[0001] Die Erfindung betrifft eine Verriegelung für einen Flügel einer Tür oder eines Fensters
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 198 56 624 A1 ist ein elektrischer Türöffner mit einer Schwenkfalle und mit einem mit der Schwenkfalle
in Eingriff stehenden, schwenkbar gelagerten Sperrhebel zum Sperren der Schwenkfalle
sowie mit einem bewegbaren Anker zum Blockieren oder Freigeben des Sperrhebels bekannt.
Es ist eine elektromagnetische Betätigungseinrichtung für den Anker vorgesehen, wobei
die Betätigungseinrichtung einen mit dem Anker gekoppelten Elektromagnetmechanismus
aufweist, der in dem Gehäuse verstellbar und wahlweise in einer Position festlegbar
ist, bei der der Anker bei unbestromtem Elektromagnetmechanismus in der Sperrstellung
gehalten und im Arbeitsstrombetrieb bei bestromtem Elektromagnetmechanismus in die
Freigabestellung bewegt ist, oder in einer Position, bei der der Anker bei unbestromtem
Elektromagnetmechanismus in der Freigabestellung gehalten und im Ruhestrombetrieb
bei bestromtem Elektromagnetmechanismus in die Sperrstellung bewegt ist.
[0003] Nachteilig ist ein großer Hub des Elektromagneten erforderlich, möglicherweise kann
der Türöffner bei Vorlast auf die Schwenkfalle der Sperrhebel am Anker verklemmen.
[0004] Weiterhin ist aus der
DE 101 62 694 A1 ein Türöffner nach dem Ruhestromprinzip bekannt, mit einem Elektromagneten, welcher
über einen Schieber ein als Kreuzfalle ausgebildetes Verriegelungselement freigibt
oder sperrt.
[0005] Nachteilig sind ein großer Hub des Elektromagneten sowie ein großer Einbauraum erforderlich.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kompakte Verriegelung für einen Flügel
einer Tür oder eines Fensters auszubilden, welche auch unter Vorlast zuverlässig auslöst.
[0007] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
[0009] Bekannte elektrisch betätigbare Verriegelungen an Türen oder Fenstern weisen ein
schwenkbar gelagertes Fallenelement auf, in welches eine Falle eines üblicherweise
im Flügel der Türe oder des Fensters angeordneten Schlosses eingreift. Derartige Verriegelungen
sind auch als sogenannte Türöffner bekannt. Weiterhin kann in anderer Ausgestaltung
unabhängig von Schloss eine Verriegelung vorgesehen sein, wobei ein Fallenelement
in eine mit einem Schließblech versehene Aussparung eingreift. In besonderer Ausführungsform
kann die Verriegelung mit Kreuzfallenelementen versehen sein, welche vorteilhaft in
das Gehäuse der Verriegelung einschwenken können.
[0010] Je nach Ausführung der Verriegelung kann damit ein Flügel, wie im Falle des Türöffners,
von außen verriegelt sein, wobei von innen her der Flügel durch einen am Schloss angeordneten
Drücker geöffnet werden kann, wie es beispielsweise an Hauseingangstüren gebräuchlich
ist. Weiterhin kann es in Fluchtwegen vorteilhaft sein, dass eine zusätzlich angeordnete,
elektrisch betätigbare Verriegelung vorhanden ist, wenn es sich beispielsweise um
Türen in Kaufhäusern, in forensischen Kliniken oder dergleichen handelt, die im Normalfall
gesichert sein sollen. Diese Verriegelungen müssen im Notfall, beispielsweise bei
Feuer, durch eine Rauch- und Brandmeldeanlage fernbetätigt entriegelt werden können.
Auch bei einem Stromausfall muss sicherheitshalber eine Entriegelung erfolgen. Daher
sind diese Verriegelungen so beschaffen, dass die Verriegelung durch Bestromung eines
Aktors, etwa eines Elektromagneten, aufrecht erhalten wird, sodass prinzipbedingt
eine Entriegelung bei Stromausfall erfolgt.
