[0001] Die Erfindung betrifft einen Arbeitszylinder bestehend aus einer Kolben-Zylindereinheit.
Die Erfindung umfasst ferner eine Baumaschine bzw. ein Hebezeug mit einem derartigen
Arbeitszylinder.
[0002] Bekannte Arbeitszylinder dienen als Antriebseinheit zur Ausführung von Linearbewegungen.
Unterschieden wird zwischen einfach wirkenden und doppelt wirkenden Zylindern. Durch
Druckbeaufschlagung der ein oder mehreren Wirkflächen wird eine Linearbewegung der
Kolbenstange erzielt. Die Kolbenbewegung wird über die Kolbenstange abgegriffen und
auf die zu bewegenden Maschinenkomponenten übertragen.
[0003] Der für die Linearbewegung benötigte Volumenstrom bzw. Druck wird durch einen externen
Regelkreis bereitgestellt und eingeregelt. Die Volumenstrom- bzw. Druckanpassung erfolgt
auf hydraulischem Wege über hydraulische Komponenten des externen Regelkreises. Die
aus dem Stand der Technik bekannten Zylinder sehen folglich ein oder mehrere Druckanschlüsse
vor, über die der über den externen Regelkreis erzeugte Volumenstrom der jeweiligen
Wirkfläche des Zylinders bereitgestellt wird.
[0004] Mit zunehmender Automatisierung von Baumaschinen wachsen die Anforderungen an die
verbauten Maschinenkomponenten. In diesem Zusammenhang wächst die Nachfrage nach intelligenten
Zylindern, die sich durch eine geregelte Bewegung auszeichnen.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, gattungsgemäße Arbeitszylinder
weiterzuentwickeln, um diese an die notwendigen Voraussetzungen der Automatisierungstechnik
anzupassen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Arbeitszylinder gemäß den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen des Arbeitszylinders sind Gegenstand der abhängigen
Unteransprüche.
[0007] Gemäß Anspruch 1 wird ein Arbeitszylinder vorgeschlagen, der in üblicher Weise aus
einer Kolben-Zylindereinheit besteht. Der Arbeitszylinder umfasst wenigstens einen
Druckanschluss zur Bereitstellung eines Volumenstroms bzw. von Druckenergie für den
Betrieb des Arbeitszylinders. Weiterhin umfasst der Arbeitszylinder eine integrale
Ventilanordnung zur Regelung/Steuerung der Zuleitung des über den wenigstens einen
Druckanschluss bereitgestellten Druckvolumenstrom in den Zylinderraum. Für eine autarke
Steuerung/Regelung der Kolbenstangenbewegung des Arbeitszylinders ist eine integrierte
Steuer- und/oder Regeleinheit vorgesehen, die mit der Ventilanordnung in Verbindung
steht und eine entsprechende Ansteuerung der Ventilanordnung vornimmt.
[0008] Demnach wird eine Art intelligenter Arbeitszylinder geschaffen, der seine Position
und sein kinematisches Verhalten selbsttätig steuert bzw. regelt. Dazu werden keine
externen Komponenten benötigt, sondern der Zylinder greift ausschliesslich auf eigene
Komponenten zurück. Dem Zylinder wird lediglich Druckenergie, beispielsweise in Form
eines konstanten Druckvolumenstroms, zur Verfügung gestellt. Die notwendige Druckbeaufschlagung
der ein oder mehreren Wirkflächen der Kolben-Zylindereinheit wird selbstständig bestimmt
und vorgenommen.
[0009] Die Zylinderart und die konstruktive Ausgestaltung des Arbeitsprinzips sind für den
wesentlichen Kerngedanken der Erfindung weniger relevant. Der Arbeitszylinder kann
beispielsweise als Hydraulik- oder Pneumatikzylinder ausgeführt sein. Ferner kann
der Arbeitszylinder als einfach wirkender oder doppelwirkender Hydraulikzylinder konstruiert
sein. Die vorgestellte erfindungsgemäße Idee lässt sich uneingeschränkt auch auf Teleskopzylinder
portieren.
