[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft zum einen ein Verfahren zum Sanieren oder Rückbauen
einer Schienenfahrbahn, wobei mittels eines Arbeitsfahrzeugs ein auf einer Gleisbettung
verlegter Gleisrost mit Schienen und Schwellen von der Gleisbettung entfernt wird.
[0002] Das Entfernen eines Gleisrosts von der zugehörigen Gleisbettung kann aus verschiedenen
Gründen notwendig sein, beispielsweise dauerhaft im Rahmen eines Rückbaus der Schienenfahrbahn
oder lediglich vorübergehend zum Durchführen von Baumaßnahmen. Auch bei einem so genannten
Gleisumbau muss zunächst der vorhandene Gleisrost entfernt werden, bevor ein neuer
Gleisrost aufgebaut werden kann.
[0003] Üblicherweise werden zum Rückbauen eines vorhandenen Gleisrosts zunächst die Kleineisen
geöffnet und anschließend die Schienen von den Schwellen abgenommen. Nach dem Abnehmen
und gegebenenfalls dem Abtransportieren der Schienen werden auch die Schwellen von
der Gleisbettung abgenommen. Die hierfür notwendigen Arbeiten können manuell oder
zumindest teilweise automatisiert durchgeführt werden.
[0004] Problematisch sind bei diesem gängigen Vorgehen die an der bestehenden Schienenfahrbahn
anfallenden Vorarbeiten, welche eine relativ lange Gleissperrpause erfordern. Konkret
ist es häufig erforderlich, dass das Arbeitsfahrzeug aufgrund seiner Bauart auf dem
zu entfernenden Gleis anfahren muss und das Lösen der Kleineisen dementsprechend vor
der Arbeitsfahrt des Arbeitsfahrzeugs ausgeführt werden muss. Ein Befahren des Gleises
mit gelösten Kleineisen durch das Arbeitsfahrzeug kann mit zusätzlichen Problemen
behaftet sein.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein effizienteres Sanieren und Rückbauen von Schienenfahrbahnen
zu ermöglichen.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1.
[0007] Erfindungsgemäß wird der Gleisrost als Ganzes von dem Arbeitsfahrzeug aufgenommen
und innerhalb des Arbeitsfahrzeugs zumindest in die Schienen und Schwellen zerlegt.
[0008] Das Zerlegen des Gleisrosts findet also nicht wie üblich in der Gleisbettung statt,
sondern in dem Arbeitsfahrzeug. Dadurch kann auf zeitraubende Vorarbeiten an der bestehenden
Schienenfahrbahn verzichtet werden, wodurch die für die Baumaßnahmen insgesamt benötigte
Gleissperrpause kürzer ausfällt. Außerdem entfallen die vorstehend erwähnten Probleme
beim Befahren des Gleises mit gelösten Kleineisen. Weiterhin ist die Zerlegung des
Gleisrosts im Arbeitsfahrzeug dadurch erleichtert, dass alle benötigten Werkzeuge
vorhanden sind, die Arbeiter in ergonomischer Position arbeiten können und ein Schutz
vor Witterungseinflüssen besteht. Daher kann aufgrund der Erfindung eine wesentlich
effektivere Zerlegung eines rückzubauenden Gleisrosts in seine Bestandteile erfolgen.
[0009] Beim Verlegen eines Gleisrosts werden beispielsweise häufig Platten aus Gummi oder
Pappelholz zwischen dem Schienenfuß und dem Schienenlager eingefügt. Diese Platten
können beim Zerlegen des Gleisrosts in der Gleisbettung oft nur schlecht aufgenommen
werden. Zudem lassen sich die Platten nur schwer von den anderen Fraktionen des Stroms
des durch die Maschine aufgenommenen Bettungsmaterials trennen. Bei der Zerlegung
des Gleisrosts in dem Arbeitsfahrzeug kann hingegen aufgrund der definierten Bedingungen
ein effektives Aussortieren der genannten Zwischenplatten erfolgen.
[0010] Ferner erleichtert das Zerlegen des Gleisrosts in dem Arbeitsfahrzeug das Entfernen
von am Gleisrost angebrachten Zusatzeinrichtungen wie Wanderschutzklemmen, Schwellenanker
oder Sicherungskappen, sowie von gleisgebundenen Ausrüstungen der Leit- und Sicherungstechnik
oder der Gleiserdung. Diese können im Arbeitsfahrzeug leicht automatisch entfernt
werden. Es kann aber auch eine manuelle Entfernung erfolgen, welche in einer für den
betreffenden Arbeiter ergonomischen Position durchgeführt werden kann.
[0011] Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
sowie den beigefügten Zeichnungen angegeben.
[0012] Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass zum Aufnehmen des Gleisrosts durch
das Arbeitsfahrzeug, gegebenenfalls nach Durchtrennen der Schienen, ein Ende des Gleisrosts
mittels einer Hebeeinrichtung des Arbeitsfahrzeugs angehoben wird. Somit fallen abgesehen
von dem bedarfsweisen Durchtrennen der Schienen keinerlei vorauslaufende Arbeiten
am Gleis an.
[0013] Bevorzugt wird zum Aufnehmen des Gleisrosts ausschließlich das Ende des Gleisrosts
angehoben. Die benötigte Zeit für das Einfädeln der Gleisrosts bei Baubeginn kann
somit reduziert werden.
[0014] Eine spezielle Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das angehobene Ende des
Gleisrosts in das Arbeitsfahrzeug, insbesondere in eine Eingangsöffnung eines Fahrzeugaufbaus
des Arbeitsfahrzeugs, eingefädelt wird. Dies ermöglicht ein besonders einfaches Platzieren
eines Abschnitts des Gleisrosts im Inneren des Arbeitsfahrzeugs.
