[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen einer Dichtsohle gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Dichtsohle nach dem Oberbegriff des Anspruchs 13.
[0002] Bei Baugruben, deren Sohlen unterhalb eines Grundwasserspiegels liegen, ist im Allgemeinen
eine Baugrubenumschließung erforderlich. Die Baugrubenumschließung soll einen Eintritt
von Grundwasser in die Baugrube verhindern. Für den Fall, dass keine horizontal verlaufende,
wassersperrende Bodenschicht vorhanden ist, muss für die Baugrubenschließung eine
im Wesentlichen horizontal verlaufende Dichtsohle erstellt werden.
[0003] Zum Herstellen einer derartigen Dichtsohle für eine Baugrubenumschließung sind verschiedene
Verfahren bekannt. Beim sogenannten Düsenstrahlverfahren wird beispielsweise eine
Abdichtungssohle aus Zement in einem Bodenbereich unterhalb der Baugrubensohle eingebracht.
Derartige Dichtsohlen aus Zement sind aufwändig und bleiben nach Bauabschluss bestehen.
[0004] Zur Herstellung einer Dichtsohle ist weiterhin ein sogenanntes Silikatgel-Injektionsverfahren
bekannt, bei welchem ein Silikat auf Wasserglasbasis in einen porösen Bodenbereich
unterhalb der Baugrubensohle injiziert wird. Hierzu werden in vorgegebenen Abständen
Injektionsbohrungen bis zu der porösen Bodenschicht durchgeführt und Ventilkörper
eingebracht. Durch Einpumpen eines Injektionsmediums wird um die Injektionsstelle
ein kugel- oder scheibenförmiger Silikatgelkörper erzeugt. Durch eine Vielzahl so
hergestellter Injektionskörper wird die Dichtsohle gebildet. Bei einer so hergestellten
Dichtsohle härtet das Silikatgel nicht aus, sondern bildet zum Erzeugen der wasserundurchlässigen
Schicht eine gelartige Struktur. Aufgrund der besseren Fließfähigkeit des Silikatgels
können diese Dichtsohlen im Vergleich zu den übrigen Verfahren schneller und kostengünstiger
erstellt werden.
[0005] Die
DE 102 18 771 B4 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen einer Baugrubenumschließung zur Abdichtung
einer Baugrube gegen Grundwasser, wobei eine im Wesentlichen vertikal verlaufende
Umschließungswand und einem im Wesentlichen horizontal verlaufende Abdichtungssohle
erstellt werden. Die Dichtsohle wird durch ein Einpressen eines Injektionsmediums
in einem porösen Bodenbereich unterhalb der Sohle der Baugrube hergestellt, wobei
das Injektionsmedium in Poren des Bodenbereiches aufgenommen und hier durch eine wasserundurchlässige
Schicht in dem Bodenbereich gebildet wird. Zum Bilden der wasserundurchlässigen Schicht
ist das Injektionsmedium eine Mischung, welche aus Komponenten zumindest einen Dichtgrundstoff
und einen Härter aufweist, welche eine Lösung mit Metallsalz ist.
[0006] Dabei wird die zielmäßig im sandigen Boden herzustellende Silikatgelsohle über den
ermittelten Porenraum des Sandes und der zur vollständigen Füllung notwendigen Injektionsmenge
hergestellt. Dabei penetriert das Injektionsmittel über eine Injektionsquelle die
Poren, füllt diese und bewirkt auf diese Weise nach Erstarrung der Lösung die Entstehung
einer Silikatgelsohle zur Abdichtung. Für eine wirtschaftliche und zuverlässig dichte
Silikatgelsohle ist es von wesentlicher Bedeutung, die Größe eines einzelnen Silikatgelkörpers
zu kennen, der in der Bodenschicht bei einem gegebenen Injektionsdruck erzeugt wird.
Es hat sich aber gezeigt, dass sich trotz gleicher oder ähnlicher Boden- und Druckverhältnisse
relativ große Dimensionsschwankungen ergeben können.
[0007] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Erstellen einer Dichtsohle bereitzustellen, welche besonders
wirtschaftlich und zugleich mit hoher Dichtigkeit herstellbar ist. Weiter ist es Aufgabe
der Erfindung, eine derartige Dichtsohle bereitzustellen.