[0010] In einer vorzugsweisen Ausführungsform umfasst die Ventilanordnung pro Wirkfläche
wenigstens ein regelbares Ventil, das über die Steuer- und/oder Regeleinheit entsprechend
ansprechbar ist, um die zugeordnete Wirkfläche mit dem gewünschten Druck zu beaufschlagen.
Die ein oder mehreren regelbaren Ventile stehen eingangsseitig mit dem wenigstens
einen Druckanschluss in Verbindung und ausgangsseitig mit wenigstens einer Öffnung
zum Zylinderraum, insbesondere einer Öffnung zum Zylinderraum mit der dem Ventil zugeordneten
Wirkfläche.
[0011] Besonders geeignet sind elektrisch ansteuerbare Proportionalventile, die elektrisch
mit der Steuer- und/oder Regeleinheit in Verbindung stehen und entsprechende Schaltsignale
von dieser erhalten. Sinnvollerweise sind die ein oder mehreren Ventile zumindest
teilweise in den Zylindermantel eingebettet. Dies ist nicht nur platzsparend sondern
schützt die Ventile zudem vor äußeren Einflüssen.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform steht ein Ventil direkt mit dem Druckanschluss
in Verbindung, während ein oder mehrere weitere Ventile über eine Druckleitung des
Arbeitszylinders mit dem Druckanschluss in Verbindung stehen. Die Druckleitung kann
zumindest teilweise kanalartig durch den Zylindermantel verlaufen.
[0013] Für die kommunikative Anbindung des Arbeitszylinders nach aussen ist vorzugsweise
wenigstens eine Datenschnittstelle vorgesehen. Über die Datenschnittstelle können
der Steuer- und/oder Regeleinheit passende Steuerungs- bzw. Regelungsparameter bzw.
sonstige Befehle bzw. Informationen für die Positionsansteuerung des Zylinders bzw.
zur Einflussnahme auf das Arbeits-/Bewegungsverhaltens des Zylinders zugeführt werden.
[0014] Alternativ oder zusätzlich kann die Datenschnittstelle für den Datenabruf geeignet
sein. Dabei lassen sich gewisse Steuerungs- und/oder Regelungsparameter des Arbeitszylinders
bzw. sonstige betriebsrelevante Informationen des Arbeitszylinders durch eine externe
übergeordnete Steuerung auslesen. Beispielsweise können von der Steuer- und/oder Regeleinheit
über die integrierte Datenschnittstelle Regel- und/oder Positions- und/oder dynamische
Messdaten bereitgestellt werden. Anhand dieser Messdaten lässt sich nicht nur auf
die aktuelle Position der Kolbenstange rückschließen, sondern es können zusätzlich
Informationen wie beispielsweise der aktuelle Energiebedarf abgerufen werden.
[0015] Für die Positionsbestimmung der Kolbenstange ist zweckmäßigerweise ein integrales
Positionsmesssystem am oder im Zylinder angeordnet, das kommunikativ mit der Steuer-
und/oder Regeleinheit verbunden ist. Das Positionsmesssystem kann bevorzugt an der
stirnseitigen Zylinderfläche im Bereich des Kolbenstangenausgangs angeordnet sein.
Über das integrierte Messsystem lässt sich die aktuelle Lage der Kolbenstange relativ
zum Zylindergehäuse erfassen. Möglich ist auch die Erfassung der aktuellen Bewegungsgeschwindigkeit
des Kolbens.
[0016] Denkbar ist es, dass der Arbeitszylinder ein Speichermittel zur Speicherung betriebsrelevanter
Steuerungs- bzw. Regelparameter aufweist, auf die die Steuer- bzw. Regelungseinheit
während des Zylinderbetriebs zurückgreifen kann. Denkbar ist es auch, dass ein oder
mehrere Steuer- bzw. Regelungsprofile in dem Speichermittel ablegbar sind. Derartige
Profile beschreiben unterschiedliche Steuerungs- bzw. Regelverhalten des Arbeitszylinders,
beispielsweise für unterschiedliche Einsatzzweck. Je nach Anwendungsfall lässt sich
durch Auswahl des passenden Profils das gewünschte Zylinderverhalten konfigurieren.
