[0001] Die Erfindung betrifft einen faltbaren Rollstuhl mit zwei Seitenrahmen, in denen
jeweils ein Vorderrad und ein Hinterrad gelagert ist, sowie mit einem zwischen den
Seitenrahmen angeordneten Scherenelement, das zwei Scherenarme aufweist, wobei die
Scherenarme im Bereich des einen Scherenelementendes schwenkbar in den Seitenrahmen
gelagert sind.
[0002] Derartige faltbare Rollstühle sind aus dem Stand der Technik hinlänglich bekannt,
beispielsweise aus der
DE 20 2008 009 608 U1. Dort findet ein Scherenelement, auch als Kreuzstrebe bezeichnet, Verwendung. Die
Schwenkachse der Scherenarme des Scherenelementes ist hierbei parallel zur Aufstandsfläche
der Räder des Rollstuhls auf einem Boden angeordnet. Somit ist bei horizontal angeordnetem
Boden die gemeinsame Schwenkachse der beiden Scherenarme des Scherenelements horizontal
angeordnet. Beim Zusammenfalten des Rollstuhls bewegt sich diese Schwenkachse nach
oben, somit in einer Vertikalebene. Die unteren Enden der Scherenarme sind auf unteren
horizontalen Rahmenrohren der Seitenrahmen drehbar gelagert. An die oberen Enden der
Scherenarme ist jeweils ein Sitzrohr waagerecht angeschweißt. Diese waagerecht angeschweißten
Sitzrohre ruhen in auseinandergefaltetem Zustand des Rollstuhls auf den Sitzrohren
angepassten Lagern, die an oberen, horizontalen Rohrabschnitten der Sitzrahmen befestigt
sind. Während des Faltvorganges bewegen sich die waagerecht angeschweißten Sitzrohre
frei nach oben, während die Seitenrahmen sich aufeinander zu bewegen. Je eine Lasche,
die sowohl mit einer Scherenelementhälfte als auch mit dem entsprechenden Seitenrahmen
drehbar verbunden ist, gewährleistet, dass die Seitenrahmen während des Faltvorgangs
parallel geführt werden und die Sitzrohre des Scherenelements exakt in den Lagern
positioniert werden.
[0003] Faltbare Rollstühle sind ferner aus der Praxis durch die Firma Otto Bock HealthCare
GmbH, D-37115 Duderstadt, (
www.ottobock.de) gemäß der Serie "AVANTGARDE", die Firma Sunrise Medical GmbH & Co. KG, D-69254 Malsch,
(
www.sunrisemedical.de) unter der Serie "EASY", sowie durch die Firma PROACTIV Reha-Technik GmbH, D-72359
Dotternhausen, (
www.proactiv-gmbh.de) unter der Serie "Traveller4you" bekannt geworden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen faltbaren Rollstuhl der eingangs
genannten Art so weiterzubilden, dass, bei hoher Steifigkeit des Rollstuhls in auseinandergefaltetem
Zustand, der Rollstuhl bezüglich dessen Breite auf ein kompaktes Faltmaß zusammengefaltet
werden kann. Die Handhabung des Rollstuhls zum Auseinanderfalten und Zusammenfalten
soll hierbei sehr einfach sein.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass die Scherenarme im Bereich des anderen Scherenelementendes
schwenkbar in manuell betätigbaren Stellgliedern gelagert sind, die, in Abstand zur
Schwenkachse des anderen Scherenelementendes in den Stellgliedern, schwenkbar in den
Seitenrahmen gelagert sind, sowie in Abstand zu dem anderen Scherenelementende ein
Faltscharnier angeordnet ist, das schwenkbar in den Seitenarmen gelagert ist, ferner
mit einem Stellmittel, dass mit dem Faltscharnier, in Abstand zu dessen Lagerungen
in den Seitenrahmen, schwenkbar verbunden ist und zwischen dem Faltscharnier und einem
der Stellglieder, in Abstand zu der Schwenkachse dieses Stellglieds in den diesem
zugeordneten Seitenrahmen, wirksam ist, ferner mit Mitteln zum Festlegen mindestens
eines Stellglieds relativ zu dem diesem Stellglied zugeordneten Seitenrahmen in der
auseinandergefalteten Stellung des Rollstuhls.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Rollstuhl wird die besonders hohe Steifigkeit des Rollstuhls