[0008] Nach der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Erstellen einer Dichtsohle
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 beziehungsweise eine Dichtsohle mit den Merkmalen
des Anspruchs 13 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils
abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Ausgehend von einem Verfahren zum Erstellen einer Dichtsohle, insbesondere für eine
Baugrubenumschließung, bei dem in eine poröse Bodenschicht unter Druck ein Injektionsmedium
injiziert wird, welches durch Mischen mindestens eines Dichtgrundstoffes mit Anmachwasser
hergestellt wird, ist gemäß der Erfindung vorgesehen, dass vor dem Mischen das Anmachwasser
vorbehandelt wird, wobei Metallionen aus dem Anmachwasser gebunden werden.
[0010] Die Erfindung beruht dabei auf der Erkenntnis, dass ein Anteil von Metallionen in
dem für Dichtsohlen verwendeten Anmachwasser einen wesentlichen Einfluss auf die Größe
eines Injektionskörpers hat. Die Metallionen führen mit den Inhaltsstoffen des Dichtgrundstoffes
zu Reaktionen und Wechselwirkungen, wobei sich erhebliche Viskositätsänderungen ergeben
können. Diese können eine unzureichende Ausbreitung des Injektionskörpers mit einem
reduzierten Volumen zur Folge haben. Als Anmachwasser wird an Baustellen vorhandenes
Leitungs- oder Grundwasser eingesetzt, dessen Metallionenanteil stark schwanken kann.
[0011] Es wurde nach der Erfindung festgestellt, dass bei Verwendung eines vorbehandelten
Anmachwassers mit einem gleichmäßigen Anteil an Metallionen der Injektionskörper mit
einem sehr zuverlässigen Volumen erreicht werden kann. Dies erlaubt, die Anzahl der
Injektionsbohrungen und den Grad der Überschneidungen der einzelnen Injektionskörper
zu reduzieren, und gleichwohl eine zuverlässig dichte Injektionssohle herzustellen.
[0012] Es wurde weiterhin festgestellt, dass die Dichtsohle, welche durch Mischen des Dichtgrundstoffes
und insbesondere eines Härters mit dem vorbehandelten Anmachwasser mit gebundenen
Metallionen erhalten wurde, über eine einheitliche Viskosität, gute Fließeigenschaften
sowie gleichmäßige Ausbreitungseigenschaften verfügt.
[0013] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Erstellen einer Dichtsohle können die notwendigen
Herstellungskosten erheblich reduziert werden, da insbesondere notwendige Sicherheitszuschläge
für Aufwendungen bei der Wasserhaltung und Nacharbeitung der Injektion nicht mehr
notwendig sind. Neben der Verbesserung des Ausbreitungsverhaltens und der Verringerung
von Ablagerungen bei der Injektion wird durch das erfindungsgemäße Verfahren auch
die Ergiebigkeit des verwendeten Dichtgrundstoffes erhöht.
[0014] Es ist bevorzugt, wenn zur Behandlung des Anmachwassers ein Komplexbildner für Metallionen,
insbesondere Erdalkalimetallionen, zugesetzt wird, durch welche die Metallionen aus
dem Anmachwasser gebunden werden.
[0015] Komplexbildner weisen eine sehr hohe Selektivität und Affinität zu spezifischen Metallionen
auf, so dass diese gezielt durch den Komplexbildner gebunden werden und dadurch in
dem Anmachwasser keine chemische Wirkung mehr entfalten können. Es sind insbesondere
Erdalkalimetallionen, vor allem Calcium und Magnesium, welche in Form ihrer schwerlöslichen
Salze, insbesondere der Carbonate, zu unerwünschten Ausfällungen und Ablagerungen
in der Dichtsohle führen können. Der Anteil dieser zu unlöslichen Ausfällungen führenden
Ionen ist unter der Bezeichnung der sogenannten Wasserhärte bekannt. Konkret wird
mit Wasserhärte die Äquivalentkonzentration der im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle,
in speziellen Zusammenhängen aber auch deren anionischer Partner, bezeichnet. Zu den
Härtebildnern zählen im Wesentlichen Calcium- und Magnesiumionen sowie in Spuren Strontium-
und Bariumionen. Die gelösten Härtebildner können unlösliche Verbindungen bilden,
vor allem Kalk und Kalkseifen. Diese Tendenz zur Bildung von unlöslichen Verbindungen
ist der Grund für die Beachtung der gelösten Erdalkalien, die zur Entstehung des Begriffs-
und Theoriesystems um die Wasserhärte geführt hat.
[0016] Besonders geeignet ist der Komplexbildner ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Polyaspartaten, Polysuccinaten, Bernsteinsäure, Zeolithen oder Mischungen hiervon.
[0017] Diese Stoffsysteme können durch Auswahl der geeigneten Molmasse sowie der angebundenen
Seitengruppen höchst selektiv auf das spezifisch zu bindende Kation eingestellt werden.
Ferner sind diese Systeme, da sie auch in der Natur in dieser Form auftreten, sehr
umweltverträglich.
[0018] Geeigneterweise wird der Komplexbildner in einer Konzentration von 0,05 Vol-% bis
3 Vol-% dem Anmachwasser zugesetzt.
[0019] In diesem Konzentrationsbereich kann der Komplexbildner seine Wirkung zum Binden
der störenden Metallionen effektiv erfüllen. Bei niedrigeren Konzentrationen ist der
Effekt zu gering, während bei höheren Konzentrationen eine zusätzliche Wirkung ausbleibt,
da die zu bindenden Metallionen nur in einer sehr begrenzten Konzentration vorliegen.
Die zugegebene Menge an Komplexbildnern hat sich daher an der Zufuhr der zu messenden
Konzentration der im Anmachwasser vorliegenden Metallionen zu orientieren. Daneben
spielt für den zu wählenden Konzentrationsbereich des Komplexbildners auch die Wasserhärte
des die Baugrube umgebenden Grundwassers eine Rolle, da die Dichtsohle auch mit dem
Grundwasser in Kontakt tritt.
[0020] Es ist zweckmäßig, wenn die gebundenen Metallionen aus dem Anmachwasser abgetrennt,
insbesondere abfiltriert, werden.
[0021] Neben der Bindung der Metallionen durch Komplexbildner können die Ionen auch durch
Ausfällen unter Bildung einer schwerlöslichen Verbindung aus dem Anmachwasser entfernt
werden. Der dabei gebildete schwerlösliche Niederschlag kann durch verschiedene Arten
der Filtration oder durch andere Verfahren beispielsweise durch Zentrifugieren entfernt
werden. Die Filtration bietet sich als ein besonders geeignetes Verfahren an, da sie
auf relativ effiziente Weise erlaubt, in relativ kurzer Zeit eine große Menge der
unerwünschten Metallionen aus dem Anmachwasser zu entfernen. Die Filtration der gebildeten
Suspension kann entweder über eine statische Filtration oder eine dynamische Filtration
erfolgen. Die Systeme arbeiten dabei entweder im Satzbetrieb oder teilweise kontinuierlich
mit gleichzeitig ablaufenden Filter- und Rückspülvorgang. Der gewonnene die Metallionen
enthaltene Feststoff kann anschließend weiteren Anwendungen, beispielsweise in der
Bauindustrie, zugeführt werden.
[0022] Es ist vorteilhaft, wenn der Dichtgrundstoff eine kolloidale Lösung auf Wasserbasis
ist.
[0023] Die Herstellung des Injektionsmediums auf der Basis von Wasser ist sowohl hinsichtlich
der Kosten besonders günstig und unter Umweltgesichtspunkten grundwasserneutral. Die
leimartige Lösung kann insbesondere auf der Grundlage von Silikaten erstellt werden.
Durch entsprechende Behandlung mit Ionenaustauschern kann ein gewünschter Ionenanteil
sowie pH-Wert eingestellt werden.
[0024] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Dichtgrundstoff ein Kieselsol ist. Unter Kieselsol
wird allgemein eine wässrige Lösung kolloidaler Silikate mit der Bezeichnung (SiO
2)
x x nH
2O verstanden. Eine solche Dichtsohle wird auch als Silikatgelsohle bezeichnet.
[0025] Das Siliziumdioxid liegt dabei in Form von untereinander unvernetzten, kugelförmigen
Einzelpartikeln vor, die an der Oberfläche hydroxyliert sind. Es wurde festgestellt,
dass Kieselsol insbesondere bei Zugabe eines Härters aus Metallsalzen im Boden eingebracht,
eine Silikatgelsohle mit hervorragenden Abdichtungseigenschaften bei einem neutralen
pH-Wert ergibt.
[0026] Es ist bevorzugt, wenn die Teilchengröße der SiO
2-Partikel in dem Kieselsol zwischen 5 bis 150 nm beträgt.
