[0001] Die Erfindung betrifft eine Haltevorrichtung für Drehgestelle, insbesondere eine
Haltevorrichtung zur Manipulation von Drehgestellen oder Teilen davon.
[0002] Gemäss [1],
DE29503603U1, sind bei Wartung, Überholung und Reparatur von Schienenfahrzeugen oftmals auch eine
Überholung oder ein Austausch der Drehgestelle und der darin befindlichen Antriebsmotoren
und sonstigen Komponenten erforderlich. Das überholungsbedürftige Drehgestell wird
an einem Werkstattort vom Schienenfahrzeug demontiert und nach Überholung wieder an
das Schienenfahrzeug angebaut. Zum Abbau des Drehgestells wird das Schienenfahrzeug
üblicherweise mittels einer Hubanlage aufgebockt, die am Fahrzeugrahmen angreift.
Eine gesonderte Drehgestell-Hubanlage innerhalb der Fahrzeug-Hubanlage dient dem Anheben
und Absenken des jeweiligen Drehgestells.
[0003] Eine weitere Vorrichtung zum Auswechseln von Drehgestellen an Schienenfahrzeugen
ist aus [2],
DE4405279C1, bekannt. Bei dieser Vorrichtung fährt ein Hubwagen in einem Tunnel unter ein auszuwechselndes
Drehgestell. In der Folge wird ein auf dem Hubwagen vorgesehener Spindelhubtisch hochgefahren
um eine Gleisbrücke abzustützen, die in der Folge entriegelt und mit dem vom Schienenfahrzeug
gelösten Drehgestell abgesenkt wird. Mit dem Hubwagen wird das Drehgestell über Geleise
und eine oder mehrere Drehscheiben zu einem Abgabeplatz gefahren, wo das Drehgestell
von der Gleisbrücke entfernt wird.
[0004] Üblicherweise wird das zu wartende Drehgestell nun auf Geleise verschoben, die über
einem Tunnel liegen oder im Raum erhöht sind. Das Drehgestell kann auch auf einer
Gleisbrücke abgestellt werden, die mittels einer Hubvorrichtung angehoben und abgesenkt
werden kann. Das Wartungspersonal kann daher von der Seite, von oben und von unten
auf das Drehgestell zugreifen. Um diese Zugriffe vornehmen zu können muss sich das
Wartungspersonal allerdings in die entsprechenden Positionen unterhalb des Drehgestells
oder auf dem Drehgestell begeben. Dabei sind oft Arbeiten "über Kopf" auszuführen,
die eine erhebliche Belastung des Personals verursachen. Bei Arbeiten "über Kopf"
besteht zudem stets die Gefahr, dass sich Teile des bearbeiteten Drehgestells lösen
und einen Arbeiter verletzen können.
[0005] Die Möglichkeiten zur Wartung des Drehgestells sind an solchen Arbeitsplätzen zudem
beschränkt. Sofern beispielsweise ein Radsatz ersetzt werden soll, so muss das Drehgestell
zu einem weiteren Arbeitsplatz verfahren werden, der entsprechend ausgerüstet ist,
um diese Arbeiten auszuführen.
[0006] Bei diesen bekannten Vorrichtungen zur Handhabung von Drehgestellen resultieren daher
nicht nur relativ schwierige Arbeitsbedingungen für das Wartungspersonal, sondern
auch zeitliche Verzögerungen aufgrund der Tatsache, dass für die Durchführung einzelner
Wartungsprozesse ein Transfer zu verschiedenen Arbeitsstellen erforderlich sein kann.
Dies erfordert zudem erhebliche Investitionen und einen erheblichen Platzbedarf für
die unterschiedlichen Arbeitsstellen. Ferner resultieren logistische Probleme, da
Arbeitsplätze für die verschiedenen Arbeiten üblicherweise nur in beschränkter Anzahl
zur Verfügung gestellt werden können und die auszuführenden Arbeiten nur begrenzt
planbar sind, da Mängel an den Drehgestellen, die weiterführende Arbeiten erfordern,
oft erst während des Verlaufs der Wartungsarbeiten entdeckt werden.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Haltevorrichtung
für Drehgestelle zu schaffen.
[0008] Insbesondere ist eine verbesserte Haltevorrichtung zur Manipulation von Drehgestellen
oder zur Manipulation von Teilen von Drehgestellen zu schaffen.
[0009] Mittels der Haltevorrichtung sollen die Drehgestelle derart gehalten und vorzugsweise
manipuliert werden können, dass alle erforderlichen Wartungsarbeiten und Reparaturarbeiten
an beliebigen Typen von Drehgestellen vorteilhaft durchgeführt werden können.
[0010] Die Wartungsarbeiten und Reparaturarbeiten sollen dabei bequem und ohne Belastung
oder Gefährdung des Wartungspersonals durchgeführt werden können. Arbeiten "über Kopf"
sollen dabei vermieden werden können, so dass die physische Belastung des Wartungspersonals
reduziert und Gefährdungen durch herunter fallende Teile vermieden werden können.
[0011] Mittels der erfindungsgemässen Haltevorrichtung soll es dabei möglich sein, praktisch
alle Arbeiten an einem Drehgestell auszuführen. Insbesondere sollen auch die Radsätze
einfach vom Drehgestell gelöst und ersetzt werden können.
[0012] Diese Aufgabe wird mit einer Haltevorrichtung für Drehgestelle gelöst, welche die
in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind in weiteren Ansprüchen angegeben. In Anspruch 15 ist ein Systemteil der Haltevorrichtung
gemäss Anspruch 12 definiert.
