[0001] Die Erfindung betrifft ein Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherungsschaltgerät, nachfolgend
kurz NH-Sicherungsschaltgerät bzw. Sicherungsschaltgerät bezeichnet, mit einem Gerätedeckel
und einer im Gerätedeckel verschiebbar gelagerten Scheibe, wobei die Scheibe ein Loch
für den Zugang eines Prüfwerkzeugs an ein spannungsführendes Geräteelement aufweist,
wobei die Scheibe in Abstand von dem Geräteelement über einer Ausnehmung in dem Gerätedeckel
zwischen einer festgelegten Schließstellung und einer Prüfstellung beweglich ist,
wobei das Loch in der Schließstellung der Scheibe von dem Gerätedeckel geschlossen
ist und sich in der Prüfstellung der Scheibe offen über dem Geräteelement befindet.
[0002] NH-Sicherungsschaltgeräte werden insbesondere in den Bereichen Gebäudeinstallation,
Schaltanlagen- und Steuerungsbau sowie in der Energieversorgung eingesetzt. Das Kontaktsystem
ermöglicht ein sicheres Schalten, insbesondere, bei Ausbildung des Sicherungsschaltgeräts
als Sicherungslasttrennschalter, ein sicheres Schalten unter Last, wobei die dem Sicherungsschaltgerät
zugeordneten Sicherungseinsätze den bewegbaren Kontakt bilden.
[0003] Bekannt sind NH-Sicherungsschaltgeräte mit Geräteunterteil und Gerätedeckel, wobei
NH-Sicherungseinsätze im Gerätedeckel gehalten sind und der Kontakt durch Schließen
des Gerätedeckels geschlossen wird. Im Allgemeinen befinden sich in solchen Sicherungsschaltgeräten,
für die Phasen R, S und T, drei Sicherungseinsätze übereinander oder nebeneinander
am Gerätedeckel.
[0004] Ein NH-Sicherungsschaltgerät der eingangs genannten Art ist aus der
DE 36 39 669 A1 bekannt. Bei diesem ist die Scheibe bzw. Platte durchsichtig ausgebildet, sodass
es dem Benutzer des Sicherungsschaltgerätes möglich ist, den Betriebszustand - defekt
oder in Ordnung - des Sicherungsschaltgerätes von außen zu erkennen. Die verschiebbare
Lagerung der jeweiligen Scheibe im Gehäusedeckel ermöglicht es, diese aus der Schließstellung
in die Prüfstellung zu bewegen, in der sich das Loch in der Scheibe, nachstehend als
Prüfloch bezeichnet, offen über dem Geräteelement befindet. Bei diesem Geräteelement
handelt es sich insbesondere um eine aus Metall bestehende Grifflasche eines Sicherungseinsatzes,
einen Kontakt des Sicherungseinsatzes oder einen Kontakt des Sicherungsschaltgerätes
zur Aufnahme des Sicherungseinsatzes. An diesen Gerätelementen liegt im Betrieb des
Sicherungsschaltergerätes eine Spannung an. Der Benutzer kann in der Prüfstellung
der Scheibe durch das Loch ein Prüfwerkzeug, insbesondere einen Spannungsprüfer, stecken,
zum Kontakt mit dem Gerätelement. In aller Regel ist die Scheibe mit einem zweiten
Prüfloch, das derselben Phase zugeordnet ist, versehen, sodass auch durch dieses Prüfloch
ein Prüfwerkzeug zu dem diesem Prüfloch zugeordneten Geräteelement gesteckt werden
kann. Alternativ wird beim Überführen der Scheibe von der Schließstellung in die Prüfstellung
ein Spalt gebildet, sodass durch diesen Spalt ein Prüfwerkzeug in Kontakt mit dem
Geräteelement gebracht werden kann, abgesehen von dem anderen Prüfwerkzeug, das durch
das Loch in der Scheibe gesteckt wird.
[0005] Bei dem bekannten Sicherungsschaltgerät erfolgt das Verschieben der Scheibe manuell.