[0015] Zum Einfädeln des angehobenen Endes des Gleisrosts kann das Arbeitsfahrzeug relativ
zu dem angehobenen Ende verfahren werden. Dadurch kann der Einfädelvorgang besonders
schnell und einfach erfolgen.
[0016] Ferner kann das Arbeitsfahrzeug nach Beginn des Zerlegens des Gleisrosts unter weiterem
Aufnehmen des Gleisrosts, insbesondere kontinuierlich, in einer Arbeitsrichtung entlang
der Gleisbettung verfahren werden. Der zu entfernende Gleisrost kann somit während
der Arbeitsfahrt des Arbeitsfahrzeugs Schritt für Schritt zerlegt werden, ohne dass
eine regelmäßige Unterbrechung der Arbeiten notwendig wäre. Im Vergleich zu einem
bekannten jochweisen Zerlegen eines Gleisrosts ermöglicht diese Ausführungsform ein
kontinuierliches Rückbauen, was wesentlich effektiver ist.
[0017] Während des Verfahrens des Arbeitsfahrzeugs entlang der Gleisbettung kann ein bezüglich
der Arbeitsrichtung vor dem Arbeitsfahrzeug befindlicher Abschnitt des zu entfernenden
Gleisrosts mittels einer Stützeinrichtung gestützt werden. Dadurch kann ein unerwünscht
starkes Durchbiegen des Gleisrosts vermieden werden und die Arbeiten innerhalb des
Arbeitsfahrzeugs können bei weitgehend horizontaler Schienenlage durchgeführt werden.
[0018] Vorzugsweise erfolgt das Zerlegen des Gleisrosts in die Schienen und Schwellen innerhalb
des Arbeitsfahrzeugs zumindest teilweise automatisiert. Hierfür können in einem Fahrzeugaufbau
des Arbeitsfahrzeugs entsprechende Vorrichtungen installiert sein. Der Rückbau des
Gleisrosts kann dadurch besonders schnell erfolgen.
[0019] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Zerlegen des Gleisrosts
innerhalb des Arbeitsfahrzeugs ein Ausfädeln der Schienen aus einem Schwellenlager
der Schwellen und/oder ein Öffnen von Kleineisen umfasst. Das Ausfädeln der Schienen
und das Öffnen der Kleineisen kann von Arbeitern in dem Arbeitsfahrzeug manuell durchgeführt
werden oder es können entsprechende Vorrichtungen zum automatisierten oder teilweise
automatisierten Ausfädeln und/oder Öffnen vorgesehen sein.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der Gleisrost innerhalb des
Arbeitsfahrzeugs zumindest in Schienen, Schwellen, Kleineisen und gegebenenfalls Kopfbandagen,
Wanderschutzelemente und/oder Sicherungskappen zerlegt. Eine solche sortenreine Trennung
unterstützt eine nachfolgende Entsorgung oder ein Recycling der verschiedenen Bauteile.
[0021] Insbesondere können die Bestandteile des zerlegten Gleisrosts innerhalb des Arbeitsfahrzeugs
sortenrein gesammelt und vorzugsweise in getrennten Stoffströmen einer Übergabestelle
für einen nachfolgenden Abtransport zugeführt werden. Ein Recycling wird so unterstützt.
[0022] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass das Zerlegen des Gleisrosts
in dem Arbeitsfahrzeug ein Zerlegen der Schwellen in Schwellenkörper, Rippen- oder
Rillenplatten, Kopfbandagen und/oder Dübel umfasst.
[0023] Ferner kann das Zerlegen des Gleisrosts in dem Arbeitsfahrzeug ein Zerlegen der Schwellenkörper
der Schwellen umfassen. Beispielsweise können Betonschwellen in dem Arbeitsfahrzeug
in Stücke gebrochen werden. Die so erhaltenen Betonstücke können als schüttfähiges
Korn in die Gleisbettung oder in einen Unterbau der Schienenfahrbahn eingebaut werden,
sei es als Zusatz in einer Schicht oder als eigenständige Schicht. Aus Gründen des
Umweltschutzes können die Schwellen des zerlegten Gleisrosts vor dem Zerkleinern in
dem Arbeitsfahrzeug gereinigt werden, beispielsweise mit Druckwasser. Bei Bedarf können
Bestandteile der Schwellen, wie die Armierungen oder die Schwellendübel, in dem Arbeitsfahrzeug
entsorgungsgerecht aufbereitet werden.
[0024] Ein weiterer Aspekt der Erfindung sieht vor, dass nach dem Zerlegen eines vorgegebenen
Abschnitts des Gleisrosts in die Schienen und Schwellen ein Durchtrennen der Schienen
erfolgt. Somit können die Schienen leichter einer nachfolgenden Verwertung zugeführt
werden, da sie bereits in dem Arbeitsfahrzeug auf eine handhabungsgerechte Länge gekürzt
werden.
[0025] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Neuherstellen oder Sanieren einer Schienenfahrbahn,
wobei mittels eines Arbeitsfahrzeugs ein Gleisrost mit Schienen und Schwellen auf
einer Gleisbettung verlegt wird.
[0026] Beim Verlegen eines Gleisrosts auf einer Gleisbettung im Rahmen eines Gleisneubaus
oder Gleisumbaus werden üblicherweise zunächst die Schwellen auf der Gleisbettung
ausgelegt und dann die Schienen in die Schwellenlager eingefädelt. Anschließend werden
die Schienen an den Schwellen befestigt, z.B. durch Verspannen der Kleineisen.