Die Profilarten können sich bevorzugt hinsichtlich der resultierenden Arbeitsgeschwindigkeit
der Linearbewegung unterscheiden. Ferner kann im Profil festgelegt sein, ob eine Lastdämpfung
durch gezielte Ansteuerung der Ventilanordnung realisiert werden soll. In diesem Zusammenhang
wird darauf hingewiesen, dass die Implementierung einer Lastdämpfung ohne Zusatzkomponenten
durch Modifikation des ausgeführten Regelalgorithmus der Steuer- und/oder Regeleinheit
realisierbar ist.
[0017] Die Verwendung von Profilen erlaubt eine einfache Implementierung und Umsetzung verschiedenartiger
Zylindertypen mit jeweils unterschiedlichen Arbeitsverhalten, die sich daher flexibel
für diverse Einsatzgebiete anpassen lassen. Durch die Erfindung wird daher ein universaler
Arbeitszylinder für ein enorm breites Portfolio geschaffen.
[0018] Für die Programmierung des Arbeitszylinders kann es vorgesehen sein, dass das Speichermittel
über die Datenschnittstelle ansprechbar ist. Auf diese Weise können bestehende Regel-
bzw. Steuerungsparameter bzw. Regelprofile erstellt, geändert, gelöscht bzw. ausgelesen
werden. Alternativ oder zusätzlich kann es ebenso vorgesehen sein, dass die Steuer-
bzw. Regeleinheit unmittelbar über die Datenschnittstelle ansprechbar ist und das
oder die notwendigen Profilen bzw. Parameter direkt über die Schnittstelle erhält.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann die Steuer- und/oder Regeleinheit
für die Ausführung ein oder mehrerer Überwachungsfunktionen geeignet sein. Die Steuer-
und/oder Regeleinheit umfasst beispielsweise eine implementierte Logik zur Durchführung
eines Testlaufs zur Prüfung der grundlegenden Zylinderfunktionalität. Zusätzlich oder
alternativ können spezifische Testroutinen zum Erkennen von Schädigungen, insbesondere
Leckagen innerhalb des Arbeitszylinders zur Verfügung stehen. Weiterhin kann optional
ein Programm zur Bestimmung der Qualität des verwendeten Druckmediums, beispielsweise
zur Erfassung der Fluidqualität des verwendeten Hydraulikmediums zu Ausführung bereit
liegen.
[0020] Die Erfindung betrifft zudem eine Baumaschine, insbesondere eine Erdbewegungsmaschine,
oder ein Hebezeug mit wenigstens einem Arbeitszylinder gemäß der vorliegenden Erfindung
bzw. einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung. Die Baumaschine bzw. das Hebezeug
weisen offensichtlich dieselben Vorteile und Eigenschaften auf, wie der erfindungsgemäße
Arbeitszylinder, weshalb an dieser Stelle auf eine erneute Beschreibung verzichtet
wird.
[0021] Der wenigstens eine Arbeitszylinder ist über seinen Druckanschluss an einen Druckkreislauf
der erfindungsgemäßen Baumaschine bzw. des Hebezeugs angeschlossen. Eine zentrale
Steuereinheit der Baumaschine bzw. des Hebezeugs steht über die Datenschnittstelle
des erfindungsgemäßen Arbeitszylinders mit dessen Steuer- bzw. Regeleinheit in Verbindung.
Die Arbeitsweise des Arbeitszylinders lässt sich über die Datenschnittstelle von der
übergeordneten Steuerung beeinflussen und überprüfen. Zudem offeriert die Schnittstelle
die Möglichkeit, aktuelle den Arbeitszylinder betreffende Zustandsinformationen abzurufen
und zentral auszuwerten. Die Steuer- und/oder Regelung der Kolbenbewegung obliegt
jedoch jedem Arbeitszylinder selbst.
[0022] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sollen im Folgenden anhand eines
in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Es zeigen:
- Figur 1:
- ein Systembild des erfindungsgemäßen Arbeitszylinders und
- Figur 2:
- ein Funktionsschaltbild des erfindungsgemäßen Arbeitszylinders aus Figur 1.
