(19)
(11) EP 2 780 503 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
12.10.2016  Patentblatt  2016/41

(21) Anmeldenummer: 12787736.3

(22) Anmeldetag:  16.11.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D07B 7/16(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2012/072913
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2013/072499 (23.05.2013 Gazette  2013/21)

(54)

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG EINER RUNDSCHLINGE

METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING A ROUND SLING

PROCÉDÉ ET DISPOSITIF DE FABRICATION D'UNE ÉLINGUE RONDE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 17.11.2011 DE 102011055454

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.09.2014  Patentblatt  2014/39

(73) Patentinhaber: Westdeutscher Drahtseil-Verkauf Dolezych GmbH & Co. KG
44147 Dortmund (DE)

(72) Erfinder:
  • SCHÖBEL, Uwe
    58730 Fröndenberg (DE)

(74) Vertreter: Nunnenkamp, Jörg 
Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte An der Reichsbank 8
45127 Essen
45127 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 032 749
EP-B1- 0 279 252
DE-C- 810 655
EP-A1- 2 112 259
DE-A1-102006 052 279
US-A1- 2009 108 603
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer Rundschlinge.

    [0002] Bei einer Rundschlinge handelt es sich bekanntermaßen um ein Anschlagmittel, um beispielsweise hohe Lasten praktisch beliebiger Gestalt umschlingen und tragen sowie ggf. ziehen zu können. Die Rundschlinge greift zu diesem Zweck wesentlich auf ein Fadengelege aus hochfesten Fadensträngen bzw. Fasersträngen zurück, die typischerweise endlos gewickelt sind. Dadurch ist die fertige Rundschlinge sehr flexibel und kann mühelos an Konturen jeder Last angepasst werden. Zum Schutz des Fadengeleges und um dessen Funktion sicherzustellen ist meistens ein Schutzschlauch vorgesehen, dem jedoch regelmäßig keine tragende Funktion zukommt.

    [0003] Bei einem bekannten Verfahren zur Herstellung einer Rundschlinge entsprechend der US 2009/0279 252 B1 wird beispielsweise ein Stoff zum Schutz einer Rundschlinge verwendet. Weiter zeigt die EP 0 279 252 B1, dass dort ein vorgefertigter Schutzschlauch in seiner Länge gestaucht gehalten wird. Ein Fadenstrang wird durch den gestauchten Schutzschlauch in dessen Längsrichtung hindurchgeführt. Der Fadenstrang wird im Anschluss hieran nach Art des Seiles eines endlosen Seiltriebes mit seinen beidseitig aus dem gestauchten Schutzschlauch hinausstehenden Bereichen über den Umfang jeweils einer Radscheibe gelegt. Anschließend wird der Fadenstrang mit dem noch nicht durch den Schutzschlauch gezogenen Fadenstrangbereich derart verbunden, dass dieser Fadenstrangbereich laufend nachgezogen wird und somit in einer Vielzahl von Einzelsträngen den gestauchten Schutzschlauch durchsetzt.

    [0004] Bei einer Rundschlinge entsprechend der DE 10 2009 010 680 B3 ist eine als Hohlgeflecht ausgebildete Umhüllung bzw. ein entsprechender Schutzschlauch realisiert. Die Endabschnitte der Umhüllung sind in einer Verbindungszone ineinander gesteckt und werden einander überlappend miteinander verbunden. Daraus resultiert eine relativ komplexe Fertigung des Schutzschlauches.

    [0005] Um während des Betriebes das im Innern des Schutzschlauches befindliche Fadengelege auf beispielsweise Risse und / oder Beschädigungen hin überprüfen zu können, schlägt die DE 203 09 528 U1 vor, dass die Mantelfläche des Schutzschlauches an den Längsseiten und / oder Querseiten voneinander lösbare Verbindungsmittel aufweist. Hierbei kann es sich um Bestandteile eines Klettverschlusses handeln. Die bekannten Maßnahmen haben sich bewährt, können jedoch überwiegend nur bei geringen Traglasten angewandt werden, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass der Schutzschlauch unkontrolliert von dem Fadengelege entfernt wird.

    [0006] Die schließlich noch im Rahmen der EP 0 594 161 A1 vorgestellte Rundschlinge ist mit einem Schutzschlauch aus einem Schlauchgewebe mit innerer und äußerer Gewebelage ausgerüstet. Die zwei Außenkanten des Schutzschlauches sind sämtlich miteinander verbunden. Zu diesem Zweck sind der Innenmantel und der Außenmantel durch zusätzliche sowie zwischen beiden Außenkanten befindliche Bindungselemente miteinander gekoppelt. Bei diesen zusätzlichen Bindungselementen handelt es sich beispielsweise um eine Bindekette. Auch in diesem Fall können sich Probleme bei hohen Lasten ergeben.

    [0007] Denn grundsätzlich neigen die Fadengelege im Stand der Technik zur sogenannten "Gardinenbildung" bzw. zeigen einen sogenannten Gardineneffekt oder Gardinendurchhang. Darunter wird allgemein das Phänomen verstanden, dass einzelne Fadenstränge das Fadengelege verlassen oder verlassen können und gegenüber dem Fadengelege durchhängen. Folgerichtig können diese Fadenstränge dann auch nicht (mehr) zur Kraftübertragung beitragen. Als Folge hiervon werden letztendlich mehr Fadenstränge als notwendig benötigt, um auf jeden Fall die angegebene Tragfähigkeit sicherzustellen. Das führt zu erhöhten und letztlich unnötigen Kosten. Hier will die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.

    [0008] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer Rundschlinge anzugeben, die besonders für hohe Traglasten bis über 100 t und mehr geeignet sind und bei denen insbesondere die beschriebene Gardinenbildung vermieden wird.

    [0009] Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist Gegenstand der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Rundschlinge nach Anspruch 1.

    [0010] Im Rahmen der Erfindung sind die einzelnen Fadenstränge bzw. Faserstränge des längs erstreckten Fadengeleges also miteinander verdrillt bzw. miteinander verdreht. Dabei können die einzelnen Fadenstränge gegeneinander verwunden werden bzw. werden schraubenförmig bzw. wendelförmig umeinander gewickelt.

