondere gleichmäßigen Bohrlochdurchmesser zu gewährleisten,
ist die Erfindung bevorzugt so weitergebildet, dass die im Bereich des Bohrkronenschafts
geneigt ausgebildeten Bereiche der zweiten Schneiden von einem Bohrlochinneren zu
einem Bohrlochäußeren im Wesentlichen keilförmig ausgebildet sind. Indem die geneigt
ausgebildeten Bereich der zweiten Schneiden von einem Bohrlochinneren zu einem Bohrlochäußerem
im Wesentlichen keilförmig ausgebildet sind, wird sichergestellt, dass in dem Bereich
der zweiten Schneiden, wo diese die Hauptlösearbeiten zu verrichten haben, die zweiten
Schneiden einen größeren Durchmesser und somit eine erhöhte Festigkeit bzw. Standzeit
aufweisen.
[0015] Für einen verbesserten Abtransport des Bohrkleins in Richtung zu einem Bohrlochäußeren
ist die Kontur der zweiten Schneiden im Wesentlichen so ausgebildet, dass die vorlaufende
Kante des im Wesentlichen keilförmigen Bereichs der zweiten Schneiden gekrümmt ausgebildet
ist. Durch eine derartige gekrümmte Kontur von zumindest Teilen der zweiten Schneiden
wird während des Bohrens ein gleichmäßiger Abtransport des Bohrkleins entlang des
Bereichs der Schneiden gewährleistet und somit ein Verlegen bzw. eine übermäßige Ansammlung
von Bohrklein im Bereich der Stirnfläche der Bohrkrone mit Sicherheit hintangehalten.
[0016] Um insbesondere ein Ausreißen bzw. ein Abbrechen der über einen Durchmesser der Bohrkrone
und insbesondere über den Durchmesser des Bohrkronenschafts vorragenden
[0017] Bereiche der ersten und zweiten Schneiden mit Sicherheit hintanzuhalten, ist die
Erfindung bevorzugt so weitergebildet, dass zwischen den über den Bohrkronenschaft
vorragenden Bereichen der ersten und zweiten Schneiden Verstärkungsrippen, insbesondere
im Wesentlichen schraubenlinienförmig um den Bohrkronenschaft verlaufende Verstärkungsrippen
ausgebildet sind.
[0018] Weiterhin kann durch das Vorsehen von Verstärkungsrippen der vorragende Bereich der
ersten und zweiten Schneiden und insbesondere jener der zweiten Schneiden relativ
groß in Bezug auf den Durchmesser des Bohrkronenschafts gewählt werden und somit der
erzielbare Bohrlochdurchmesser gegenüber jenem von herkömmlichen Bohrkronen deutlich
vergrößert werden.
[0019] Um den Abtransport des Bohrkleins noch weiter zu beschleunigen und insbesondere zu
vervollständigen, ist die Bohrkrone gemäß der Erfindung dahingehend weitergebildet,
dass zusätzlich wenigstens zwei um etwa jeweils 90° zu den Spülkanälen versetzte,
einen mit der Waagrechten zwischen 10 und 45° einschließenden Winkel in Richtung zu
einem Bohrlochäußeren geneigte Spülkanäle vorgesehen sind. Indem im Bohrkronenschaft
rückwärts gerichtete Spülkanäle für ein Ausbringen von Spülfluid in dem Bohrkronenschaft
ausgebildet sind, wird insbesondere Bohrklein, welches sich im Bereich des Bohrkronenschafts
zwischen den vorragenden Bereichen der Schneiden und dem Bohrkronenschaft befindet,
mit Sicherheit zu einem Bohrkronenäußeren abtransportiert und ein Zusammenpacken von
Bohrklein unter der Bohrkrone verhindert. Bei besonders instabilen Bedingungen in
einem Bohrloch kann hierbei das Spülen mit einer Zementsuspension, insbesondere einer
stark verdünnten Zementsuspension vorgenommen werden, mit welcher neben einer Spülen
des Bohrlochs auch die Wandung desselben zumindest teilweise verfestigt werden kann.
