[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Arbeitsgerätes,
insbesondere eines mobilen Arbeitsgerätes und vorzugsweise eines Radladers, wobei
das Arbeitsgerät wenigstens einen Verbrennungsmotor aufweist, der in zumindest einem
Leerlaufmodus betreibbar ist.
[0002] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, die Drehzahl des Verbrennungsmotors einer
mobilen Arbeitsmaschine im Leerlauf soweit wie möglich abzusenken, mit dem Ziel, den
Kraftstoffverbrauch zu senken sowie den Schadstoffausstoß sowie die Abgabe von Schallemissionen
zu verringern. Das dabei erreichte Drehzahlniveau ist zur Zeit motorseitig durch die
untere Grenze des durch den Gesetzgeber zugelassenen, d. h. zertifizierten Drehzahlbandes
beschränkt. Ein typischer Wert für dieses Mindestdrehzahlniveau liegt bei 600 U/min.
[0003] Aus der
DE 10 2010 051 963 A1 ist ein Verfahren zum Betrieb eines Arbeitsgerätes bekannt, bei dem der Verbrennungsmotor
in einem Leerlaufbetriebsmodus betrieben wird und in weitere Energiesparmodi versetzt
wird, wobei die Zeitspanne, für die der Verbrennungsmotor in dem Leerlaufbetriebsmodus
betrieben wird, bevor in den weiteren Energiesparmodus gewechselt wird, auf der Grundlage
der Auswertungen der Betriebshistorie des Arbeitsgerätes bestimmt wird.
[0004] Eine Möglichkeit, den Motor im Leerlauf bei geringerer Drehzahl zu betreiben, besteht
darin, die Mindestdrehzahl des genannten zugelassenen, d. h. zertifizierten Arbeitsdrehzahlbandes
nach unten zu schieben, mit anderen Worten, das Drehzahlband zu kleineren Werten der
Drehzahl hin zu erweitern. Diese Erweiterung bringt jedoch den Nachteil mit sich,
dass Drehzahlbereiche erschlossen werden müssen, die im Betrieb gar nicht benötigt
werden. Dadurch ergeben sich je nach Fahrzeuganwendung Schwierigkeiten und Nachteile,
wie Emissionsgrenzwerte bei gleichzeitig möglichst geringem Kraftstoffgebrauch einzuhalten,
da das Drehzahlband in diesem Fall gestreckt, d. h. zu kleineren Drehzahlen hin erweitert
würde. Dies hätte zur Folge, dass sich Prüfpunkte in Bereiche geringerer Drehzahlen
verlagern, die praktisch jedoch nicht auftreten und daher an sich nicht von Relevanz
sind.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs
genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass die mit einer Streckung des zertifizierten
Arbeitsdrehzahlbandes verbundenen Nachteile nicht auftreten und dennoch eine Senkung
des Schadstoffausstoßes sowie der Schallemissionen und auch des Kraftstoffverbrauchs
erzielt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Danach ist vorgesehen, dass das Verfahren den Schritt der Absenkung der Motordrehzahl
im Leerlauf unter die Mindestdrehzahl eines zertifizierten Drehzahlbandes umfasst,
wenn wenigstens eine Bedingung erfüllt ist. Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen,
ein Kraftstoffeinsparungspotential sowie eine Verringerung des Schadstoffausstoßes
sowie der Schallemissionen dadurch zu erreichen, dass der Motor weiterhin im üblichen
Drehzahlband zertifiziert wird und dass bei Vorliegen wenigstens einer Bedingung in
einen Leerlaufbetriebspunkt gewechselt wird, dessen Drehzahl außerhalb des Zertifizierungsbandes
liegt und der vorzugsweise deutlich unterhalb der minimalen Zertifizierungsdrehzahl,
d. h. unterhalb der geringsten Drehzahl des zertifizierten Arbeitsdrehzahlbandes liegt.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es somit, den Verbrennungsmotor eines Arbeitsgerätes
im Leerlauf außerhalb des zertifizierten Arbeitsdrehzahlbandes zu betreiben, und zwar
vorzugsweise bei einer weit geringeren Drehzahl als üblich und trotzdem bzw. gerade
deshalb die gesetzlichen Emissionsziele einhalten oder sogar unterschreiten zu können.