[0027] In der Praxis ist diese Vorgehensweise häufig mit einer mangelhaften Prozesssicherheit
behaftet. Ein Problem beim Verlegen von Gleisrosten besteht beispielsweise darin,
dass das Ablegen der Schwellen auf dem Grundschotter der Gleisbettung nicht immer
mit ausreichender Präzision erfolgen kann. Das Einfädeln des Schienenfußes in das
Schienenlager nimmt bei bestimmten Schwellen daher mehr Zeit in Anspruch als geplant.
Auch in Richtung des Schienenstrangs gesehen können die Ablagepositionen der Schwellen
häufig nicht exakt genug eingehalten werden.
[0028] Es besteht daher das Bestreben, ein zuverlässigeres und effektiveres Verlegen eines
Gleisrosts auf einer Gleisbettung zu ermöglichen.
[0029] Erfindungsgemäß werden die Schienen und Schwellen für den Gleisrost dem Arbeitsfahrzeug
unverbunden zugeführt und innerhalb des Arbeitsfahrzeugs zu dem Gleisrost zusammengesetzt.
[0030] Das Zusammenführen von Schienen und Schwellen kann in dem Arbeitsfahrzeug wesentlich
präziser und mit höherer Prozesssicherheit durchgeführt werden als in der Gleisbettung.
Insbesondere ist in dem Arbeitsfahrzeug eine leichtere und besser kontrollierbare
Handhabung der Schienen und Schwellen möglich. In der Praxis hat dies den großen Vorteil,
dass das Arbeitsfahrzeug weniger oft zur Behebung einer Störung beim Einfädeln der
Schiene in das Schwellenlager anhalten muss. Die Durchschnittsleistung des Arbeitsfahrzeugs
kann somit beträchtlich gesteigert werden.
[0031] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass einige der zu verlegenden
Schwellen bereits außerhalb der Baustelle mit den zu verlegenden Schienen verbunden
werden können. Somit kann die Bauzeit vor Ort verkürzt werden. Zudem werden an der
Baustelle weniger Arbeiter zum Einfädeln benötigt. Die anwesenden Arbeiter befinden
sich außerdem alle an ihren Arbeitspositionen und müssen diese nicht verlassen und
nach dem Einfädeln des Neugleises wieder neu beziehen.
[0032] Schienenfahrbahnen in Kurven werden häufig mit Überhöhung gebaut. Das heißt die kurvenäußere
Schiene liegt höher als die kurveninnere Schiene. Aufgrund dieser Anordnung neigt
sich ein auf dem Gleis fahrendes Schienenfahrzeug. Ein Zusammensetzen des Gleisrosts
auf der Gleisbettung kann bei starken Überhöhungen schwierig sein. Im Falle eines
Zusammenbaus des Gleisrosts innerhalb des Arbeitsfahrzeugs können die erforderlichen
Arbeiten jedoch bei weitgehend horizontal liegendem Gleis ausgeführt werden. Bei Bedarf
kann der Gleisrost vor dem Ablegen leicht entsprechend gedreht werden.
[0033] Vorzugsweise wird der Gleisrost nach dem Arbeitsschritt des Zusammensetzens aus dem
Arbeitsfahrzeug herausgeführt und auf der Gleisbettung abgelegt. Das Ablegen des Gleisrosts
kann somit ohne Zeitverzug erfolgen.
[0034] Es ist bevorzugt, dass der Gleisrost unmittelbar nach dem Arbeitsschritt des Zusammensetzens
und insbesondere ohne Zwischenlagerung auf der Gleisbettung abgelegt wird. Die Gesamtbauzeit
kann auf diese Weise besonders gering gehalten werden.
[0035] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung erfolgt während des Ablegens des Gleisrosts
auf der Gleisbettung innerhalb des Arbeitsfahrzeugs ein Zusammensetzen von Schienen
und Schwellen zu einem weiteren Gleisrost oder zu einem nachlaufenden Abschnitt des
abzulegenden Gleisrosts. Es wird dadurch ein kontinuierliches Zusammensetzen und Ablegen
eines Gleisrosts ermöglicht. Im Vergleich zu einem jochweisen Vorgehen beim Verlegen
eines Gleisrosts ermöglicht dieses kontinuierliche Verfahren eine beträchtlich höhere
Effizienz.
[0036] Eine spezielle Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Schienen für den Gleisrost
auf einer Zufuhrseite des Arbeitsfahrzeugs in dieses eingeführt werden und der zusammengesetzte
Gleisrost auf einer der Zufuhrseite abgewandten Verlegeseite des Arbeitsfahrzeugs
aus diesem herausgeführt wird. Das Verlegen des Gleisrosts kann somit im Prinzip unterbrechungsfrei
erfolgen.
[0037] Bevorzugt erfolgt das Zusammensetzen der Schienen und Schwellen zu dem Gleisrost
innerhalb des Arbeitsfahrzeugs in einem kontinuierlichen Durchlauf. Ein solcher kontinuierlicher
Durchlauf ist einem jochweisen Verlegen hinsichtlich der Arbeitsgeschwindigkeit überlegen.
[0038] Ein weiterer Aspekt der Erfindung sieht vor, dass das Zusammensetzen der Schienen
und Schwellen zu dem Gleisrost ein Einfädeln der Schienen in Schwellenlager der Schwellen
und/oder ein Verspannen von Kleineisen umfasst.
[0039] Das Zusammensetzen der Schienen und Schwellen zu dem Gleisrost kann außerdem das
Anbringen von Laschen zum Verbinden eines bestehenden Gleisrosts und eines neu zu
verlegenden Gleisrosts umfassen. Das Anbringen der Laschen kann insbesondere durch
eine in dem Arbeitsfahrzeug angeordnete Vorrichtung unterstützt werden. Eine derartige
Vorrichtung kann z.B. die zum Verbinden nötigen Laschen bereithalten, um sie dann
in der zugehörigen Laschenkammer zu positionieren und fest in diese einzupressen.
Ein lästiges Einschlagen der Laschen kann somit entfallen. Weiterhin muss der zuständige
Arbeiter nur noch die Schraubzwinge und das Schraubwerkzeug handhaben, jedoch nicht
zusätzlich die beiden Laschen. Die Arbeit wird dadurch beträchtlich erleichtert.
[0040] Das Zusammensetzen des Gleisrosts in dem Arbeitsfahrzeug kann auch das Anbringen
zusätzlicher Schienen- oder Gleisausstattungselemente, wie Lärmdämpfungselemente,
Einrichtungen der Leit- und Sicherungstechnik, Einrichtungen der Gleiserdung, Wanderschutzklemmen,
Sicherungskappen oder Sicherungsanker, an den Schwellen und/oder an den Schienen umfassen.
Dies kann automatisch oder manuell erfolgen. Vorteilhaft ist im Falle einer manuellen
Anbringung der genannten Elemente, dass der zuständige Arbeiter eine ergonomische
Position einnehmen kann.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der Gleisrost nach dem Arbeitsschritt
des Zusammensetzens innerhalb des Arbeitsfahrzeugs mittels einer automatischen Prüfeinrichtung
geprüft, wobei im Falle einer durch die Prüfeinrichtung festgestellten fehlerhaften
Verbindung zwischen einer Schwelle und einer Schiene die betreffende Schwelle gekennzeichnet
wird, beispielsweise durch Aufbringen einer Farbmarkierung. Weiterhin kann die fehlerhafte
Verbindung für nachfolgende Prozesse dokumentiert werden. Die gekennzeichnete Schwelle
kann dann z.B. zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht werden.
[0042] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Arbeitsfahrzeug von
einem Ausgangsort zu der Gleisbettung für den zu verlegenden Gleisrost gefahren wird,
wobei mit dem Zusammensetzen der Schienen und Schwellen zu dem Gleisrost innerhalb
des Arbeitsfahrzeugs begonnen wird, bevor das Arbeitsfahrzeug die Gleisbettung erreicht
hat. Die Bauphase vor Ort kann somit verkürzt werden.
[0043] Weiterhin kann der zu verlegende Gleisrost mit einem bereits auf der Gleisbettung
verlegten Gleisrost verbunden werden, wobei ein Ende des verlegten Gleisrosts angehoben,
dem Arbeitsfahrzeug zugeführt und innerhalb des Arbeitsfahrzeugs mit einem Ende des
zu verlegenden Gleisrosts verbunden wird. Dies ermöglicht ein effektives Verlegen
von zwei oder mehreren Gleisrosten nacheinander.
[0044] Auch das Verbinden von Schienen, welches aufgrund der prinzipiell begrenzten Schienenlänge
beim Verlegen eines Gleises erforderlich ist, kann innerhalb des Arbeitsfahrzeugs
durchgeführt werden. Hierbei besteht die Möglichkeit, den Verbindungsvorgang zu automatisieren,
oder ein Verschweißen der Schienen durchzuführen.
[0045] Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass nach dem Ablegen des Gleisrosts auf der Gleisbettung
die Schwellen des abgelegten Gleisrosts mittels einer automatischen Prüfeinrichtung
des Arbeitsfahrzeugs geprüft werden, wobei im Falle einer durch die Prüfeinrichtung
festgestellten fehlerhaften Schwelle mittels einer Handhabungsvorrichtung des Arbeitsfahrzeugs
die betreffende Schwelle entfernt wird. Hierdurch wird ein unerwünschtes Einbauen
von fehlerhaften Schwellen vermieden.
[0046] Es kann sein, dass sich bestimmte Schwellen erst nach dem Ablegen des Gleisrosts
als unbrauchbar erweisen. Solche Schwellen können mittels einer Vorrichtung des Arbeitsfahrzeugs
entfernt und am Gleisrand abgelegt oder einem entsprechenden Transportprozess zugeführt
werden.
[0047] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Zerlegen eines auf einer Gleisbettung
verlegten Gleisrosts, welcher mittels Kleineisen an Schwellen befestigte Schienen
umfasst, wobei die Schienen von den Schwellen gelöst werden.
[0048] Zum Lösen der Schienen von den Schwellen werden üblicherweise die Kleineisen geöffnet,
beispielsweise durch Aufschrauben. Dies ist ein relativ komplizierter und zeitraubender
Vorgang, da zunächst ein Schraubwerkzeug auf den Schraubenkopf aufgefädelt werden
muss und die Schraube anschließend in zahlreichen Umdrehungen auszudrehen ist. Häufig
müssen auch zusätzliche Spannelemente entfernt werden. Besonders schwierig gestaltet
sich der Öffnungsvorgang, wenn die Kleineisen bereits stark verschlissen und/oder
korrodiert sind.
[0049] Erfindungsgemäß werden zum Lösen der Schienen von den Schwellen die Kleineisen zerstört.
[0050] Dieser Aspekt der Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass es nicht notwendig ist,
die Kleineisen eines rückzubauenden Gleisrosts funktionsfähig zu erhalten, da sie
üblicherweise ohnehin verschrottet werden. Es kann daher in beträchtlichem Umfang
Arbeitszeit an der Gleisbaustelle eingespart werden, wenn die Kleineisen zum Öffnen
zerstört werden. Es versteht sich, dass eine unspezifische Zerstörung wesentlich schneller
zu bewerkstelligen ist als ein "ordentliches" Auseinanderbauen.
[0051] Das Zerstören der Kleineisen kann durch mechanische Gewalteinwirkung erfolgen. Beispielsweise
kann eine Masse gezielt beschleunigt und unter Ausnutzung der Massenträgheit zum Brechen
der Kleineisen herangezogen werden. Grundsätzlich kann die zum Zerstören erforderliche
Kraft unabhängig von der zu entfernenden Schwelle von außen zugeführt werden. Alternativ
kann sich eine zum Zerstören der Kleineisen durch mechanische Gewalteinwirkung geeignete
Vorrichtung an der Schwelle, an den Schienen, an der Schienenbefestigung oder an dem
zu öffnenden Kleineisen abstützen. Die Gestaltung einer solchen Vorrichtung kann auch
derart sein, dass sich die Kräfte der zwischen den Schienensträngen befindlichen Kleineisen
und die Kräfte der außerhalb der Schienenstränge befindlichen Kleineisen zum Teil
kompensieren, wobei lediglich die Differenzkraft von außen zugeführt werden muss.
[0052] Alternativ oder zusätzlich zu einer mechanischen Gewalteinwirkung kann das Zerstören
der Kleineisen unter Erhitzung oder Abkühlung der Kleineisen erfolgen. Eine Erhitzung
kann die Zugfestigkeit der aus Metall gefertigten Kleineisen herabsetzen. Prinzipiell
kann auch eine zum Schmelzen der Kleineisen ausreichende Erwärmung vorgenommen werden.
Des Weiteren kann die Erwärmung so weit gesteigert werden, dass das Material des Kleineisens,
gegebenenfalls durch die Zugabe eines oder mehrerer Oxidationsmittel, verbrennt. Durch
Zufuhr von Kälte kann eine Versprödung des Metalls erzielt werden.
[0053] Die Erfindung betrifft ferner ein Arbeitsfahrzeug, das zum Durchführen eines Verfahrens
wie vorstehend beschrieben ausgebildet ist.
[0054] Vorzugsweise ist an einer Kopfseite des Arbeitsfahrzeugs eine Stütz- oder Hebeeinrichtung
vorgesehen, um den zu entfernenden Gleisrost leichter in das Arbeitsfahrzeug einfädeln
zu können.
[0055] Die Stütz- oder Hebeeinrichtung kann ein Kettenfahrwerk zur Abstützung am Boden umfassen.
[0056] Ferner kann an dem Arbeitsfahrzeug eine automatische Schienentrennvorrichtung vorgesehen
sein. Die Schienen können dann während der kontinuierlichen Aufnahme des Gleisrosts
auf eine handhabbare Länge gekürzt werden. Somit ist eine einfache Verwertung der
entfernten Schienen möglich. Die oder eine weitere automatische Schienentrennvorrichtung
kann an einer Kopfseite des Arbeitsfahrzeugs vorgesehen sein, um innerhalb einer bestehenden
Schienenfahrbahn mit einer Gleisrostaufnahme beginnen zu können.
[0057] Das Arbeitsfahrzeug kann auch eine Handhabungsvorrichtung zum Aufnehmen einzelner
Schwellen von der Gleisbettung umfassen. Es kann nämlich vorkommen, dass bei einem
Einfädeln eines zu entfernenden Gleisrosts in das Arbeitsfahrzeug einzelne Schwellen
in der Gleisbettung liegenbleiben. Diese können dann mittels der Handhabungsvorrichtung
leicht entfernt werden.
[0058] Das Arbeitsfahrzeug kann einen Fahrzeugaufbau umfassen, an welchem eine Vorrichtung
zum zumindest teilweise automatisierten Zerlegen des Gleisrosts zumindest in Schienen
und Schwellen vorgesehen ist. Dies ermöglicht ein besonders effizientes Rückbauen
eines Gleises unter geringem personellem Aufwand.
[0059] Eine spezielle Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass an dem Fahrzeugaufbau
eine Vorrichtung zum Lösen von Kleineisen und/oder Kopfbandagen von Schwellen vorgesehen
ist. Insbesondere kann die Vorrichtung zum zumindest teilweise automatisierten Zerlegen
des Gleisrosts zumindest in Schienen und Schwellen eine Einrichtung zum Zerstören
von Kleineisen umfassen.
[0060] Der Fahrzeugaufbau des Arbeitsfahrzeugs kann durch ein Bodenfahrwerk, insbesondere
ein Radfahrwerk, ein Kettenfahrwerk oder ein Schreitwerk, getragen sein. Dies ermöglicht
den Einsatz des Arbeitsfahrzeugs ohne vorhandene Schienenfahrbahn. Alternativ oder
zusätzlich kann der Fahrzeugaufbau des Arbeitsfahrzeugs durch ein Schienenfahrwerk
getragen sein.
[0061] Weiterhin kann der Fahrzeugaufbau überdacht sein, um die Arbeiter und Gerätschaften
vor Witterungseinflüssen zu schützen.
[0062] Vorzugsweise ist das Arbeitsfahrzeug motorbetrieben, so dass es ohne Lokomotive einsetzbar
ist.
[0063] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Arbeitsfahrzeug einen
Fahrzeugaufbau umfasst, an welchem eine Vorrichtung zum zumindest teilweise automatisierten
Zusammensetzen von Schienen und Schwellen zu einem Gleisrost vorgesehen ist. Dies
ermöglicht ein besonders effizientes Neuverlegen eines Gleisrosts unter geringem personellem
Aufwand.
[0064] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist an dem Fahrzeugaufbau eine Vorrichtung
zum automatisierten Anbringen von Laschen an einem Ende einer Schiene vorgesehen.
Dies erleichtert das Verbinden zweier aufeinanderfolgender Schienenstränge.