[0013] Die Vorrichtung, die dem Halten und der Manipulation eines Drehgestells dient, umfasst
zwei Systemteile, die je eine Hubvorrichtung aufweisen, mittels der das Drehgestell
anhebbar ist. Die beiden Systemteile halten je zwei Lagervorrichtungen derart, dass
die Lagervorrichtungen jedes Systemteils einerseits vertikal entlang der zugehörigen
Hubvorrichtung sowie vorzugsweise gegeneinander bzw. auseinander und andererseits
gegen das benachbarte Systemteil verschiebbar sind und dass in jeder der Lagervorrichtungen
je ein zugewandtes Rad des zwischen den Systemteilen positionierten Drehgestells lagerbar
und vorzugsweise einspannbar ist.
[0014] Mittels der erfindungsgemässen Haltevorrichtung können Drehgestelle mit wenigen Verfahrensschritten
an den Rädern erfasst und bedarfsweise manipuliert werden. In einem ersten Schritt
erfolgt die Anordnung des Drehgestells zwischen den beiden Systemteilen. Dies kann
auf verschiedene Arten erfolgen. Vorzugsweise ist das Drehgestell auf Schienen zwischen
die beiden Systemteile einfahrbar und derart drehbar, dass die Räder des Drehgestells
den Lagervorrichtungen zugewandt sind bzw. die Wellen der Radsätze senkrecht zur Verbindungssachse
zwischen den beiden Systemteilen ausgerichtet sind. Zu diesem Zweck wird zwischen
den beiden Systemteilen vorzugsweise eine Drehscheibe vorgesehen. Alternativ können
die Systemteile auch auf Rollmaterial angeordnet sein, so dass sie beispielsweise
senkrecht zu einem Schienenpaar verschiebbar sind, auf dem das Drehgestell steht.
Beispielsweise wird vorgesehen, dass die Systemteile entlang von Schienen verschiebbar
sind, die senkrecht zum Schienenpaar verlaufen, auf denen das Drehgestell steht.
[0015] In einem optionalen weiteren Schritt werden die Lagervorrichtungen gegeneinander
gefahren, so dass sie zwischen die Räder der Radsätze eingefahren werden können.
[0016] In einem weiteren Schritt werden die Lagervorrichtungen der beiden Systemteile gegeneinander
geführt, so dass sie auf der Höhe der Räder der zugehörigen Radsätze liegen. Dazu
wird das Rollmaterial, auf dem die Systemteile stehen, vorzugsweise derart ausgestaltet,
dass die Systemteile auf dem Schienenpaar, auf dem das Drehgestell steht, gegeneinander
verschiebbar sind. Alternativ wird vorgesehen, dass nicht die gesamten Systemteile,
sondern nur die Lagervorrichtungen gegeneinander verschiebbar sind.
[0017] Nachdem die Lagervorrichtungen auf der Höhe der Räder liegen werden die Räder in
den Lagervorrichtungen gelagert und vorzugsweise eingespannt. In einer besonders bevorzugten
Ausgestaltung werden die parallel zueinander ausgerichteten Lagervorrichtungen dazu
auseinander gegen die Räder geführt, so dass aussen an den Lagervorrichtungen vorgesehene
Kopplungselemente und Spannelemente den Radkranz, vorzugsweise den Spurkranz der Räder
überragen und festklemmen können.
[0018] Der Abstand der beiden Lagerelemente jeder Lagervorrichtung ist dabei derart gewählt,
dass diese unter die Räder geschoben werden können und nach dem Anheben der Lagervorrichtungen
vorzugsweise etwa in der Mitte oder innerhalb eines Winkelbereichs von 30°-60° an
den unteren Quadranten der Räder anliegen.
[0019] In einer vorzugsweisen Ausgestaltung weisen die Lagervorrichtungen einen Lagerbalken
auf, der vorzugsweise mit zwei Lagerelementen versehen ist, auf die ein zugeordnetes
Rad abgestützt werden kann. Der Lagerbalken hält einen drehbar gelagerten Spannhebel,
der wenigstens ein Spannelement aufweist, welches gegen das auf den Lagerelementen
ruhende Rad führbar ist, um dieses festzuspannen.
[0020] Die nach aussen ragenden Lagerelemente und die Spannelemente können daher so weit
gegen die Räder verschoben werden, bis sie den Spurkranz überragen. Vorzugsweise sind
die Lagerelemente und die Spannelemente derart ausgebildet, dass sie den Spurkranz
des zugeordneten Rades halten können. Beispielsweise weisen die Lagerelemente und
die Spannelemente der Radmitte zugewandte Ausnehmungen auf, die einen Teil des Spurkranzes
formschlüssig aufnehmen können. Nach dem Festklemmen der Lagerelemente bzw. dem Drehen
des Spannhebels und dem Andrücken der Spannelemente wird der Spurkranz sicher gehalten.
Vorteilhaft ist zudem, dass dabei keine Einwirkungen auf die Lauffläche des Radkranzes
auftreten. Die Räder werden daher nicht nur stabil, sondern auch schonend gehalten.