[0008] Bei der genannten Bedingung kann es sich um eine Zeitspanne handeln, mit der der
Motor im Leerlauf innerhalb des zertifizierten Arbeitsbandes läuft. Diese Zeitspanne,
d. h. die Vorlaufzeit wird vorzugsweise so gewählt, dass diese zumindest der am längsten
dauernden Leerlaufphase im dynamischen Prüfzyklus nach ISO 8178/11 entspricht, so
dass das erfindungsgemäße Verfahren während des Prüfzyklus nicht zur Anwendung kommt.
[0009] Bei dem genannten Zyklus handelt es sich um den sogenannten Non-Road-Transient-Cycle
(NRTC).
[0010] Gleichzeitig wird jedoch sichergestellt und durch den Motorhersteller bestätigt,
dass die Emissionen im Leerlauf außerhalb des Zertifizierungsbandes keinesfalls höher
sind als die innerhalb des Zertifizierungsbandes. Als Grundlage für diesen Vergleich
bei Leerlaufdrehzahl kann beispielsweise der Betriebspunkt 8 des statischen C1-Tests
nach ISO 8178/4 herangezogen werden. Bei diesem Zyklus handelt es sich um den sogenannten
Non-Road-Steady-Cycle (NRSC).
[0011] Wie oben ausgeführt, kann durch die Reduzierung der Leerlaufdrehzahl gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren ein Verbrauchsvorteil erzielt werden. Des Weiteren kann davon ausgegangen
werden, dass sich zusätzlich zum Verbrauchsvorteil auch eine Reduzierung der Emissionen
erzielen lässt, womit das erfindungsgemäße Verfahren der Umwelt hinsichtlich Resourcenschonung
und Luftverschmutzung zugute kommt.
[0012] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird die Einhaltung der genannten Zeitspanne,
d. h. der Vorlaufzeit, nach der erst eine Drehzahl außerhalb des zertifizierten Arbeitsbandes
eingestellt werden kann, durch einen Leitrechner des Arbeitsgerätes sichergestellt.
[0013] Bei der genannten Bedingung kann es sich auch um das Fehlen einer oder mehrerer arbeitsgeräteseitiger
Einschränkungen handeln. In diesem Fall prüft beispielsweise ein Steuergerät, ob nach
Verstreichen der genannten Zeitspanne im Leerlauf keine weiteren, arbeitsgeräteseitige
bzw. fahrzeugseitige Einschränkungen gegen die Absenkung der Drehzahl sprechen. Exemplarisch
für solche Einschränkungen sind der elektrische Energiebedarf und/oder der Ladezustand
der Batterie und/oder Betriebstemperaturen und/oder der Klimaanlagenbetrieb. Ist beispielsweise
der Ladezustand der Batterie nicht ausreichend, kann festgestellt werden, dass trotz
Verstreichen der Zeitspanne eine Absenkung der Motordrehzahl unter die Mindestdrehzahl
des zertifizierten Arbeitsbandes nicht erfolgt. Ein weiteres Beispiel für eine arbeitsgeräteseitige
bzw. fahrzeugseitige Einschränkung ist die Last am Getriebeausgang und insbesondere
der Druck in einem hydraulischen Pfad des Getriebes. Durch einen Vergleich der Last
bzw. des Drucks und einem Schwellenwert kann ermittelt werden, ob sich das Fahrzeug
in einer Schräglage befindet. Ist dies der Fall, kann vorgesehen sein, dass der Wechsel
in den Betrieb mit reduzierter Drehzahl unterbunden wird.
