[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Nassbehandeln, vorzugsweise Waschen, von
Wäsche gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die Nassbehandlung von Wäschestücken erfolgt üblicherweise durch Waschen, Spülen
und gegebenenfalls mindestens einer Nachbehandlung. Bei einer Art der Nachbehandlung
kann es sich um eine Neutralisation handeln.
[0003] Die Neutralisation der gewaschenen Wäschestücke ist erforderlich, wenn beispielsweise
aufgrund von beim Waschen verwendeten Behandlungszusätzen, beispielsweise Waschmitteln,
sich in der Waschflüssigkeit ein saurer oder basischer pH-Wert einstellt. Beim auf
das Waschen folgende Spülen lässt sich die saure oder basische Behandlungsflüssigkeit
nicht vollständig entfernen. Das gilt insbesondere für die in den Wäschestücken gebundene
Behandlungsflüssigkeit, die sogenannte gebundene Flotte. Um die gebundene Behandlungsflüssigkeit
nach dem Spülen zu neutralisieren, wird bisher so vorgegangen, dass man Neutralisationsmittel
in geschätzter Menge oder aufgrund von Erfahrungswerten einsetzt. In der Regel erfolgt
eine Überdosierung der Neutralisationsmittel. Dabei kommt es zu einem Umschlagen des
pH-Werts von einem sauren in ein basisches Milieu oder umgekehrt, so dass keine ausreichende
Neutralisation mehr erfolgt. Außerdem führt eine Überdosierung der Neutralisationsmittel
zu Umweltbelastungen und unnötig hohen Kosten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Nassbehandeln von Wäschestücken
zu schaffen, das mit einer möglichst geringen Menge an Neutralisationsmitteln zu einer
vollständigen oder zumindest nahezu vollständigen Neutralisation führt.
[0005] Ein zur Lösung dieser Aufgabe dienendes Verfahren weist die Maßnahmen des Anspruchs
1 auf. Demnach ist vorgesehen, von der der Wäsche nach dem Spülen zugeführten Flüssigkeit
mindestens eine Probe zu entnehmen. Die Probe wird filtriert und erst dann der pH-Wert
der filtrierten Probe gemessen. Wenn sich bei der Messung ein saurer oder basischer
pH-Wert ergibt, wird gezielt Neutralisationsmittel der Flüssigkeit zugegeben. Auf
diese Weise kann der pH-Wert der Flüssigkeit der Wäsche nach dem Spülen gezielt auf
einen neutralen pH-Wert eingestellt werden. Vorzugsweise kann mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren eine Regelung des pH-Werts der Flüssigkeit dahingehend erfolgen, dass sich
eine pH-neutrale oder im Wesentlichen ph-neutrale Flüssigkeit ergibt.
[0006] Bevorzugt ist es verfahrensgemäß vorgesehen, wiederholt Proben von der den Wäschestücken
nach dem Spülen zugeführten Flüssigkeit zu nehmen. Dabei wird auch jede Probe zunächst
gefiltert und dann von der gefilterten Probe der pH-Wert jeder Probe ermittelt. Es
lässt sich durch Vergleich mehrerer Proben die Veränderung des pH-Werts ermitteln.
Insbesondere lässt sich so feststellen, wie sich der pH-Wert aufgrund des hinzugegebenen
Neutralisationsmittels verändert. Die Einstellung des pH-Werts bzw. die Neutralisierung
der der Wäsche nach dem Spülen zugegebenen Flüssigkeit lässt sich so nach und nach
vorzugsweise iterativ einstellen bzw. einregeln. Es werden bevorzugt immer nur kleine
Mengen Neutralisationsmittel der Flüssigkeit hinzugefügt, und zwar solange, bis sich
anhand der nachfolgend gemessenen Proben sich ein auf eine vollständige oder nahezu
vollständige Neutralisation hindeutender neutraler pH-Wert einstellt. Überdosierungen
des Neutralisationsmittels oder sogar ein Umschlagen des pH-Werts von einem sauren
pH-Wert in einen basischen oder umgekehrt werden so wirksam vermieden.
