[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrische Anordnung, welche geeignet ist,
in einem Türantrieb und/oder einem Türschließer elektrische Signale weiterzuleiten.
[0002] Im Stand der Technik werden zur Verteilung elektrischer Signale und/oder Spannungen
bzw. Leistungen in Türantrieben und/oder Türschließern zumeist Kabel verwendet, mit
welchen einzelne Kontakte an entlegenen Enden des Gehäuses des Türantriebs elektrisch
verbunden werden. Diese elektrischen Kabel müssen an den übrigen Bestandteilen des
Gehäuses (z. B. Getriebe, Netzteil, Steuerungsleiterkarten, Motor sowie Trägerkörper
für die vorgenannten Elemente) vorbei verlegt werden, wodurch einerseits der Fertigungsaufwand,
andererseits das Risiko einer Beschädigung erhöht wird. Zudem ist entsprechender Bauraum
im Gehäuse vorzuhalten, wodurch das Gehäuse ein höheres Volumen aufweisen muss und
daher höhere Materialaufwendungen notwendig sind. Zudem ist es aus ästhetischen Gesichtspunkten
ein Bestreben, Türantriebe und Türsteuerungen kleinvolumig zu gestalten. Vorkonfektionierte
Kabelbäume kommen zwar zum Einsatz, können die wesentlichen Nachteile des Standes
der Technik jedoch nicht umfassend und zufrieden stellend mindern.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe, die elektrischen Verbindungen innerhalb eines Türantriebs
und/oder eines Türschließers zu vereinfachen bzw. zu verbessern.
[0004] Die vorgenannte Aufgabe wird gelöst durch eine elektrische Anordnung mit den Merkmalen
nach Anspruch 5 sowie Verfahren zur Herstellung einer solchen elektrischen Anordnung
mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 bzw. 3.
[0005] Erfindungsgemäß weist die elektrische Anordnung ein Spritzgussteil aus Kunststoff
auf, welches als Trägerkörper für Elemente im Inneren des Türantriebs dienen kann,
andererseits jedoch auch Anteile des Gehäuses in sich vereinen kann. Beispielsweise
kann ein unterer Teil des Gehäuses einen solchen Trägerkörper beinhalten, wobei ein
oberer Teil des Gehäuses als Deckel auf den unteren Teil des Gehäuses bzw. des Trägerkörpers
aufgesetzt wird. Darüber hinaus weist die elektrische Anordnung metallische Stanzteile
auf, welche mit dem Spritzgussteil formschlüssig verbunden sind. Die metallischen
Stanzteile können aus elektrisch leitendem Werkstoff wie beispielsweise Metallblech
bestehen und bereits im Zuge eines Spritzgussverfahrens zur Herstellung des Spritzgussteils
in den Kunststoff integriert worden sein. Einerseits schützt dies die Stanzteile vor
Korrosion und mechanischer Beschädigung, andererseits isoliert ein Einbetten des Stanzteils
im Spritzgussteil das Stanzteil elektrisch von seiner Umgebung. Darüber hinaus kann
ein Stanzteil auch die Festigkeit der gesamten Anordnung erhöhen. Zum Zwecke der elektrischen
Kontaktierung können vordefinierte Bereiche des Stanzteils auf dem Spritzgussteil
hervorstehen. Bevorzugt wird hierfür während des Spritzgussvorgangs dadurch Sorge
getragen, dass die zur elektrischen Kontaktierung dienenden Bereiche des Stanzteils
außerhalb des mit Kunststoff zu füllenden Volumens angeordnet sind.
[0006] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung
einer elektrischen Anordnung für einen Türantrieb vorgeschlagen. Gemäß diesem wird
ein Spritzgussteil aus Kunststoff erzeugt, welches als Gehäuseteil und/oder Trägerkörper
in einem elektrischen Türantrieb dienen kann. An seiner Oberfläche weist das Spritzgussteil
Vertiefungen auf, welche eingerichtet sind, ein metallisches Stanzteil aufzunehmen.