in auseinandergefaltetem Zustand aufgrund der Ausbildung des Rollstuhls sowohl mit
dem Scherenelement als auch mit dem Faltscharnier bewirkt. Hierbei sind die Festenden
des Scherenelements den Seitenrahmen zugeordnet und es sind die Losenden des Scherenelements
den manuell betätigbaren Stellgliedern zugeordnet, die schwenkbar in den Seitenrahmen
gelagert sind. Die Veränderung der Schwenkstellungen der manuell betätigbaren Stellglieder
führt beim Schwenken der Stellglieder in der einen Richtung zu einer größeren Spreizung
der Scherenarme des Scherenelements und damit zu einem Auseinanderfalten des Rollstuhls,
während ein Schwenken der Stellglieder in der entgegengesetzten Richtung zu einem
stärkeren Schließen des Scherenelementes, mit der Konsequenz des Zusammenfalten des
Rollstuhls führt. In der definierten, auseinandergefalteten Endlage wird der Rollstuhl
durch die Mittel zum Festlegen des mindestens einen Stellglieds relativ zu dem diesen
Stellglied zugeordneten Seitenrahmen in auseinandergefahrener Stellung des Rollstuhls
gehalten. Diese Festlegung kann durchaus mittelbar erfolgen. Ist das mindestens eine
Stellglied festgelegt, bedingt dies, dass das zumindest eine Losende des Scherenelements
und über die Kinematik des Scherenelements auch das andere Losende des Scherenelements
festgelegt ist und damit die Seitenrahmen in einem definierten Abstand, somit in dem
Zustand des auseinandergefalteten Rollstuhls gehalten werden. Eine besonders hohe
Steifigkeit des Rollstuhls in auseinandergefaltetem Zustand ergibt sich, wenn in dieser
Stellung des Rollstuhls das Faltscharnier eine knickstabile Position, bezogen auf
die Orientierung des Faltscharniers zu den beiden Scherenarmen einnimmt. Unter diesem
Aspekt wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Lagerpunkte des Faltscharniers
in den Seitenrahmen und die Schwenkachse, die durch die beiden Scharnierteile des
Faltscharniers gebildet ist, in der auseinandergefalteten Stellung des Rollstuhls
auf einer Gerade angeordnet sind.
[0007] Die Ausbildung des Rollstuhls mit dem Scherenelement und dem Faltscharnier ermöglicht
ein kompaktes bzw. geringes Faltmaß des Rollstuhls in zusammengefaltetem Zustand des
Rollstuhls. In diesem Zustand ist das Scherenelement weitgehend geschlossen und es
liegen die Schenkel des Faltscharniers nahezu aneinander.
[0008] Das Stellmittel, das mit dem Faltscharnier, in Abstand zu dessen Lagerungen in den
Seitenrahmen, schwenkbar verbunden ist, dient der Koppelung der Bewegung von Faltscharnier
und dem einen manuell betätigbaren Stellglied. Diese Kopplung kann unterschiedlich
gestaltet sein und auch unterschiedlich wirksam sein, beispielsweise linear oder nicht
linear. Grundsätzlich kann, bei entsprechender kinematischer Auslegung, das Stellmittel
unmittelbar die Bewegung des Stellglieds auf das Faltscharnier übertragen, sowohl
in der Bewegungsrichtung des Faltscharniers zum Überführen des Rollstuhls in die auseinandergefaltete
Stellung als auch in die andere Bewegungsrichtung zum Überführen des Rollstuhls in
seine zusammengefaltete Stellung. Hierbei kann das Stellmittel durchaus auch dem mit
dem Stellglied zusammenwirkenden Losende des Scherenelements zugeordnet sein. Das
Stellmittel kann als starres oder durchaus auch als längenveränderliches Bauteil ausgebildet
sein; letztgenannte Gestaltung insbesondere im Zusammenwirken mit Federmitteln, die
zwischen einem Seitenrahmen und dem Faltscharnier bzw. einem Seitenrahmen und dem
Stellmittel wirksam sind.
