[0001] Die Erfindung betrifft eine Pistolentasche zum Einführen und Herausnehmen einer Pistole
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Pistolentaschen bekannt, die es ermöglichen, die Pistole
bei ihrer Entnahme aus der Pistolentasche mit Hilfe einer Hand einsatzbereit zu machen
(
RU 2258190 -
WO 2005/083350 und
US 2010/0170923). Dabei funktioniert die Pistolentasche nach der
RU 2258190 wie folgt: Die Pistole wird in die Pistolentasche eingelegt und mit Hilfe eines federbelasteten
Verschlussglieds nach dem Einführen darin gehalten.
[0003] Diese bekannte Konstruktion weist den Mangel auf, dass dabei eine zusätzliche manuelle
Handhabung ausgeführt werden muss, um das federbelastete Verschlussglied nach dem
Einlegen der Pistole zu schließen und vor der Entnahme der Pistole aus der Pistolentasche
zu öffnen. Diese zusätzliche Handhabung kann gerade in einer kritischen Kampfsituation
sehr kritisch sein.
[0004] Die Pistolentasche nach der
US 2010/0170923 weist wenigstens eine Sicherung (eine Taste oder einen Druckknopf) auf, die betätigt
werden muss, um die Pistole aus der Pistolentasche entnehmen zu können und sie dabei
gleichzeitig zu entsichern bzw. zu laden. In einer kritischen Kampfsituation kann
dies die Entnahme der Pistole aus der Pistolentasche verhindern, wenn der Griff der
Pistole nicht dicht umschlossen oder die Sicherung der Pistolentasche nicht betätigt
ist. Zudem wirkt sich die Komplexizität der Konstruktion negativ auf die Zuverlässigkeit
der ganzen Pistolentasche aus.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Pistolentasche zu schaffen, die beim Einlegen
der Pistole eine automatische Arretierung der Pistole in der Pistolentasche und bei
der Entnahme der Pistole aus der Pistolentasche eine automatische Entsperrung sicherstellt,
wobei bei der Entnahme der Pistole aus der Pistolentasche gleichzeitig die Pistole
einsatzbereit gemacht wird.
[0007] Die gestellte Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Dabei weist die Pistolentasche einen federbelasteten Haken auf, der unter einem Winkel
von ca. 90° in den Innenraum der Pistolentasche ragt und beim Einlegen der Pistole
in die Pistolentasche gegen die Wirkung der Feder des Hakens aus dem Innenraum auslenkbar
ist, um die Pistole ungehindert in die Pistolentasche einzustecken, wobei der Haken
durch die Feder die voll in die Pistolentasche eingeführte Pistole hintergreift und
arretiert. Ein Schalter stützt sich unter der Wirkung einer Feder an dem Rahmen der
Pistole ab. Die Feder des Hakens und die Feder des Schalters sind so ausgelegt, dass
sich die Arretierung der Pistole in der Pistolentasche nicht öffnen lässt, solange
die Pistole in der Pistolentasche steckt. Der Haken ist mittels des Daumens einer
Hand auslenkbar, um die Pistole gesichert frei zu entnehmen. Für eine Entnahme mit
gleichzeitiger Entsicherung und Ladung der Pistole ist diese in der Pistolentasche
bis zu einem Anschlag verschiebbar. Der Schalter mit dem Haken kehrt dabei durch seine
Feder in die Ausgangslage zurück, führt den Haken mit und gibt den Verschluss der
Pistole zum Entsichem und Laden frei.
[0009] Damit sind die zusätzlichen Handhabungen beim Einlegen und Entnehmen der Pistole
überflüssig, und die Pistole ist beim Einstecken in die Pistolentasche automatisch
arretiert. Eine Entnahme der Pistole aus der Pistolentasche ist ohne und mit der Freigabe
der Entsicherung bzw. Ladung der Pistole möglich. Dies ist ein wesentlicher Vorteil
der Pistolentasche nach der Erfindung.