    [0011] Grundsätzlich können die einzelnen Fadenstränge auch um einen gemeinsamen Kern umeinander gewickelt werden bzw. werden die Fadenstränge um den fraglichen Kern herumgelegt. Der betreffende Kern kann aus einem einzelnen oder mehreren Fadensträngen aufgebaut sein. Grundsätzlich sind natürlich auch andere Auslegungen des Kernes denkbar und werden von der Erfindung umfasst. Hierzu gehört nicht nur ein Fadenstrang aus beispielsweise Kunststoff, sondern kann an dieser Stelle auch mit einer Stahlseele oder einer Seele aus einem anderen Material gearbeitet werden.

    [0012] Dabei kann der Kern in Transportrichtung bewegt werden. Die bei dieser Bewegung in Transportrichtung um den Kern herumgelegten bzw. umeinander gewickelten Fadenstränge werden bei diesem Vorgang von dem Kern durch Reibung bzw. über Reibungskräfte mitgenommen. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Fadenstränge von zugehörigen Spulen durch den Transport des Kerns automatisch.

    [0013] Es ist möglich, die Spulen zu bewegen und beispielsweise den Kern ortsfest zu halten. In diesem Fall werden die Spulen um den Kern in der Art eines Revolvers herumgelegt. Der Kern ist dabei im Mittelpunkt des Revolvers angeordnet. So kann auch bei der erstgenannten Variante vorgegangen werden. In jedem Fall werden die Fadenstränge üblicherweise axial und/oder tangential von der betreffenden Spule abgezogen. Dabei besteht darüber hinaus die Möglichkeit, einzelne oder sämtliche Spulen wahlweise fest oder drehbar auf einem Spulentisch zu lagern.

    [0014] Grundsätzlich können die beschriebenen Vorgehensweisen auch kombiniert werden. D.h., es ist möglich, den Kern in der Transportrichtung zu bewegen und zugleich die Spulen in der Transportrichtung oder auch entgegengesetzt hierzu ebenfalls zu bewegen. Ganz unabhängig davon vollführen die auf dem drehbaren Spulentisch angeordneten Spulen eine Drehbewegung um den Mittelpunkt des Spulentisches, in welchem sich typischerweise der Kern befindet. D.h., die einzelnen Fadenstränge werden von den Spulen des drehbaren Spulentisch ausgehend zugeführt.

    [0015] Entscheidend ist einzig und allein, dass die von den Spulen zugeführten Fadenstränge gegenüber dem Kern bzw. einer angenommenen Längsachse des längs erstreckten Fadengeleges die beschriebene schraubenförmige bzw. wendelförmige Bewegung in Längsrichtung des Kernes respektive des Fadengeleges vollführen und bei diesem Vorgang die einzelnen Fadenstränge den Kern bzw. sich gegenseitig umeinander wickeln. Denn dieses Verdrehen miteinander führt dazu, dass einzelne Fadenstränge aus dem solchermaßen hergestellten längs erstreckten Fadengelege praktisch nicht ausscheren können und es dementsprechend erfindungsgemäß auch nicht zu dem zuvor beschriebenen Gardineneffekt kommt. D.h., jeder einzelne Fadenstrang ist bei dem auf diese Weise hergestellten erfindungsgemäßen längs erstreckten Fadengelege in der Lage, eine seiner Auslegung entsprechende Last aufzunehmen.

    [0016] Damit das längs erstreckte Fadengelege bzw. die einzelnen umeinander gewickelten bzw. um den Kern herum gewickelten Fadenstränge ihre verdrillte Lage zueinander und ggf. im Vergleich zum Kern behalten, wird der Schutzschlauch bzw. dessen Anbringung unmittelbar in den Herstellungsprozess des Fadengeleges integriert. Das geling der Gestalt, dass der Schutzschlauch als Gewebeband ausgelegt ist, welches um das hergestellte Fadengelege unmittelbar herum gelegt und randseitig längs vernäht wird. Dabei kann grundsätzlich mit umgelegten Kanten gearbeitet werden. Außerdem wird die notwendige Längsnaht des Schutzschlauches mit Hilfe einer seitlich angeordneten Nähmaschine oder allgemein einer Näh-/Schließvorrichtung hergestellt, die meistens verfahrbar in Längsrichtung des Fadengeleges ausgelegt ist.

    [0017] Die beschriebene Auslegung der erfindungsgemäß hergestellten Rundschlinge mit dem längserstreckten Fadengelege sowie dem umgebenden Schutzschlauch eröffnet die Möglichkeit, die Rundschlinge an die spezifischen Anforderungen anzupassen. So können die einzelnen Fadenstränge bei ihrer beschriebenen Verdrillung so schraubenförmig bzw. wendelförmig umeinander gewickelt werden, dass die Vorschubgeschwindigkeit eines Kernes bzw. die Geschwindigkeit der Schlingenherstellung und die Abwickelgeschwindigkeit der einzelnen Fadenstränge von den Spulen aufeinander mit Hilfe einer Steuereinheit abgestimmt werden. Auf diese Weise lässt sich die Anzahl der Windungen der Verdrillung pro Längeneinheit in Längserstreckung des solchermaßen hergestellten Fadengeleges flexibel einstellen. Die Anzahl der Windungen hat zwar nicht unbedingt einen Einfluss auf die insgesamt erreichte Tragfähigkeit, trägt aber der erreichbaren Flexibilität der Rundschlinge und den Einsatzbedingungen Rechnung.

    [0018] So wird man tendenziell mit mehr Windungen arbeiten, je steifer die erfindungsgemäß hergestellte Rundschlinge ausgelegt werden kann oder soll. Zugleich wird hierdurch die beschriebene Gardinenbildung besonders wirkungsvoll unterdrückt. Umgekehrt korrespondieren wenig Windungen zu einer besonders flexiblen Auslegung der Rundschlinge.