[0023] Der erfindungswesentliche Gedanke des intelligenten Arbeitszylinders soll anhand
des in der Figur 1 dargestellten doppelwirkenden Linearzylinders 10 erläutert werden.
Es ist jedoch offensichtlich, dass sich die erfindungsgemäße Lehre auf eine Vielzahl
von unterschiedlichen Zylindertypen anwenden lässt und nicht auf das konkrete Ausführungsbeispiel
der Figuren 1 und 2 beschränkt ist.
[0024] Figur 1 zeigt einen Arbeitszylinder 10 mit einem Zylindermantel 11 und einer darin
linear verschieblich gelagerten Kolbenstange 12. Am innerhalb des Zylinderraums liegenden
Ende der Kolbenstange 12 ist der Kolben 13 angeordnet. Das andere Kolbenstangenende
tritt durch die Stirnfläche des Zylindermantels 11 aus dem Zylinderraum heraus.
[0025] Aufgrund der doppelwirkenden Funktion des Arbeitszylinders 10 unterteilt sich der
Zylinderraum in zwei gegeneinander abgedichtete Zylinderräume, nämlich den kolbenseitigen
Zylinderraum 14 sowie den stangenseitigen Zylinderraum 15. Durch gezielte Druckregulierung
des Druckniveaus innerhalb der Zylinderräume 14, 15 lässt sich eine Linearbewegung
der Kolbenstange 12 erzeugen.
[0026] In den Zylindermantel 11 ist eine Ventilanordnung aus zwei regelbaren Proportionalventilen
20, 30 eingebettet. Das Regelventil 20 regelt das im Zylinderraum 14 vorherrschende
Druckniveau, während das Proportionalventil 30 das Druckniveau innerhalb des Zylinderraums
15 bestimmt. Der Zylinder 10 wird mit einem Hydraulikmedium betrieben. Die Ventile
20, 30 stehen mit einem zentralen hydraulischen Druckanschluss 40 in Verbindung, wobei
das Ventil 30 über einen im Zylindermantel 11 vorgesehenen Kanal 23 fluidisch leitend
mit dem Druckanschluss 40 in Verbindung steht. Durch die Regulierung des Volumenstroms
in die jeweiligen Kammern 14, 15 mittels der zugeordneten Ventile 20, 30 lässt sich
der Kammerdruck einstellen und die gewünschte Kolbenbewegung erzeugen.
[0027] Die Betätigung der Proportionalventile 20, 30 erfolgt elektrisch. Passende Steuersignale
werden durch eine Steuer- bzw. Regeleinheit 70, die ebenfalls integraler Bestandteil
des Arbeitszylinders 10 ist, erzeugt und am jeweiligen Steuereingang der Ventile 20,
30 angelegt. Die Einheit 70 ist am kolbenstangenseitigen Ende des Zylindermantels
11 angeordnet. Eine im Bereich des Kolbenstangenausgangs am Zylindermantel 11 ebenfalls
befestigte Messeinrichtung 60 misst neben der aktuellen Position der Kolbenstange
12 relativ zum Zylindergehäuse 11 die Bewegungsgeschwindigkeit des Kolbens und teilt
beide Werte der Steuer- und/oder Regeleinheit mit. Die Messeinheit 60 basiert auf
dem entwickelten Positioniersensorsystem für Hydraulikzylinder PMHZ.
[0028] Für den Datenaustausch steht eine Datenschnittstelle 50 zur Verfügung, die zur Kommunikation
der Steuer- und/oder Regeleinheit mit einer übergeordneten Zentralsteuerung dient.
Zudem kann über die Datenschnittstelle die grundlegende Programmierung bzw. Wartung
des Arbeitszylinders 10, insbesondere der Steuer- und Regeleinheit 70 erfolgen.
[0029] Anhand der Funktionsskizze der Figur 2 soll die grundlegende Funktionsweise des erfindungsgemäßen
Arbeitszylinders 10 verdeutlicht werden. Über den hydraulischen Druckanschluss 40
wird der Arbeitszylinder mit einer konstanten hydraulischen Energie versorgt. Die
hydraulische Energie wird eingangsseitig an beide Proportionalventile 20, 30 angelegt.