[0010] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Pistolentasche sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0011] Der Haken ist über eine in Einsteckrichtung der Pistole ausgerichtete Lagerwelle
in der Pistolentasche drehbar gelagert, wobei der Haken eine Einstecköffnung für die
Pistole der Pistolentasche teilweise abdeckt. Der Haken ist beim Einführen einer Pistole
in die Pistolentasche gegen die Wirkung der Feder auslenkbar und legt sich unter der
Wirkung der Feder an den Rahmen der eingelegten Pistole an.
[0012] Desweiteren ist der Schalter an dem Haken drehbar gelagert, wobei die Drehachse des
Schalters in der Plattenebene des Hakens senkrecht zur Drehachse des Hakens steht.
Die Feder hält den Schalter wie den Haken in einer Ausgangsstellung. Der Schalter
ist entgegen der Wirkung der Feder horizontal aus der Pistolentasche auslenkbar, um
den Verschluss der Pistole zu steuern.
[0013] Die Pistolentasche besteht aus einem mit einer Gürtelbefestigung verbundenen Gehäuseteil
und einem daran verschiebbaren Gehäuseteil. Beide Gehäuseteile sind mittels einer
Rückstellfeder in einer Ausgangsstellung gehalten. In dieser Ausgangsstellung ist
die Pistole nicht in die Pistolentasche eingelegt.
[0014] Ein wesentliches Merkmal der erfindungsgemäßen Pistolentasche ist, dass die in der
Pistolentasche eingelegte Pistole auf zwei Arten aus der Pistolentasche entnommen
werden kann. Zum einen kann die Arretierung der Pistole durch den Daumen einer Hand
gelöst und die Pistole gesichert und nicht geladen aus der Pistolentasche entnommen
werden. Die Ausgangsstellung der Pistolentasche mit der eingelegten Pistole ist durch
die Rückstellfeder zwischen beiden Gehäuseteilen eingehalten.
[0015] Die zweite Art einer Entnahme setzt dabei eine Verschiebung der Pistole voraus. In
der Ausgangsstellung steht der Schalter in Wirkverbindung mit dem Verschluss der Pistole.
Wird nun die Pistole in der Pistolentasche vorgeschoben, dann betätigt der Schalter
den Verschluss. Dies führt zu einer Verstellung des Verschlusses an der Pistole und
damit zur Entsicherung und Ladung. Die entnommene Pistole aus der Pistolentasche ist
daher sofort schussfähig, d. h. einsatzbereit.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel einer Pistolentasche nach der Erfindung ist in den Zeichnungen
schematisch dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Gesamtansicht der Pistolentasche ohne Pistole,
- Fig. 2
- die Gesamtansicht der Pistolentasche mit voll eingesteckter Pistole ohne Gürtelbefestigungsteil,
- Fig. 3
- die in die Pistolentasche eingesetzte Sperreinheit aus Haken und Schalter,
- Fig. 4
- das Einsetzen einer Pistole in die Pistolentasche, die in der Ansicht nach Fig. 3
dargestellt ist,
- Fig. 5
- die in die Pistolentasche ohne Gürtelbefestigungsteil voll eingesetzte Pistole,
- Fig. 6
- die Entsicherung bzw. das Laden der Pistole, die in der Pistolentasche nach vorne
verschoben wird,
- Fig. 7
- die Entnahme der entsicherten bzw. geladenen Pistole aus der Pistolentasche und
- Fig. 8
- die automatische Öffnung der Sperreinheit beim Entnehmen der Pistole aus der Pistolentasche.