[0009] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass im jeweiligen
Stellglied eine Lagerstange für einen Schiebegriff zum Schieben des Rollstuhls gelagert
ist. Diese Lagerstange bildet insbesondere ein Rückenrohr zur Aufnahme einer Rückenbespannung,
somit ein Rohr im Bereich des Rückens der den Rollstuhl benutzenden Person. Da es
zum Überführen des Rollstuhls von dem auseinandergefalteten Zustand in den zusammengefalteten
Zustand erforderlich ist, die Stellglieder manuell zu betätigen, kann dies gemäß der
genannten Weiterbildung auf einfache Art und Weise dadurch erfolgen, dass durch Verschwenken
der Lagerstange in Folge Einleitens von Kräften in den Schiebegriff, dieser Faltvorgang
vollzogen wird. Neben dieser Möglichkeit, den Rollstuhl aufgrund dieser einfachen
Bewegung vom auseinandergefaltetem Zustand in den zusammengefalteten Zustand zu überführen,
und umgekehrt, ist es hierdurch möglich, den Rollstuhl beim Zusammenfalten in eine
besonders platzsparende Anordnung zu überführen. Dies deshalb, weil die Lagerstangen
bzw. die Rückenrohre mit den Schiebegriffen insbesondere auf die Seitenrahmen zu geschwenkt
werden können, vorzugsweise bis nahezu zur Anlage der Lagerstangen an den Seitenrahmen.
Im zusammengefalteten Zustand ist die Erstreckung des Rollstuhls somit nicht nur in
Breitenrichtung, sondern auch in Höhenrichtung auf ein Mindestmaß reduziert.
[0010] Vorzugsweise ist die jeweilige Lagerstange, bei auseinandergefalteter Stellung des
Rollstuhls, senkrecht zur Aufstandsebene von Vorderrädern und Hinterrädern auf einem
Boden, auf dem der Rollstuhl platziert ist, angeordnet und es ist in der zusammengefalteten
Stellung des Rollstuhls die Lagerstange im Bereich deren den Schiebegriff aufnehmenden
Endes benachbart dem zugeordneten Seitenrahmen angeordnet.
[0011] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn das jeweilige Stellglied, zum Überführen
des Rollstuhls von seiner auseinandergefalteten Stellung in seine zusammengefaltete
Stellung, um einen Winkel von 80 bis 90°, insbesondere 90°, schwenkbar ist. Bei einem
solchen Schwenkwinkel ist insbesondere gewährleistet, dass eine mit dem jeweiligen
Stellglied zusammenwirkende Lagerstange bzw. ein Rückenrohr in die dem Rahmen zugewandte
Endstellung, bei zusammengefaltetem Rollstuhl, überführt werden kann.
[0012] Vorzugsweise ist das Faltscharnier in einer Ebene faltbar, die parallel zur Aufstandsebene
von Vorderrädern und Hinterrädern auf einem Boden ist. Ist der Boden horizontal, bedeutet
dies, dass das Faltscharnier in einer horizontalen Ebene faltbar ist. Diese Anordnung
des Faltscharniers ist insbesondere unter Platzaspekten und einer besonders einfachen
Anbindung des Faltscharniers an das Stellglied von Vorteil.
[0013] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Faltscharnier in zusammengefaltetem Zustand
auf die durch die Hinterräder gebildete Hinterachse des Rollstuhls gerichtet ist.