Gegenüber der Oberfläche des Spritzgussteils sind die Vertiefungen lediglich wenige
Millimeter tief, so dass ein Metallblech als metallisches Stanzteil in die Vertiefungen
eingelassen werden kann. Die Befestigung des Metallteils kann beispielsweise durch
Kleben, Klemmen
oder Umformen des Spritzgussteils erfolgen. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein
zweiter Spritzgussvorgang nun mit dem integrierten metallischen Stanzteil vorgenommen
werden.
[0007] Vorzugsweise sind in den Vertiefungen Dome vorgesehen, welche mit Durchbrüchen im
metallischen Stanzteil derart korrespondieren, dass nach einem Einlegen des metallischen
Stanzteils in die Vertiefungen des Spritzgussteils die Dome das metallische Stanzteil
durchdringen und das Stanzteil durch einen Vorgang des Heißverprägens formschlüssig
mit dem Spritzgussteil verbunden werden kann. Gemäß einer alternativen Ausführungsform
flankieren Dome die Vertiefungen und umgreifen das Stanzteil im Zuge eines Heißverprägens.
[0008] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein alternatives Verfahren
zur Herstellung einer elektrischen Anordnung vorgeschlagen, bei welchem ein metallisches
Stanzteil in eine Spritzgussform eingelegt wird. Anschließend wird die Spritzgussform
geschlossen und Kunststoffmasse eingespritzt. Hierbei umschließt der eingespritzte
Kunststoff das Stanzteil bis auf diejenigen Bereiche des Stanzteils, welche zum Zwecke
der elektrischen Kontaktierung außerhalb des Spritzvolumens bzw. der Spritzform angeordnet
sind.
[0009] Vorzugsweise können die vorstehend genannten Verfahren weitergebildet werden, indem
vordefinierte Verbindungsstege zwischen Bereichen des Stanzteils z. B. noch innerhalb
der Spritzgussform durchtrennt werden. Beispielsweise kann nach einem Schließen der
Spritzgussform, wobei das Stanzteil durch Schließen der Spritzgussform fixiert wird,
ein Stanzvorgang die Verbindungsstege durchtrennen und die vordefinierten Bereiche
des Stanzteils somit elektrisch voneinander isolieren. Anschließend wird Kunststoff
eingespritzt, wodurch die vordefinierten Bereiche des Stanzteils dauerhaft elektrisch
voneinander isoliert und ihre mechanische Lage zueinander fixiert wird.
[0010] Im Folgenden werden vorteilhafte Ausgestaltungen einzelner Merkmale der erfindungsgemäßen
elektrischen Anordnung diskutiert, welche jedoch auch für entsprechende Ausgestaltungen
der erfindungsgemäßen Verfahren gelten, ohne dass dies im Einzelnen erwähnt wird.
[0011] Vorteilhaft kann das Kunststoffspritzteil möglichst viele Funktionen vereinen, wodurch
sich der Aufwand für Fertigung und Montage verringert. Daher wird vorgeschlagen, das
Kunststoffspritzteil als zumindest ein Teil des Gehäuses für einen Türantrieb bzw.
einen Türschließer auszugestalten. Elemente bzw. Aggregate des Türantriebs, wie beispielsweise
Motor, Getriebe, Netzteile, Befestigungselemente und Steuerungsleiterkarten, können
ebenso in ihm vorgesehen werden, wie beispielsweise Schnapp-/ Rastelemente, mit welchen
ein Deckel bzw. ein zweites Gehäuseteil auf dem Spritzgussteil gehalten werden kann.
Die Fertigung als Kunststoffspritzteil ermöglicht dabei eine kostengünstige sowie
mechanisch hochbelastbare Anfertigung bei vergleichsweise geringem Gewicht der Gesamtanordnung.
Weiter vorzugsweise kann das Kunststoffspritzteil eine schallentkoppelnde Montageplatte
für einen Türantrieb sein. Insbesondere bei geeigneter Wahl des Kunststoffes können
sich im Spritzgussteil ausbreitende Schwingungen nur in reduziertem Maße auf beispielsweise
ein Türblatt oder eine Wand, an welchem bzw. welcher der Türantrieb befestigt ist,
fortpflanzen. Als Montageplatte sei im Rahmen der vorliegenden Erfindung also derjenige
Teil zu verstehen, mit welchem die elektrische Anordnung in ihrer Umgebung festgelegt
wird.