[0011] Weiterhin ist es besonders wichtig, dass auch bei einer auf die Verriegelung einwirkenden
Vorlast, wie diese etwa durch flüchtende Personen auf eine noch verriegelte Türe entsteht,
nicht zum Klemmen der Verriegelung führt, sondern diese noch sicher auslöst.
[0012] Dies wird erreicht, indem die auf das bzw. die Fallenelemente der Verriegelung einwirkende
Kraft in mehreren Stufen mittels Hebeln so umgesetzt wird, dass die Krafteinleitung
jeweils nahe an einer Drehachse des Hebels erfolgt und die Kraftweiterleitung in die
nächste Stufe endseitig an dem von der Drehachse entfernten Ende des Hebels erfolgt,
wodurch die Kraft jeweils erheblich reduziert wird. Weiterhin erfolgt die Kraftweiterleitung
über Schrägflächen, wodurch ebenfalls eine Übersetzung der Kräfte bewirkt ist. In
der Gesamtheit kann somit eine Reduzierung der Vorlast auf eine Kraft von weniger
als 1% erfolgen, welche noch an dem vom dem Elektromagneten betätigten Sperrelement,
beispielsweise einem Sperrhebel, ansteht.
[0013] In der erfindungsgemäßen Verrieglung ist für den Anker des Elektromagneten eine Beschleunigungsstrecke
vorgesehen, um die auf den Sperrhebel einwirkende Energie um die kinetische Energie
zu erhöhen, wodurch eine Steigerung der einwirkenden Energie um ca. 50% gegeben ist.
[0014] Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel in der Zeichnung anhand der Figuren
näher erläutert.
[0015] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Ansicht auf eine Verriegelung mit geöffnetem Gehäuse, wobei sich die Verriegelung
in gesperrter Stellung befindet;
- Fig. 2
- eine Ansicht auf einen Ausschnitt der Verriegelung gemäß Fig. 1 im Bereich von in
Sperrstellung überstehenden Fallenelementen;
- Fig. 3
- eine weitere Ansicht auf den Ausschnitt mit weiteren Elementen der Sperranordnung;
- Fig. 4
- den Schnitt IV-IV gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine Ansicht im Schrägbild auf die Elemente gemäß Fig. 4;
- Fig. 6
- den Schnitt VI-VI gemäß Fig. 3;
- Fig. 7
- ein Ausschnitt im Bereich des Elektromagneten und des Sperrhebels in gesperrtem Zustand;
- Fig. 8
- den Ausschnitt gemäß Fig. 7, wobei zu Beginn der Auslösebewegung des Ankers des Elektromagneten;
- Fig. 9
- den Elektromagnet mit dem Sperrhebel und freigegebenem Verriegelungshebel;
- Fig. 10
- den Schnitt XI-XI gemäß Fig. 13;
- Fig. 11
- eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 10, jedoch mit verschwenkten Fallenelementen;
- Fig. 12
- eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 10, jedoch mit in das Gehäuse der Verriegelung
eingeschobenen Fallenelementen;
- Fig. 13
- eine Ansicht auf die freigegebene Verriegelung mit verschwenkten Fallenelementen.
[0016] In der Fig. 1 ist ein Verriegelung 1 für einen Flügel einer Tür oder eines Fensters
gezeigt, wobei ein vorgesehener Gehäusedeckel entfernt ist, um den Aufbau der Verriegelung
1 zu zeigen. Die Verriegelung 1 umfasst ein an einer Stulp 2 festgelegtes Gehäuse
3. Mit der Stulp 2 kann die beispielsweise in eine Schlosstasche in dem hier nicht
dargestellten Flügel eingeschobene Verriegelung 1 am Flügel festgelegt werden. Alternativ
kann die Verriegelung 1 auch anderweitig, beispielsweise in dem den Flügel umgebenden
Rahmen angeordnet sein. Die Verriegelung 1 kann zusätzlich zu einem üblicherweise
im Flügel angeordneten Schloss vorgesehen sein, um eine fernentriegelbare Tür zu realisieren.
Die Verriegelung 1 kann auch mit einem Schließzylinder ergänzt sein und bei einer
Anordnung im Flügel das üblicherweise vorgesehene Schloss ersetzen.
[0017] Anhand der Fig. 1, in welcher der gesperrte Zustand der Verriegelung 1 gezeigt ist,
werden die wesentlichen Teile der Verriegelung 1 erläutert. Über den Stulp 2 stehen
dabei die Fallenelemente 4 über, wobei die einseitig schrägen Fallenelemente 4 zu
den seitlichen Kanten der Stulp 2 hin mit ihrer geraden Seite senkrecht stehen. Die
Fallenelemente 4 bilden eine sogenannte Kreuzfalle, in dem das mittlere Fallenelement
4 umgekehrt angeordnet ist, wobei die geraden Seiten der beiden äußeren Fallenelemente
4 zu einer Kante der Stulp 2 hin gerichtet sind und das mittlere Fallenelement 4 zur
gegenüberliegenden anderen Kante der Stulp 2 hin gerichtet ist. Die schrägen Flächen
der Fallenelemente 4 weisen zur Mitte der Stup 2 hin. Die Fallenelemente 4 greifen
in bekannter Weise in eine Aussparung im Flügel oder im Rahmen ein, welche in allgemein
bekannter Weise durch ein Schließblech verstärkt sein kann. Die Fallenelemente 4 sind
schwenkbar gelagert und liegen an einem Schieber 8 an. Weiterhin ist eine Steuerfalle
5 vorgesehen, welche hier in ihrer eingeschobenen Stellung gezeigt ist. Die Steuerfalle
5 ist bei geschlossenem Flügel eingeschoben und dient der Erfassung des Zustands "Flügel
offen" bzw. "Flügel geschlossen".
[0018] Die Verriegelung 1 wird elektrisch mit einem Elektromagneten 6 angesteuert, wobei
anstelle des Elektromagneten 6 auch ein anderer Aktor, beispielsweise ein Piezoelement,
vorgesehen sein kann. Häufig ist es, wie im vorliegenden Ausführungsbeispiel, vorgesehen,
dass die Verriegelung 1 bei aktivem, d.h. bestromtem Elektromagneten 6 gesperrt ist
und die Fallenelemente 4 verriegelt sind. Das ist insbesondere bei einer Anwendung
in Fluchtwegen erwünscht, da der Fluchtweg bei Stromausfall freigegeben und der Flügel
entriegelt sein muss. Zum Anschluss der Verriegelung 1 ist weiterhin eine Platine
13 mit Klemmen 14 im Gehäuse 3 angeordnet. Die Elektronik auf der Platine ist ausgebildet,
Meldesignale über den Zustand der Verriegelung 1, wie verriegelt oder entriegelt,
und über den Zustand des Flügels, offen oder geschlossen, bereitzustellen. Auf der
Platine 13 kann auch die Anordnung einer Stromregelung für den Elektromagneten 6 vorgesehen
sein, welche nach einem anfänglich hohen erforderlichen Strom beim Anzug des Elektromagneten
6 auf einen niedrigen Haltestrom zurück regelt, um eine thermische Überlastung des
im verriegelten Zustand der Verrieglung 1 dauerhaft bestromten Elektromagneten 6 zu
verhindern. Kostengünstig und energieschonend wird so der Stromverbrauch reduziert.
Weiterhin können auch weitere Signale, wie der Zustand des Verriegelungshebels 11,
intern verarbeitet werden, wobei diese Signale nicht extern an den Klemmen 14 bereit
gestellt werden.
[0019] Im Folgenden zunächst zum allgemeinen Verständnis die Erläuterung der Anordnung der
Elemente der Sperranordnung der Verriegelung 1. Der in der Fig. 1 gezeigte Elektromagnet
6 ist als Zugmagnet ausgebildet, wodurch der schwenkbar in einem Drehlager 15 gelagerte
Sperrhebel 7 in Richtung auf den Elektromagneten 6 hin in Sperrstellung steht. Der
Sperrhebel 7 blockiert dabei eine Schwenkbewegung eines Verriegelungshebels 11, welcher
in einem Drehlager 16 gelagert ist. Durch den Verriegelungshebel 11 ist eine Drehbewegung
eines Drehkörpers 10, welcher in Lagerböcken 24 drehbar gelagert ist, gesperrt. Der
Drehkörper 10 verhindert eine Schwenkbewegung der beiden Rasthebel 9, die jeweils
in einem Drehlager 17 gelagert sind, wodurch der zwischen den Rasthebeln 9 angeordnete
Schieber 8 an einer Verschiebebewegung gehindert ist und die Fallenelemente 4 blockiert
sind.
[0020] Wesentlich ist, dass durch die mehrstufige Sperranordnung Kräfte, welche durch eine
Vorlast auf die Fallenelemente 4 einwirkt, wesentlich reduziert werden können, um
ein sicheres Auslösen der Verrieglung 1 selbst bei hoher Vorlast sicherzustellen.
Eine Vorlast auf die gesperrten Fallenelemente 4 entsteht, wenn beispielsweise flüchtende
Personen gegen den geschlossenen und verriegelten Flügel der Tür drängen. Dadurch
darf die Sperranordnung nicht klemmen. Beim Abschalten des Elektromagneten 6 muss
die Entriegelung und Freigabe des Flügels sicher erfolgen. Nachfolgend wird die Reduzierung
der auf die Fallenelemente 4 durch Vorlast eingeleiteten Kraft in den verschieden
Stufen der Sperranordnung detailliert beschreiben, wobei zu Beschreibung der Bewegungsabläufe
die Elemente als freigegeben angenommen sind.
[0021] Der im Gehäuse 3 geführte, mit Schieberfedern 18 in Richtung der Stulp 2 beaufschlagte
Schieber 8 wird beim Öffnen des Flügels gegen die Schieberfedern 18 von der Stulp
2 weg durch die Fallenelemente 4 in das Gehäuse 3 hinein verschoben. Das Zusammenwirken
der Fallenelemente 4 mit dem Schieber 8 wird nachfolgend noch näher beschrieben. Beiderseits
des Schiebers 8 sind Schrägen 19 mit einem Winkel von vorteilhaft 45° angeordnet,
welche mit den beiderseits des Schiebers 8 angeordneten Rasthebeln 9 zusammenwirken.
Jeder der Rasthebel 9 ist in einem Drehlager 17 schwenkbar gelagert und mit einer
Schenkelfeder 20 in Richtung auf den Schieber 8 beaufschlagt, wobei Schenkelfedern
20 mit unterschiedlich langen Schenkeln und unterschiedlicher Stärke in entsprechenden
Aufnahmen anordenbar sind, wie es insbesondere in der Fig. 2 gezeigt ist. Selbstverständlich
werden jeweils gleiche Schenkelfedern 20 für die beiden Rasthebel 9 verwendet. Den
Schrägen 19 des Schiebers 8 zugewandt weist jeder Rasthebel 9 eine Kontur 21 auf,
entlang welcher der Schieber 8 mit den beidseitig angeordneten Schrägen 19 die Rasthebel
9 auseinander drückt. Jeder Rasthebel 9 wird dabei um etwa 30° geschwenkt. Vorteilhaft
wird dadurch die auf den Schieber 8 einwirkende Kraft auf die beiden Rasthebel 9 aufgeteilt.
[0022] Die Krafteinleitung in den Drehkörper 10 erfolgt über eine an jedem der Rasthebel
9 angeordneten Hubschrägen 22. Der Drehkörper 10 ist im Lagersteg 12 in an den Enden
angeordneten Lagerböcken 24, welche auch der Befestigung des Lagerstegs 12 am Gehäuse
3 dienen, mit Lagerstiften 25 gelagert. Der Drehkörper 10 ist weiterhin mit einer
Rückstellfeder 26 beaufschlagt, die gegen den Deckel des Gehäuses 3 abgestützt ist.