Beim Zusammenklappen des Faltscharniers ist dieses somit auf das Scherenelement zu
gerichtet. Diese Klapprichtung ist gleichfalls unter dem Aspekt einer kompakten Anordnung
von Faltscharnier und Scherenelement im Rollstuhl zu sehen.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die einen Scherenelementenden
und das Faltscharnier vor der durch die Hinterräder gebildeten Hinterachse mit den
Seitenrahmen verbunden sind, sowie die anderen Scherenelementenden hinter der Hinterachse
in den Stellgliedern gelagert sind. Hierdurch ergeben sich Angriffspunkte der Scherenelementenden,
bezogen auf die den Benutzer des Rollstuhls betreffende vordere und hintere Orientierung
des Rollstuhls, die recht weit auseinanderliegen und es ist zudem das Faltscharnier
üblicherweise in der vorderen Hälfte des Rollstuhls angeordnet. Gemäß einer konkreten
baulichen Gestaltung des Rollstuhls ist vorgesehen, dass die Scherenarme des einen
Scherenelementendes um parallele Achsen in ersten Aufnahmen schwenkbar gelagert sind,
und diese Aufnahmen um eine senkrecht zu diesen parallelen Achsen angeordnete Achse
schwenkbar in den Seitenrahmen gelagert sind, sowie die Schwenkarme des anderen Scherenelementendes
um parallele Achsen in zweiten Aufnahmen schwenkbar gelagert sind, und diese Aufnahmen
um eine senkrecht zu diesen parallelen Achsen angeordnete Achse schwenkbar in den
Stellgliedern gelagert sind. Durch diese Gestaltung ergibt sich eine besonders einfache
Anbindung des Scherenelements bezüglich der beiden Seitenrahmen und der beiden Stellglieder.
[0015] Unter dem Aspekt optimaler Platzverhältnisse zwischen Scherenelement und Faltscharnier
beim Zusammenfalten des Rollstuhls und optimaler Anordnung der Querverbindungen des
Rollstuhls unter dem Aspekt der Aussteifung des Rollstuhls wird es als besonders vorteilhaft
angesehen, wenn die einen Scherenelementenden in unteren Bereichen der Seitenrahmen
gelagert sind und die die anderen Scherenelementenden aufnehmenden Stellglieder in
den oberen Bereichen der Seitenrahmen gelagert sind. Demnach ist die Achse des Scherenelements,
somit die Drehachse der beiden Scherenarme zueinander, nicht vertikal angeordnet,
sondern unter einem spitzen Winkel zur Vertikalen, insbesondere in einer vertikalen
Ebene.
[0016] Gemäß einer besonderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Stellmittel, im Bereich
seines dem Faltscharnier abgewandten Endes, schwenkbar in einem der Stellglieder oder
schwenkbar in einer im Stellglied gelagerten Aufnahme für einen der Scherenarme gelagert
ist. Dieses Ende des Stellmittels erfährt somit beim Schwenken des Stellglieds eine
Bewegung entsprechend dem Stellglied oder der Aufnahme für den einen Scherenarm.
[0017] Vor diesem Hintergrund wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn das Stellelement
teleskopierbar ist und einen Anschlag zum Begrenzen der Zusammenfahrbewegung des Stellelements
beim Auseinanderklappen des Rollstuhls aufweist. Beim Schwenken des Stellglieds zum
Überführen des Rollstuhls in seine auseinandergeklappte Stellung verringert sich die
Länge des teleskopierbaren Stellelements, bis der Anschlag wirksam wird und damit
das Stellelement als starres Element die Bewegung des Stellglieds auf den einen Scharnierarm
des Faltscharniers geometrisch zwangsgekoppelt überträgt, insbesondere soweit, bis
bei auseinandergefaltetem Rollstuhl das Faltscharnier seine gestreckte Stellung einnimmt.
Um das Faltscharnier aus dieser gestreckten Stellung zum Überführen des Rollstuhls
in seine zusammengeklappte Stellung zu bewegen, sind Mittel, insbesondere Federmittel
vorgesehen, die zwischen einem der Seitenrahmen und einem der Scharnierteile des Faltscharniers
wirksam sind. Diese Mittel üben eine Stellkraft auf dieses Scharnierteil zum Bewegen
des Faltscharniers in Richtung dessen zusammengefalteter Stellung aus. Beim Bewegen
des Stellmittels zum Zusammenfalten des Rollstuhls verlängert sich zwar das teleskopierbare
Stellelement, da in dieser Bewegungsrichtung kein Anschlag vorhanden ist. Allerdings
gewährleistet das Mittel, dass das Klappscharnier aus der gestreckten Endlage herausbewegt
wird und durch das Aufeinanderbewegen der Seitenrahmen infolge Angriffs des Scherenelements
an den Seitenrahmen das Faltscharnier in seine zusammengefaltete Stellung überführt
werden kann.
[0018] Vorzugsweise sind die Stellglieder schwenkbar im Bereich hinterer Enden der Seitenrahmen
gelagert und Lagerachsen des Scherenelements im Bereich des anderen Scherenelementendes
unterhalb und hinter Lagerachsen der Stellglieder in den Seitenrahmen angeordnet.
Hierdurch ist gewährleistet, dass einerseits die anderen Scherenelementenden stabil
und spielarm gelagert werden können und sich andererseits die Lagerstangen bzw. Rückenrohre
definiert an den hinteren Enden der Seitenrahmen positionieren und abstützen können.
[0019] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Lagerpunkte des Faltscharniers in den Seitenrahmen
und die Lagerpunkte der Scherenelementenden in den Stellmitteln, zur Veränderung der
Breite der durch die Seitenrahmen gebildeten Seitenrahmenanordnung, veränderbar sind.
[0020] Die vorliegende Erfindung einschließlich deren Weiterbildung schlägt somit einen
Rollstuhl vor, bei dem die Seitenrahmen und die Lagerstangen bzw. Rückenrohre in einem
Vorgang zu einem kompakten Faltmaß geführt werden, indem sich die Seitenrahmen aufeinander
zu bewegen und die Lagerstangen bzw. Rückenrohre annähernd parallel und in geringem
Abstand zu den Seitenrahmen positioniert werden können.
[0021] Die Konstruktion ist so auslegbar, dass der Rollstuhlrahmen eine maximale Steifigkeit
aufweist und eine Sitzbreitenveränderung des Rollstuhlrahmens ohne Austausch von Bauteilen
möglich ist. Eine simultane Faltung von Seitenrahmen und Lagerstangen bzw. Rückenrohren
ist möglich.
[0022] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung der
Figuren und den Figuren selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale
und alle Kombinationen von Einzelmerkmalen weitere erfinderische Ausgestaltungen darstellen.
[0023] In den Figuren ist die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels erläutert,
ohne hierauf beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- in einer Ansicht, schräg von vorne gesehen, den faltbaren Rollstuhl in auseinandergefaltetem
Zustand, allerdings ohne Sitz, insbesondere ohne Sitz- und Rückenbespannung des Sitzes
veranschaulicht,
- Figur 2
- den in Figur 1 veranschaulichten Rollstuhl, allerdings, zum besseren Verständnis der
vorliegenden Erfindung, bei nicht veranschaulichten Rädern, Schutzblechen, Radlagern
und Fußstützen des Rollstuhls gezeigt, in einer Ansicht, schräg von vorne gesehen,
- Figur 3
- die Anordnung gemäß Figur 2, schräg von hinten gesehen,
- Figur 4
- eine Unteransicht der Anordnung gemäß der Figuren 2 und 3,
- Figur 5
- die Anordnung gemäß der Figuren 2 und 3, schräg von vorne gesehen, in einer teilweisen
Explosionsdarstellung veranschaulicht,
- Figur 6
- Details des Rollstuhls im Verbindungsbereich von einer Lagerstange bzw. einem Rückenrohr
mit einem mit einem rechten Seitenrahmen des Rollstuhls verbindbaren Stellmittel,
veranschaulicht in einer Explosionsdarstellung,
- Figur 7
- ein Scherenelement des Rollstuhls, mit dessen Elementen zum Verbinden mit einem rechten
Seitenrahmen und einem linken Seitenrahmen des Rollstuhls,
- Figur 8
- ein teleskopierbares Stellmittel des Rollstuhls mit dessen endseitigen Anschlusselementen,
- Figur 9
- eine Ansicht eines Teilbereich der Anordnung gemäß der Figuren 2 und 3, schräg von
der Seite gesehen
- Figur 10
- die Anordnung gemäß der Figur 2, allerdings in einem Faltzustand, der dem teilweise
zusammengefalteten Zustand des Rollstuhls entspricht,
- Figur 11
- die Anordnung gemäß Figur 10 in einer Ansicht gemäß dieser Figur, veranschaulicht
für den vollständig zusammengefalteten Zustand,
- Figur 12
- die Anordnung gemäß Figur 11, für den vollständig zusammengefalteten Zustand, in einer
Ansicht von unten.
[0024] Figur 1 zeigt einen faltbaren Rollstuhl 1 ohne den der Aufnahme einer Person dienenden
Sitz. Vor dem Hintergrund der Orientierung einer auf dem Rollstuhl 1 sitzenden Person
sind die nachfolgenden Spezifizierungen betreffend vorne, hinten, rechts, links, oben,
unten zu verstehen.
[0025] Der Rollstuhl 1 weist zwei parallel zueinander angeordnete Seitenrahmen 2 auf, in
denen jeweils ein lenkbares Vorderrad 3 und ein manuell antreibbares Hinterrad 4 gelagert
ist, ferner zwei Fußstützen 50 und Bremsen 51 für die Hinterräder 4. Zwischen den
Seitenrahmen 2 ist ein Scherenelement 5 angeordnet, das zwei identisch ausgebildete
Scherenarme 6 aufweist. Die Scherenarme 6 sind im Bereich eines Scherenelementendes
7, konkret im Bereich des Endes 8 des jeweiligen Scherenarmes 6, schwenkbar in den
Seitenrahmen 2 gelagert. Im Bereich des anderen Scherenelementendes 9, konkret den
Enden 10 der Scherenarme 6, sind die Scherenarme 6 schwenkbar in manuell betätigbaren
Stellgliedern 11 gelagert. Diese sind, in Abstand zur Schwenkachse des Scherenelementendes
9 in den Stellgliedern 11, schwenkbar in den Seitenrahmen 2 gelagert. In Abstand zu
dem anderen Scherenende 9 ist ein Faltscharnier 12 angeordnet. Dieses ist schwenkbar
in den Seitenrahmen 2 gelagert. Ein teleskopierbares Stellmittel 13 ist mit dem Faltscharnier
12, in Abstand zu dessen Lagerungen in den Seitenrahmen 2, schwenkbar verbunden. Das
Stellmittel 13 ist zwischen dem Faltscharnier 12 und einem der Stellglieder 11, in
Abstand zu der Schwenkachse dieses Stellgliedes 11 in dem diesem zugewandten Seitenrahmen
2, wirksam. Mittel 14 (siehe Figur 3) dienen dem Festlegen der Stellglieder 11 relativ
zu den diesen zugeordneten Seitenrahmen 2 in der auseinandergefalteten Stellung des
Rollstuhls 1.
[0026] Mittels des so diagonal angeordneten Scherenelements 5 ist der Rollstuhl 1 in zwei
Ebenen faltbar. Hierdurch lassen sich mit einer Faltbewegung sowohl die beiden Seitenrahmen
2 zueinander bewegen, als auch mit den Stellgliedern 11 verbundene Rückenrohe 15 mit
integrierten Schiebegriffen 16 parallel und in geringen Abstand zu oberen, horizontal
angeordneten Rohrteilen 17 der Seitenrahmen 2 schwenken, wobei horizontal auf den
auf einer horizontalen Unterlage bzw. Boden ruhenden Rollstuhl 1 bezogen ist. Durch
Versetzen des Faltscharniers 12 bezüglich dessen seitenrahmenseitigen Drehlagern und
Versetzen des Scherenelementes 5 bezüglich deren stellgliedseitigen oder seitenrahmenseitigen
Drehlagern kann die Rahmenbreite, somit der maximal darstellbare Abstand der Seitenrahmen
2 (somit des auseinandergefalteten Rollstuhls 1), variiert werden. Die Anordnung von
Scherenelement 5, Faltscharnier 12 und Stellmittel 13 gewährleistet eine hohe Steifigkeit
des Rollstuhlrahmens.
[0027] Nachstehend wird auf die Darstellung der Figuren 2 bis 9 Bezug genommen, die die
für die Durchführung des Faltvorganges des Rollstuhls wesentlichen Bauteile des Rollstuhls
veranschaulichen bzw. deren Einzelkomponenten veranschaulichen.