[0017] In Fig. 1 sind die beiden Gehäuseteile 1 und 2 der Pistolentasche gezeigt, die über
eine Rückstellfeder 8 (Fig. 2) in der gezeigten Ausgangsstellung gehalten sind. Das
Gehäuseteil 2 ist dabei an einem Gürtelbefestigungsteil 3 fest angebracht. Die beiden
Gehäuseteile 1 und 2 sind entgegen der Wirkung der Rückstellfeder 8 zueinander verstellbar
bzw. verschiebbar. An der Eingangsöffnung des Gehäuseteils 2 ist eine Sperreinheit
(Fig. 3) in der Pistolentasche befestigt. Wie die Fig. 3 zeigt, weist die Sperreinheit
einen Haken 4 und einen Schalter 5 auf. Der Haken 4 weist eine Grundplatte auf, die
auf einer Lagerwelle 9 drehbar gelagert und über die Fläche C ablenkbar ist. Die Lagerwelle
9 mit einer Feder 10 ist im Bereich der Eingangsöffnung des Gehäuseteils 2 drehbar
im Gehäuseteil 2 gelagert. Die Feder 10 hält den Haken 4 in seiner Ausgangsstellung,
in der das Hakenende mit der Fläche D die Eingangsöffnung des Gehäuseteils 2 teilweise
überdeckt, da dieses sich etwa unter einem Winkel von ca. 90° in den Innenraum des
Gehäuseteils 2 erstreckt, wie den Fig. 1 und 2 entnommen werden kann. Der Schalter
5 ist an der Grundplatte des Hakens 4 auf der dem Hakenende gegenüberliegenden Seite
angeordnet und ragt mit den Flächen A und B, wie das Hakenende, an der gleichen Seite
der Grundplatte des Hakens 4 vor. Der Schalter 5 ist über eine Lagerwelle 11 drehbar
am Haken 4 gelagert, wobei eine Feder 12 die Ausgangsstellung des Schalters 5 festlegt.
Der Schalter 5 ragt dabei ebenfalls in den Innenraum des Gehäuseteils 2, und zwar
in einem Abstand, der durch die Breite der Grundplatte des Hakens 4 bestimmt ist.
Die Lagerwelle 11 steht senkrecht zur Lagerwelle 9 des Hakens 4, so dass der Schalter
5 entgegen der Wirkung der Feder 12 am Haken 4 ein- und auslenkbar ist.
[0018] Wird die Pistole 6 in die Einführöffnung des Gehäuseteils 2 eingeführt, dann lenkt
sie das Hakenende des Hakens 4 nach außen aus, und zwar entgegen der Wirkung der Feder
10. Damit kann die Pistole ungehindert voll in die Pistolentasche eingesteckt werden,
wie Fig. 4 zeigt. Ist die Pistole 6 voll in die Pistolentasche eingesteckt, dann kann
die Feder 10 den Haken 4 wieder gegen die Pistole ziehen, wobei die Grundplatte des
Hakens 4 an dem Rahmen 7 der Pistole anliegend gehalten wird und das Hakenende die
voll eingesteckte Pistole hintergreift und damit in der Pistolentasche arretiert,
wie der Fig. 5 entnommen werden kann.
[0019] Wird mit dem Daumen der Hand das Hakenende des Hakens 4 entgegen der Wirkung der
Feder 10 ausgelenkt, dann kann die Pistole frei aus der Pistolentasche entnommen werden,
ohne dass der Schalter 5 die Pistole entsichert bzw. geladen hat. Der Schalter 5 wird
dabei wie der Haken 4 von der Pistole 6 nach außen mit verschwenkt.
[0020] Es gilt nun, die Schaltfunktion des Schalters 5 anhand der Fig. 6 bis 8 zu beschreiben,
da diese auftritt, wenn die Pistole vor der Entnahme in der Pistolentasche so vorverstellt
wird, dass die Rückstellfeder 8 entgegen ihrer Wirkung so verstellt wird, dass sich
der Abstand der Gehäuseteile 1 und 2 der Pistolentasche verringert.