[0027] Die Teilchengröße kann bei der Herstellung des Kieselsols eingestellt und auf die
Porosität des Bodens, in den das Kieselsol zur Bildung der wasserundurchlässigen Schicht
eingebracht wird, abgestimmt werden.
[0028] Es ist vorteilhaft, wenn ein Härter in Form eines Metallsalzes mit monovalenten und/oder
polyvalenten Kationen eingesetzt wird.
[0029] Bei Verwendung von Kieselsol als Abdichtungsgrundstoff haben Versuche gezeigt, dass
sich besonders gute Eigenschaften ergeben, wenn ein Härter mit mindestens einer der
folgenden Komponenten verwendet wird:
Al2(SO4)3 sowie dessen Hydrate, AlCl3 sowie dessen Hydrate, FeSO4 sowie dessen Hydrate, FeCl3 sowie dessen Hydrate, FeCl2 sowie dessen Hydrate, MgCl2, MgSO4 sowie dessen Hydrate, NaHCO3, NaHSO4, NaCl, Na2SO4 sowie dessen Hydrate, KHPO4, KHCO3, KHSO4, KCl, K2SO4 und CaCl2 sowie dessen Hydrate.
[0030] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht
das Injektionsmedium aus 60 bis 80 Gew-% Wasser, bis 10 Gew-% Wasserglas, 10 bis 30
Gew-% Kieselsol und 0,1 bis 3 Gew-% Komplexbildner.
[0031] Bei dieser Zusammensetzung weist das Injektionsmedium eine ausreichend lange Gelzeit
auf, sie liegt dadurch insbesondere deutlich über der Verpressdauer, welche im Allgemeinen
mindestens 20 Minuten beträgt. Der Anteil an Komplexbildnern ist dabei ausreichend,
um über einen weiten Bereich von möglichen Wasserhärten des Anmachwassers oder des
Grundwassers eine nahezu vollständige Entfernung der störenden Calcium- und Magnesiumionen
zu erreichen. Der spezifische Anteil des Komplexbildners hat sich dabei an den spezifischen
Gegebenheiten des Bauortes zu orientieren, welche durch entsprechende Vorversuche
und Messungen zu ermitteln sind.
[0032] Das heißt, unter mechanischer Einwirkung beim Einpressen des Injektionsmediums in
den Boden ist dieses flüssig, während das Injektionsmedium ohne einwirkende mechanische
Scherkraft einen festen gelartigen Zustand annimmt. Es wird dadurch ein besonders
wirtschaftliches Erstellen der Dichtsohle erreicht, da das Injektionsmedium beim Einpressen
in den porösen Bodenbereich gut verformbar und erst zum Bilden der wasserdurchlässigen
Schicht eine gelartige Struktur annimmt. Die sogenannte Gelierzeit kann dabei durch
den Anteil des Härters, insbesondere bei Verwendung eines Metallsalzes, wie beispielsweise
Natriumhydrogencarbonat, eingestellt werden.
[0033] Durch den Anteil des Härters kann die Gelierzeit des Kieselsols eingestellt werden.
Je höher der Prozentanteil des Härters an dem Injektionsmedium, desto schneller nimmt
das Injektionsmedium eine stabile gelartige Struktur an. Durch den Anteil des Kieselsols
in dem Injektionsmedium kann sowohl die Stabilität als auch die Dichtigkeit der zu
erzeugenden Dichtsohle beeinflusst werden.
[0034] Es ist möglich, das vorbehandelte Anmachwasser gleichzeitig mit dem Härter und dem
Dichtgrundstoff zu vermischen oder zunächst eine dieser Komponenten mit dem Anmachwasser
und anschließend die andere Komponente zu mischen.
[0035] Hierdurch werden bei unterschiedlichsten Baustellen mit verschiedenem Wasser ein
sehr einheitliches Viskositäts- und Injektionsverhalten des Injektionsmediums erreicht.
[0036] Es ist zweckmäßig, wenn bei der Vorbehandlung des Anmachwassers eine Wasserhärte
von 0° dH (deutsche Härte) eingestellt wird.
[0037] In diesem Fall liegen im Anmachwasser keine störenden Calcium-, Magnesium-, oder
Eisenionen vor, welche zu unerwünschten Ausfällungen oder Ablagerungen in der Dichtsohle
führen könnten. Zudem kann diese Wasserhärte durch einen kleinen Überschuss von zugegebenem
Komplexbildner auf eine einfache und effiziente Weise erreicht werden. Eine Wasserhärte
von 0° dH des Anmachwassers liefert darüber hinaus eine hohe Reproduzierbarkeit der
Fließeigenschaften, der Viskosität und Ausbreitungseigenschaften des Injektionsmediums.