[0065] Beim Zerlegen eines Gleisrosts fallen die Einzelteile des Kleineisens sowie die Zwischenlageplatten
im Allgemeinen gemeinsam als Schüttgut an. Um diese beiden Stoffe zu trennen, kann
daher eine Trennvorrichtung in dem Arbeitsfahrzeug vorgesehen sein.
[0066] Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben.
- Fig. 1
- ist eine vereinfachte, teilweise aufgeschnittene Seitenansicht eines Arbeitsfahrzeugs
gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung.
- Fig. 2
- ist eine vereinfachte, teilweise aufgeschnittene Seitenansicht eines Arbeitsfahrzeugs
gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.
[0067] Bei der in Fig. 1 dargestellten Schienenfahrbahn 11 ist ein Gleisrost 13 mit Schienen
15 und Schwellen 17 in einer Gleisbettung 19 aus Schotter verlegt. Das Entfernen des
Gleisrosts 13 von der Gleisbettung 19 im Rahmen eines Rückbaus oder einer Sanierung
der Schienenfahrbahn 11 wird erfindungsgemäß von einem Arbeitsfahrzeug 20 durchgeführt,
welches ein Bodenfahrwerk 21 und einen von dem Bodenfahrwerk 21 getragenen Fahrzeugaufbau
23 umfasst. Das Bodenfahrwerk 21 ist hier als Radfahrwerk ausgeführt.
[0068] Der Fahrzeugaufbau 23 definiert einen überdachten Innenraum 25 des Arbeitsfahrzeugs
20, in welchem eine automatische Zerlegevorrichtung 27 und eine automatische Schienentrennvorrichtung
29 angeordnet sind. Weiterhin ist an einer Kopfseite 31 des Arbeitsfahrzeugs 20 eine
Hebe-/Stützeinrichtung 33 angeordnet, welche durch ein Kettenfahrwerk 35 getragen
ist.
[0069] Zum Sanieren oder Rückbauen der Schienenfahrbahn 11 wird das freie Ende 37 des Gleisrosts
13 mittels der Hebe-/Stützeinrichtung 33 angehoben, nachdem gegebenenfalls durch Trennen
der Schienen 15 an einer definierten Stelle ein freies Ende 37 geschaffen wurde. Das
Arbeitsfahrzeug 20 fährt dann ein Stück in einer Arbeitsrichtung A vor, wobei das
freie Ende 37 des Gleisrosts 13 in eine Eingangsöffnung 39 des Fahrzeugaufbaus 23
eingefädelt wird. Die Hebe-/ Stützeinrichtung 33 stützt dabei den angehobenen Gleisrost
13 und verhindert, dass sich die Schienen 15 zu stark krümmen.
[0070] Anschließend startet ein kontinuierlicher Prozess, im Rahmen dessen der Gleisrost
13 in seine Bestandteile zerlegt wird. Das Arbeitsfahrzeug 20 wird hierfür unter weiterem
Aufnehmen des Gleisrosts 13 kontinuierlich in der Arbeitsrichtung A entlang der Gleisbettung
19 verfahren, wobei während der Fahrt mittels der innerhalb des Arbeitsfahrzeugs 20
angeordneten automatischen Zerlegevorrichtung 27 der Gleisrost 13 in die Schienen
15 und Schwellen 17 zerlegt wird. Zum Lösen der Schienen 15 von den Schwellen 17 werden
die Kleineisen 40, von welchen lediglich einige beispielhaft dargestellt sind, von
einer Zerstörungseinrichtung 41 mittels mechanischer Gewalteinwirkung zerbrochen.
[0071] Nach dem Zerlegen eines vorgegebenen Abschnitts des Gleisrosts 13 in die Schienen
15 und Schwellen 17 werden die Schienen 15 mittels der automatischen Schienentrennvorrichtung
29 durchtrennt. Die Bestandteile des zerlegten Gleisrosts 13, also die von den Schienen
15 getrennten Schwellen 17, die abgetrennten Stücke der Schienen 15 sowie die weiteren
Bauteile wie Kleineisenreste, Kopfbandagen und dergleichen, werden innerhalb des Arbeitsfahrzeugs
20 sortenrein gesammelt und in getrennten Stoffströmen einer Übergabestelle 45 für
einen nachfolgenden Abtransport zugeführt. Hierfür können geeignete Transportbahnen
vorgesehen sein, welche in Fig. 1 nicht eigens dargestellt sind.
[0072] Fig. 2 zeigt eine Gleisbettung 19, auf der z.B. im Rahmen einer Neuherstellung einer
Schienenfahrbahn 11 durch ein Arbeitsfahrzeug 20' ein Gleisrost 13 mit Schienen 15
und Schwellen 17 verlegt wird.
[0073] Das Arbeitsfahrzeug 20' ist ähnlich gestaltet wie das in Fig. 1 gezeigte Arbeitsfahrzeug
20 und umfasst ebenfalls ein Bodenfahrwerk 21 sowie einen von dem Bodenfahrwerk 21
getragenen Fahrzeugaufbau 23. Der Fahrzeugaufbau 23 definiert wiederum einen überdachten
Innenraum 25 des Arbeitsfahrzeugs 20'. In dem Innenraum 25 sind eine automatische
Montiervorrichtung 51 und eine automatische Schienenverbindungsvorrichtung 53 angeordnet.
An einer Kopfseite 31 des Arbeitsfahrzeugs 20' ist wie bei der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 eine Hebe-/Stützeinrichtung 33 angeordnet, welche durch ein Kettenfahrwerk
35 getragen ist.
