[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleifscheibe, vorzugsweise zum Schleifen von Zahnrädern,
mit einer für ihre Befestigung dienende Bohrung sowie mit einer Verstärkungsschicht
versehen ist, sowie ein Verfahren zur Verstärkung der Schleifscheibe.
[0002] Derartige Schleifscheiben kommen beispielsweise bei der Bearbeitung von Zahnrädern
für Autogetriebe zum Einsatz. Um die Produktivität und die Wirtschaftlichkeit des
Schleifprozesses zu verbessern, ist man bestrebt, die Schnittgeschwindigkeiten beim
kontinuierlichen Wälzschleifen stetig zu erhöhen. Dabei sind Sicherheitsnormen einzuhalten,
nach welchen die zulässige Schnittgeschwindigkeit in einem bestimmten Verhältnis zur
Sprenggeschwindigkeit der Schleifscheibe stehen muss.
[0003] Die Verstärkung der Schleifscheibe im Bereich der Bohrung ermöglicht zwar höhere
zulässige Schnittgeschwindigkeiten, bringt aber einen ebenfalls höheren Fertigungsaufwand
mit sich. Das gilt auch bei einer bekannten Schleifscheibe gemäss der Druckschrift
JP-A-2000153 464, deren Verstärkung mit einem mehrlagigen Netz fertigungstechnisch aufwändig ist.
[0004] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Schleifscheibe der eingangs
genannten Art zu schaffen, dass eine Steigerung der Sprenggeschwindigkeit im Betrieb
der Schleifscheibe ermöglicht wird.
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass durch zumindest einen eingegossenen
Kunststoff sowohl ein die Bohrung auskleidender Ring als auch diese Verstärkungsschicht
in den Schleifscheibenporen gebildet sind. Als Vergussmasse hat sich ein 2-Komponenten
Polyurethansystem als besonders geeignet herausgestellt.
[0006] Durch die Verstärkung der Schleifscheibe mit einer geeigneten Vergussmasse wird eine
innige Verbindung zwischen ihm und dem porösen Material der Schleifscheibe hergestellt,
weil diese bis in die feinsten Scheibenporen einfliessende Vergussmasse ein festes
Gefüge mit dem Material der Schleifscheibe sicherstellt. Die Vergussmasse in die Bohrung
der rotierenden Schleifscheibe einzugiessen und dabei die Eindringtiefe des Verstärkungsmaterials
zu regulieren, ist herstellungstechnisch einfach zu realisieren. Auf diese Weise lässt
sich auch die Stärke des die Bohrung auskleidenden Verstärkungsrings innerhalb bestimmter
Grenzwerte variieren.
[0007] Zur Herstellung der Verstärkung wird die Schleifscheibe erfindungsgemäss mit vorzugsweise
horizontal ausgerichteter Rotationsachse in Drehung versetzt und von beispielsweise
400 rpm (Umdrehungen pro Minute) eine bestimmte Menge Vergussmasse in die Bohrung
eingegossen, wobei durch Anpassung der Schleuderdrehzahl und/oder der Menge, des Flüssigkeitsgrades
und der Aushärtezeit der verwendeten Vergussmasse die Eindringtiefe des Klebstoffs
in die Schleifscheibe und die Stärke des Verstärkungsrings innerhalb bestimmter Grenzwerte
einstellbar ist.
[0008] Es ist hierbei zweckmässig, der Schleifscheibe aussenseitig Dichtungselemente anzubringen,
die verhindern sollen, das die eingegossene Vergussmasse seitlich unkontrolliert herausläuft.
[0009] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Anordnung zum Verstärken einer Schleifscheibe mit einer Vergussmasse, im Schnitt
und schematisch dargestellt, und
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Schleifscheibe.
[0010] Die Anordnung gemäss Fig. 1 zeigt eine Schleifscheibe 1 aus porösem keramischen Material,
wobei sie vorzugsweise aus Korund hergestellt ist.
[0011] Anstelle von Korund können selbstverständlich auch andere ähnlich porös strukturierte
keramische Materialien in Frage kommen. Die Schleifscheibe 1 ist dabei mit einer Bohrung
2 insbesondere für ihre Befestigung auf einer Spindel einer Werkzeugmaschine versehen.
[0012] Erfindungsgemäss ist durch zumindest einen eingegossenen Kunststoff sowohl ein die
Bohrung 2 auskleidender Ring 2a als auch diese Verstärkungsschicht 2b in den Schleifscheibenporen
1' gebildet. Die Schleifscheibe ist aus einem offenen bis hochporösen Gefüge hergestellt,
vorteilhaft mit einer Porosität von über 50 Volumenprozenten.
[0013] Für den zur Verstärkung der Schleifscheibe vorgesehenen Kunststoff wird vorteilhaft
eine Vergussmasse aus einem 2-Komponenten Polyurethansystem verwendet, der sowohl
hinsichtlich seiner physikalischen Eigenschaften als auch wegen seiner Wirtschaftlichkeit
besonders geeignet ist für die Verwendung Vergussmasse zur Erzeugung des Ringes 2a
und zum Füllen der Scheibenporen 1' im Bereich der ringförmigen Verstärkungsschicht
2b. Selbstverständlich sind auch andere geeignete Vergussmassen verwendbar.