[0021] Die erfindungsgemässe Haltevorrichtung erlaubt es somit, beliebige Drehgestelle an
den Rädern zu erfassen und anzuheben. Dies erlaubt es nicht nur, Drehgestelle vorteilhaft
manipulieren zu können. Durch das Erfassen der Drehgestelle an den Rädern werden zudem
schädigende Einwirkungen auf das Drehgestell vermieden. Es werden keine Vorrichtungsteile
des Drehgestells erfasst, die deformiert oder durch Einwirkung von mechanischen Spannungen
beschädigt werden könnten.
[0022] Der Lagerbalken und der Spannhebel jeder Lagervorrichtung sind in vorzugsweisen Ausgestaltungen
einerseits durch eine Verbindungswelle und andererseits durch eine Antriebsvorrichtung,
vorzugsweise eine hydraulische Antriebsvorrichtung, miteinander verbunden. Der Lagerbalken
und der Spannhebel mit den Lagerelementen und den Spannelement bilden dabei die Spannbacken
der Lagervorrichtung. Die Spannbacken können auch andere Formen aufweisen und beispielsweise
Kreissegment-förmige Greifer bilden oder aufweisen, mittels denen der Spurkranz oder
der Radkranz eines Rades gehalten werden kann.
[0023] In vorzugsweisen Ausgestaltungen ist jede der Hubvorrichtungen über eine Kopplungsvorrichtung
mit zwei Lagervorrichtungen verbunden. Mittels der Kopplungsvorrichtung werden die
Lagervorrichtungen verschiebbar und vorzugsweise drehbar gehalten. In vorzugsweisen
Ausgestaltungen sind die parallel zueinander ausgerichteten Lagervorrichtungen gegeneinander
verschiebbar. In einer weiteren vorzugsweisen Ausgestaltung sind die Lagervorrichtungen
jedoch auch gegen das benachbarte Systemteil verschiebbar, so dass die Lagervorrichtungen
nach vorn zu den Rädern des Drehgestells verschoben werden können, ohne dass die Systemteile
bewegt werden.
[0024] Beispielsweise weist die Kopplungsvorrichtung einen Lagerblock auf, der vorzugsweise
zwei Haltewellen hält, entlang denen die Lagervorrichtungen gegeneinander verschiebbar
sind. Der Lagerblock wird vorzugsweise von einer drehbaren und/oder axial verschiebbaren
Kopplungswelle oder einer Drehplatte gehalten, so dass eine Drehung und vorzugsweise
auch eine axiale Verschiebung ausgeführt werden können. Die Kopplungswelle oder die
Drehplatte sind vorzugsweise mit einer Antriebseinheit gekoppelt, welche es erlaubt,
das gehaltene und in die Höhe gefahrene Drehgestell zu drehen. Auf diese Weise erhält
das Wartungspersonal idealen Zugriff zu allen Vorrichtungsteilen des Drehgestells.
[0025] Die Hubvorrichtung jedes Systemteils umfasst vorzugsweise einen Schlitten, der entlang
einer vertikal ausgerichteten Lagerwelle und/oder entlang einer vertikal ausgerichteten
Gewindestange verschiebbar ist, die mit einer Antriebseinheit gekoppelt ist. Die Lagervorrichtungen
sind über die Kopplungsvorrichtung mit dem Schlitten verbunden und können daher senkrecht
nach oben verschoben werden.
[0026] In Abhängigkeit der gewählten Ausgestaltung können die Systemteile stationär befestigt
oder verfahrbar sein. Sofern die beiden Systemteile gegeneinander verfahrbar und dazu
auf Rollmaterial abgestützt sind, so sind sie vorzugsweise im Bereich der oberen Enden
durch eine teleskopisch ausgebildete Verbindungsvorrichtung miteinander verbunden.
Die Verbindungsvorrichtung ist vorzugsweise mittels einer Antriebseinheit derart antreibbar,
dass die beiden Systemteile gegeneinander oder auseinander gefahren werden können.
[0027] Wie erwähnt kann ein Drehgestell mittels der erfindungsgemässen Haltevorrichtung
erfasst, angehoben und vorzugsweise gedreht werden. In weiteren vorzugsweisen Ausgestaltungen
ist vorzugsweise wenigstens eine ergänzende Hubvorrichtung oder Stützvorrichtung vorgesehen,
mittels der das angehobene Drehgestell derart abstützbar ist, dass es nur von der
ergänzenden Hubvorrichtung oder von der ergänzenden Hubvorrichtung und einem der Systemteile
gehalten wird. Mittels des entlasteten Systemteils kann daher ein Element, insbesondere
ein Radsatz, vom Drehgestell gelöst und beispielsweise auf Schienen abgelegt werden.
Insbesondere in dieser Ausgestaltung wird vorzugsweise vorgesehen, dass die Lagervorrichtungen
um die Verschiebungssachse der Hubvorrichtung gedreht werden können.
[0028] Die beschriebenen Systemteile können daher vorteilhaft auch alleine eingesetzt werden,
um zum Beispiel Radsätze zu erfassen, anzuheben und einem Drehgestell zuzuführen.