[0014] Eine weitere Bedingung kann das Fehlen einer oder mehrerer motorseitiger Einschränkungen
sein. Solche motorseitigen Einschränkungen können die Kühlmitteltemperatur und/oder
die Temperatur einer Abgasbehandlungsanlage und/oder der Öldruck sein. Auch diese
Parameter sind exemplarischer Natur und nicht beschränkend.
[0015] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die erfindungsgemäße Absenkung der Motordrehzahl
erst dann vorgenommen wird, wenn die Zeitspanne, mit der der Motor im Leerlauf innerhalb
des zertifizierten Arbeitsbandes läuft, verstrichen ist und wenn zusätzlich weder
arbeitsgeräteseitige noch motorseitige Einschränkungen vorliegen. In diesem Fall sind
somit zumindest drei Bedingungen zu erfüllen, bevor ein Absenken der Motordrehzahl
im Leerlauf erfolgen kann.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass nach einer Lastanforderung
eine Belastung des Motors erst dann erfolgt, wenn die Motordrehzahl in dem zertifizierten
Arbeitsband liegt. In diesem Fall erfolgt das neuerliche Anheben der Motordrehzahl
ohne Last. Während des aktiven Leerlaufmodus wird somit bei abgesenkter Drehzahl fahrzeugseitig
dafür gesorgt, dass der Motor keine Lastsprünge sieht, wodurch dieser abgewürgt werden
könnte.
[0017] Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren ein Arbeitsgerät, insbesondere ein
mobiles Arbeitsgerät und vorzugsweise einen Radlader, mit wenigstens einem Verbrennungsmotor
und mit wenigstens einer Steuerungs- oder Regelungseinheit, wobei die Steuerungs-
oder Regelungseinheit derart ausgebildet ist, dass sie das Verfahren gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 10 durchführt.
[0018] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- der zeitliche Verlauf der Motordrehzahl bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 2:
- eine schematische Darstellung der Abhängigkeit des Drehmomentes von der Drehzahl sowie
der NTE-Zone,
- Figur 3:
- eine Darstellung gemäß Figur 2 mit verschobenen unterem Grenzwert für die NTE-Zone,
- Figur 4:
- ein Fließbild, das exemplarisch die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
beschreibt.
[0019] Figur 1 zeigt eine Abhängigkeit der Motordrehzahl von der Zeit bzw. von einem Ereignis.
Bis zu dem Zeitpunkt bzw. Ereignis {1} wird das Arbeitsgerät im Lastbetrieb betrieben,
wobei eine maximale Motordrehzahl (MAX) nicht überschritten wird. Die Drehzahl schwankt
im Lastbetrieb je nach Lastanforderung, wie dies aus Figur 1 ersichtlich ist.
[0020] Zu dem Zeitpunkt {1} beginnt der Leerlaufbetrieb des Arbeitsgerätes, wobei in der
Zeitspanne bis zu dem Zeitpunkt {2} eine erste konventionelle Leerlaufdrehzahl eingestellt
wird, die innerhalb eines zugelassenen bzw. zertifizierten Drehzahlbandes liegt. Zu
dem Zeitpunkt {2} wird die Leerlaufdrehzahl reduziert, wie dies aus Figur 1 ersichtlich
ist, und zwar auf einen Wert, der geringer ist als der untere Grenzwert des zertifizierten
Drehzahlbereiches.
[0021] Zu dem Zeitpunkt {3} wird der Leerlaufbetrieb beendet und ein erneuter Lastbetrieb
aufgenommen, wobei wie aus Figur 1 ersichtlich zu Beginn des Lastbetriebes die Drehzahl
wieder auf die konventionelle Drehzahl angehoben wird, und zwar bevor der Lastbetrieb
beginnt.
[0022] Figur 2 und Figur 3 zeigen die Abhängigkeit des Drehmomentes des Verbrennungsmotors
von der Drehzahl.
