[0001] Die Erfindung betrifft einen Federkern, insbesondere einen Bonnell-Federkern gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Federkerne bilden eine Grundkomponente für Polster oder Matratzen, die
wiederum in unterschiedlichsten Bereichen Verwendung finden.
[0003] Üblicherweise wird der Federkern mit entsprechenden u.a. aus textilem Material bestehenden
Lagen ummantelt, um einen ausreichenden Liegekomfort zu erreichen.
[0004] Bei dem bekannten Federkern, namentlich dem Bonnell-Federkern, dessen Einzelfedern
tailliert schraubenförmig gewunden sind, liegen die Federreihen unmittelbar benachbart
aneinander, so dass mit jeweils einem Drahtwendel die Einzelfedern zweier benachbarter
Federreihen miteinander verbunden werden. D.h., die Einzelfedern benachbarter Reihen
ebenso wie die Einzelfedern einer Reihe liegen mit ihren Endringen relativ eng beieinander,
vor allem auch, um eine entsprechende Auflagefläche zu schaffen.
[0005] Naturgemäß ist eine solche Konstruktion nur mit einem entsprechend hohen Materialeinsatz
realisierbar, der die Herstellungskosten eines Federkerns ungünstig beeinflusst und
einer stets geforderten Kostenoptimierung entgegensteht.
[0006] Überdies ist die Verwendung eines solchen Federkerns insofern problematisch, als
dessen Verstellen, d.h. der fertigen Matratze im Sinne eines bereichsweisen Knickens
entlang einer Federreihe, wenn überhaupt, dann nur eingeschränkt möglich ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Federkern der gattungsgemäßen Art
so weiterzuentwickeln, dass er kostengünstiger herstellbar ist und seine Verwendbarkeit
verbessert wird.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Federkern mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Ein in diesem Sinne ausgebildeter Federkern zeichnet sich zunächst einmal dadurch
aus, dass der Anteil an Einzelfedern in nennenswertem Maße reduziert werden kann.
Wie sich gezeigt hat, kann die Materialeinsparung mehr als 15 % betragen, was sich
naturgemäß in niedrigeren Fertigungskosten niederschlägt.
[0010] Trotzdem bleibt der Federkomfort gegenüber einem Federkern nach dem Stand der Technik
uneingeschränkt erhalten.
[0011] Gemäß der Erfindung sind zwischen den Einzelfedern und/oder den Federreihen Flachfedern
angeordnet, die unterschiedlich ausgebildet sein können.
[0012] Bei einer Anordnung zwischen den Federreihen ersetzt eine durchgehende Flachfeder
eine komplette Federreihe, wobei diese Flachfeder aus einem mäanderförmig gebogenen
Draht besteht, der mit den Drahtwendeln verbunden ist, ebenso wie randseitig mit einem
den Federkern umfassenden Rahmen, wenn die Flachfeder die letzte Federreihe des Federkerns
bildet.
[0013] Die Anbindung der Flachfeder an den Drahtwendeln erfolgt partiell, d.h. nur in bestimmten
Abständen der gebildeten Mäander-Bögen.
[0014] Diese Anordnung der Flachfedern erlaubt ein leichteres Knicken des Federkerns bzw.
der fertiggestellten Matratze oder Polsterung entlang einer Federreihe, so dass auch
die Verwendbarkeit des neuen Federkerns verbessert wird. Bei der erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Alternativausbildung, nach der die Flachfedern zwischen den Einzelfedern angeordnet
sind, wird der Abstand zwischen den Einzelfedern entsprechend vergrößert, wobei dieser
Abstand bestimmt wird vom gewünschten Federungskomfort und der Form der Flachfeder,
die sowohl mit den benachbarten Einzelfedern wie auch mit dem Drahtwendel verbunden
ist.
[0015] Dabei kann der Verlauf der ebenfalls aus einem gebogenen Draht gebildeten Flachfeder
unterschiedlich gestaltet sein. Beispielhaft sei auf die Ausbildung etwa in Ω-Form
oder auf eine im weitesten Sinne Kreuzform hingewiesen, die relativ große Zwischenräume
zwischen zwei Einzelfedern überbrücken können. Je nach Bedarf sind auch Kombinationen
anderer Anordnungen und Formen denkbar.