    [0019] Die einzelnen Fadenstränge des längs erstreckten Fadengeleges können ihrerseits aus synthetischen Fäden aufgebaut sein, die miteinander zu dem Fadenstrang verdrillt werden. So wird meistens vorgegangen. Folgerichtig kann der einzelne Fadenstrang auch als Fadenkardeel bezeichnet werden. Bei den synthetischen Fäden mag es sich um solche aus Polyester (PES), Polyethylen (PE), Polyamid (PA) oder auch Polypropylen (PP) handeln. Grundsätzlich können die Fadenstränge aber auch aus einem anderen Material als aus Kunststoff hergestellt sein, beispielsweise aus Stahl. In diesem Fall handelt es sich bei den Fadensträngen um Stahlstränge. Im Falle der Fadenstränge aus Kunststoff sind die einzelnen Fäden beispielsweise aus hochfesten Multifilamentgarnen gefertigt, die ihrerseits verdrillt sein können.

    [0020] Bei dem auf diese Weise hergestellten längs erstreckten Fadengelege handelt es sich bekanntermaßen um eine spezielle längs erstreckte textile zylindrische Struktur, die erfindungsgemäß aus den wenigstens teilweise miteinander verdrillten Fadensträngen aufgebaut ist. D. h., die einzelnen Fadenstränge sind zwar nicht untereinander direkt verbunden, allerdings in der Art eines Seiles miteinander verdrillt.

    [0021] Tatsächlich wird meistens erfindungsgemäß so gearbeitet, dass die einzelnen Fadenstränge zusammen gedreht werden und auf diese Weise das längliche und biegeschlaffe längs erstreckte sowie überwiegend zylindrische Fadengelege bilden. Um dies im Detail zu erreichen, werden die einzelnen Fadenstränge auf Spulen bevorratet. Die Spulen finden sich ihrerseits auf einem drehbaren Spulentisch. Durch Drehen des Spulentisches werden die von den einzelnen Spulen zugeführten Fadenstränge miteinander zu dem längs erstreckten Fadengelege verdrillt. Dabei erfolgt die Verdrillung der einzelnen Fadenstränge in der Regel in derselben Drehrichtung. D.h., das längs erstreckte Fadengelege ist in der Art eines Gleichschlagseiles ausgebildet, was das Fadengelege besonders geschmeidig und biegsam macht.

    [0022] Die einzelnen Fadenstränge werden mittels eines Verlegearmes am Anfang des Fadengeleges zusammengeführt. Der Verlegearm mag auch dafür sorgen, dass die einzelnen Fadenstränge bei der Herstellung des Fadengeleges geführt werden. D. h., der Verlegearm sorgt im Allgemeinen für eine Manipulation der einzelnen Fadenstränge untereinander bzw. zueinander und / oder auch für eine Manipulation des aus den Fadensträngen hergestellten Fadengeleges. Zu diesem Zweck mag der Verlegearm optional mit einer Spleißvorrichtung ausgerüstet sein. Da sich die einzelnen Fadenstränge aus synthetischen Fäden zusammensetzen, kann es sich bei der Spleißvorrichtung im einfachsten Fall um eine Kunststoffschweißvorrichtung handeln, die dafür sorgt, dass die einzelnen Fäden bzw. Fadenstränge beispielsweise am Anfang des Fadengeleges miteinander verschweißt und folglich auf diese Weise verspleißt werden.

    [0023] Der drehbare Spulentisch mit dem daran angeschlossenen Verlegearm kann entlang einer Produktionsrichtung des Fadengeleges verfahren werden. Zu diesem Zweck steht in der Regel eine Führung für den Spulentisch zur Verfügung. Die Führung für den Spulentisch erstreckt sich folgerichtig in Produktionsrichtung des Fadengeleges.

    [0024] Dabei wird das Fadengelege im Allgemeinen über wenigstens zwei endseitige Umlenkrollen geführt. Von diesen Umlenkrollen mag zumindest eine endseitige Umlenkrolle zur Variation der Länge der Rundschlinge verfahren werden bzw. verfahrbar ausgebildet sein. Auf diese Weise können Rundschlingen praktisch beliebiger Länge problemlos hergestellt werden.

    [0025] Zwischen den beiden zuvor beschriebenen endseitigen Umlenkrollen ist wenigstens eine weitere Führungsrolle vorgesehen. Die Führungsrolle dient allgemein zur Abstützung und / oder Führung des Fadengeleges und ist zwischen die beiden endseitigen Umlenkrollen zwischengeschaltet. Die Führungsrolle stellt also sicher, dass das Fadengelege im Zuge seiner Herstellung nicht zwischen den beiden Umlenkrollen "durchhängt".

    [0026] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Vorrichtung, die zur Herstellung einer Rundschlinge und insbesondere zur Durchführung des zuvor beschriebenen Verfahrens besonders geeignet ist. Solche Vorrichtungen sind in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus der DE 810 655 C bekannt.

    [0027] Die erfindungsgemäße Vorrichtung verfügt über die Merkmale des Anspruchs 10. Mit Hilfe dieser Näh- /Schließvorrichtung lässt sich das Fadengelege umhüllen, wobei gleichzeitig ein randseitiges Längsvernähen des zumindest einen Gewebebandes zur Definition des Schutzschlauches für das Fadengelege stattfindet. Tatsächlich kann dieses wenigstens eine Gewebeband um das Fadengelege in dessen Längsrichtung herumgeschlungen und an den aneinander anliegenden jeweiligen Endkanten längs vernäht werden. Es ist aber auch möglich, mit zwei Gewebebändern zu arbeiten, welche in der Art eines Sandwiches aufeinander gelegt das dazwischen befindliche Fadengelege aufnehmen. In diesem Fall müssen die beiden Gewebebänder an den jeweils vorhandenen Längskanten miteinander vernäht werden, damit der gewünschte Schutzschlauch definiert wird.

    [0028] Bei dem Gewebeband zur Realisierung des Schutzschlauches mag es sich um ein Gewebeband handeln, das aus gewebten Kunststofffäden beispielsweise aus PE, PA oder PP hergestellt wird. Um die Abriebfestigkeit noch zu steigern, ist auch eine mehrlagige Ausgestaltung des Gewebebandes möglich. Darüber hinaus kann das Gewebeband problemlos mit einem Aufdruck, einem Aufnäher etc. ausgerüstet werden, um die insgesamt von der Rundschlinge erreichten Spezifikationen widerzuspiegeln.

    [0029] Im Ergebnis werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verfügung gestellt, die insbesondere zur Herstellung einer Rundschlinge geeignet sind. Dabei lassen sich mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens insbesondere Rundschlingen realisieren, die für besonders hohe Lasten ausgelegt und geeignet sind, die bis zu mehreren 100 t betragen können.

    [0030] Die Beherrschung solcher Lasten gelingt im Kern dadurch, dass zunächst einmal die einzelnen Fadenstränge zur Definition des längs erstreckten Fadengeleges miteinander verdrillt werden, ähnlich einem Seil, welches durch einen Gleichschlag der einzelnen Fadenstränge hergestellt wird. Auf diese Weise wird einerseits die erforderliche Elastizität des den Kern der Rundschlinge definierenden Fadengeleges zur Verfügung gestellt. Andererseits ist hierdurch sichergestellt, dass sämtliche Fadenstränge an der Lastaufnahme beteiligt sind.

    [0031] Die Anzahl der Fadenstränge kann flexibel an die jeweils aufzunehmende Last angepasst werden. Das geschieht im Regelfall der Art, dass die Fadenstränge mit ihrer Einzelfestigkeit summarisch der gesamten aufzunehmenden Last unter gleichzeitiger Berücksichtigung eines Sicherheitspuffers Rechnung tragen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, das Fadengelege flexibel an die aufzunehmende Last anzupassen. Das gleiche gilt für den Schutzschlauch, welcher je nach dem Durchmesser des im Innern aufzunehmenden längs erstreckten Fadengeleges hieran angepasst werden kann. Auf diese Weise wird einerseits erreicht, dass der Schutzschlauch das im Innern aufgenommene längs erstreckte Fadengelege mehr oder minder passgenau umhüllt und andererseits dadurch die Fadenstränge ihre gegenseitige Verdrillung beibehalten. Zugleich wird etwaiger Verschnitt bei der Herstellung des Schutzschlauches vermieden.

    [0032] Außerdem kann man je nach der aufzunehmenden Belastung mit mehreren Lagen der Fadenstränge arbeiten, die beispielsweise durch einen jeweils zwischengeschalteten Schlauch voneinander getrennt sind oder werden. Dabei mag insgesamt so vorgegangen werden, dass die Drehrichtung beim Verdrillen der einzelnen Fadenstränge von Lage zu Lage des solchermaßen hergestellten längs erstreckten Fadengeleges jeweils wechselt, um ein Aufdrehen des Fadengeleges zu verhindern. Ein solcher Wechsel der Drehrichtung beim Verdrillen der Fadenstränge ist auch grundsätzlich bei der Herstellung des längs erstreckten Fadengeleges möglich, auch ohne zwischengeschalteten Schlauch, um das beschriebene Aufdrehen zu vermeiden. Zugleich sorgt der Schutzschlauch hierfür, dessen Anbringung und Umhüllung des Fadengeleges erfindungsgemäß in den Herstellungsprozess integriert ist.

    [0033] Aufgrund der Abmessungen des solchermaßen hergestellten längs erstreckten Fadengeleges lässt sich dieses nicht immer durch einen vorgefertigten Schutzschlauch problemlos hindurchfädeln. In diesem Fall schlägt die Erfindung vor, dass der Schutzschlauch nachträglich, d.h. nach Fertigstellung des Fadengeleges, angebracht wird. Dies geschieht regelmäßig in der Weise, dass wenigstens ein Gewebeband um das hergestellte Fadengelege in Längsrichtung geschlungen wird und eine randseitige Längsvernähung erfährt. Grundsätzlich kann auch mit zwei Gewebebändern gearbeitet werden, die das Fadengelege zwischen sich in der Art eines Sandwiches aufnehmen. Dann sind zwei Längsnähte jeweils beidseitig des dazwischen orientierten Fadengeleges und ebenfalls in Längserstreckung erforderlich. Für die Umwicklung des Fadengeleges mit dem Gewebeband und das beschriebene Längsvernähen sorgt die kombinierte Näh-/Schließvorrichtung bzw. die bereits angesprochene Nähmaschine, die seitlich des längs erstreckten Fadengeleges angeordnet ist bzw. sich demgegenüber erstreckt und/oder in der Längsrichtung des Fadengeleges verfahrbar ausgebildet ist.

    [0034] Als besonderer weiterer Vorteil kann geltend gemacht werden, dass der das längs erstreckte Fadengelege aufnehmende und umschließende Schutzschlauch von seinen Abmessungen her an das im Innern befindliche Fadengelege spezifisch angepasst ist. Dadurch wird Verschnitt verhindert und wird das Fadengelege in der eingenommenen Konstellation mit den verdrillten Fadensträngen gehalten. Etwaige nachgeschaltete Fertigungsschritte zur Anoder Aufbringung des Schlauches entfallen. D.h., das Fadengelege ist hinsichtlich seiner Form und Lage stabil. Dies wird ergänzend durch den integrierten Nähprozess unterstützt. Hierin sind die wesentlichen Vorteile zu sehen.

    [0035] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert; Es zeigen:
    Fig. 1
    eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung einer Rundschlinge in verschiedenen Ansichten,
    Fig. 2
    den Gegenstand nach Fig. 1 in einer abgewandelten und nicht zur Erfindung gehörigen Ausführungsform sowie
    Fig. 3
    eine mit Hilfe der Vorrichtung nach den Figuren 1 und 2 hergestellte Rundschlinge im Schnitt.


    [0036] In den Figuren 1 und 2 ist eine Vorrichtung zur Herstellung einer Rundschlinge 1, 2, dargestellt, die im Schnitt in der Fig. 3 gezeigt wird. Die Rundschlinge 1, 2 setzt sich aus einem zylindrischen sowie längserstreckten Fadengelege 2 als Kern sowie einem das Fadengelege 2 umhüllenden Schutzschlauch 1 zusammen. Im Rahmen des Ausführungsbeispiels nach der Fig. 3 ist der Schutzschlauch 1 aus zwei randseitig jeweils längs vernähten Gewebebändern 1 unter Definition des Schutzschlauches 1 aufgebaut.

