Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vollmantelschneckenzentrifuge mit einer sich im Betrieb
um eine Längsachse drehbaren Zentrifugentrommel, an deren Stirnseite mindestens eine
Abströmöffnung zum Abströmen von geklärtem Gut aus der Zentrifugentrommel, eine die
Abströmöffnung nach radial außen hin begrenzende Wehrkante und eine Energierückgewinnungseinrichtung
zum Rückgewinnen von Energie des abströmenden, geklärten Gutes ausgebildet sind. Ferner
betrifft die Erfindung auch eine solche Energierückgewinnungseinrichtung zum Anbringen
an einer Stirnseite einer Zentrifugentrommel.
[0002] Bei gattungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifugen ist es allgemein bekannt, an deren
Zentrifugentrommel stirnseitig mehrere Abströmöffnungen vorzusehen, durch die hindurch
das geklärte Gut über eine jeweils zugehörige Wehrkante abströmen kann. Die Wehrkante
bildet den radial inneren Rand einer zugehörigen Wehrplatte, die an der Stirnseite
der Zentrifugentrommel radial verstellbar angebracht ist.
[0003] Damit die kinetische Energie des ausströmenden Gutes wieder zum Antreiben der Drehbewegung
der Zentrifugentrommel genutzt werden kann, werden inzwischen an derartigen Wehrkanten
Energierückgewinnungseinrichtungen vorgesehen. So ist es unter anderem bekannt, an
der Stirnseite einer Zentrifugentrommel Ablenkeinrichtungen vorzusehen, mit denen
der Gutstrom des geklärten Guts in tangentialer Richtung umgeleitet wird. Das dann
nicht axial, sondern tangential entgegen der Drehrichtung der Zentrifugentrommel austretende
Gut überträgt der Zentrifugentrommel einen Impuls in Drehrichtung, der die Zentrifugentrommel
entsprechend in Drehrichtung antreibt. Solche Ablenkeinrichtungen sind z.B. aus
WO 2012 013624 A2 bekannt.
Zugrundeliegende Aufgabe
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vollmantelschneckenzentrifuge zu schaffen,
deren Energierückgewinnungseinrichtung besonders wirksam ist.
Erfindungsgemäße Lösung
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer Vollmantelschneckenzentrifuge mit einer
sich im Betrieb um eine Längsachse drehbaren Zentrifugentrommel gelöst, an deren Stirnseite
mindestens eine Abströmöffnung zum Abströmen von geklärtem Gut aus der Zentrifugentrommel,
eine die Abströmöffnung nach radial außen hin begrenzende Wehrkante und eine Energierückgewinnungseinrichtung
zum Rückgewinnen von Energie des abströmenden, geklärten Gutes ausgebildet sind. Die
Energierückgewinnungseinrichtung ist als ein sich außen vor der Abströmöffnung befindendes,
vom abströmenden, geklärten Gut durchströmtes Abströmrohr gestaltet.
[0006] Die Aufgabe ist ferner auch mit einer Energierückgewinnungseinrichtung gelöst, die
zum Anbringen unmittelbar axial außen vor einer zugehörigen Abströmöffnung angepasst
und dabei als ein vom abströmenden, geklärten Gut durchströmtes Abströmrohr gestaltet
ist.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifuge erstreckt sich die Abströmöffnung
in der Stirnseite der Zentrifugentrommel im Wesentlichen quer zur Längsachse der Zentrifuge.
An der Abströmöffnung befindet sich radial außen die Wehrkante, die dabei zumindest
geringfügig vorteilhaft schräg zur Längsachse ausgerichtet sein kann. Unmittelbar
axial außen vor der Abströmöffnung befindet sich im Wesentlichen auf der Höhe bzw.
dem Radius der Wehrkante die erfindungsgemäße Energierückgewinnungseinrichtung, die
dabei als ein über seinen gesamten Umfang im Wesentlichen geschlossenes Rohr gestaltet
ist. Das derartige Rohr bildet also axial außen vor der Abströmöffnung eine über ihren
gesamten Umfang hinweg geschlossene Abströmleitung. Dieses Abströmrohr wirkt in Bezug
auf die Längsachse radial außen wie eine Abströmrinne bzw. ein Abströmkanal und ist
zugleich in Bezug auf die Längsachse radial innen verschlossen.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung basiert auf der Erkenntnis, dass die energierückgewinnende
Wirkung von Energierückgewinnungseinrichtungen der genannten Art insbesondere darauf
beruht, dass diese Energierückgewinnungseinrichtung an ihrer radialen Innenseite geschlossen
ist. Mit dieser Gestaltung ist das durch die Energierückgewinnungseinrichtung abströmende
Gut innerhalb dieser gegen äußere, aerodynamische Einflüsse geschützt. An der Außenseite
der sich mit hoher Drehzahl drehenden Zentrifugentrommel wirkt ansonsten die dortige
Luft erheblich auf das abströmende Gut ein, wodurch dieses einen Teil seines Energiegehalts
durch Reibung mit dieser Luft verliert. Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist dieser
Energieverlust vermieden, so dass mehr Energie aus dem abströmenden Gut rückgewonnen
werden kann. Mit der Lösung gemäß der Erfindung kann das abströmende Gut entgegen
bisher bekannten Lösungen besonders homogen und zielgerichtet von der Axialrichtung
im Wesentlichen in die Tangentialrichtung abgelenkt werden. Zugleich können Energieverluste,
welche sich durch eine Ableitung des ausströmenden Gutes in radialer Richtung ergeben
würden, vermieden werden. Mit dem erfindungsgemäß axial außen vor der Abströmöffnung
angeordneten Abströmrohr wird das ausströmende Gut während der Ablenkung nämlich weitgehend
auf dem Radius der zugehörigen Wehrkante gehalten, wobei, wie nachfolgend erläutert
wird, dabei noch kleinere Änderungen im Radius der Strömungsbahn vorteilhaft sein
können.
[0009] Bei einer derartigen Vollmantelschneckenzentrifuge kann die Zentrifugentrommel vorteilhaft
dazu eingerichtet sein, dass sie in zwei einander entgegen gesetzte Drehrichtungen
drehbar ist. Dabei ist vorzugsweise mit dem Abströmrohr das abströmende, geklärte
Gut entgegen einer jeweiligen Drehrichtung der Zentrifugentrommel umgelenkt. Die erfindungsgemäße
Energierückgewinnungseinrichtung kann dazu auch mit zwei Wirkflächen als Abströmrohre
gestaltet sein, von denen die eine Wirkfläche in einer ersten Drehrichtung und die
zweite Drehrichtung in der zweiten Drehrichtung Wirkung entfaltet.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifuge ist vorteilhaft das Abströmrohr
zumindest mit einem Abschnitt mit im Wesentlichen gerader Strömungsbahn gestaltet,
die die Längsachse der Zentrifugentrommel in einem Winkel zwischen 45° und 85°, bevorzugt
zwischen 55° und 65° schräg gestellt ist. Das erfindungsgemäße Abströmrohr weist ferner
vorzugsweise zumindest einen Abschnitt mit im Wesentlichen gerader Strömungsbahn auf,
die zur Tangentialrichtung an der Abströmöffnung um einen Winkel von 4° bis 28°, vorzugsweise
8° radial nach innen schräg gestellt ist. Die Bodenfläche des derartigen Abschnitts
ist besonders vorteilhaft zumindest abschnittsweise eben bzw. weitgehende eben gestaltet.
Eine solche Bodenfläche kann fertigungstechnisch günstig hergestellt werden. Darüber
hinaus erfährt das darauf abströmende Gut über eine längere Strecke hinweg eine gleichmäßige
und damit vergleichsweise einfach modelltechnisch nachvollziehbare Beschleunigung.
Die Beschleunigung führt zu einer vermehrten Umwandlung des Fliehkraftimpulses in
einen tangential gerichteten Bewegungsimpuls. Es wird als ein besonders großer Anteil
der Fliehkraftenergie in tangentiale Antriebsenergie gewandelt. Der ebene Abschnitt
der Bodenfläche ist besonders bevorzugt zur Tangentialrichtung um einen Winkel von
4° bis 28°, vorzugsweise 8° radial nach innen geneigt. Eine solche Ausrichtung des
umgelenkten Gutstrahls führt im Vergleich zu einer rein tangentialen Strömung zu einer
gezielt vordefinierten Abbremsung des austretenden Stroms und damit zu einer genau
vorbestimmten Stauwirkung. Dieses Stauen bringt eine Erhöhung der potentiellen Energie
des abströmenden Gutes und damit ein verbesserte nachfolgende Wandlung in tangentiale
Bewegungsenergie mit sich.
[0011] Ferner weist das erfindungsgemäße Abströmrohr vorzugsweise eine Abströmmündung mit
einer Strömungsbahn bzw. Strömungsrichtung auf, die in Bezug auf die Längsachse der
Zentrifugentrommel in einem Winkel zwischen 70° und 90°, bevorzugt zwischen 77° und
83° schräg gestellt ist. Mit der derartigen Strömungsrichtung wird das abströmende
Gut als von zunächst axial nach im Wesentlichen tangential, also quer dazu, umgelenkt.
Eine Umlenkung auf weniger als 90° in Bezug auf die Längsachse birgt dabei den Vorteil,
dass das aus der Abströmmündung austretende Gut weniger stark gegen die Stirnseite
der Zentrifugentrommel geleitet wird und daher dort weniger Reibungsverluste auftreten.
[0012] Die erfindungsgemäße Lösung sieht ferner vorteilhaft eine Vollmantelschneckenzentrifuge
vor, bei der das Abströmrohr in Strömungsrichtung des abströmenden, geklärten Gutes
mit konstant großem Strömungsquerschnitt gestaltet ist. Alternativ ist das Abströmrohr
in Strömungsrichtung des abströmenden, geklärten Gutes mit sich verkleinerndem, insbesondere
konisch verjüngendem Strömungsquerschnitt gestaltet. Die sich nicht verjüngende Strömungsform
reduziert die Gefahr von Verstopfung des Abströmrohrs während des Betriebs der zugehörigen
Vollmantelschneckenzentrifuge. Die sich verjüngende Rohrform erzeugt eine zusätzliche
Stauwirkung mit dem Ergebnis einer verbesserten Energierückgewinnung.
[0013] Vorzugsweise ist bei der Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß der Erfindung ferner
das Abströmrohr mit einem runden, insbesondere kreisförmigen oder elliptischen Querschnitt
gestaltet. Alternativ ist das Abströmrohr mit einem rechteckigen, insbesondere quadratischen
Querschnitt gestaltet. Die beiden genannten Querschnittsformen führen zu besonders
kostengünstig herstellbaren Energierückgewinnungseinrichtungen. Ferner sind diese
Querschnitte besonders geeignet, um das abströmende Gut vorberechenbar abströmen zu
lassen. Ein rechtekkiger Querschnitt hat weiter den Vorteil, dass das abströmende
Gut an der zugehörigen Abströmmündung auf breiter Ebene auf einem vordefinierten Radius
austritt.
[0014] Schließlich ist bei der erfindungsgemäßen Vollmantelschneckenzentrifuge vorzugsweise
das Abströmrohr noch an seiner in Drehrichtung gewandten Außenwand mit einer angepasst
aerodynamischen Außenwandform gestaltet ist. Mit dieser Außenwandform kann der Strömungswiderstand
der Energierückgewinnungseinrichtung und damit der zugehörige Energieverlust gemindert
werden. Unter aerodynamisch angepasster Außenwandform wird dabei eine Form verstanden,
die für anströmende Luft einen möglichst geringen Strömungswiderstand bietet. Eine
solche Form ist gerundet, weist keine Kanten auf und ist mit einer glatten, wenig
rauen Oberfläche versehen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0015] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Lösung anhand der
beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und Energierückgewinnungseinrichtung
einer Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- den Längsschnitt II - II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und Energierückgewinnungseinrichtung
eines ersten Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß der Erfindung,
- Fig. 4
- den Längsschnitt IV - IV gemäß Fig. 3,
- Fig. 5
- die Ansicht V gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und Energierückgewinnungseinrichtung
eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß der Erfindung,
- Fig. 7
- den Längsschnitt VII - VII gemäß Fig. 6,
- Fig. 8
- die Ansicht VIII gemäß Fig. 7,
- Fig. 9
- eine Seitenansicht einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und Energierückgewinnungseinrichtung
eines dritten Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß der Erfindung,
- Fig. 10
- den Längsschnitt X - X gemäß Fig. 9,
- Fig. 11
- die Ansicht XI gemäß Fig. 10,
- Fig. 12
- eine Seitenansicht einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und Energierückgewinnungseinrichtung
eines vierten Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß der Erfindung,
- Fig. 13
- den Längsschnitt XIII - XIII gemäß Fig. 12,
- Fig. 14
- die Ansicht XIV gemäß Fig. 13,
- Fig. 15
- eine Seitenansicht einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und Energierückgewinnungseinrichtung
eines fünften Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge gemäß der Erfindung,
- Fig. 16
- den Längsschnitt XVI - XVI gemäß Fig. 15,
- Fig. 17
- die Ansicht XVII gemäß Fig. 16,
- Fig. 18
- den Längsschnitt XVIII - XVIII gemäß Fig. 19 einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte
und Energierückgewinnungseinrichtung eines sechsten Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge
gemäß der Erfindung,
- Fig. 19
- eine Seitenansicht der Zentrifugentrommel gemäß Fig. 18,
- Fig. 20
- den Längsschnitt XX - XX gemäß Fig. 21 einer Zentrifugentrommel mit Wehrplatte und
Energierückgewinnungseinrichtung eines siebten Ausführungsbeispiels einer Vollmantelschneckenzentrifuge
gemäß der Erfindung und
- Fig. 21
- eine Seitenansicht der Zentrifugentrommel gemäß Fig. 20.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0016] In den Fig. 1 und 2 ist von einer Vollmantelschneckenzentrifuge 10 deren Zentrifugentrommel
12 mit ihrer Stirnseite bzw. Stirnwand 14 dargestellt. An der Stirnwand 14 ist eine
von mehreren axial, in Richtung einer Längsachse 18 der Zentrifugentrommel 12 durch
die Stirnwand 14 hindurchragenden Abströmöffnungen 16 veranschaulicht. Außenseitig
vor der Abströmöffnung 16 ist an der Stirnwand 14 eine Wehrplatte 20 ortsfest, aber
verstellbar angebracht. Die Wehrplatte 20 ragt bis vor die Abströmöffnung 16, so dass
sie diese an ihrem radial äußeren Bereich außenseitig überdeckt. Dabei weist die Wehrplatte
20 an ihrem nach radial innen gerichteten Rand eine Wehrkante 22 auf. Die derartige
Wehrkante 22 gemäß dem Stand der Technik erstreckt sich entlang der Stirnwand 14 und
damit quer zur Längsachse 18. Die Wehrkante 22 hält in der Zentrifugentrommel 12 geklärtes
Gut 24 zurück, so dass sich im Betrieb der Vollmantelschneckenzentrifuge 10 dieses
geklärte Gut 24 dort mit einer Teichtiefe 26 ansammelt und nachfolgend weitgehend
kontinuierlich über die Wehrkante 22 hinweg abströmt.
[0017] In Strömungsrichtung des geklärten Gutes 24 hinter bzw. stromabwärts von der Wehrkante
22 befindet sich axial außen an der Wehrplatte 20 eine Energierückgewinnungseinrichtung
28 gemäß dem Stand der Technik. Diese Energierückgewinnungseinrichtung 28 ist als
eine Abströmrinne bzw. ein Abströmkanal 30 gestaltet, der eine sich auf der Höhe der
Wehrkante 22 tangential erstreckende, ebene Bodenfläche 32 aufweist. Zu der Bodenfläche
32 erstreckt sich als Teil des Abströmkanals 30 senkrecht eine Ablenkfläche 34, die
sich gemäß dem Stand der Technik vor dem in Längsrichtung betrachtet offenen Bereich
der Abströmöffnung 16 bogenförmig erstreckt.
[0018] Die Ablenkfläche 34 lenkt das axial durch die Abströmöffnung 16 radial innen, unter
der Wehrkante 22 in einer Einströmrichtung 38 heranströmende, geklärte Gut 24 in tangentialer
Richtung zu einer Abströmrichtung 40 um. Dabei dreht sich die Zentrifugentrommel 12
in einer Drehrichtung 36 und das geklärte Gut 24 wird so von der Ablenkfläche 34 umgelenkt,
dass es entgegen dieser Drehrichtung 36 tangential aus der Energierückgewinnungseinrichtung
28 austritt. Mit dem Austritt "stößt sich" das geklärte Gut 24 von der Zentrifugentrommel
12 ab, wodurch es auf diese einen Teil seines Impulses überträgt und zu einer Energierückgewinnung
an der Zentrifugentrommel 12 beiträgt. Dieses "Abstoßen" wird durch die innere Flüssigkeitsreibung
im geklärten Gut 24 und dadurch gemildert, dass sich die Zentrifugentrommel 12 zugleich
in Drehrichtung 36 weiterdreht. Die Zentrifugentrommel 12 weicht dem Abstoß also teilweise
aus.