[0038] Gegenstand der Erfindung ist weiter eine Dichtsohle, insbesondere für eine Baugrubenumschließung,
bei welcher in eine poröse Bodenschicht unter Druck ein Injektionsmedium injiziert
ist, welches durch Mischen mindestens eines Dichtgrundstoffes mit Anmachwasser hergestellt
ist. Bei der erfindungsgemäßen Dichtsohle ist vorgesehen, dass das Anmachwasser vorbehandelt
ist, wobei Metallionen aus dem Anmachwasser gebunden sind.
[0039] Als störende Metallionen kommen dabei insbesondere Elemente aus der Erdalkalimetallgruppe,
das heißt hauptsächlich Calcium sowie Magnesium in Frage, welche in Verbindung mit
dem im Anmachwasser oder Grundwasser gelöstem Karbonat zu unerwünschten Ausfällungen
führen können. Durch die Entfernung der Metallionen wird erreicht, dass die erzeugte
Dichtsohle eine einheitliche Viskosität, Fließeigenschaften und Ausbreitungseigenschaften
aufweist. Die Metallionen können entweder über einen Komplexbildner unter Ausbildung
von Chelatkomplexen gebunden oder auch durch Ausfällung als schwer-lösliches Salz
aus dem Anmachwasser entfernt werden.
[0040] Mit der erfindungsgemäßen Dichtsohle wird insbesondere das Ausbreitverhalten sowie
die Ergiebigkeit des verwendeten Silikatgels als Dichtgrundstoff verbessert. Zudem
werden bei der Injektion des Silikatgels Ablagerungen verringert, unzureichende Ausbreitungen
behoben und schließlich ein bis zu 30 % größeres Volumen der Dichtsohle erreicht.
[0041] Daraus resultiert ein erhebliches Einsparungspotential aufgrund der nicht mehr notwendigen
Risikozuschläge für Aufwendungen bei der Wasserhaltung und der Nacharbeitung der Injektion.
1. Verfahren zum Erstellen einer Dichtsohle, insbesondere für eine Baugrubenumschließung,
bei dem in eine poröse Bodenschicht ein Injektionsmedium injiziert wird, welches durch
Mischen mindestens eines Dichtgrundstoffes mit Anmachwasser hergestellt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor dem Mischen das Anmachwasser vorbehandelt wird, wobei Metallionen in dem Anmachwasser
gebunden werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Vorbehandlung des Anmachwassers ein Komplexbildner für Metallionen, insbesondere
Erdalkalimetallionen, zugesetzt wird, durch welchen die Metallionen aus dem Anmachwasser
gebunden werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Komplexbildner ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Polyaspartaten, Polysuccinaten,
Bernsteinsäure, Zeolithen oder Mischungen hiervon.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Komplexbildner in einer Konzentration von 0,05 Vol-% bis 3 Vol-% dem Anmachwasser
zugesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüchen 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die gebundenen Metallionen aus dem Anmachwasser abgetrennt, insbesondere abfiltriert,
werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dichtgrundstoff eine kolloidale Lösung auf Wasserbasis ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dichtgrundstoff als Komponenten Wasserglas und Kieselsol enthält.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Teilchengröße der SiO2-Partikel in dem Kieselsol zwischen 5 bis 150 nm liegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüchen 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Härter in Form eines Metallsalzes mit monovalenten und/oder polyvalenten Kationen
eingesetzt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Injektionsmedium aus 60 bis 80 Gew-% Wasser, 2 bis 10 Gew-% Wasserglas, 10 bis
30 Gew-% Kieselsol und 0,1-3 Gew-% Komplexbildner.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das vorbehandelte Anmachwasser zunächst mit dem Härter und anschließend mit Dichtgrundstoff
vermischt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Vorbehandlung eine Wasserhärte von 0° dH des Anmachwassers eingestellt wird.
13. Dichtsohle, insbesondere für eine Baugrubenumschließung, bei welcher in eine poröse
Bodenschicht ein Injektionsmedium injiziert ist, welches durch Mischen mindestens
eines Dichtgrundstoffes mit Anmachwasser hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet,
dass das Anmachwasser vorbehandelt ist, wobei Metallionen in dem Anmachwasser gebunden
sind.