[0074] Zum Verlegen des Gleisrosts 13 auf der Gleisbettung 19 im Rahmen einer Neuherstellung
oder Sanierung der Schienenfahrbahn 11 werden auf einer Zufuhrseite 55 des Arbeitsfahrzeugs
20' Schienen 15 und Schwellen 17 in den Innenraum 25 eingeführt und dort mittels der
automatischen Montiervorrichtung 51 zu einem Gleisrost 13 zusammengesetzt. Unmittelbar
nach dem Zusammensetzen wird der Gleisrost 13 mit einem freien Ende 37 voraus auf
einer der Zufuhrseite 55 abgewandten Verlegeseite 59 des Arbeitsfahrzeugs 20' aus
einer Ausgangsöffnung 57 des Fahrzeugaufbaus 23 herausgeführt und unter Zuhilfenahme
der Hebe-/ Stützeinrichtung 33 auf der Gleisbettung 19 abgelegt. Während des Ablegens
des Gleisrosts 13 auf der Gleisbettung 19 findet in dem Innenraum 25 des Arbeitsfahrzeugs
20' ein Zusammensetzen von Schienen 15 und Schwellen 17 zu einem weiteren Gleisrost
13 oder zu einem nachlaufenden Abschnitt des abzulegenden Gleisrosts 13 statt, wobei
das Arbeitsfahrzeug 20' kontinuierlich in der Arbeitsrichtung A entlang der Gleisbettung
19 verfahren wird.
[0075] Mit dem Zusammensetzen der Schienen 15 und Schwellen 17 zu dem Gleisrost 13 mittels
der automatischen Montiervorrichtung 51 kann bereits vor oder während der Anfahrt
zur Baustelle begonnen werden, also noch bevor das Arbeitsfahrzeug 20' die Gleisbettung
19 erreicht hat. Die Bauphase an der Gleisbettung kann somit verkürzt werden.
[0076] Im Ergebnis ermöglicht die Erfindung das Verlegen eines Gleisrosts 13 auf einer Gleisbettung
19 sowie das Entfernen eines vorhandenen Gleisrosts 13 von einer Gleisbettung in einem
zeitsparenden, kontinuierlichen Prozess.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 11
- Schienenfahrbahn
- 13
- Gleisrost
- 15
- Schiene
- 17
- Schwelle
- 19
- Gleisbettung
- 20, 20'
- Arbeitsfahrzeug
- 21
- Bodenfahrwerk
- 23
- Fahrzeugaufbau
- 25
- Innenraum
- 27
- Zerlegevorrichtung
- 29
- Schienentrennvorrichtung
- 31
- Kopfseite
- 33
- Hebe-/Stützeinrichtung
- 35
- Kettenfahrwerk
- 37
- freies Ende
- 39
- Eingangsöffnung
- 40
- Kleineisen
- 41
- Zerstörungseinrichtung
- 45
- Übergabestelle
- 51
- Montiervorrichtung
- 53
- Schienenverbindungsvorrichtung
- 55
- Zufuhrseite
- 57
- Ausgangsöffnung
- 59
- Verlegeseite
- A
- Arbeitsrichtung
1. Verfahren zum Sanieren oder Rückbauen einer Schienenfahrbahn (11), wobei mittels eines
Arbeitsfahrzeugs (20) ein auf einer Gleisbettung (19) verlegter Gleisrost (13) mit
Schienen (15) und Schwellen (17) von der Gleisbettung (19) entfernt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass der Gleisrost (13) als Ganzes von dem Arbeitsfahrzeug (20) aufgenommen und innerhalb
des Arbeitsfahrzeugs (20) zumindest in die Schienen (15) und Schwellen (17) zerlegt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Aufnehmen des Gleisrosts (13) durch das Arbeitsfahrzeug (20), gegebenenfalls
nach Durchtrennen der Schienen (15), ein Ende (37) des Gleisrosts (13) mittels einer
Hebeeinrichtung (33) des Arbeitsfahrzeugs (20) angehoben wird, wobei, bevorzugt,
zum Aufnehmen des Gleisrosts (13) ausschließlich das Ende (37) des Gleisrosts (13)
angehoben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das angehobene Ende (37) des Gleisrosts (13) in das Arbeitsfahrzeug (20), insbesondere
in eine Eingangsöffnung (39) eines Fahrzeugaufbaus (23) des Arbeitsfahrzeugs (20),
eingefädelt wird, wobei, bevorzugt, zum Einfädeln des angehobenen Endes (37) des Gleisrosts
(13) das Arbeitsfahrzeug (20) relativ zu dem angehobenen Ende (37) verfahren wird.
4. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsfahrzeug (20) nach Beginn des Zerlegens des Gleisrosts (13) unter weiterem
Aufnehmen des Gleisrosts (13), insbesondere kontinuierlich, in einer Arbeitsrichtung
(A) entlang der Gleisbettung (19) verfahren wird, wobei, bevorzugt, während des Verfahrens
des Arbeitsfahrzeugs (20) entlang der Gleisbettung (19) ein bezüglich der Arbeitsrichtung
(A) vor dem Arbeitsfahrzeug (20) befindlicher Abschnitt des zu entfernenden Gleisrosts
(13) mittels einer Stützeinrichtung (33) gestützt wird.
5. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zerlegen des Gleisrosts (13) in die Schienen (15) und Schwellen (17) innerhalb
des Arbeitsfahrzeugs (20) zumindest teilweise automatisiert erfolgt und/oder dass
die Bestandteile des zerlegten Gleisrosts (13) innerhalb des Arbeitsfahrzeugs (20)
sortenrein gesammelt und vorzugsweise in getrennten Stoffströmen einer Übergabestelle
(45) für einen nachfolgenden Abtransport zugeführt werden und/oder dass nach dem Zerlegen
eines vorgegebenen Abschnitts des Gleisrosts (13) in die Schienen (15) und Schwellen
(17) ein Durchtrennen der Schienen (15) erfolgt.