[0020] Indem, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht, der Spülkanal einen
Winkel mit der Waagrechten zwischen 2° und 10° einschließt ist, wird das Spülfluid
vor allem in Richtung zu einem Bohrlochinneren ausgebracht und somit der Bereich der
Stirnfläche der Bohrkrone bzw. der zu einem Bohrlochäußeren gewandte Bereich des Bohrkronenschafts
gespült, worauf Bohrklein entlang der Schraubenlinienform der über den Bohrkronenschaft
vorragenden Bereiche der ersten und insbesondere der zweiten Schneiden zu einem Bohrlochäußeren
ausgewaschen bzw. abtransportiert wird.
[0021] Indem schließlich, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht, die Bohrkrone
so weitergebildet ist, dass zwei Spülkanäle vorgesehen sind und dass die Spülkanäle
über den Verstärkungsrippen und benachbart der vorlaufenden Schneidkante des geneigten
Bereichs der zweiten Schneiden münden wird einerseits eine Verwirbelung des Spülfluids
im Bereich der Stirnfläche der Bohrkrone gewährleistet und somit jegliches Bohrklein
aus diesem Bereich abtransportiert und überdies sichergestellt, dass das Bohrklein
weiterhin entlang der geneigten Bereiche der zweiten Schneiden in Richtung zu einem
Bohrlochäußeren abtransportiert wird.
[0022] Indem, wie dies einer Weiterbildung der Erfindung entspricht, der (die) Spülkanal(kanäle)
an ihren zu einer Außenseite der Bohrkrone liegenden Mündungen mit insbesondere lösbar
festlegbaren Spülventilen versehen ist (sind), ist es möglich, die Menge bzw. die
Austrittsgeschwindigkeit des Spülfluids zu steuern bzw. regeln, wodurch entweder beispielsweise
bei einem schärferen Strahl des Spülfluids ein noch vollständigerer und rascherer
Abtransport des Bohrkleins aus dem Bereich der Bohrkrone und insgesamt aus dem Bohrloch
erreicht wird, aber auch beispielsweise in Fällen von Gesteinen, bei welchen ein Bohren
und ein gleichzeitiges Spülen mit Wasser ungünstig sein könnte, durch Verschließen
des Spülventils der Austritt von Spülfluid vollständig hintangehalten werden kann.
[0023] Indem weiterhin die Erfindung so weitergebildet ist, dass die Ventile im Wesentlichen
kappenförmig ausgebildete Durchflussventile sind, deren eine Durchflussöffnung einschließender
kappenförmiger Bereich aus Hartmetall gebildet ist oder eine Hartmetallplattierung
aufweist, wird einerseits vermieden, dass die Ventile im Betrieb abgeschliffen und
somit verschlissen werden, wodurch entweder die Austrittsöffnung viel zu groß wird
oder aber durch abgeriebene Metallspäne oder dgl. verstopft wird, so dass ein gezielter
Austritt von Spülfluid nicht möglich erscheint. Indem weiterhin die kappenförmig ausgebildeten
Durchflussregelventile aus Hartmetall gebildet sind, können diese Ventile insbesondere
bei scharfkantig vorragenden Gesteinsresten auch Lösearbeit verrichten. Hierzu könnten
beispielsweise die kappenförmigen Oberflächen der Hartmetallventile konturiert ausgebildet
sein. Um die Standzeit der Ventile weiter zu erhöhen, können hierbei die Ventile in
ihrer Gesamtheit aus Hartmetall ausgebildet sein.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In diesen zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Bohrkrone gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Bohrkrone von Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt durch eine Bohrkrone gemäß der Erfindung entlang der Linie A-A
von Fig. 2,
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht einer Bohrkrone gemäß der Erfindung von der Seite,
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht der Bohrkrone von Fig. 4 in einer um 90° um eine
Drehachse der Bohrkrone gedrehten Position,
Fig. 6 einen Längsschnitt durch eine Bohrkrone gemäß der Erfindung entsprechend der
Fig. 4, in welchem in einem im Schnitt dargestellten Spülkanal ein Gewindeanschluss
für ein Ventil gezeichnet ist und im anderen Spülkanal schematisch ein Ventil aufgeschraubt
dargestellt ist, und
Fig. 7 eine perspektivische Ansicht einer Variante eines Ventils mit einem kappenförmigen
aus Hartmetall ausgebildeten Bereich.
