[0001] Die Erfindung betrifft ein Beschlagteil für einen Treibstangenbeschlag mit einer
an einem Fenster, einer Fenstertür oder dergleichen zu befestigenden Stulpschiene,
mit eine längsverschieblich an der Stulpschiene geführten Treibmittel, mit einem an
der Stulpschiene befestigten und das Treibmittel im Bereich eines Langlochs durchdringenden
Befestigungselement und mit einer Verbreiterung des Befestigungselementes zur Hintergreifung
des Treibmittels.
[0002] Ein solches Beschlagteil ist beispielsweise aus der
EP 0 472 774 A1 bekannt. Bei diesem Beschlagteil weisen die Befestigungselemente jeweils einen Pilzkopf
mit der Verbreiterung auf. Die Verbreiterung hintergreift die Treibstange im Bereich
des Langlochs. Das Befestigungselement hat einen Schaft mit einem Nietkopf, mit dem
es mit der Stulpschiene verbunden wird. Damit ist das als Treibstange ausgebildete
Treibmittel längsverschieblich an der Stulpschiene gehalten. Die Verbreiterung des
Befestigungselementes ist damit das am weitesten hervorstehende, dem Fenster zugewandte
Bauteil. Verschraubt man das Beschlagteil mit dem Fenster, könnte zunächst die Verbreiterung
des Befestigungselementes an dem Fenster anstoßen. Um dies zu vermeiden, muss das
Fenster im Bereich des Befestigungselementes freigelegt werden. Dies gestaltet sich
jedoch sehr schwierig, weil die genaue Position des Befestigungselementes nur schwer
auffindbar ist. Die Erzeugung einer lang gestreckten Vertiefung an dem Fenster kann
zu einer Schwächung des Materials führen und sollte daher verhindert werden.
[0003] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Beschlagteil der eingangs genannten
Art so weiter zu bilden, dass es besonders einfach zu montieren ist und ein Anstoßen
des Befestigungselementes an dem Fenster vermeidet.
[0004] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Befestigungselement
einen Vorsprung aufweist und dass der Vorsprung das Befestigungselement in der von
dem Treibmittel weg weisenden Richtung überragt.
[0005] Durch diese Gestaltung lassen sich die Bauteile des Treibstangenbeschlages an dem
Fenster ausrichten und das erfindungsgemäße Beschlagteil in der vorgesehenen Position
am Fenster positionieren. Anschließend wird das Beschlagteil kräftig gegen das Fenster
gedrückt. Der Vorsprung erzeugt eine Markierung an der Stelle, an der das Befestigungselement
an dem Fenster anstößt. Nach einer Entnahme des Beschlagteils ist die Markierung und
damit die vorgesehene Position des Befestigungselementes sichtbar. In dem Fenster
kann nun der Bereich des Befestigungselementes mittels eines geeigneten spanabhebenden
Werkzeugs freigelegt werden. Diese Freilegung verhindert, dass das Befestigungselement
am Fenster anstößt. Anschließend kann das Beschlagteil mit dem Fenster besonders einfach
verbunden, beispielsweise verschraubt, werden.
[0006] Der Bereich des Befestigungselementes am Fenster lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung mit einer einzigen Bohrung freilegen, wenn der Vorsprung
im Zentrum des Befestigungselementes angeordnet ist. Hierdurch gestaltet sich die
Montage des Beschlagteils besonders einfach.
[0007] Ein Bohrer zum Freilegen des Bereichs des Befestigungselementes wird gemäß einer
anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung zuverlässig geführt, wenn der Vorsprung
kegelförmig gestaltet ist. Durch diese Gestaltung ist der Vorsprung als Zentrierspitze
ausgebildet.
[0008] Die von dem Vorsprung erzeugte Markierung ist gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung bei jedem gängigen Material des Fensters zuverlässig fühlbar, wenn der
Vorsprung aus Metall gefertigt ist.
[0009] Das Beschlagteil ist gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
besonders einfach aufgebaut, wenn der Vorsprung einstückig mit dem Befestigungselement
gefertigt ist.
[0010] Das Beschlagteil wird gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
zuverlässig an dem Fenster abgestützt, wenn die Stulpschiene im Querschnitt U-förmig
gestaltet ist und das Treibmittel seitlich umgreift.
[0011] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- ein Fenster mit einem Treibstangenschloss,
- Fig. 2
- vergrößert ein Beschlagteil des Treibstangenschlosses aus Figur 1,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung durch das Beschlagteil aus Figur 2 im am Fenster montierten
Zustand.
[0012] Figur 1 zeigt eine zweiflügelige Tür mit einem gegenüber einem Rahmen 1 schwenkbaren
Hauptflügel 2 und mit einem Nebenflügel 3. Der Hauptflügel 2 hat einen Treibstangenbeschlag
4 eines nicht näher dargestellten Treibstangen-Schaltschlosses mit einer längsverschieblichen
Treibstange 5. Die Treibstange 5 lässt sich wahlweise von einer Handhabe 6 oder einem
motorischen Antrieb 7 ansteuern und treibt Treibriegel 8, 8' an. Die Treibriegel 8,
8' lassen sich zur wahlweisen Verriegelung oder Entriegelung des Hauptflügels in feststehende
Schließbleche 9, 9' ein- und ausfahren.