[0016] Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung ist vorgesehen, die Endringe jeder Einzelfeder
im Sinne eines Auslegers zu formen, der über den kreisförmigen Verlauf des Endringes
vorsteht und mit dem die Einzelfeder am Drahtwendel angeschlossen ist. Dabei ist dieser
Ausleger so gestaltet, dass er gleichfalls ein Auflager bildet.
[0017] Entsprechend dem Abstand des Auflagers vom gewundenen Endring vergrößert sich der
Abstand zwischen den parallelen Drahtwendeln, der die Breite der jeweiligen Federreihe
bestimmt. Auch diese Maßnahme trägt erheblich zu einer Materialeinsparung und damit
zur Kostensenkung bei.
[0018] Die Ausleger der Einzelfedern können so gestaltet sein, dass, vorzugsweise aus Kunststoff
bestehende Auflageteller eingesetzt werden, die formschlüssig gehalten sind und die
neben einer Auflagefunktion auch einen Schutz des nachfolgend aufgebrachten Bezugsstoffs
vor scharfen Spitzen oder Kanten des verformten Auslegers bildet.
[0019] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0020] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beschrieben.
[0021] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Federkern gemäß der Erfindung in einer Draufsicht
- Figur 2
- einen vergrößerten Teilausschnitt des Federkerns nach Figur 1 in perspektivischer
Ansicht
- Figur 3
- einen Teilausschnitt eines weiteren Ausführungsbeispiels der Erfindung in einer Draufsicht
- Figur 4
- eine weitere Variante der Erfindung, gleichfalls als Teilausschnitt eines Federkerns
in perspektivischer Darstellung
- Figuren 5 und 6
- jeweils ein Ausführungsbeispiel einer Einzelfeder der Erfindung, in schaubildlicher
Abbildung.
[0022] In der Figur 1 ist ein Federkern dargestellt, mit einer Vielzahl von, jeweils aus
mehreren, beidseitig zu Endringen 5 geformten Einzelfedern 2 bestehenden, parallel
zueinander verlaufenden Federreihen 1, wobei die Einzelfedern 2 jeder Federreihe 1
durch an den Endringen 5 angeschlossene Drahtwendel 4 miteinander verbunden sind.
Dabei sind die Federreihen 1 quer zur Längserstreckung des Federkerns angeordnet.
[0023] Entsprechend einer Alternative der Erfindung sind bei dem in den Figuren 1 und 2
gezeigten Beispiel zwischen den Federreihen 1 Flachfedern 3 angeordnet, die jeweils
aus einem mäanderförmig gebogenen Draht bestehen und sich über die gesamte Länge der
Federreihe 1 erstrecken.
[0024] Die Befestigung der Flachfedern erfolgt hierbei durch Verbinden mit den beidseitig
benachbarten Drahtwendeln 4, wobei beidseitig, also an den die Ober- und Unterseite
des Federkerns bildenden Seiten Flachfedern 3 vorgesehen sind. Bevorzugt sind die
Flachfedern 3 in ihrer Breite entsprechend dem Durchmesser der Endringe 5 der Einzelfedern
2 dimensioniert.
[0025] In den Figuren 3 und 4 ist jeweils ein Beispiel der zweiten erfindungsgemäßen Alternative
dargestellt, nach der zwischen den Einzelfedern 2 Flachfedern 3 angeordnet sind.
[0026] Bei der in der Figur 3 gezeigten Ausführung ist jede Flachfeder 3, die ebenfalls
aus Draht gebogen ist, etwa kreuzförmig geformt und mit ihren Enden des sozusagen
Querbalkens an den zugeordneten Einzelfedern 2 angeschlossen, während der Längsbalken
mit einem Ende am zugeordneten Drahtwendel 4 befestigt und das gegenüberliegende Ende
als ein nach außen gerichteter Bogen geformt ist. Damit verbindet die Flachfeder 3
die beiden benachbarten Einzelfedern 2 einerseits und füllt einen Zwischenraum zwischen
beiden Einzelfedern 2 aus.