[0012] Weiter vorteilhaft kann das Stanzteil Durchbrüche zur Positionierung innerhalb der
Spritzgussform aufweisen, welche mit Positionierhilfen innerhalb einer Spritzgussform
korrespondieren können. Auf diese Weise kann das Stanzteil innerhalb einer Spritzgussform
in einer vordefinierten Lage angeordnet und während des Spritzgießens in dieser fixiert
werden.
[0013] Weiter vorteilhaft kann das Stanzteil an denjenigen Bereichen, welche nicht vom Spritzgussteil
umgeben sind, Verbindungselemente zum Herstellen elektrischer Kontakte aufweisen oder
zur Anbringung entsprechender Verbindungselemente eingerichtet sein. Beispielsweise
können die Kontaktbereiche als Schneid-/Klemmkontakte und/oder Steckkontakte und/oder
Lötfahnen ausgebildet sein. Auf diese Weise reduziert sich der Aufwand für zusätzliche
Teile, mit welchen üblicherweise elektrische Kontakte hergestellt werden, und die
Bauform kann Platz sparend gestaltet werden.
[0014] Bevorzugt kann das Kunststoffspritzteil als Gehäuse für einen Antrieb ausgestaltet
sein, welcher somit kein vollständiges eigenes bzw. gar kein Gehäuse aufweisen muss.
Beispielsweise könnten Stator, Rotor und Welle eines Elektroantriebes direkt in entsprechende
Ausnehmungen des Kunststoffspritzteils eingesetzt werden und gegebenenfalls durch
einen Deckel fixiert werden. Somit ist das Kunststoffspritzteil als Aggregatträger
verwendbar. Ebenso kann das Kunststoffspritzteil gemäß der vorliegenden Erfindung
mechanische (Gehäuse-)Bestandteile eines Netzteils erübrigen. Weiter vorteilhaft kann
die elektrische Anordnung einen integrierten Steckanschluss für Stecker und/oder Karten
mit elektrischen Leiterbahnen zur Steuerung der Komponenten eines Türantriebes aufweisen.
Gegebenenfalls können zur Befestigung dieser oder weiterer Elemente Schnapp-/Rastelemente
in das Kunststoffspritzteil oder in einen für dieses vorgesehenen Deckel integriert
sein.
[0015] Insbesondere bevorzugt kann das Kunststoffspritzteil eingerichtet sein, einen Deckel
aufzunehmen, welcher Stempelelemente aufweist. Diese Stempelelemente können mit Kavitäten
im Kunststoffspritzteil beispielsweise dahingehend zusammenwirken, dass in das Kunststoffteil
eingelegte elektrische Elemente, wie beispielsweise Anschlussleitungen, in die im
Kunststoffspritzteil vorgesehenen Schneid-/Klemmkontakte des Stanzteils zur Herstellung
einer Schneid-/ Klemmverbindung gedrückt werden. Mit anderen Worten führt ein Schließen
des Kunststoffspritzteils mittels eines wie vorstehend ausgeführt eingerichteten Deckels
auch zu einem Schließen einer Schneid-Klemmverbindung, durch welche in das Kunststoffspritzteil
eingelegte elektrische Elemente mit dem Stanzteil verbunden werden.
[0016] Die vorstehend diskutierten Merkmale und Aspekte der vorliegenden Erfindung werden
im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungsfiguren näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1
- ein Stanzteil zur Verwendung in einer erfindungsgemäßen elektrischen Anordnung;
- Figur 2
- ein Ausführungsbeispiel einer elektrischen Anordnung gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Figur 2a
- eine Detailansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen elektrischen
Anordnung mit einem Schalter;
- Figur 3
- eine Detailansicht einer Steckverbindung zwischen einer elektrischen Anordnung gemäß
der vorliegenden Erfindung und einer Leiterkarte;
- Figur 3a
- die in Figur 3 gezeigte Anordnung in einer gesteckten Position;
- Figur 4
- eine geschnittene Darstellung einer Schneid-/ Klemmverbindung in einer geschlossenen
Ansicht eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen elektrischen Anordnung;
- Figur 5
- Ausführungsbeispiele für Anordnungen und Ausführungen von Schneidklemmen, wie sie
innerhalb von erfindungsgemäßen elektrischen Anordnungen Verwendung finden können;
- Figur 6
- eine alternative Ausführungsform einer erfindungsgemäßen elektrischen Anordnung;
- Figur 7
- Detailansichten von Ausführungsbeispielen für Stanzteile; und
- Figur 8
- ein alternatives Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen elektrischen Anordnung.