[0007] Eine vorteilhafte Weiterbildung des Verfahrens sieht es vor, dass erst bei sich nicht
oder nicht signifikant änderndem pH-Wert mindestens zweier aufeinanderfolgender Proben
mit der gezielten Zugabe von mindestens einem Neutralisationsmittel begonnen wird.
Auf diese Weise beginnt die Neutralisation erst dann, wenn die vom Spülvorgang verschleppte,
in der Wäsche noch gebundene Spülflüssigkeit sich mit der nach dem Spülen der Wäsche
zugeführten Flüssigkeit ausreichend vermischt hat, so dass die von der Flüssigkeit
genommene Probe dem tatsächlichen pH-Wert der Flüssigkeit mit der noch in den Wäschestücken
gebundenen Spülflüssigkeit entspricht. Dann bietet der gemessene pH-Wert der Flüssigkeit
mit der darin vermischten gebundenen Spülflüssigkeit aus der Wäsche einen verlässlichen
Wert für die anschließend beginnende Neutralisation. Während die Neutralisation erfolgt,
wird durch weitere fortlaufende Entnahme von Proben der Flüssigkeit ermittelt, wie
weit die Neutralisation fortgeschritten ist und die Zugabe von weiterem Neutralisationsmittel
beendet, wenn ein neutraler pH-Wert gemessen worden ist.
[0008] Beim vorteilhaften Verfahren erfolgt eine Filtration der Proben, und zwar vorzugsweise
sämtlicher Proben der Flüssigkeit, vor den pH-Wert Messungen. Bei der Filtration handelt
es sich bevorzugt um eine Feinfiltration oder auch Mikrofiltration. Gegebenenfalls
kann auch eine Feinstfiltration erfolgen. Indem zumindest die Proben fein- oder feinstgefiltert
werden, erfolgt eine Entfernung von möglicherweise die pH-Wert-Messung beeinflussenden
Bestandteilen aus der Probe. Die gefilterte Probe lässt so eine genaue pH-Wert-Messung
zu. Vor allem wird verhindert, dass Begleitstoffe in den Proben die Messtechnik bzw.
Messapparatur oder Messsensoren negativ beeinträchtigen und das Messergebnis verfälschen
könnten.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens erfolgt die Entnahme von Proben
der nach dem Spülen der Wäsche zugegebenen Flüssigkeit über einen Bypass. Es wird
durch den Bypass vorzugsweise kontinuierlich eine kleine Menge Probenflüssigkeit,
insbesondere ein kleiner Messvolumenstrom, entnommen. Der Bypass ermöglicht die kontinuierliche
Probenentnahme.
[0010] Bevorzugt ist es vorgesehen, nach dem Zudosieren vorzugsweise kleiner Mengen mindestens
eines Neutralisationsmittels zu den der Wäsche nach dem Spülen zugeführten Flüssigkeit
wiederholt Proben von der Flüssigkeit samt dem dieser schon zugesetzten Neutralisationsmittel
zu nehmen. Auch diese Proben werden gefiltert, insbesondere feingefiltert, bevor ihr
pH-Wert gemessen wird. Ergibt die pH-Wert-Messung der zuletzt genommenen Probe immer
noch einen sauren oder basischen pH-Wert, also noch keine vollständige Neutralisation,
werden weiterhin kleine Mengen Neutralisationsmittel der Flüssigkeit zugegeben und
danach mindestens eine weitere pH-Wert-Messung durchgeführt. Erst wenn die pH-Wert-Messung
der letzten Probe ergeben hat, dass die Neutralisation erfolgt ist oder die Flüssigkeit
im Wesentlichen auf einen neutralen pH-Wert eingestellt worden ist, wird der Neutralisationsvorgang
beendet und auch keine weiteren Proben mehr entnommen. Es erfolgt so eine stufenweise,
regelbare, vorzugsweise automatisch geregelte, Neutralisation.
[0011] Bevorzugt ist es verfahrensgemäß vorgesehen, dass als nach dem Spülen der Wäsche
zugegebene Flüssigkeit entweder Frischwasser und/oder zurückgeführtes Wasser verwendet
wird. Beim zurückgeführten Wasser handelt es sich zum Beispiel um Wasser, das bei
der im Anschluss an die Neutralisation erfolgenden Entwässerung der Wäsche anfällt,
nämlich sogenanntes Pressenwasser oder auch Entwässerungsflüssigkeit. Diese enthält
bereits neutralisiertes Wasser oder neutralisierte Flüssigkeit, die auch verwendet
werden kann, um nach dem Spülen der Wäsche die in derselben noch vorhandene saure
oder basische Spülflüssigkeit zu verdünnen und anschließend zu neutralisieren. Es
ist auch denkbar, nach dem Spülen und vor Beginn des Neutralisationsvorgangs der Wäsche
sowohl Frischwasser als auch rückgeführtes Wasser oder rückgeführte Flüssigkeit zuzugeben.
Hierdurch kann der Frischwasserbedarf zum Neutralisieren zumindest verringert werden.
[0012] Eine andere bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens sieht es vor, die Entnahme von
Proben und/oder die Zudosierung von mindestens einem Neutralisationsmittel bei in
der Flüssigkeit bewegter Wäsche vorzunehmen. Die in der Wäsche gebundene Spülflüssigkeit
wird so von der nach dem Spülen zugegebenen Flüssigkeit, insbesondere pH-neutralen
Flüssigkeit, aus der Wäsche ausgespült und mit der nach dem Spülen zugegebenen Flüssigkeit
vermischt. Dabei findet ein Verdünnen der gebundenen Spülflüssigkeit mit der um ein
vielfach größeres Volumen aufweisenden zugegebenen pH-neutralen Flüssigkeit statt.
Die mit der noch sauren oder basischen gebundenen Spülflüssigkeit vermischte zugegebene
pH-neutrale Flüssigkeit kann dann wirksam neutralisiert werden.
[0013] Weiterhin ist es bevorzugt vorgesehen, die Wäsche in einer Durchlaufwaschmaschine
mit einer aufeinanderfolgende Kammern aufweisenden, drehend antreibbaren Trommel zu
waschen, zu spülen und zu neutralisieren. In der auch beim Neutralisieren drehend
angetriebenen Trommel findet eine Bewegung oder eine Vermischung der ph-neutralen
Flüssigkeit mit der Wäsche und der darin enthaltenen gebundenen Spülflüssigkeit statt.
[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist es vorgesehen,
aus derjenigen Kammer der Durchlaufwaschmaschine, in der auch die Neutralisation der
Wäsche durchgeführt wird, vorzugsweise einer dieser Kammer zugeordneten stillstehenden
Außentrommel, die Proben zu entnehmen. Das geschieht bevorzugt durch eine Bypassleitung.
Die Bypassleitung ermöglicht eine kontinuierliche Entnahme eines Messvolumenstroms,
nämlich einer relativ kleinen Menge Probenflüssigkeit. Indem die Neutralisation in
mindestens einer eigenen Kammer der Durchlaufwaschmaschine erfolgt, wobei die Trommel
während der Neutralisation genauso drehend angetrieben wird wie beim Waschen und Spülen
der Wäschestücke, kommt es bei der Neutralisation zu einer intensiven Bewegung und
Vermischung der Wäsche in der zu neutralisierenden Flüssigkeit. Bevorzugt wird auch
bei der Neutralisation die Wäsche in der Flüssigkeit durch einen drehenden Antrieb
der Trommel der Durchlaufwaschmaschine herbeigeführt. Dabei dreht sich die mindestens
eine Kammer zur Durchführung der Neutralisation der Wäsche genauso wie die übrigen
Kammern zum Waschen und Spülen der Wäsche. Auch dies trägt zu einer wirksamen Neutralisation
bei, wobei die entnommenen Proben einen repräsentativen pH-Wert aufweisen infolge
der intensiven Durchmischung der nach dem Spülen der Wäsche zugegebenen pH-Wert-neutralen
Flüssigkeit mit der von der Wäsche aus dem Spülvorgang verschleppten, gebundenen Spülflüssigkeit.
[0015] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Durchlaufwaschmaschine mit einer Probenentnahme-
und pW-Wert-Messeinrichtung, und
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch diejenige Kammer der Durchlaufwaschmaschine, in der eine Neutralisation
stattfindet mit der Einrichtung zur Probenentnahme, Filtration und pH-Wert-Messung
der Probe.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend im Zusammenhang mit der Nassbehandlung von Wäsche
in gewerblichen Wäschereien mittels einer Durchlaufwaschmaschine 10 erläutert. In
der Durchlaufwaschmaschine 10 findet ein Waschen, Spülen und Nachbehandeln, insbesondere
Neutralisieren, der Wäsche statt. Bei der Wäsche kann es sich um beliebige Wäschestücke
handeln, und zwar um Flachwäsche, Bekleidungsstücke, insbesondere Berufsbekleidungsstücke,
aber auch Schmutzfangmatten und Ähnliches.
[0017] Die in der Fig. 1 schematisch dargestellte Durchlaufwaschmaschine 10 verfügt über
eine um eine vorzugsweise horizontale Drehachse drehend oder schwenkend (hin- und
hergehend) antreibbare Trommel 11. Die zu waschende Wäsche wird postenweise in Durchlaufrichtung
12 durch die sich drehende oder schwenkende zylindrische Trommel 11 hindurchtransportiert,
und zwar bezogen auf die Darstellung in der Fig. 1 von links nach rechts. In der Trommel
11 sind durch quergerichtete Trennwände 13 mehrere in Durchlaufrichtung 12 aufeinanderfolgende
Kammern 14 gebildet. Die Kammern 14 können gleich groß, aber auch unterschiedlich
groß sein. Die in der Fig. 1 gezeigte Durchlaufwaschmaschine 10 verfügt über dreizehn
aufeinanderfolgende Kammern 14. Die Erfindung ist aber hierauf nicht beschränkt. Die
Erfindung eignet sich auch für Durchlaufwaschmaschinen 10 mit einer größeren oder
kleineren Anzahl von aufeinanderfolgenden Kammern 14.
[0018] Die gezeigte Durchlaufwaschmaschine 10 weist drei in Durchlaufrichtung 12 aufeinanderfolgende
Behandlungszonen auf, und zwar eine Vorwaschzone 15, eine Klarwaschzone 16 und eine
Spülzone 17. In die Spülzone 17 ist eine Neutralisationszone integriert. Die Neutralisationszone
wird bei der hier gezeigten Durchlaufwaschmaschine 10 von einer einzigen Kammer 14
der Durchlaufwaschmaschine 10 gebildet, nämlich einer Neutralisationskammer 18. Bei
der Neutralisationskammer 18 handelt es sich um die in Durchlaufrichtung 12 gesehen
letzte Kammer 14 der Spülzone 17 und auch gleichzeitig die letzte Kammer 14 der Durchlaufwaschmaschine
10.
[0019] Der drehend antreibbaren Trommel 11 der Durchlaufwaschmaschine 10 sind mehrere, stillstehende
und flüssigkeitsundurchlässige Außentrommeln 19 bis 23 zugeordnet. Eine in Durchlaufrichtung
12 gesehen erste Außentrommel 19 befindet sich am Ende der Vorwaschzone 15. Eine zweite
Außentrommel 20 ist am Anfang der Klarwaschzone 16 angeordnet. Außerdem weist die
Klarwaschzone 16 am Ende eine dritte Außentrommel 21 auf. Eine vierte Außentrommel
22 befindet sich am Anfang der Spülzone 17 und eine fünfte (letzte) Außentrommel 23
am Ende der Spülzone 17. Diese Außentrommel 23 ist der Neutralisationskammer 18 am
Ende der Durchlaufwaschmaschine 10 zugeordnet.
[0020] Vor der Trommel 11 befindet sich eine Beladerutsche 24, womit eine Beladung der Durchlaufwaschmaschine
10 erfolgt, indem die Schmutzwäsche über die Beladerutsche 24 in die erste Kammer
14 der Vorwaschzone 15 gelangt. Am Ende der Durchlaufwaschmaschine 10 befindet sich
eine Entladerutsche 25. Über die Entladerutsche 25 verlässt die gewaschene, gespülte
und neutralisierte Wäsche die Neutralisationskammer 18 der Durchlaufwaschmaschine
10. Von der Entladerutsche 25 können die gewaschenen, gespülten und neutralisierten
Wäschestücke mit darin noch gebundener neutralisierter Flüssigkeit, der gebundenen
Flotte, einer Entwässerungseinrichtung, beispielsweise einer Entwässerungspresse oder
einer Zetrifuge, zugeführt werden.
