Anwendungsgebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auslegen von Warnschwellen auf Strassen
sowie zum Aufnehmen derart verlegter Warnschwellen. Die Vorrichtung umfasst zunächst
eine verfahrbare Transfereinheit zum Umsetzen der Warnschwellen sowie eine Magazineinheit
zur Lagerung von auszulegenden und aufgenommenen Warnschwellen. Zur Vorrichtung gehört
ferner eine Verbindungseinheit, welche einerseits die Transfereinheit stützt und andererseits
an einem Gestell befestigt ist.
Stand der Technik
[0002] Warnschwellen dienen dazu, insbesondere unaufmerksame Verkehrsteilnehmer beim Überfahren
dieser Schwellen rechtzeitig vor nahen Strassenarbeiten zu warnen. In der Regel werden
drei Warnschwellen jeweils ca. 150m vor der Baustelle - vorzugsweise 5m - zueinander
beabstandet quer zur Fahrtrichtung auf die Strasse gelegt und sollen Verkehrsteilnehmer
spürbar warnen, zum Spurwechsel und zur Geschwindigkeitsreduzierung auffordern. Typisch
bestehen die Warnschwellen aus flexiblem Kunststoff und sind z.B. 2m lang, 25cm breit
und 3cm hoch. An den Längsseiten, dem ankommenden Verkehr zugewandt, können Reflektoren
angebracht sein, damit im Scheinwerferlicht schon von weitem eine Warnung erkennbar
wird. Es bedarf keiner Befestigung der Schwellen auf der Strassenoberfläche, da diese
aufgrund ihres Eigengewichts und der flächigen Form auch bei intensivem Verkehr und
Luftbewegung an der ausgelegten Position verbleiben.
[0003] In den
DE 20 2009 001 368 U1 und
DE 20 2011 001 271 U1 wird eine Vorrichtung zur Verlegung von Warnschwellen auf Strassenverkehrswegen offenbart.
Das Fahrzeug mit seinem Anhänger, auf welchem die Vorrichtung installiert ist, fährt
zum Einsatzort, z.B. auf den Standstreifen einer Autobahn. Die im hinteren Bereich
des Anhängers vorhandene Transportrutsche wird aus der Waagrechten abgesenkt, so dass
eine Schräge zum Abgleiten, z.B. von drei miteinander in der Art einer Strickleiter
durch Seile verbundenen Warnschwellen, entsteht. Die auf dem Anhänger installierte
Seilwinde - in Gestalt einer Mehrnutdrahtseilwinde - ist entriegelt, während das Fahrzeug
mit mässiger Geschwindigkeit weiter in Fahrtrichtung rollt, bis der Verbund der Warnschwellen
auf der Strassenoberfläche ausgelegt ist. Beim Aufnehmen der Warnschwellen wird die
Seilwinde in Drehbewegung versetzt, und die Schwellen werden alle gleichzeitig, jedoch
mit unterschiedlicher Geschwindigkeit auf den Anhänger gezogen, da jeweils zwei Zugseile
einer Schwelle auf einer ihrer Position entsprechenden Nut der Seilwinde gespult sind.
Nach Abschluss des Aufnahmevorgangs liegen die Schwellen dicht aneinander auf der
Transportrutsche. Nach Abschalten der Seilwinde wird die Transportrutsche in die Waagerechte
gebracht, und das Fahrzeug kann den Standort wechseln.
[0004] Die niederländische Firma Traf-IQ präsentiert auf http://tsseurope.com-/index.php/de/de-mars
die Vorrichtung M.A.R.S. (Mobile Automatic Roadblock System), welche frontseitig an
einem Fahrzeug installiert ist und mit dem sich eine Warnschwelle auf der Fahrbahn
verlegen und wieder einsammeln lässt. Die Warnschwelle hat mittig eine in Längserstreckung
verlaufende Aussparung, in die über die Vorrichtung absenkbare und drehbare Haltekrallen
eingreifen. Beim Ablegen einer Schwelle hängt diese zunächst der Strassenoberfläche
angenähert auf den Haltekrallen. Nach dem Aufsetzen auf der Strasse - mittels Sensoren
erfasst - werden die Haltekrallen in Längsrichtung der Aussparung geschwenkt und aus
der Aussparung herausgezogen. Die Schwelle ist auf der Fahrbahn abgelegt, und das
Fahrzeug kann weiter fahren. Beim Aufnehmen fahren die Haltekrallen in die Aussparung
ein und werden dann um 90° gedreht, so dass die Warnschwelle von den Haltekrallen
untergriffen wird und angehoben werden kann. Ein Kamerasystem, das in der Fahrerkabine
mit einem Touchscreen kombiniert wird, unterstützt den Fahrer beim Positionieren abzulegender
Schwellen bzw. beim Erfassen aufzunehmender Schwellen.
[0005] Von der niederländischen Firma JD Nederland wird unter http://www.jdnederland.com/jdnederland/producten/andreasstrippen
eine Vorrichtung zum Verlegen und Aufnehmen von Warnschwellen mit daran angeordneten
ferromagnetischen Elementen für Strassen offeriert. Die Vorrichtung ist an der Frontseite
des Kraftfahrzeugs angedockt und umfasst im wesentlichen ein feststehendes, wannenförmiges
Magazin zur Bevorratung mehrerer Schwellen sowie eine vertikal verstellbare und zum
Magazin ein- sowie in die Arbeitsposition ausschwenkbare Transfereinheit zum Ergreifen
der Schwellen. In der Transfereinheit sind Elektromagnete vorgesehen, die man zum
Ergreifen der Schwellen aus dem Magazin bzw. zum Aufnehmen von der Strasse aktiviert
und zum Absetzen auf der Strasse bzw. in das Magazin abschaltet. Der Antrieb der Transfereinheit
bei deren Verstellung erfolgt hydraulisch. Das Handling der Schwellen, d.h. die vorgesehene
Positionierung beim Ablegen auf der Strasse und die Ausrichtung des Fahrzeugs beim
Ergreifen von der Strasse, kann der Fahrer mittels eines Kamerasystems überwachen.
Aufgabe der Erfindung
[0006] Angesichts der bisherigen Unvollkommenheiten an bekannten Vorrichtungen zum Auslegen
von Warnschwellen auf Strassen sowie zum Aufnehmen derart verlegter Warnschwellen
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung vorzuschlagen.
Die zu erzielende Verbesserung soll insbesondere verringerten Materialaufwand, erhöhte
Praktikabilität in der Anwendung der Vorrichtung sowie geringeren Servicebedarf erbringen.
Zudem soll gegenüber dem heutigen Stand der Technik eine Verbesserung der Arbeitssicherheit
für das Bedienpersonal erreicht werden.