[0029] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemässe Haltevorrichtung 10 in einer vorzugsweisen Ausgestaltung mit
zwei durch eine Verbindungsvorrichtung 5 miteinander verbundenen Systemteilen 1A,
1B, die je zwei Lagervorrichtungen 2 bzw. je ein Paar von Lagervorrichtungen 2A, 2B
halten, mittels denen die Räder 90 des gezeigten Drehgestells 9 erfasst und eingespannt
werden können;
- Fig. 2
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit den an die Räder 90 des Drehgestells 9 angekoppelten
Lagervorrichtungen 2;
- Fig. 3
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit dem angehobenen Drehgestell 9 und einer ergänzenden
Hubvorrichtung oder Stützvorrichtung 8, mittels der das angehobene Drehgestell 9 zusätzlich
abgestützt werden kann, so dass die Lagervorrichtungen 2 wenigstens eines Systemteils
1A oder 1B gegebenenfalls zusammen mit einem gehaltenen Radsatz 900 vom Drehgestell
9 gelöst werden können;
- Fig. 4
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit dem angehobenen und zur Seite geneigten Drehgestell
9;
- Fig. 5a
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit einem Drehgestell 9, das relativ zur Haltevorrichtung
10 in den Wirkungsbereich der Lagervorrichtungen 2 gebracht wird;
- Fig. 5b
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 5a während dem die beiden Lagervorrichtungen 2 an
jedem der Systemteile 1A, 1B gegeneinander verschoben werden;
- Fig. 5c
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 5b während dem die beiden Paare 2A und 2B der Lagervorrichtungen
2, in dieser Ausgestaltung zusammen mit den beiden Systemteilen 1A, 1B, gegeneinander
gefahren werden;
- Fig. 5d
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 5c während dem die Lagervorrichtungen 2 an jedem
der Systemteile 1A, 1B auseinander geschoben werden;
- Fig. 5e
- die Haltevorrichtung 10 von Figur 5d während dem die Lagervorrichtungen 2 an jedem
der Systemteile 1A, 1B festgespannt werden;
- Fig. 6a
- die Lagervorrichtungen 2 des Systemteils 1A, die über eine Kopplungsvorrichtung 3
mit einem Schlitten 40 der Hubvorrichtung 4 verbunden sind;
- Fig. 6b
- den Schlitten 40 des Systemteils 1A von Figur 6a;
- Fig. 6c
- eine der Lagervorrichtungen 2 des Systemteils 1A von Figur 6a mit einem Lagerbalken
21, der zwei Lagerelemente 211, 212 und eine Verbindungswelle 23 hält, an der ein
mit einem Spannelement 221 versehener Spannhebel 22 drehbar gelagert ist, der über
eine hydraulische Antriebsvorrichtung 28 mit dem Lagerbalken 21 verbunden ist;
- Fig. 6d
- einen Schnitt durch das Systemteil 1A von Figur 6a entlang der Linie A--A;
- Fig. 7a
- eine nach dem in Figur 5d gezeigten Vorgang an einem Rad 90 anliegende Lagervorrichtung
2 mit geöffnetem Spannhebel 22;
- Fig. 7b
- die Lagervorrichtung 2 von Figur 7a mit angezogenem Spannhebel 22;
- Fig. 8a
- die Lagervorrichtungen 2 von Figur 6a von vorne; und
- Fig. 8b
- die Lagervorrichtungen 2 von Figur 8a mit einem gehaltenen Radsatz 900.
[0030] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemässe Haltevorrichtung 10 in einer vorzugsweisen Ausgestaltung
mit einem bekannten Drehgestell 9, welches zwei Radsätze 900 aufweist, an denen je
zwei Räder 90 vorgesehen sind, die je einen Radkranz 91 mit einer Lauffläche und einem
daran anschliessenden Spurkranz 92 aufweisen.
[0031] Die Haltevorrichtung 10 umfasst zwei durch eine Verbindungsvorrichtung 5 miteinander
verbundene Systemteile 1A, 1B, die optional je eine mit Rollmaterial 101 versehene
Grundplatte 100 aufweisen.
[0032] Ferner umfasst jedes der Systemteile 1A und 1B eine vertikal ausgerichtete Hubvorrichtung
4, die über eine Kopplungsvorrichtung 3 mit zwei Lagervorrichtungen 2 verbunden ist.
Die Lagervorrichtungen 2 umfassen Spannbacken in der Form eines mit zwei Lagerelementen
211, 212 versehenen Lagerbalkens 21 und eines mit einem Spannelement 221 versehenen
Spannhebels 22.
[0033] Mittels des Rollmaterials 101 an den Grundplatten 100 kann die Haltevorrichtung 10
verschoben werden, bis das Drehgestell 9 zwischen den Systemteilen 1A, 1B positioniert
ist. Mittels der Verbindungsvorrichtung 5 können die beiden säulenartig ausgebildeten
Systemteile 1A, 1B gegeneinander oder auseinander gefahren werden, um das Drehgestell
9 zu erfassen oder wieder freizugeben.
[0034] In einer alternativen Ausgestaltung kann das Drehgestell 9 zwischen die beiden Systemteile
1A, 1B gefahren und auf einer Drehscheibe (nicht gezeigt) gedreht werden. In dieser
Ausgestaltung können die Systemteile 1A, 1B auch stationär am Boden montiert werden.
Dabei wird vorgesehen, dass die Lagervorrichtungen 2 gegen die Räder 90 des Drehgestells
9 ausgefahren werden können. Die erfindungsgemässe Haltevorrichtung 10 kann daher
durch kinematische Umkehr in einfacher Weise an die Bedürfnisse des Anwenders und
an die baulichen Gegebenheiten innerhalb einer Wartungshalle angepasst werden.