6. Verfahren zum Neuherstellen oder Sanieren einer Schienenfahrbahn (11), wobei mittels
eines Arbeitsfahrzeugs (20') ein Gleisrost (13) mit Schienen (15) und Schwellen (17)
auf einer Gleisbettung (19) verlegt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schienen (15) und Schwellen (17) für den Gleisrost (13) dem Arbeitsfahrzeug (20')
unverbunden zugeführt und innerhalb des Arbeitsfahrzeugs (20') zu dem Gleisrost (13)
zusammengesetzt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Gleisrost (13) nach dem Arbeitsschritt des Zusammensetzens aus dem Arbeitsfahrzeug
(20') herausgeführt und auf der Gleisbettung (19) abgelegt wird, wobei, bevorzugt,
der Gleisrost (13) unmittelbar nach dem Arbeitsschritt des Zusammensetzens und insbesondere
ohne Zwischenlagerung auf der Gleisbettung (19) abgelegt wird und/oder wobei, bevorzugt,
während des Ablegens des Gleisrosts (13) auf der Gleisbettung (19) innerhalb des Arbeitsfahrzeugs
(20') ein Zusammensetzen von Schienen (15) und Schwellen (17) zu einem weiteren Gleisrost
(13) oder zu einem nachlaufenden Abschnitt des abzulegenden Gleisrosts (13) erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schienen (15) für den Gleisrost (13) auf einer Zufuhrseite (55) des Arbeitsfahrzeugs
(20') in dieses eingeführt werden und der zusammengesetzte Gleisrost (13) auf einer
der Zufuhrseite (55) abgewandten Verlegeseite (59) des Arbeitsfahrzeugs (20') aus
diesem herausgeführt wird und/oder dass das Zusammensetzen der Schienen (15) und Schwellen
(17) zu dem Gleisrost (13) innerhalb des Arbeitsfahrzeugs (20') in einem kontinuierlichen
Durchlauf erfolgt und/oder dass das Arbeitsfahrzeug (20') von einem Ausgangsort zu
der Gleisbettung (19) für den zu verlegenden Gleisrost (13) gefahren wird, wobei mit
dem Zusammensetzen der Schienen (15) und Schwellen (17) zu dem Gleisrost (13) innerhalb
des Arbeitsfahrzeugs (20') begonnen wird, bevor das Arbeitsfahrzeug (20') die Gleisbettung
(19) erreicht hat.
9. Verfahren zum Zerlegen eines auf einer Gleisbettung (19) verlegten Gleisrosts (13),
welcher mittels Kleineisen (40) an Schwellen (17) befestigte Schienen (15) umfasst,
wobei die Schienen (15) von den Schwellen (17) gelöst werden,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Lösen der Schienen (15) von den Schwellen (17) die Kleineisen (40) zerstört werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zerstören der Kleineisen (40) durch mechanische Gewalteinwirkung erfolgt und/oder
dass das Zerstören der Kleineisen (40) unter Erhitzung oder Abkühlung der Kleineisen
(40) erfolgt.
11. Arbeitsfahrzeug (20, 20'), das zum Durchführen eines Verfahrens gemäß einem der vorstehenden
Ansprüche ausgebildet ist.
12. Arbeitsfahrzeug nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass an einer Kopfseite (31) des Arbeitsfahrzeugs eine Stütz- oder Hebeeinrichtung (33)
vorgesehen ist, wobei, bevorzugt, die Stütz- oder Hebeeinrichtung (33) ein Kettenfahrwerk
(35) umfasst.
13. Arbeitsfahrzeug nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, dass an dem Arbeitsfahrzeug (20) eine automatische Schienentrennvorrichtung (29) vorgesehen
ist und/oder dass das Arbeitsfahrzeug (20) eine Handhabungsvorrichtung zum Aufnehmen
einzelner Schwellen (17) von der Gleisbettung (19) umfasst und/oder dass das Arbeitsfahrzeug
(20) einen Fahrzeugaufbau (23) umfasst, an welchem eine Vorrichtung (27) zum zumindest
teilweise automatisierten Zerlegen des Gleisrosts (13) zumindest in Schienen (15)
und Schwellen (17) vorgesehen ist, wobei, bevorzugt, die Vorrichtung (27) zum zumindest
teilweise automatisierten Zerlegen des Gleisrosts (13) zumindest in Schienen (15)
und Schwellen (17) eine Einrichtung (41) zum Zerstören von Kleineisen (40) umfasst.
14. Arbeitsfahrzeug nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsfahrzeug (20) einen Fahrzeugaufbau (23) umfasst, an welchem eine Vorrichtung
(51) zum zumindest teilweise automatisierten Zusammensetzen des Gleisrosts (13) aus
Schienen (15) und Schwellen (17) vorgesehen ist und/oder dass das Arbeitsfahrzeug
(20) einen Fahrzeugaufbau (23) umfasst, an welchem eine Vorrichtung (53) zum zumindest
teilweise automatisierten Verbinden von Schienen (15) vorgesehen ist und/oder dass
ein Fahrzeugaufbau (23) des Arbeitsfahrzeugs (20, 20') durch ein Bodenfahrwerk (21),
insbesondere ein Radfahrwerk, ein Kettenfahrwerk oder ein Schreitwerk, getragen ist
und/oder dass ein Fahrzeugaufbau (23) des Arbeitsfahrzeugs (20, 20') durch ein Schienenfahrwerk
getragen ist und/oder, dass das Arbeitsfahrzeug (20, 20') motorbetrieben ist.