Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verkleben eines Kartons mit einer Auflage,
einer Ausrichtungseinheit, einem Niederhalter und einem Druckelement. Des Weiteren
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Verkleben eines Kartons, bei dem ein Karton
bereitgestellt wird, Haftmittel aufgebracht wird und ein Niederhalter und ein Druckelement
gegen den Karton gedrückt werden.
Stand der Technik
[0002] Vorrichtungen der eingangsgenannten Art finden bei Verpackungslinien zum Verschließen
von Kartons bzw. Paketen breite Anwendung und ermöglichen eine hohe Qualität der Verklebung
und der Verschließung.
[0003] Sie werden bspw. als vollautomatische Verschlussmaschinen in der Großserienproduktion
eingesetzt. Allerdings sind vollautomatische Verschlussmaschinen im Allgemeinen auf
die Verpackung eines Kartons eines bestimmten Kartonagentypes festgelegt und eine
Verklebung eines anderen Kartons eines anderen Kartonagentyps ist mit solch einer
vollautomatischen Verschlussmaschine nicht möglich.
[0004] Jedoch ist es erstrebenswert, für Kartons, die in kleinerer Stückzahl verschlossen
bzw. verklebt werden sollen, eine ebenso hohe Qualität des Verschlusses zu erreichen.
Darstellung der Erfindung
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei einfacher Konstruktion den Verpackungs-
bzw. Verklebungsvorgang für Kartons kostengünstiger und bezüglich Kartons unterschiedlicher
Kartonagentypen flexibler zu gestalten, wobei die hohe Qualität des Verschlusses gewährleistet
sein soll.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zum Verkleben eines Kartons
mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Demzufolge weist die Vorrichtung zum Verkleben
eines Kartons, der einen zu verklebenden Abschnitt und einen zu verklebenden Gegenabschnitt
aufweist, eine Auflage zur Aufnahme des Kartons, eine Ausrichtungseinheit mit einer
entlang der Auflage nicht bewegbaren Ausrichtungshilfseinrichtung zum Unterstützen
eines manuellen Ausrichtens des zu verklebenden Abschnitts des Kartons an einer Bearbeitungsseite
der Auflage und mit einem Bedienerzugang zum Bereitstellen eines Kartons durch einen
Bediener und zum manuellen Ausrichten des Kartons mit Hilfe der Ausrichtungshilfseinrichtung
auf, sodass die Ausrichtung entsprechend der Kartonabmessung manuell ohne eine maschinelle
Bewegung zur Ausführung erfolgen kann. Die Vorrichtung weist darüber hinaus eine entlang
der Bearbeitungsseite der Auflage verfahrbare Haftmittelauftragseinrichtung zum Auftragen
von Haftmittel auf den zu verklebenden Abschnitt des Kartons an der Bearbeitungsseite
der Auflage, einen Niederhalter, der über der Auflage angeordnet ist und senkrecht
zu der Ebene der Auflage bewegbar ist, zum Absenken entsprechend der Kartonabmessung
auf eine Kartonoberfläche und Halten des zu verklebenden Abschnitts durch Halten des
Kartons zwischen dem abgesenkten Niederhalter und der Auflage, und ein Druckelement
zum Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitts an den zu verklebenden Abschnitt auf.
[0007] Des Weiteren ist erfindungsgemäß ein Verfahren zum Verkleben eines Kartons mit einem
zu verklebenden Abschnitt und einem zu verklebenden Gegenabschnitt vorgesehen, das
die Schritte von manuellem Bereitstellen eines Kartons auf einer Auflage, lediglich
manuelles Ausrichten des zu verklebenden Abschnitts des Kartons entsprechend der Kartonabmessung
mit Hilfe einer entlang der Auflage nicht bewegbaren Ausrichtungshilfseinrichtung
an einer Bearbeitungsseite der Auflage ohne maschinelle Bewegungsausführung, Aufbringen
von Haftmittel auf den zu verklebenden Abschnitt des Kartons durch eine Haftmittelauftragseinrichtung,
Herabsenken eines Niederhalters entsprechend dem Karton auf die Kartonoberfläche und
Halten des zu verklebenden Abschnitts durch Halten des Kartons durch den Niederhalter
und die Auflage und Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitt auf den zu verklebenden
Abschnitt durch ein Druckelement und Verkleben des zu verklebenden Gegenabschnitts
mit dem zu verklebenden Abschnitt umfasst.