In alternativer Ausgestaltung kann eine Schenkelfeder, welche um einen der Lagerstifte
25 angeordnet ist, zur Rückstellung vorgesehen sein. Der schwenkbare Drehkörper 10
weist einen zurückversetzten Bereich auf, welcher durch einander gegenüberliegende
Schrägflächen 27 begrenzt ist. Zwischen diesen aufeinander zuweisenden Schrägflächen
27 sind die Enden der Rasthebel 9 angeordnet, wobei die jeweilige Hubschräge 22 an
der zugeordneten Schrägfläche 27 anliegt, wie es in dem Schnitt IV - IV in Fig. 4
und in der Fig. 5 gezeigt ist. Durch die Schwenkbewegung der Rasthebel 9 gleiten zunächst
die Hubschrägen 22 an den Schrägflächen 27 auf, wodurch der Drehkörper 10 um die Lagerstifte
25 dreht und gegen die Rückstellfeder 26 angehoben wird. Vorteilhaft werden dabei
die durch den Schieber 8 auf die beiden Rasthebel 9 verteilten Kräfte im Drehkörper
10 unter Aufhebung der Querkraftanteile, welche längs des Drehkörpers 10 wirken, wieder
zusammengeführt. Nach dem Aufgleiten der Hubschrägen 22 an den Schrägflächen 27 geht
für die weitere Schwenkbewegung der Rasthebel 9 die Hubschräge 22 in die Gleitschräge
23 über und hält den Drehkörper 10 in der angehobenen Stellung.
[0023] Es ist eine Reduzierung von der auf die Rasthebel 9 durch den Schieber 8 eingeleiteten
Kraft in die auf den Drehkörper 10 wirkende Kraft von bis zu ca. 80% möglich. Der
Kraftabbau erfolgt durch Hebelwirkung, indem die Krafteinleitung auf die Rasthebel
9 nahe an den Drehlagern 17 und die Kraftweiterleitung auf den Drehkörper 10 weit
entfernt von Drehpunkt 17 an den Enden der Rasthebel 9 erfolgt, sowie durch die Übertragung
an den beiden Hubschrägen 22 auf die Schrägflächen 27 des Drehkörpers 10.
[0024] Wie es in den Figuren 3 und 6 gezeigt ist, ist der Verriegelungshebel 11 in einem
Drehlager 16 schwenkbar gelagert und mit einer Hebelfeder 29, welche an einer Anlagefläche
28 des Verriegelungshebels 11 anliegt, in Freigaberichtung beaufschlagt. Der Verrieglungshebel
11 verhindert bei gesperrter Verriegelung 1, dass sich der Drehkörper 10 um die Lagerstifte
25 gegen die Rückstellfeder 26 drehen kann. Dazu ist am Verriegelungshebel 11 eine
Sperrfläche 30 nahe zum Drehlager 16 des Verriegelungshebels 11 im Endbereich zum
Drehlager 16 hin im Bereich der Schnittlinie VI-VI in Fig. 3 angeordnet. Die Sperrfläche
30 wirkt dabei mit einer Drehlagerfläche 31 zusammen, wie es in dem Schnitt VI-VI
in der Fig. 6 gezeigt ist, und hält in Sperrstellung des Verriegelungshebels 11 die
Drehlagerfläche 31 nieder und hindert den Drehkörper 10 an einer Schwenkbewegung gegen
die Rückstellfeder 26. Am Drehkörper 10 ist weiterhin eine Aussparung 32 vorgesehen,
in welcher in Sperrstellung des Verriegelungshebels 11 ein Verstärkungssteg 33 aufgenommen
ist.
[0025] Der Verriegelungshebel 11 weist an seinem dem Drehlager 16 gegenüberliegenden Ende
eine drehgelagerte Rolle 34 auf, die mit dem Sperrhebel 7 zusammenwirkt. Alternativ
kann anstelle der Rolle 34 auch ein Gleitelement am Verriegelungshebel 11 vorgesehen
oder ausgebildet sein. Die Rolle 34 liegt aufgrund der Hebelfeder 29 in Sperrstellung
auf dem Sperrhebel 7 auf. Vorteilhaft wird die auf den Sperrhebel 7 wirkende Kraft
durch die unterschiedlich langen wirksamen Hebel am Verrieglungshebel 11 erheblich
reduziert. Die Einleitung der Kraft auf den Verriegelungshebel 11 erfolgt, wie vorbeschreiben,
nahe am Drehlager 16, mit einem kurzen wirksamen Hebel, wobei der wirksame Hebel von
dem Drehlager 16 bis zur Rolle 34 wesentlich länger ist. Die in den Verrieglungshebel
11 durch den Drehkörper 10 eingeleitete Kraft kann so um bis zu ca. 90% reduziert
werden.
[0026] Anhand der Figuren 7 bis 9 wird der Auslösevorgang durch den Elektromagneten 6 erläutert.
Der Elektromagnet 6 umfasst einen stabförmigen Anker 35, welcher durch eine Ankerfeder
36 beaufschlagt ist, welche den Anker 35 bei unbestromtem Elektromagneten 6 aus der
Spule des Elektromagen 6 herauszieht. Die Ankerfeder 36 ist einerends am Elektromagneten
6 abgestützt und andernends am Anker 35 festgelegt, wobei sich die Ankerfeder 36 dabei
beispielsweise auf einem Sicherungsring, der in einer Nut am Anker 35 angeordnet ist,
abstützt. Ist der Elektromagnet 6 bestromt, so ist der Anker 35 gegen die Ankerfeder
36 eingezogen, wie es in der Fig. 7 gezeigt ist. Der Anker 35 ist in seinem äußeren
Endbereich abgeflacht und mit einem Stift 37 versehen, welcher in ein Langloch 38,
das im Sperrhebel 7 vorgesehen ist, eingreift, wobei das Langloch 38 als Beschleunigungsstrecke
s für den Anker 35 dient. Ist der Elektromagneten 6 bestromt, so liegt der Stift 37
innerhalb des Langlochs 38 in Anlage mit der dem Elektromagneten 6 zugewandten Wandung,
wobei der Sperrhebel 7 durch Einziehen des Ankers 35 in den Elektromagneten 6 hinein
in Sperrstellung geschwenkt ist. Der Sperrhebel 7 weist dem Drehlager 15 gegenüberliegend
eine gekrümmte Laufbahn 39 auf, an welcher die Rolle 34 aufliegt. Die Laufbahn 39
kann dabei exzentrisch in Bezug auf das Drehlager 15 des Sperrhebels 7 angeordnet
sein, um die Bewegung in Auslöserichtung des Sperrhebels 7 durch die Hebelfeder 29
und durch eine möglicherweise anstehenden Vorlast zu unterstützen. Weiterhin kann
auch ein gerader Bereich der Laufbahn 39 vorgesehen sein, auf welchem die Rolle 34
in gesperrtem Zustand des Verriegelungshebels 11 anliegt.
[0027] Wird der Anker 35 des Elektromagneten 6 freigegen, in dem der Elektromagnet 6 abgeschaltet
wird, beschleunigt die Ankerfeder 36 den Anker 35 zunächst ungehindert längs der Beschleunigungsstrecke
s innerhalb des Langlochs 38 des Sperrhebels 7. Trifft der Stift 37 des Ankers 35
auf die dem Elektromagneten 6 gegenüberliegende Wandung im Langloch 38, wie in der
Fig. 8 gezeigt, wird ein Impuls auf den Sperrhebel 7 eingeleitet, wodurch die Freischaltkraft
um ca. 50% gesteigert wird, was ein Auslösen der Verriegelung 1 selbst bei hoher Vorlast
auf die Fallenelemente 4 gewährleistet. Denkbar sind auch andere Anordnungen, wobei
beispielsweise die Beschleunigungsstrecke s ein freier Weg des Ankers 35 bis zum Auftreffen
auf den Sperrhebel 7 ist. Das Rückholen des Sperrhebels 7 in Sperrstellung kann beispielsweise
durch einen den Sperrhebel 7 umgreifenden hakenartigen Fortsatz am Anker 35 erfolgen.
[0028] Die Rolle 34, welche konstruktiv im Endbereich der Laufbahn 39 des Sperrhebels 7
angeordnet ist, wird durch die Schwenkbewegung des Sperrhebels 7 frei, wodurch der
Verriegelungshebel 11 durch die Hebelfeder 29 beaufschlagt in Freigabestellung schwenkt.
Dadurch wird auch der Drehkörper 10 frei, und entsprechend der vorbeschriebenen Abläufe
schwenken die Rasthebel 9 nach außen, wodurch auch der Schieber 8 frei wird, und die
Fallenelemente 4 in den Stulp 2 bzw. das Gehäuse 3 hinein einschwenken können. Wird
der Elektromagnet 6 wieder bestromt, wird der Anker 6 eingezogen und der Sperrhebel
7 zurück geschwenkt, wobei die Rolle 34 des Verriegelungshebels 11 entlang des Sperrhebels
7 geführt und der Verrieglungshebel 11 angehoben wird.
[0029] In den Figuren 10 bis 12 ist noch einmal die Verriegelung 1 in verschiedenen Zuständen
dargestellt, wobei Fig. 10 den Schnitt X-X gemäß Fig. 1 zeigt, in dem sich die Verrieglung
1 in gesperrtem Zustand bei geschlossenem Flügel befindet, was durch die betätigte,
d.h. in den Stulp 2 hinein verlagerte Steuerfalle 5 dargestellt ist. Die Figuren 11
und 12 zeigen die Verriegelung 1 in derselben Schnittebene wie in Fig. 10, jedoch
in weiteren Zuständen. In Fig. 11 ist der Schnitt XI-XI gemäß Fig. 13 der entsperrten
Verriegelung 1 gezeigt. Die beiden äußeren Fallenelemente 4 sind durch eine Öffnungsbewegung
des Flügels, beispielsweise durch Anliegen der Fallenelemente 4 an der Aussparung
eines Schließblechs, verschwenkt. Fig. 12 zeigt den Zustand, in welchem die Fallenelemente
4 durch das Schließblech vollständig in das Gehäuse 3 eingeschoben sind, bevor die
Fallenelemente 4 den Bereich des Schließblechs verlassen und bei sich weiter öffnendem
Flügel wieder über den Stulp 2 hinaus aus dem Gehäuse 3 ausfahren können.
[0030] Wie es in Fig. 10 gezeigt ist, ist bei gesperrter Verriegelung 1 der Verriegelungshebel
11 sperrend in Anlage mit dem Drehkörper 10, wodurch die Rasthebel 9 und der Schieber
8 ebenfalls gesperrt sind. Die in einer Fallenführung 40 mit dem Fallensteg 41 geführten
Fallenelemente 4 können einer äußere Krafteinwirkung aufgrund des gesperrten Schiebers
8, welcher in Anlage mit den Fallenelementen 4 steht, nicht ausweichen. Jedem Fallenelement
4 ist dabei eine Fallenführung 40 zugeordnet, in welche der jeweilige Fallensteg 41
eingreift. Die mittlere Fallenführung 40 ist gegenüber den beiden äußeren Fallenführungen
40 umgekehrt eingebaut, da auch das mittlere Fallenelement 4 gegenüber den äußeren
Fallenelementen 4 umgekehrt angeordnet ist und demgemäß auch die Schwenkbewegung in
die entgegengesetzte Richtung erfolgt.
[0031] Ist die Sperre aufgehoben, erfahren hier die äußeren Fallenelemente 4 durch die auf
die Fallenelemente 4 durch die Öffnungsbewegung des Flügels eingeleitete Kraft, die
durch die Anlage der Fallenelemente 4 mit dem vorbeschriebenen Schließblech eingeleitet
wird, zunächst eine Schwenkbewegung, wobei der Fallensteg 41 innerhalb der Fallenführung
40 und dem mit den Schieberfedern 18 beaufschlagten Schieber 8 aufgleiten. Im weiteren
Verlauf geht die Schwenkbewegung der Fallenelemente 4 in eine geradlinige Bewegung
über, wobei die Fallenelemente 4 weiter in das Gehäuse 3 hinein verlagert werden,
wie es in der Fig. 12 gezeigt ist. Dabei wird auch das mittlere Fallenelement 4 nun
eingeschoben, da dieses mit seiner Schrägfläche ebenfalls in Anlage mit dem Schließblech
gelangt.