[0035] Figur 2 zeigt die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit den von den Lagervorrichtungen
2 gehaltenen Rädern 90 des Drehgestells 9. Die beiden Systemteile 1A, 1B wurden mittels
der Verbindungsvorrichtung 5 bis auf die Höhe der zugewandten Räder 90 des Drehgestells
9 gegeneinander gefahren. Die Räder 90 liegen dabei etwa in der Mitte zwischen den
beiden Lagerelementen 211, 212 des Lagerbalkens 21. Durch Anheben der Lagervorrichtungen
2 können die Lagerelemente 211, 212 von unten mit den Rädern 90, vorzugsweise deren
Spurkränzen 92 gekoppelt werden.
[0036] In dieser Konfiguration wird das Drehgestell 9 von den Lagerelementen 211, 212 daher
bereits gehalten und kann angehoben werden. In der gezeigten vorzugsweisen Ausgestaltung
weisen die Lagervorrichtungen 2 einen Spannhebel 22 auf, mittels dessen das gehaltene
Rad 90 von oben festgespannt werden kann. Dazu sind der Lagerbalken 21 und der Spannhebel
22 durch eine hydraulische Antriebseinheit 28 miteinander verbunden. Bei der Betätigung
dieser Antriebseinheit 28 wird der Spannhebel 22 entweder nach unten gegen das Rad
90 oder nach oben gedreht. Nach der Drehung der Spannhebel 22 nach unten werden die
Räder 90 von beiden Seiten sicher gehalten, so dass das angekoppelte Drehgestell 9
nun angehoben und um die Längsachse gedreht bzw. wahlweise seitlich geneigt werden
kann.
[0037] Zu diesem Zweck sind die Lagervorrichtungen 2 über Kopplungsvorrichtungen 3 mit den
Hubvorrichtungen 4 verbunden. Mittels jeder Kopplungsvorrichtung 3 werden zwei Lagervorrichtungen
2 vorzugsweise gegeneinander verschiebbar gehalten. In einer weiteren vorzugsweisen
Ausgestaltung können die Lagervorrichtungen 2 zudem gegen die Räder 90 gefahren werden.
Die gezeigte Kopplungsvorrichtung 3 erlaubt es zusätzlich, die gehaltenen Lagervorrichtungen
2 etwa um die Längsachse des eingespannten Drehgestells 9 zu drehen. Dieser Vorgang
wird durch eine Antriebseinheit 31 unterstützt, mit der vorzugsweise jedes der beiden
Systemteile 1A und 1B ausgerüstet ist.
[0038] Die Kopplungsvorrichtung 3 ist mit einem Schlitten 40 der Hubvorrichtung verbunden,
der von einer Gewindestange 45, die von einer Antriebseinheit 41 angetrieben wird,
entlang einer Lagerwelle 44 geführt wird. Die Lagerwelle 44, die Gewindestange 45
und die Antriebseinheit 41 werden von einem senkrecht ausgerichteten Tragprofil 42,
beispielsweise einem U-Profil-förmigen Metallträger, gehalten.
[0039] Die oberen Enden der Systemteile 1A und 1B sind durch die Verbindungsvorrichtung
5 miteinander verbunden, die teleskopisch gegeneinander verschiebbare äussere und
innere Teleskopelemente 5211, 5212, 522 aufweist. Jedes Systemteil 1A, 1B ist mit
einem äusseren Teleskopelement 5211 bzw. 5212 verbunden, beispielsweise verschraubt
oder verschweisst. Die äusseren Teleskopelemente 5211 bzw. 5212 sind von beiden Seiten
in das innere Teleskopelement 522 einführbar. Jedes Systemteil 1A, 1B ist in dieser
vorzugsweisen Ausgestaltung zudem mit einer Antriebseinheit 51 versehen, welche eine
Gewindestange bzw. Spindel 55 antreibt, die in ein Gewinde in einem Spindellager 53
eingreift, welches am inneren Teleskopelement 522 befestigt ist. Durch Drehung der
Gewindestangen 55 werden die äusseren Teleskopelemente 5211, 5212 in das innere Teleskopelement
522 eingefahren oder daraus ausgefahren. Durch Betätigung der Antriebseinheiten 51
können die Systemteile 1A, 1B daher so weit gegeneinander verschoben werden, bis die
Lagervorrichtungen 2 auf der Höhe der Räder 90 des Drehgestells 9 liegen.
[0040] Die Antriebseinheiten 31, 41 und 51 der Kopplungsvorrichtungen 3, der Hubvorrichtungen
4 und der Verbindungsvorrichtung 5 werden vorzugsweise synchron betätigt, wozu vorzugsweise
eine elektronische Steuereinheit 6 vorgesehen ist. In der Steuereinheit 6 sind vorzugsweise
die Daten aller verwalteten Drehgestelle 9 gespeichert, so dass nach Eingabe des Typs
des Drehgestells 9 vorzugsweise alle Verschiebungen der Lagervorrichtungen 2 automatisch
und motorisch angetrieben vollzogen werden.
[0041] Figur 3 zeigt die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit dem Drehgestell 9, welches
nach synchroner Betätigung der Antriebseinheiten 41 der Hubvorrichtungen 4 etwa auf
halbe Höhe angehoben wurde. Es ist gezeigt, dass eine oder mehrere ergänzende Hubvorrichtungen
oder Stützvorrichtungen 8 eingesetzt werden können, mittels denen das angehobene Drehgestell
9 nun abgestützt werden kann, so dass die Lagervorrichtungen 2 wenigstens eines Systemteils
1A und/oder 1B vom Drehgestell 9 gelöst werden können. Dadurch wird es möglich, mit
den entlasteten Lagervorrichtungen 2 je einen vom Drehgestell 9 gelösten Radsatz 900
wieder nach unten zu fahren und auszutauschen.