[0017] Figur 1 zeigt ein Stanzteil 3, wie es in einer elektrischen Anordnung 1 gemäß der
vorliegenden Erfindung vorgesehen werden könnte. Das Grundmaterial des Stanzteils
3 besteht aus einem Metallblech, welches längliche Ausnehmungen aufweist, durch welche
Leiterbahnen 16 ausgebildet werden. Die elektrischen Leiterbahnen 16 werden durch
stabilisierende Verbindungsstege 9 verbunden. Diese sind dazu eingerichtet, erst nach
dem Umspritzen des Stanzteils 3 durchtrennt zu werden und somit die Leiterbahnen 16
je nach Bedarf elektrisch voneinander zu isolieren. Des Weiteren sind Zentrieraufnahmelöcher
15 vorgesehen, welche zur Positionierung des Stanzteils 3 innerhalb einer Spritzgussform
vorgesehen sein können, alternativ oder zusätzlich jedoch auch als Durchbrüche 10
zur Verbindung mit dem Spritzgussteil 2 mittels Domen Verwendung finden können. Insbesondere
die Endbereiche des dargestellten Stanzteils 3 sind gegenüber der Hauptebene des Stanzteils
3 abgewinkelt, um eine Platz sparende elektrische Kontaktierung der Endbereiche vornehmen
zu können. Hierzu sind Schneid-/Klemmkontakte 6 zur Verbindung von Kabeln ebenso vorgesehen
wie Steckkontakte 14 zur Kontaktierung einer Leiterkarte mit Kontaktstellen (nicht
dargestellt) sowie des Weiteren Steckkontakte 17 zur Kontaktierung durch einen Programmschalter
bzw. einen Programmtaster. Im Folgenden wird eine mögliche Verwendung bzw. ein möglicher
Verbau des dargestellten Stanzbiegeteils erläutert.
[0018] Figur 2 zeigt eine elektrische Anordnung 1 gemäß der vorliegenden Erfindung, in welcher
ein Stanzteil 3 im Wesentlichen in einem Spritzgussteil 2 als Gehäuse für einen Türantrieb
integriert ist. In einem vorderen Bereich stehen Steckkontakte 14 des Stanzteils 3
aus dem Spritzgussteil 2 hervor, auf welche in Verbindung mit Figur 3 eingegangen
wird. In einem Kopfbereich des Spritgussteils 2 ist eine Anordnung zur Integration
eines Programmschalters 18 dargestellt, welche in Figur 2a beschrieben wird. Das Zusammenwirken
des Deckels 12 mit dem Schneid-/Klemmkontakten 6 wird in Verbindung mit Figur 4 beschrieben.
Auf der Unterseite des Spritzgussteils 2 ist eine Ausnehmung als Vertiefung 19 vorgesehen,
welche einerseits als Kabelabgang, andererseits als Ausnehmung für eine Welle eines
Antriebs verwendet werden kann.
[0019] Figur 2a zeigt eine Detailansicht "X" eines Kopfbereiches des in Figur 2 dargestellten
Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen elektrischen Anordnung 1 in Schnittdarstellung.
Hierin ist der Programmwahlschalter 18 in das Spritzgussteil 2 eingesteckt, in welchem
es mittels zweier Schnapp-/Rastelemente 11 fixiert wird. Der Programmwahlschalter
18 weist drei elektrische Kontakte auf, welche mit den Steckkontakten 17 der Leiterbahnen
16 des Stanzteils 3 elektrisch in Verbindung stehen. Hierzu sind die Steckkontakte
17 derart freiliegend in der elektrischen Anordnung 1 angeordnet, dass sie durch eine
gewisse Elastizität zur Herstellung eines dauerhaften elektrischen Kontaktes mit den
elektrischen Anschlüssen des Programmwahlschalters 18 verbunden werden können.