[0021] Von einer tiefsten Stelle der der Neutralisationskammer 18 zugeordneten Außentrommel
23 geht eine Bypassleitung 26 aus. Hierbei handelt es sich um eine Probenentnahmeleitung,
womit vorzugsweise eine kleine Menge bzw. ein kleiner Volumenstrom der Flüssigkeit
(Probenflüssigkeit) der Neutralisationskammer 18 entnommen werden kann. In der Bypassleitung
26 befindet sich eine Pumpe 28. In Strömungsrichtung 27 der von der Pumpe 28 durch
die Bypassleitung 26 gepumpten Probenflüssigkeit folgt auf die Pumpe 28 ein Filter
29. Beim Filter 29 handelt es sich bevorzugt um einen Feinfilter zur Feinfiltration
oder einen Mikrofilter zur Mikrofiltration der Probenflüssigkeit. Es kann sich aber
auch um einen Feinstfilter handeln. Dem Filter 29 ist eine Abfuhrleitung 30 für aus
der Probenflüssigkeit ausgefilterte Substanzen oder Partikel zugeordnet. In Strömungsrichtung
27 der Probenflüssigkeit folgt auf den Filter 29 eine pH-Wert-Messeinrichtung 31.
Es handelt sich dabei um eine solche pH-Wert-Messeinrichtung 31, die den pH-Wert in
der filtrierten Probenflüssigkeit während des Durchflusses derselben durch die pH-Wert-Messeinrichtung
31 ermittelt. Die Bypassleitung 26 wird von der pH-Wert-Messeinrichtung 31 zurückgeführt
zur Außentrommel 23 der Neutralisationskammer 18. Im in Strömungsrichtung 27 der Probenflüssigkeit
sich hinter der pH-Wert-Messeinrichtung 21 befindenden Abschnitt der Bypassleitung
26 ist ein Abzweig 32 zu einer Ablaufleitung 33 vorgesehen. Die Ablaufleitung 33 kann
beispielsweise zu einem Abfluss führen. Durch ein dem Abzweig 32 zugeordnetes Ventil
kann die Probenflüssigkeit nach dem Passieren der pH-Wert-Messeinrichtung 31 wahlweise
zur Neutralisationskammer 18 zurück oder in die Ablaufleitung 33 geleitet werden.
[0022] Der Neutralisationskammer 18 ist eine Zuführung für mindestens ein Neutralisationsmittel
zugeordnet. Außerdem ist eine nicht gezeigte Dosiereinrichtung für das wenigstens
eine Neutralisationsmittel vorgesehen. Die Dosiereinrichtung kann in die pH-Wert-Messeinrichtung
31 integriert sein, und zwar ebenso eine Steuerung für die Menge des zuzudosierenden
Neutralisationsmittels. Bevorzugt findet ein flüssiges Neutralisationsmittel oder
ein in einer Flüssigkeit gelöstes Neutralisationsmittel Verwendung. Dieses kann zusammen
mit dem mindestens einen Neutralisationsmittel und der gemessenen Probenflüssigkeit
über die Bypassleitung 26 der Neutralisationskammer 18 der Durchlaufwaschmaschine
10 zugeführt werden. Es ist aber auch denkbar, mindestens ein Neutralisationsmittel
an einer anderen, nicht gezeigten Stelle der Neutralisationskammer 18 zuzuführen.
Das kann beispielsweise der Fall sein, falls ein festes Neutralisationsmittel verwendet
wird. Dort, wo das Neutralisationsmittel der Neutralisationskammer 18 zugeführt wird,
befindet sich dann auch die Dosiereinrichtung. Die Steuerung kann dann der Dosiereinrichtung
zugeordnet oder in diese integriert sein. Die Steuerung für die Menge der zuzugebenden
Neutralisationsmittel kann sich aber auch woanders befinden, beispielsweise der pH-Wert-Messeinrichtung
31 zugeordnet oder in diese integriert sein.
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und
2 der Zeichnung näher erläutert:
[0024] In der drehend oder schwenkend angetriebenen Trommel 11 der Durchlaufwaschmaschine
10 werden gleichzeitig mehrere Wäscheposten vorgewaschen, klargewaschen, gespült und
in der Neutralisationskammer 18 neutralisiert.
[0025] Der jeweilige Wäscheposten wird von der zweiten (mittleren) Kammer 14 der Spülzone
17 mit der freien und in der Wäsche gebundenen Spülflüssigkeit in die Neutralisationskammer
18 überführt. Es wird dann die freie Spülflüssigkeit aus der Außentrommel 23 der Neutralisationskammer
18 abgelassen, so dass nur noch im Wäscheposten die in der Wäsche desselben gebundene
Spülflüssigkeit (gebundene Flotte) verbleibt. Anschließend wird die Neutralisationskammer
18 mit vorzugsweise pH-neutraler Flüssigkeit aufgefüllt. Hierbei kann es sich um Frischwasser
oder auch zurückgeführtes Wasser oder sonstige zurückgeführte pH-neutrale Flüssigkeit
handeln, beispielsweise Entwässerungsflüssigkeit, die beim an die Neutralisation anschließenden
Entwässern von der Wäsche abgetrennt und in einem nicht gezeigten Speicher zwischengespeichert
worden ist.
[0026] Während in den übrigen Kammern 14 das Vorwaschen, Klarwaschen und Spülen anderer
Wäscheposten erfolgt, wird während des drehenden oder schwenkenden Antriebs der Trommel
11 die Wäsche von der pH-Wert-neutralen Flüssigkeit in der Neutralisationskammer 18
durchspült und dabei die in der Wäsche gebundene Spülflüssigkeit aus der Wäsche mit
der zugeführten pH-Wert-neutralen Flüssigkeit, der Neutralisationsflüssigkeit, durch
die Bewegung der Wäsche in derselben vermischt.
[0027] Sogleich nach der Zufuhr der Flüssigkeit zur Neutralisationskammer 18 wird damit
begonnen, über die Bypassleitung 26 in Strömungsrichtung 27 einen kleinen Teilstrom
der Flüssigkeit als Probenflüssigkeit aus der Neutralisationskammer 18 abzuziehen.
Das erfolgt vorzugsweise kontinuierlich, so dass über die Bypassleitung 26 ständig
Probenflüssigkeit aus der Neutralisationskammer 18 während der in der Neutralisationskammer
18 erfolgenden Bewegung der Wäsche der Flüssigkeit entnommen werden kann.
[0028] Während des anfänglichen Vermischens der gebundenen Spülflüssigkeit in der Wäsche
mit der zugeführten pH-Wert-neutralen Flüssigkeit findet noch keine Neutralisierung
durch Zugabe von Neutralisationsmittel statt. Allerdings wird während der Vermischung
der zugeführten pH-Wert-neutralen Flüssigkeit mit der gebundenen Spülflüssigkeit ohne
Zugabe von Neutralisationsmittel der laufende, vorzugsweise in regelmäßigen Zeitabständen,
pH-Wert der Probenflüssigkeit ermittelt. Mit zunehmender Vermischung der ursprünglich
pH-Wert-neutralen zugeführten Flüssigkeit mit der in der Wäsche gebundenen Spülflüssigkeit
stellt sich mit fortschreitender Dauer der Bewegung der Wäsche in der zugeführten
Flüssigkeit ein konstanter pH-Wert in den Proben der Probenflüssigkeit ein. Sobald
das der Fall ist, also der laufend gemessene pH-Wert der Probenflüssigkeit sich nicht
mehr oder nicht mehr signifikant verändert, beginnt der Neutralisationsvorgang.
[0029] In Abhängigkeit vom gemessenen pH-Wert der mit der Flüssigkeit vermischten gebundenen
Spülflüssigkeit, nämlich der Probenflüssigkeit, wird sukzessive, vorzugsweise in kleinen
Mengen, entsprechendes Neutralisationsmittel der mit der gebundenen Spülflüssigkeit
vermengten Flüssigkeit der Neutralisationskammer 18 zugeführt. Hierbei wird kontinuierlich
der sich durch die Zufuhr kleiner Mengen von Neutralisationsmittel ändernder pH-Wert
in der Probenflüssigkeit gemessen. Die Zugabe kleiner Mengen von Neutralisationsmittel
wird fortgesetzt, bis die Messung ergibt, dass die Probenflüssigkeit einen neutralen
oder nahezu neutralen pH-Wert aufweist, also die Neutralisation der Flüssigkeit in
der Neutralisationskammer 18 abgeschlossen ist.
[0030] Es ist denkbar, dass kurz vor dem Ende des Neutralisationsvorgangs die Intervalle
der Zufuhr von Neutralisationsmittel verändert, vorzugsweise vergrößert, werden und/oder
die Menge des mindestens einen zugegebenen Neutralisationsmittels verringert wird.
So kann in der Endphase des Neutralisationsvorgangs zuverlässig ermittelt werden,
ob sich ein neutraler pH-Wert beim Durchmischen der Wäsche mit der Flüssigkeit und
dem zugegebenen Neutralisationsmittel eingestellt hat und eine exakte Steuerung oder
Regelung des Neutralisationsvorgangs erfolgt.
[0031] Die Probenflüssigkeit wird von der Pumpe 28 kontinuierlich in Strömungsrichtung 27
durch die Bypassleitung 26 gepumpt. In Strömungsrichtung 27 gesehen hinter der Pumpe
28 durchströmt die Probenflüssigkeit den Filter 29, vorzugsweise Fein- oder Feinstfilter.
In diesem wird die Probenflüssigkeit gefiltert. Es handelt sich hierbei bevorzugt
um eine Feinfiltration, eine Feinstfiltration oder Mikrofiltration. Die vom Filter
29 gefilterte Probenflüssigkeit strömt anschließend in Strömungsrichtung 27 durch
die pH-Wert-Messeinrichtung 31. In dieser werden aufeinanderfolgende Proben der Probenflüssigkeit
hinsichtlich des pH-Werts gemessen. Diese Messung erfolgt in aufeinanderfolgenden
Zeitabständen, vorzugsweise kurz aufeinanderfolgenden Zeitabständen. Die Zeitabstände
können gleich sein, aber auch mit zunehmendem Fortschreiten der Neutralisation länger
werden. Durch die in aufeinanderfolgenden Zeitabständen erfolgende Messung des pH-Werts
der Proben aus der Probenflüssigkeit erfolgt eine quasi kontinuierliche pH-Wert-Messung.
[0032] Die die pH-Wert-Messeinrichtung 31 in Strömungsrichtung 27 verlassende Probenflüssigkeit
kann wahlweise über die Ablaufleitung 33 zu einem Abfluss geführt oder auch über die
Bypassleitung 26 in die Neutralisationskammer 18 zurückgeleitet werden.
[0033] Die Zudosierung des mindestens einen flüssigen oder verflüssigten Neutralisationsmittels
kann im Bereich der pH-Wert-Messeinrichtung 31 erfolgen. Es ist aber auch denkbar,
dass mindestens eine Neutralisationsmittel an irgendeiner anderen geeigneten Stelle
direkt der Neutralisationskammer 18 zuzuführen.
[0034] Die Zugabe des mindestens einen Neutralisationsmittels zur in die Neutralisationskammer
18 zurückgeführten Probenflüssigkeit oder die direkte Zugabe des mindestens einen
Neutralisationsmittels zur Flüssigkeit in der Neutralisationskammer 18 erfolgt durch
eine nicht gezeigte Dosiereinrichtung. Die Dosiereinrichtung wird durch ein entsprechendes
Betätigungsmittel gesteuert oder geregelt, und zwar in Abhängigkeit vom pH-Wert, den
die pH-Wert-Messeinrichtung 31 ermittelt hat. Zu diesem Zweck ist der Dosiereinrichtung
oder auch der pH-Wert-Messeinrichtung 31 eine Steuerung oder Regelung, insbesondere
in Form eines Rechners, zugeordnet.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht nur im Zusammenhang mit der in den Figuren
gezeigten Durchlaufwaschmaschine 10 einsetzbar, sondern mit jeder Durchlaufwaschmaschine
mit beliebigem Aufbau, insbesondere einer beliebigen Anzahl von Kammern 14. Auch ist
das erfindungsgemäße Verfahren einsetzbar mit anderen Waschmaschinen für gewerbliche
Wäschereien, beispielsweise Wasch-Schleudermaschinen.