Der Durchlass der beiden Hydraulikventile 20, 30 wird durch den Regler 71 der Steuer-
und Regeleinheit 70 bestimmt und an den Ventilen 20, 30 eingestellt.
[0030] Der Regler 71 erhält als Sollgröße 72 einen möglichen Positionswunsch bzw. ein Bewegungsprofil.
Die Sollgröße 72 wird mit der Istgröße 61 verglichen und daraus ein entsprechender
Stellwert 73 für die Hydraulikventile 20, 30 generiert. Die Istgröße 61 wird durch
das Messsystem 60 bereitgestellt und charakterisiert die aktuelle Lage der Kolbenstange
12. Zusätzlich oder alternativ lassen sich weitere über das Messsystem bereitgestellte
Größen, wie die Geschwindigkeit der Kolbenbewegung, heranziehen und als Istgröße 61
verwenden.
[0031] Der aktuelle Positionswunsch des Arbeitszylinders 10 sowie ein mögliches Bewegungsprofil
können in einer nicht dargestellten Speichereinheit mit Zugriff durch die Steuer-
bzw. Regeleinheit 70 hinterlegt sein oder alternativ zur Laufzeit über die Datenschnittstelle
50 bereitgestellt werden. Über das Bewegungsprofil lässt sich ein wünschenswertes
Arbeitsverhalten des Arbeitszylinders 10 konfigurieren. Darunter fällt zum Einen die
gewünschte Bewegungsgeschwindigkeit der Kolbenstange 12 als auch die Realisierung
einer Endlagendämpfung, etc.
[0032] Die durch den Regler 71 generierte Stellgröße 73 wird als elektrisches Steuersignal
an den Ventile 20, 30 angelegt, um die gewünschte Durchlassmenge und das erforderliche
Druckniveau in den Zylinderkammern 14, 15 einzustellen.
[0033] Über die Datenschnittstelle 50 lassen sich zudem Informationen 51 an ein übergeordnetes
System übertragen. Hierzu zählt beispielsweise die aktuelle Zylinderposition als auch
der für den Betrieb notwendige Energiebedarf des Arbeitszylinders 10.
[0034] Die Steuer- und Regeleinheit 70 kann zudem eine Logik für mögliche Überwachungsfunktionen
des Arbeitszylinders 10 umfassen. Hierzu zählt beispielsweise eine Überwachungsfunktion
zur Überprüfung der grundlegenden Funktionen des Arbeitszylinders 10 sowie zum Erkennen
von möglichen Schädigungen bzw. Leckagen innerhalb des Zylindersystems. Gleichwohl
kann die Steuer- und Regeleinheit 70 eine Logik zur Überprüfung der aktuellen Fluidqualität
des verwendeten Hydrauliköls umfassen.
[0035] Die Erfindung beschreibt einen integrierten intelligenten Zylinder, der die Position
und das kinematische Verhalten in Form von digitalen Daten bekommt. Dem Zylinder steht
hydraulische Energie zur Verfügung, dieser regelt jedoch den notwendigen Energiebedarf
und seine Bewegung eigenständig in Abhängigkeit bereitgestellter Regelparameter bzw.
vorgegebener Profile. Darüber hinaus kann er Regel-, Positions- und dynamische Messdaten
an übergeordnete Systeme zur Verfügung stellen, wodurch eine Prozessautomatisierung
oder Teilautomatisierung sowie Überwachungsfunktion dargestellt werden kann.
[0036] Das Verhalten des hydraulischen Zylinders kann analog zu elektronisch gesteuerten
bzw. geregelten Stellantrieben aufgefasst werden und als geschlossenes System intepretiert
werden, dem lediglich Energie zugeführt werden muss und über dessen Datenschnittstelle
die Kommunikation mit einem übergeordneten Steuerungssystem erfolgen kann.