In der Schließstellung ist die Scheibe mittels einer Rastverbindung festgelegt. Verschoben
wird die Scheibe aus dieser Position durch Aufbringen einer Kraft, die größer ist
als die Rastkraft zwischen Scheibe und Gerätedeckel.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein NH-Sicherungsschaltgerät der eingangs
genannten Art so weiterzubilden, dass bei einfacher Gestaltung des Sicherungsschaltgeräts
eine sichere Festlegung der Scheibe in deren Schließstellung sowie ein unkompliziertes
Aufheben der Festlegung der Scheibe und deren Verschiebung in deren Prüfstellung gewährleistet
ist.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass die Scheibe ein weiteres Loch für den Zugang
eines Betätigungswerkzeugs an ein Führungselement aufweist, wobei das Führungselement
entgegen der Wirkung einer Federkraft nachgiebig in einem Deckelabschnitt des Gerätedeckels
gelagert ist und ein Festlegmittel zum Festlegen der verschiebbaren Scheibe in deren
Schließstellung bei nicht mittels des Betätigungswerkzeugs beaufschlagtem Führungselement
aufweist, wobei, bei mittels des Betätigungswerkzeugs beaufschlagtem Führungselement,
das Festlegemittel außer Eingriff mit der Scheibe ist und durch das Führungselement
das Betätigungswerkzeug, beim Verschieben der Scheibe mittels des Betätigungswerkzeugs
geführt ist.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Sicherungsschaltgerät ist es somit zum Verschieben der
Scheibe zumindest in deren geöffnete Prüfstellung erforderlich, ein Betätigungswerkzeug
zu verwenden, das durch das weitere Loch, nachstehend als Betätigungsloch bezeichnet,
gesteckt wird und in Kontakt mit dem Führungselement gebracht wird. Durch Einwirken
des Betätigungswerkzeugs auf das Führungselement, das nachgiebig im Deckelabschnitt
des Gerätedeckels gelagert ist, wird das mit dem Führungselement zusammenwirkende
Festlegmittel außer Eingriff mit der Scheibe gebracht, sodass die nicht mehr festgelegte
Scheibe dann verschoben werden kann, indem das Betätigungswerkzeug in Längserstreckung
der Scheibe bewegt wird und damit die Scheibe mitbewegt. In der Prüfstellung der Scheibe
wird das Betätigungswerkzeug aus dem Betätigungsloch herausgezogen, wobei das Führungselement
unter Wirkung der Federkraft gegen die Scheibe zurückfedert.
[0009] Grundsätzlich können Mittel vorgesehen sein, die beim Zurückfedern des Führungselements
die Scheibe bezüglich des Führungselements festlegen, insbesondere die Scheibe in
der Prüfstellung rastieren.
[0010] Das Sicherungsschaltgerät ist insbesondere derart gestaltet, dass, beim Überführen
der Scheibe von der Schließstellung in die Prüfstellung, das Betätigungswerkzeug mit
keinem spannungsführenden Bauteil in Kontakt gelangen kann. Unter diesem Aspekt wird
es als vorteilhaft angesehen, wenn das Führungselement einen Boden zum Führen des
Betätigungswerkzeugs beim Verschieben der Scheibe aufweist. Dem Boden kommt nicht
nur die Führungsfunktion für das Betätigungswerkzeug beim Verschieben der Scheibe
zu, sondern es trennt der Boden den Bereich des Sicherungsschaltgeräts, in dem die
Betätigung der Scheibe stattfindet, von dem Bereich des Sicherungsschaltgeräts ab,
der die spannungsführenden Bauteile aufweist.
[0011] Unter diesem Aspekt wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn das Führungselement
trogförmig ausgebildet ist, wobei der Trog zur Scheibe hin offen ist. Das Führungselement
bzw. der Trog ist insbesondere derart gestaltet, dass es bzw. er einen Boden, Seitenwände
sowie die Seitenwände verbindende Stirnwandungen aufweist. Demnach ist der Bereich
des Führungselements, in dem das Betätigungswerkzeug wirksam ist, allseitig umschlossen,
bis auf die Seite, die der Scheibe zugewandt ist. Das Betätigungswerkzeug kann somit
insbesondere nicht zu den Seiten hin außer Eingriff mit dem Führungselement gelangen,
da dies durch die Seitenwände verhindert wird. Die Stirnwandungen begrenzen die Verfahrbewegung
der Scheibe mittels des Betätigungswerkzeugs.
[0012] Der Boden des Trogs ist insbesondere im Wesentlichen parallel zur Scheibe angeordnet.
Demnach taucht das Betätigungswerkzeug beim Verschieben der Scheibe im Wesentlichen
gleich weit in das Sicherungsschaltgerät ein.
[0013] Der Trog ist insbesondere derart gestaltet, dass er auf seiner der Anbindung an den
Deckelabschnitt abgewandten Seite eine Wandung aufweist, die im Bereich deren, dem
Boden des Trogs abgewandten Endes das Festlegemittel aufweist. Das Festlegemittel
ist vorzugsweise als Vorsprung ausgebildet, der in der Schließstellung der Scheibe
einen Vorsprung der Scheibe hintergreift.
[0014] Unter dem Aspekt der fertigungstechnischen Optimierung des Sicherungsschaltgeräts
wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn das Führungselement, das Festlegemittel
und der Deckelabschnitt ein Bauteil bilden. Es handelt sich insbesondere um ein Bauteil
aus Kunststoff. Dieses Bauteil ist vorzugsweise ein Kunststoffspritzgussteil.
[0015] Die nachgiebige Anbindung des Führungselements an den Deckelabschnitt wird insbesondere
dadurch bewerkstelligt, dass das Führungselement über einen elastisch biegsamen Verbindungsabschnitt
mit dem Deckelabschnitt verbunden ist. Der Verbindungsabschnitt weist insbesondere
eine U-förmige Querschnittsform auf. Ein Schenkel des U ist im Bereich seines freien
Endes mit dem Führungselement, ein anderer Schenkel des U im Bereich seines freien
Endes mit dem Deckelabschnitt verbunden. Diese Gestaltung erfordert nur geringen Bauraum,
bei einfacher Gestaltung und zuverlässiger Funktion.
[0016] Das Führungselement ist vorzugsweise nur um ein definiertes Maß nachgiebig, beispielsweise
indem es gegen einen Vorsprung des Gerätedeckels bewegt wird.
[0017] In aller Regel ist die jeweilige Scheibe einer Phase des Sicherungsschaltgeräts zugeordnet
und es besteht die Möglichkeit, im Bereich jeder Scheibe zwei Geräteelemente bezüglich
anliegender Spannung zu prüfen. Unter diesem Aspekt wird es als besonders vorteilhaft
angesehen, wenn die Erstreckung der Scheibe von dem Prüfloch zu dem dem Prüfloch abgewandten
Ende der Scheibe geringer ist als der Abstand des spannungsführenden Geräteelements
zu einem weiteren spannungsführenden Geräteelement dieser Phase. Somit deckt die Scheibe
in deren Schließstellung die beiden Geräteelemente dieser Phase ab. In der verschobenen
Stellung der Scheibe, in der diese in die Prüfstellung überführt ist, ist das eine
spannungsführende Geräteteil durch das Prüfloch mittels des Prüfwerkzeugs zugänglich,
während ein anderes spannungsführendes Geräteelement durch den zwischen Scheibe und
Gerätedeckel gebildeten Spalt für ein weiteres Prüfwerkzeug zugänglich ist. Grundsätzlich
bestünde durchaus die Möglichkeit, statt dieses Spaltes die Scheibe mit einem weiteren
Prüfloch zu versehen.
[0019] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung der
Zeichnung und der Zeichnung selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale
und alle Kombinationen von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
[0020] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels dargestellt,
ohne hierauf beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein NH-Sicherungsschaltgerät, montiert auf einem Sammelschienensystem, bei geschlossenem
Gerätedeckel und in Schließstellung befindlichen Scheiben, veranschaulicht in einer
räumlichen Darstellung,
- Fig. 2
- die Darstellung gemäß Fig. 1, gezeigt für eine, in Prüfstellung befindliche Scheibe,
- Fig. 3
- den Gerätedeckel, bei entfernten Scheiben, gezeigt in einer räumlichen Darstellung,
- Fig. 4
- ein Bestandteil des Gerätedeckels bildendes trogförmiges Führungselement mit Festlegemittel,
wobei die Verbindung des Führungselements zu einem Deckelabschnitt des Gerätedeckels
mit veranschaulicht ist, gezeigt in einer räumlichen Ansicht, für die Stellung des
Führungselements bei entspanntem Verbindungsabschnitt,
- Fig. 5
- die Anordnung gemäß Fig. 4, veranschaulicht bei gespanntem Verbindungsabschnitt,
- Fig. 6
- die Anordnung gemäß der Fig. 4 und 5, veranschaulicht für die in diesen Figuren gezeigten
Zustände - gespannter und entspannter Zustand des Verbindungsabschnitts -,
- Fig. 7
- einen Schnitt durch den Gerätedeckel im Bereich des trogförmigen Führungselements,
bei festgelegter, diesem Führungselement zugeordneter, in Schließstellung befindlicher
Scheibe und zusätzlich veranschaulichtem, in das Betätigungsloch der Scheibe eingestecktem
Betätigungswerkzeug.
[0021] Fig. 1 zeigt ein NH-Sicherungsschaltgerät 1, das beispielsweise als Sicherungslasttrennschalter
ausgebildet ist und ein Geräteunterteil 2 sowie einen Gerätedeckel 3 aufweist. Im
Geräteunterteil 2 sind, in bekannter Art und Weise, nebeneinander die Kontakte für
die drei Phasen R, S und T angeordnet, wobei jeder Phase zwei Kontakte zugeordnet
sind. Eingangsseitig sind die Kontakte über Klemmen mit drei, nur für eine Teillänge
veranschaulichten Sammelschienen 4 verbunden und abgangsseitig sind Klemmen mit Anschlussleitungen
verbunden, die seitlich aus dem Geräteunterteil 2 herausführen. Der Gerätedeckel 3
ist im Bereich eines einem Deckelgriff 5 abgewandten Endes schwenkbar im Geräteunterteil
2 gelagert. Im Gerätedeckel 3 sind, entsprechend den drei Phasen, drei NH-Sicherungseinsätze
in Aufnahmen des Gerätedeckels 3 gehalten. Hierzu ist der jeweilige NH-Sicherungseinsatz
mit elektrisch leitenden Grifflaschen versehen, die leitend mit Kontaktmessern des
jeweiligen Sicherungseinsatzes verbunden sind. Im Bereich der Grifflaschen ist der
jeweilige Sicherungseinsatz im Gerätedeckel 3 gehalten. Beim Schwenken des Gerätedeckels
3 aus der in Fig. 1 veranschaulichten geschlossenen Position in die Öffnungsstellung
des Gerätedeckels 3 werden die drei NH-Sicherungen - die im Gerätedeckel 3 gelagert
sind, außer Eingriff mit den deren Kontaktmessern zugeordneten Kontakten gebracht,
womit der Stromfluss durch das NH-Sicherungsschaltgerät 1 unterbrochen ist. In der
in Fig. 1 gezeigten Schließstellung des Gerätedeckels 3 sind die beiden Kontakte der
jeweiligen Phase mittels der NH-Sicherung überbrückt. Dann kann insbesondere an den
Grifflaschen und den Kontaktmessern der jeweiligen Sicherung eine Spannung abgegriffen
werden, insbesondere festgestellt werden, ob diese Phase unter Spannung steht.
[0022] Um dies erkennen zu können, ist pro Phase eine Scheibe, vorliegend eine durchsichtige
Scheibe 6, im Gerätedeckel 3 über einer Ausnehmung 24 in dem Gerätedeckel 3 verschiebbar
gelagert. Die jeweilige Scheibe 6 weist ein Prüfloch 7 auf. Entsprechend der zur Fig.
1 zur jeweiligen Scheibe 6 veranschaulichten, einen Pfeil darstellenden Markierung
8 kann die jeweilige Scheibe 6 geringfügig in Richtung dieses Pfeils aus der in Fig.
1 gezeigten Stellung verschoben werden, in die Stellung, die gemäß Fig. 2 für eine
der Scheiben 6 veranschaulicht ist. In dieser Schließstellung gemäß Fig. 1 ist die
Scheibe 6 von dem Gerätedeckel 3 geschlossen. In der verschobenen Prüfstellung der
einen Scheibe 6 gemäß Fig. 2 befindet sich das Prüfloch 7 nunmehr direkt oberhalb
der einen Grifflasche des dieser Scheibe 6 zugeordneten Sicherungseinsatzes bzw. des
Kontaktmessers dieses Sicherungseinsatzes. Das dem Prüfloch 7 abgewandten Ende der
Scheibe 6 ist in dieser Prüfstellung der Scheibe 6 so positioniert, dass zwischen
der Scheibe 6 und dem diesem Ende der Scheibe zugewandten Bereich des Gerätedeckels
3 ein Spalt 9 gebildet ist. In der Prüfstellung der jeweiligen Scheibe kann somit
einerseits durch deren Prüfloch 7, andererseits durch den Spalt 9 jeweils ein Prüfwerkzeug
an die spannungsführenden Geräteelemente - Grifflasche oder Kontaktmesser - angelegt
werden kann.
[0023] Die vorliegende Erfindung betrifft das Überführen der jeweiligen Scheibe von deren
Schließstellung in deren Prüfstellung und umgekehrt:
So weist die jeweilige Scheibe 6 ein weiteres Loch, nachstehend als Betätigungsloch
10 bezeichnet, für den Zugang eines Betätigungswerkzeugs an ein trogförmiges Führungselement
11 auf. Das Betätigungswerkzeug hat ein stiftförmiges Ende, das geeignet ist, das
Betätigungsloch 10 zu durchsetzen. Es handelt sich bei dem Betätigungswerkzeug beispielsweise
um einen Schraubendreher 12, wie er zur Fig. 7 veranschaulicht ist.
[0024] Das trogförmige Führungselement 11 weist einen im Wesentlichen parallel zur Scheibe
6 angeordneten Boden 13, parallel zueinander angeordnete Seitenwände 14, 15 und die
Seitenwände verbindende Stirnwände 16 und 17 auf. Hierbei ist das trogförmige Führungselement
11 zur Scheibe 6 hin offen und entgegen der Wirkung einer Federkraft nachgiebig in
einem Deckelabschnitt 18 des Gerätedeckels 3 gelagert. Dabei ist das trogförmige Führungselement
11 über einen elastisch biegsamen Verbindungsabschnitt 19 mit dem Deckelabschnitt
18 verbunden. Der Verbindungsabschnitt 19 weist eine U-förmige Querschnittsform auf.
Ein Schenkel 20 des U ist im Bereich dessen freien Endes mit der Stirnwand 16 und
dem Boden 13 des trogförmigen Führungselements 11 verbunden. Ein anderer Schenkel
21 des U ist im Bereich dessen freien Endes mit dem Deckelabschnitt 18 verbunden.
[0025] Das trogförmige Führungselement 11 weist ferner ein als Vorsprung 22 ausgebildetes
Festlegemittel auf. Dieses dient dem Festlegen der verschiebbaren Scheibe 6 in deren
Schließstellung, bei nicht mittels des Betätigungswerkzeugs 12 beaufschlagtem Führungselement
11. Im Detail weist die Stirnwand 17 im Bereich deren dem Boden 13 abgewandten Endes
den Vorsprung 22 auf. Der Vorsprung 22 hintergreift in der Schließstellung der Scheibe
6 einen Vorsprung 23 der Scheibe 6.
[0026] Die Stirnwand 17 ist unter einem spitzen Winkel zur Scheibe 6 angeordnet. Wird das
Betätigungswerkzeug 12 durch das Betätigungsloch 10 hindurchgesteckt, kontaktiert
das Betätigungswerkzeug 12 mit seinem vorderen Ende den dem Boden 13 zugewandten Bereich
der Stirnwand 17 oder nur den Boden 13 benachbart der Stirnwand 17 und es wird beim
weiteren Vorschieben des Betätigungswerkzeugs 12 das Führungselement 11 im Bereich
des Endes, das der Stirnwand 17 zugewandt ist, geringfügig nach unten geschwenkt,
bis gegen einen Vorsprung 25 des Deckelabschnitts 18, aufgrund der Elastizität des
Verbindungsabschnitts 19. Hierbei gelangt der Vorsprung 22 des Führungselements 21
außer Eingriff mit dem Vorsprung 23 der Scheibe 6. Wird das Betätigungswerkzeug 12
in Richtung des Pfeils A in Fig. 7 bewegt, nimmt das Betätigungswerkzeug 12 die Scheibe
6 in Richtung des Pfeils A mit, sodass die Scheibe, von der zur Fig. 7 veranschaulichten
Schließstellung, in deren Prüfstellung, wie sie zur Fig. 2 für die eine Scheibe 6
veranschaulicht ist, überführt wird.
[0027] Aufgrund der trogförmigen Ausbildung des Führungselements 11 ist sichergestellt,
dass das Betätigungswerkzeug 12, insbesondere eine metallische Spitze dieses Werkzeuges,
nicht mit spannungsführenden Teilen in Kontakt gelangen kann. Im Übrigen wird beim
Bewegen des Betätigungswerkzeugs 12 in Richtung des Pfeils A dieses entlang des Bodens
13 geführt. Die maximale Verschiebebewegung des Betätigungswerkzeugs 12 und damit
der Scheibe 6 ist erreicht, wenn das Betätigungswerkzeug 12 an die Stirnwand 16 anstößt.
In dieser Stellung, die der Prüfstellung der Scheibe 6 entspricht, wird das Betätigungswerkzeug
12 aus dem Betätigungsloch 10 herausgezogen und es können, dann die spannungsführenden
Teile mittels Prüfwerkzeugen geprüft werden.
[0028] Das Überführen der Scheibe 6 von der Prüfstellung in die Schließstellung erfolgt
vorzugsweise gleichfalls mittels des Betätigungswerkzeugs. Dieses wird durch das Betätigungsloch
10 in den durch das Führungselement 11 gebildeten Raum eingeführt und entgegen der
Richtung des Pfeils A bewegt, bis zur Endstellung, in der das Betätigungswerkzeug
12 die Stirnwand 17 kontaktiert. In dieser Stellung ist der Vorsprung 23 über den
Vorsprung 22 hinaus bewegt worden und es hintergreift der Vorsprung 22 den Vorsprung
23, wenn das Betätigungswerkzeug 12 wieder herausgezogen wird und demnach das Führungselements
11, unter Einwirkung der Federkraft aufgrund des elastischen Verbindungsabschnitts
19, mit dessen Vorsprung 22 gegen die Scheibe 6 bewegt wird.
[0029] Sofern die Scheibe 6 in deren Prüfstellung nicht rastiert ist, kann sie, ohne Betätigungswerkzeug
12, manuell von der Prüfstellung in die Schließstellung verschoben werden. Hierbei
überfährt der Vorsprung 23 der Scheibe 6 den Vorsprung 22 des Führungselements 11.
[0030] Das trogförmige Führungselement 11 mit Vorsprung 22 und der Deckelabschnitt 18 bilden
ein Bauteil, das als Kunststoffspritzgussteil ausgebildet ist. Insgesamt kann der
Gerätedeckel einteilig gestaltet sein, insbesondere als Kunststoffspritzgussteil gestaltet
sein, sodass als separate Teile nur die in diesem verschiebbar gelagerten Scheiben
6 vorhanden sind.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Sicherungsschaltgerät |
| 2 |
Geräteunterteil |
| 3 |
Gerätedeckel |
| 4 |
Sammelschiene |
| 5 |
Deckelgriff |
| 6 |
Scheibe |
| 7 |
Prüfloch |
| 8 |
Markierung |
| 9 |
Spalt |
| 10 |
Betätigungsloch |
| 11 |
Führungselement |
| 12 |
Schraubendreher |
| 13 |
Boden |
| 14 |
Seitenwand |
| 15 |
Seitenwand |
| 16 |
Stirnwand |
| 17 |
Stirnwand |
| 18 |
Deckelabschnitt |
| 19 |
Verbindungsabschnitt |
| 20 |
Schenkel |
| 21 |
Schenkel |
| 22 |
Festlegemittel / Vorsprung |
| 23 |
Vorsprung |
| 24 |
Ausnehmung |
| 25 |
Vorsprung |
1. Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherungsschaltgerät (1) mit einem Gerätedeckel (3)
und einer im Gerätedeckel (3) verschiebbar gelagerten Scheibe (6), wobei die Scheibe
(6) ein Loch (7) für den Zugang eines Prüfwerkzeugs an ein spannungsführendes Geräteelement
aufweist, wobei die Scheibe (6) in Abstand von dem Geräteelement über einer Ausnehmung
(24) in dem Gerätedeckel (3) zwischen einer festgelegten Schließstellung und einer
Prüfstellung beweglich ist, wobei das Loch (7) in der Schließstellung der Scheibe
(6) von dem Gerätedeckel (3) geschlossen ist und sich in der Prüfstellung der Scheibe
(6) offen über dem Gerätelement befindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (6) ein weiteres Loch (10) für den Zugang eines Betätigungswerkzeugs