[0028] Die Seitenrahmen 2 links und rechts sind jeweils in ihrem vorderen, oberen Bereich
an ihren Scharnierlagern 18 durch das Faltscharnier 12 verbunden. Die Scharnierlager
18 weisen mehrere Bohrungen auf, beispielsweise jeweils drei Bohrungen 19 im Abstand
von 10 mm auf. Das Faltscharnier 12 besteht aus zwei gleichen Scharnierhälften 20,
die mittels einer Scharniermittelachse 21 schwenkbar miteinander verbunden sind. Die
äußeren Enden der Scharnierhälften 20 weisen Bohrungen 22 zur schwenkbaren Lagerung
in Scharnierlagerachsen 23 auf. Die Scharnierlagerachsen 23 wiederum sind in jeweils
einer der Bohrungen 19 der Scharnierlager 18 fest verschraubt. Durch Versetzen der
Scharnierlagerachsen 23 kann die Sitzbreite in drei Stufen um 20 mm verändert werden.
[0029] Eine Schenkelfeder 24 ist am unteren Ende einer der Scharnierlagerachsen 23 gelagert
und beaufschlagt die entsprechende Scharnierhälfte 20 derart, dass das Zusammenfalten
des Faltscharniers 12 initiiert und unterstützt wird. Dies ist nur eine beispielhafte
Lösung für eine Federkraftbeaufschlagung. Sie kann in vielfältig anderer Weise realisiert
werden.
[0030] Am oberen Ende der jeweils hinteren, vertikal angeordneten Rohre 25 der Seitenrahmen
2 sind die Rückenrohe 15 in den Bereichen 26 schwenkbar gelagert. Die nachfolgend
beschriebene Ausbildung und Anordnung des jeweiligen Rückenrohres 15 ist nur beispielhaft
und kann in vielfältig anderer Weise realisiert werden. Das Rückenrohr 15 ist in einer
Rückenrohrbasis 27 geführt und im Bereich 28 fest mit dieser verbunden. Im Bereich
29 wird das Rückenrohr 15 zusätzlich spielfrei verklemmt. Zwei Steuerplatten 30 sind
links und rechts der Rückenrohrbasis 27 im Bereich 28 und einer der Bohrungen 31 mit
dieser fest verbunden. Im Bereich der Bohrungen 32 der Steuerplatten 30 sind die Steuerplatten
30 und damit das Rückenrohr 15 im Bereich 26 schwenkbar im Rohr 25 gelagert. Zwischen
den Steuerplatten 30 der rechten bzw. linken Seite des Rollstuhls 1 ist in deren unteren
Bereichen ein Arretierstück 33 mit den Steuerplatten 30 in jeweils einer der Bohrungen
34 und 35 fest verbunden. Dabei dient eine der Bohrungen 34 gleichzeitig als drehbare
Lagerung für das jeweilige Ende 10 des Scherenelementes 5 mittels eines Scherenendgelenkes
36. Das Arretierstück 33 weist deckungsgleich mit den Bohrungen 34 und 35 in den Steuerplatten
30 ebenfalls gleichgroße Bohrungen auf. Die beiden jeweils auf der rechten und linken
Seite des Rollstuhls 1 angeordneten Steuerplatten bilden Bestandteil des jeweiligen,
manuell betätigbaren Stellgliedes 11, wobei die manuelle Betätigung des Stellgliedes
11 bzw. der Steuerplatten 30 über das diesen zugeordnete Rückenrohr 15 mit Schiebegriff
16 erfolgt.
[0031] Mehrere Bohrungen 31 sind kreisförmig um die Bohrung im Bereich 28 angeordnet und
ermöglichen so eine Winkelverstellung zwischen Rückenrohrbasis 27 und den Steuerplatten
30. Damit sind verschiedene Rückenwinkel einstellbar.
[0032] Am jeweiligen Seitenrahmen 2 ist ein Riegelgehäuse 37 befestigt. In diesem ist ein
Riegel 38 unter Druckfederbelastung geführt und verriegelt in auseinandergefaltetem
Zustand des Rollstuhls 1 das jeweilige Rückenrohr 15 über das diesem zugeordnete Arretierstück
33 mit dem diesem zugeordneten Seitenrahmen 2. Die beiden Riegel 38 sind über ein
Auslösekabel 39 verbunden. Durch Betätigung des Auslösekabels 39 werden die Riegel
38 gegen den Federdruck in die Riegelgehäuse 37 gezogen und geben das Schwenken der
Rückenrohre 15 frei. Die Arretierung der Rückenrohre 15 kann auf vielfältig andere
Weise realisiert werden und ist in der oben aufgeführten Beschreibung nur beispielhaft.