[0023] Das zertifizierte Drehzahlband bzw. der zertifizierte Drehzahlbereich liegt in dem
hier dargestellten Ausführungsbeispiel zwischen no und n
max. Die fette Linie mit dem Bezugszeichen 11, 21 kennzeichnet die Volllastkurve bzw.
den Maximalmomentenverlauf über die Drehzahl im zertifizierten Arbeitsband und die
fette gestrichelte Linie mit dem Bezugszeichen 12, 22 kennzeichnet die Volllastkurve
im Bereich der Drehzahlabsenkung.
[0024] Die dünne gestrichelte Linie mit dem Bezugszeichen 16, 26 kennzeichnet die untere
Grenzkurve der NTE-Zone, wobei es sich bei der NTE-Zone um die Non-to-Exceed-Zone
handelt, innerhalb derer bestimmte Schadstoffwerte nicht überschritten werden dürfen.
Wie dies aus Figur 2 hervorgeht, wird die NTE-Zone, d. h. der schraffierte Bereich
mit dem Bezugszeichen 17, 27 nach oben durch die Volllastkurve 11, 21 nach unten durch
die untere Grenzkurve 16, 26 und nach rechts und links durch die Grenzwerte und den
oberen Grenzwert 15%n
max des zertifizierten Drehzahlbandes begrenzt.
[0025] Mit dem Bezugszeichen 13, 23 sind Prüfpunkte des Non-Road-Steady-Cycle (NRSC) gekennzeichnet.
Diese als Kreise dargestellten Betriebspunkte sind somit exemplarische Betriebspunkte
dieses Prüfzyklus. Wie oben ausgeführt, werden für diesen Prüfzyklus bzw. für den
Vergleich der Emissionen bei Leerlaufdrehzahl der Betriebspunkt 8 des statischen C1-Tests
nach ISO 8178/4 herangezogen.
[0026] Die weiteren runden Punkte kennzeichnen weitere Prüfpunkte dieses Prüfzyklus.
[0027] Die eckigen Punkte mit dem Bezugszeichen 14, 24 kennzeichnen Prüfpunkte des NRTC,
d. h. des Non-Road-Transient-Cycle. Auch diese sind wie auch die Prüfpunkte des NRSC
beispielhaft.
[0028] Wie dies aus Figur 2 hervorgeht, wird die NTE-Zone, innerhalb der gesetzliche emittierte
Schadstoffwerte, beispielsweise für NOx, PM und HC nicht überschritten werden dürfen,
nach unten durch 15%n
max und nach oben durch n
max begrenzt. Der Wert 15%n
max ist definiert aus n
0, d. h. der untersten Drehzahl des zertifizierten Arbeitsbandes und einem Zuschlag
von 15 % der Breite des Arbeitsbandes, d. h.

bzw.

[0029] Außerhalb des schraffierten Bereiches, d. h. bei Drehzahlwerten.< 15%n
max ist eine Überschreitung der Schadstoffgrenzwerte zulässig.
[0030] Dies gilt beispielsweise für den Bereich 15 gemäß Figur 2 und 25 gemäß Figur 3.
[0031] Würde nun die untere Drehzahl des zertifizierten Arbeitsbandes von n
0 auf n
01 abgesenkt, hätte dies zur Folge, dass der Wert 15%n
max ebenfalls nach links verschoben wird, wie dies aus Figur 3 hervorgeht. Daraus ergibt
sich eine Verbreiterung der NTE-Zone, beispielsweise im Drehzahlband zwischen 400
U/min - 2200 U/min. Aus diesem Grund würden sich Betriebspunkte des NRTC-Tests wie
aus Figur 3 ersichtlich in Richtung der Abszisse zu geringeren Drehzahlen hin ausdehnen
bzw. es ergäbe sich eine ungünstige Verschiebung der Bereiche 15, 25 und 17, 27.