[0032] Die auf die Fallenelemente 4 eingeleitete Kraft kann durch die Verschiebebewegung
des Fallenstegs 41 entlang der Fallenführung 40 während der Schwenkbewegung der Fallenelemente
4 um ca. 50% zu der auf den Schieber 8 wirkender Kraft reduziert werden.
[0033] Die Vorlast kann durch den stufenweisen Abbau auf einen Anteil von bis zu ca. 0,7%
abgebaut werden, welcher noch am Sperrhebel 7 anliegt.
Liste der Referenzzeichen
[0034]
1 |
Verriegelung |
25 |
Lagerstifte |
2 |
Stulp |
26 |
Rückstellfeder |
3 |
Gehäuse |
27 |
Schrägfläche |
4 |
Fallenelement |
28 |
Anlagefläche |
5 |
Steuerfalle |
29 |
Hebelfeder |
6 |
Elektromagnet |
30 |
Sperrfläche |
7 |
Sperrhebel |
31 |
Drehlagerfläche |
8 |
Schieber |
32 |
Aussparung |
9 |
Rasthebel |
33 |
Verstärkungssteg |
10 |
Drehkörper (Z-Raststufe) |
34 |
Rolle |
11 |
Verriegelungshebel |
35 |
Anker |
12 |
Lagersteg |
36 |
Ankerfeder |
13 |
Platine |
37 |
Stift |
14 |
Klemmen |
38 |
Langloch |
15 |
Drehlager |
39 |
Laufbahn |
16 |
Drehlager |
40 |
Fallenführung |
17 |
Drehlager |
41 |
Fallensteg |
18 |
Schieberfeder |
s |
Beschleunigungsweg |
19 |
Schräge |
|
|
20 |
Schenkelfeder |
|
|
21 |
Kontur |
|
|
22 |
Hubschräge |
|
|
23 |
Gleitschräge |
|
|
24 |
Lagerbock |
|
|
1. Verriegelung (1) für einen Flügel einer Tür oder eines Fensters, mit einer Stulp (2)
und einem Gehäuse (3), wobei in dem Gehäuse (3) mindestens ein schwenkbar gelagertes
Fallenelement (4) angeordnet ist, und mit einem Elektromagneten (6) und einem Anker
(35) zur Betätigung eines Sperrhebels (7) zur Freigabe bzw. zum Sperren des mindestens
einen Fallenelements (4),
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Beschleunigungsstrecke (s) vorgesehen ist, längs welcher der mit einer Ankerfeder
(36) beaufschlagte Anker (35) bei Abschalten des Elektromagneten (6) ungehindert beschleunigt.
2. Verriegelung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsstrecke (s) als Langloch (38) im Sperrhebel (7) ausgebildet ist.
3. Verriegelung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Stift (37) am Anker (35) angeordnet ist, welcher in das Langloch (38) im Sperrhebel
(7) eingreift.
4. Verriegelung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ankerfeder (36) als eine den Anker (35) umgebende Feder ausgebildet ist, welche
sich einerends am Elektromagneten (6) abstützt und andernends am Anker (35) festgelegt
ist.
5. Verriegelung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrhebel (7) mit einem Verrieglungshebel (11) zusammenwirkt, an dessen dem
Sperrhebel (7) zugewandten Ende eine Rolle (34) angeordnet ist, welche bei einer Schwenkbewegung
des Sperrhebels (7) zur Freigabe der Verrieglung (1) auf einer Laufbahn (39) des Sperrhebels
(7) abrollt.
6. Verriegelung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Laufbahn (39) exzentrisch zum Drehlager (15) des Sperrhebels (7) angeordnet ist.
7. Verriegelung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Laufbahn (39) einen geraden Bereich und einen radialen Bereich aufweist, wobei
in gesperrtem Zustand die Rolle (34) des Verriegelungshebels (11) auf dem geraden
Bereich der Laufbahn (39) anliegt.