    [0037] Die Vorrichtung verfügt grundsätzlich über eine Basis 3, die verschiedene und nachfolgend noch näher zu beschreibende Elemente aufnimmt. Hierzu gehört ein drehbarer Spulentisch 4 mit darauf befindlichen Spulen 5 für einzelne Fadenstränge 6. Die auf den Spulen 5 befindlichen Fadenstränge 6 werden zu dem längs erstreckten Fadengelege 2 miteinander verdrillt, indem der die einzelnen Spulen 5 aufnehmende Spulentisch 4 um seine Achse A gedreht wird.

    [0038] Der Spulentisch 4 kann geteilt ausgelegt werden bzw. lässt sich aufschwenken, um den betreffenden Fadenstrang 6 oder auch einen Kern, um den die einzelnen Fadenstränge 6 herumgewickelt werden, ins Zentrum der zugehörigen Spulen 5 zu verbringen, wie dies in der Fig. 2 dargestellt ist. Tatsächlich sind die Spulen 5 revolverartig um das Zentrum herum angeordnet, und zwar meistens mit gleichen Winkelabstand zueinander. Die einzelnen Spulen 5 sind drehbar gegenüber dem Spulentisch 4 gelagert. Grundsätzlich können die Spulen 5 aber auch fest an den Spulentisch 4 angeschlossen sein. In jedem Fall wird die zuvor bereits beschriebene Verdrillung dadurch erreicht, dass der die einzelnen Spulen 5 aufnehmende Spulentisch 4 um seine Achse A gedreht wird. Bei diesem Vorgang werden die einzelnen Fadenstränge 6 axial und/oder tangential von den zugehörigen Spulen 5 abgezogen.

    [0039] Wie bereits erläutert, können die einzelnen Fadenstränge 6 um einen zentralen Kern herumgelegt werden. Im Ausführungsbeispiel mag ein zuvor im Zentrum der Spulen 5 angeordneter einzelner Fadenstrang 6 als Kern fungieren. Entscheidend ist, dass die Fadenstränge 6 gleichsam wendelförmig um den fraglichen Kern bzw. in Längsrichtung L des hergestellten Fadengeleges 2 verlaufen bzw. eine in der Längsrichtung L orientierte Zentralachse des auf diese Weise hergestellten Fadengeleges 2 wendelförmig oder auch schraubenlinienartig umringen. Die Herstellung der Verdrillung bzw. des Fadengeleges 2 insgesamt erfolgt dabei in der bereits angesprochenen Längsrichtung L, die folglich mit der Produktionsrichtung L des Fadengeleges 2 zusammenfällt.

    [0040] Zum grundsätzlichen Aufbau gehört darüber hinaus eine Führung 7 für den Spulentisch 4. Der Spulentisch 4 ist bei dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 entlang der Führung 7 verfahrbar ausgebildet. Beim nicht zur Erfindung gehörigen Beispiel nach der Fig. 2 ist der Spulentisch 4 ortsfest an die Führung 7 angeschlossen. In beiden Fällen wird der Spulentisch 4 natürlich um seine Achse A gedreht, um die beschriebene Verdrillung der Fadenstränge 6 bei der Herstellung des Fadengeleges 2 zu erreichen.

    [0041] Im Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 lässt sich der Spulentisch 4 entlang der Führung 7 in der Längsrichtung bzw. Produktionsrichtung L des Fadengeleges 2 verfahren. Auf diese Weise sorgt der entlang der Führung 7 verfahrene und hierbei gleichzeitig gedrehte Spulentisch 4 dafür, dass bei diesem Vorgang die einzelnen von den Spulen 5 abgewickelten Fadenstränge 6 miteinander wendelförmig verdrillt werden und das Fadengelege 2 definieren. Zwei in diesem Zusammenhang zusätzlich vorgesehene Umlenkrollen 11, 12 fungieren in diesem Kontext als stehende Umlenkpunkte. Der Spulentisch 4 kann über die Umlenkrollen 11, 12 bzw. an die Basis 3 angeschlossenen Umlenkpunkte hinund herfahren.

    [0042] Im Rahmen des Ausführungsbeispiels nach der Fig. 1 sind die Achse A des Spulentisches 4 und die Längsrichtung L bzw. die Längserstreckung der Führung 7 senkrecht zueinander angeordnet. D.h. in diesem Fall sind der Spulentisch 4 und die Basis 3 überwiegend parallel zueinander orientiert. Ein zusätzlich vorgesehener Verlegearm 10 übernimmt die Aufgabe, die Fadenstränge 6 um die Umlenkrollen 11, 12 herum abzugeben. Sofern der Spulentisch um die Umlenkpunkte bzw. Umlenkrollen 11, 12 herumfährt oder herumfahren kann, ist der Verlegearm 10 entbehrlich.

    [0043] Ausweislich der Seitenansicht in der Fig. 1 erstreckt sich der Verlegearm 10 in etwa parallel zur Achse A des Spulentisches 4. Mit Hilfe des Verlegearmes 10 lassen sich die einzelnen Fadenstränge 6 manipulieren. Alternativ oder zusätzlich kann mit Hilfe des Verlegearmes 10 auch das gesamte hergestellte Fadengelege 2 manipuliert werden.

    [0044] Tatsächlich wird mit Hilfe des Verlegearmes 10 beispielsweise ein Anfang des Fadengeleges 2 an der endseitigen Umlenkrolle 11 festgelegt. D.h., die einzelnen Fadenstränge 6 werden mittels des Verlegearmes 10 am Anfang des Fadengeleges 2 zusammengeführt, und zwar im Beispielfall an der einen endseitigen Umlenkrolle 11. Wenn nun der Spulentisch 4 unter gleichzeitiger Drehung entlang der Führung 7 bewegt wird, so entsteht bei diesem Vorgang das Fadengelege 2 in Längsrichtung L, indem die einzelnen Fadenstränge 6 miteinander verdrillt werden.