[0032] Um die damit verbundenen Nachteile zu vermeiden, wird erfindungsgemäß nicht das zertifizierte
Drehzahlband gedehnt, sondern es werden Betriebspunkte außerhalb des zertifizierten
Drehzahlbandes angesteuert, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
[0033] Figur 4 zeigt exemplarisch ein erfindungsgemäßes Verfahren, bei dem in Schritt 2.1
ermittelt wird, ob der Verbrennungsmotor bzw. der Dieselmotor läuft. Ist dies der
Fall, wird geprüft, ob der Leerlaufmodus erkannt wird (Schritt 2.2). Ist dies nicht
der Fall, wird die Prüfung wiederholt, ist dies der Fall, wird in Schritt 2.3 überprüft,
ob der Schlafmodus inaktiv ist. Ist dies nicht der Fall, wird mit Schritt 2.10 fortgefahren.
[0034] Ist der Schlafmodus inaktiv, wird überprüft, ob die Zeitspanne t1, innerhalb der
Leerlaufmodus in Betrieb ist, einen Schwellwert überschreitet (Schritt 2.4). Ist dies
nicht der Fall, wird die Prüfung wiederholt, ist dies jedoch der Fall, wird überprüft,
ob fahrzeugseitige Einschränkungen vorliegen (Schritt 2.5).
[0035] Die Verantwortung, ob die Mindestdauer t1 eingehalten wird, liegt beim Fahrzeughersteller
und wird über den Fahrzeugleitrechner gesteuert.
[0036] Das Fahrzeugsteuergerät überprüft, ob nach Verstreichen der Zeitdauer t1 im Leerlauf
keine weiteren, fahrzeugseitigen Einschränkungen gegen das Absenken sprechen (Schritt
2.5) und für den Fall, dass keine fahrzeugseitigen Einschränkungen vorliegen, wir
die Parkbremse geschlossen (Schritt 2.5.1). Liegen solche Einschränkungen vor, wird
die Prüfung wiederholt, liegen sie nicht vor, wird dem Motor bzw. dem Motorsteuergerät
das Signal bzw. die Vorgabe für die abgesenkte Leerlaufdrehzahl, beispielsweise 400
U/min gesendet, die außerhalb des Zertifizierungsdrehzahlbandes liegt (Schritt 2.6).
[0037] In diesem Schritt wird dem Motor bzw. Motorsteuergerät die Vorgabe gesendet, die
Leerlaufdrehzahl abzusenken. Die abgesenkte Leerlaufdrehzahl liegt jedenfalls außerhalb
des Zertifizierungsdrehzahlbandes und wird gemäß Figur 1 zwischen den Punkten {2}
und {3} angefahren.
[0038] Exemplarisch für fahrzeugseitige Einschränkungen, die jedoch nicht zwingend sind,
sind der elektrische Energiebedarf, der Ladezustand der Batterie, Betriebstemperaturen
und Klimaanlagenbetrieb.
[0039] In weiterer Folge überprüft der Motor bzw. das Motorsteuergerät zunächst, ob keine
motorseitigen Einschränkungen gegen das Absenken sprechen (Schritt 2.7). Liegen solche
Einschränkungen vor, wird die Überprüfung wiederholt, wenn nicht, wird die Motordrehzahl
abgesenkt (Schritt 2.8).
[0040] Solche Einschränkungen können beispielsweise, aber nicht zwingend die Kühlmitteltemperatur,
das Temperaturniveau der Abgasnachbehandlung und der Öldruck sein.
[0041] Liegen solche motorseitigen Einschränkungen nicht vor, wird die Drehzahl auf den
Vorgabewunsch des Fahrzeugleitrechners reduziert (Schritt 2.9) und das Fahrzeug wechselt
gemäß Schritt 2.10 in den Schlafmodus. Dieser wird unter Umgehung der genannten Schritte
sofort erhalten, wenn in Prüfungsschritt 2.3 bereits die Bedingung ("NEIN") erkannt
wurde, d. h. der Schlafmodus aktiv ist.
[0042] Wird die Motordrehzahl in Schritt 2.9 nicht abgesenkt, kehrt das Verfahren zurück
zu Schritt 2.5.
