Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Versorgen von Verbrauchern
mit einem Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid, bevorzugt in einer Getränkeabfüllanlage.
Stand der Technik
[0002] In Getränkeabfüllanlagen ist es bekannt, unterschiedliche Reinigungs- und/oder Desinfektionsvorgänge
mittels eines Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluids vorzunehmen. So ist es beispielsweise
bekannt, Behälterverschlüsse, mittels welchen die mit dem Füllprodukt befüllten Behälter
nach dem Befüllen verschlossen werden, vor dem Aufbringen auf die befüllten Behälter
mit einem Desinfektionsfluid zu behandeln. Hierzu werden die Behälterverschlüsse üblicherweise
durch ein Bad mit Desinfektionsfluid hindurchgeführt, um die Desinfektion zu erreichen.
Weiterhin werden Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluide in Getränkeabfüllanlagen
auch von anderen Verbrauchern verbraucht, beispielsweise in einem Rinser, einem Wasserschloss
zum gasdichten Abdichten eines Isolators, einem Auslaufbad und einer Injektorkühlstrecke,
und wird auch zur Innendesinfektion eines Isolators beziehungsweise Reinraums, zur
Erhaltungsdesinfektion sowie zur Schmierung eines Verschließers verwendet.
[0003] Die von den einzelnen Verbrauchern verwendeten Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluide
werden hierbei über separate Speiseleitungen jeweils von entsprechenden separaten
Reservoirs ausgehend herangeführt, so dass beispielsweise im Bereich der Verschlussdesinfektion
eine eigenständige Zirkulation innerhalb des Verschlussdesinfektionsmoduls bereitgestellt
wird. Entsprechend sind jeweils separate Versorgungsleitungen mit der entsprechenden
Peripherie in Kombination mit der notwendigen signaltechnischen Einbindung für jeden
Verbraucher separat vorgesehen.
[0004] Weiterhin sind die genannten Verbraucher auch aufgrund der separaten Anbindung nicht
in ein ganzheitliches und automatisiertes Reinigungskonzept eingebunden.
Darstellung der Erfindung
[0005] Ausgehend von dem bekannten Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Vorrichtung zur Versorgung von Verbrauchern mit Reinigungs- und/oder
Desinfektionsfluiden in einer Getränkeabfüllanlage anzugeben, welche eine effizientere
Versorgung ermöglicht.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Entsprechend wird eine Vorrichtung zur Versorgung von Verbrauchern mit einem Reinigungs-
und/oder Desinfektionsfluid, bevorzugt in einer Getränkeabfüllanlage, vorgeschlagen,
umfassend ein Reservoir zur Aufnahme eines Vorrats an Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid.
Erfindungsgemäß sind mindestens zwei Verbraucher über eine Ringleitung mit dem Reservoir
verbunden.
[0008] Dadurch, dass mindestens zwei Verbraucher über eine Ringleitung mit dem Reservoir
verbunden sind, wird es möglich, unterschiedliche Verbraucher mit Reinigungs- und/oder
Desinfektionsfluid aus einem einzigen zentralen Reservoir zu speisen. Über die Bereitstellung
einer Ringleitung kann darüber hinaus ein konstanter Fluss des Desinfektionsfluids
erreicht werden, derart, dass bei den jeweiligen Abnehmern stets frisches, temperiertes
und definierte Eigenschaften aufweisendes Desinfektionsfluid zur Verfügung steht.
[0009] Unter einer Ringleitung wird hier eine Leitung verstanden, welche einen Fluss des
Desinfektionsfluids in einem Kreislauf ermöglicht. Hierbei wird beispielsweise Reinigungs-
und/oder Desinfektionsfluid aus dem Reservoir entnommen, über die Ringleitung geführt
und dann dem Reservoir das in der Ringleitung nicht entnommene Restfluid wieder zugeführt.
Entsprechend wird durch das Bereitstellen der Pumpe ermöglicht, dass das Desinfektionsfluid
in der Ringleitung stets zirkuliert, um an jedem Entnahmepunkt und insbesondere für
jeden der angeschlossenen Verbraucher ein Desinfektionsfluid mit definierten Eigenschaften
bereitzustellen. Entsprechend wird das Desinfektionsfluid, ausgehend vom Reservoir,
beispielsweise einem ersten Verbraucher zur Verfügung gestellt, dann das von diesem
Verbraucher möglicherweise verbrauchte Desinfektionsfluid wieder in die Ringleitung
zurückgegeben, und dann zum nächsten Verbraucher geführt. Entsprechend findet ein
individueller Vorlauf und Rücklauf für die einzelnen an der Ringleitung angeschlossenen
Verbraucher nicht statt, sondern die Ringleitung dient in dem stromaufwärts des jeweiligen
Verbrauchers liegenden Bereichen der Ringleitung als Zulauf und in den stromabwärts
des jeweiligen Verbrauchers liegenden Bereichen der Ringleitung als Rücklauf.