[0020] Figur 3 zeigt eine Detailansicht "Y" einer Steckverbindung, wie sie mittels der in
Figur 2 dargestellten Steckkontakte 14 und einer Leiterkarte 21 hergestellt werden
kann. Hierzu weisen die Steckkontakte 14 zu einer Seite offene Ausnehmungen auf, welche
mit Kontaktstellen 22 der Leiterkarte 21 korrespondieren. Hierbei können auf der Leiterkarte
21 Steckleisten 20 zur Verbindung mit Kabeln vorgesehen sein, über welche eine weitergehende
elektrische Verbindung der elektrischen Anordnung 1 hergestellt werden kann. Die Kontaktstellen
22 auf der Leiterkarte 21 können im Wesentlichen als freiliegende Kontaktbereiche,
beispielsweise durch freiliegende Leiterbahnen auf einer Platine, dargestellt werden.
[0021] Figur 3a zeigt die in die Figur 3 dargestellte Anordnung in gesteckter Position.
In dieser teilweise geschnittenen Seitenansicht wird deutlich, wie die Leiterkarten
21 in die Ausnehmungen in den Steckkontakten 14 eingesteckt sind, wobei die Kontaktstellen
22 einen elektrischen Kontakt zwischen der Leiterkarte 21 und dem Steckkontakt 14
herstellen. Im oberen Bereich der Ausnehmungen im Steckkontakt 14 sind die Flanken
der Ausnehmung etwas angeschrägt, so dass eine trichterförmige Kontur entsteht, welche
ein Einfädeln der Leiterkarte 21 in die Ausnehmungen der Kontaktstellen 22 erleichtert.
[0022] Figur 4 zeigt eine teilweise geschnittene Darstellung einer elektrischen Anordnung
1, auf welche ein Deckel 12 gesetzt worden ist. Der Deckel 12 weist Stempelelemente
13a sowie 13b auf, welche mit unterschiedlichen Bereichen innerhalb der Elemente Spritzgussteil
2 und Stanzteil 3 korrespondieren. Das Stempelelement 13b weist eine erste Stärke
auf, mit welcher der Stempel 13b eine im Spritzgussteil 2 angeordnete Vertiefung 4
in voller Breite ausfüllt. In seinem Kopfbereich ist das Stempelelement 13b konkav
ausgeführt, so dass es mit der Isolierung eines Steuerungskabels 23 korrespondiert
und dieses in die Vertiefung 4 drückt. In der Vertiefung 4 ist ein Schneid-/Klemmkontakt
6 des Stanzteils vorgesehen, welcher eine Ausnehmung mit einer Breite aufweist, welche
geringer ist als die Breite der Vertiefung 4 im Spritzgussteil 2. Im Wesentlichen
korrespondiert die Breite der Ausnehmung im Schneid-/Klemmkontakt 6 mit der Seele
(z.B. eine Litze) des Steuerungskabels 23. Das Stempelelement 13a ist mit einer geringeren
Stärke als das Stempelelement 13b ausgeführt, so dass es mit der Ausnehmung im Schneid-/Klemmkontakt
6 korrespondiert und die blanke Seele des Steuerungskabels 23, welche beispielsweise
in einem früheren Arbeitsschritt abisoliert worden ist, bis zum Boden in die Ausnehmung
im Schneid-/Klemmkontakt 6 drückt. Auf diese Weise kommt dem Deckel 12 der dargestellten
Anordnung gleich eine Vielzahl von Funktionen zu. Einerseits sorgt er für einen sicheren
Verschluss des Spritzgussteils 2, andererseits positioniert er die Steuerungskabel
23 und stellt darüber hinaus den elektrischen Kontakt zwischen den Steuerungskabeln
23 und den Schneid-/Klemmkontakten 6 her.