[0008] Die Ausrichtungshilfseinrichtung ist entlang der Auflage nicht bewegbar, d.h. sie
ist nicht in der Ebene bzw. der Richtung der flächigen Ausdehnung der Auflage bewegbar.
Mit anderen Worten ist die Ausrichtungshilfseinrichtung parallel zur Auflage bzw.
horizontal nicht bewegbar. Dies bedeutet insbesondere, dass die Ausrichtungshilfseinrichtung
aber senkrecht zur Auflage bzw. vertikal zur Auflage bewegbar sein kann.
[0009] Unter der Bearbeitungsseite ist die Seite der Vorrichtung bzw. der Auflage zu verstehen,
an der der Karton verklebt wird. Insbesondere sind die Ausrichtungshilfseinrichtung
und die Haftmittelauftragseinrichtung sowie der Niederhalter und das Druckelement
an der Seite der Vorrichtung vorgesehen, an der die Bearbeitung bzw. das Verkleben
des Kartons stattfindet. Die Seite eines Kartons, die an der Bearbeitungsseite anliegt,
wird bearbeitet, d.h. verschlossen und verklebt.
[0010] Der Bedienerzugang ist ein offener Zugang zum dauerhaften Arbeiten eines Bedieners
an der Auflage und von einer Zugriffsmöglichkeit im Wartungsfall zu unterscheiden.
[0011] Unter einem Karton ist insbesondere eine gefaltete und teilweise verschlossene bzw.
verklebte Kartonage zu verstehen. Somit ist bei einem quaderförmigen Karton vorzugsweise
eine Seite geöffnet, die mit dem Karton über eine Kante verbunden ist, sodass drei
Seitenlaschen mit dem Karton zu verkleben sind. Eine Seitenlasche nach der anderen
kann erfindungsgemäß verklebt werden, wobei das Paket bzw. der Karton bereits gefüllt
sein kann und vollständig verklebt und verschlossen wird.
[0012] Das Haftmittel kann Leim sein, sodass eine sortenreine Verpackung ohne Klebestreifen
durch eine Leimauftragseinrichtung hergestellt werden kann.
[0013] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, eine semiautomatische Vorrichtung zum Verkleben
eines Kartons bzw. ein semi-automatisches Verfahren zum Verkleben eines Kartons zu
schaffen, bei dem die Bereitstellung und Ausrichtung manuell erfolgt, ohne dass eine
maschinelle Bewegungsausführung durchgeführt wird. Insbesondere muss die Vorrichtung
nicht auf Kartons unterschiedlicher Kartonagentypen und/oder die individuelle Kartonabmessung
bei der Ausrichtung eingestellt werden oder eine individuelle maschinelle Bewegung
ausführen.
[0014] Dadurch, dass ein Karton manuell durch einen Bediener bereitgestellt wird und manuell
mit Hilfe einer entlang der Auflage nicht bewegbaren Ausrichtungshilfseinrichtung
ausgerichtet wird, erfolgen die Bereitstellung und die Ausrichtung entsprechend der
Kartonabmessung ohne eine maschinelle Bewegungsausführung. Das manuelle Ausrichten
erfolgt individuell in Abhängigkeit der Kartonabmessung, wobei die anschließenden
automatisch durchgeführten Bearbeitungsschritte im Wesentlichen unabhängig von dem
Kartonagentyp bzw. der Kartonabmessung erfolgen. Die weiteren Bearbeitungsschritte
wie Auftragen von Haftmittel und Drücken des Gegenabschnitts an den zu verklebenden
Abschnitt werden maschinell durchgeführt, um eine hohe Qualität des Verschlusses zu
gewährleisten.
[0015] Somit kann das Verschließen eines Kartons bei hoher Qualität automatisch durchgeführt
werden, wobei die manuelle Bereitstellung und Ausrichtung eine Unabhängigkeit von
den Kartonabmessungen ermöglicht. Die Vorrichtung bzw. das Verfahren eignet sich daher
für verschiedenartige Kartons und insbesondere für Kleinserienproduktionen und Stückzahl
1-Produktionen. Dies führt zu geringen Stückkosten eines Verpackungsguts, das in geringer
Stückzahl vorliegt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren
ermöglichen das Verpacken von Kartons verschiedener Kartonagentypen, wie bspw. FEFCO
0410, FEFCO 0413, FEFCO 0420, FEFCO 0421, FEFCO 0428, FEFCO 0429, FEFCO 0442, FEFCO
0403 usw..
[0016] Besonders vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben.
[0017] Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine Führung zum Hinführen des Druckelements zu
dem zu verklebenden Abschnitt auf und ist vorzugsweise derart gestaltet, dass die
Trajektorie des Druckelements beim Hinführen zumindest abschnittweise in einem Winkel
zu dem zu verklebenden Abschnitt von ungleich 0° liegt. Durch das schräge Hinführen
des Druckelements zu dem zu verklebenden Abschnitt kommt es zu einer geeigneten Kontaktierung
zwischen dem Gegenabschnitt und dem Druckelement in Bezug auf die Kante unabhängig
von der Kartonhöhe und folglich zu einer geeigneten Heranführung des Gegenabschnitts
zu dem zu verklebenden Abschnitt. Somit können eine präzise Positionierung des Abschnitts
und des Gegenabschnitts zueinander und eine präzise Verklebung der Abschnitte erreicht
werden.
[0018] Weiter vorzugsweise ist der Niederhalter als Leiste ausgebildet, die entlang der
Bearbeitungsseite verläuft und insbesondere an der Bearbeitungsseite der Auflage angeordnet
ist. Dadurch kann eine optimale Haltung des Kartons durch den abgesenkten Niederhalter
erfolgen. Wenn insbesondere die Kraft nicht punktuell, sondern über die Leiste verteilt,
und vorzugsweise an der Bearbeitungsseite der Auflage, ausgeübt wird, wo durch das
Druckelement Druck auf den zu verklebenden Gegenabschnitt und den zu verklebenden
Abschnitt ausgeübt wird, kann der Karton während des Drückens optimal festgehalten
werden.
[0019] Des Weiteren kann ein bewegbarer Vorsprung vorgesehen sein, der aus der Auflage,
vorzugsweise gegenüber dem Niederhalter, von unten bewegbar ist und weiter vorzugsweise
aus einem flexiblen rutschhemmenden Material besteht, und zwar zum Drücken gegen den
Karton. Wenn durch den Vorsprung gegen den Niederhalter Kraft ausgeübt wird, kann
der Karton besser zwischen dem abgesenkten Niederhalter und der Auflage gehalten werden.
Somit wird ein ortsfestes Halten des Kartons gegen hohe Kräfte ermöglicht. Vorzugsweise
wird der Vorsprung aus der Auflage von unten, weiter vorzugsweise gegenüber dem Niederhalter,
noch weiter vorzugsweise aus einem flexiblen rutschhemmenden Material, nach Ausrichten
des Kartons und/oder vor und/oder während des Haltens des Kartons durch den Niederhalter
gegen den Karton gedrückt.
[0020] Weiter vorzugsweise ist die Ausrichtungshilfseinrichtung eine Leiste, insbesondere
ein Anschlaglineal. Dies ermöglicht eine einfache, kostengünstige und sachgemäße Gestaltung
eines Elements, mittels dem der Bediener die Ausrichtung durchführt.
[0021] Des Weiteren kann die Ausrichtungshilfseinrichtung senkrecht zur Ebene der Auflage
nach unten in die Auflage bewegbar sein. Die Ausrichtungshilfseinrichtung kann vor
Ausüben von Druck auf den Gegenabschnitt unter die Auflage abgesenkt werden. Die Ausrichtungshilfseinrichtung
kann dann, wenn bspw. das Druckelement zum Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitts
an den zu verklebenden Abschnitt eingesetzt wird, in die Auflage abgesenkt werden,
um somit die Bewegung des Druckelements nicht zu behindern bzw. einzuschränken.
[0022] Des Weiteren kann die Vorrichtung eine nicht bewegbare Ausrichtungshilfszusatzeinrichtung,
insbesondere eine Leiste, an der Auflage senkrecht zu der Ausrichtungshilfseinrichtung
aufweisen. Dies ermöglicht eine vereinfachte Ausrichtung des Kartons, indem dieser
zunächst an die Ausrichtungshilfszusatzeinrichtung und dann an die senkrecht zu der
Ausrichtungshilfszusatzeinrichtung verlaufende Ausrichtungshilfseinrichtung angelegt
wird.
[0023] Vorzugsweise sind der Niederhalter und das Druckelement durch eine Kopplung mechanisch
gekoppelt. Dadurch kann auf einfache Weise die Bewegung des Niederhalters und des
Druckelements abgestimmt werden.