[0043] In jedem Falle wird während dieses Schlafmodus, d. h. während des Leerlaufbetriebes
außerhalb des Zertifizierungsbandes der Motor gemäß Schritt 2.11 nicht übermäßig belastet,
um das Abwürgen zu verhindern. In diesem Betriebsbereich kann eine Leistungsbereitstellung
nur in eingeschränktem Umfang erfolgen, wie beispielsweise für untergeordnete Verbraucher
wie Klimakompressor und/oder die Lichtmaschine. Als nicht untergeordnete Verbraucher
sind beispielsweise der Fahrantrieb, Arbeits- und Lenkhydraulik anzuführen, deren
Leistungsanforderung unterbunden werden.
[0044] Erfolgt nun eine Lastanforderung durch das Fahrzeug gemäß Schritt 2.12, wird gemäß
Schritt 2.14 die Motordrehzahl angehoben, und zwar solange bis gemäß Schritt 2.15
die konventionelle Leerlaufdrehzahl erreicht ist, d. h. eine Drehzahl innerhalb des
zertifizierten Drehzahlbandes. Dies entspricht Punkt {3} in Figur 1. Erst dann wird
gemäß Schritt 2.16.1 die Parkbremse gelöst und es darf gemäß Schritt 2.16 der Motor
belastet werden. Liegt keine Lastanforderung durch das Fahrzeug vor, liegen jedoch
motorseitige Einschränkungen vor, wie beispielsweise eine zu geringe Kühlmitteltemperatur,
und/oder fahrzeugseitige Einschränkungen (Schritt 2.12.1) wird ebenfalls die Motordrehzahl
angehoben und eine Motorbelastung erfolgt aber auch in diesem Fall erst, wenn eine
Leerlaufdrehzahl im zertifizierten Drehzahlband erreicht ist.
[0045] Das Verfahren endet in Schritt 2.17 bzw. wird in Schritt 2.1 erneut durchlaufen.
[0046] Wie dies aus Schritt 2.13 hervorgeht, unterbleibt das Anheben der Motordrehzahl,
wenn weder eine Lastanforderung durch das Fahrzeug vorliegt noch fahrzeug-(Schritt
2.12.1) und/oder motorseitige Einschränkungen bestehen. Wird festgestellt, dass keine
Lastanforderung durch das Fahrzeug besteht, noch fahrzeugseitige Einschränkungen noch
motorseitige Einschränkungen vorliegen, kehrt das Verfahren von Schritt 2.13 zurück
zu Schritt 2.12, d.h. zu der Prüfung, ob eine Lastanforderung durch das Fahrzeug vorliegt.
[0047] Wie oben ausgeführt, betrifft das vorliegende Ausführungsbeispiel eine Vorgehensweise,
bei der die Parkbremse geschlossen wird und bei der nach der Lastanforderung und der
Anhebung der Motordrehzahl die Parkbremse gelöst wird.
[0048] Bei Fahrzeugen bzw. Arbeitsgeräten mit hydrodynamischem Antrieb ist es zwangsläufig
erforderlich, die Parkbremse im Stillstand zu aktivieren, um ein ungewolltes Losrollen
des Fahrzeuges unterbinden zu können. Hingegen weisen hydrostatische und leistungsverzweigte
Antriebe die Eigenschaft einer Selbsthemmung auf, die dem ungewollten in Bewegung
setzen entgegen wirkt.
[0049] Diese Eigenschaft erlaubt es, auf das Aktivieren der Parkbremse zu Beginn des Absenkens,
und das Lösen der Bremse beim Zurückkehren in den Arbeitsbetrieb verzichten zu können,
was ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung darstellt. Das Nützen der Selbsthemmung
des Antriebes weist den Vorteil auf, die Bedienschritte im Ablauf des Zurückkehrens
in den Arbeitsbetrieb vereinfachen zu können, d.h. die Schritte 2.5.1 und 2.16.1 können
entfallen. Es muss davon ausgegangen werden, dass ein automatisches Lösen der Parkbremse
durch die Steuerung - ohne Zutun des Fahrers - als sicherheitskritisch einzustufen
sein dürfte, was zusätzliche manuellen Bedienschritte erfordern würde, und der Fahrer
als störend beurteilen würde.
