[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Ladungsträger, insbesondere einen Wechselkoffer
oder eine Wechselpritsche, zur Übergabe und/oder zur Übernahme zwischen zwei Fahrzeugen
oder einem Fahrzeug und einer Laderampe, welcher mit seinen Ausmaßen im Wesentlichen
an die Abmessungen des Fahrzeuges angepasst ist, mit einer Bodenplatte zur Aufnahme
von zu transportierenden Waren und Gütern, wobei die Bodenplatte auf einer Ladefläche
des Fahrzeuges arretierbar ist, und einer Abdeckung zur Seiten- und Höhenbegrenzung
des Laderaumes auf der Bodenplatte.
[0002] Bekannte Ladungsträger, wie beispielsweise Wechselkoffer oder Wechselpritschen, werden
unter anderem im Logistikbereich des so genannten Verteilerverkehrs eingesetzt, um
die auf dem Ladungsträger transportierten Waren und Güter an ihren jeweiligen Bestimmungsort
zu transportieren. Unter Verteilerverkehr ist vornehmlich der Transport von Waren
mittels Straßenfahrzeugen im Nahverkehr zu verstehen. Die Ladungsträger, auch bezeichnet
als Wechselaufbau, werden nach Erreichen des Bestimmungsortes vom Träger-Fahrzeug
getrennt und können dann ohne unnötige Wartezeiten für das Fahrzeug individuell be-
und entladen werden. Das für den Transport verwendete Träger-Fahrzeug kann unmittelbar
nach dem Absetzen des Ladungsträgers gegebenenfalls bereits noch am selben Absetzort
mit einem anderen Ladungsträger bestückt werden oder ist zur Abholung eines Ladungsträgers
an einem anderen Bestimmungsort vorgesehen.
[0003] Um die Ladungsträger an dem jeweiligen Bestimmungsort abstellen zu können, weisen
diese z.B. vier Stützbeine auf, die an den Seiten des Ladungsträgers heruntergeklappt
werden und die nach dem Absenken der Ladefläche des Fahrzeuges fest auf dem Untergrund
aufstehen.
[0004] Die bekannten Ladungsträger werden häufig auch im kombinierten Verkehr eingesetzt,
der einen Transport von Waren und Gütern sowohl im Schienenverkehr als auch im Straßenverkehr
vorsieht. Mit der Beförderung der Waren und Güter im kombinierten Verkehr soll insbesondere
eine hohe Transportsicherheit über lange Wegstrecken gewährleistet werden. Um den
Wechsel der Ladungsträger vom Straßenverkehr auf den Schienenverkehr oder in umgekehrter
Richtung vornehmen zu können, sind die bekannten Ladungsträger zusätzlich mit speziellen
Verladeeinrichtungen auszurüsten. Häufig weisen die Ladungsträger zu diesem Zweck
entsprechende Greifkanten auf, die von speziellen Greifarmen eines Verladekrans seitlich
übergriffen werden und mit denen der Ladungsträger angehoben werden kann.
[0005] An jedem Verladeort bzw. Umschlagplatz, an dem ein Umschlag vom Schienenverkehr auf
den Straßenverkehr oder in umgekehrter Richtung vorgenommen werden soll, werden Verladekräne
benötigt, um die Ladungsträger zwischen den Schienenfahrzeugen und den Straßenfahrzeugen
umsetzen zu können. Der Einsatz solcher Verladekräne an den Umschlagplätzen ist jedoch
nur ab einem bestimmten Umschlagvolumen wirtschaftlich sinnvoll, weshalb nur wenige
Verladezentren existieren, von denen aus die Waren und Güter dann im Straßenverkehr
verteilt werden. Daher lassen sich Bestimmungsorte, die zwar im Nahbereich einer schienengebundenen
Transportstrecke liegen, trotzdem nicht auf dem kürzesten Wege anfahren. Darüber hinaus
benötigen derartige Verladezentren einen relativ großen Platzbedarf, um gegebenenfalls
eine zeitweise Zwischenlagerung von nicht unmittelbar zum Weitertransport bestimmten
Ladungsträgern gewährleisten zu können.
[0006] Das wirtschaftliche Umladen oder Umsetzen der bekannten Ladungsträger vom Schienen-
auf den Straßenverkehr ist daher speziell in kleineren Bahnhöfen oder Umschlagplätzen,
die beispielsweise direkt an einer stark frequentierten Transportstrecke liegen, nicht
möglich.
[0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Ladungsträger der eingangs
genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass dessen Anbindung an den kombinierten
Verkehr vereinfacht und somit eine gesteigerte Transporteffizienz der Waren und Güter
im kombinierten Verkehr erreicht ist.
[0008] Die Erfindung löst die ihr zugrundeliegende Aufgabe bei einem Ladungsträger der eingangs
genannten Art, indem die Bodenplatte auf ihrer Unterseite eine Vielzahl von Rollen
aufweist, wobei die Rollen für eine quer zur Längsrichtung des Ladungsträgers ausgerichtete
Verladebewegung ausgebildet sind. Die Erfindung macht sich hierbei die Erkenntnis
zunutze, dass ein mit Rollen auf der Unterseite der Bodenplatte ausgerüsteter Ladungsträger
auf einfache Weise seitwärts von der Ladefläche eines Schienen- und/oder Straßenfahrzeuges
auf die Ladefläche eines unmittelbar dazu benachbarten Fahrzeuges oder eine Laderampe
eines Bahnhofs oder eines Umschlagplatzes übergeben bzw. umgesetzt werden kann. Die
Verwendung bzw. der Einsatz eines speziell zum Umladen benötigten Verladekrans oder
sonstigen Fahrzeugs kann somit vermieden werden. Über die Rollen auf der Unterseite
der Bodenplatte wird der Ladungsträger vorzugsweise quer zu seiner Längsrichtung von
der Ladefläche eines Fahrzeuges auf eine bevorzugt parallel dazu ausgerichtete Ladefläche
eines zweiten Fahrzeuges oder einer parallel zu einem Verkehrsweg ausgerichtete Laderampe
verschoben. Aufgrund der durch die Ladefläche ausgebildeten Auflager- oder Führungsebene,
auf der die Rollen des Ladungsträgers relativ einfach abrollen, ist zudem eine Umladekraft
quer zur Längsachse des Ladungsträgers notwendig, die nur einen Bruchteil der sonst
zum Anheben des Ladungsträgers benötigten Verladekraft ausmacht. Um eine ungewollte
Bewegung des Ladungsträgers auf der Ladefläche des Fahrzeuges während des Transports
zu vermeiden, ist dieser in seiner Transportstellung über eine Arretiereinrichtung
an der Ladefläche des Fahrzeuges gesichert. Als Rolle ist im Sinne der Erfindung jede
beliebige Körperform anzusehen, wie z.B. eine Kugel oder eine Tonne, mit der sich
die Umladebewegung des Ladungsträgers vornehmen lässt.