[0025] Im Einzelnen ist in Fig. 1 eine Bohrkrone 1 dargestellt, welche wenigstens eine sich
über die Stirnfläche 2 erstreckende erste Schneide 3 aufweist. Die erste Schneide
3 ist hierbei im Wesentlichen sägezahnförmig ausgebildet und erstreckt sich geringfügig
über den Außendurchmesser a der Bohrkrone 1 bzw. des Bohrkronenschafts 4 hinaus. Im
Wesentlichen normal auf die sägezahnförmige Schneide 3 ist wenigstens eine zweite
Schneide 5 ausgebildet, welche sich einerseits über die Stirnfläche 2 der Bohrkrone
1 erstreckt und andererseits seitlich zumindest teilweise über den Bohrkronenschaft
4 hinuntergezogen ist. Die gesamte Schneide 5 ist hierbei zu einer Drehachse 6 der
Bohrkrone 1 geneigt ausgebildet und schließt mit dieser Drehachse 6 der Bohrkrone
1 einen Winkel α ein. Sowohl die Schneide 3 als auch die Schneide 5 wiesen einen Durchmesser
b auf, welcher für beide Schneiden im Wesentlichen gleich groß sein kann. An einem
nach außen, d.h. zu einem Bohrlochinneren und einer Bohrlochwandung gerichteten Bereich
der Schneiden 3 und 5 sind die Schneiden 3 und 5 hierbei mit einer Hartmetallplattierung
7 versehen, wie dies schematisch durch die schraffierte Fläche der Schneiden 3 und
5 dargestellt ist. Die mit der Hartmetallplattierung 7 versehene Fläche der Schneiden
3 und 5 ist hierbei weiterhin zu einer Waagrechten derart geneigt ausgebildet, dass
eine in Drehrichtung, welche mit dem Pfeil 8 angedeutet ist, der Bohrkrone 1 vorlaufende
Kante 9 bei einem drehenden Bohren einer Bohrkrone 1 zuerst in Eingriff mit einem
zu lösenden Gestein gelangt und eine in Drehrichtung 8 nachlaufende Kante 12 der Schneiden
3 und 5 die eigentliche Lösearbeit erst zu einem späteren Zeitpunkt, insbesondere
lediglich hilfsweise zum Einsatz gelangt.
[0026] Der Neigungswinkel ß der Schneiden 3, 5 ist hierbei so gewählt, dass die Oberfläche
der Schneiden 3 und 5 mit der Waagrechten einen Winkel zwischen 1° und 10° einschließen
wobei weiterhin die maximale Neigung derart gewählt ist, dass eine die Hartmetallplattierung
7 der Schneiden 3 und 5 verlängernde Gerade eine Tangente an die der Stirnfläche der
Bohrkrone benachbarten Umfangskante darstellt. Daraus folgt jedoch weiterhin, dass
die Neigung der Schneiden sich verändernd über die Länge der Schneiden ausgebildet
sein kann.
[0027] Schließlich sind die Schneiden 3 und 5 derart ausgebildet, dass sie im Bereich des
Bohrkronenschafts 4 über dessen Außendurchmesser a, insbesondere um einen voneinander
verschiedenen Betrag vorragen. Zwischen den vorragenden Bereichen der Schneiden 3
und 5 sind hierbei, um ein unbeabsichtigtes Abbrechen bzw. Ausbrechen der Schneiden
3 und 5 mit Sicherheit hintanzuhalten, Verstärkungsrippen 10 vorgesehen. Die Verstärkungsrippen
10 sind so ausgebildet, dass sie im Wesentlichen schraubenlinienförmig um den Bohrkronenschaft
4 verlaufend angeordnet sind.
[0028] Um einen sicheren Abtransport von während des Bohrens gebildetem Bohrklein aus einem
Bohrloch zu gewährleisten, sind im Bohrkronenschaft 4 Spülkanäle 15 sowie Spülöffnungen
11 ausgebildet. Die Spülkanäle 15 erstrecken sich hierbei einerseits entlang der Drehachse
6 im Inneren der Bohrkrone 1, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist, und durch das Material
der Bohrkrone im Wesentlichen normal auf die Drehachse 6.
