[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Reinigungsgerät, insbesondere für die Reinigung
von Schwimmbecken, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Schwimmbad-Reinigungsroboter werden im professionellen Bereich eingesetzt, insbesondere
in olympischen Schwimmbecken oder grossen Hotelpoolanlagen. Die bisherigen Roboter
können selbständig vom Beckenrand aus ins Wasser fahren, sich selber absenken, das
elektrische Kabel hinter sich her ziehen und über unterschiedliche Navigationssysteme,
je nach Ausstattung, den ganzen Schwimmbeckenboden systematisch abfahren und zuletzt
wieder an den Ort zurückkehren und auftauchen, wo der Roboter die Arbeit begonnen
hat. Die Bedienungsperson muss dann nur noch mit ein paar Handgriffen die Filter reinigen.
Der Roboter ist mit Bürsten sowie mit groben und feinen Filtern ausgestattet. Bei
der Reinigung wird lediglich der Schmutz, welcher sich am Boden des Schwimmbeckens
angesammelt hat, losgelöst und mittels einer elektrischen Umwälzpumpe in den Filtern
aufgefangen.
[0003] Professionelle Schwimmbäder sind typischerweise mit externen, sehr leistungsfähigen
Umwälzpumpen ausgestattet, um das Wasser chemisch aufzubereiten und zu filtern. Oft
sind auch UV-Behandlungen des aufzubereitenden Wassers vorgesehen. Das Wasser ist
somit meist optisch sauber und die chemischen Zusätze verhindern die Algenbildung.
[0004] Freibäder sind meistens im Winter geschlossen, aber aus baustatischen Gründen bleibt
das Wasser bei der Überwinterung im Becken, so dass dann sehr viel Schmutz anfällt
und sich unterschiedliche Algen bilden. Manche Algen können nur schlecht an den Wänden
anhaften, die eine glatte Oberfläche aufweisen. Vielfach sind die Wände mit Folien
beschichtet, welche mit chemischen Substanzen behandelt sind, um den Algenwuchs zu
verhindern. Bei Platten können sich die Algen allerdings vor allem an den Fugen einnisten.
Manche Algen, insbesondere Schwarzalgen, haften fast unlösbar speziell am Boden.
[0005] Der Einsatz von den üblichen Unterwasserrobotern genügt aber bei weitem nicht, um
die vollständige Reinigung bei der Wiederinbetriebnahme eines solchen Schwimmbeckens
zu bewirken. Vor Inbetriebnahme wird deshalb das Schwimmbadwasser vollständig abgelassen
oder ausgepumpt und gleich mehrere Arbeiter müssen in mühsamster Hand- und Fussarbeit
das Schwimmbad reinigen. Dabei kommen typischerweise Chemikalien und unterschiedlich
harte Bürsten zum Einsatz. Es müssen ferner spezielle Schuhe getragen werden, um genügend
Bodenhaftung zu erzeugen. Auch werden Bürsten an den Schuhen befestigt, um mit dem
Körpergewicht einen erhöhten Druck auf die Bürste zu erreichen. Dies ist jedes Jahr
ein teures und aufwendiges Unterfangen. Alternativ können Hochdruckreiniger eingesetzt
werden, um insbesondere den Algenbefall und Biofilm zu beseitigen.
[0006] In letzter Zeit werden vermehrt sogenannte Naturbäder bzw. Freibäder mit biologischer
Wasseraufbereitung gebaut, bei welchen das Wasser auch umgewälzt, aber über eine natürliche
Wasseraufbereitung gereinigt wird. So wird das Wasser beispielsweise durch einen natürlichen
Teich oder Weiherboden gefiltert, der auch Pflanzen enthält. Das Ziel dieser Naturbäder
bzw. Freibäder mit biologischer Wasseraufbereitung ist, mit möglichst wenig Frischwasser
und ohne chemische Zusätze auszukommen. Die Wände und Böden dieser Naturbäder bzw.
Freibäder mit biologischer Wasseraufbereitung sind in der Regel mit natürlichen Steinen
gebaut, die üblicherweise eine rauhere Oberfläche aufweisen als bei herkömmlichen
Schwimmbadbecken. Die Reinigung von solchen Naturbädern bzw. Freibädern mit biologischer
Wasseraufbereitung lässt sich wegen des stärkeren Algenbefalls durch die herkömmlichen
Schwimmbadreinigungsroboter kaum bewerkstelligen.
[0007] Um solche Naturbäder bzw. Freibäder mit biologischer Wasseraufbereitung zu reinigen,
werden deshalb rollende Bürsten eingesetzt, welche längere Borsten haben und mit abrasivem
Material überzogen sind. Die Bürsten müssen dann regelmässig ausgetauscht werden,
was erhöhte Kosten mit sich führt, und die Reinigungsleistung ist trotzdem unbefriedigend.