Bezugszeichenliste:
[0036]
- 10
- Durchlaufwaschmaschine
- 11
- Trommel
- 12
- Durchlaufrichtung
- 13
- Trennwand
- 14
- Kammer
- 15
- Vorwaschzone
- 16
- Klarwaschzone
- 17
- Spülzone
- 18
- Neutralisationskammer
- 19
- Außentrommel
- 20
- Außentrommel
- 21
- Außentrommel
- 22
- Außentrommel
- 23
- Außentrommel
- 24
- Beladerutsche
- 25
- Entladerutsche
- 26
- Bypassleitung
- 27
- Strömungsrichtung
- 28
- Pumpe
- 29
- Filter
- 30
- Abfuhrleitung
- 31
- pH-Wert-Messeinrichtung
- 32
- Abzweig
- 33
- Ablaufleitung
1. Verfahren zum Nassbehandeln, vorzugsweise Waschen, von Wäsche, wobei die Wäsche zunächst
gewaschen und gespült wird und nach dem Spülen eine Neutralisation der Wäsche erfolgt,
indem der Flüssigkeit, in der sich die Wäsche befindet und/oder die in der Wäsche
gebunden ist, erforderlichenfalls Neutralisationsmittel zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass von der Flüssigkeit mindestens eine Probe genommen wird, die Probe filtriert und
wenigstens ein pH-Wert der filtrierten Probe gemessen wird sowie gegebenenfalls aufgrund
des bei der Messung erhaltenen pH-Werts der Flüssigkeit gezielt Neutralisationsmittel
zudosiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wiederholt Proben der Flüssigkeit genommen werden, die Proben jeweils gefiltert und
der pH-Wert jeder gefilterten Probe ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei sich nicht oder nicht signifikant änderndem pH-Wert mindestens zweier aufeinanderfolgender
Proben mit der gezielten Zugabe von mindestens einem Neutralisationsmittel begonnen
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entnahme der Proben vorzugsweise kontinuierlich durch eine Bypassleitung (26)
erfolgt, insbesondere nach dem Zugeben von mindestens einem Neutralisationsmittel
zur Flüssigkeit, in der sich die Wäsche befindet, wiederholt Proben von der Flüssigkeit
samt zugesetztem Neutralisationsmittel genommen, gefiltert, der pH-Wert gemessen und
erforderlichenfalls Neutralisationsmittel zugegeben wird, bis ein neutraler pH-Wert
gemessen worden ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Spülen der Wäsche pH-Wert-neutrale Flüssigkeit zugeführt wird, insbesondere
Frischwasser und/oder rückgeführtes Wasser, vorzugsweise beim auf die Neutralisation
folgenden Entwässern anfallende Entwässerungsflüssigkeit.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entnahme von Proben und/oder die Zudosierung von Neutralisationsmittel bei in
der Flüssigkeit bewegter Wäsche vorgenommen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtration der Proben als Feinfiltration, Mikrofiltration oder Feinstfiltration
durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wäsche in einer Durchlaufwaschmaschine (10) mit einer aufeinanderfolgende Kammer
(14, 18) aufweisenden drehenden oder schwenkenden Trommel (11) gewaschen, gespült
und neutralisiert wird, wobei die Neutralisation nach dem Spülen, bevorzugt im Bereich
einer Spülzone (17) oder im Anschluss an die Spülzone (17), vorzugsweise einer als
Neutralisationskammer (18) ausgebildeten letzten Kammer der Durchlaufwaschmaschine
(10) und/oder der letzten Kammer der Spülzone (17), durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass derjenigen Kammer der Durchlaufwaschmaschine (10), in der die Neutralisation der
Wäsche durchgeführt wird, insbesondere der Neutralisationskammer (18), vorzugsweise
einer stillstehenden Außentrommel (23) derselben, die Proben entnommen werden, bevorzugt
durch eine Bypassleitung (26).
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während der Neutralisation die Wäsche in der Flüssigkeit bewegt wird durch einen
drehenden Antrieb der die Kammern (14, 18) aufweisenden Trommel (11) der Durchlaufwaschmaschine
(10).