    [0045] Am Ende des Verfahrweges bzw. der Führung 7 mag dann der Verlegearm 10 das hergestellte Fadengelege 2 an die weitere endseitige Umlenkrolle 12 übergeben. Im Gegensatz zu der Umlenkrolle 11 ist die Umlenkrolle 12 in Längsrichtung L verfahrbar ausgeführt, so dass auf diese Weise insgesamt die Länge der Rundschlinge verändert werden kann. Das Fadengelege 2 wird nun mit Hilfe des Verlegearmes 10 um die verfahrbare Umlenkrolle 12 geführt und im Anschluss hieran bis zur festen Umlenkrolle 11 zurückgeführt. Dabei mag der Verlegearm 10 dafür sorgen, dass die beiden Enden des Fadengeleges 2 bzw. der jeweiligen Fadenstränge 6 miteinander verbunden werden. Auf diese Weise wird insgesamt das Fadengelege 2 in der Art eines geschlossenen Seiltriebes um die beiden Umlenkrollen 11, 12 herumgeführt.

    [0046] Eine zwischen den beiden endseitigen Umlenkrollen 11, 12 befindliche weitere Führungsrolle 13 sorgt bei diesem Vorgang dafür, dass das hergestellte Fadengelege 2 zwischen den beiden Umlenkrollen 11, 12 abgestützt wird. Tatsächlich verfügt das Fadengelege 2 insgesamt über ein je nach aufzunehmender Last erhebliches Gewicht, wobei die wenigstens eine Führungsrolle 13 insgesamt ein Durchhängen des Fadengeleges 2 zwischen den beiden Umlenkrollen 11, 12 verhindert.

    [0047] Bei der nicht zur Erfindung gehörigen Ausgestaltung nach der Fig. 2 beobachtet man eine senkrechte Orientierung von einerseits der Basis 3 und andererseits dem Spulentisch 4. Dadurch sind die Achse A und die Längsrichtung L parallel zueinander ausgerichtet. Die grundsätzliche Herstellung und das Verdrillen der einzelnen Fadenstränge 6 unter Definition des Fadengeleges 2 ähnelt derjenigen, wie sie mit Bezug zum Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 bereits beschrieben worden ist.

    [0048] Tatsächlich sind im Unterschied zu dem Beispiel nach der Fig. 1 im Rahmen der Vorrichtung gemäß der Fig. 2 die beiden Umlenkrollen 11, 12 jedoch drehbar ausgelegt und werden im Regelfall angetrieben. Außerdem können die Umlenkrollen 11, 12 hinsichtlich ihres Abstandes zueinander verstellt respektive verfahren werden, um beispielsweise Rundschlingen unterschiedlicher Gesamtlänge herstellen zu können. Eine solche Verfahrbarkeit ist auch bei dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 möglich und bereits mit Bezug zu der in Längsrichtung L gegenüber der Basis 3 verschiebbaren Umlenkrolle 12 beschrieben worden.

    [0049] Jedenfalls wird bei der Variante nach der Fig. 2 so gearbeitet, dass die Herstellung der Rundschlinge 2 durch den Antrieb der Umlenkrollen 11, 12 erfolgt. Zu diesem Zweck wird zunächst ein Kern bzw. im Ausführungsbeispiel ein Fadenstrang 6 um die beiden Umlenkrollen 11, 12 geführt und an seinen beiden Enden in der bereits beschriebenen Weise als gleichsam Seiltrieb verbunden. Eine zusätzlich noch in diesem Fall vorgesehene Führungsrolle 13 mag erneut eine Stützfunktion wie bereits beschrieben übernehmen. Die Herstellung des Fadengeleges 2 erfolgt nun derart, dass die Fadenstränge 6 von den zugehörigen Spulen 5 im Beispielfall an den Kern abgegeben werden, welcher durch den Mittelpunkt des Spulentisches 4 hindurch verläuft. Die einzelnen Fadenstränge 6 werden hierbei durch die Rotationsbewegung der Umlenkrollen 11, 12 von den Spulen 5 abgezogen.

    [0050] Dabei bestimmt das Verhältnis des Vortriebs bzw. der Umlaufgeschwindigkeit um die Umlenkrollen 11, 12 im Vergleich zur Rotationsgeschwindigkeit des Spulentisches 4 den Winkel der einlaufenden Fadenstränge 6 in der Längsrichtung L des solchermaßen hergestellten Fadengeleges 2. Außerdem kann hierdurch die Anzahl der Windungen pro Längeneinheit in dieser Längsrichtung L vorgegeben werden. Die einzelnen Fadenstränge 6 werden durch gegenseitige Reibungskräfte oder durch Reibungskräfte mit dem Kern gleichsam in der Längsrichtung L mitgenommen.

    [0051] Zum weiteren grundsätzlichen Aufbau der dargestellten Vorrichtung gehört schließlich noch eine kombinierte Näh-/Schließvorrichtung 8. Im Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 sind zwei Näh-/Schließvorrichtungen 8 vorgesehen, die beidseits der Führung 7 angeordnet sind. Mit Hilfe der einen oder der beiden Näh-/Schließvorrichtungen 8 werden entsprechend der Darstellung nach Fig. 3 die beiden jeweils rechteckigen und an die Länge des Fadengeleges 2 angepassten Gewebebänder 1 in Längserstreckung bzw. Längsrichtung L über und unter dem zwischen Ihnen befindlichen Fadengelege 2 positioniert, so dass die jeweiligen Längsränder der Gewebebänder 1 aufeinanderliegen. An diesen Längsrändern wird nun jeweils eine randseitige Längsnaht 9 mit Hilfe der jeweiligen Näh-/Schließvorrichtung 8 angebracht.