[0009] Vorliegend ist der Ladungsträger mit seinen Ausmaßen an die Abmessungen des Fahrzeuges,
vorzugsweise an dessen als Auflagerfläche ausgebildete Ladefläche angepasst. Der Ladungsträger
ist bevorzugt mit seiner Bodenplatte und der den Laderaum oberhalb der Bodenplatte
begrenzten Abdeckung im Wesentlichen bis an die maximal zulässige Gesamtabmessungen
des Fahrzeuges angepasst, wie z.B. dessen Gesamtlänge, dessen Gesamtbreite oder dessen
Gesamthöhe. Dabei sind jedoch nicht die lichten oder freien Innenabmessungen des Laderaumes
der als Pritschen-, Kasten-oder Kofferaufbau ausgebildeten Ladefläche gemeint.
[0010] Im Rahmen der Erfindung sind unter der Begrifflichkeit "Fahrzeug" zum einen Schienenund
Straßenfahrzeuge zu verstehen. Zum anderen werden durch den Begriff "Fahrzeug" sowohl
selbstfahrende Kraftfahrzeuge mit eigener Ladefläche für einen darauf anordbaren,
erfindungsgemäßen Ladungsträger als auch Fahrzeuge ohne eigenen Antrieb, wie z.B.
Güterwagen für den Schienenverkehr oder Anhänger einschließlich Sattelauflieger für
den Straßenverkehr definiert.
[0011] Vorzugsweise sind die Rollen auf der Unterseite der Bodenplatte in Aufnahmen angeordnet,
sodass die Rollen nur bereichsweise an der Unterseite der Bodenplatte vorstehen. Durch
das bereichsweise Einlassen der Rollen in die Bodenplattenunterseite ist eine konstruktiv
vorteilhafte und zugleich feste Halterung der Rollen an der Bodenplatte umgesetzt.
Damit ist eine sichere Krafteinleitung der beispielsweise mehrere Tonnen aufweisenden
Masse des Ladungsträgers auf die Ladefläche gewährleistet.
[0012] Bevorzugt sind an der Unterseite der Bodenplatte mehrere Reihen von nebeneinander
angeordneten Rollen vorgesehen, wobei jede Rollen-Reihe sich parallel zu den Längsseiten
des Ladungsträgers erstreckt. Durch die Ausbildung von mehreren, vorzugsweise vier
oder mehr Reihen von Rollen ist zum einen eine vorteilhafte Verteilung der Masse des
Ladungsträgers auf einer jeweiligen Ladungsfläche gewährleistet. Zum anderen lässt
sich mithilfe einer bestimmten Mindestanzahl von Rollen-Reihen der Spalt zwischen
zwei vorzugsweise parallel zueinander ausgerichteten Ladeflächen zweier Fahrzeuge
oder zwischen einer Ladefläche eines Fahrzeuges und einer dazu benachbarten Laderampe
auf vorteilhafte Weise überfahren. Somit ist die Schiebebeweglichkeit des Ladungsträgers
quer zur seiner Längsachse oberhalb der Ladefläche des Fahrzeuges oder der Abstellfläche
der Laderampe sichergestellt.
[0013] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Rollen vorzugsweise
als zylindrische Wälzkörper ausgebildet sind, deren Rotationsachsen parallel zu den
Längsseiten des Ladungsträgers verlaufen. Die Verwendung von zylindrischen Wälzkörpern
stellt eine konstruktiv einfache Möglichkeit zur Umsetzung einer quer zur Längsrichtung
des Ladungsträgers ausgerichteten Verladebewegung dar. Durch die zylindrischen Wälzkörper
und der gezielten Ausrichtung deren Rotationsachsen parallel zu den Längsseiten des
Ladungsträgers ist die bevorzugte Verladebewegung quer zur Längsrichtung des Ladungsträgers
auf einfache Weise bewirkt. Vorzugsweise sind die zylindrisch ausgebildeten Wälzkörper
jeweils stirnseitig über Drehlager aufgenommen, die in der Bodenplatte des Ladungsträgers
angeordnet sind. Zur Aufnahme in den Drehlagern weist jeder Wälzkörper bevorzugt an
seinen Stirnseiten zapfenartige Dorne auf, die in den Drehlagern gehalten sind. Die
Drehlager sind vorzugsweise als Gleit- oder Wälzlager ausgebildet. Alternativ weisen
die Rollen eine Kugel- oder auch Tonnenform auf.
[0014] Bevorzugt sind einzelne Rollen mit einer Antriebseinheit gekoppelt, sodass die Verladebewegung
quer zur Längsrichtung des Ladungsträgers vom Ladungsträger selbst umgesetzt bzw.
vorgenommen wird. Damit ist erreicht, dass ein zu verladender bzw. umzusetzender Ladungsträger
eigenständig die benötigte Verladebewegung ausführt. Demzufolge kann der Verladevorgang
vorzugsweise unabhängig von den jeweils vorliegenden örtlichen Gegebenheiten des Bahnhofs
oder des Umschlagplatzes erfolgen. Bevorzugt sind jeweils mehrere Rollen an der Unterseite
der Bodenplatte mit einer Antriebseinheit gekoppelt, um die benötigte Antriebskraft
gleichmäßig auf mehrere Rollen und auf mehrere Bereiche an der Unterseite des Ladungsträgers
zu verteilen. Um die Energieversorgung der Antriebseinheiten des Ladungsträgers gewährleisten
zu können, sieht eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung eine Energieversorgung
durch das Fahrzeug vor. Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein direkt am Ladungsträger angeordneten Energiespeicher vorgesehen.