[0023] Figur 5 zeigt Ausführungsbeispiele für Schneidklemmen, wie sie für Schneid-/Klemmkontakte
6 verwendet werden könnten. Die dargestellten Ausführungsbeispiele bestehen im Wesentlichen
aus Blechteilen, deren eines Ende senkrecht zur Hauptebene des Teils abgekantet ist.
Die Lage der Abkantelinien der Schneidklemmen 6b fluchtet hierbei nicht, sondern eine
mittlere Schneidklemme steht gegenüber den äußeren senkrecht zur Abkanterichtung hervor.
Somit wird die Lage der Kontaktpunkte einer durch die dargestellte Anordnung hergestellten
elektrischen Verbindung ebenfalls an unterschiedlichen Punkten liegen. Dies kann beilspielsweise
vorteilhaft sein, wenn Masse, Phase und Nullleiter eines Wechselstromanschlusses durch
jeweils eine Schneidklemme kontaktiert werden sollen. Zudem ist die dargestellte Anordnung
der Schneid-/Kemmkontakte 6 über deren relative Lagen zueinander hinsichtlich einer
verdrehsicheren Kontaktierung mittels einer vorbestimmten, korrespondierenden Buchse
zur Vermeidung von Kontaktierungsfehlern räumlich kodiert. Als alternatives Ausführungsbeispiel
ist eine Schneidklemme 6a dargestellt, mit welcher sich beispielsweise die in Figur
4 gezeigte Anordnung realisieren ließe. Im Gegensatz zu den in Figur 4 dargestellten
Schneid-/Klemmkontakten 6 ist die Ausnehmung in Schneidklemme 6a in ihrem oberen Bereich
abgerundet.
[0024] Figur 6 zeigt eine alternative Ausführungsform einer elektrischen Anordnung 1 gemäß
der vorliegenden Erfindung. Erkennbar sind die Leiterbahnen 16 des Stanzteils 3 nicht
vollständig vom Kunststoff des Spritzgussteils 2 umschlossen sondern in Vertiefungen
4 an dessen Oberfläche eingelegt. Zur Verbindung der Leiterbahnen 16 mit dem Spritzgussteil
2 weist Letzteres Dome 8 auf, welche jeweils durch einen Durchbruch 10 in einer Leiterbahn
16 geführt sind. Eine solche Anordnung ermöglicht es, ein Stanzteil mit einem Spritzgussteil
2 durch einen Vorgang des Heißverprägens des Doms 8 zu verbinden. Der Spritzgussvorgang
zur Herstellung des Spritzgussteils 2 vereinfacht sich hierbei, während jedoch ein
nachträglicher Arbeitsschritt (Heißverprägen) erforderlich wird. Im vorliegenden Beispiel
sind Klemmkontakte 7 derart in einer balkonartigen Ausnehmung im Spritzgussteil 2
angeordnet, dass ihr abgekantetes Ende eng an der Oberfläche des Spritzgussteils 2
anliegt. Ein Teil des abgekanteten Endes ist seitlich gegenüber der Oberfläche des
Spritzgussteils 2 angehoben bzw. abgewinkelt, so dass eine Klemmverbindung komfortabel
dadurch hergestellt werden kann, dass ein elektrischer Kontakt zwischen das abgekantete
Ende des Stanzteils 3 und die Oberfläche des Spritzgussteils 2 geschoben werden kann.
[0025] Figur 7a zeigt eine Detailansicht eines Stanzteils 3, bevor dieses in einem weiteren
Arbeitsschritt dadurch in zwei voneinander getrennte Leiterbahnen 16 umgearbeitet
wird, dass ein Verbindungssteg 9 durchtrennt wird. Beide Leiterbahnen 16 weisen zum
Zwecke einer Warmverprägung einen Durchbruch 10 auf.