[0027] In der Figur 4 ist die Flachfeder 3 im weitesten Sinne nach Art eines Ω ausgebildet,
wobei die beiden Enden an den Endringen 5 der benachbarten Einzelfedern 2 angreifen
bzw. dort eingehängt sind, während die unteren Schenkel der Flachfeder 3 mit dem Drahtwendel
4 verbunden sind.
[0028] Die Einzelfedern 2, von denen jeweils eine Ausführungsvariante in den Figuren 5 und
6 als Einzelheit erkennbar sind, sind im Bereich ihrer Endringe 5 als Ausleger 6 geformt,
die im Wesentlichen eine G-förmige oder eine spiegelbildlich dazu verlaufende Kontur
aufweisen, wobei beide Ausleger 6, wie in den Figuren 5 und 6 deutlich ist, gegensinnig
ausgerichtet sind.
[0029] Das jeweils freie Ende des Auslegers 6 ist bei dem in der Figur 6 gezeigten Beispiel
als Haken 7 ausgebildet, in dem formschlüssig ein Auflageteller 8 gehalten ist, wobei
zur Verdeutlichung lediglich der obere Ausleger 6 mit einem Auflageteller 8 bestückt
ist, während der untere Ausleger 6 den Haken 7 ohne Auflageteller 8 wiedergibt.
1. Federkern, mit einer Vielzahl von, jeweils aus mehreren, beidseitig zu Endringen (5)
geformten Einzelfedern (2) bestehenden, parallel zueinander verlaufenden Federreihen
(1), wobei die Einzelfedern (2) jeder Federreihe (1) durch an den Endringen (5) angeschlossene
Drahtwendel (4) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Einzelfedern (2) und/oder den Federreihen (1) Flachfedern (3) angeordnet
sind, die mit den Drahtwendeln (4) und/oder den Endringen (5) der Einzelfedern (2)
verbunden sind.
2. Federkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen den Federreihen (1) angeordneten Flachfedern (3) jeweils aus einem mäanderförmig
gebogenen Draht bestehen.
3. Federkern nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen den Federreihen (1) angeordnete Flachfeder (3) sich über die Länge der
Federreihen (1) erstreckt.
4. Federkern nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Flachfedern (3) dem Durchmesser der Endringe (5) entspricht.
5. Federkern nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen den Einzelfedern (2) angeordneten Flachfedern (3) aus einem Draht bestehen,
der zu einer etwa kreuzförmigen Kontur gebogen ist.
6. Federkern nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kreuzförmig gebogene Flachfeder (3) mit den Enden ihres Querbalkens an den Einzelfedern
(2), vorzugsweise an deren Endringen (5) und mit einem Ende ihres Längsbalkens am
Drahtwendel (4) befestigt sind.
7. Federkern nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen den Einzelfedern (2) angeordneten Flachfedern (3) aus einem Ω-förmig
gebogenen Draht bestehen, dessen freie Enden an den Einzelfedern (2) befestigt sind
und deren gegensinnig ausgerichtete Schenkel mit der zugeordneten Drahtwendel (4)
verbunden sind.
8. Schraubenförmig gewundene Einzelfeder, insbesondere Bonnell-Feder, deren Windung beidseitig
in einen Endring (5) übergeht, dadurch gekennzeichnet, dass an den Endring (5) ein Ausleger (6) angeformt ist, der im Wesentlichen G-förmig oder
spiegelbildlich dazu ausgebildet ist.
9. Einzelfeder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausleger (6) der beiden Endringe (5) gegensinnig ausgerichtet sind.
10. Einzelfeder nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Enden der Ausleger (6) zu einem Haken (7) geformt sind.
11. Einzelfeder nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem Haken (7) ein vorzugsweise aus Kunststoff bestehender Auflageteller (8)
formschlüssig gehalten ist.