[0021] In Fig. 6 ist der Abstand zwischen dem Hakenende des Hakens 4 und dem Ende der vorverschobenen
Pistole zu erkennen. Dabei nehmen die Gehäuseteile 2 und 1 eine Stellung ein, in der
sie aneinander anliegen. Die Rückstellfeder 8 ist gespannt, und der Verschluss 13
hat die Pistole entsichert und geladen, da dieser in bekannter Weise gegenüber dem
Pistolenkörper verschoben ist.
[0022] Nach dem Verschieben der Pistole kann diese aus der Pistolentasche entnommen werden,
wie Fig. 7 zeigt, wobei zunächst die Pistole noch durch den Haken 4 arretiert ist.
[0023] Die Pistole kann nun weiter aus der Pistolentasche herausgezogen werden, wobei der
Haken 4, der bereits aus der Einführöffnung der Pistolentasche ausgeschwenkt ist,
die Entnahme freigibt, wie Fig. 8 zeigt. Die geladene und entsicherte Pistole ist
daher sofort schussbereit.
1. Pistolentasche zum Einführen und Herausnehmen einer Pistole,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie einen federbelasteten Haken (4) aufweist, der unter einem Winkel von ca. 90°
in den Innenraum der Pistolentasche ragt und beim Einlegen der Pistole in die Pistolentasche
gegen die Wirkung der Feder (10) des Hakens (4) aus dem Innenraum der Pistolentasche
auslenkbar ist, um die Pistole ungehindert einzustecken, wobei der Haken (4) durch
die Feder (10) zurückstellbar ist und die voll eingesteckte Pistole in der Pistolentasche
arretiert,
dass ein am Haken (4) drehbar gelagerter Schalter (5) mit Feder (12) so mit der Feder
(12) des Hakens (4) ausgelegt ist, dass sich die Pistolentasche nicht öffnen lässt,
solange die Pistole in der Pistolentasche steckt,
dass der Haken (4) mittels des Daumens einer Hand auslenkbar ist, um die Pistole gesichert
frei aus der Pistolentasche zu entnehmen,
dass für eine Entnahme der Pistole aus der Pistolentasche mit gleichzeitiger Entsicherung
und Ladung der Pistole diese bis zu einem Anschlag verschiebbar ist und
dass der Haken (4) mit dem Schalter (5) dabei in die Ausgangsstellung zurückkehrt und
den Verschluss (13) der Pistole zur Entsicherung und Ladung freigibt.
2. Pistolentasche nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Haken (4) über eine in Einsteckrichtung der Pistole ausgerichtete Lagerwelle
(9) in der Pistolentasche drehbar gelagert ist, wobei in der Pistolentasche ohne Pistole
der Haken (4) die Einstecköffnung der Pistolentasche teilweise abdeckt,
dass beim Einführen der Pistole in die Pistolentasche der Haken (4) aus dem Innenraum
der Pistolentasche auslenkbar ist, wobei sich der Haken (4) unter der Wirkung der
Feder (10) der Lagerwelle (9) an den Rahmen der Pistole anlegt.
3. Pistolentasche nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehachse des Schalters (5) senkrecht zur Drehachse des Hakens (4) ausgerichtet
ist und
dass der Schalter (5) in der eingelegten Stellung der Pistole parallel zur Einsteckrichtung
der Pistole ausgerichtet ist und mit dem Verschluss der Pistole in Wirkverbindung
steht.
4. Pistolentasche nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Verschieben der Pistole in der Pistolentasche der Schalter (5) den Verschluss
der Pistole betätigt und dadurch bei der Entnahme der Pistole die Entsicherung und
Ladung der Pistole bewirkt.
5. Pistolentasche nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie aus einem an einer Gürtelbefestigung (3) verbundenen Gehäuseteil (2) und einem
daran verschiebbaren Gehäuseteil (1) besteht und
dass beide Gehäuseteile (1, 2) mittels einer Rückstellfeder (8) in der Ausgangsstellung
der Pistolentasche ohne Pistole gehalten sind.