[0026] Figur 7b zeigt das in Figur 7a dargestellte Stanzteil 3, bei welchem der Verbindungssteg
9 ausgestanzt worden ist. Erkennbar ist hier auch das als Systemträger ausgeführte
Spritzgussteil 2 zumindest teilweise durchdrungen worden, so dass der (ehemalige)
Verbindungssteg 9 in den Kunststoff des Spritzgussteils 2 bzw. durch diesen hindurch
gestanzt worden ist. Durch den Stanzvorgang zum Durchtrennen des Verbindungssteges
bzw. Ausstanzen des Verbindungssteges sind die in Figur 7b dargestellten Leiterbahnen
16 voneinander elektrisch bzw. galvanisch isoliert.
[0027] Figur 8 zeigt eine alternative Ausführungsform einer elektrischen Anordnung 1 gemäß
der vorliegenden Erfindung. Gegenüber den vorstehend diskutierten Ausführungsbeispielen
ist das Spritzgussteil 2 vergleichsweise dünn ausgeführt, so dass das Stanzteil 3
sowohl auf seiner Oberseite als auch auf seiner Unterseite nur von einer dünnen Kunststoffschicht
überzogen ist. Figur 8 zeigt somit ein Ausführungsbeispiel für einen so genannten
"Vorspritzling" 25, bei welchem Freistanzausnehmungen 24 in den Bereichen der Verbindungsstege
9 eines innen liegenden Stanzteils 3 angeordnet sind. Über diese Freistanzausnehmungen
24 können die Verbindungsstege 9 entfernt werden, ohne ein massiv gestaltetes Spritzgussteil
zu beschädigen. Zudem verringert sich die Gefahr, dass ausgestanzte Verbindungsstege
9 im Bauteil verbleiben und fortwährend bzw. später wieder einmal einen elektrischen
Kontakt zwischen zwei Leiterbahnen 16 herstellen. Somit kann eine erfindungsgemäße
Abwandlung eines Herstellungsverfahrens für eine elektrische Anordnung 1 darin bestehen,
dass ein Stanzteil 3 mit Kunststoff umspritzt wird, wobei an vordefinierten Positionen
Freistanzausnehmungen 24 im Spritzgussteil 2 vorgesehen werden, anschließend durch
einen Stanzvorgang die im Bereich der Freistanzausnehmungen 24 angeordneten Verbindungsstege
9 entfernt werden, das erzeugte Teil emeut in eine Spritzgussform eingebracht wird
und anschließend in einem zweiten Arbeitsgang umspritzt wird. Zur Positionierung des
Vorspritzlings 25 in einer Spritzgussform für den zweiten Arbeitsschritt können im
Spritzgussteil 2 des Vorspritzlings 25 ebenfalls Zentrierlöcher zur Positionierung
des Vorspritzlings vorgesehen werden.
[0028] Kerngedanke der vorliegenden Erfindung ist, eine elektrische Anordnung zu schaffen,
mit welcher innerhalb eines Türantriebs bzw. eines Türschließers eine einfache Kontaktierung
elektrischer Anschlüsse dadurch hergestellt werden kann, dass metallische Leiterbahnen
auf Blechbasis von einem Kunststoffspritzteil umgeben werden, und Enden des Blechteils
durch Stanz- und/oder Abkantevorgänge zur elektrischen Kontaktierung vorbereitet werden.
Vor oder nach dem Spritzgussvorgang können Bereiche des Stanzteils von einander getrennt
werden, um sie gegeneinander elektrisch zu isolieren. Der erfindungsgemäße Verbund
stellt eine elektrische Anordnung dar, bei welcher einerseits die elektrischen Kontakte
geordnet und hochgradig automatisierbar hergestellt werden können und zudem den Verbund
mechanisch stabilisieren, andererseits eine Platz sparende Anordnung geschaffen wird,
in welcher Elemente von Anbauteilen bereits integriert gefertigt bzw. geformt sein
können.