(12) an ein Führungselement (11) aufweist, wobei das Führungselement (11) entgegen
der Wirkung einer Federkraft nachgiebig in einem Deckelabschnitt (18) des Gerätedeckels
(3) gelagert ist und ein Festlegemittel (22) zum Festlegen der verschiebbaren Scheibe
(6) in deren Schließstellung bei nicht mittels des Betätigungswerkzeugs (12) beaufschlagtem
Führungselement (11) aufweist, wobei, bei mittels des Betätigungswerkzeugs (12) beaufschlagtem
Führungselement (11) das Festlegemittel (22) außer Eingriff mit der Scheibe (6) ist,
und durch das Führungselement (11) das Betätigungswerkzeug (12), beim Verschieben
der Scheibe (6) mittels des Betätigungswerkzeugs (12), geführt ist.
2. Sicherungsschaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11) einen Boden (13) zum Führen des Betätigungswerkzeugs (12)
beim Verschieben der Scheibe (6) aufweist.
3. Sicherungsschaltgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11) trogförmig ausgebildet ist, wobei der Trog zur Scheibe (6)
hin offen ist.
4. Sicherungsschaltgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das der Boden (13) des Führungselements (11) im Wesentlichen parallel zur Scheibe
(6) angeordnet ist.
5. Sicherungsschaltgerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11) auf seiner der Anbindung an den Deckelabschnitt (18) abgewandten
Seite eine Wandung (17) aufweist, die im Bereich deren dem Boden (13) des Führungselements
(11) abgewandten Endes das Festlegemittel (22) aufweist.
6. Sicherungsschaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Festlegemittel (22) als Vorsprung ausgebildet ist, der in der Schließstellung
der Scheibe (6) einen Vorsprung (23) der Scheibe (6) hintergreift.
7. Sicherungsschaltgerät nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (17) des Führungselements (11) unter einem spitzen Winkel zur Scheibe
(6) angeordnet ist.
8. Sicherungsschaltgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11) den Boden (13), Seitenwände (14, 15) sowie diese Seitenwände
(13, 14) verbindende Stirnwandungen (16, 17) aufweist.
9. Sicherungsschaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11), das Festlegemittel (22) und der Deckelabschnitt (18) ein
Bauteil bilden, insbesondere ein als Kunststoffspritzgussteil ausgebildetes Bauteil
bilden.
10. Sicherungsschaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11) über einen elastisch biegsamen Verbindungsabschnitt (19)
mit dem Deckelabschnitt (18) verbunden ist.
11. Sicherungsschaltgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsabschnitt (19) eine U-förmige Querschnittsform aufweist, wobei ein
Schenkel (20) des U im Bereich seines freien Endes mit dem Führungselement (11) und
ein anderer Schenkel (21) des U im Bereich seines freien Endes mit dem Deckelabschnitt
(18) verbunden ist.
12. Sicherungsschaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Erstreckung der Scheibe (6) von dem Prüfloch (7) zu dem dem Prüfloch (7) abgewandten
Ende der Scheibe (6) geringer ist als der Abstand des spannungsführenden Geräteelements
zu einem weiteren spannungsführenden Geräteelement.
13. Sicherungsschaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungselement (11), bei dessen Beaufschlagen zum außer Eingriff bringen mit
der Scheibe (6), um ein definiertes Maß beweglich ist, insbesondere die Bewegung des
Führungselements (11) durch einen Vorsprung (25) des Gerätedeckels (3) begrenzt ist.