[0024] Ein Abmessungssensor zum Detektieren der Abmessung des Kartons entlang der Bearbeitungsseite
kann, vorzugsweise an der Haftmittelauftragseinrichtung, an der Vorrichtung vorgesehen
sein. Dadurch kann insbesondere erkannt werden, wie lang die Haftmittelspur auf den
Karton aufgebracht werden soll, sodass das Verfahren der Haftmittelauftragseinrichtung
präzise festgelegt werden kann.
[0025] Vorzugsweise ist das Druckelement flächig und senkrecht zur Auflage an der Bearbeitungsseite
der Auflage ausgebildet. Eine flächige Ausbildung des Druckelements erlaubt eine gleichmäßige
Druckverteilung auf den Gegenabschnitt des Kartons und somit eine optimale Gestaltung
des Verschlusses bzw. der Verklebung. Durch die senkrechte Anordnung kann eine optimale
Verklebung im Falle eines quaderförmigen Kartons gewährleistet werden.
[0026] Vorzugsweise weist die Vorrichtung einen Kartonsensor zum Detektieren eines Vorliegens
eines Kartons auf der Auflage auf. So kann insbesondere die Entnahme eines Kartons
überwacht werden und ausgehend davon die Steuerung gestaltet werden. Ein effizienter
Arbeitsablauf wird so gewährleistet.
[0027] Vorzugsweise ist die Vorrichtung mittels des Kartonsensors derart eingerichtet, dass
die Ausrichtungshilfseinrichtung vor und während des Einbringens eines Kartons in
die Vorrichtung über die Auflage nach oben vorsteht und/oder während des Druckausübens
durch das Druckelement auf den Karton unter die Auflage abgesenkt ist. Der Kartonsensor
steuert, dass die Ausrichtungshilfseinrichtung vor und während des Einbringens eines
Kartons über die Auflage nach oben vorsteht und/oder während des Haltens des Kartons
zwischen dem Niederhalter und der Auflage unter die Auflage abgesenkt wird. Dies ermöglicht
eine akkurate Ausrichtung des Kartons beim Einbringen und eine ungehinderte Bewegung
des Druckelements zum Druckausüben. Folglich kann der Vorgang des Verklebens präzise
und effizient gestaltet werden.
[0028] Die Vorrichtung kann eine Verschließeinheit aufweisen, die die Ausrichtungshilfseinrichtung,
den Niederhalter und das Druckelement aufweist. Vorzugsweise kann die Verschließeinheit
des Weiteren einen aus der Auflage von unten bewegbaren Vorsprung zum Drücken gegen
den Karton aufweisen. Es können mehrere Verschließeinheiten in einer Vorrichtung mit
einer Auflage und einer Haftmittelauftragseinrichtung angeordnet sein und sind, vorzugsweise
in Abhängigkeit der Abmessung des Kartons entlang der Bearbeitungsseite, gleichzeitig
oder getrennt einsetzbar. Somit können in Abhängigkeit der Kartonbreite mehrere Verschließeinheiten
aneinander gereiht angeordnet zum Verschließen eines Kartons verwendet werden. Eine
gemeinsame Auflage und eine gemeinsame Haftmittelauftragseinrichtung sind für mehrere
Verschließeinheiten vorgesehen. Dies ermöglicht einen sehr breiten Einsatzbereich
der Vorrichtung, die für nahezu beliebige Kartonabmessungen einsetzbar ist. Insbesondere
wird im Falle eines kleinen Kartons lediglich eine Verschließeinheit eingesetzt werden,
wobei im Falle eines großen Kartons mehrere Verschließeinheiten gleichzeitig eingesetzt
werden.
[0029] Vorzugsweise werden nach Verkleben des Abschnitts und des Gegenabschnitts der Niederhalter
und das Druckelements wieder in die jeweilige Ausgangsstellung gebracht. Somit kann
direkt nachfolgend ein nächster Karton oder ein nächster Abschnitt/Gegenabschnitt
des Kartons bearbeitet werden, wodurch der Arbeitsablauf effizienter gestaltet werden
kann.
[0030] Vorzugsweise wird der Karton nach Verkleben des Abschnitts und des Gegenabschnitts
manuell entnommen. Alternativ wird der Karton nach Verkleben des Abschnitts und des
Gegenabschnitts auf der Auflage manuell gedreht und weitere entsprechende Abschnitte
des Kartons werden verklebt. Dadurch kann eine effiziente und kostengünstige Verklebung
und Bearbeitung eines Kartons gewährleistet werden.
[0031] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung noch näher ersichtlich werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0032]
- Fig. 1
- zeigt einen Karton vor Verklebung;
- Fig. 2
- zeigt eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung in einer Perspektivansicht;
- Fig. 3
- zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung; und
- Fig. 4
- zeigt die verkleidete Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung mit einem zu verklebenden
Karton.
Ausführliche Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
[0033] Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend ausführlich
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
[0034] Fig. 1 zeigt einen Karton K, der drei zu verklebende Abschnitte a, b, b' aufweist,
die entsprechend mit einer Leimspur c, c', c" versehen sind. Die entsprechenden zu
verklebenden Gegenabschnitte A, B, B' werden zum Verkleben auf die zu verklebenden
Abschnitte a, b, b' geklappt werden.
[0035] Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Verkleben eines Kartons K, die
eine Auflage 1, bspw. einen Ablage- und Ausrichtungstisch, aufweist und eine Kartonauflagefläche
1' darstellt.
[0036] Eine Ausrichtungseinheit weist eine Ausrichtungshilfseinrichtung 3 an einer Bearbeitungsseite
der Auflage 1 zum Unterstützen eines manuellen Ausrichtens des zu verklebenden Abschnitts
a, b, b' des Kartons auf. Die Ausrichtungshilfseinrichtung 3 ist entlang bzw. parallel
zu der Auflage 1 nicht bewegbar, aber senkrecht zur Ebene der Auflage nach unten in
die Auflage 1 bewegbar.
[0037] Des Weiteren weist die Vorrichtung einen Bedienerzugang zum Bereitstellen eines Kartons
K durch einen Bediener (nicht gezeigt) und zum manuellen Ausrichten des Kartons K
mit Hilfe der Ausrichtungshilfseinrichtung 3 auf. Die Bereitstellung und Ausrichtung
erfolgen somit entsprechend der Kartonabmessung manuell ohne eine maschinelle Bewegungsausführung.
[0038] Des Weiteren weist die Vorrichtung eine entlang der Bearbeitungsseite der Auflage
1 verfahrbare Leimauftragseinrichtung 4 zum Auftragen von Leim auf den zu verklebenden
Abschnitt a, b, b' des Kartons K an der Bearbeitungsseite der Auflage 1 auf. Die Leimauftragseinrichtung
4 weist einen Leimauftragskopf mit integriertem Leimbehälter und eine Leimaufbereitung
5 auf, der eine Leimspur c, c', c" auf den entsprechenden Abschnitt a, b, b' spritzt.
Die Leimlauftragseinrichtung 4 ist dabei entlang der Achse 12 verfahrbar, die parallel
zu der Bearbeitungsseite verläuft, sodass die Kartonseite mit Leim versehen wird,
die an der Bearbeitungsseite anliegt.
[0039] Ein Niederhalter 6 ist über der Auflage 1 angeordnet und senkrecht zu der Ebene der
Auflage 1 bewegbar, und zwar zum Absenken entsprechend der Kartonabmessung auf eine
Kartonoberfläche und Halten des zu verklebenden Abschnitts a, b, b' durch Halten des
Kartons K zwischen dem abgesenkten Niederhalter 6 und der Auflage 1.
[0040] Darüber hinaus ist ein Druckelement 8 zum Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitts
A, B, B' an den zu verklebenden Abschnitt a, b, b' vorgesehen. Der Niederhalter 6
und das Druckelement 8 sind durch eine Kopplung 11 mechanisch gekoppelt.
[0041] Fig. 3 zeigt eine Führung 9 zum Hinführen des Druckelements 8 zu dem zu verklebenden
Abschnitt a, b, b' unter zumindest teilweiser Kontaktierung des Gegenabschnitts A,
B, B'. Die Führung ist derart gestaltet, dass die Trajektorie des Druckelements 8
beim Hinführen zumindest abschnittsweise in einem Winkel zu dem zu verklebenden Abschnitt
a, b, b' von ungleich 0° liegt. Insbesondere beträgt der Winkel α zwischen der Auflage
1 und der Führung 9 bzw. der Trajektorie des Druckelements 8 ungleich 90°.
[0042] Wie in Fig. 2 gezeigt ist der Niederhalter 6 als Leiste ausgebildet, die entlang
der Bearbeitungsseite verläuft und an der Bearbeitungsseite der Auflage 1 angeordnet
ist. Gegenüber dem Niederhalter 6 ist ein aus der Auflage 1 bewegbarer Vorsprung 7
vorgesehen, der gegen den Karton von unten drückt und aus einem flexiblen rutschhemmenden
Material besteht. Mehrere Vorsprünge 7 können aneinander gereiht gegenüber der Leiste
6 ausgebildet sein.
[0043] Wie insbesondere Fig. 2 zu entnehmen ist, ist eine nicht bewegbare Ausrichtungshilfszusatzeinrichtung
2, insbesondere eine Leiste, an der Auflage 1 senkrecht zu der Ausrichtungshilfseinrichtung
3 vorgesehen. Diese verläuft senkrecht zu der Bearbeitungsseite der Auflage 1 an einem
Rand der Auflage.
[0044] Des Weiteren ist ein Abmessungssensor, vorzugsweise an der Haftmittelauftragseinrichtung
(nicht gezeigt), zum Detektieren der Abmessung des Kartons K entlang der Bearbeitungsseite
vorgesehen.
[0045] Aus Fig. 2 ist insbesondere ersichtlich, dass das Druckelement 8 flächig und senkrecht
zur Auflage 1 an der Bearbeitungsseite der Auflage 1 ausgebildet ist. Des Weiteren
ist das Druckelement 8 derart mechanisch mit dem Niederhalter 6 gekoppelt, dass eine
Zeitdifferenz zwischen dem Aufsetzen des Niederhalters 6 und des Druckelements 8 auf
den zu verklebenden Gegenabschnitt A, B, B' durch die Länge 13 bestimmt wird, die
die Relativmaßdifferenz zwischen dem Niederhalter 6 und dem Druckelement 8 angibt,
wie in Fig. 3 gezeigt.
[0046] Die Vorrichtung weist einen Kartonsensor 10 zum Detektieren eines Vorliegens eines
Kartons K auf der Auflage 1 auf und steuert die Ausrichtungshilfseinrichtung 3 derart,
dass sie vor und während des Einbringens eines Kartons K in die Vorrichtung über die
Auflage 1 nach oben vorsteht und/oder während des Druckausübens durch das Druckelement
8 auf den Karton K unter die Auflage 1 abgesenkt ist.
[0047] Aus Fig. 2 wird deutlich, dass mehrere Verschließeinheiten 14, 14' vorgesehen sein
können, wobei eine Verschließeinheit 14 eine Ausrichtungshilfseinrichtung 3, einen
Niederhalter 6, ein Druckelement 8 und einen Vorsprung 7 aufweist. Mehrere derartige
Verschließeinheiten 14, 14' sind mit einer gemeinsamen Auflage 1 und einer gemeinsamen
Leimauftragseinrichtung 4 entlang der Bearbeitungsseite angeordnet und können gleichzeitig
oder getrennt eingesetzt werden.
[0048] Im Folgenden wird das Verfahren zum Verkleben eines Kartons genauer beschrieben.
Ein Bediener legt manuell einen Karton K auf der Auflage 1 bereit. Dieser Karton K
kann bspw. mit Packgut gefüllt sein. Zunächst erfolgt eine Ausrichtung an der ortsfesten
Ausrichtungshilfszusatzeinrichtung 2. Der Karton wird lediglich manuell ausgerichtet,
indem der zu verklebende Abschnitt a entsprechend der Kartonabmessung mit Hilfe der
entlang der Auflage nicht bewegbaren Ausrichtungshilfseinrichtung 3 an der Bearbeitungsseite
der Auflage 1 ohne maschinelle Bewegungsführung ausgerichtet wird. Nach der Ausrichtung
löst der Bediener über eine Zweihand-Schaltung den Verschließvorgang aus, der nun
automatisch durchgeführt wird.
[0049] Durch eine Leimauftragseinrichtung 4 wird Haftmittel auf den zu verklebenden Abschnitt
a des Kartons K aufgebracht. Dazu wird die Leimauftragseinrichtung 4 parallel zur
Bearbeitungsseite verfahren. Die Begrenzung der Leimspur c erfolgt mittels eines Abmessungssensors,
vorzugsweise an der Haftmittelauftragseinrichtung positioniert, zum Detektieren der
Abmessung des Kartons während des Verfahrens der Leimauftragseinrichtung 4.
[0050] Danach wird ein Niederhalter 6 entsprechend dem Karton K auf die Kartonoberfläche
herabgesenkt und der zu verklebende Abschnitt a durch Halten des Kartons durch den
Niederhalter 6 und die Auflage 1 gehalten. Fig. 4 zeigt den Zustand, in dem der Niederhalter
6 auf der Oberfläche des Kartons K aufliegt.
[0051] Nun wird/werden ein Vorsprung/mehrere Vorsprünge 7 aus der Auflage 1 von unten gegenüber
dem Niederhalter 6 nach Ausrichten des Kartons gegen den Karton von unten gedrückt.
Die Ausrichtungshilfseinrichtung 3 wird unter die Auflage 1 abgesenkt.
[0052] Anschließend wird ein Druckelement 8 zum Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitts
A auf den zu verklebenden Abschnitt a in Kontakt mit dem Gegenabschnitt gebracht,
der Gegenabschnitt A an den Abschnitt a herangeführt und schließlich der Gegenabschnitt
A an den zu verklebenden Abschnitt a wie in Fig. 4 gezeigt gedrückt und mit ihm verklebt.
[0053] Nach einer erforderlichen Andrückzeit werden das Druckelement 8 und der Niederhalter
6 durch die Kopplung 11 wieder in ihre jeweilige Ausstandstellung gebracht. Der Karton
kann nun manuell auf der Auflage 1 gedreht werden und eine andere Kartonseite an der
Bearbeitungsseite positioniert werden, so dass die weiteren Abschnitte b, b' und die
Gegenabschnitte B, B' des Kartons K verklebt werden können. Alternativ kann der Karton
aus der Vorrichtung entnommen werden.
1. Vorrichtung zum Verkleben eines Kartons (K), der einen zu verklebenden Abschnitt (a,
b, b') und einen zu verklebenden Gegenabschnitt (A, B, B') aufweist, wobei die Vorrichtung
aufweist:
eine Auflage (1) zur Aufnahme des Kartons,
eine Ausrichtungseinheit mit einer entlang der Auflage nicht bewegbaren Ausrichtungshilfseinrichtung
(3) zum Unterstützen eines manuellen Ausrichtens des zu verklebenden Abschnitts (a,
b, b') des Kartons an einer Bearbeitungsseite der Auflage und mit einem Bedienerzugang
zum Bereitstellen eines Kartons durch einen Bediener und zum manuellen Ausrichten
des Kartons mit Hilfe der Ausrichtungshilfseinrichtung, sodass die Bereitstellung
und Ausrichtung entsprechend der Kartonabmessung manuell ohne eine maschinelle Bewegungsausführung
erfolgen können,
eine entlang der Bearbeitungsseite der Auflage verfahrbare Haftmittelauftragseinrichtung
(4) zum Auftragen von Haftmittel auf den zu verklebenden Abschnitt (a, b, b') des
Kartons an der Bearbeitungsseite der Auflage,
einen Niederhalter (6), der über der Auflage (1) angeordnet ist und senkrecht zu der
Ebene der Auflage bewegbar ist, zum Absenken entsprechend der Kartonabmessung auf
eine Kartonoberfläche und Halten des zu verklebenden Abschnitts (a, b, b') durch Halten
des Kartons zwischen dem abgesenkten Niederhalter (6) und der Auflage (1), und
ein Druckelement (8) zum Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitts (A, B, B') an
den zu verklebenden Abschnitt (a, b, b').