[0029] In Fig. 2 ist eine Draufsicht auf die Bohrkrone 1 von Fig. 1 gezeigt, wobei ersichtlich
ist, dass die Schneide 3 eine sich im Wesentlichen über den gesamten Durchmesser a
der Bohrkrone 1 erstreckende Schneide 3 ist, wobei die Schneide 3 zusätzlich den Bohrkronenschaft
4 der Bohrkrone 1 außen im Wesentlichen gleichlaufend mit der Drehachse 6 der Bohrkrone
1 übergreift. Weiterhin ist in Fig. 2 zu sehen, dass die in Drehrichtung 8 der Bohrkrone
1 vorlaufende Kante 9 der Schneide 3 bei einem Drehen der Bohrkrone 1 in Richtung
des Pfeils 8 zuerst mit dem zu lösenden Gestein in Eingriff gelangt. Die zweite Schneide
5 ist zweiteilig ausgebildet, wobei die Schneiden 5 jeweils außermittig von der Drehachse
6 der Bohrkrone 1 auf der Stirnfläche 2 der Bohrkrone 1 angeordnet sind. Die Schneiden
5 sind so ausgebildet, dass sie weiterhin auch geneigt über die Stirnfläche 2 der
Bohrkrone 1 ausgebildet sind. Im Bereich des Bohrkronenschafts 4 sind die Schneiden
5 hierbei so ausgebildet, dass sie um einen Winkel α, welcher in Fig. 1 dargestellt
ist, in Bezug auf die Drehachse 6 der Bohrkrone 1 um zwischen 2° und 15° geneigt ausgebildet
sind, so dass bei einer Drehung der Bohrkrone 1 in Richtung des Pfeils 8 zuerst derjenige
Teil der Schneide 5 mit dem zu lösenden Gestein in Eingriff gelangt, welcher der Schneide
3 am nächsten liegt und als letztes derjenige Bereich der Schneide 5 in Eingriff gelangt,
welcher am weitesten von einem Bohrlochinneren, d.h. am weitesten von der Stirnfläche
2 der Bohrkrone 1 entfernt angeordnet ist. Gleichzeitig sind die Schneiden 3, 5 so
ausgebildet, dass sie an ihrem die Stirnfläche 2 der Bohrkrone übergreifenden Bereich,
den an der Bohrlochwandung anliegen und insbesondere den definitiven und gewünschten
Bohrlochquerschnitt bzw. Durchmesser des Bohrlochs ausbilden. Mit einer derartigen
Ausbildung tragen sämtliche Bereiche der Schneiden 3, und 5 gleichmäßig zur Ausbildung
des Bohrlochs bei und werden somit auch gleichmäßig abgenützt, wodurch insgesamt die
Standzeit der Bohrkrone 1 verlängert ist.
[0030] Anstelle einer gleichmäßigen Neigung der Schneiden 3, 5 um den Winkel α können diese,
insbesondere ihre vorlaufende Kante 9 auch gekrümmt ausgebildet sein, um noch klarer
bzw. vollständiger der gewünschten Schraubenlinienform, für einen verbesserten Abtransport
von Bohrklein zu folgen.
[0031] Schließlich ist bei der Darstellung von Fig. 2 noch erkenntlich, dass die Stirnfläche
2 der Bohrkrone 1 im Wesentlichen aus 2 halbkreisförmigen Elementen 13 ausgebildet
ist, welcher halbkreisförmigen Elemente 13 in Bezug auf die Schneide 3 zueinander
versetzt sind. Weiterhin sind, um ein zufälliges Abbrechen bzw. Beschädigen der über
dem Bohrkronendurchmesser a vorragenden Schneiden 3 und 5 zu vermeiden, im Bereich
des Bohrkronenschafts 4 Verstärkungsrippen 10 ausgebildet, welche mit einer Hartmaterialplattierung
7 nicht versehen sind. Die Hartmetallplattierungen 7 sind auch in Fig. 2 als dunkel
schraffierte Bereiche 7 dargestellt.