Übersicht über die Erfindung
[0007] Die zum Auslegen von Warnschwellen auf Strassen sowie zum Aufnehmen derart verlegter
Warnschwellen geschaffene Vorrichtung umfasst zunächst eine verfahrbare Transfereinheit
mit einem Haltesystem zum Umsetzen der Warnschwellen sowie eine Magazineinheit zur
Lagerung von auszulegenden und aufgenommenen Warnschwellen. Zur Vorrichtung gehört
ferner eine Verbindungseinheit, welche einerseits die Transfereinheit stützt und andererseits
an einem Gestell befestigt ist. Die Magazineinheit ist zwischen einer dem Gestell
angenäherten, eingeschwenkten Position und einer in der Vertikalebene der Transfereinheit
kongruent liegenden ausgeschwenkten Position verstellbar. Die Transfereinheit ist
bei eingeschwenkter Magazineinheit vertikal zwischen einer obersten Position und einer
der Strasse angenäherten untersten Position verstellbar. Bei ausgeschwenkter Magazineinheit
ist die Transfereinheit vertikal zwischen der obersten Position und einer der Magazineinheit
von oben angenäherten Lagerposition verstellbar.
[0008] Die nachfolgenden Merkmale beziehen sich auf spezielle Ausführungen der Erfindung:
Das Haltesystem basiert auf Magnetismus oder Pneumatik.
[0009] Beim auf Magnetismus basierenden Haltesystem besitzt dieses eine Vielzahl von Magneten,
die zum Andocken an die Warnschwelle bestimmt sind, welche eine ferromagnetische Einlage
aufweist. Beim auf Pneumatik basierenden Haltesystem hingegen besitzt dieses eine
Vielzahl von Saugnäpfen, die zum Andocken an die Warnschwelle bestimmt sind. Die Magnete
sind vorzugsweise als Permanentmagnete beschaffen, und die ferromagnetische Einlage
in der Warnschwelle ist entweder einstückig oder besteht aus einer Vielzahl von Einzelelementen.
Die Transfereinheit besitzt einen Boden mit kongruent zu den Magneten liegenden Öffnungen.
Das magnetische Haltesystem mit den Magneten ist um eine achte Achse schwenkbar angeordnet,
um sich zwischen einer Aktivstellung mit den Öffnungen zumindest angenäherter oder
aus den Öffnungen hervorragender Position und einer Passivstellung mit von den Öffnungen
zurückgezogener Position bewegen zu lassen. Die Aktivstellung ist zum magnetischen
Andocken einer Warnschwelle unterhalb des Bodens der Transfereinheit bestimmt, und
die Passivstellung bewirkt das Lösen einer angedockten Warnschwelle.
[0010] Beim auf Pneumatik basierenden Haltesystem besitzt die Transfereinheit einen Boden
mit kongruent zu den Saugnäpfen liegenden Öffnungen. Das pneumatische Haltesystem
mit den Saugnäpfen ist um eine achte Achse schwenkbar angeordnet, um sich zwischen
einer Aktivstellung mit den Öffnungen zumindest angenäherter oder aus den Öffnungen
hervorragender Position und einer Passivstellung mit von den Öffnungen zurückgezogener
Position bewegen zu lassen. In der Aktivstellung sind das pneumatische Andocken einer
Warnschwelle unterhalb des Bodens der Transfereinheit und das Lösen einer angedockten
Warnschwelle realisierbar.
[0011] Die ferromagnetische Einlage ist vorzugsweise in der Warnschwelle eingebettet. Eine
Warnschwelle kann einstückig ausgebildet sein oder lässt sich aus zumindest zwei Schwellensegmenten
form- und/oder kraftschlüssig zusammensetzen.
[0012] Die Magazineinheit ist um eine feststehende fünfte Achse, welche das Gehäuse durchragt,
schwenkbar angelenkt. Die Verbindungseinheit ist mittels eines ersten und eines zweiten
Hebels einerseits auf einer feststehenden ersten Achse und einer feststehenden zweiten
Achse, welche das Gehäuse durchragen, schwenkbar angelenkt. Der erste und der zweite
Hebel sind andererseits auf einer vertikal verstellbaren dritten Achse und einer vertikal
verstellbaren vierten Achse, die beide ein Mittelteil der Verbindungseinheit durchragen,
angelenkt. Mittelteil und Transfereinheit sind in einem Lager miteinander verbunden,
durch welches sich eine siebente Achse erstreckt, um der Transfereinheit ein begrenztes
Verschwenken zwecks Anpassung einer etwaigen Schräglage der Strassenoberfläche quer
zu deren Längserstreckung zu ermöglichen. Das Mittelteil sitzt auf einem Querträger,
unter dem beidseits Pufferelemente angeordnet sind, die bei aus der Horizontalebene
verschwenkter Transfereinheit eine unterschiedlich starke Stauchung in der Höhe von
einem gegendrückenden Gehäuse der Transfereinheit erfahren.
[0013] Vorn an der Transfereinheit sind in der Höhe limitiert bewegliche Stössel angeordnet,
die bei maximal abgesenkter Transfereinheit auf der Strassenoberfläche aufsetzen und
bei Rückwärtsbewegung des die Vorrichtung tragenden Strassenfahrzeugs zum ziehenden
Ausrichten nicht ordnungsgemäss quer zur Längserstreckung der Strassenoberfläche liegender
Warnschwellen bestimmt sind. Zur Abstützung der Transfereinheit beim Aufsetzen auf
der Strasse besitzt die Transfereinheit Ausleger, welche mit Rollen versehen sind,
um über die Strassenoberfläche zu gleiten. Die Vorrichtung hat Andockelemente am Gestell,
die zur lösbaren und gesicherten Verbindung mit einem Andockgebilde am die Vorrichtung
tragenden Strassenfahrzeug bestimmt sind.
[0014] Die einzelnen Magnete innerhalb des magnetischen Haltesystems als auch die einzelnen
Saugnäpfe innerhalb des alternativen pneumatischen Haltesystems sind mit alternierendem
Versatz zu einer theoretischen Mittellinie durch alle Magnete bzw. Saugnäpfe angeordnet,
um die Warnschwelle über ein breiteres Feld von Haftpunkten zu fassen.
Kurzbeschreibung der beigefügten Zeichnungen
[0015] Es zeigen:
- Figur 1
- - Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Auslegen und Aufnehmen von Warnschwellen,
angedockt an einem Strassenfahrzeug, ohne Bestückung mit Warnschwellen, in Perspektivansicht;
- Figur 2A
- - eine Warnschwelle erster Variante, in Perspektivansicht;
- Figur 2B
- - ein Schwellensegment für den Aufbau einer Warnschwelle zweiter Variante, in Perspektivansicht;
- Figur 2C
- - eine Warnschwelle zweiter Variante, bestehend aus zwei miteinander verbundenen Schwellensegmenten gemäss Figur 2B, in
Perspektivansicht;
- Figur 3A
- - die Vorrichtung aus Figur 1, vom Strassenfahrzeug separiert, mit angehobener Transfereinheit
und eingeschwenkter Magazineinheit, in Perspektivansicht von vorne oben;
- Figur 3B
- - die Darstellung gemäss Figur 3A, in Perspektivansicht von vorne unten;
- Figur 3C
- - die Darstellung gemäss Figur 3A, in Perspektivansicht von hinten oben;
- Figur 4A
- - die Vorrichtung gemäss Figur 3A, mit angehobener Transfereinheit und ausgeschwenkter
Magazineinheit, in Perspektivansicht von vorne oben;
- Figur 4B
- - die Darstellung gemäss Figur 4A, in Perspektivansicht von vorne unten;
- Figur 4C
- - die Darstellung gemäss Figur 4C, in Perspektivansicht von hinten oben;
- Figur 5A
- - die Vorrichtung gemäss Figur 3A, mit auf die ausgeschwenkte Magazineinheit abgesenkter
Transfereinheit, in Perspektivansicht von vorne oben;
- Figur 5B
- - die Darstellung gemäss Figur 5A, in Perspektivansicht von vorne unten;
- Figur 5C
- - die Darstellung gemäss Figur 5C, in Perspektivansicht von hinten oben;
- Figur 6A
- - die Vorrichtung gemäss Figur 3A, mit maximal abgesenkter Transfereinheit und eingeschwenkter
Magazineinheit, in Perspektivansicht von vorne oben;
- Figur 6B
- - die Darstellung gemäss Figur 6A, in Perspektivansicht von vorne unten;
- Figur 6C
- - die Darstellung gemäss Figur 6C, in Perspektivansicht von hinten oben;
[0016] Figuren 7A bis 7F: die Vorrichtung beim Auslegen einer Warnschwelle auf eine Strasse,
in fünf Phasen, als Prinzipdarstellungen;
- Figur 7A
- - erste Phase: mit Warnschwellen beladene Magazineinheit in ausgeschwenkter Position, Transfereinheit
ist auf zuoberst liegende Warnschwelle abgesenkt;
- Figur 7B
- - zweite Phase: Transfereinheit mit aufgenommener Warnschwelle ist von Magazineinheit abgehoben;
- Figur 7C
- - die Situation gemäss Figur 7B, als vergrösserte Detailansicht;
- Figur 7D
- - dritte Phase: bei angehobener Transfereinheit mit aufgenommener Warnschwelle ist Magazineinheit
eingeschwenkt;
- Figur 7E
- - vierte Phase: bei eingeschwenkter Magazineinheit ist Transfereinheit zum Ablegen der Warnschwelle
auf der Strasse maximal abgesenkt;
- Figur 7F
- - fünfte Phase: bei eingeschwenkter Magazineinheit ist Transfereinheit auf die Strasse abgesenkt
und die Warnschwelle auf der Strasse, von der Transfereinheit gelöst, abgelegt;
[0017] Figuren 8A bis 8D: die Vorrichtung beim Aufnehmen einer Warnschwelle, in vier Phasen,
als Prinzipdarstellungen;
- Figur 8A
- - erste Phase: bei eingeschwenkter Magazineinheit nimmt maximal abgesenkte Transfereinheit die
Warnschwelle von der Strasse auf;
- Figur 8B
- - zweite Phase: bei weiterhin eingeschwenkter Magazineinheit ist Transfereinheit mit Warnschwelle
angehoben;
- Figur 8C
- - dritte Phase: bei angehobener Transfereinheit mit Warnschwelle ist Magazineinheit ausgeschwenkt;
- Figur 8D
- - vierte Phase: Transfereinheit mit aufgenommener Warnschwelle ist auf ausgeschwenkte Magazineinheit
zum Ablegen der Warnschwelle abgesenkt;
[0018] Figuren 9A bis 9C: die Vorrichtung beim Ausrichten einer schräg auf der Strasse liegenden
Warnschwelle, in zwei Phasen, bei eingeschwenkter Magazineinheit, maximal abgesenkter
Transfereinheit und rechtwinklig zur Längserstreckung der Strasse positionierter Stössel,
als Prinzipdarstellungen;
- Figur 9A
- - erste Phase: zunächst hintergreift nur der erste Stössel aussermittig die dem Strassenfahrzeug
abgewandte Längskante der schräg liegenden Warnschwelle;
- Figur 9B
- - die Darstellung gemäss Figur 9A, in Unteransicht;
- Figur 9C
- - zweite Phase: infolge Rückwärtsbewegung des Strassenfahrzeugs zieht der erste Stössel die Warnschwelle
in ausgerichtete Lage, bis Längskante an beide Stössel anschlägt;
- Figur 10A
- - eine Warnschwelle dritter Variante, in Perspektivansicht;
- Figur 10B
- - ein Schwellensegment für den Aufbau einer Warnschwelle vierter Variante, in Perspektivansicht;
- Figur 10C
- - eine Warnschwelle vierter Variante, bestehend aus zwei miteinander verbundenen Schwellensegmenten gemäss Figur 10B, in
Perspektivansicht;
- Figur 11A
- - die Darstellung gemäss Figur 5A, mit einem Unterdruckerzeuger, in Perspektivansicht
von vorne oben;
- Figur 11B
- - die Transfereinheit maximal abgesenkt und die Warnschwelle auf der Strasse aufliegend;
und
- Figur 11C
- - die Darstellung gemäss Figur 11 B, Haltesystem ist nach oben geschwenkt und von
der Warnschwelle gelöst.
Ausführungsbeispiel
[0019] Mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen erfolgt nachstehend die detaillierte Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels zur erfindungsgemässen Vorrichtung in zwei Alternativen
zum Auslegen von Warnschwellen verschiedener Konfiguration auf Strassen sowie zum
Aufnehmen derart verlegter Warnschwellen.
[0020] Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung. Sind in einer Figur
zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugsziffern enthalten, aber im unmittelbar
zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert, so wird auf deren Erwähnung in vorangehenden
oder nachfolgenden Figurenbeschreibungen Bezug genommen. Im Interesse der Übersichtlichkeit
wird auf die wiederholte Bezeichnung von Bauteilen in weiteren Figuren zumeist verzichtet,
sofern zeichnerisch eindeutig erkennbar ist, dass es sich um "wiederkehrende" Bauteile
handelt.
Figur 1
[0021] Die Vorrichtung
2 dient zum Auslegen und Aufnehmen von einer oder mehreren Warnschwellen
1 auf bzw. von der Oberfläche
40 einer Strasse
4 und ist an einem Strassenfahrzeug
3 mittels eines daran vorhandenen Andockgebildes
30 lösbar befestigt. Die Vorrichtung
2 besteht im Wesentlichen aus einer an einem Gestell
20 schwenkbar gelagerten Magazineinheit
23 zur Aufnahme der Warnschwellen
1 und einer in der Höhe verstellbaren Transfereinheit
22. Die Transfereinheit
22 wird von einer Verbindungseinheit
21 am Gestell
20 gestützt.
Figur 2A
[0022] Die im Prinzip rechteckige, längsgestreckte Warnschwelle
1 erster Variante gemäss Figur 2A hat eine Oberseite
10 und eine Unterseite
11. Die beiden Längskanten
12 und die beiden Querkanten
13 liegen sich parallel beabstandet gegenüber. Entlang einer Längskante
12 erstreckt sich eine Abflachung
120, die im verlegten Zustand auf den ankommenden Fahrzeugverkehr gerichtet ist, so dass
beim Überfahren die Stosswirkung abgemildert wird. Nahe jeder Querkante
13 kann eine Aussparung
14 vorhanden sein, in die das Servicepersonal beim manuellen Umlagern der Warnschwellen
1 ergonomisch vorteilhaften Zugriff hat.
[0023] Die Warnschwelle
1 ist mit einer ferromagnetischen Einlage
15 versehen, die vorzugsweise im Inneren der Warnschwelle
1 eingebettet ist und neben dem auf magnetischer Anziehung beruhenden Handling zugleich
der Gewichtserhöhung der Warnschwelle
1 - selbst bei massiver Verkehrseinwirkung - für ein stabiles Aufliegen auf der Strassenoberfläche
40 dient. Hauptbestandteil der Warnschwelle
1 ist ein flexibler Kunststoff, so dass sich die ausgelegte Warnschwelle
1 Unebenheiten in der Strassenoberfläche
40 anpasst. Die Unterseite
11 ist vorzugsweise rutschhemmend gestaltet, um auch bei lebhaftem Verkehr in Position
zu bleiben. Die Rutschhemmung lässt sich durch Oberflächenstrukturierung oder eine
Beschichtung erzielen.
Figuren 2B und 2C
[0024] Das einzelne Schwellensegment
19 gemäss Figur 2B ist zum Aufbau einer Warnschwelle
1 zweiter Variante gemäss Figur 2C bestimmt. Ein Schwellensegment
19 ist z.B. nur halb so lang wie eine Warnschwelle
1 erster Variante, da sich zwei Schwellensegmente
19 zu einer Warnschwelle
1 formschlüssig zusammensetzen lassen. Die Warnschwelle
1 zweiter Variante ist im Aufbau im Prinzip identisch mit der Warnschwelle
1 erster Variante. Anstelle der zuvor einstückigen ferromagnetischen Einlage
15 wird die Einlage
15 nun von mehreren zueinander systematisch beabstandeten Einzelelementen
15' gebildet. Für das Zusammensetzen eines Paars von Schwellensegmenten
19 hat ein jedes an der zueinander gewandten Querkante
13 eine Verbindungskontur
130, welche zueinander komplementär sind. Im zusammengesetzten Zustand greifen die beiden
Verbindungskonturen
130 ineinander, und es entsteht eine verbundene, zweiteilige Warnschwelle
1.
Figuren 3A bis 6C
[0025] Zur besseren Veranschaulichung der Vorrichtung
2 ist in dieser Figurenfolge die Vorrichtung
2 vom Strassenfahrzeug
3 separiert dargestellt.
Figuren 3A bis 3C
[0026] In dieser Figurenfolge befindet sich die Transfereinheit
22 in angehobener Stellung, und die Magazineinheit
23 ist in Richtung Gestell
20 eingeschwenkt.
[0027] Das Gestell
20 hat eine Rückseite
200, von der sich jeweils seitlich eine Seitenwand
203 rechtwinklig erstreckt. An der Rückseite
200 ist angrenzend an die jeweilige Seitenwand
203 ein Andockelement
201 befestigt. Anhand der beiden Andockelemente
201 lässt sich die Vorrichtung
2 in das Andockgebilde
30 am Strassenfahrzeug
3 lösbar und gesichert einhängen. An jeder Seitenwand
203 ist eine Sicherung
202 vorgesehen, die ein unbeabsichtigtes Lösen der Vorrichtung
2 vom Strassenfahrzeug
3 verhindert. An einer Seite der Seitenwand
203 ist ein Armaturenkasten
204 fixiert, in dem z.B. die Steuerung der Vorrichtung
2 aufgenommen ist. An der Oberseite ist das Gestell
20 mit einer Deckwand
205 verschlossen. Von der Deckwand
205 erhebt sich jeweils in der Ecke ein Greifelement
206 in Form einer Schlaufe. Gegenüberliegend der Rückseite
200 ist angrenzend zur Vorderkante an der Deckwand
205 eine Signalleuchte
207 positioniert. Jeweils ein Scheinwerfer
208 ist benachbart der Deckwand
205 in den Eckbereichen gegenüberliegend der Rückseite
200 angebracht.
[0028] Die Verbindungseinheit
21 hat einen Mittelteil
210, an dem am unteren Ende ein Querträger
213 befestigt ist. An den jeweiligen äusseren Enden des Querträgers
213 ist ein Pufferelement
214, z.B. als Elastomer beschaffen, befestigt. Anhand eines ersten Hebels
211 und eines zweiten Hebels
212, der parallel beabstandet zum ersten Hebel
211 verläuft, ist die Verbindungseinheit
21 am Gestell
20 in der Höhe verstellbar angelenkt. Der erste Hebel
211 ist an den Seitenwänden
203 am Gestell
20 auf einer ersten Achse
A1 und am Mittelteil
210 der Verbindungseinheit
21 auf einer dritten Achse
A3 drehbar gelagert. Äquivalent dazu ist auf einer dritten Achse
A3 an den Seitenwänden
203 am Gestell
20 und auf einer vierten Achse
A4 am Mittelteil
210 der Verbindungseinheit
21 der zweite Hebel
212 drehbar gelagert. Der erste Hebel
211 und der zweite Hebel
212 sind zu deren Betätigung mit einem Antrieb verbunden, welcher in der Verbindungseinheit
21 oder im Gestell
20 angeordnet ist.
[0029] Die Transfereinheit
22 hat ein längliches, rechteckförmiges Gehäuse
220 mit einem Boden
221 mit mehreren zueinander beabstandeten Öffnungen
222. In Fluchtrichtung zu den einzelnen Öffnungen
222 liegt im Gehäuse
220 jeweils ein Magnet
223', wobei alle Magnete
223' zusammen ein magnetisches Haltesystem
223 bilden, die auf einer achten Achse
A8 (s. Figur 7C) schwenkbar ist. Die einzelnen Magnete
223' sind mit wechselndem Versatz zu einer theoretischen Mittellinie angeordnet, um die
Warnschwelle
1 über ein breiteres Feld von Haftpunkten zu fassen. Von der Oberseite des Gehäuses
220 erstreckt sich eine Traverse
224 mit einem Lager
225, mittels dem die Transfereinheit
22 am Querträger
213 der Verbindungseinheit
21 befestigt ist. Die zwischen Querträger
213 der Verbindungseinheit
21 und Oberseite des Gehäuses
220 liegenden Pufferelemente
214 sind unter leichter Vorspannung. Die Pufferelemente
214 gleichen eine etwaige Schräglage der Strassenoberfläche
40 beim Ablegen der Warnschwelle
1 aus. Bei quer zur Fahrtrichtung schräger Strassenoberfläche
40 werden die Pufferelement
214 unterschiedlich stark in der Höhe gestaucht. Durch das Lager
225 erstreckt sich die siebente Achse
A7, um welche die Transfereinheit
22 in einem kleinen Bereich schwenkbar ist. Vom Gehäuse
220 erstrecken sich in Querrichtung nach vorne auskragend zwei zueinander beabstandete
Ausleger
227, die mit je einer Rolle
228 ausgestattet sind. Benachbart zu jedem Ausleger
227 ist an der Vorderseite des Gehäuses
220 in einer Halterung ein Stössel
229 platziert.
[0030] Die Magazineinheit
23 hat einen Schwellenträger
230 in Gestalt einer U-förmigen Wanne. Auf der Oberseite des Bodens hat der Schwellenträger
230 mehrere Distanzelemente
231, auf denen die Unterseite
10 der zuunterst liegenden Warnschwelle
1 aufliegt. An der vorderen aufragenden Längskante des Schwellenträgers 230 ist in
Fluchtrichtung zum jeweiligen Stössel
229 ein Freischnitt
232 vorhanden. An der Unterseite des Schwellenträgers
230 setzt der dritte Hebel
233 an, welcher sich zum Schwellenträger
230 rechtwinklig, beidseits aufwärts erstreckt und auf einer durch die Seitenwand
203 des Gestells
20 verlaufenden fünften Achse
A5 schwenkbar gelagert ist. Am dritten Hebel
233 ist an einer Seite eine sechste Achse
A6 vorhanden, wobei zwischen sechster Achse
A6 und der inneren Seitenwand
203 des Gestells
20 ein Antrieb
234 - z.B. ein Hydraulikkolben - vorhanden ist, mit dem die Schwenkbewegung der Magazineinheit
23 um die fünfte Achse
A5 generiert wird.
Figuren 4A bis 4C
[0031] In dieser Figurenfolge befindet sich die Transfereinheit
22 in angehobener Stellung, und die Magazineinheit
23 ist vom Gestell
20 weg ausgeschwenkt.
Figuren 5A bis 5C
[0032] Diese Figurenfolge veranschaulicht die Situation mit auf die ausgeschwenkte Magazineinheit
23 abgesenkter Transfereinheit
22.
Figuren 6A bis 6C
[0033] Die Stellung der Vorrichtung mit maximal abgesenkter Transfereinheit
22 und eingeschwenkter Magazineinheit
23 ist hier illustriert.
Figuren 7A bis 7F
[0034] Das Auslegen einer Warnschwelle
1 mit Hilfe der Vorrichtung
2 auf eine Strasse
4 in
fünf Phasen wird nachstehend erläutert.
Figur 7A- erste Phase
[0035] In der angenommenen Ausgangssituation befindet sich die mit Warnschwellen
1 beladene Magazineinheit
23 in ausgeschwenkter Position. Dabei ist der Antrieb
234 ausgefahren und der dritte Hebel
233 um die fünfte Achse
A5 ausgeschwenkt, so dass der am dritten Hebel
233 befestigte Schwellenträger
230 waagerecht in der Horizontalebene liegt. Der erste Hebel 211 und der zweite Hebel
212 wurden vom Antrieb um die erste bis vierte Achse
A1-A4 nach unten bewegt. Ein Gewichtsausgleich
215 - z.B. eine Anordnung von Zugfedern, die sich zwischen dem Gestell
20 und dem zweiten Hebel
212 erstrecken - dient zur Entlastung des Antriebs für die zu bewegenden Bauteile und
ermöglicht dadurch eine kleinere Dimensionierung des Antriebs. Der Gehäuseboden
221 der Transfereinheit
22 ist bis auf das Niveau der zuoberst in der Magazineinheit
23 liegenden Warnschwelle
1 abgesenkt, so dass beim Zuschalten des magnetischen Haltesystems
223 diese Warnschwelle
1 angezogen wird. Die Absenkbewegung der Transfereinheit
22 wird von einem Sensor mit Erreichen der bestimmungsgemässen Position gestoppt. Die
Stössel
229 der Transfereinheit
22 kommen in den Freischnitten
232 der Magazineinheit
23 zu liegen. Das Anhaften der Unterseite der untersten Warnschwelle
1 auf der Oberseite des Bodens des Schwellenträgers
230 - insbesondere bei Feuchtigkeit - wird durch die Distanzelemente
231 vermieden, zwischen denen die unterste Warnschwelle
1 bogenförmig durchhängt. Die darüber liegenden Warnschwellen
1 folgen der Wellenform der untersten Warnschwelle
1.
Figuren 7B und 7C- zweite Phase
[0036] Um die Magazineinheit
23 für das Zurückschwenken frei zu geben, ist die Transfereinheit
22 mit der aufgenommenen Warnschwelle
1 von der Magazineinheit
23 nun aufwärts gefahren. Das Zuschalten des magnetischen Haltesystems
223 in der ersten Phase geschah mit Hilfe eines Antriebs und Abschwenken um die achte
Achse
A8, so dass alle Magnete
223' des magnetischen Haltesystems
223 zumindest bündig bis an die Gehäuseöffnungen
222 herangeführt werden oder etwas hervortreten und mit der ferromagnetischen Einlage
15 in der Warnschwelle
1 zusammenwirken.
Figur 7D-dritte Phase
[0037] Bei angehobener Transfereinheit
22 mit aufgenommener Warnschwelle
1 ist die Magazineinheit
23 eingeschwenkt. Der Antrieb
234 ist somit eingefahren und der dritte Hebel
233 um die fünfte Achse
A5 eingeschwenkt, so dass sich der daran befestigte Schwellenträger
230 nun in geneigter Position befindet.
Figur 7E-vierte Phase
[0038] Bei eingeschwenkter Magazineinheit
23 ist die Transfereinheit
22 zum Ablegen der Warnschwelle
1 auf der Strasse
4 maximal abgesenkt. Die Rollen
228 und die Stössel
229 sitzen auf der Strassenoberfläche
40 auf. Ein Sensor signalisiert diese Position und stoppt das Niederfahren der Transfereinheit
22. Das magnetische Haltesystem
223 steht weiterhin in Wirkverbindung mit der ferromagnetischen Einlage
15 der Warnschwelle
1, so dass diese noch minimal von der Strassenoberfläche
40 beabstandet ist.
Figur 7F-fünfte Phase
[0039] Abschliessend wird das magnetische Haltesystem
223 mittels des Antriebs um die achte Achse
A8 nach oben geschwenkt, so dass es in das Gehäuse
220 zurückgezogen zu liegen kommt, damit sich die Warnschwelle 1 vom Boden
221 löst und auf die Strassenoberfläche
40 fällt. Das Auslegen einer nächsten Warnschwelle
1 auf die Strasse
4 wird mit dem Aufwärtsfahren der Transfereinheit
22 und dem Ausschwenken der Magazineinheit
23 senkrecht unter die Transfereinheit
22 vorbereitet.
Figuren 8A bis 8D
[0040] Das Aufnehmen einer Warnschwelle 1 mit Hilfe der Vorrichtung 2 von einer Strasse
4 in vier Phasen wird nachstehend erläutert. Die einzelnen Phasen verlaufen im Prinzip
in Umkehrung zum Ablauf gemäss Figurenfolge 7A bis 7F, so dass zwecks textlicher Konzentration
eine verkürzte Beschreibung ausreichend erscheint. Das Strassenfahrzeug
3 wird gestoppt, wenn die Transfereinheit
22 über einer aufzunehmenden Warnschwelle
1 steht. In vervollkommneter Ausstattung besitzt die Vorrichtung
2 ein Kamerasystem, das dem Fahrer zur Feinorientierung hilfreich sein kann. Im Normalfall
jedoch genügen zur Überwachung der Bewegungsabläufe spezielle Fahrzeugaussenspiegel.
Figur 8A-erste Phase
[0041] Bei zur Strassenoberfläche
40 abgesenkter Transfereinheit
22 ist die eventuell bereits mit einigen Warnschwellen
1 beladene Magazineinheit
23 zurückgeschwenkt. Die an der Verbindungseinheit
21 hängende Transfereinheit
22 hat ihre Abwärtsbewegung infolge eines Sensorsignals gestoppt. Die Rollen
228 und Stössel
229 sitzen auf der Strassenoberfläche
40 auf. Mit Betätigung des Antriebs schwenkt das magnetische Haltesystem
223 um die achte Achse
A8 abwärts und zieht die ferromagnetische Einlage
15 in der Warnschwelle
1 an, so dass diese von der Strasse
4 abgehoben unten am Bogen
221 zu liegen kommt.
Figur 8B-zweite Phase
[0042] Bei weiterhin eingeschwenkter Magazineinheit
23 ist die Transfereinheit
22 mit aufgenommener Warnschwelle
1 mittels der angetriebenen Verbindungseinheit
21 aufwärts gefahren.
Figur 8C-dritte Phase
[0043] Als nächstes wird der Antrieb
234 ausgefahren, und der dritte Hebel
233 schwenkt um die fünfte Achse
A5 nach vorne, so dass sich die Magazineinheit
23 in ausgeschwenkte Position mit horizontal gestelltem Schwellenträger
230 unterhalb der Transfereinheit
22 bewegt hat.
Figur 8D-vierte Phase
[0044] Abschliessend wird die Transfereinheit
22 mit der daran magnetisch hängenden Warnschwelle
1 zum Ablegen der Warnschwelle
1 in die Magazineinheit
23 auf letztgenannte abgesenkt. Mittels des Antriebs wird das magnetische Haltesystem
223 um die achte Achse
A8 nach oben geschwenkt und damit in das Gehäuse
220 zurückgezogen. Damit kommt es zum Abreissen der magnetischen Anziehung und die Warnschwelle
1 fällt in die Magazineinheit
23 - eventuell auf darin bereits zuvor abgelegte Warnschwellen
1 - bzw. würde beim Aufwärtsfahren der Transfereinheit
22 auf der Magazineinheit
23 liegen bleiben. Das Aufnehmen einer nächsten Warnschwelle
1 wird mit dem Aufwärtsfahren der Transfereinheit
22 und dem Einschwenken der Magazineinheit
23 hin zum Strassenfahrzeug
3 vorbereitet.
Figuren 9A bis 9C
[0045] Bei einer deutlich schräg zur Fahrtrichtung auf der Strasse
4 liegenden Warnschwelle
1 kann es zum Aufnehmen dieser effizienter sein, die Warnschwelle
1 mit Hilfe der Vorrichtung
2 anstatt das gesamte Fahrzeug
3 auf die Warnschwelle
1 auszurichten. Hierbei sind an der Vorrichtung
2 die Magazineinheit
23 eingeschwenkt und die Transfereinheit
22 maximal abgesenkt. Dieses Ausrichten wird nachstehend in zwei Phasen erläutert. Eine
an sich korrekt verlegte Warnschwelle
1 kann von schweren Fahrzeugen und akutem Bremsen an der Warnschwelle
1 mit der Zeit in ihrer Ausrichtung verschoben werden. Das Ausrichten unkorrekt liegender
Warnschwellen
1 wird nicht nur als Vorarbeit beim Aufnehmen von Warnschwellen
1 ausgeführt, sondern auch während des rollenden Verkehrs, um eine Gefährdung insbesondere
für ankommende Zweiradfahrzeuge zu vermeiden.
Figuren 9A und 9B-erste Phase
[0046] Um die betreffende Warnschwelle
1 aus der Schräglage wieder rechtwinklig zur Längserstreckung der Strasse
4 zu positionieren, hält das mit der Vorrichtung
2 ausgestattete Strassenfahrzeug
3 an einer solchen Position, dass beide Stössel
229 in Fahrtrichtung gesehen hinter der Warnschwelle
1 zu stehen kommen. Dann wird die Transfereinheit
22 abgesenkt, bis die an der Magazineinheit
23 vorhandenen Stössel
229 auf der Strassenoberfläche
40 aufsitzen. Dabei hintergreift zunächst nur einer der Stössel
229 aussermittig die dem Strassenfahrzeug
3 abgewandte Längskante
12 der schräg liegenden Warnschwelle
1, während der andere Stössel
229 noch Abstand zur Längskante
12 hat.
Figur 9C-zweite Phase
[0047] Bei langsamer Rückwärtsbewegung des Strassenfahrzeugs
3 zieht der erste Stössel
229 die Warnschwelle
1 in die ausgerichtete Lage, bis die Längskante
12 an beide Stössel
229 anschlägt und die Warnschwelle
1 schliesslich wieder rechtwinklig zur Längserstreckung der Strasse
4 liegt. In dieser korrekten Position kann das Aufnehmen der Warnschwelle
1 gemäss den Figuren 8A-8D erfolgen bzw. ist die Verkehrssicherheit mit ordnungsgemäss
liegenden Warnschwellen
1 wieder gewährleistet.
Figuren 10A bis 10C
[0048] Die hier gezeigten Warnschwellen
1 dritter und
vierter Variante sind quasi identisch zu den Figuren 2A bis 2C mit den Warnschwellen
1 erster und
zweiter Variante, wobei nun keine ferromagnetische Einlage vorhanden ist. Zur Gewichtserhöhung der
Warnschwelle
1 kann diese aus einem schwereren Material gefertigt sein, oder mit Schwere erhöhenden
Einlagen versehen sein, die vorzugsweise im Inneren der Warnschwelle
1 eingebettet sind und bei massiver Verkehrseinwirkung ein stabiles Aufliegen auf der
Strassenoberfläche
40 garantieren. Zwecks Bildung einer längeren, zusammengesetzten Warnschwelle
1 kann man auch hier Schwellensegmente
19 mit einer Verbindungskontur
130 an einer Schmalseite vorsehen.
Figur 11A
[0049] Für das Handling von Warnschwellen
1 ohne ferromagnetische Einlage gemäss den Figuren 10A bis 10C als auch von Warnschwellen
1 mit ferromagnetischer Einlage
15 gemäss den Figuren 2A bis 2C ist die Vorrichtung
2 nun anstelle des magnetischen Haltesystems
223 mit einem am Gestell
20 installierten Unterdruckerzeuger
24 zur Bildung eines pneumatischen Haltesystems
226 ausgestattet. Äquivalent zum Aufbau gemäss Figur 3B sind quasi kongruent zu den einzelnen
Öffnungen
222 im Gehäuse
220 Saugnäpfe
226' angeordnet, die in ihrer Gesamtheit das pneumatische Haltesystem
226 bilden, welches vom Unterdruckerzeuger
24 betrieben wird und wiederum auf der achten Achse
A8 schwenkbar ist. Vorzugsweise sind die einzelnen Saugnäpfe
226' schwimmend gelagert, so dass etwaige Schrägen der Strassenoberfläche
40 beim Auslegen der Warnschwellen
1 ausgeglichen werden. Die einzelnen Saugnäpfe
226' sind mit wechselndem Versatz zu einer theoretischen Mittellinie angeordnet, um die
Warnschwelle
1 über ein breiteres Feld von Haftpunkten zu fassen. Mittels einer Steuerung lässt
sich das pneumatische Haltesystem
226 aktivieren oder abschalten, um die zu handhabende Warnschwelle
1 durch Ansaugen zu erfassen bzw. beim Abschalten von der Transfereinheit
22 zu lösen. Momentan ist die Transfereinheit
22 auf die ausgeschwenkte Magazineinheit
23 abgesenkt, wobei dieser Betriebszustand der Vorrichtung
2 allenfalls bei einer Leerfahrt mit am Strassenfahrzeug
3 angedockter Vorrichtung
2 oder bei Servicearbeiten daran hergestellt wird.
[0050] Die Beschreibung des kompletten Auslegevorgangs einer Warnschwelle 1 mittels der
Vorrichtung
2 auf eine Strasse
4 erübrigt sich, da weitgehendes Gleichnis zu den in den Figuren 7A bis 7F beschriebenen
fünf Phasen besteht.
Figur 11 B
[0051] In dieser Figur ist der Betriebszustand zwischen den Figuren 7E und 7F - im Übergang
von der
vierten zur fünften Phase - illustriert. Die Transfereinheit
22 sowie das um die achte Achse
A8 schwenkbare pneumatische Haltesystem
226 sind maximal abgesenkt und die Warnschwelle
1 liegt auf der Strasse auf. Das pneumatische Haltesystem
226 könnte noch aktiviert sein, so dass die Saugnäpfe
226' noch an der Oberfläche der Warnschwelle
1 haften oder das pneumatische Haltesystem
226 ist bereits abgeschaltet, wodurch sich die Saugnäpfe
226' gelöst haben.
Figur 11C
[0052] Im Anschluss an den Betriebszustand gemäss Figur 11B erfolgt nach dem Abschalten
des pneumatischen Haltesystems
226 und dem damit entstehenden Lösen der Saugnäpfe
226' von der Oberfläche der Warnschwelle
1 ein Aufwärtsschwenken des pneumatischen Haltesystems
226 um die achte Achse
A8, so dass es zurückgezogen im Gehäuse
220 zu liegen kommt. Eine nicht ganz korrekt auf der Strasse
4 liegende Warnschwelle
1 lässt sich durch Bewegen des Strassenfahrzeugs
4 mittels der an der Warnschwelle
1 anstossenden, ausgefahrenen Stössel
229 in die geplante Position schieben.
[0053] Das Aufnehmen von Warnschwellen
1 von einer Strasse
4 mittels der mit einem Unterdruckerzeuger
24 und des damit betriebenen pneumatischen Haltesystems
226 versehenen Vorrichtung
2 erfolgt in den Phasen nach dem Prinzip gemäss der Figurenfolge 8A bis 8D, so dass
sich eine erneute zeichnerische Darstellung und die zugehörige detaillierte Beschreibung
erübrigen.
Erste Phase
[0054] Der Aufnahmevorgang beginnt bei eingeschwenkter Magazineinheit
23 und dem Absenken der Transfereinheit
22 bis die Saugnäpfe
226' des pneumatischen Haltesystems
226 auf der Oberfläche der auf der Strasse
4 liegenden Warnschwelle
1 aufsetzen. Spätestens jetzt ist das pneumatische Haltesystem
226 zum Ansaugen der Warnschwelle
1 zu aktivieren.
Zweite Phase
[0055] Bei weiterhin eingeschwenkter Magazineinheit
23 werden die Transfereinheit
22 und damit auch die am pneumatischen Haltesystem
226 hängende Warnschwelle
1 angehoben.
Dritte Phase
[0056] Zum Ablegen der von der Strasse
4 angehobenen Warnschwelle 1, welche nun am pneumatischen Haltesystem
226 der in die Höhe gefahrenen Transfereinheit
22 hängt, in die Magazineinheit
23 wird diese zunächst in die ausgeschwenkte Position senkrecht unter die Transfereinheit
22 bewegt.
Vierte Phase
[0057] Schliesslich werden die Transfereinheit
22 mit der vom pneumatischen Haltesystem
226 gehaltenen Warnschwelle
1 hin zur ausgeschwenkten Magazineinheit
23 abgesenkt und das pneumatische Haltesystem
226 inaktiviert, so dass sich die Saugnäpfe
226' von der Oberfläche der Warnschwelle
1 lösen. Nun lässt sich das pneumatische Haltesystem
226 um die achte Achse
A8 aufwärts schwenken, so dass die Reihe von Saugnäpfen
226' zurückgezogen und damit geschützt im Gehäuse
220 zu liegen kommt. Das Aufnehmen einer nächsten Warnschwelle
1 wird mit dem Aufwärtsfahren der Transfereinheit
22 und dem Einschwenken der Magazineinheit
23 vorbereitet.
[0058] Es versteht sich, dass die Vorrichtung
2 mit einem pneumatischen Haltesystem
226 auch zum Auslegen und Aufnehmen von Warnschwellen
1 nutzbar ist, welche eine ferromagnetische Einlage
15 besitzen.
1. Vorrichtung
(2) zum Auslegen von Warnschwellen
(1) auf Strassen
(4) sowie zum Aufnehmen derart verlegter Warnschwellen
(1), wobei:
a) die Vorrichtung (2) umfasst:
aa) ein Gestell (20);
ab) eine verfahrbare Transfereinheit (22) mit einem Haltesystem (223,226) zum Umsetzen der Warnschwellen (1);
ac) eine Magazineinheit (23) zur Lagerung von auszulegenden und aufgenommenen Warnschwellen (1); und
ad) eine Verbindungseinheit (21), welche einerseits die Transfereinheit (22) stützt und andererseits am Gestell (20) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
b) die Magazineinheit (23) zwischen einer dem Gestell (20) angenäherten, eingeschwenkten Position und einer in der Vertikalebene der Transfereinheit
(22) kongruent liegenden ausgeschwenkten Position verstellbar ist;
c) die Transfereinheit (22) bei eingeschwenkter Magazineinheit (23) vertikal zwischen einer obersten Position und einer der Strasse (4) angenäherten untersten Position verstellbar ist; und
d) die Transfereinheit (22) bei ausgeschwenkter Magazineinheit (23) vertikal zwischen der obersten Position und einer der Magazineinheit (23) von oben angenäherten Lagerposition verstellbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Haltesystem (223,226) auf Magnetismus oder Pneumatik basiert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) beim auf Magnetismus basierenden Haltesystem (223) dieses eine Vielzahl von Magneten (223') besitzt, die zum Andocken an die Warnschwelle (1) bestimmt sind, welche eine ferromagnetische Einlage (15) aufweist; während
b) beim auf Pneumatik basierenden Haltesystem (226) dieses eine Vielzahl von Saugnäpfen (226') besitzt, die zum Andocken an die Warnschwelle (1) bestimmt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) beim auf Magnetismus basierenden Haltesystem (223) die Magnete (223') als Permanentmagnete beschaffen sind; und
b) die ferromagnetische Einlage (15) in der Warnschwelle (1) aus einer Vielzahl von Einzelelementen (15') besteht.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Transfereinheit (22) einen Boden (221) mit kongruent zu den Magneten (223') liegenden Öffnungen (222) besitzt; und
b) das magnetische Haltesystem (223) mit den Magneten (223') um eine achte Achse (A8) schwenkbar angeordnet ist, um sich zwischen einer Aktivstellung mit den Öffnungen
(222) zumindest angenäherter oder aus den Öffnungen (222) hervorragender Position und einer Passivstellung mit von den Öffnungen (222) zurückgezogener Position bewegen zu lassen; wobei
c) die Aktivstellung zum magnetischen Andocken einer Warnschwelle (1) unterhalb des Bodens (221) der Transfereinheit (22) bestimmt ist und die Passivstellung das Lösen einer angedockten Warnschwelle (1) bewirkt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Transfereinheit (22) einen Boden (221) mit kongruent zu den Saugnäpfen (226') liegenden Öffnungen (222) besitzt; und
b) das pneumatische Haltesystem (226) mit den Saugnäpfen (226') um eine achte Achse (A8) schwenkbar angeordnet ist, um sich zwischen einer Aktivstellung mit den Öffnungen
(222) zumindest angenäherter oder aus den Öffnungen (222) hervorragender Position und einer Passivstellung mit von den Öffnungen (222) zurückgezogener Position bewegen zu lassen; wobei
c) in der Aktivstellung das pneumatische Andocken einer Warnschwelle (1) unterhalb des Bodens (221) der Transfereinheit (22) und das Lösen einer angedockten Warnschwelle (1) realisierbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die ferromagnetische Einlage (15) in der Warnschwelle (1) eingebettet ist; und
b) eine Warnschwelle (1) einstückig ausgebildet ist oder sich aus zumindest zwei Schwellensegmenten (19) form- und/oder kraftschlüssig zusammensetzen lässt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Magazineinheit (23) um eine feststehende fünfte Achse (A5), welche das Gehäuse (20) durchragt, schwenkbar angelenkt ist;
b) die Verbindungseinheit (21) mittels eines ersten und eines zweiten Hebels (211,212) einerseits auf einer feststehenden ersten Achse (A1) und einer feststehenden zweiten Achse (A2), welche das Gehäuse (20) durchragen, schwenkbar angelenkt ist; und
c) der erste und der zweite Hebel (211,212) andererseits auf einer vertikal verstellbaren dritten Achse (A3) und einer vertikal verstellbaren vierten Achse (A4), die beide ein Mittelteil (210) der Verbindungseinheit (21) durchragen, angelenkt sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass Mittelteil (210) und Transfereinheit (22) in einem Lager (225) miteinander verbunden sind, durch welches sich eine siebente Achse (A7) erstreckt, um der Transfereinheit (22) ein begrenztes Verschwenken zwecks Anpassung einer etwaigen Schräglage der Strassenoberfläche
(40) quer zu deren Längserstreckung zu ermöglichen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelteil (210) auf einem Querträger (213) sitzt, unter dem beidseits Pufferelemente (214) angeordnet sind, die bei aus der Horizontalebene verschwenkter Transfereinheit (22) eine unterschiedlich starke Stauchung in der Höhe von einem gegendrückenden Gehäuse
(220) der Transfereinheit (22) erfahren.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass vorn an der Transfereinheit (22) in der Höhe limitiert bewegliche Stössel (229) angeordnet sind, die bei maximal abgesenkter Transfereinheit (22) auf der Strassenoberfläche (40) aufsetzen und bei Rückwärtsbewegung des die Vorrichtung (2) tragenden Strassenfahrzeugs (3) zum ziehenden Ausrichten nicht ordnungsgemäss quer zur Längserstreckung der Strassenoberfläche
(40) liegender Warnschwellen (1) bestimmt sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abstützung der Transfereinheit (22) beim Aufsetzen auf der Strasse (4) die Transfereinheit (22) Ausleger (227) besitzt, welche mit Rollen (228) versehen sind, um über die Strassenoberfläche (40) zu gleiten.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (2) am Gestell (20) Andockelemente (201) besitzt, die zur lösbaren und gesicherten Verbindung mit einem Andockgebilde (30) am die Vorrichtung (2) tragenden Strassenfahrzeug (3) bestimmt sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Magnete (223') innerhalb des magnetischen Haltesystems (223) mit alternierendem Versatz zu einer theoretischen Mittellinie durch alle Magnete
(223') angeordnet sind, um die Warnschwelle (1) über ein breiteres Feld von Haftpunkten zu fassen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Saugnäpfe (226') innerhalb des pneumatischen Haltesystems (226) mit alternierendem Versatz zu einer theoretischen Mittellinie durch alle Saugnäpfe
(226') angeordnet sind, um die Warnschwelle (1) über ein breiteres Feld von Haftpunkten zu fassen.