[0029] Während die dargestellten Zeichnungsfiguren konkrete Beispiele für Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung zeigen und diese vorstehend detailliert diskutiert worden
sind, bleibt der Bereich der vorliegenden Erfindung allein durch die Merkmale der
beigefügten Ansprüche begrenzt.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- elektrische Anordnung
- 2
- Spritzgussteil
- 3
- Stanzteil
- 4
- Vertiefung
- 6a, b
- Schneid-/Klemmkontakt
- 7
- Klemmkontakt
- 8
- Dom
- 9
- Verbindungssteg
- 10
- Durchbruch
- 11
- Schnapp-/Rastelement
- 12
- Deckel
- 13a, b
- Stempelelement
- 14
- Steckkontakt (für Leiterkarte)
- 15
- Zentrieraufnahmelöcher
- 16
- Leiterbahnen
- 17
- Steckkontakt (für Schalter)
- 18
- Schalter
- 19
- Vertiefung
- 20
- Steckleiste für Kabel
- 21
- Leiterkarte
- 22
- Kontaktstellen
- 23
- Steuerungskabel
- 24
- Freistanzausnehmungen
- 25
- Vorspritzling
1. Verfahren zu Herstellung einer elektrischen Anordnung (1), insbesondere zur Verwendung
in einem Türantrieb und/oder einem Türschließer,
• umfassend die Schritte:
- Erzeugen eines Spritzgussteils (2) aus Kunststoff und
- Einlegen eines metallischen Stanzteils (3) in Vertiefungen (4) des erzeugten Spritzgussteils
(2),
• wobei vordefinierte Bereiche der Stanzteile (3) zum Zwecke der elektrischen Kontaktierung
aus dem Spritzgussteil (2) hervorstehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, welches weiter umfasst:
• Hindurchführen mindestens eines Doms (8) des Spritzgussteils (2) durch das Stanzteil
(3) und
• Heißverprägen des Doms (8) derart, dass das Stanzteil (3) formschlüssig mit dem
Spritzgussteil (2) verbunden ist.
3. Verfahren zu Herstellung einer elektrischen Anordnung (1), insbesondere zur Verwendung
in einem Türantrieb und/oder einem Türschließer,
• umfassend die Schritte:
- Einlegen eines metallischen Stanzteils (3) in eine Spritzgussform und
- Einspritzen einer Kunststoffmasse in die Spritzgussform derart, dass die Stanzteile
(3) vom Spritzgussteil (2) umschlossen werden und vordefinierte Bereiche der Stanzteile
(3) zum Zwecke der elektrischen Kontaktierung aus dem Spritzgussteil (2) hervorstehen.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, welches weiter umfasst:
• Durchtrennen von Verbindungsstegen (9) zwischen vordefinierten Bereichen des Stanzteils
(3).
5. Elektrische Anordnung, insbesondere zur Verwendung in einem Türantrieb und/oder einem
Türschließer,
• umfassend:
- ein Spritzgussteil (2) aus Kunststoff und
- mindestens ein metallisches Stanzteil (3),
• wobei
- das Stanzteil (3) mit dem Spritzgussteil (2) formschlüssig und/ oder stoffschlüssig
verbunden ist
- und Bereiche des Stanzteils (3) zum Zwecke der elektrischen Kontaktierung aus dem
Spritzgussteil (2) hervorstehen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder elektrische Anordnung nach Anspruch
5, wobei das Spritzgussteil (2) ein Kunststoffgehäuse, insbesondere zur Aufnahme mechanischer
Kräfte einer mechanischen Komponente eines Türantriebes und/oder eines Türschließers
ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 6 oder elektrische Anordnung nach
einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei die hervorstehenden Bereiche des Stanzteils (3)
als Schneid-/Klemmkontakte (6), als Steckkontakte und/oder Lötfahnen ausgebildet sind.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, 6 oder 7 oder elektrische Anordnung nach
einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei das Spritzgussteil (2)
• als Gehäuse für einen Antrieb und/oder ein Netzteil ausgebildet ist und/oder
• einen integrierten Steckanschluss mit einem Schnapp-/Rastelement (11) umfasst.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 6 bis 8 oder elektrische Anordnung
nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei das Spritzgussteil (2) zur Aufnahme eines
Deckels (12) eingerichtet ist, welcher Stempelelemente (13) aufweist, welche mit Schneid-/
Klemmkontakten (6) des Stanzteils (3) zur Herstellung einer Schneid-/Klemmverbindung
korrespondieren.
10. Türantrieb und/oder Türschließer umfassend eine elektrische Anordnung (2) nach einem
der Ansprüche 5 bis 9.