[0032] In Fig. 3, welche einen Längsschnitt durch die Bohrkrone 1 entlang der Linie A-A
von Fig. 2 darstellt, ist ersichtlich, dass im inneren der Bohrkrone 1 einerseits
ein Gewinde 14 vorgesehen ist, um beispielsweise eine nicht dargestellte Bohrstange
oder einen Adapter einzufügen und die Bohrkrone 1 so an einer nicht dargestellten
Vorrichtung zum Bohren von Löchern festzulegen und andererseits, dass im Inneren der
Bohrkrone 1 weiterhin ein Spülkanal 15 geführt ist, welcher in einer Spülöffnung 11
an der Außenseite der Bohrkrone 1 im Bereich zwischen den Verstärkungsrippen 10 und
den geneigten Schneiden 5 mündet. Der Spülkanal 15 ist hierbei im Wesentlichen normal
auf die Drehachse 6 der Bohrkrone 1 ausgebildet, wobei er üblicherweise einen Winkel
zwischen 2° und 10° mit der Waagrechten einschließt und in Richtung zur Stirnfläche
2 der Bohrkrone 1 gerichtet sind. Mit einer derartigen Ausbildung wird beim Ausbringen
von Spülfluid, welches in bekannter Weise aus Wasser, Luft oder Mischungen davon gebildet
sein kann, sichergestellt, dass vor allem im Bereich der Stirnfläche 2 der Bohrkrone
1 angesammeltes Bohrklein mit Sicherheit aufgewirbelt und entlang der im Wesentlichen
spiralförmigen Ausbildung sowohl der Verstärkungsrippen als auch der Schneiden 5 nach
rückwärts in Richtung zu einem Bohrlochäußeren abtransportiert ist. Die Spülöffnung
11 hat hierbei bevorzugt einen Durchmesser d, welcher im Wesentlichen gleich groß
wie der Durchmesser bzw. die Dicke der Schneiden 3 und 5 ist.
[0033] In Fig. 4, welche eine perspektivische Seitenansicht der Bohrkrone von Fig. 1 zeigt,
sind die Bezugszeichen der Fig. 1 bis 3 so weit als möglich beibehalten.
[0034] In der Darstellung von Fig. 4 ist ersichtlich, dass die Schneide 3 sich im Wesentlichen
über den gesamten Durchmesser a des Bohrkronenschafts 4 erstreckt und dass über den
Außenumfang des Bohrkronenschafts 4 vorragende Bereiche 16 der Schneide 3 in ihrem
oberen Bereich mit einer Hartmetallplattierung versehen sind und in dem Bereich, welcher
weiter von einem Bohrlochinneren abgewandt ist, ist die Schneide 3 ohne Hartmaterialplattierung
7 ausgebildet. Zwischen der Schneide 3 und der Schneide 5 ist eine Verstärkungsrippe
10 vorgesehen, welche sich im Wesentlichen unter dem einem Bohrlochäußeren zugewandten
Rand der Stirnfläche 2 der Bohrkrone 1 erstreckt. Die Dimensionierung der Verstärkungsrippe
10 bzw. Verstärkungsrippen 10 wird hierbei so gewählt, dass sichergestellt ist, dass
in einem praktischen Einsatz ein Ausreißen der dadurch unterstützten bzw. gehaltenen
Schneiden 3 5 sicher verhindert ist.
[0035] Die zweiten Schneiden 5 sind an der Stirnfläche 2 der Bohrkrone 1 derart angebracht,
dass die im Wesentlichen sägezahnförmig ausgebildete Schneide 3 ihren tiefsten Punkt
17 in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Anlenkpunkt der nachlaufenden Kante 12
der Schneide 5 an die Schneide 3 aufweist. Weiterhin ist die Schneide 5 derart geneigt
ausgebildet, dass sie sich im Wesentlichen nach Art einer der Drehbewegung der Bohrkrone
gemäß dem Pfeil 8 folgenden Spirale um wenigstens einen Teil des Umfangs des Schafts
4 erstreckt. Das bedeutet, dass die Schneiden 5 mit einer "Balligkeit" in Richtung
des Pfeils 8 versehen sind.
[0036] Es erübrigt sich in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass auch jeweils die gesamten
Schneiden 3, 5 aus gehärtetem Material bzw. Hartmaterial ausgebildet sein können,
um insbesondere die Standzeit der Bohrkrone 1 weiter zu erhöhen oder diese auch für
ein Bohren, insbesondere drehendes oder drehendes und schlagendes Bohren in mäßig
hartem Gestein anwenden zu können.
[0037] Die Darstellung von Fig. 5 ist im Wesentlichen gleich der Darstellung von Fig. 4,
wobei die Bohrkrone lediglich um 90° in Richtung des Pfeils 8 verdreht wurde. In Fig.
5 ist daher nicht nur eine Verstärkungsrippe 10 zwischen der Schneide 3 und den Schneiden
5 zu sehen, sondern es ist erkenntlich, dass sich auch die Verstärkungsrippen 10 im
Wesentlichen nach Art einer Spirale um den Umfang des Schafts 4 der Bohrkrone 1 erstrecken.
Schließlich ist der Darstellung von Fig. 5 die Austrittsöffnung 11 eines Spülkanals
15 entnehmbar und es ist ersichtlich, dass diese Austrittsöffnung 11 im Wesentlichen
im Bereich der Grenzfläche zwischen der Schneide 5 und einer Verstärkungsrippe 10
mündet, so dass das austretende Spülfluid zwangsgeführt wird und insbesondere den
Bereich der Bohrkrone 1, welcher zu einem Bohrlochinneren zugewandt ist, mit Sicherheit
von Bohrklein frei spült.
[0038] In Fig. 6 ist ein Schnitt durch eine erfindungsgemäße Bohrkrone 1 dargestellt, in
deren Inneren ein Gewinde 14 für die Verbindung mit beispielsweise einem Adapter vorgesehen
ist und welches Gewinde 14 hohl ausgebildet ist und durch welches ein Spülfluid hindurchgeführt
ist. Die um einen Winkel γ von bis zu 45° in Richtung zu einem Bohrlochäußeren geneigten
Spülkanäle 20 sind hierbei mit einem schematisch angedeutetem Gewinde, insbesondere
einem Innengewinde 18 versehen, wie dies der rechten Seite der Fig. 6 zu entnehmen
ist. In dieses Innengewinde 18 kann, wie dies schematisch auf der linken Seite der
Fig. 6 dargestellt ist, ein lösbar festlegbares Spülventil 19 eingesetzt sein. Ähnliche
Spülventile 19 können beispielsweise in den Spülkanälen 15 ausgebildet eingesetzt
sein. Durch das Vorsehen von rückwärts gerichteten Spülkanälen 20 und darin eingesetzte
Spülventile 19 gelingt es, jegliches Gestein aus dem Bohrloch zu spülen und auch gegebenenfalls
zusammengepacktes bereits gelöstes Gestein sicher abzutransportieren.
[0039] Weiterhin ist ein weiterer Zweigkanal 23 des Spülkanals 15 vorgesehen, welcher sich
im Wesentlichen zum Mittelpunkt der Bohrkrone 1, welcher dem Bohrlochinnersten am
nächsten liegt, erstreckt ausgebildet. Mit diesem Spülkanal 23 kann Bohrklein aus
dem Bereich der Schneiden 3 und 5 abtransportiert werden.
[0040] Die exakte Konfiguration der Spülventile 19 kann hier beliebig gewählt werden. So
ist der Einsatz von Ventilen, deren Austrittsöffnung beliebig gedrosselt werden kann,
oder aber auch vollständig verschlossen werden kann, ebenso von der Erfindung umfasst,
wie der Einsatz von Spülventilen, welche einen immer gleichbleibenden Durchtrittsquerschnitt
aufweisen. Auch der Druck, mit welchem das Spülfluid ausgebracht wird, kann in Abhängigkeit
von den gegebenen Bedingungen frei gewählt werden. Bei sehr brüchigem Gestein kann
hierbei der Sprühstrahl so gewählt werden, dass das Spülfluid unter hohem Druck ausgebracht
wird, wodurch dieses zusätzliche Lösearbeit verrichten kann.
[0041] Die Spülventile 19 sind hierbei vorzugweise als im Wesentlichen kappenförmig ausgebildeten
Durchflussventile ausgestaltet, wie dies beispielsweise in Fig. 7 dargestellt ist.
Ein derartiges Spülventil 19 weist hierbei beispielsweise eine aus Hartmaterial ausgebildete
Kappe 20 auf, in welcher der Spülkanal 15 mündet. Die Hartmetallkappe 25 kann hierbei
entweder, wie dies in Fig. 7 gezeigt ist, vollständig glatt ausgebildet sein, oder
aber konturiert, um insbesondere auch Lösearbeit verrichten zu können, wenn die Stifte
ausreichend vorragen und wenn insbesondere, wie dies im weichen bzw. milden Gestein
häufig der Fall sein kann, die Bohrlochwandung unregelmäßig ausgebildet ist oder bereits
gebrochenes Gestein unter den Schneiden 3, 5 der Bohrkrone 1 zusammengepackt hat.