Deshalb wird eine andere Lösung gewählt, indem zusätzliches Personal vom Beckenrand
aus mit Handbürsten oder mit Hochdruckreinigern die Naturbäder bzw. Freibäder mit
biologischer Wasseraufbereitung reinigt.
[0008] In
EP-A-1 551 571 ist eine Reinigungsvorrichtung mit Hochdruckreinigungsstrahlen beschrieben, welche
mittels gekröpften Rohren in einem flachen Winkel von etwa 5° bis 10° auf die Oberfläche
des zu reinigenden Schwimmbeckens gerichtet sind. Die Reinigung mit den Hochdruckstrahlen
findet somit in einem relativ schmalen Streifen statt, so dass der Reinigungsroboter
mindestens die dreifache Wegstrecke zurücklegen muss als üblich, um den gesamten Boden
des Schwimmbeckens abzudecken. Ferner ist eine Reinigung mit den Hochdruckstrahlen
an den Randbereichen des Schwimmbeckens nicht möglich.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile
zu vermeiden, und ein Schwimmbad-Reinigungsgerät anzugeben, das eine effiziente und
kostengünstigere Reinigung von professionellen Schwimmbädern und auch von Naturbädern
bzw. Freibädern mit biologischer Wasseraufbereitung und auch von Zierbecken ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Schwimmbad-Reinigungsgerät mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1.
[0011] Das erfindungsgemässe Reinigungsgerät hat den grossen Vorteil, dass nunmehr mit bedeutend
weniger Aufwand und wesentlich schneller ein Schwimmbeckenboden gereinigt werden kann,
wobei stark anhaftender Schmutz gelöst und entfernt werden soll.
[0012] Weitere Einzelheiten der Erfindung und insbesondere beispielhafte Ausführungsformen
des erfindungsgemässen Reinigungsgeräts werden im Folgenden anhand der beigefügten
Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Unterseite eines Reinigungsgeräts mit Hochdruckreinigung,
- Fig. 2
- das Reinigungsgerät von oben gesehen ohne die übliche Verschalung,
- Fig. 3
- das Reinigungsgerät in seitlicher Darstellung, ebenfalls ohne Verschalung, und
- Fig. 4
- die Unterseite des Reinigungsgeräts.
[0013] In den Figuren sind jeweils für dieselben Elemente dieselben Bezugszeichen verwendet,
wenn nichts anderes erwähnt ist.
[0014] Figur 1 zeigt ein Reinigungsgerät 1 für die Reinigung von Schwimmbecken in perspektivischer
Darstellung und von unten gesehen, welches seitlich zwei Raupen 2 und 3 mit einer
Innenverzahnung aufweist, die jeweils zwischen zwei von einem (nicht ersichtlichen)
Elektromotor angetriebenen Zahnrädern 4 und 5 eingespannt sind. Vorne und hinten sind
Bürstenrollen 6 und 7 vorgesehen, welche ebenfalls über einen Zahnriemen 8 (siehe
Figur 2) von den Zahnrädern 4 und 5 angetrieben werden. Zwischen den vorderen Zahnrädern
4 ist eine vordere Achse 10 und zwischen den hinteren Zahnrädern 5 ist eine hintere
Achse 11 angeordnet. Ferner ist ein (nicht ersichtliches) Gehäuse mit einer Gehäusebasis
13 vorgesehen, welche hinten zwei nebeneinander angeordnete, trapezförmige Ansaugöffnungen
14 und 15 und vorne zwei kreisringförmige, nebeneinander angeordnete Ausschnitte 16
und 17 aufweist, welche durch eine mittige Kreisplatte 18 und mit der Gehäusebasis
13 verbundenen Stege 19 gebildet sind.
[0015] Wie aus Figur 2 ersichtlich, ist oberhalb der Ansaugöffnung 14 eine Absaugpumpe 20
und oberhalb der Ansaugöffnung 15 eine Absaugpumpe 21 vorgesehen. Ferner ist rein
schematisch ein Filtergehäuse 22 für die (nicht-dargestellten) Reinigungsfilter vorgesehen.
[0016] In den Figuren 3 und 4 sind nun auf der Unterseite des Reinigungsgerätes 1 knapp
oberhalb der Gehäusebasis 13 zwei Rotoren 25 mit einem Rotorarm 26 drehbar an einer
Druckwasserleitung befestigt, dessen Enden mit je einer Düse 27 versehen sind. Die
Austrittsöffnungen der Düsen 27 sind in einem Winkel von 10° bis 25° zur Senkrechten
zur Gehäusebasis 13 ausgerichtet, so dass der austretende Hochdruck-Wasserstrahl in
einem Winkel von 10° bis 25° auf die zu reinigende Fläche auftritt. Damit wird der
Rotor 25 automatisch vom Hochdruck-Wasserstrahl in Rotation versetzt. Je nach Druck
des Wasserstrahls und Durchmesser der Austrittöffnung der Düsen 27 wird eine schnellere
oder weniger schnellere Rotation erreicht. Eine Rotationsgeschwindigkeit von 100 bis
600 Umdrehungen in der Minute hat sich für die Reinigung der von Schwarzalgen befallenen
Bodenfläche als äusserst wirksam erwiesen. Der Abstand der Düsen 27 zum Boden beträgt
in etwa 3 bis 4 cm. Die Rotation der Rotoren 25 kann zusätzlich durch den Antrieb
der Zahnrädern 4 und 5 oder durch einen separaten Motor erfolgen. Die Kreis- oder
Abdeckplatte 18 verhindert, dass der Rotor 25 nicht durch gröberen Schmutz wie kleine
Äste in der Drehbewegung behindert werden kann.
[0017] Die (nicht dargestellte) Hochdruckwasserpumpe für den Hochdruck-Wasserstrahl wird
ausserhalb des Schwimmbeckens aufgestellt und über einen armierten Schlauch zur Druckwasserleitung
des Reinigungsgeräts 1 geführt. Dieser Schlauch kann mit dem Gerätestromversorgungskabel
für die Absaugpumpen 20 und 21, für den elektrischen Antriebsmotor und für die elektrische
Steuerung verbunden sein. Zusätzlich kann dieses mit dem Schlauch verbundene Kabel
mit Auftriebskörper oder Schwimmer versehen sein, so dass der Schlauch auf dem Wasser
schwimmt und so bei der Hin- und Herbewegung über den Schwimmbadboden das Reinigungsgerät
1 nicht behindert.
[0018] Das Wasser, welches der Hochdruckwasserpumpe zugeführt wird, kann direkt aus dem
Schwimmbecken entnommen werden. Die Hochdruckwasserpumpe erzeugt einen Wasserdruck
von 100 bis 300 bar. Die normale Reinigungspumpenleistung des Reinigungsgeräts 1 beträgt
etwa 5 bis 15 Liter pro Sekunde und durch das Ansaugen dieser Wassermenge durch die
grossen Ansaugöffnungen 14 und 15 saugt das Reinigungsgerät 1 sich gleichsam am Beckenboden
an. Diese Saugwirkung bewirkt auch, das Reinigungsgerät 1 trotz des Hochdruck-Wasserstrahls
auf dem Boden zu halten, weil der Saugdruck bedeutend grösser ist als die entgegengesetzte
Kraft, welche durch den aus den Düsenaustritte ausströmenden Wasserstrahl erfolgt.
Mit dem rotierenden Wasserstrahl wird der am Schwimmbecken anhaftende Schmutz gelöst
und über die Ansaugöffnungen 14 und 15 von den Pumpen 20 und 21 abgesaugt.
[0019] Das Reinigungsgerät 1 kann auch ohne Bürstenrollen ausgebildet, einfach mit Laufrädern
oder Laufrollen bestückt sein, um als Anhänger an einem bestehenden Reinigungsroboter
angehängt zu werden. Dies erlaubt eine einfache und kostengünstige Nachrüstung von
bestehenden Reinigungssystemen.
1. Reinigungsgerät (1), insbesondere zur Reinigung von Schwimmbecken und Zierbecken,
welches ein Gehäuse, eine Gehäusebasis (13), mit zumindest einer an der Gehäusebasis
angeordneten Ansaugöffnung (14, 15), einer an der Ansaugöffnung angeschlossenen Pumpe
(20, 21), welche dazu dient eine zu reinigende Flüssigkeit in das Gehäuse zu befördern,
einen Antrieb zur Fortbewegung und mindestens eine Düse (27), welche mit einer Hochdruckwasserpumpe
verbunden ist, aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Rotor (25) mit mindestens einem drehbar im Gehäuse angeordneten Arm (26) vorgesehen
ist, dessen Endbereich die auf den Boden gerichtete Düse (27) aufweist.
2. Reinigungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (27) in einem Winkel von 10° bis 25° zur Senkrechten zur Gehäusebasis (13)
angeordnet ist.
3. Reinigungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Arm (26) drehbar um seinen Mittelpunkt angeordnet ist und an den beiden Endbereichen
je eine Düse (27) aufweist.
4. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckwasserpumpe einen Wasserdruck von 100 bis 300 bar erzeugt.
5. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (27) einen Durchsatz von 5 bis 15 Liter Wasser pro Minute aufweist.
6. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsgeschwindigkeit des Rotors (25) zwischen 100 und 600 Umdrehungen pro
Minute beträgt.
7. Reinigungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (25) mit oder ohne Kreisplatte (18) abgedeckt ist und ein kreisringförmiger
Ausschnitt (16, 17) im Bereich der Düse (27) vorgesehen ist.