[0037] Der erfindungsgemäße Arbeitszylinder schafft wettbewerbsfähige Voraussetzungen für
die Automatisierung von Arbeitsprozessen bzw. Assistenzsystemen. So bietet der Zylinder
die notwendigen Voraussetzungen für die Realisierung einer Kippmomentkontrolle, beispielsweise
zum Schutz bei Lasthebearbeiten, oder für eine Hubbegrenzung, wobei hier unterschiedliche
Arbeitszylinder für verschiedene Ausrüstungen verwendet werden können. Durch die elektrische
Ansteuerung kann besonders einfach eine Geschwindigkeitskontrolle eingeführt werden,
die insbesondere im Gefahrenbereich, d.h. Positionsabhängig, geringere Geschwindigkeiten
zulässt. Zudem lässt sich ohne zusätzlichen konstruktiven Aufwand eine Lastdämpfung,
beispielsweise zur Dämpfung der Ausrüstung gegen Aufschaukeln, realisieren. Diese
elektronische Endlagendämpfung bewirkt einen Wegfall der ansonsten notwendigen Mechanik.
Die Anpassung des Arbeitsverhaltens an bestimmte Anwendungsgebiete erfolgt ebenso
rein elektronisch und nicht wie bisher auf hydraulischem Wege.
[0038] Die Erfindung bietet also einen universellen Hydraulikzylinder, wodurch sich eine
Reduktion des gesamten Portfolios an Zylindern erreichen lässt. Über die elektronische
Steuerung kann zudem besonders einfach eine notwendige Kundenadaptionen umgesetzt
werden. Weiterhin stehen durch die Elektronik zahlreiche Selbstüberwachungs- und Diagnostikfunktionen
innerhalb des Zylinders zur Verfügung.
[0039] Insgesamt wird eine verbesserte Energieeffizienz durch einen vorhersehbaren und regelbaren
hydraulischen Energiebedarf geschaffen, wodurch notwendige Voraussetzungen für die
Pumpenregelung erfüllt werden.
1. Arbeitszylinder umfassend eine Kolben-Zylindereinheit mit wenigstens einem Druckanschluss,
einer integralen Ventilanordnung zur Steuerung des Druckvolumenstroms von dem Druckanschluss
in den Zylinderraum und einer integrierten Steuer- und/oder Regeleinheit zur Betätigung
der Ventilanordnung.
2. Arbeitszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilanordnung pro Wirkfläche wenigstens ein regelbares Ventil, insbesondere
elektrisch steuerbares Proportionalventil umfasst.
3. Arbeitszylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere Ventile zumindest teilweise innerhalb des Zylindermantels angeordnet
sind, wobei diese vorzugsweise über wenigstens einen in dem Zylindermantel verlaufenden
Druckkanal miteinander verbunden sind.
4. Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuer- und/oder Regeleinheit einen Datenanschluss umfasst.
5. Arbeitszylinder nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass von der Steuer- und/oder Regeleinheit über die Datenschnittstelle Regel- und/oder
Positions- und/oder dynamische Messdaten bereitstellbar sind.
6. Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein integrales Positionsmesssystem am Zylinder vorgesehen ist, das kommunikativ mit
der Steuer- und/oder Regeleinheit verbunden ist.
7. Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilanordnung von der Steuer- und/oder Regeleinheit in Abhängigkeit eines Bewegungsprofils
und/oder ein oder mehrerer Regelparameter steuerbar/regelbar ist, wobei das Bewegungsprofil
und/oder die Regelparameter von einem integrierten Speichermittel des Arbeitszylinders
und/oder über die Datenschnittstelle bereitstellbar ist/sind.
8. Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Steuer- und/oder Regeleinheit ein oder mehrere Überwachungsfunktionen
ausführbar sind, insbesondere zur Überwachung der Zylinderfunktionsfähigkeit und/oder
zum Erkennen von Schädigungen bzw. Leckagen im Arbeitszylinder und/oder zur Erfassung
der Qualität des verwendeten Druckmedium, insbesondere Hydraulikfluid.
9. Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder ein Pneumatik- oder Hydraulikzylinder ist.
10. Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder ein einfach oder doppelwirkender Zylinder oder ein Teleskopzylinder
ist.
11. Baumaschine, insbesondere Erdbewegungsmaschine, oder Hebezeug mit wenigstens einem
Arbeitszylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche.