[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schienenfahrzeugwagenkasten mit zumindest einem
Behälter, in dem mindestens eine Schienenfahrzeugkomponente untergebracht ist.
[0002] Behälter mit Schienenfahrzeugkomponenten werden bei heutzutage üblichen Schienenfahrzeugen
u. a. im Bodenbereich oder im Dachbereich angeordnet. Eine Wartung und/oder Reparatur
der im Behälter vorhandenen Schienenfahrzeugkomponenten ist aufgrund dieser Platzierung
nicht immer einfach. Auch wird die Raumhöhe durch im Deckenbereich angeordneten Behälter
deutlich reduziert.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schienenfahrzeugwagenkasten anzugeben,
bei dem eine Positionierung von Behältern, die mit mindestens einer Schienenfahrzeugkomponente
ausgestattet sind, günstiger als bei vorbekannten Schienenfahrzeugwagenkästen gewählt
ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schienenfahrzeugwagenkasten mit den
Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Schienenfahrzeugwagenkastens sind in Unteransprüchen angegeben.
[0005] Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Behälter im Voutenbereich des Schienenfahrzeugwagenkastens
angeordnet ist. Unter dem Voutenbereich wird der Übergangsbereich zwischen einer Seitenwand
des Schienenfahrzeugwagenkastens und dem Wagenkastendach verstanden.
[0006] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkastens ist darin
zu sehen, dass aufgrund der Unterbringung des Behälters im Voutenbereich ein guter
Zugriff sowohl auf den Behälter selbst als auch auf die darin befindliche Schienenfahrzeugkomponente
gewährleistet wird, beispielsweise zu Wartungs- und/oder Reparaturzwecken.
[0007] Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkastens
besteht darin, dass durch die Anordnung des Behälters im Voutenbereich die Volumenausnutzung
des Schienenfahrzeugwagenkastens mit Blick auf die Platzierung der Schienenfahrzeugkomponenten
deutlich optimiert wird.
[0008] Bezüglich der im Behälter vorhandenen Schienenfahrzeugkomponente wird es als vorteilhaft
angesehen, wenn diese eine den Fahrbetrieb aufrechterhaltende oder den Fahrbetrieb
unterstützende Fahrbetriebskomponente bildet.
[0009] Besonders vorteilhaft bildet die Schienenfahrzeugkomponente eine Komponente eines
Fahrgastinformationssystems, eine Haltpunktanzeige, einen Lautsprecher oder eine Lautsprecheransteuerungskomponente,
eine Kamera oder Kameraansteuerungskomponente, oder eine Speichereinrichtung, insbesondere
zum Speichern von Kamerabildern.
[0010] Mit Blick auf einen optimalen Zugriff auf den Behälter und auf die darin befindlichen
Schienenfahrzeugkomponenten wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die dem Wageninneren
zugewandte Behälterunterseite und die dem Wageninneren zugewandte Behältervorderseite
einen Abschnitt der Innenverkleidung des Wagenkastens bilden. Auf eine zusätzliche
Innenverkleidung, die den Behälter verdeckt und einen Zugriff auf den Behälter erschweren
würde, wird bei dieser Ausgestaltung verzichtet.
[0011] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn im Voutenbereich zumindest zwei
Behälter in Wagenkastenlängsrichtung hintereinander angeordnet und über eine Schnittstelle
miteinander verbunden sind. Durch das Vorsehen von zwei oder mehr Behältern im Voutenbereich
lässt sich die Anzahl der Schienenfahrzeugkomponenten, die im Voutenbereich untergebracht
werden, deutlich erhöhen. Auch können Schienenfahrzeugkomponenten, die unterschiedliche
Aufgaben haben, in unterschiedlichen Behältern untergebracht werden, um eine Isolation
oder Entkopplung zwischen diesen Schienenfahrzeugkomponenten zu gewährleisten.
[0012] Mit Blick auf die Verbindung zwischen den Behältern bzw. die Schnittstelle zwischen
den Behältern wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Schnittstelle derart ausgestaltet
ist, dass sie sich durch Verschieben der Behälter in Wagenkastenlängsrichtung trennen
oder verbinden lässt.
[0013] Eine derartige durch Verschieben trennbare oder verbindbare Schnittstelle lässt sich
besonders einfach und damit vorteilhaft herstellen, wenn die Schnittstelle durch eine
Schnittstellenkomponente des einen Behälters und eine Schnittstellenkomponente des
anderen Behälters gebildet wird, wobei die Schnittstellenkomponenten entlang der Wagenkastenlängsrichtung
ineinander gesteckt werden bzw. sind.
[0014] In der beschriebenen Weise wird vorzugsweise eine Vielzahl an (mindestens drei) Behältern
im Voutenbereich angeordnet. Vorzugsweise werden die Behälter mittels steckbarer Schnittstellenkomponenten
entlang der Wagenkastenlängsrichtung ineinander gesteckt.
[0015] Besonders bevorzugt stehen die Schnittstellen der hintereinander angeordneten Behälter
miteinander in Verbindung und bilden eine Datenverbindung, insbesondere einen Datenbus,
der sich entlang der Wagenkastenlängsrichtung durch die Behälter hindurch erstreckt.
[0016] Vorzugsweise ist jeder der Behälter mit zwei Schnittstellenkomponenten ausgestattet,
wobei eine der beiden Schnittstellenkomponenten an einer - in Wagenkastenlängsrichtung
gesehen - vorderen Seitenwand des Behälters angeordnet ist und die jeweils andere
Schnittstellenkomponente an der - in Wagenkastenlängsrichtung gesehen - hinteren Seitenwand
angeordnet ist. Die Positionierung der Schnittstellenkomponenten an der vorderen Seitenwand
eines jeden Behälters sowie an der hinteren Seitenwand eines jeden Behälters ist vorzugsweise
identisch, so dass die Schnittstellenkomponenten ohne besondere Justage ineinander
greifen können, wenn die Behälter aufeinander zugeschoben werden.
[0017] Bevorzugt sind bei jedem Behälter jeweils die an den beiden - in Wagenkastenlängsrichtung
gesehen - gegenüberliegenden Seitenwänden des jeweiligen Behälters vorgesehenen Schnittstellenkomponenten
miteinander verbunden, so dass innerhalb des Behälters eine durchgehende Datenverbindung,
insbesondere ein durchgängiger Datenbus, gebildet wird. Durch Zusammenstecken von
Schnittstellenkomponenten mehrerer Behälter in Wagenkastenlängsrichtung hintereinander
lässt sich somit - wie bereits oben erwähnt - eine Datenverbindung, insbesondere ein
Datenbus, bilden, der sich durch alle Behälter hindurch entlang der Wagenkastenlängsrichtung
erstreckt.
[0018] Auch wird es als vorteilhaft angesehen, wenn der oder die Behälter um eine Schwenkachse
oder Schwenkwelle schwenkbar und/oder verschiebbar gelagert sind.
[0019] Im Falle einer Schwenkbarkeit und Verschiebbarkeit der Behälter um dieselbe Schwenkachse
oder Schwenkwelle wird in einfacher Weise ein Zugriff auf jeden individuellen Behälter
möglich, indem der jeweilige Behälter - ausgehend von einer nach oben geklappten Fahrtposition
aus - durch Verschieben entlang der Wagenkastenlängsrichtung bzw. entlang der Schwenkachse
oder Schwenkwelle zunächst von den benachbarten Behältern und deren Schnittstellen
getrennt und nachfolgend nach unten geschwenkt wird. Nach erfolgtem Zugriff, beispielsweise
zu Wartungs- und/oder Reparaturzwecken, kann der Behälter wieder - durch Schwenken
um die Schwenkachse oder Schwenkwelle - nach oben zurückgeklappt werden und durch
Schieben entlang der Schwenkachse oder Schwenkwelle mit den benachbarten Behältern,
insbesondere deren Schnittstellenkomponenten, verbunden werden, so dass er wieder
in die Fahrtposition gelangt.
[0020] Bei den Schnittstellen zwischen den Behältern kann es sich beispielsweise um elektrische,
optische und/oder pneumatische Schnittstellen handeln.
[0021] Alternativ oder zusätzlich zu einer Datenverbindung, die sich in Wagenkastenlängsrichtung
durch die Behälter hindurch erstreckt, kann darüber hinaus auch vorgesehen sein, dass
der oder die Behälter an einen externen Datenbus angeschlossen sind, der sich im Voutenbereich
in Wagenkastenlängsrichtung außerhalb des oder der Behälter erstreckt.
[0022] Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf ein Schienenfahrzeug mit einem Schienenfahrzeugwagenkasten,
wie er oben beschrieben worden ist. Bezüglich der Vorteile des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugs
sei auf die obigen Ausführungen verwiesen.
[0023] Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf ein Verfahren zum Herstellen eines
Schienenfahrzeugs, bei dem im Schienenfahrzeugwagenkasten zumindest ein Behälter,
in dem mindestes eine Schienenfahrzeugkomponente untergebracht ist, installiert wird.
[0024] Erfindungsgemäß ist diesbezüglich vorgesehen, dass der Behälter im Übergangsbereich
zwischen einer Seitenwand des Schienenfahrzeugwagenkastens und dem Wagenkastendach
angeordnet wird.
[0025] Hinsichtlich der Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sei auf die obigen Ausführungen
im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkasten verwiesen, da
die Vorteile des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkastens denen des erfindungsgemäßen
Verfahrens im Wesentlichen entsprechen.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert;
dabei zeigen beispielhaft
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkasten,
in dessen Voutenbereich zwei oder mehr Behälter, in denen jeweils mindestens eine
Schienenfahrzeugkomponente untergebracht ist, in Wagenkastenlängsrichtung hintereinander
angeordnet sind,
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkasten,
bei dem die Behälter schwenkbar gehalten sind,
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkasten,
bei dem eine Behälterunterseite eines im Voutenbereich des Schienenfahrzeugwagenkastens
befindlichen Behälters durch eine zusätzliche Verkleidungswand verkleidet ist,
- Figur 4
- ein viertes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugwagenkasten,
in dessen Voutenbereich zumindest ein Behälter, der mit mindestens einer Schienenfahrzeugkomponente
ausgestattet ist, sowie ein zusätzlicher Datenbus angeordnet sind, wobei der Datenbus
außerhalb des Behälters verläuft, und
- Figur 5
- ein fünftes Ausführungsbeispiel für einen Schienenfahrzeugwagenkasten, in dessen Voutenbereich
ein oder mehrere Behälter angeordnet sind, wobei eine Datenverbindung zwischen den
Schienenfahrzeugkomponenten der Behälter ausschließlich über eine externe Datenverbindung
erfolgt.
[0027] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten
stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0028] Die Figur 1 zeigt einen Abschnitt eines Schienenfahrzeugwagenkastens 10 eines nicht
weiter dargestellten Schienenfahrzeugs. Von dem Schienenfahrzeugwagenkasten 10 erkennt
man eine Seitenwand 20 sowie ein Wagenkastendach 30. Der Übergangsbereich zwischen
der Seitenwand 20 und dem Wagenkastendach 30 ist mit dem Bezugszeichen 40 bezeichnet;
dieser Übergangsbereich wird nachfolgend auch als Voutenbereich 40 bezeichnet.
[0029] Es lässt sich erkennen, dass im Voutenbereich 40 des Schienenfahrzeugwagenkastens
10 ein Behälter 50 angeordnet ist, dessen Formgestaltung an die Innenkontur des Voutenbereichs
40 angepasst ist und der mit seiner Rückseite der Seitenwand 20 und mit seiner Oberseite
dem Wagenkastendach 30 zugewandt ist. Der Behälter 50 umfasst zwei Schienenfahrzeugkomponenten
60 und 70, die mit einer Schnittstellenkomponente 80 verbunden sind. Zusätzlich können
die beiden Schienenfahrzeugkomponenten 60 und 70 auch unmittelbar miteinander verbunden
sein.
[0030] Bei den Schienenfahrzeugkomponenten 60 und 70 handelt es sich vorzugsweise um elektrische
Schienenfahrzeugkomponenten, die den Fahrbetrieb des Schienenfahrzeugs aufrechterhalten
oder den Fahrbetrieb des Schienenfahrzeugs unterstützen. Bei den Schienenfahrzeugkomponenten
60 und 70 kann es sich beispielsweise um Komponenten eines Fahrgastinformationssystems,
eine Haltepunktanzeige, einen Lautsprechers oder eine Lautsprecheransteuerungseinrichtung,
eine Kamera oder Kameraansteuerungseinrichtung oder eine Speichereinrichtung, insbesondere
zum Speichern von Kamerabildern, handeln.
[0031] Bei den Schienenfahrzeugkomponenten 60 und 70 muss es sich nicht zwangsläufig um
elektrische Komponenten handeln, stattdessen kann es sich auch um optische oder pneumatische
oder andersartige Schienenfahrzeugkomponenten handeln.
[0032] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 ist die Schnittstellenkomponente 80 an
einer bezüglich der Bildebene in Figur 1 vorderen, parallel zur Bildebene in Figur
1 liegenden Seitenwand 51 des Behälters 50 angeordnet. Diese Positionierung der Schnittstellenkomponente
80 ermöglicht es, diese mit einer Schnittstellenkomponente eines anderen Behälters,
der räumlich oberhalb der Bildebene der Figur 1 angeordnet wird, durch Zusammenstecken
entlang der Wagenkastenlängsrichtung des Schienenfahrzeugwagenkastens 10 zu verbinden.
Mit anderen Worten ist es aufgrund der Positionierung der Schnittstellenkomponente
80 also möglich, eine Verbindung zwischen entlang der Wagenkastenlängsrichtung hintereinander
angeordneten Behältern, die im Voutenbereich 40 angeordnet sind, herzustellen, indem
die Behälter 50 entlang der Wagenkastenlängsrichtung aufeinander zu geschoben bzw.
bewegt und die Schnittstellenkomponenten 80 ineinander gesteckt werden.
[0033] Um ein Zusammenstecken der Schnittstellenkomponenten 80 mehrerer Behälter 50 entlang
der Wagenkastenlängsrichtung zu ermöglichen, ist jeder der Behälter 50 vorzugsweise
mit zwei Schnittstellenkomponenten 80 ausgestattet, wobei eine der beiden Schnittstellenkomponenten
80, wie in Figur 1 gezeigt, an der vorderen Seitenwand 51 des Behälters 50 angeordnet
ist und die jeweils andere Schnittstellenkomponente an der hinteren Seitenwand, die
in der Figur 1 nicht erkennbar ist und von der vorderen Seitenwand 51 verdeckt wird,
angeordnet ist. Um ein Zusammenstecken mehrerer Behälter 50 hintereinander zu vereinfachen
bzw. zu ermöglichen, ist die Positionierung der Schnittstellenkomponenten an der vorderen
Seitenwand 51 des Behälters 50 sowie an der hinteren Seitenwand des Behälters 50 vorzugsweise
identisch, so dass die Schnittstellenkomponenten ineinander greifen können, wenn die
Behälter aufeinander zu geschoben werden.
[0034] Im Übrigen wird es als vorteilhaft angesehen, wenn bei jedem Behälter 50 jeweils
die an der vorderen Seitenwand 51 des Behälters 50 vorgesehene Schnittstellenkomponente
80 mit der an der entlang der Wagenkastenlängsrichtung gesehen hinteren Seitenwand
desselben Behälters 50 vorhandenen Schnittstellenkomponente verbunden ist, so dass
innerhalb des Behälters 50 eine durchgehende Datenverbindung, insbesondere ein durchgängiger
Datenbus, gebildet wird. Durch Zusammenstecken von Schnittstellenkomponenten mehrerer
Behälter 50 in Wagenkastenlängsrichtung hintereinander lässt sich somit eine Datenverbindung,
insbesondere ein Datenbus bilden, der sich durch die Behälter 50 hindurch entlang
der Wagenkastenlängsrichtung erstreckt.
[0035] Je nach den in den Behältern 50 vorhandenen Schienenfahrzeugkomponenten handelt es
sich bei der Schnittstelle, die durch die Schnittstellenkomponenten 80 gebildet wird,
vorzugsweise um eine elektrische und/oder optische und/oder pneumatische Schnittstelle.
[0036] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 bilden die Behälterunterseite 52 des Behälters
50 und die Behältervorderseite 53 des Behälters 50 eine Innenverkleidung 11 des Schienenfahrzeugwagenkastens
10, durch die der Voutenbereich 40 optisch verkleidet wird.
[0037] Die Figur 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel für einen Schienenfahrzeugwagenkasten
10, dessen Voutenbereich 40 mit einem oder mehreren Behältern 50, die in Wagenkastenlängsrichtung
hintereinander angeordnet sind, ausgestattet ist. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 1 sind die Behälter 50 im Voutenbereich 40 um eine Schwenkachse 100 bzw.
Schwenkwelle schwenkbar gelagert, so dass die Behälter 50 gemeinsam oder jeweils einzeln
für sich, nachdem sie in Wagenkastenlängsrichtung durch Auseinanderziehen voneinander
getrennt worden sind, entlang der Pfeilrichtung P nach unten geklappt werden können.
[0038] Durch ein Nachuntenklappen der Behälter 50 wird ein Zugriff auf die im Inneren des
Behälters 50 befindlichen Schienenfahrzeugkomponenten 60 und 70, beispielsweise zu
Wartungs- oder Reparaturzwecken, erheblich vereinfacht.
[0039] Um einen individuellen Zugriff auf jeden einzelnen Behälter 50 zu ermöglichen, sind
die Behälter 50 nicht nur um die Schwenkachse 100 schwenkbar gelagert, sondern vorzugsweise
auch entlang der Schwenkachse 100, also senkrecht zur Bildebene bzw. entlang der Fahrzeugwagenkastenlängsrichtung
auf der Schwenkachse 100 verschiebbar gelagert, so dass ein Zugriff auf einen individuellen
Behälter 50 dadurch ermöglicht wird, dass die Behälter 50 durch Verschieben entlang
der Wagenkastenlängsrichtung bzw. entlang der Schwenkachse 100 voneinander getrennt
werden und erst nachfolgend ein Nachuntenschwenken des ausgewählten Behälters 50 entlang
der Pfeilrichtung P erfolgt.
[0040] Die Figur 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel für einen Schienenfahrzeugwagenkasten
10, in dessen Voutenbereich 40 ein oder mehrere Behälter 50 in Wagenkastenlängsrichtung
miteinander verbunden angeordnet sind. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäß
den Figuren 1 und 2 bildet die Behälterunterseite 52 des Behälters 50 keine Innenverkleidung
des Schienenfahrzeugwagenkastens 10, da sie von einer zusätzlichen Verkleidungswand
120 vom Innenraum des Schienenfahrzeugwagenkastens getrennt wird. Ein Montieren des
Behälters 50 im Voutenbereich 40 erfolgt bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3
also vorzugsweise durch ein Einschieben des jeweiligen Behälters 50 entlang der Pfeilrichtung
P1 vom Mittenbereich des Wagenkastens 10 in Richtung des Voutenbereichs 40.
[0041] Die Figur 4 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel für einen Schienenfahrzeugwagenkasten,
in dessen Voutenbereich 40 ein oder mehrere Behälter 50 in Wagenkastenlängsrichtung
hintereinander angeordnet sind. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 ist im Voutenbereich
40 ein zusätzlicher externer Datenbus 300 angeordnet, an den die Schienenfahrzeugkomponenten
60 und 70 des Behälters 50 angeschlossen sind. Ein solches Anschließen kann beispielsweise
durch ein Aufstecken von Steckern auf den Datenbus 300 erfolgen.
[0042] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 sind also zwei Arten von Datenverbindungen
vorhanden, die sich in Wagenkastenlängsrichtung erstrecken. Eine Datenverbindung beruht
auf den Schnittstellenkomponenten 80, die an den Seitenwänden 51 der Behälter 50 angeordnet
sind und durch Aufstecken miteinander verbunden sind; diese Datenverbindung erstreckt
sich durch die Behälter 50 hindurch. Die andere Datenverbindung, die durch den externen
Datenbus 300 gebildet wird, erstreckt sich im Voutenbereich 40 außerhalb der Behälter
50.
[0043] Die Figur 5 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel für einen Schienenfahrzeugwagenkasten
10, in dessen Voutenbereich 40 ein oder mehrere Behälter 50 angeordnet sind. Bei dem
Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5 sind im Bereich der Seitenwände des Behälters 50
keine Schnittstellenkomponenten vorhanden; eine Datenverbindung zwischen den Schienenfahrzeugkomponenten
60 und 70 des Behälters 50 erfolgt ausschließlich über einen externen Datenbus 300,
der im Voutenbereich 40 des Schienenfahrzeugwagenkastens angeordnet ist. Im Übrigen
gelten die obigen Ausführungen im Zusammenhang mit dem Datenbus 300 gemäß Figur 4
entsprechend, so dass auf die obigen Ausführungen verwiesen sei.
1. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) mit zumindest einem Behälter (50), in dem mindestens
eine Schienenfahrzeugkomponente (60, 70) untergebracht ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter (50) im Voutenbereich (40) des Schienenfahrzeugwagenkastens (10) angeordnet
ist.
2. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Voutenbereich (40) zumindest zwei Behälter (50) in Wagenkastenlängsrichtung hintereinander
angeordnet und über eine Schnittstelle miteinander verbunden sind.
3. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schnittstelle derart ausgestaltet ist, dass sie sich durch Verschieben der Behälter
(50) in Wagenkastenlängsrichtung trennen oder verbinden lässt.
4. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Schnittstelle durch eine Schnittstellenkomponente (80) des einen Behälters (50)
und eine Schnittstellenkomponente (80) des anderen Behälters (50) gebildet ist,
- wobei die Schnittstellenkomponenten (80) entlang der Wagenkastenlängsrichtung ineinander
steckbar sind.
5. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens drei Behälter (50) im Voutenbereich (40) in Wagenkastenlängsrichtung hintereinander
angeordnet sind und mittels steckbarer Schnittstellenkomponenten (80) entlang der
Wagenkastenlängsrichtung ineinander gesteckt sind.
6. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche 2-5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schnittstellen der hintereinander angeordneten Behälter (50) miteinander in Verbindung
stehen und eine Datenverbindung, insbesondere einen Datenbus (300) bilden, der sich
entlang der Wagenkastenlängsrichtung durch die Behälter (50) hindurch erstreckt.
7. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter (50) um eine Schwenkachse (100) oder Schwenkwelle schwenkbar und/oder
auf einer Schwenkachse (100) oder Schwenkwelle verschiebbar gelagert ist.
8. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter (50) um die Schwenkachse (100) oder Schwenkwelle sowohl schwenkbar als
auch verschiebbar ist und - ausgehend von einer nach oben geklappten Fahrtposition
aus - durch Verschieben entlang der Wagenkastenlängsrichtung bzw. entlang der Schwenkachse
(100) oder Schwenkwelle zunächst von benachbarten Behältern (50) getrennt und nachfolgend
nach unten geschwenkt werden kann und - durch Schwenken um die Schwenkachse (100)
oder Schwenkwelle nach oben - zurückgeklappt werden und durch Schieben entlang der
Schwenkachse (100) oder Schwenkwelle mit den benachbarten Behältern (50) wieder verbunden
werden kann.
9. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die dem Wageninneren zugewandte Behälterunterseite (52) und die dem Wageninneren zugewandte
Behältervorderseite (53) einen Abschnitt der Innenverkleidung (11) des Wagenkastens
(10) bilden.
10. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schienenfahrzeugkomponente (60, 70) eine den Fahrbetrieb aufrechterhaltende oder
den Fahrbetrieb unterstützende Fahrbetriebskomponente des Schienenfahrzeugs bildet.
11. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schienenfahrzeugkomponente (60, 70) eine Komponente eines Fahrgastinformationssystems,
eine Haltpunktanzeige, einen Lautsprecher oder eine Lautsprecheransteuerungskomponente,
eine Kamera oder Kameraansteuerungskomponente, oder eine Speichereinrichtung, insbesondere
zum Speichern von Kamerabildern bildet.
12. Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der oder die Behälter (50) an einen Datenbus (300) angeschlossen sind, der sich im
Voutenbereich (40) in Wagenkastenlängsrichtung außerhalb des oder der Behälter (50)
erstreckt.
13. Schienenfahrzeug mit einem Schienenfahrzeugwagenkasten (10) nach einem der voranstehenden
Ansprüche.
14. Verfahren zum Herstellen eines Schienenfahrzeugs, bei dem im Schienenfahrzeugwagenkasten
(10) zumindest ein Behälter (50), in dem mindestens eine Schienenfahrzeugkomponente
(60, 70) untergebracht ist, installiert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter (50) im Übergangsbereich zwischen einer Seitenwand (20) des Schienenfahrzeugwagenkastens
(10) und dem Wagenkastendach (30) angeordnet wird.