[0042] Die ergänzende Hubvorrichtung 8 kann einfach ausgestaltet sein und lediglich eine
Stütze für das Drehgestell 9 bilden. Das Drehgestell 9 wird mittels der Haltevorrichtung
10 beispielsweise nach oben gefahren, wonach die ergänzende Hubvorrichtung oder Stützvorrichtung
8 unter das Drehgestell 9 gefahren wird. Anschliessend kann das Drehgestell 9 auf
die ergänzende Hubvorrichtung 8 abgesenkt werden. In der Folge kann eines oder beide
Systemteile 1A, 1B vom Drehgestell 9 entfernt werden, um beispielsweise entnommene
Radsätze 900 zu manipulieren.
[0043] Figur 4 zeigt die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit dem angehobenen und zur Seite
gedrehten bzw. seitlich um etwa 45° geneigten Drehgestell 9. Das Drehgestell 9 kann
um 360° um seine Längsachse gedreht werden, welche die Kopplungsvorrichtungen 3 der
beiden Systemteile 1A, 1B durchläuft. Das Wartungspersonal kann jeden beliebigen Drehwinkel
einstellen und von oben bequem auf alle Teile des Drehgestells 9 zugreifen.
[0044] Die Figuren 5a bis 5e illustrieren die Vorgänge zur Ankopplung des Drehgestells 9
an die Haltevorrichtung 10 von Figur 1. Die Abkopplung des Drehgestells 9 erfolgt
in umgekehrt ablaufenden Verfahrensschritten. Gezeigt sind die Vorgänge bei einer
Haltevorrichtung 10, bei der die Systemteile 1A, 1B gegeneinander verschiebbar sind.
Wie erwähnt, ist es auch möglich, dass nicht die gesamten Systemteile 1A, 1B verschoben
werden, sondern nur die Lagervorrichtungen 2 gegeneinander und wieder zurückgefahren
werden.
[0045] Figur 5a zeigt die Haltevorrichtung 10 von Figur 1 mit dem Drehgestell 9, das relativ
zur Haltevorrichtung 10 in den Wirkungsbereich der Lagervorrichtungen 2 gebracht wird.
Dazu kann das Drehgestell 9 zwischen die Systemteile 1A, 1B gefahren und auf einer
Drehscheibe gedreht werden. Alternativ werden die Systemteile 1A, 1B beispielsweise
auf ersten Rangierschienen 71 auf die Höhe des Drehgestells 9 gefahren, welches auf
zweiten Rangierschienen 72 verfahrbar ist. In vorzugsweisen Ausgestaltungen können
die Systemteile 1A, 1B anschliessend entlang den zweiten Rangierschienen 72 gegen
das Drehgestell 9 gefahren werden.
[0046] Figur 5b zeigt die Haltevorrichtung 10 von Figur 5a während dem die beiden Lagervorrichtungen
2 an jedem der Systemteile 1A, 1B gegeneinander verschoben werden. Bei dieser Ausgestaltung
der Haltevorrichtung 10 werden die Lagervorrichtungen 2 von innen gegen die Räder
90 geführt. Damit die Lagervorrichtungen 2 zwischen die Räder 90 geschoben werden
können, ist es erforderlich, dass diese zuerst gegeneinander geschoben werden, so
dass deren Abstand kleiner ist als der Abstand der Räder 90 der Radsätze 900.
[0047] Auf diesen Verfahrensschritt kann mit der nachstehend beschriebenen Ausgestaltung
der Lagervorrichtungen 2 verzichtet werden. Dazu werden Lagervorrichtungen 2 verwendet,
bei denen die Lagerelemente entnehmbar und einsetzbar sind. Es wird ein zweiteiliger
Lagerbalken 21 verwendet, wie er in Figur 6c gezeigt ist. Dieser Lagerbalken 21 weist
zwei parallel zueinander ausgerichtete Lagerplatten 21A, 21B auf, die durch Lagerbolzen
2110, 2120 miteinander verbunden sind, an denen frontseitig die Lagerelemente 211,
212 vorgesehen sind. In der alternativen Ausgestaltung können die Lagervorrichtungen
2 stationär auf der Höhe der Räder 90 ausgerichtet sein. Nach Entnahme der Lagerbolzen
2110, 2120 werden die Lagervorrichtungen 2 allein oder zusammen mit dem zugehörigen
Systemteil 1A; 1B derart gegen die Räder 90 gefahren, dass die erste Lagerplatte 21A
auf der einen und die zweite Lagerplatte 21B auf der anderen Seite des entsprechenden
Rades 90 liegt. Anschliessend werden die Lagerbolzen 2110, 2120 eingesetzt, die derart
ausgestaltet sind, dass das formschlüssig mit einem Rad 90, vorzugsweise dem Spurkranz
92, zu verbindende Lagerelement zwischen den beiden Lagerplatten 21A, 21B liegt. In
der Folge können die Lagervorrichtungen 2 mit den formschlüssig gehaltenen Rädern
90 angehoben werden.
[0048] Mit den nachstehend beschriebenen Ausgestaltung der Lagervorrichtungen 2 sind die
Lagerbolzen 2110, 2120 fest mit den Lagerplatten 21A, 21B verbunden. Die Lagerelemente
211, 212 überragen den Lagerbalken 21 seitlich und werden von innen unter den Spurkranz
der Räder 90 geführt.