[0019] In den Fig. 3 bis 5 ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vollmantelschneckenzentrifuge
10 mit deren Zentrifugentrommel 12 veranschaulicht, an der eine erfindungsgemäße Energierückgewinnungseinrichtung
42 angeordnet ist. Die Energierückgewinnungseinrichtung 42 weist ebenfalls die Wehrplatte
20 herkömmlicher Art vor der zugehörigen Abströmöffnung 16 auf. An der Wehrplatte
20 befindet sich axial außen ein Abströmrohr 44, das von dem durch die Abströmöffnung
16 austretenden, abströmenden, geklärten Gut durchströmt wird.
[0020] Das Abströmrohr 44 befindet sich dabei im Hinblick auf seinen Querschnitt unmittelbar
vor dem ansonsten offenen Bereich der Abströmöffnung 16, so dass diese außenseitig
vollständig von dem Abströmrohr 44 abgedeckt ist. Demnach kann von außen keine Luftströmung
auf den Durchtritt des geklärten Guts an der Abströmöffnung 16 einwirken, wodurch
sich eine besonders gleichmäßige, insbesondere rein laminare Strömung mit entsprechender
Reinheit des abgeströmten, geklärten Guts ergibt. Das Abströmrohr 44 befindet sich
auf der Höhe bzw. dem Radius der Wehrkante 20, so dass das dadurch abströmende Gut
nahezu keine Lageänderung in radialer Richtung erfährt und sich entsprechend keine
Energieverluste ergeben.
[0021] An seinem Umfang ist das Abströmrohr 44 vollständig geschlossen und bildet als solches
eine rohrförmige Leitung mit einer Einströmmündung 46 vor der Abströmöffnung 16 und
einer Abströmmündung 48 an ihrem anderen, äußeren Ende. Dabei wirkt der in Bezug auf
die Längsachse radial äußere Teil dieses Rohres wie eine Abströmrinne bzw. ein Abströmkanal
und ist zugleich in Bezug auf die Längsachse der Zentrifugentrommel 12 radial innen
verschlossen. Dadurch ist das durch die Energierückgewinnungseinrichtung 42 abströmende
Gut auch innerhalb des Abströmrohres 44 gegen äußere, aerodynamische Einflüsse geschützt.
Das Gut wird homogen und ohne Verwirbelung zielgerichtet von der Axialrichtung bzw.
Einströmrichtung 38 im Wesentlichen in die Tangentialrichtung bzw. Ausströmrichtung
40 abgelenkt.
[0022] Mit dem Abströmrohr 44 wird das ausströmende Gut während der Ablenkung weitgehend
auf dem Radius der Wehrkante 22 gehalten, wobei das Abströmrohr 44 eine in der Seitenansicht
(Fig. 3) gerade Strömungsbahn 50 aufweist, die zur Tangentialrichtung 52 an der Abströmöffnung
16 um einen Winkel 54 von 6° bis 8° radial nach innen schräg gestellt. Eine zugehörige
Bodenfläche 56 des Abströmrohrs 44 ist dabei eben bzw. weitgehende eben gestaltet
und ebenfalls in einem Winkel 54 von 6° bis 8° schräg zur Tangentialrichtung 52 gestellt.
Zugleich weist das Abströmrohr 44 gemäß den Fig. 3 bis 5 einen rechteckigen Strömungsquerschnitt
56 auf, der von der Einströmmündung 46 ausgehend sich stetig bis zur Abströmmündung
48 verjüngend gestaltet ist. Mit der derartigen Verjüngung wird das abströmende Gut
zusätzlich gestaut und zu einem Strahl gebündelt.
[0023] Bei dem Ausführungsbeispiel einer Energierückgewinnungseinrichtung 42 gemäß den Fig.
6 bis 8 ist das dortige Abströmrohr 44 mit einem ovalen Strömungsquerschnitt 56 gestaltet.
Der derartige Strömungsquerschnitt 56 verjüngt sich ebenfalls über den Strömungsweg
des abströmenden Gutes durch das Abströmrohr 44. Dabei weist das Abströmrohr 44 stromabwärts
von der Einströmmündung 46 einen Abschnitt mit im Längsschnitt betrachtet (Fig. 7)
im Wesentlichen gerader Strömungsbahn 58 auf, die zur Längsachse 18 der Zentrifugentrommel
in einem Winkel 60 zwischen 55° und 65° schräg gestellt ist. Insgesamt ergibt sich
mit dieser Gestaltung für das Abströmrohr 44 eine Tropfenform (siehe Fig. 6), die
aerodynamisch besonders vorteilhaft ist.
[0024] Die Fig. 9 bis 11 zeigen ein Ausführungsbeispiel einer Energierückgewinnungseinrichtung
42, bei der das Abströmrohr 44 mit einem im Wesentlichen kreisrunden Strömungsquerschnitt
56 gestaltet ist. Zugleich erstreckt sich die im Längsschnitt im Wesentlichen gerade
Strömungsbahn 58 über die gesamte Länge des Abströmrohres 44, so dass dieses also
insgesamt als ein gerades, zylindrisches Rohr gestaltet ist. Die derartige Lösung
ist sehr kostengünstig herstellbar.
[0025] In den Fig. 12 bis 14 ist ein Ausführungsbeispiel einer Energierückgewinnungseinrichtung
42 veranschaulicht, bei dem das zugehörige Abströmrohr 44 vor der Abströmöffnung 16
als ein schräg gestelltes konisches Rohr gestaltet ist. Das Rohr ist zur Längsachse
18 in einem Winkel 60 von 60° schräg gestellt, über seine gesamte Länge konisch und
im Strömungsquerschnitt 56 rechteckig gestaltet. Dabei ist die Höhe des Strömungsquerschnittes
56 über die Länge des Abströmrohres 44 konstant gehalten.
[0026] Die in den Fig. 15 bis 17 dargestellte Energierückgewinnungseinrichtung 42 ist mit
einem geknickten Abströmrohr 44 gestaltet, das einen hinter einem ersten Abschnitt
mit einem Winkel 60 zur Längsachse 18 von 30° einen zweiten Abschnitt mit einem Winkel
64 zur Längsachse 18 von 75° aufweist. Dieser zweite Abschnitt bildet eine Strömungsrichtung
62 an der zugehörigen Abströmmündung 48, so dass die dortige Strömungsbahn bzw. Strömungsrichtung
62 in Bezug auf die Längsachse 18 der Zentrifugentrommel 12 ebenfalls in einem Winkel
64 von 75° schräg gestellt ist. Mit der derartigen Strömungsrichtung 62 wird das abströmende
Gut als grundsätzlich quer zur Längsachse 18 umgelenkt, zugleich aber nicht so stark
gegen die Stirnwand 14 gelenkt, dass es dort aufgrund von Flüssigkeitsreibung während
des Abströmens zu Energieverlusten kommt.
[0027] Schließlich ist bei den Ausführungsbeispielen gemäß den Fig. 15 bis 21 das dortige
Abströmrohr 44 an seiner in Drehrichtung 36 gewandten Außenwand 66 mit einer angepasst
aerodynamischen Außenwandform 68 gestaltet ist. Die Außenwandform 68 ist dabei derart,
dass die Wanddicke ausgehend von der Einströmmündung 46 in Strömungsrichtung des abströmenden
Gutes bis zur Abströmmündung 48 stetig abnimmt. Damit ist die Außenseite der Außenwand
66 in Bezug auf die beim Drehen der Zentrifugentrommel 12 dort anströmende Luft flacher
und damit geringer in Bezug auf den Strömungswiderstand gestaltet. Zugleich ist diese
Form der Wandstärke vorteilhaft im Hinblick auf eine hohe Steifigkeit des Abströmrohrs
44 im Verhältnis zu dessen Gewicht.
[0028] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 18 und 19 ist diese Formgestaltung eines Abströmrohrs
44 mit einem sich kontinuierlich verjüngenden, inneren Strömungsquerschnitt 56 und
einer durchgängigen Bogenform ähnlich wie in den Fig. 3 bis 5 kombiniert. Das Ausführungsbeispiel
gemäß den Fig. 20 und 21 zeigt ebenfalls eine durchgängige Bogenform des Abströmrohrs
44, wobei dessen Strömungsquerschnitt 56 über die gesamt Strömungslänge hinweg gleich
groß gehalten ist. Mit einem derartigen Strömungsquerschnittsverlauf ist ein Verstopften
des Abströmrohrs 44 mit abströmendem Gut zusätzlich verhindert.
[0029] Abschließend sei angemerkt, dass sämtlichen Merkmalen, die in den Anmeldungsunterlagen
und insbesondere in den abhängigen Ansprüchen genannt sind, trotz des vorgenommenen,
formalen Rückbezugs auf einen oder mehrere bestimmte Ansprüche, auch einzeln oder
in beliebiger Kombination eigenständiger Schutz zukommen soll.
Bezugszeichenliste
| 10 |
Vollmantelschneckenzentrifuge |
| 12 |
Zentrifugentrommel |
| 14 |
Stirnwand |
| 16 |
Abströmöffnung |
| 18 |
Längsachse der Zentrifugentrommel |
| 20 |
Wehrplatte |
| 22 |
Wehrkante |
| 24 |
geklärtes Gut |
| 26 |
Teichtiefe |
| 28 |
Energierückgewinnungseinrichtung gemäß dem Stand der Technik |
| 30 |
Abströmkanal gemäß dem Stand der Technik |
| 32 |
Bodenfläche gemäß dem Stand der Technik |
| 34 |
Ablenkfläche gemäß dem Stand der Technik |
| 36 |
Drehrichtung |
| 38 |
Einströmrichtung des geklärten Gutes (axial) |
| 40 |
Ausströmrichtung des geklärten Gutes (tangential) |
| 42 |
Energierückgewinnungseinrichtung gemäß der Erfindung |
| 44 |
Abströmrohr |
| 46 |
Einströmmündung |
| 48 |
Abströmmündung |
| 50 |
in der Seitenansicht gerade Strömungsbahn |
| 52 |
Tangentialrichtung |
| 54 |
Winkel zwischen Tangentialrichtung und ebener Strömungsbahn in der Seitenansicht |
| 56 |
Strömungsquerschnitt |
| 58 |
im Längsschnitt gerade Strömungsbahn |
| 60 |
Winkel zwischen Längsachse und ebener Strömungsbahn im Längsschnitt |
| 62 |
Strömungsrichtung an der Abströmmündung |
| 64 |
Winkel zwischen Längsachse und Strömungsrichtung an der Abströmmündung |
| 66 |
in Drehrichtung gewandte Außenwand des Abströmrohrs |
| 68 |
aerodynamische Außenwandform |
1. Vollmantelschneckenzentrifuge (10) mit einer sich im Betrieb um eine Längsachse (18)
drehbaren Zentrifugentrommel (12), an deren Stirnseite (14) mindestens eine Abströmöffnung
(16) zum Abströmen von geklärtem Gut (24) aus der Zentrifugentrommel (12), eine die
Abströmöffnung (16) nach radial außen hin begrenzende Wehrkante (22) und eine Energierückgewinnungseinrichtung
(28; 42) zum Rückgewinnen von Energie des abströmenden, geklärten Gutes (24) ausgebildet
sind,
bei der die Energierückgewinnungseinrichtung (42) als ein außen vor der Abströmöffnung
(16) sich befindendes, vom abströmenden, geklärten Gut (24) durchströmtes Abströmrohr
(44) gestaltet ist.
2. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 1,
bei der mit dem Abströmrohr (44) das abströmende, geklärte Gut (24) entgegen einer
jeweiligen Drehrichtung (36) der Zentrifugentrommel (12) umgelenkt ist.
3. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 1 oder 2,
bei der das Abströmrohr (44) zumindest einen Abschnitt mit im Wesentlichen gerader
Strömungsbahn (50) aufweist, die zur Tangentialrichtung (52) an der Abströmöffnung
(16) um einen Winkel (54) von 4° bis 28°, vorzugsweise 8° radial nach innen schräg
gestellt ist.
4. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei der das Abströmrohr (44) zumindest einen Abschnitt mit im Wesentlichen gerader
Strömungsbahn (58) aufweist, die die Längsachse (18) der Zentrifugentrommel (12) in
einem Winkel (60) zwischen 45° und 85°, bevorzugt zwischen 55° und 65° schräg gestellt
ist.
5. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei der das Abströmrohr (44) eine Abströmmündung (48) mit einer Strömungsrichtung
(62) aufweist, die in Bezug auf die Längsachse (18) der Zentrifugentrommel (12) in
einem Winkel (64) zwischen 70° und 90°, bevorzugt zwischen 77° und 83° schräg gestellt
ist.
6. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei der das Abströmrohr (44) in Strömungsrichtung des abströmenden, geklärten Gutes
(24) mit konstant großem Strömungsquerschnitt (56) gestaltet ist.
7. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei der das Abströmrohr (44) in Strömungsrichtung des abströmenden, geklärten Gutes
(24) mit sich verkleinerndem, insbesondere konisch verjüngendem Strömungsquerschnitt
(56) gestaltet ist.
8. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei der das Abströmrohr (44) mit einem runden, insbesondere kreisförmigen oder elliptischen
Strömungsquerschnitt (56) gestaltet ist.
9. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei der das Abströmrohr (44) mit einem rechteckigen, insbesondere quadratischen Strömungsquerschnitt
(56) gestaltet ist.
10. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
bei der das Abströmrohr (44) an seiner in Drehrichtung (36) gewandten Außenwand (66)
mit einer angepasst aerodynamischen Außenwandform (68) gestaltet ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Vollmantelschneckenzentrifuge (10) mit einer sich im Betrieb um eine Längsachse (18)
drehbaren Zentrifugentrommel (12), an deren Stirnseite (14) mindestens eine Abströmöffnung
(16) zum Abströmen von geklärtem Gut (24) aus der Zentrifugentrommel (12) ausgebildet
ist, die mit einer die Abströmöffnung (16) nach radial außen hin begrenzenden Wehrkante
(22) versehen ist, und eine Energierückgewinnungseinrichtung (28; 42) zum Rückgewinnen
von Energie des abströmenden, geklärten Gutes (24) ausgebildet ist, die als ein vom
abströmenden, geklärten Gut (24) durchströmtes Abströmrohr (44) gestaltet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die als vom abströmenden, geklärten Gut (24) durchströmtes Abströmrohr (44) gestalte
Energierückgewinnungseinrichtung (42) außen vor der die Wehrkante (22) aufweisenden
Abströmöffnung (16) angeordnet ist.
2. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 1,
bei der mit dem Abströmrohr (44) das abströmende, geklärte Gut (24) entgegen einer
jeweiligen Drehrichtung (36) der Zentrifugentrommel (12) umgelenkt ist.
3. Vollmantelschneckenzentrifuge nach Anspruch 1 oder 2,
bei der das Abströmrohr (44) zumindest einen Abschnitt mit im Wesentlichen gerader
Strömungsbahn (50) aufweist, die zur Tangentialrichtung (52) an der Abströmöffnung
(16) um einen Winkel (54) von 4° bis 28°, vorzugsweise 8° radial nach innen schräg
gestellt ist.
4. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
bei der das Abströmrohr (44) zumindest einen Abschnitt mit im Wesentlichen gerader
Strömungsbahn (58) aufweist, die die Längsachse (18) der Zentrifugentrommel (12) in
einem Winkel (60) zwischen 45° und 85°, bevorzugt zwischen 55° und 65° schräg gestellt
ist.
5. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
bei der das Abströmrohr (44) eine Abströmmündung (48) mit einer Strömungsrichtung
(62) aufweist, die in Bezug auf die Längsachse (18) der Zentrifugentrommel (12) in
einem Winkel (64) zwischen 70° und 90°, bevorzugt zwischen 77° und 83° schräg gestellt
ist.
6. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei der das Abströmrohr (44) in Strömungsrichtung des abströmenden, geklärten Gutes
(24) mit konstant großem Strömungsquerschnitt (56) gestaltet ist.
7. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
bei der das Abströmrohr (44) in Strömungsrichtung des abströmenden, geklärten Gutes
(24) mit sich verkleinerndem, insbesondere konisch verjüngendem Strömungsquerschnitt
(56) gestaltet ist.
8. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei der das Abströmrohr (44) mit einem runden, insbesondere kreisförmigen oder elliptischen
Strömungsquerschnitt (56) gestaltet ist.
9. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei der das Abströmrohr (44) mit einem rechteckigen, insbesondere quadratischen Strömungsquerschnitt
(56) gestaltet ist.
10. Vollmantelschneckenzentrifuge nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
bei der das Abströmrohr (44) an seiner in Drehrichtung (36) gewandten Außenwand (66)
mit einer angepasst aerodynamischen Außenwandform (68) gestaltet ist.