    [0052] D. h., die jeweilige Näh-/Schließvorrichtung 8 dient zum Umhüllen und gleichzeitig randseitigen Längsvernähen der beiden Gewebebänder 1 unter gleichzeitiger Definition des auf diese Weise hergestellten Schutzschlauches 1 für das Fadengelege 2. Bei dem Längsvernähen wird im Rahmen der Variante nach Fig. 3 jeweils eine Längsnaht 9 beidseitig des Fadengeleges 2 zwischen den beiden miteinander zu verbindenden Gewebebändern 1 an deren Längskante angebracht. Selbstverständlich kann auch nur mit einer Längsnaht 9 und lediglich einer Näh-/Schließvorrichtung gearbeitet werden.

    [0053] Bei der Herstellung des Fadengeleges 2 kann grundsätzlich auch so vorgegangen werden, dass das Fadengelege 2 bzw. eine erste Lage 2' des Fadengeleges 2 durch einen offenen Schlauch 14 hindurchgeführt wird. Der Schlauch 14 mit der darin befindlichen ersten Lage 2' des rechteckigen Gewebebandes 1 des Fadengeleges 2 wird dann von weiteren Fadensträngen 6 umwickelt, so dass eine zweite Lage 2" entsteht. In diesem Fall ist das Fadengelege 2 aus den beiden konzentrisch um die Längsachse bzw. in Längsrichtung L angeordneten Lagen 2' und 2" mit dem dazwischen befindlichen offenen Schlauch 14 aufgebaut. Selbstverständlich sind auch noch mehr Lagen möglich.

    [0054] In jedem Fall wird das auf diese Weise hergestellte Fadengelege 2 aus den miteinander verdrillten Fadensträngen 6 anschließend mit Hilfe des Gewebebandes 1 umhüllt, welches längsvernäht wird, bzw. durch wenigstens eine Längsnaht 9 den Schutzschlauch 1 definiert. Dabei kann bei Rückgriff auf lediglich ein Gewebeband 1 mit einer die beiden Längskanten des rechteckigen Gewebebandes 1 miteinander verbindenden Längsnaht 9 gearbeitet werden. Sofern zwei Gewebebänder 1 zum Einsatz kommen, werden die jeweiligen Längskanten entsprechend der Darstellung nach Fig. 3 aufeinander gelegt und mit Hilfe zugehöriger und jeweils beidseitig des Fadengeleges 2 verlaufender Längsnähte 9 miteinander verbunden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung einer Rundschlinge mit folgenden Schritten:

    1.1) es werden einzelne Fadenstränge (6) von Spulen (5) eines drehbaren Spulentisches (4) ausgehend zugeführt und zu wenigstens einem längs erstreckten Fadengelege (2) miteinander verdrillt;

    1.2) die einzelnen Fadenstränge (6) werden mittels eines Verlegearmes (10) am Anfang des Fadengeleges (2) zusammengeführt;

    1.3) der drehbare Spulentisch (4) mit dem daran angeschlossenen Verlegearm (10) wird entlang einer Produktionsrichtung (L) des Fadengeleges (2) unter Herstellung einer längs erstreckten textilen zylindrischen Struktur verfahren, wobei

    1.4) der Verlegearm (10) sich in etwa parallel zur Achse (A) des Spulentisches (4) erstreckt;

    1.5) das hergestellte Fadengelege (2) wird anschließend mit wenigstens einem Gewebeband (1) umhüllt, welches längs vernäht wird und durch wenigstens eine Längsnaht (9) einen Schutzschlauch (1) definiert.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Fadenstränge (6) mittels des Verlegearmes (10) bei der Herstellung des Fadengeleges (2) geführt werden.
     
    3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadengelege (2) über wenigstens zwei endseitige Umlenkrollen (11, 12) geführt wird.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine endseitige Umlenkrolle (12) zur Variation der Länge der Rundschlinge verfahren wird.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen die beiden endseitigen Umlenkrollen (11, 12) wenigstens eine weitere Führungsrolle (13) zur Abstützung und/oder Führung des Fadengeleges (2) zwischengeschaltet wird.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenstränge (6) axial und/oder tangential von den Spulen (5) abgezogen werden.
     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass einzelne oder sämtliche Spulen (5) wahlweise fest oder drehbar auf dem Spulentisch (4) gelagert sind.
     
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenstränge (6) um einen Kern herum gelegt werden.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern in Längsrichtung (L) bewegt wird und hierbei die Fadenstränge (6) mittels Reibung mitnimmt.
     
    10. Vorrichtung zur Herstellung einer Rundschlinge, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer Basis (3), ferner mit einem drehbaren Spulentisch (4) mit darauf befindlichen Spulen (5) für Fadenstränge (6), wobei

    - der Spulentisch (4) zur Verdrillung der Fadenstränge (6) zum Fadengelege ausgebildet ist,

    - der Spulentisch (4) mit einem Verlegearm (10) zur Manipulation der einzelnen Fadenstrenge (6) und/oder des hergestellten Fadengeleges (2) ausgerüstet ist,

    - der Verlegearm (10) sich in etwa parallel zur Achse (A) des Spulentisches (4) erstreckt, und wobei

    - der drehbare Spulentisch (4) mit den daran angeschlossenen Verlegearm (10) entlang einer Produktionsrichtung (L) des Fadengeleges (2) unter Herstellung einer Längserstreckten textilen zylindrischen Struktur verfahrbar ist, und mit

    - wenigstens einer kombinierten Näh-/Schließvorrichtung (8) zum Umhüllen und gleichzeitig randseitigen Längsvernähen zumindest eines Gewebebandes (1) zur Definition eines Schutzschlauches für das Fadengelege (2).


     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass angetriebene Umlenkrollen (11, 12) zur Definition der Produktionsrichtung (L) des Fadengeleges (2) vorgesehen sind, mit deren Hilfe die Fadenstränge (6) von den Spulen (5) abgezogen werden.
     


    Claims

    1. A method for producing a round sling, comprising the following steps:

    1.1) individual strands of threads (6) are fed from bobbins (5) of a rotatable bobbin rail (4) and are twisted together to form at least one longitudinally extended scrim (2);

    1.2) the individual strands of threads (6) are brought together at the beginning of the scrim (2) by means of a laying arm (10);

    1.3) the rotatable bobbin rail (4) with the laying arm (10) connected thereto is displaced along a production direction (L) of the scrim (2) thereby producing a longitudinally extended textile cylindrical structure, wherein

    1.4) the laying arm (10) extends approximately parallel to the axis (A) of the bobbin rail (4);

    1.5) the produced scrim (2) is subsequently enclosed by at least one fabric strip (1) which is sewn longitudinally and defines a protective tube (1) by at least one longitudinal seam (9).