[0010] Die über die Ringleitung mit dem Reservoir verbundenen Verbraucher sind beispielsweise
ein Wasserschloss zur gasdichten Abdichtung eines Isolators, eine Verschließerschmierung,
ein Auslaufbad, eine Injektorkühlstrecke, eine Erhaltungsdesinfektion einer Getränkeabfüllanlage,
eine Oberflächenreinigung in einer Getränkeabfüllanlage, ein Rinser, eine Außenbehandlung
eines Isolators sowie andere Verbraucher von Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid.
[0011] Besonders bevorzugt ist ein Bad für eine Verschlussdesinfektion in die Ringleitung
integriert, besonders bevorzugt als Trennung zwischen einem druckbeaufschlagten Vorlauf
und einem drucklosen Rücklauf. Das Bad für die Verschlussdesinfektion weist dabei
besonders bevorzugt einen Überlauf zum Halten des Flüssigkeitsniveaus in dem Bad so
auf, dass ein steter Strom an Desinfektionsfluid durch das Bad hindurch strömt, vom
druckbeaufschlagten Zulauf hin zum über den Überlauf im Wesentlichen drucklos gehaltenen
Rücklauf. Die Einbindung eines Bades für die Verschlussdesinfektion ermöglicht neben
der Trennung zwischen druckbeaufschlagtem Vorlauf und drucklosem Rücklauf weiterhin
ein zusätzliches Puffervolumen an Desinfektionsfluid, da das Bad selbst ein weiteres
Reservoir beziehungsweise Volumen bereitstellt.
[0012] Eine zentrale Aufbereitung für das Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid, welche
insbesondere eine Überprüfung der Desinfektionsmittelkonzentration im Desinfektionsfluid
beinhaltet, sowie eine Filterung und Temperierung des Desinfektionsfluids umfassen
kann, ermöglicht einen sparsamen Umgang mit dem Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid.
Über eine Rückführung von für die Desinfektion verwendetem Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid
in das Reservoir wird das Desinfektionsfluidvolumen in der Vorrichtung effizient ausgenutzt.
[0013] Bevorzugt umfasst die Ringleitung einen Wärmetauscher zur Temperierung des Desinfektionsfluids.
Bevorzugt umfasst die Ringleitung weiterhin eine Filtervorrichtung zum Filtern des
verwendeten Desinfektionsfluids.
[0014] Das Flüssigkeitsniveau im Reservoir wird bevorzugt über ein Verteilventil gehalten,
mittels welchem ein bestimmter Anteil an Desinfektionsfluid in die Ringleitung gespeist
wird, und ein weiterer Anteil ausgeleitet und/oder an eine Reinigungsanlage geleitet
wird. Bei einer vollständigen Ausleitung wird entsprechend mit verlorenem Desinfektionsfluid
gearbeitet.
[0015] Besonders bevorzugt ist die Vorrichtung in einem automatisierten Reinigungskonzept
einer gesamten Getränkeabfüllanlage eingebunden, wobei die Einbindung in das automatische
Reinigungskonzept bevorzugt über die Speisung beziehungsweise Rückgewinnung des beispielsweise
bei einer Oberflächenreinigung über die Rückgewinnung in das Reservoir eingespeisten
Reinigungsmediums. Das Reinigungsmedium kann aber auch in einer separaten Zuführung
dem Reservoir zugeführt werden. Entsprechend kann über die Einbringung von Reinigungsmedium
in das Reservoir sowohl eine Reinigung des Reservoirs selbst, als auch eine Reinigung
der Ringleitung und der Verbraucher mit dem Reinigungsmedium erreicht werden. Das
Reinigungsmedium kann dann nach Abschluss des Reinigungsvorganges wieder verworfen
werden und der Vorlagetank erneut mit Desinfektionsmittel befüllt werden.
[0016] Besonders bevorzugt ist eine Rückgewinnung des in einem Reinigungsvorgang, beispielsweise
zur Reinigung von Oberflächen verwendeten Reinigungsfluids, vorgesehen, wobei das
auf diese Weise rückgewonnene Reinigungsfluid dem Reservoir dann wieder zugeführt
werden kann.
[0017] Die Niveauhaltung im Reservoir kann auch über eine zweite Pumpe während des Reinigungsvorganges
erreicht werden.
[0018] Entsprechend kann bei Durchführen einer Reinigung zunächst das sich noch im Reservoir,
der Ringleitung und den Verbrauchern befindliche Desinfektionsmittel verworfen werden
und dann das Reinigungsfluid eingeführt werden. Das Reinigungsfluid kann dabei entweder
über eine Rückgewinnung in das Reservoir und die Ringleitung gelangen, oder kann über
eine Reinigungsvorrichtung auch direkt in das Reservoir und/oder die Ringleitung eingeleitet
werden. Dann wird die Reinigung des Reservoirs, der Ringleitung sowie der Verbraucher
durch Hindurchleiten des Reinigungsfluids durchgeführt. Nach Abschluss der Reinigung
kann das Reinigungsfluid dann verworfen oder ausgeleitet werden und neues Desinfektionsfluid
eingeleitet werde, um den Produktionsbetrieb wieder aufnehmen zu können.
[0019] Durch die Einbindung der Vorrichtung in ein Reinigungskonzept, beispielsweise durch
das Einspeisen des jeweiligen Reinigungsfluids in das Reservoir lässt sich eine problemlose
Reinigung sämtlicher beteiligter Verbraucher, der Ringleitung, des Reservoirs sowie
aller anderer Komponenten über das Gesamtreinigungskonzept erreichen. Hier wird es
darüber hinaus möglich, mittels der Aufbereitungsvorrichtungen, welche zur Aufbereitung
des Desinfektionsmittels dienen, also beispielsweise einer Filtervorrichtung oder
eines Wärmetauschers, eine Aufbereitung des Reinigungsmediums zu erreichen. Die Vorrichtung
kann entsprechend auch zur Aufbereitung des Reinigungsmediums in einer Getränkeabfüllanlage
verwendet werden.
[0020] Die oben genannte Aufgabe wird weiterhin durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0021] Entsprechend wird ein Verfahren zum Versorgen von Verbrauchern mit einem Reinigungs-
und/oder Desinfektionsfluid in einer Getränkeabfüllanlage vorgeschlagen, umfassend
das Bereitstellen eines Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluids in einem Reservoir
und das Pumpen des Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluids zu einem Verbraucher.
Erfindungsgemäß wird das Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid über eine Ringleitung
von dem Reservoir zu mindestens zwei Verbrauchern gepumpt.
[0022] Bevorzugt wird zur Reinigung der Vorrichtung ein Reinigungsfluid in das Reservoir
eingebracht, bevorzugt ein über eine Auffangvorrichtung aufgefangenes Reinigungsfluid
eines Reinigungsprozesses, und das Reinigungsfluid wird dem Reservoir zugeführt.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0023] Bevorzugte weitere Ausführungsformen und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
durch die nachfolgende Beschreibung der Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Versorgung von Verbrauchern mit
einem Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid in einem ersten Ausführungsbeispiel,
und
- Figur 2
- eine Vorrichtung zur Versorgung von Verbrauchern mit einem Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid
in einem zweiten Ausführungsbeispiel.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0024] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben.
Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen
Figuren mit identischen Bezugszeichen bezeichnet und auf eine wiederholte Beschreibung
dieser Elemente wird in der nachfolgenden Beschreibung teilweise verzichtet, um Redundanzen
zu vermeiden.
[0025] In Figur 1 ist eine Vorrichtung 1 zur Versorgung von Verbrauchern 6 mit einem Desinfektionsfluid
in einer Getränkeabfüllanlage gezeigt. Ein Reservoir 2 ist vorgesehen, welches zur
Aufnahme eines Vorrats an Desinfektionsfluid vorgesehen ist. Eine Pumpe 3 dient dazu,
das Desinfektionsfluid aus dem Reservoir 2 in eine Ringleitung 4 zu pumpen.
[0026] Die Ringleitung 4 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel so ausgebildet, dass das
Desinfektionsfluid von dem Reservoir 2 ausgehend über die Pumpe 3 und ein Verteilventil
5 einem Abschnitt 40 der Ringleitung 4 zugeführt wird, an welchem eine Mehrzahl von
Verbrauchern 6 vorgesehen sind beziehungsweise von diesem Abschnitt 40 abzweigen.
Bei den Verbrauchern 6 handelt es sich beispielsweise um ein Wasserschloss zum gasdichten
Abdichten eines Isolatorraumes, eine Verschließerschmierung, ein Auslaufbad, eine
Injektorkühlstrecke, einen Rinser, eine Außenbehandlung beziehungsweise Außendesinfektion
eines Teils der Getränkeabfüllanlage, einer Isolatorreinigung oder aber andere Verbraucher
von Desinfektionsfluid. Die jeweiligen Verbraucher 6 sind in den Figuren nur schematisch
angedeutet, hier kann jeder mögliche Verbraucher 6, welchem Desinfektionsfluid zugeführt
werden soll, vorgesehen sein.
[0027] Der erste Abschnitt 40 der Ringleitung 4, an welchem die diversen Verbraucher 6 Desinfektionsfluid
aus der Ringleitung 4 entnehmen können, wird gefolgt von einem Wärmetauscher 7, mittels
welchem das Desinfektionsfluid auf eine vorgegebene Temperatur gebracht werden kann.
Der Wärmetauscher 7 wird in dem gezeigten Ausführungsbeispiel mit über Dampf transportierter
Wärmeenergie betrieben, kann aber auch auf jede andere Weise betrieben werden. An
den Wärmetauscher 7 anschließend sind in einem weiteren Abschnitt 42 der Ringleitung
4 weitere Verbraucher 6 vorgesehen. Nachfolgend ist ein Bad 8 für eine Verschlussdesinfektion
vorgesehen, wobei das Desinfektionsfluid über einen Vorlauf 80 aus der Ringleitung
4 in das Bad 8 eingebracht wird. Über einen Rücklauf 82 läuft das Desinfektionsfluid
aus dem Bad 8 aus, um dann über einen weiteren Abschnitt 44 der Ringleitung 4 wieder
zurück zum Reservoir 2 geführt zu werden.
[0028] Das Bad 8 für die Verschlussdesinfektion ist entsprechend in die Ringleitung 4 integriert,
dahingehend, dass Desinfektionsfluid aus einem Abschnitt 42 der Ringleitung 4 in das
Bad 8 hinein fließen kann, dann das Bad 8 durchfließt, und dann über den Rücklauf
82 in den weiteren Abschnitt 44 der Ringleitung 4 gelangt. Entsprechend stellt die
Ringleitung 4 mit ihren unterschiedlichen Abschnitten 40, 42, 44 einen Kreislauf bereit,
welcher ausgehend von dem Reservoir 2 ein kreisförmiges Fließen des Desinfektionsfluids,
in der Figur 1 im Uhrzeigersinn, ermöglicht. Auf diese Weise kann erreicht werden,
dass das Desinfektionsfluid, welches den einzelnen Verbrauchern 6 beziehungsweise
dem Bad 8 für die Verschlussdesinfektion zugeführt wird, jeweils frisch ist, eine
vorgegebene Konzentration aufweist und über den Wärmetauscher 7 temperiert ist. Entsprechend
ist zur Versorgung einer Mehrzahl von Verbrauchern 6 nur eine einzige Aufbereitung
vonnöten, so dass die Komplexität der Anlage reduziert werden kann.
[0029] Im Reservoir 2 beziehungsweise an einer beliebigen anderen Position der Ringleitung
4 kann das Fluid weiter aufbereitet werden, so dass das Desinfektionsfluid, welches
in der Ringleitung 4 zirkuliert, stets vorgegebene Eigenschaften aufweist, beispielsweise
eine vorgegebene Konzentration an Desinfektionsmittel in dem Desinfektionsfluid, oder
aber eine vorgegebene Desinfektionsfluidtemperatur.
[0030] Entsprechend kann an jeder Entnahmestelle den Verbrauchern 6 ein Desinfektionsfluid
mit vorbestimmten Eigenschaften zur Verfügung gestellt werden. Hierdurch werden die
Gesamteffizienz sowie die Wirksamkeit der jeweiligen Desinfektionsvorgänge verbessert.
Weiterhin kann auf diese Weise vermieden werden, dass jeder einzelne Verbraucher 6
mit einer eigenen Versorgung für das Desinfektionsfluid verbunden werden muss. Vielmehr
wird über die Ringleitung ein Zustand erreicht, an welchem der stromaufwärts von dem
jeweiligen Verbraucher 6, 8 liegende Abschnitt der Ringleitung 4 für den jeweiligen
Verbraucher 6, 8 als Vorlauf angesehen wird, und der nach dem Verbraucher 6, 8 liegende
Abschnitt der Ringleitung 4 als Rücklauf fungiert.
[0031] In dem Bad 8 für die Verschlussdesinfektion wird ebenfalls Desinfektionsfluid zur
Desinfektion der jeweiligen Formteile beziehungsweise Behälterverschlüsse verbraucht,
daher wird auch dieses Bad 8 als Verbraucher angesehen, obwohl es gleichzeitig auch
einen Teil der Ringleitung 4 ausbildet, da das Bad 8 stets von Desinfektionsfluid
durchflossen wird.
[0032] Der Wärmetauscher 7 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel über einzuführenden
Dampf beheizbar, derart, dass das Desinfektionsfluid, welches in der Ringleitung 4
geführt wird, über den Wärmetauscher 7 auf eine vorgegebene Temperatur erwärmt wird.
[0033] Über das regelbare Verteilventil 5 kann das Niveau der Flüssigkeit in dem Reservoir
2 gesteuert werden. Wenn das Flüssigkeitsniveau im Reservoir 2 eine vorgegebene Höhe
zu übersteigen droht, kann mittels des regelbaren Verteilventils 5 ein Teil des Flüssigkeitsstromes
über den Abzweig 50 ausgeleitet werden. Dies ist besonders bei dem nachfolgend beschriebenen
Reinigungsverfahren von Bedeutung.
[0034] Die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung kann in ein übliches Reinigungskonzept eingebunden
werden, da ein Reinigungsfluid, welches über Reinigungsdüsen 9 emittiert wird, die
beispielsweise für eine CIP-Reinigung (cleaning-in-place) oder eine Oberflächendesinfektion
(SIP-Sterilisation-in-place) einer anderen Komponente der Getränkeabfüllanlage vorgesehen
sind, bevorzugt über Auffangmittel 90 aufgefangen und dann dem Reservoir 2 zugeführt
wird. Entsprechend kann in einem Verfahrenszustand, in welchem eine Reinigung der
Getränkeabfüllanlage durchgeführt wird, die verwendete Reinigungsflüssigkeit über
das Auffangmittel 90 aufgefangen werden und dann dem Reservoir 2 zugeführt werden.
Von dem Reservoir 2 aus wird dann über die Ringleitung 4 ein zu Verfügung stellen
des entsprechenden Reinigungsfluids an die jeweiligen Verbraucher 6, 8 möglich. Über
das regelbare Verteilventil 5 kann dann ein bestimmter Anteil des verwendeten Reinigungsfluids
über den Abzweig 50 der Reinigungsanlage wieder zugeleitet werden, so dass dieses
Reinigungsfluid dann im Reinigungsprozess weiter verwendet werden kann, beispielsweise
zur erneuten Beaufschlagung einer Außenfläche der Getränkeabfüllanlage und ein darauffolgendes
Auffangen mittels der Auffangvorrichtung 90.
[0035] Hierüber wird es möglich, die Vorrichtung 1 auch in eine Reinigungsprozedur mit einzubeziehen,
da die verwendeten Reinigungsfluide an dieser Stelle automatisiert mit einbezogen
werden können.
[0036] In einer Alternative, welche in Figur 2 gezeigt ist, ist wiederum eine Vorrichtung
gezeigt, bei welcher mittels einer Ringleitung 4 in unterschiedlichen Abschnitten
40, 42, 44 ein Desinfektionsfluid über eine Pumpe 3 im Kreis geführt wird und entsprechend
an den jeweiligen Übergabestellen den Verbrauchern 6 zur Verfügung gestellt wird.
Eine Erwärmung des Desinfektionsfluids kann über einen Wärmetauscher 7 erreicht werden
und ein Bad 8 zur Verschlussdesinfektion ist in die Ringleitung 4 integriert.
[0037] Zum Ausgeben eines Teiles oder der gesamten Flüssigkeit in der Ringleitung 4 und
dem Reservoir 2 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel nicht das regelbare Verteilventil
5 aus Figur 1 vorgesehen, sondern eine zweite regelbare Pumpe 52, mittels welcher
entsprechend Fluid in den Abzweig 50 gepumpt werden kann. Damit kann bei Überschreiten
eines vorgegebenen Fluidniveaus im Reservoir 2 durch Betätigung der Pumpe 52 das Niveau
abgesenkt werden.
[0038] Weiterhin kann im Reinigungsbetrieb, in welchem über die Auffangvorrichtung 90 beispielsweise
Reinigungsfluid in das Reservoir 2 geleitet wird, erreicht werden, dass auch durch
Eintreten des Reinigungsfluids die Vorrichtung weiter betrieben werden kann. Entsprechend
kann über die Pumpe 52 auch die Ringleitung 4 vollständig entleert werden und für
den Reinigungsbetrieb vorbereitet werden. Nach Abschluss des Reinigungsvorganges kann
über die Pumpe 52 die Ringleitung 4 wiederum entleert werden, so dass darauffolgend
dann wieder ein Desinfektionsfluid aufgenommen werden kann.
[0039] Mittels des Wärmetauschers 7 kann auch das Reinigungsfluid temperiert werden.
[0040] Der Rücklauf 82 des Bades 8 zur Verschlussdesinfektion kann bevorzugt als Überlauf
vorgesehen sein, so dass ein steter Zulauf an Desinfektionsfluid über den Vorlauf
80 zu einem steten Durchströmen des Bades 8 führt, und mittels des Rücklaufs 82 ein
vorgegebenes Fluidniveau im Bad 8 beibehalten wird.
[0041] Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den einzelnen Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Vorrichtung zur Versorgung von Verbrauchern mit Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid |
| 2 |
Reservoir |
| 3 |
Pumpe |
| 4 |
Ringleitung |
| 40 |
Abschnitt der Ringleitung |
| 42 |
Abschnitt der Ringleitung |
| 44 |
Abschnitt der Ringleitung |
| 5 |
Verteiler |
| 50 |
Abzweig |
| 52 |
Pumpe |
| 6 |
Verbraucher |
| 7 |
Wärmetauscher |
| 8 |
Bad zur Verschlussdesinfektion |
| 80 |
Vorlauf |
| 82 |
Rücklauf |
| 9 |
Reinigungsdüse |
| 90 |
Auffangmittel |
1. Vorrichtung (1) zur Versorgung von Verbrauchern (6) mit einem Reinigungs- und/oder
Desinfektionsfluid, bevorzugt in einer Getränkeabfüllanlage, umfassend ein Reservoir
(2) zur Aufnahme eines Vorrats an Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens zwei Verbraucher (6) über eine Ringleitung (4) mit dem Reservoir (2) verbunden
sind.
2. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verbraucher (6) ein Wasserschloss, eine Erhaltungsdesinfektion, eine Verschließerschmierung,
eine Injektorkühlstrecke, ein Rinser, eine Außenreinigung der Getränkeabfüllanlage,
eine Isolatorreinigung und/oder ein Auslaufbad ist.
3. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bad (8) zur Desinfektion von Behälterverschlüssen in die Ringleitung (4) integriert
ist.
4. Vorrichtung (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bad (8) zur Trennung zwischen einem druckbeaufschlagten Vorlauf (42) und einem
drucklosen Rücklauf (44) in die Ringleitung (4) integriert ist.
5. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringleitung (4) einen Wärmetauscher (7) umfasst.
6. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein regelbares Verteilventil (5) und/oder eine Pumpe (52) zum Einstellen eines Flüssigkeitsniveaus
im Reservoir (2) vorgesehen sind.
7. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Pumpe (3) zum Fördern des Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluids in der Ringleitung
(4) angeordnet ist.
8. Vorrichtung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auffangvorrichtung (90) zum Auffangen eines Reinigungsfluids einer Reinigungsvorrichtung
(9) vorgesehen ist, und die Auffangvorrichtung (90) mit dem Reservoir (2) kommuniziert.
9. Verfahren zum Versorgen von Verbrauchern (6) mit einem Desinfektionsfluid in einer
Getränkeabfüllanlage, umfassend das Bereitstellen eines Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluids
in einem Reservoir (2) und das Pumpen des Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluids
zu einem Verbraucher (6),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Reinigungs- und/oder Desinfektionsfluid über eine Ringleitung (4) von dem Reservoir
(2) zu mindestens zwei Verbrauchern (6) gepumpt wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Reinigungsfluid in das Reservoir (2) eingebracht wird, bevorzugt ein über eine
Auffangvorrichtung (90) aufgefangenes Reinigungsfluid eines Reinigungsprozesses, und
das Reinigungsfluid der Ringleitung (4) und bevorzugt den Verbrauchern (6) zugeführt
wird.