[0015] Eine alternative Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Bodenplatte mit
einer Rastaufnahme für ein mit der Rastaufnahme koppelbares Rastelement einer Verladeeinrichtung
eines Fahrzeuges oder einer Laderampe ausgerüstet ist. Anstelle eines die Verladebewegung
selbst umsetzenden Ladungsträgers weist eine alternative Ausführungsform eine oder
mehrere Rastaufnahmen auf, mit denen jeweils ein bewegliches Rastelement in Eingriff
bringbar ist. Das Rastelement der Verladeeinrichtung greift dabei insbesondere formschlüssig
in die Rastaufnahme der Bodenplatte ein. Bevorzugt weist die Rastaufnahme wenigstens
eine etwa parallel zur Flächennormalen der quer zur Längsrichtung des Ladungsträgers
wirkenden Verladekraft ausgerichtete Kraftangriffsfläche auf.
[0016] Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Abdeckung eine oder mehrere
verformungssteife Seitenwände und eine Deckenplatte und/oder ein auf der Bodenplatte
befestigbares Planenverdeck aufweist. Mithilfe verformungssteifer Seitenwände und
einer verformungssteifen Deckenplatte lässt sich die Verwindungssteifigkeit des Ladungsträgers
auf vorteilhafte Weise verbessern. Der Ladungsträger ist bevorzugt aus Aluminiumprofilen
mit einem Querschnitt in einem Bereich zwischen 40 und 60 mm Höhe, vorzugsweise mit
einem Querschnitt von 50 mm Höhe ausgebildet. Speziell bei Waren und Gütern, die im
Vergleich zum Ladungsträger eine relativ hohe Gesamtmasse aufweisen, ist mit der verformungssteifen
Ausbildung der Abdeckung ein sicherer Transport der Waren und Güter und ein vorteilhafter
Umladevorgang gewährleistet. Alternativ ist vorzugsweise, in Abhängigkeit von den
mit dem Ladungsträger zu transportierenden Waren und Gütern, die Abdeckung oberhalb
der Bodenplatte durch ein an der Bodenplatte befestigbares Planenverdeck ausgebildet.
[0017] Die Erfindung löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe gemäß einen weiteren Aspekt
durch Angabe eines Fahrzeuges, insbesondere eines Schienen- oder Straßenfahrzeugs,
zum Transport eines Ladungsträgers gemäß einem der vorstehend bevorzugten Ausführungsformen
mit einer Ladefläche zur Aufnahme eines Ladungsträgers, wobei die Ladefläche als im
Wesentlichen ebene Auflagerfläche ausgebildet ist, wobei die Ladefläche zur Übernahme
oder Übergabe des Ladungsträgers entlang einer ihrer Längsseiten und einer Verladebewegung
des Ladungsträgers quer zur Längsachse des Fahrzeuges eingerichtet ist. Mithilfe eines
derartig erfindungsgemäß ausgebildeten Fahrzeugs kann ein mit Rollen auf der Unterseite
der Bodenplatte ausgerüsteter Ladungsträger vorteilhaft einfach über die Längsseite
des Fahrzeuges umgeladen bzw. umgesetzt werden. Die Ladefläche ist bevorzugt als ebene
Auflagerfläche ausgebildet, wodurch der Ladungsträger bevorzugt über beide Längsseiten
der Ladefläche be- und entladen werden kann. Auf den Einsatz eines Verladekrans, der
den Ladungsträger von der Ladefläche des Fahrzeuges herunterhebt, kann somit auf vorteilhafte
Weise verzichtet werden. Um den Ladungsträger während des Transports auf der Ladefläche
zu sichern, weist die Ladefläche eine den Ladungsträger in seiner Transportstellung
oberhalb der Ladefläche verriegelnde Arretiereinrichtung auf. Die Arretiereinrichtung
weist vorzugsweise Verriegelungselemente auf, die beispielsweise kraft- oder auch
formschlüssig mit vorzugsweise an der Unterseite der Bodenplatte ausgebildeten Aufnahmen
korrespondieren.
[0018] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Ladefläche eine
mit dem Ladungsträger koppelbare Verladeeinrichtung zum Ziehen und/oder Schieben der
Ladungsträger quer zur Fahrzeuglängsachse zugeordnet ist. Über die erfindungsgemäß
ausgebildete Einrichtung ist eine zwangsbewegte Übergabe bzw. Übernahme des Ladungsträgers
von einer Ladefläche von z.B. einem Schienenfahrzeug auf eine dazu benachbart angeordnete
Ladefläche eines Straßenfahrzeuges oder auf die Aufstellfläche einer eine parallel
zu dem Schienenstrang ausgerichtete Laderampe möglich. Die Einrichtung zum Ziehen
und/oder Schieben des Ladungsträgers ist vorzugsweise dazu eingerichtet, kraft- und/oder
formschlüssig mit dem Ladungsträger gekoppelt zu werden. Die Einrichtung weist vorzugsweise
ein Antriebsmittel auf, welches den Ladungsträger jeweils ziehend oder schiebend aus
seiner Transportstellung in einer horizontal ausgerichteten Ebene quer zur Längsachse
des Fahrzeuges bewegt und dabei den Ladungsträger von einer Ladefläche auf die dazu
benachbarte Lade- oder Aufstellfläche verschiebt.
[0019] Ferner ist die Ladefläche höhenverstellbar ausgebildet, wodurch eine vorteilhafte
Anpassung des Höhenniveaus der Oberseite der Fahrzeug-Ladefläche an die Ladeflächenhöhe
eines benachbart angeordneten Fahrzeuges oder an die Höhe der Aufstellfläche der Laderampe
möglich ist. Die zur Höhenverstellung bevorzugt eingesetzte Hubeinrichtung ist vorzugsweise
dazu ausgelegt bzw. eingerichtet, die Ladefläche mit oder ohne darauf angeordnetem
Ladungsträger in der Höhe zu verstellen. Mit Hilfe der Hubeinrichtung wird vorzugsweise
die Ladefläche relativ zum Unterbau des Fahrzeuges angehoben. Gemäß einer alternativen
Ausführungsform wird der gesamte Unterbau an dem die Ladefläche fest angeordnet ist,
über die Hubeinrichtung in seiner Höhe verändert.