     
    2. The method according to claim 1, characterized in that the individual strands of threads (6) are guided by means of the laying arm (10) during the production of the scrim (2).
     
    3. The method according to any one of claims 1 or 2, characterized in that the scrim (2) is guided over at least two return rollers (11, 12) at the end side.
     
    4. The method according to claim 3, characterized in that at least one return roller (12) at the end side is displaced for varying the length of the round sling.
     
    5. The method according to claim 3 or 4, characterized in that between the two return rollers (11, 12) at the end side, at least one further return roller (13) is interpositioned for supporting and/or guiding the scrim (2).
     
    6. The method according to any one of claims 1 to 5, characterized in that the strands of threads (6) are pulled off axially and/or tangentially from the bobbins (5).
     
    7. The method according to any one of claims 1 to 6, characterized in that individual or all bobbins (5) are selectively mounted in a fixed or rotatable manner on the bobbin rail (4).
     
    8. The method according to any one of claims 1 to 7, characterized in that the strands of threads (6) are laid around a core.
     
    9. The method according to claim 8, characterized in that the core is moved in the longitudinal direction (L) and thereby carries along the strands of threads (6) by means of friction.
     
    10. A device for producing a round sling, in particular for carrying out the method according to any one of claims 1 to 9, comprising a base (3), further comprising a rotatable bobbin rail (4) with bobbins (5) located thereon for the strands of threads (6), wherein

    - the bobbins rail (4) is configured for twisting the strands of threads (6) for forming scrims (2),

    - the bobbins rail (4) is equipped with a laying arm (10) for manipulation of the individual strands of threads (6) and/or the produced scrim (2),

    - the laying arm (10) extends approximately parallel to the axis (A) of the bobbin rail (4), and wherein

    - the rotatable bobbin rail (4) with the laying arm (10) connected thereto is displaceable along a production direction (L) of the scrim (2), thereby producing a longitudinally extended textile cylindrical structure, and comprising

    - at least one combined sewing/closing device (8) for enclosing and simultaneously longitudinally sewing at least one fabric strip (1) for defining a protective tube for the scrim (2).


     
    11. The device according to claim 10, characterized in that driven return rollers (11, 12) for defining the production direction (L) of the scrim (2) are provided, by means of which the strands of threads (6) are pulled off from the bobbins (5).
     


    Revendications

    1. Procédé destiné à la fabrication d'une boucle ronde, comportant les étapes suivantes :

    1.1) on alimente à partir de bobines (5) d'une table de râtelier (4) rotative des échevettes (6) individuelles et on les torsade ensemble en au moins un assemblage de fils (2) allongé ;

    1.2) on réunit les échevettes (6) individuelles au moyen d'un bras de pose (10) au début de l'assemblage de fils (2) ;

    1.3) on déplace la table de râtelier (4) rotative avec le bras de pose (10) qui y est raccordé le long d'une direction de production (L) de l'assemblage de fils (2) en fabriquant une structure cylindrique textile allongée,

    1.4) le bras de pose (10) s'étendant approximativement à la parallèle de l'axe (A) de la table de râtelier (4) ;

    1.5) on enveloppe ensuite l'assemblage de fils (2) fabriqué avec au moins une bande en tissu (1) que l'on coud en longueur et on définit par au moins une couture longitudinale (9) un boyau de protection (1).


     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les échevettes individuelles (6) sont guidées à l'aide du bras de pose (10) lors de la fabrication de l'assemblage de fils (2).
     
    3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'assemblage de fils (2) est guidé par l'intermédiaire d'au moins deux rouleaux de renvoi (11, 12) d'extrémités.
     
    4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'on déplace au moins un rouleau de renvoi (12) d'extrémité pour faire varier la longueur de la boucle ronde.
     
    5. Procédé selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce qu'entre les deux rouleaux de renvoi (11, 12) d'extrémités, on interpose au moins un rouleau de guidage (13) supplémentaire pour soutenir et/ou guider l'assemblage de fils (2).
     
    6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on retire les échevettes (6) en direction axiale et/ou de manière tangentielle des bobines (5).
     
    7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que des bobines (5) individuelles ou toutes sont logées au choix de manière fixe ou rotative sur la table de râtelier (4).
     
    8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'on pose les échevettes (6) autour d'un noyau.
     
    9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'on déplace le noyau en direction longitudinale (L) et à cet effet, il entraîne les échevettes (6) par friction.
     
    10. Dispositif destiné à la fabrication d'une boucle ronde, notamment à la réalisation du procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, avec une base (3), par ailleurs avec une table de râtelier (4) rotative, avec des bobines (5) placées dessus pour des échevettes (6),

    - la table de râtelier (4) étant conçue pour torsader les échevettes (6) en l'assemblage de fils (2),

    - la table de râtelier (4) étant équipée d'un bras de pose (10) pour la manipulation des échevettes (6) individuelles et/ou des assemblages de fils (2) fabriqués,

    - le bras de pose (10) s'étendant approximativement à la parallèle de l'axe (A) de la table de râtelier (4) et

    - la table de râtelier (4) rotative avec le bras de pose (10) qui y est raccordé étant déplaçable le long d'une direction de production (L) de l'assemblage de fils (2) pour fabriquer une structure textile cylindrique, allongée et avec

    - au moins un dispositif (8) mixte de couture/fermeture, pour l'enveloppement et la couture marginale longitudinale simultanée d'une bande en tissu (1) pour la définition d'un boyau de protection pour l'assemblage de fils (2).


     
    11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que pour la définition de la direction de production (L) de l'assemblage de fils (2), sont prévus des rouleaux de renvoi (11, 12) entraînés, à l'aide desquels les échevettes (6) sont retirées des bobines (5).
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente