[0001] Die Erfindung geht aus von einem Schaber zur Reinigung und/oder Konditionierung einer
bewegten Oberfläche, beispielsweise einer Walze oder einem Band in einer Maschine
zur Herstellung oder Veredelung einer Faserstoffbahn, nach dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] In der Papierindustrie sind Schaberklingen aus Schwarzstahl oder Edelstahl weit verbreitet.
Sie werden hauptsächlich zur Reinigung und zur Konditionierung von bewegten Oberflächen
eingesetzt, beispielsweise von Walzen oder von Transportbändern.
[0003] Die Walzen können dabei verschiedene Oberflächen bzw. Bezüge aufweisen, z.B. Keramik,
Composite, Stahl etc.
[0004] Bekannte Nachteile von Schaberklingen aus Stahl liegen einerseits in der begrenzten
Lebensdauer bedingt durch Abrieb, die ein häufiges Wechseln der Schaberklingen notwendig
machen, und andererseits in der Korrosionsneigung, welche sich kritisch auf die Prozessstabilität
und die Papierqualität auswirken können.
[0005] Es liegt entsprechend im Interesse des Papiermachers, eine Schaberklinge zur Verfügung
zu haben, welche nicht zu Korrosion neigt und eine hohe Abriebsbeständigkeit aufweist.
[0006] Aus der
WO2010/027813 und aus der
WO2012/061282 sind Metalllegierungen bekannt, welche korrosionsbeständige und abriebsbeständige
Eigenschaften aufweisen.
[0007] Erfindungsgemäß wird daher vorgeschlagen, die Schaberklinge aus einer Eisenlegierung
zumindest bereichsweise mit amorphen Phasen herzustellen.
[0008] Die amorphen Phasen sind Hartphasen und verleihen der Schaberklinge eine hohe Abriebsbeständigkeit.
Gleichzeitig wird die Korrosionsanfälligkeit gesenkt, da keine Korngrenzen vorliegen,
die Angriffsflächen für Korrosion bilden.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsvarianten gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0010] Gemäß einem bevorzugten Aspekt der Erfindung kann die Eisenlegierung Anteile von
Chrom, Bor, Wolfram, Mangan, Molybdän, Silizium, Kohlenstoff oder einer Mischung daraus
enthalten.
[0011] Bevorzugt kann der Anteil von Chrom an der Eisenlegierung 5 bis 40 % betragen.
[0012] Der Anteil von Bor, Wolfram, Mangan an der Eisenlegierung kann vorzugsweise 0 bis
12 % betragen.
[0013] Der Anteil von Molybdän an der Eisenlegierung kann 0 bis 20% betragen.
[0014] Bevorzugt kann der Anteil von Silizium an der Eisenlegierung 0 bis 7 % betragen.
[0015] Der Anteil von Kohlenstoff an der Eisenlegierung kann vorteilhafterweise 0 bis 10
% betragen.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend näher erläutert.
[0017] Schaber für die Anwendung in Maschinen zur Herstellung oder Verarbeitung von Bahnmaterial
wie Papier, Karton etc. sind in vielen Positionen zur Konditionierung oder Reinigung
bewegter Oberflächen oder zur Führung der Materialbahn vorgesehen. Die Schaber weisen
gewöhnliche eine ein- oder mehrteilige Schaberklinge auf, die in einem Schaberhalter
gelagert ist. Je nach Anwendung wirken auf die Schaberklinge starke tribologische
Kräfte, die hohen Abrieb bedingen. Die Anwendung derartiger Schaberklingen in feucht-warmer
Umgebung und die Einwirkung der chemischen Bestandteile des Bahnmaterials führen zu
hoher Korrosionsneigung.
[0018] Die erfindungsgemäß ausgebildeten Schaberklingen sind gegenüber herkömmlichen Schabern
aus Stahl aus einer Eisenlegierung gebildet, die Chrom, Bor, Wolfram, Mangan, Molybdän,
Silizium, Kohlenstoff oder einer Mischung daraus enthält. An der Eisenlegierung kann
der Anteil von Chrom 5 bis 40 %, der Anteil von Bor, Wolfram oder Mangan 0 bis 12
%, der Anteil von Molybdän 0 bis 20%, der Anteil von Silizium 0 bis 7 % und der Anteil
von Kohlenstoff 0 bis 10 % betragen.
[0019] Gegenüber herkömmlichen Schabern wird die Legierung so hergestellt, dass die Fernordnung
der Atome im Material verhindert wird, so dass das Material nicht in kristalliner,
sondern in amorpher Form vorliegt.
[0020] Die Verhinderung einer Fernordnung beim Abkühlen der vorstehend genannten Legierungen
wird durch eine hohe Abkühlungsgeschwindigkeit aus der Schmelze erreicht. Abkühlungsraten
von 10
3 bis 10
6 Kelvin/Sekunde sind hier je nach Legierungszusammensetzung notwendig. Kühlt die Schmelze
langsamer ab, ist eine Fernordnung bzw. Kristallisierung möglich. Eine Nahordnung
der amorphen Phase besitzt eine Ordnung von ca. 50 nm. Kristalline Bereiche mit einer
Fernordnung von weniger als 500 nm, bevorzugt weniger als 100 nm, zu einem Anteil
von bis zu 50% zeigten bei Versuchen im Einsatz als Klingenlegierung keine negative
Performance, so dass es möglich ist, einen kristallinen Anteil zu dulden.
[0021] Hergestellt wird das Klingenmaterial z.B. durch Erschmelzen der Einzelkomponenten
oder Vorlegierung in einem Induktionsofen, Elektrolichtbogenofen, Plasmalichtbogenofen
oder ähnlichen Schmelzsystemen unter Schutzgas.
[0022] Die erschmolzene Legierung wird in geeignete schnellabkühlende Formen oder auf Oberflächen
wie gekühlte Walzen oder ähnliches gegossen.
1. Schaberklinge zur Reinigung und/oder Konditionierung einer bewegten Oberfläche, insbesondere
einer Walzenoberfläche oder einer Bespannungsoberfläche, zur Verwendung in einer Maschine
zur Herstellung und/oder Veredelung einer Faserstoffbahn wie einer Papier-, Karton-
oder Tissuebahn, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaberklinge zumindest bereichsweise aus einer Eisenlegierung mit amorphen Phasen
besteht.
2. Schaberklinge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Eisenlegierung Anteile von Chrom, Bor, Wolfram, Mangan, Molybdän, Silizium, Kohlenstoff
oder einer Mischung daraus enthält.
3. Schaberklinge nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Chrom an der Eisenlegierung 5 bis 40 % beträgt.
4. Schaberklinge nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Bor, Wolfram, Mangan an der Eisenlegierung 0 bis 12 % beträgt.
5. Schaberklinge nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Molybdän an der Eisenlegierung 0 bis 20% beträgt.
6. Schaberklinge nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Silizium an der Eisenlegierung 0 bis 7 % beträgt.
7. Schaberklinge nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Kohlenstoff an der Eisenlegierung 0 bis 10 % beträgt.