[0013] Figur 2 zeigt ein Beschlagteil 10 des Treibstangenbeschlags 4 des Hauptflügels 2
mit einem der Treibriegel 8 aus Figur 1 vor der Montage am Fenster. Das Beschlagteil
10 hat eine feststehende Stulpschiene 11 mit einem an der Stulpschiene 11 längsverschieblich
geführten, die Treibstange 5 aufweisenden Treibmittel 22. Das Treibmittel 22 hat zudem
eine Anschlussplatte 21 zur Verbindung der Treibstange 5 mit dem Treibriegel 8. Die
Bauteile des Treibmittels 22 haben Langlöcher 12, welche von Befestigungselementen
13 zur Führung des längsverschieblichen Treibmittels 22 an der Stulpschiene 11 durchdrungen
werden. Weiterhin durchdringen Schrauben 14 zur Befestigung des Beschlagteils 10 an
dem Hauptflügel 2 des Fensters aus Figur 1 das Treibmittel 22 im Bereich des Langlochs
12.
[0014] Die Befestigungselemente 13 haben eine radiale Verbreiterung 15 mit größeren Abmessungen
als die Langlöcher 12. Die radiale Verbreiterung 15 hintergreift das aus dem Treibriegel
8 und der Treibstange 5 zusammengesetzte Treibmittel 22 von der Stulpschiene 11 aus
gesehen. Damit sind die Verbreiterungen 15 der Befestigungselemente 13 die von dem
Beschlagteil 10 am weitesten hervorstehenden Bauteile. Im Zentrum der Verbreiterungen
15 sind kegelförmige Vorsprünge 16 angeordnet. Die Vorsprünge 16 sind einstückig mit
den Befestigungselementen 13 aus Metall gefertigt.
[0015] Figur 3 zeigt eine Schnittdarstellung durch einen Teilbereich des Hauptflügels 2
des Fensters aus Figur 1 mit dem Beschlagteil 10 aus Figur 2 in der montierten Stellung.
Hierbei ist zu erkennen, dass das Beschlagteil 10 mit den Schrauben 14 an dem Hauptflügel
2 befestigt ist. Die Stulpschiene 11 ist mit zwei abstehenden Schenkeln 17, 17' U-förmig
gestaltet. Die Schenkel 17, 17' umgreifen die Treibstange 5 und den Treibriegel 8
und stützen sich an dem Hauptflügel 2 ab. Das Befestigungselement 13 hat einen Fuß
18, mit dem es mit der Stulpschiene 11 vernietet ist, einen Führungsabschnitt 20,
mit dem es die Treibstange 5 und den Treibriegel 8 an dem Langloch 12 führt und die
genannte Verbreiterung 15 mit dem Vorsprung 16. Die Verbreiterung 15 ragt in eine
Vertiefung 19 des Hauptflügels 2 hinein.
[0016] Wenn man das Beschlagteil 10 an dem Hauptflügel 2 montiert, stoßen die Befestigungselemente
13 mit den Vorsprüngen 16 an dem Hauptflügel 2 an. Die Vorsprünge 16 erzeugen eine
Markierung auf dem Hauptflügel 2, die jeweils das Zentrum der Position des jeweiligen
Befestigungselementes 13 anzeigt. An dem Hauptflügel 2 kann mittels eines Bohrwerkzeuges
die dargestellte Vertiefung 19 erzeugt werden, in der die Verbreiterung 15 des Befestigungselementes
13 eindringen kann.
[0017] In dem Ausführungsbeispiel ist das Befestigungselement 13 mit dem Vorsprung 16 an
dem den Treibriegel 8 aufweisenden Beschlagteil 10 veranschaulicht. Selbstverständlich
kann das Befestigungselement 13 mit dem Vorsprung 16 auch bei anderen Beschlagteilen
und auch bei beispielsweise als Dreh-/Kipp-Beschläge ausgebildeten Treibstangenbeschlägen
eingesetzt werden. Das Material des Fensters ist ebenfalls nicht von Bedeutung für
den Einsatz des Befestigungselementes 13 mit dem Vorsprung 16 zur Befestigung des
Beschlagteils 10.
[0018] Bei dem Treibmittel 22 kann es sich um eine allgemein bekannte Treibstange 5 eines
Treibstangenbeschlages, den Treibriegel 8, ein anderes längsverschiebliches Bauteil
oder eine Kombination dieser Bauteile handeln.
1. Beschlagteil (10) für einen Treibstangenbeschlag (4) mit einer auf einem Fenster,
einer Fenstertür oder dergleichen zu befestigenden Stulpschiene (11), mit einem längsverschieblich
an der Stulpschiene (11) geführten Treibmittel (22), mit einem an der Stulpschiene
(11) befestigten und das Treibmittel (22) im Bereich eines Langlochs (12) durchdringenden
Befestigungselement (13) und mit einer Verbreiterung (15) des Befestigungselementes
(13) zur Hintergreifung des Treibmittels (22), dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (13) einen Vorsprung (16) aufweist und dass der Vorsprung
(16) das Befestigungselement (13) in der von dem Treibmittel (22) weg weisenden Richtung
überragt.
2. Beschlagteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (16) im Zentrum des Befestigungselementes (13) angeordnet ist.
3. Beschlagteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (16) kegelförmig gestaltet ist.
4. Beschlagteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (16) aus Metall gefertigt ist.
5. Beschlagteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (16) einstückig mit dem Befestigungselement (13) gefertigt ist.
6. Beschlagteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stulpschiene (11) im Querschnitt U-förmig gestaltet ist und das Treibmittel (22)
seitlich umgreift.
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