[0014] Das Eingiessen der Vergussmasse in die Bohrung 2 der Schleifscheibe 1 erfolgt mittels
einer Giesseinrichtung, von welcher nur gerade eine Zufuhrdüse 5 dargestellt ist,
welche die Vergussmasse in den Bereich der Bohrung 2 leitet. Um ein unkontrolliertes
Auslaufen der Vergussmasse nach der Zuleitung in die Bohrung 2 zu verhindern, sind
an der Schleifscheibe 1 aussenseitig angeordnete Dichtungselemente 8a, 8b vorgesehen.
[0015] Zur Herstellung des die Bohrung 2 umgebenden Ringes 2a als auch der Verstärkungsschicht
2b in den Schleifscheibenporen 1' der Schleifscheibe 1 wird diese durch einen nicht
gezeigten Antrieb um die horizontal ausgerichtete Drehachse 6 in Drehung versetzt,
während durch die Giesseinrichtung mit der Zufuhrdüse 5 eine bestimmte Menge Vergussmasse
zugeführt wird. Die Schleifscheibe 1 dreht sich dabei mit einer Geschwindigkeit von
beispielsweise 400 rpm (Umdrehungen pro Minute), wobei die eingegossene Vergussmasse
durch die dann wirkende Schleuderkraft in die Poren 1' der Schleifscheibe 1 eindringt
und sich mit ihrem keramischen Material verbindet.
[0016] Die dabei erzielbare Eindringtiefe 4 und genauso die Wandstärke 3 des Ringes 2a sind
abhängig von der Schleuderdrehzahl und der eingegossenen Menge, sowie auch vom Flüssigkeitsgrad
und der Aushärtezeit der verwendeten Vergussmasse. Durch Variieren dieser Grössen
lässt sich die Wandstärke 3 bzw. Eindringtiefe der Vergussmasse und die Stärke der
Verstärkungsschicht 2b innerhalb bestimmter Grenzwerte regulieren.
[0017] Um noch höhere Sprenggeschwindigkeiten zu erreichen, ist es grundsätzlich auch möglich,
die Schleifscheibe zusätzlich mit einem eingeklebten Metallring zu verstärken, dies
allerdings bei Inkaufnahme eines entsprechend höheren apparativen und fertigungstechnischen
Aufwands. Ein oder mehrere Metallringe, -drähte oder dergleichen könnten auch beim
Eingiessen der Vergussmasse in der Bohrung eingelegt sein und von dem Klebstoff umgossen
und nach dem Aushärten in dem Ring 2a eingebettet sein.
[0018] Im Prinzip könnte der eingegossene Kunststoff zur Bildung des Ringes als auch der
Verstärkungsschicht in den Schleifscheibenporen durch ein schichtweises Eingiessen
mit unterschiedlichen Materialien von Verguss- bzw. Klebstoffmassen gebildet sein.
[0019] Auch könnte grundsätzlich ein anderes Verfahren zur Erzeugung der erfindungsgemässen
Schleifscheiben angewendet werden, zum Beispiel durch einen Druckguss oder eine Kombination
mit einem Schleuderverfahren.
1. Schleifscheibe, vorzugsweise zum Schleifen von Zahnrädern, mit einer für ihre Befestigung
dienende Bohrung (2) sowie mit einer Verstärkungsschicht (7) in Schleifscheibenporen
(1') versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass
durch zumindest einen eingegossenen Kunststoff sowohl ein die Bohrung (2) auskleidender
Ring (2a) als auch diese Verstärkungsschicht (2b) in den Schleifscheibenporen gebildet
sind.
2. Schleifscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der eingegossene Kunststoff aus einem Zwei- oder Mehrkomponenten Polyurethansystem
besteht.
3. Schleifscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Wandstärke (3) des die Bohrung (2) auskleidenden Ringes (2a) bzw. die Eindringtiefe
(4) des Kunststoffes in dieser Verstärkungsschicht (2b) einstellbar sind.
4. Schleifscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Schleifscheibe mit einem offenen bis hochporösen Gefüge hergestellt ist.
5. Verfahren zum Verstärken einer Schleifscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Schleifscheibe (1) mit vorzugsweise horizontal ausgerichteter Rotationsachse (6)
in Drehung versetzt wird und eine bestimmte Menge Vergussmasse als Kunststoff in die
Bohrung (2) gegossen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an der Aussenseite der Schleifscheibe (1) Dichtungselemente (8a, 8b) zum Verhindern
eines unkontrollierten Auslaufens der eingegossenen Vergussmasse angebracht sind.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke (3) des Ringes (2a) und die Eindringtiefe (4) der Vergussmasse durch
Verändern der Schleuderdrehzahl, der Menge und Flüssigkeitsgrad der eingegossenen
Vergussmasse und/oder der Aushärtezeit der verwendeten Vergussmasse einstellbar ist.
8. Verfahren nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Schleifscheibe (1) mit einer annähernd konstanten Drehzahl von vorzugsweise 400
rpm (Umdrehungen pro Minute) gedreht wird.
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