[0020] Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Ladefläche des Fahrzeugs
ein oder mehrere Stützelemente zum seitlichen Abstützen während des Verladevorgangs
zugeordnet sind. Der sich hieraus ergebende Vorteil ist darin zu sehen, dass die Stützelemente
eine Verbindung mit dem Boden herstellen, wodurch eine Krafteinleitung in den Untergrund
zu beiden Seiten des Fahrzeuges gewährleistet ist. Hierdurch können Kippmomente speziell
beim Umladen bzw. Umsetzen der Ladungsträger von einer Ladefläche eines Fahrzeuges
auf die Lade- oder Aufstellfläche des benachbart dazu angeordneten Fahrzeuges oder
der Laderampe aufgefangen werden. Durch die Stützelemente ist zudem sichergestellt,
dass ein mit einer Hubeinrichtung zuvor eingestelltes Höhenniveau der Ladefläche bevorzugt
unverändert beibehalten wird. Bevorzugt sind die Stützelemente Teil der Hubeinrichtung,
mit denen die Höhe der Ladefläche verändert und gleichzeitig auch die Stützfunktion
der Ladefläche während des Umladens bzw. Umsetzens des Ladungsträgers sichergestellt
ist. Bevorzugt sind die Stützelemente als beispielsweise schwenkbare Stützfüße an
der Ladefläche des Schienenfahrzeuges ausgebildet. Die beispielsweise als Stützfüße
ausgebildeten Stützmittel können zum Beispiel zwischen einer Transportstellung und
einer Verladestellung hin und her geschwenkt werden, wobei die Stützelemente in der
Transportstellung eine vornehmlich horizontale Ausrichtung und in der Verladestellung
eine vorzugsweise vertikale Ausrichtung aufweisen. Zudem ist durch die feste Zuordnung
der Stützelemente zu einer Ladefläche auf vorteilhafte Weise gewährleistet, dass die
Stützelemente stets mit dem Fahrzeug mitgeführt werden und somit an jedem beliebigen
Verladeort, wie z.B. einem Bahnhof oder Umschlagplatz verfügbar sind.
[0021] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das erfindungsgemäße Fahrzeug
einen Positionsfinder mit einer Sende- und Empfangseinheit auf, der eingerichtet ist,
die Anwesenheit eines mit der Sende- und Empfangseinheit kommunizierenden Reflektors
zu erfassen. Der Reflektor wird vorzugsweise am Unterbau eines Schienenfahrzeuges
oder Sockelelements einer Verladerampe angeordnet, besonders bevorzugt auf einem vorbestimmten,
kalibrierten Höhenniveau. Mit dem Positionsfinder ist es möglich die Vorderkanten
der Ladeflächen zweier Fahrzeuge in Fahrzeuglängsrichtung bevorzugt unmittelbar zueinander
auszurichten.
[0022] Weiter vorzugsweise weist das Fahrzeug eine Einrichtung zur Abstandserfassung auf,
welche zur Abstandsbestimmung der Längsseite der Ladefläche zu einem im Wesentlichen
parallel auszurichtenden Objekt, vorzugsweise einer Ladekante eines zweiten Fahrzeuges
oder einer Laderampe, eingerichtet ist. Die Abstandssensoren dienen dem Zweck beispielsweise
ein frei bewegliches Fahrzeug, wie z.B. ein Straßenfahrzeug, mit seiner Ladekante
vorzugsweise parallel zur Ladekante eines Schienenfahrzeuges auszurichten. Sowohl
mit dem Positionsfinder als auch mit der Einrichtung zur Abstandserfassung soll eine
genaue Übergabe eines umzuladenden bzw. umzusetzenden Ladungsträgers von einer Ladefläche
eines Fahrzeuges auf die Ladefläche eines benachbarten Fahrzeuges oder der Aufstellfläche
einer Laderampe sichergestellt werden.
[0023] Der Positionsfinder mit seiner Sende- und Empfangseinheit sowie die Einrichtung zur
Abstandserfassung sind bevorzugt mit einer Steuereinheit signalübertragend verbunden,
welche die übermittelten Daten erfasst, verarbeitet und an eine Ausgabeeinrichtung
übermittelt.
[0024] Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Fahrzeug als frei beweglich
straßengebundenes Verladefahrzeug ausgebildet ist und zwei oder mehr lenkbare Antriebseinheiten
aufweist. Die Ausbildung des Fahrzeuges als Verladefahrzeug stellt eine konstruktiv
vorteilhafte Möglichkeit dar, um das Fahrzeug beispielsweise als frei bewegliche Übernahme-/Übergabestation
zu nutzen, mithilfe der die Flexibilität beim Ausrichten des Verladefahrzeuges zu
einer Ladefläche beispielsweise eines Schienenfahrzeuges oder einer Laderampe deutlich
gesteigert ist. Das Verladefahrzeug trägt vorzugsweise seine Ladefläche für den Ladungsträger
auf einem von den wenigstens zwei Antriebseinheiten getragenen Fahrgestell.
[0025] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Logistiksystem zur Übergabe eines
Ladungsträgers zu einem Fahrzeug und/oder zur Übernahme des Ladungsträgers von dem
Fahrzeug, mit mindestens einem Ladungsträger nach einer der vorgenannten bevorzugen
Ausführungsformen einem oder mehreren Fahrzeugen nach einer der vorstehend erläuterten
bevorzugten Ausführungsformen und/oder einer parallel zu einem Verkehrsweg ausgerichteten
Laderampe zum Übernehmen des Ladungsträgers von einem Fahrzeug und zum Übergeben des
Ladungsträgers an ein Fahrzeug, mit einer Aufnahme für den Ladungsträger, wobei die
Laderampe eingerichtet ist, den Ladungsträger über ihre parallel zum Verkehrsweg ausgerichtete
Längsseite umzuladen.
[0026] Oben genannte Verkehrswege, entlang denen über wenigstens einen Teilabschnitt des
Verkehrsweges eine Laderampe angeordnet ist, sind im Rahmen der Erfindung vorzugsweise
im Bereich eines Bahnhofs oder eines Umschlagplatzes verlaufende Schienenstränge für
Schienenfahrzeuge und/oder Ladestraßen für Straßenfahrzeuge. Ein schienengebundener
Verkehrsweg, zu dem eine Laderampe bevorzugt parallel ausgerichtet ist, ist vorzugsweise
ein Abschnitt einer durch den Bahnhofsbereich/Umschlagsplatz führenden Transportstrecke
für den Schienenverkehr. Als Längsseite einer Laderampe ist die Ladekante der Laderampe
bezeichnet, die parallel zum Schienenstrang oder einer Ladestraße verläuft und über
die der erfindungsgemäße Ladungsträger bevorzugt in Querrichtung dazu während des
Be- und Entladens der Laderampe bewegt wird oder über die der Ladungsträger selbstständig
hinwegfährt.
[0027] Um den Ladungsträger von einer Ladefläche eines dazu benachbart anordenbaren Fahrzeuges
zu bewegen, ist nach einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die Laderampe
eine mit dem Ladungsträger koppelbare Verladeeinrichtung zum Ziehen und/oder Schieben
der Ladungsträger quer zur Fahrzeuglängsachse aufweist. Darüber hinaus umfasst die
Laderampe einen Positionsfinder mit einer Sende- und Empfangseinheit, der eingerichtet
ist, die Anwesenheit eines mit der Sende- und Empfangseinheit kommunizierenden Reflektors,
welcher bevorzugt an einem Unterbau eines die Laderampe anfahrenden Fahrzeuges angeordnet
ist, zu erfassen. Mit Hilfe des Positionsfinders lässt sich das Fahrzeug in Längsrichtung
zur Ladekante der Laderampe positionsgenau ausrichten, wodurch das Umladen bzw. Umsetzen
eines Ladungsträgers von der Ladefläche auf die Laderampe und in umgekehrter Richtung
auf vorteilhaft vereinfachte Weise erfolgen kann.
[0028] Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele und unter
Bezugnahme auf die beigefügten Figuren näher beschrieben. Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Ladungsträgers auf die Unterseite
seiner Bodenplatte;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Logistiksystems gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung vor dem Umladevorgang;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung des Logistiksystems nach Figur 2 während des Verladevorgangs;
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines Logistiksystems gemäß einem zweiten erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel während des Umladevorgangs;
- Figur 5
- eine schematische Darstellung eines Logistiksystems gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung vor dem Umladevorgang;
- Figur 6
- eine Teilansicht des Logistiksystems gemäß Figur 5 während des Umladevorgangs; und
- Figuren 7 - 12
- schematische Darstellungen eines Logistiksystems gemäß eines vierten Ausführungsbeispiels
der Erfindung, welche einen Umladevorgang von einem Schienenfahrzeug auf eine Laderampe
und von der Laderampe auf eine Straßenfahrzeug zeigen.
[0029] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
exemplarisch erläutert. Sofern identische oder funktional ähnliche Elemente in den
verschiedenen Ausführungsbeispielen zum Einsatz kommen, werden diese mit identischen
Bezugszeichen versehen, sofern dies als zweckmäßig erachtet wird. Einige Aspekte der
Erfindung sind nur in Bezug auf bestimmte Ausführungsbeispiele erläutert, was vor
dem Hintergrund einer knappen Erfindungsdarstellung erfolgt. Es wird ausdrücklich
betont, dass die verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung auch im
Zusammenhang mit den jeweils übrigen Ausführungsbeispielen kombiniert werden können,
sofern sie sich nicht technisch ausschließen. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes
ist die folgende Figurenbeschreibung zu lesen.
[0030] Im Zentrum der nachfolgenden Ausführungsbeispiele steht vornehmlich der Ladungsträger
1, der beispielhaft mit den in den Figuren 2 bis 12 abgebildeten Schienen- und/oder
Straßenfahrzeugen transportiert und zwischen diesen umgeladen wird. Die in den Figuren
2 bis 12 gezeigten Ausführungsbeispiele der Logistiksysteme stellen dabei exemplarische
Möglichkeiten für den Umladevorgang des erfindungsgemäßen Ladungsträgers 1 zwischen
den abgebildeten Fahrzeugen dar. Die in den Figuren 2 bis 12 dargestellten Schienen-
und/oder Straßenfahrzeuge sind untereinander kombinierbar, wodurch weitere, nicht
gezeigte Ausführungsformen von Logistiksystemen ausgebildet werden können.
[0031] In Figur 1 ist ein beispielhaft als Wechselkoffer ausgebildeter Ladungsträger 1 gezeigt,
der eine Bodenplatte 3 zur Aufnahme von zu transportierenden Waren und Gütern und
eine Abdeckung 5 zur Seiten- und Höhenbegrenzung des Laderaumes auf der Bodenplatte
3 aufweist. Die hier beispielhaft dargestellte Abdeckung 5 weist mehrere verformungssteife
Seitenwände 7, 7' und eine verformungssteife Deckenplatte 9 (Figur 2) auf. Der Ladungsträger
1 weist auf der Unterseite 11 der Bodenplatte 3 eine Vielzahl von Rollen 13, 13',
13" auf, wobei die Rollen 13, 13', 13" für eine quer zur Längsrichtung des Ladungsträgers
ausgerichtete Verladebewegung eingerichtet sind. Wie der Figur 1 ferner zu entnehmen,
sind die Rollen 13, 13', 13" in nicht näher dargestellten Aufnahmen an der Unterseite
11 der Bodenplatte 3 eingelassen, so dass jede Rolle 13, 13', 13" nur bereichsweise
aus der Bodenplatte 3 hervorsteht. Die Rollen 13, 13', 13", welche als zylindrische
Wälzkörper ausgebildet sind, bilden an der Unterseite der Bodenplatte mehrere Reihen
15, 15', 15" aus, wobei jede Reihe sich parallel zu den Längsseiten 17, 17' des Ladungsträgers
erstreckt. Darüber hinaus sind die Rollen 13, 13', 13" einer Reihe jeweils in geringem
Abstand zueinander angeordnet, wodurch jede Reihe 15, 15', 15" eine entsprechend große
Anzahl an Rollen an der Unterseite des erfindungsgemäßen Ladungsträgers 1 umfasst.
Damit ist eine gleichmäßige Verteilung der Masse des Ladungsträgers über die Vielzahl
an Rollen 13, 13', 13" auf der Ladefläche 29, 29' (Figur2) eines jeweiligen Fahrzeuges
bewirkt.
[0032] Die Figuren 2 und 3 zeigen ein Logistiksystem 21, das mehrere Schienenfahrzeuge 23,
25, 25' aufweist, die auf zwei parallel zueinander verlaufenden Schienensträngen 27,
27' geführt sind. Die Schienenfahrzeuge 25, 25' sind typische Güterwagen, die im Schienenverkehr
zum Transport von Waren und Gütern über weite Transportstrecken eingesetzt werden.
Das dargestellte Schienenfahrzeug 23 hat hier die Funktion einer Übernahme-/Übergabestation
mit der ein übernommener Ladungsträger 1 zwischenzeitlich gepuffert werden kann. Die
Schienenfahrzeuge 23, 25, 25' weisen jeweils als im Wesentlichen ebene Auflagerflächen
ausgebildete Ladeflächen 29, 29' auf, welche zur Übernahme über Übergabe des Ladungsträgers
1 entlang einer ihrer Längsseiten und einer Verladebewegung des Ladungsträgers quer
zur Längsachse des Schienenfahrzeuges 23, 25, 25' eingerichtet sind.
[0033] Figur 2 zeigt das Logistiksystem 21 vor dem Umladevorgang des Ladungsträgers 1 vom
Schienenfahrzeug 25 auf das Schienenfahrzeug 23. Um eine sichere Übernahme bzw. Übergabe
des Ladungsträgers 1 gewährleisten zu können, ist das Schienenfahrzeug 23 in seiner
Position zum Schienenfahrzeug auszurichten und gegebenenfalls die Höhe der Ladefläche
20 des Schienenfahrzeugs 23 zur Ladefläche 29' des Schienenfahrzeugs 25 anzupassen.
Das Schienenfahrzeug 23 weist zu diesem Zweck einen nicht näher dargestellten Positionsfinder
mit einer Sende- und Empfangseinheit auf, der eingerichtet ist, die Anwesenheit eines
mit der Sende- und Empfangseinheit kommunizierenden Reflektors, der beispielsweise
am Unterbau des Schienenfahrzeuges 25 angeordnet ist, zu erfassen. Somit erfolgt eine
exakte Ausrichtung der Schienenfahrzeuge 23, 25 in Längsrichtung zueinander. Das Schienenfahrzeug
23 ist selbstfahrend ausgebildet, wodurch das Ausrichten des Schienenfahrzeuges 23
zum Schienenfahrzeug 25 auf einfache Weise möglich ist. Für die Anpassung des Höhenniveaus
beider Ladeflächen der Schienenfahrzeuge zueinander ist es vorgesehen, die Ladefläche
29 des Schienenfahrzeugs 23 höhenverstellbar auszubilden.
[0034] In Figur 3 wird der Übernahme- bzw. Übergabevorgang des Ladungsträgers 1 vom Schienenfahrzeug
25 auf das Schienenfahrzeug 23 dargestellt. Wie zu erkennen, wird der sich aus Bodenplatte
und Abdeckung 5 zusammensetzende Ladungsträger vollständig vom Schienenfahrzeug 25
auf das Schienenfahrzeug 23 überführt. Die Übergabe erfolgt beispielsweise durch das
eigenständige Verfahren des Ladungsträgers 1, der mit einer separaten Antriebseinheit
ausgerüstet ist. Alternativ ist vorgesehen, dass das Schienenfahrzeug 23 eine mit
dem Ladungsträger 1 koppelbare, nicht näher dargestellte Verladeeinrichtung zum Ziehen
und/oder Schieben des Ladungsträgers quer zur Fahrzeuglängsachse aufweist.
[0035] In Figur 4 ist ein Logistiksystem 41 gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel der
Erfindung gezeigt. Das Logistiksystem 41 ist dahingehend erweitert, dass es zusätzlich
zu dem in den Figuren 2 und 3 gezeigten Logistiksystem 21 mit seinen Schienensträngen
27, 27' eine Ladestraße 43 für ein Straßenfahrzeug 45 umfasst. Das Logistiksystem
41 ermöglicht somit zusätzlich eine Übergabe vom Schienenfahrzeug 23, welches als
Übernahme-/Übergabestation ausgebildet ist, auf das Straßenfahrzeug 45, dessen Ladefläche
47 ebenfalls als im Wesentlichen ebene Auflagerfläche ausgebildet. Damit ist das Straßenfahrzeug
45 zur Übernahme oder Übergabe des Ladungsträgers 1 entlang einer der Längsseiten
und einer Verladebewegung des Ladungsträgers quer zu seiner Fahrzeuglängsachse eingerichtet.
Die Ladefläche 47 des Straßenfahrzeugs 45 ist höhenverstellbar. Neben einem Positionsfinder
mit einer Sende- und Empfangseinheit für eine Ausrichtung der Ladeflächen in Fahrzeuglängsachse
ist das Straßenfahrzeug 43 mit einer Einrichtung zur Abstandserfassung ausgerüstet,
welche zur Abstandsbestimmung der Längsseite der Ladefläche 47 zu der im Wesentlichen
parallel auszurichtenden Ladekante der Ladefläche 29 des Schienenfahrzeuges 23 eingerichtet
ist. Nach erfolgter Übergabe des Ladungsträgers1 an das Straßenfahrzeug 45 kann auf
die Ladefläche des Schienenfahrzeuges 23 der nächste Ladungsträger umgeladen werden.
[0036] Der in den Figuren 2 bis 4 gezeigte Verladevorgang vom Schienenfahrzeug 25 in Richtung
des Straßenfahrzeuges 45 ist auch in umgekehrter Richtung vom Straßenfahrzeug 45 zum
Schienenfahrzeug 25 umsetzbar.
[0037] Die Figuren 5 und 6 zeigen ein Logistiksystem 61 gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung, wobei hier eine direkte Übergabe bzw. Übernahme eines Ladungsträgers
1 von einem als Güterwagen im Schienenverkehr eingesetzten Schienenfahrzeug 25 auf
ein Straßenfahrzeug vorgenommen wird. Das Logistiksystem 61 weist neben dem Schienenstrang
63 für die Schienenfahrzeuge 25, 25' eine Ladestraße 65 für das unmittelbar neben
dem Schienenfahrzeug 25 in Position zu bringende Straßenfahrzeug 45 auf. Wie Figur
5 darstellt, ist das Straßenfahrzeug 45 vor dem Umladen des Ladungsträgers in einem
vorbestimmten Mindestabstand und parallel zum Schienenfahrzeug 25 auszurichten. Das
genaue Ausrichten erfolgt beispielsweise indem, das Straßenfahrzeug 45 auf der Ladestraße
65 mit Hilfe des Positionsfinders in Längsrichtung zum Schienenfahrzeug 25 und die
Ladefläche 47 des Straßenfahrzeuges mittels der Einrichtung zur Abstandserfassung
parallel zur Ladekante der Ladefläche 29' des Schienenfahrzeuges 25 ausgerichtet wird.
Des Weiteren erfolgt eine Höhenverstellung der Ladefläche 47, so dass die Ladeflächen
47 und 29' auf einem Höhenniveau angeordnet sind. Nach erfolgter Ausrichtung kann
dann wie in Figur 6 gezeigt, der Umladevorgang vom Schienenfahrzeug 25 auf das Straßenfahrzeug
45 durchgeführt werden. Um den Ladungsträger 1 von der Ladefläche 29' des Schienenfahrzeuges
25 zu bewegen, weist das Straßenfahrzeug 45 beispielsweise eine mit dem Ladungsträger
1 koppelbare Verladeeinrichtung zum Ziehen und/oder Schieben der Ladungsträger quer
zur Fahrzeuglängsachse auf. Alternativ kann der Ladungsträger 1 mit einer eigenen
Antriebseinheit ausgerüstet sein, so dass dieser nach seiner Aktivierung selbstständig
vom Schienenfahrzeug 25 auf die Ladefläche des Straßenfahrzeuges überfährt. Das Logistiksystem
61 kann auch in umgekehrter Richtung betrieben werden, so dass ein Ladungsträger 1
von der Ladefläche 47 des Straßenfahrzeugs 45 auf die Ladefläche 29' des Schienenfahrzeugs
25 umgeladen wird.
[0038] In Figur 7 ist eine weitere Ausführungsform eines Logistiksystemes 81 gezeigt, das
einen Schienenstrang 83 aufweist und eine parallel dazu verlaufende Laderampe 85 als
Puffer- und/oder Umschlagplatz umfasst. Das Logistiksystem 81 umfasst weiterhin mehrere
Schienenfahrzeuge 25, 25', die jeweils mit einem Ladungsträger 1 beladen sind. Die
Figur 7 zeigt das Logistiksystem 81 vor dem Umladevorgang des Ladungsträgers 1 von
dem als Güterwagen ausgebildeten Schienenfahrzeug 25 auf die Laderampe 85. Grundsätzlich
sind der Schienenstrang und eine die Oberseite der Laderampe ausbildende Abstellfläche
87 derart zueinander ausgerichtet, dass die Ladefläche 29' des Schienenfahrzeuges
25 auf Höhe der Abstellfläche 87 angeordnet ist. Somit ist eine Anpassung der Ladefläche
29' des Schienenfahrzeuges 25 zur Abstellfläche 87 der Laderampe 85 nur in wenigen
Ausnahmen notwendig. Für eine sichere Übernahme bzw. Übergabe des Ladungsträgers 1
vom Schienenfahrzeug 25 an die Laderampe 85 erfolgt zumindest eine Ausrichtung des
Schienenfahrzeuges in Längsrichtung zur Laderampe, was mithilfe der in den oben angeführten
Ausführungsbeispielen umfassend beschriebenen Positionsfindern vorgenommen wird.
[0039] Nach dem Ausrichten erfolgt, wie den Figuren 8 und 9 zu entnehmen, die Übergabe des
Ladungsträgers 1 auf die Abstellfläche 87 der Laderampe 85. Die Übergabe bzw. das
Umladen des Ladungsträgers 1 wird vorzugsweise mithilfe einer am Schienenfahrzeug
25 angeordneten, nicht näher dargestellten Einrichtung zum Ziehen und/oder Schieben
des Ladungsträgers quer zur Fahrzeuglängsachse durchgeführt. Alternativ ist es möglich,
dass der Ladungsträger 1 selbstfahrend ausgebildet ist und der Umladevorgang über
die an der Unterseite des Ladungsträgers 1 angeordneten Rollelemente umgesetzt ist.
Der Ladungsträger 1 wird während des Be- und Entladens quer über die Längsseiten der
Ladefläche 29' des Schienenfahrzeuges 25 und die Längsseite der Laderampe 85 bewegt
oder fährt darüber hinweg. Als Längsseite einer Laderampe ist die Ladekante der Laderampe
bezeichnet, die parallel zum Schienenstrang 83 oder einer Ladestraße 89 (Figur 10)
verläuft. Nach dem Abstellen des Ladungsträgers 1, wie in Figur 9 gezeigt, können
die Schienenfahrzeuge nunmehr den Bahnhof bzw. den Umschlagplatz verlassen. Der auf
der Laderampe 85 abgestellte Ladungsträger 1 kann nunmehr von einem anderen auf dem
Schienenstrang 83 bewegten Schienenfahrzeug übernommen und weitertransportiert werden.
[0040] Das Logistiksystem 81 weist, wie in Figur 10 dargestellt, in einer Ausführung zusätzlich
zu dem Schienenstrang 83 und der parallel dazu ausgerichteten Laderampe 85 auf der
zum Schienenstrang 83 gegenüberliegend angeordneten Seite der Laderampe eine Ladestraße
89 auf. Wie Figur 10 verdeutlicht, ist auf der Ladestraße 89 ein Straßenfahrzeug 45
derart zur Laderampe 85 ausgerichtet, dass dessen Ladefläche auf einem Höhenniveau
zur Abstellfläche 87 der Laderampe ausgerichtet ist. Die Anpassung der Höhe wird mit
einer fahrzeugseitigen Hubeinrichtung vorgenommen. Des Weiteren ist die Längsseite
des eine Zugmaschine 49 und einen Sattelauflieger 51 aufweisenden Fahrzeuges mithilfe
einer Einrichtung zur Abstandserfassung parallel zur Ladekante der Laderampe und wiederum
über einen Positionsfinder exakt in Längsrichtung zum Ladungsträger 1 auf der Laderampe
85 ausgerichtet. Damit ist eine sichere Übernahme bzw. Übergabe von der Laderampe
85 auf das Straßenfahrzeug 45 gewährleistet.
[0041] Der Umladevorgang, wie die Figuren 11 und 12 verdeutlichen, wird wie vorstehend beschrieben
mit einer Verladeeinrichtung zum Ziehen und Schieben des Ladungsträgers vorgenommen,
die am Sattelauflieger 51 des Straßenfahrzeuges 45 angeordnet ist, oder ist durch
das selbsttätige Verfahren des Ladungsträgers 1 erreicht. Nach dem Umladen des Ladungsträgers
1 von der Laderampe 85 auf das Straßenfahrzeug 45 kann der Ladungsträger 1 nunmehr
an seinen im Nahbereich des Logistiksystems 81 liegenden Bestimmungsort transportiert
werden.
1. Ladungsträger, insbesondere Wechselkoffer oder Wechselpritsche, zur Übergabe und/oder
zur Übernahme zwischen zwei Fahrzeugen (23, 25, 25', 45) oder einem Fahrzeug (23,
25, 25', 45) und einer Laderampe, welcher mit seinen Ausmaßen im Wesentlichen an die
Abmessungen des Fahrzeuges (23, 25, 25', 45) angepasst ist, mit einer Bodenplatte
(3), zur Aufnahme von zu transportierenden Waren und Gütern, wobei die Bodenplatte
(3) auf einer Ladefläche (29, 29', 47) des Fahrzeuges (23, 25, 25', 45) arretierbar
ist, und
einer Abdeckung (5) zur Seiten- und Höhenbegrenzung des Laderaumes auf der Bodenplatte
(3),
dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (3) auf ihrer Unterseite (11) eine Vielzahl von Rollen (13, 13',
13") aufweist, wobei die Rollen für eine quer zur Längsrichtung des Ladungsträgers
(1) ausgerichtete Verladebewegung ausgebildet sind.
2. Ladungsträger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (13, 13', 13") auf der Unterseite (11) der Bodenplatte (3) in Aufnahmen
angeordnet sind.
3. Ladungsträger nach einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterseite (11) der Bodenplatte (3) mehrere Reihen (15, 15', 15") von nebeneinander
angeordneten Rollen (13, 13', 13") vorgesehen sind, wobei jede Reihe sich parallel
zu den Längsseiten (17, 17') des Ladungsträgers erstreckt.
4. Ladungsträger nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (13, 13', 13") als zylindrische Wälzkörper ausgebildet sind, deren Rotationsachsen
parallel zu den Längsseiten des Ladungsträgers verlaufen.
5. Ladungsträger nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Rollen (13, 13', 13") mit einer Antriebseinheit gekoppelt sind.
6. Ladungsträger nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte (3) eine Rastaufnahme für ein mit der Rastaufnahme koppelbares Rastelement
einer Verladeeinrichtung eines Fahrzeuges (23, 25, 25', 45) oder einer Laderampe aufweist
7. Ladungsträger nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (5) eine oder mehrere verformungssteife Seitenwände (7, 7') und eine
Deckenplatte (9) und/oder ein auf der Bodenplatte (3) befestigbares Planenverdeck
aufweist.
8. Fahrzeug, insbesondere Schienen- oder Straßenfahrzeug, zum Transport eines Ladungsträgers
nach einem der Ansprüche 1 bis 7, mit
einer Ladefläche zur Aufnahme eines Ladungsträgers,
wobei die Ladefläche (29, 29', 47) als im Wesentlichen ebene Auflagerfläche ausgebildet
ist, wobei die Ladefläche (29, 29', 47) zur Übernahme oder Übergabe des Ladungsträgers
(1) entlang einer ihrer Längsseiten und einer Verladebewegung des Ladungsträgers (1)
quer zur Längsachse des Fahrzeuges (23, 25, 25', 45) eingerichtet ist.
9. Fahrzeug nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ladefläche (29, 29', 47) eine mit dem Ladungsträger koppelbare Verladeeinrichtung
zum Ziehen und/oder Schieben der Ladungsträger quer zur Fahrzeuglängsachse zugeordnet
ist.
10. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ladefläche (29, 29', 47) höhenverstellbar ist.
11. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ladefläche (29, 29', 47) ein oder mehrere Stützelemente zum seitlichen Abstützen
während des Verladevorganges zugeordnet sind.
12. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
gekennzeichnet durch einen Positionsfinder mit einer Sende- und Empfangseinheit, der eingerichtet ist,
die Anwesenheit eines mit der Sende- und Empfangseinheit kommunizierenden Reflektors
zu erfassen.
13. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
gekennzeichnet durch eine Einrichtung zur Abstandserfassung, welche zur Abstandsbestimmung der Längsseite
der Ladefläche (29, 29', 47) zu einem im Wesentlichen parallel auszurichtenden Objekt,
vorzugsweise einer Ladekante eines zweiten Fahrzeuges (23, 25, 25', 45) oder einer
Laderampe, eingerichtet ist.
14. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass es als frei bewegliches straßengebundenes Verladefahrzeug ausgebildet ist und zwei
oder mehr lenkbare Antriebseinheiten aufweist.
15. Logistiksystem zur Übergabe eines Ladungsträgers zu einem Fahrzeug und/oder zur Übernahme
des Ladungsträgers von dem Fahrzeug,
mit mindestens einem Ladungsträger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
einem oder mehreren Fahrzeugen (23, 25, 25', 45) nach einem der Ansprüche 8 bis 14,
und/oder
einer parallel zu einem Verkehrsweg ausgerichteten Laderampe zum Übernehmen des Ladungsträgers
von einem Fahrzeug (23, 25, 25', 45) und zum Übergeben des Ladungsträgers an ein Fahrzeug
(23, 25, 25', 45), mit einer Aufnahme für den Ladungsträger (1), wobei die Laderampe
eingerichtet ist, den Ladungsträger (1) über eine ihrer Längsseiten umzuladen.
16. Logistiksystem nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass die Laderampe eine mit dem Ladungsträger koppelbare Verladeeinrichtung zum Ziehen
und/oder Schieben der Ladungsträger quer zur Fahrzeuglängsachse aufweist.
17. Logistiksystem nach einem der Ansprüche 15 und 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Laderampe einen Positionsfinder mit einer Sende- und Empfangseinheit umfasst,
der eingerichtet ist, die Anwesenheit eines mit der Sende- und Empfangseinheit kommunizierenden
Reflektors zu erfassen.