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, die eine Führung (9) zum Hinführen des Druckelements
(8) zu dem zu verklebenden Abschnitt aufweist, und vorzugsweise derart gestaltet ist,
dass die Trajektorie des Druckelements (8) beim Hinführen zumindest abschnittsweise
in einem Winkel zu dem zu verklebenden Abschnitt (a, b, b') von ungleich 0° liegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Niederhalter (6) als Leiste ausgebildet
ist, die entlang der Bearbeitungsseite verläuft, und vorzugsweise an der Bearbeitungsseite
der Auflage (1) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die einen aus der Auflage (1)
von unten, vorzugsweise gegenüber dem Niederhalter (6), bewegbaren Vorsprung (7),
vorzugsweise aus einem flexiblen rutschhemmenden Material, zum Drücken gegen den Karton
aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Ausrichtungshilfseinrichtung
(3) eine Leiste, insbesondere ein Anschlaglineal, ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Ausrichtungshilfseinrichtung
(3) senkrecht zur Ebene der Auflage nach unten in die Auflage (1) bewegbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die eine nicht bewegbare Ausrichtungshilfszusatzeinrichtung
(2), insbesondere eine Leiste, an der Auflage (1) senkrecht zu der Ausrichtungshilfseinrichtung
(3) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der Niederhalter (6)
und das Druckelement (8) durch eine Kopplung (11) mechanisch gekoppelt sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die einen Abmessungssensor zum
Detektieren der Abmessung des Kartons entlang der Bearbeitungsseite aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Druckelement (8)
flächig und senkrecht zur Auflage (1) an der Bearbeitungsseite der Auflage ausgebildet
ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die einen Kartonsensor (10) zum
Detektieren eines Vorliegens eines Kartons auf der Auflage (1) aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, die mittels des Kartonsensors eingerichtet ist, die
Ausrichtungshilfseinrichtung (3) derart zu steuern, dass die Ausrichtungshilfseinrichtung
vor und während des Einbringens eines Kartons in die Vorrichtung über die Auflage
(1) nach oben vorsteht und/oder während des Druckausübens durch das Druckelement (8)
auf den Karton unter die Auflage (1) abgesenkt ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine Verschließeinheit
(14) die Ausrichtungshilfseinrichtung (3), den Niederhalter (6), das Druckelement
(8) und vorzugsweise einen aus der Auflage (1) von unten bewegbaren Vorsprung (7)
zum Drücken gegen den Karton aufweist, und mehrere Verschließeinheiten (14, 14') in
einer Vorrichtung mit einer Auflage (1) und einer Haftmittelauftragseinrichtung (4)
angeordnet sind und, vorzugsweise in Abhängigkeit der Abmessung des Kartons entlang
der Bearbeitungsseite, gleichzeitig oder getrennt einsetzbar sind.
14. Verfahren zum Verkleben eines Kartons (K) mit einem zu verklebenden Abschnitt (a,
b, b') und einem zu verklebenden Gegenabschnitt (A, B, B'), das die folgenden Schritte
umfasst:
lediglich manuelles Bereitstellen eines Kartons auf einer Auflage (1),
lediglich manuelles Ausrichten des zu verklebenden Abschnitts des Kartons entsprechend
der Kartonabmessung mit Hilfe einer entlang der Auflage nicht bewegbaren Ausrichtungshilfseinrichtung
(3) an einer Bearbeitungsseite der Auflage (1) ohne maschinelle Bewegungsausführung,
Aufbringen von Haftmittel auf den zu verklebenden Abschnitt des Kartons durch eine
Haftmittelauftragseinrichtung (4),
Herabsenken eines Niederhalters (6) entsprechend dem Karton auf die Kartonoberfläche
und Halten des zu verklebenden Abschnitts (a, b, b') durch Halten des Kartons durch
den Niederhalter (6) und die Auflage (1),
Drücken des zu verklebenden Gegenabschnitts auf den zu verklebenden Abschnitt durch
ein Druckelement (8) und Verkleben des zu verklebenden Gegenabschnitts mit dem zu
verklebenden Abschnitt.
15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem ein Vorsprung (7) aus der Auflage (1) von unten,
vorzugsweise gegenüber dem Niederhalter (6), weiter vorzugsweise aus einem flexiblen
rutschhemmenden Material, nach Ausrichten des Kartons und/oder vor und/oder während
des Haltens des Kartons durch den Niederhalter gegen den Karton von unten drückt.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, bei dem die Ausrichtungshilfseinrichtung (3) vor
Ausüben von Druck auf den Gegenabschnitt unter die Auflage (1) abgesenkt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, bei dem nach Verkleben des Abschnitts
und des Gegenabschnitts der Niederhalter (6) und das Druckelement (8) wieder in die
jeweilige Ausgangsstellung gebracht werden.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, bei dem ein Kartonsensor (10) steuert,
dass die Ausrichtungshilfseinrichtung (3) vor und während des Einbringens eines Kartons
über die Auflage (1) nach oben vorsteht und/oder während des Haltens des Kartons zwischen
dem Niederhalter (6) und der Auflage (1) unter die Auflage abgesenkt wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, bei dem der Karton nach Verkleben des
Abschnitts und des Gegenabschnitts manuell entnommen wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, bei dem der Karton nach Verkleben des
Abschnitts und des Gegenabschnitts auf der Auflage manuell gedreht wird und weitere
entsprechende Abschnitte des Kartons gemäß Anspruch 1 verklebt werden.