[0050] Das Vermögen der Selbsthemmung ist abhängig von Getriebetyp und -ausführung und kann
daher variieren. Sofern das Selbsthemmungsvermögen nicht in der Lage wäre, das Fahrzeug
in beliebiger Schräglage zu halten, wäre es erforderlich, vor dem Auslösen der Funktion
die anstehende Last am Getriebeausgang zu prüfen, beispielweise durch Überwachung
des Druckes in einem hydraulischen Pfad des Getriebes, und mit einem Schwellwert zu
vergleichen, um feststellen zu können, ob sich die Maschine in Schräglage befinden
könnte.
[0051] Es würde dieser Vergleich als arbeitsgerätseitige bzw. fahrzeugseitige Einschränkung
in der Fahrzeugsteuerung berücksichtigt werden, und das Wechseln in den Betrieb mit
reduzierter Drehzahl im Leerlauf unterdrückt werden, falls die Last am Getriebeausgang
darauf hindeutet, dass sich das Fahrzeug in Schräglage befindet. Zu den fahrzeugseitigen
Einschränkungen, die exemplarisch in Schritt 2.5 genannt sind, kann somit auch das
Ergebnis dieses Vergleiches zählen.
1. Verfahren zur Steuerung eines Arbeitsgerätes, insbesondere eines mobilen Arbeitsgerätes
und vorzugsweise eines Radladers, wobei das Arbeitsgerät wenigstens einen Verbrennungsmotor
aufweist, der in zumindest einem Leerlaufmodus betreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren den Schritt der Absenkung der Motordrehzahl im Leerlauf unter die Mindestdrehzahl
eines zertifizierten Drehzahlbandes umfasst, wenn wenigstens eine Bedingung erfüllt
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Bedingung um eine Zeitspanne handelt, mit der der Motor im Leerlauf
innerhalb des zertifizierten Arbeitsbandes läuft.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitspanne zumindest der am längsten dauernden Leerlaufphase in einem dynamischen
Prüfzyklus, vorzugsweise in einem dynamischen Prüfzyklus gemäß ISO 8178/11 entspricht.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Einhaltung der Zeitspanne durch einen Leitrechner des Arbeitsgerätes sichergestellt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Bedingung um das Fehlen einer oder mehrerer arbeitsgeräteseitiger
Einschränkungen handelt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die arbeitsgeräteseitigen Einschränkungen der elektrische Energiebedarf und/oder
der Ladezustand der Batterie und/oder eine oder mehrere Betriebstemperaturen und/oder
der Klimaanlagenbetrieb und/oder die anstehende Last am Getriebeausgang, vorzugsweise
der Druck in einem hydraulischen Pfad des Getriebes sind.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Bedingung um das Fehlen einer oder mehrerer motorseitiger Einschränkungen
handelt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die motorseitigen Einschränkungen die Kühlmitteltemperatur und/oder die Temperatur
einer Abgasbehandlungsanlage und/oder der Öldruck sind.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absenkung der Motordrehzahl erst dann vorgenommen wird, wenn die Zeitspanne,
mit der der Motor im Leerlauf innerhalb des zertifizierten Arbeitsbandes läuft, verstrichen
ist und wenn weder arbeitsgeräteseitige noch motorseitige Einschränkungen vorliegen.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach einer Lastanforderung eine Belastung des Motors erst dann erfolgt, wenn die
Motordrehzahl in dem zertifizierten Arbeitsband liegt.
11. Arbeitsgerät, insbesondere mobiles Arbeitsgerät und vorzugsweise Radlader, mit wenigstens
einem Verbrennungsmotor und mit wenigstens einer Steuerungs- oder Regelungseinheit,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungsoder Regelungseinheit derart ausgebildet ist, dass sie das Verfahren
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 durchführt.