Die Hartmetallkappe 25 ist hierbei auf einem Grundkörper 21, beispielsweise durch
Plattieren oder Schweißen festgelegt, wobei der Grundkörper 21 ein Außengewinde 22
aufweist, welches mit beispielsweise dem Innengewinde 18 in dem Spülkanal 15 in Eingriff
bringbar ist. Auf diese Weise können die Spülventile 19 nach Bedarf ausgetauscht werden
oder aber auch beispielsweise ein Stopfen festgelegt werden, wenn ein Spülen beispielsweise
aufgrund der abzubauenden Gesteinsart nachteilig sein könnte. Es wird in diesem Zusammenhang
beispielsweise auf das Setzen von Ankern in Lehm verwiesen, in welchem Lehm nach einem
Setzen des Ankers ein aushärtendes Medium nur dann eingebracht werden kann, wenn der
Lehm trocken ist.
[0042] Es erübrigt sich festzuhalten, dass selbstverständlich die Spülventile 19 beliebig
ausgebildet sein können, insbesondere weiter vorragend bzw. weniger weit aus der Oberfläche
der Bohrkrone 1 vorragend ausgebildet sein können, je nachdem, ob es gewünscht ist,
dass die Spülventile 19 nur Spülen oder vermehrt an der Lösearbeit im Gestein teilnehmen.
Insbesondere wenn die Spülventile auch an der Lösearbeit teilnehmen, sind sie vorzugsweise
so ausgebildet, dass sie wenigstens bis auf die Ebene der Schneiden 3, insbesondere
der Schneiden 5 vorragen, jedenfalls über den Bereich 16 der Schneiden 3 vorragen,
um ausreichend mit dem Gestein oder auch mit bereits gelösten, aber z.B. zusammengepacktem
Gestein in Eingriff zu gelangen. In einem derartigen Fall ist es bevorzugt, dass die
Spülventile zur Gänze aus Hartmetall gefertigt sind, um nicht ein unbeabsichtigtes
Abplatzen der Plattierung von dem Grundkörper 21 befürchten zu müssen.
[0043] Wenn insbesondere lange Standzeiten der Bohrkronen gewünscht sind, können hierbei
auch sämtliche Teile der Bohrkrone aus ein und demselben Hartmaterial gefertigt sein,
oder auch in einem einzigen gemeinsamen Schritt gehärtet werden, um insbesondere Grenzflächen
zwischen verschieden harten Materialien zu vermeiden.
1. Bohrkrone (1) für eine Vorrichtung zum Bohren von Löchern in weichem bzw. mildem Boden-
oder Gesteinsmaterial mit einer Mehrzahl von sich zumindest über eine Stirnfläche
(2) der Bohrkrone (1) erstreckenden Schneiden, welche Schneiden (3, 5) mit sowohl
wenigstens zwei voneinander verschiedenen "radialen" Erstreckungen als auch zwei voneinander
verschiedenen "axialen" Erstreckungen in Richtung einer Drehachse (6) der Bohrkrone
(1) ausgebildet sind, sowie wenigstens eine Öffnung (11) zum Ausbringen von Spülfluid,
dadurch gekennzeichnet, dass eine eine geringere radiale Erstreckung aufweisende erste Schneide (3) sich über
den gesamten Bohrkronendurchmesser (a) erstreckt, dass auf die eine geringere radiale
Erstreckung aufweisende erste Schneide (3) zwei über einen Außenumfang der Stirnfläche
(2) der Bohrkrone (1) weiter als die erste Schneide (3) vorragende zweite Schneiden
(5) vorgesehen sind und dass die zweiten Schneiden (5) im Bereich der Stirnfläche
(2) der Bohrkrone (1) und/oder im Bereich eines Bohrkronenschafts (4) geneigt, mit
der ersten Schneide (3) und/oder der mit der Drehachse (6) der Bohrkrone (1) einen
spitzen Winkel (α) einschließend ausgebildet sind.
2. Bohrkrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung der zweiten Schneiden (5) derart ist, dass bei einer Drehung der Bohrkrone
(1) die zweiten Schneiden (5) zuerst mit ihren an die erste Schneide (3) angrenzenden
Bereichen in Eingriff mit dem zu lösenden Gestein gelangen.
3. Bohrkrone (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Schneiden (5) mit der Drehachse der Bohrkrone (1) einen Winkel (α von
2° bis 15 °, insbesondere 5° bis 10° einschließen.
4. Bohrkrone (1) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schneidfläche der Schneiden (5) um einen Winkel (β) zur Waagrechten, insbesondere
um einen Winkel (β) von 1 bis 10° zur Waagrechten geneigt ist.
5. Bohrkrone (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine in Drehrichtung (8) der Bohrkrone (1) vorlaufende Schneidkante (9) höher als
eine in Drehrichtung (8) der Bohrkrone (1) nachlaufende Kante (12) angeordnet ist.
6. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schneide (3) in axialer Richtung der Bohrkrone (1) im Wesentlichen sägezahnförmig
mit zwei den Außenumfang der Bohrkrone (1) übergreifenden sich entlang der Drehachse
(6) der Bohrkrone (1) erstreckenden senkrechten Bereichen ausgebildet ist.
7. Bohrkrone (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der sägezahnförmige Bereich der ersten Schneide (3) an seinen am weitesten in ein
Bohrlochinneres ragenden Bereichen Abflachungen aufweist.
8. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die in Drehrichtung (8) nachlaufenden Kanten (12) der zweiten Schneiden (5) an ihrem
Knickpunkt zwischen der Stirnfläche (2) der Bohrkrone (1) und dem Bohrkronenschaft
(4) auf einer gemeinsamen durch einen Bohrkronenmittelpunkt verlaufenden Achse (A-A)
liegen und dass Anlenkbereiche der zweiten Schneiden (5) an die erste Schneide (3)
den Bohrkronenmittelpunkt frei lassen.
9. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweiten Schneiden (3, 5) der Bohrkrone (1) in ihren mit zu lösendem
Gestein in Eingriff gelangenden Bereichen gehärtet ausgebildet sind und/oder mit einer
Hartmaterial bzw. Hartmetallplattierung (7) versehen sind.
10. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die im Bereich des Bohrkronenschafts (4) geneigt ausgebildeten Bereiche der zweiten
Schneiden (5) von einem Bohrlochinneren zu einem Bohrlochäußeren im Wesentlichen keilförmig
ausgebildet sind.
11. Bohrkrone (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die vorlaufende Kante (9) des im Wesentlichen keilförmigen Bereichs der zweiten Schneiden
(5) gekrümmt ausgebildet ist.
12. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den über den Bohrkronenschaft (4) vorragenden Bereichen (16) der ersten
und zweiten Schneiden (3, 5) Verstärkungsrippen (10), insbesondere im Wesentlichen
schraubenlinienförmig um den Bohrkronenschaft (4) verlaufende Verstärkungsrippen (10)
ausgebildet sind.
13. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein, im Wesentlichen normal auf die Drehachse (6) der Bohrkrone (1) stehender
Spülkanal (15) für ein Ausbringen von Spülfluid im Bohrkronenschaft (4) ausgebildet
ist.
14. Bohrkrone (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülkanal (15) um einen mit der Waagrechten zwischen 2 und 10° einschließenden
Winkel (α) in Richtung zu einem Bohrlochinneren geneigt ist.
15. Bohrkrone (1) nach Anspruch nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich wenigstens zwei um etwa jeweils 90° zu den Spülkanälen (15) versetzte,
einen mit der Waagrechten zwischen 10 und 45° einschließenden Winkel (γ) in Richtung
zu einem Bohrlochäußeren geneigte Spülkanäle (20) vorgesehen sind.
16. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Spülkanäle (15) vorgesehen sind und dass die Spülkanäle (15) über den Verstärkungsrippen
(10) und benachbart der vorlaufenden Schneidkante (9) des geneigten Bereichs der zweiten
Schneiden (5) münden.
17. Bohrkrone (1) nach einem der Ansprüche 14, 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der (die) Spülkanal(kanäle) (15) an ihren zu einer Außenseite der Bohrkrone (1) liegenden
Mündungen mit insbesondere lösbar festlegbaren Spülventilen (19) versehen sind.
18. Bohrkrone (1) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Spülventile (19) im Wesentlichen kappenförmig ausgebildete Durchflussventile,
deren eine Durchflussöffnung (15) einschließender kappenförmiger Bereich (24) aus
Hartmetall ausgebildet ist oder eine Hartmetallplattierung aufweisen.