[0049] Wie in Figur 5c gezeigt, werden die beiden Paare 2A und 2B der Lagervorrichtungen
2 oder die beiden Systemteile 1A, 1B dazu zuerst gegeneinander gefahren, so dass die
Lagerelemente 211, 212 auf der Höhe der Räder 90 liegen.
[0050] In dem in Figur 5d gezeigten Verfahrensschritt werden die Lagervorrichtungen 2 an
jedem der Systemteile 1A, 1B auseinander und die Lagerelemente 211, 212 unter den
Spurkranz 92 des zugehörigen Rades 90 geschoben.
[0051] In Figur 5e sind die Vorgänge illustriert, durch die die Räder 90 in den Lagervorrichtungen
2 festgespannt werden. In einem ersten Schritt werden die Lagervorrichtungen 2 bzw.
die Lagerbalken 21 angehoben, so dass die Lagerelemente 211, 212 den Spurkranz 92
der zugehörigen Räder 90 erfassen. Anschliessend werden die Spannhebel 22 gedreht,
so dass die Spannelemente 221 den Spurkranz 92 von oben erfassen. Die Räder 90 sind
nun zwischen den Lagerelementen 211, 212 und den Spannelementen 221 festgeklemmt.
Das gesamte Drehgestell 9 ist daher stabil mit der Haltevorrichtung 10 verbunden und
kann in der Folge beliebig manipuliert, das heisst angehoben (siehe Figur 3) und gedreht
(siehe Figur 4) werden.
[0052] Figur 6a zeigt die Lagervorrichtungen 2 des Systemteils 1A, die über eine Kopplungsvorrichtung
3 mit einem Schlitten 40 der Hubvorrichtung 4 verbunden sind. Der Schlitten 40 ist
entlang einer Lagerwelle 44 verschiebbar und wird von einer Gewindestange 45 angetrieben.
[0053] Figur 6b zeigt den Schlitten 40 des Systemteils 1A von Figur 6a, der eine Lageröffnung
402 zur Aufnahme der Lagewelle 44 und ein Gewindeteil 401 mit einer Gewindebohrung
4011 zur Aufnahme der Gewindestange 45 aufweist. Ferner ist eine Montageplatte 403
gezeigt, an der die Kopplungsvorrichtung 3 montierbar ist.
[0054] Figur 6c zeigt eine der Lagervorrichtungen 2 des Systemteils 1A von Figur 6a mit
einem Lagerbalken 21, der zwei Lagerplatten 21A, 21B aufweist, die durch zwei Lagerbolzen
2110, 2120 miteinander verbunden sind, die frontseitig je ein Lagerelement 211, 212
aufweisen, die den Lagerbalken 21 seitlich überragen. Ferner hält der Lagerbalken
21 eine Verbindungswelle 23, an der ein S-förmiger Spannhebel 22 drehbar gelagert
ist, der zwei Hebelplatten 22A, 22B aufweist, die frontseitig durch einen Hebelbolzen
2210 miteinander verbunden sind, der frontseitig ein Spannelement 221 aufweist, welches
den Spannhebel 22 seitlich überragt. Am anderen Ende des Spannhebels 22 halten die
Hebelplatten 22A, 22B einen Montagebolzen 281, welcher das untere Endstück einer hydraulischen
Antriebseinheit 28 hält. Das obere Endstück der hydraulischen Antriebseinheit 28 ist
von einem Montagebolzen 282 gehalten, welcher mit dem Lagerbalken 21 verbunden ist.
Durch Betätigung der Antriebseinheit 28 kann der Spannhebel daher um die Verbindungswelle
23 gedreht werden. Der Lagerbalken 21 weist ferner zwei Lageröffnungen auf, die zur
Aufnahme der Haltewellen 33 dienen, entlang denen die Lagervorrichtungen 2 verschiebbar
sind.
[0055] Figur 6d zeigt einen Schnitt durch das Systemteil 1A von Figur 6a entlang der Linie
A-A. Der Schnitt verläuft vertikal etwa in der Mitte durch die Kopplungsvorrichtung
3 und somit durch den Lagerblock 34, welcher zwei Lageröffnungen 341 aufweist, in
denen die Haltewellen 33 gehalten sind. Der Lagerblock 34 ist von einer Kopplungswelle
35 drehfest oder drehbar gehalten. Die Kopplungswelle 35 ist mit einer Drehplatte
32 verbunden, welche am Schlitten 40 fest oder drehbar montiert ist. Die Drehplatte
32 und/oder die Kopplungswelle 35 sind mit einer Antriebseinheit 31 verbunden. Durch
Betätigung der Antriebseinheit 31 kann der Lagerblock 34 wahlweise gedreht werden.
[0056] Figur 7a zeigt eine nach dem in Figur 5d illustrierten Vorgang an einem Rad 90 anliegende
Lagervorrichtung 2 mit geöffnetem Spannhebel 22. Durch Betätigung der Antriebseinheit
28 wird das untere Ende des S-förmigen Spannhebels 22 nach oben gezogen, wodurch das
obere Ende des Spannhebels 22 mit dem Spannelement 221 nach unten gedrückt wird, wie
dies in Figur 7b gezeigt ist.
[0057] Figur 8a zeigt die Lagervorrichtungen 2 mit den nach aussen gerichteten Lagerelementen
221, 222 und Spannelementen 221 von Figur 6a von vorne.
[0058] Figur 8b zeigt die Lagervorrichtungen 2 von Figur 8a mit einem Radsatz 900, der durch
die an den Spurkränzen 92 der Räder 90 anliegenden Lagerelemente 221, 222 und Spannelemente
221 gehalten wird.
1. Haltevorrichtung (10) für ein Drehgestell (9) mit wenigstens einem Systemteil (1A,
1B), das eine Hubvorrichtung (4) umfasst, mittels der das Drehgestell (9) anhebbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwei je mit einer Hubvorrichtung (4) versehene Systemteile (1A, 1B) vorgesehen sind,
die je zwei Lagervorrichtungen (2) derart halten, dass die Lagervorrichtungen (2A;
2B) jedes Systemteils (1A, 1B) einerseits senkrecht entlang der zugehörigen Hubvorrichtung
(4) sowie vorzugsweise gegeneinander und andererseits gegen das benachbarte Systemteil
(1B bzw. 1A) verschiebbar sind und dass in jeder der Lagervorrichtungen (2) je ein
zugewandtes Rad (90) des zwischen den Systemteilen (1A, 1B) positionierten Drehgestells
(9) lagerbar und vorzugsweise einspannbar ist.
2. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Lagervorrichtungen (2) einen Lagerbalken (21) mit vorzugsweise zwei Lagerelementen
(221, 222) aufweist, auf die ein zugeordnetes Rad (90) abstützbar ist und dass ein
drehbar mit dem Lagerbalken (21) verbundener Spannhebel (22) vorgesehen ist, der wenigstens
ein Spannelement (221) aufweist, welches gegen das auf den Lagerelementen (221, 222)
ruhende Rad (90) führbar ist, um dieses festzuspannen.
3. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die parallel zueinander ausgerichteten Lagervorrichtungen (2) jedes Systemteils (1A,
1B) vorzugsweise mittels zwei Haltewellen (33) gegeneinander verschiebbar gehalten
sind.
4. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerelemente (221, 222) und die Spannelemente (221) der Lagervorrichtungen (2)
jedes Systemteils (1A; 1B) nach aussen voneinander einander abgewandt sind und dass
die Lagervorrichtungen (2) so weit gegeneinander verschiebbar sind, dass sie zwischen
die Räder (90) eines Radsatzes (900) einführbar und auseinander bis zu den Rädern
(90) verschiebbar sind.
5. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerelemente (221, 222) und die Spannelemente (221) derart ausgebildet und vorzugsweise
mit Ausnehmungen versehen sind, so dass sie den Spurkranz (92) des zugeordneten Rades
(90) halten können.
6. Haltevorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 2 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerbalken (21) und der Spannhebel (22) jeder Lagervorrichtung (2) einerseits
durch eine Verbindungswelle (23) und andererseits durch eine vorzugsweise hydraulische
Antriebsvorrichtung (28) miteinander verbunden sind.
7. Haltevorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 4 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Hubvorrichtungen (4) mit einer Kopplungsvorrichtung (3) verbunden ist, die
ein erstes Paar der Lagervorrichtungen (2A) drehbar und/oder in Richtung zum zweiten
Paar der Lagervorrichtungen (2B) verschiebbar hält.
8. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungsvorrichtung (3) einen Lagerblock (34) aufweist, der Haltewellen (33)
hält, entlang denen die Lagervorrichtungen (2A oder 2B) gegeneinander verschiebbar
sind, und der von einer drehbaren und/oder axial verschiebbaren Kopplungswelle (35)
und/oder einer Drehplatte (32) gehalten ist, die vorzugsweise mit einer Antriebseinheit
(31) gekoppelt ist.
9. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubvorrichtung (4) jedes Systemteils (1A, 1B) einen Schlitten (40) umfasst, der
entlang einer Lagerwelle (44) und/oder entlang einer Gewindestange (45) verschiebbar
ist, die mit einer Antriebseinheit (41) gekoppelt ist.
10. Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubvorrichtungen (4) der beiden Systemteile (1A, 1B) vorzugsweise im Bereich
der oberen Enden durch eine teleskopisch ausgebildete Verbindungsvorrichtung (5) miteinander
verbunden sind, die vorzugsweise mittels einer Antriebseinheit (51) derart antreibbar
ist, dass die beiden Systemteile (1A, 1B) gegeneinander oder auseinander fahrbar sind.
11. Haltevorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Systemteile (1A, 1B) an der Unterseite mit Rollmaterial (101) versehen sind,
welches vorzugsweise in Schienen geführt ist.
12. Abzugsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine ergänzende Hubvorrichtung (8) vorgesehen ist, mittels der das angehobene Drehgestell
(9) derart abstützbar ist, dass es von wenigstens einem der Systemteile (1A oder 1B)
und der ergänzenden Hubvorrichtung (8) gelöst werden kann, so dass mittels des befreiten
Systemteils (1B oder 1A) ein Element, insbesondere ein Radsatz (900), vom Drehgestell
(9) lösbar ist.
13. Abzugsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagervorrichtungen (2) um die Verschiebungssachse der zugehörigen Hubvorrichtung
(4) drehbar ist.
14. Haltevorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Systemteilen (1A, 1B) eine Drehscheibe vorgesehen ist, auf der
Drehgestelle (9) oder Radsätze (900) drehbar und zu anschliessenden Geleisen verfahrbar
sind.
15. Systemteil (1A, 1B) für eine Haltevorrichtung (10) nach Anspruch 12.