Das Arretierstück 33 weist an der dem Vertikalrohr 25 zugewandten Seite eine muldenförmige
Vertiefung 40 auf, so dass es im verriegelten Zustand eine formschlüssige Verbindung
mit dem Vertikalrohr 25 herstellt und den Verbindungen der Seitenrahmen 2 mit den
Rückrohren 15 eine hohe Steifigkeit verleiht.
[0033] Die Bohrungen 34 sind unterhalb und hinter der Bohrung 32 angeordnet, liegen somit
hinter dem Vertikalrohr 25. Dies gewährleistet, dass einerseits die hinteren, oberen
Scherenendgelenke 36 stabil und spielarm in den Rückenrohrkonstruktionen gelagert
werden können und sich andererseits die Rückenrohrkonstruktion mittels der Arretierstücke
33 gegen die Vertikalrohre 25 formschlüssig positionieren und abstützen können.
[0034] Das Scherenelement 5 mit den beiden Scherenarmen 6, einer die Scherenarme 6 durchsetzenden
Mittelachse 41 und den vier Scherenendgelenken 36 ist diagonal zwischen den Seitenrahmen
2 angeordnet. Achsen 48, die das jeweilige Ende 8 bzw. 10 des Scherenarms 6 mit dem
Scherenendgelenk 36 verbinden, sind parallel zur Mittelachse 41 angeordnet. Das Scherenelement
5 ist mit seinen vorderen, unteren Scherenendgelenken 36 mittels Achsen 49 in Bohrungen
42 im unteren, mittleren Bereich der Seitenrahmen 2, und mit seinen hinteren, oberen
Scherenendgelenken 36 mittels Achsen 49 in einer der Bohrungen 34 der Rückenrohrkonstruktionen
schwenkbar gelagert. Betreffend das jeweilige Scherenendgelenk 36 sind die Achsen
48 und 49 senkrecht zueinander angeordnet. Durch die unterschiedliche Positionierung
der hinteren, oberen Scherenendgelenke 36 in einer der Bohrungen 34 werden, korrespondierend
mit der Positionierung der Scharnierlagerachsen 23, unterschiedliche Sitzbreiten erzeugt.
[0035] Das teleskopierbare Stellmittel 13, das als teleskopierbares Schubgestänge ausgebildet
ist, mit im Wesentlichen einem Zylinderohr 43, einer Schubstange 44, zwei Winkelgelenken
45, einem Steuerhebel 46 und zwei Einstellmuttern 47, ist einerseits mittels des Winkelgelenks
45 an der Schubstange 44 mit einem der hinteren oberen (hier in Fahrtrichtung links)
Scherenendgelenken 36 verbunden, andererseits mittels des Winkelgelenks 45 an dem
Zylinderohr 43 und dem Steuerhebel 46 mit der entsprechenden (hier ebenfalls links
befindlichen) Scharnierhälfte 20 des Faltscharniers 12 verbunden.
[0036] Die Figuren 10 und 11 zeigen den relevanten Bereich des Rollstuhles 1 in teilweise
bzw. vollständig zusammengefalteter Position.
[0037] Das zu erzielende Faltmaß des Rollstuhls 1 wird, wie nachfolgend beschrieben, erreicht:
[0038] Nach Betätigung des Auslösekabels 39 geben die Riegel 38 die Arretierstücke 33 und
damit die Rückenrohrkonstruktionen frei, so dass die Rückenrohre 15, beispielsweise
durch Ergreifen im Bereich der Schiebegriffe 16, nach vorn in Richtung der Rohre 17
der Seitenrahmen 2 verschwenkt werden können. Durch diese Schwenkbewegung der Rückenrohre
15 und damit auch der Steuerplatten 30, demzufolge die Schwenkbewegung der Stellglieder
11, wird das mittels der hinteren, oberen Scherenendgelenke 36 in den Bohrungen 34
schwenkbar gelagerte Scherenelement 5 zusammengefaltet. Da das Scherenelement 5 mittels
der vorderen, unteren Scherenendgelenke 36 in den Bohrungen 42 im unteren mittleren
Bereich der Seitenrahmen 2 mit diesen ebenfalls schwenkbar verbunden ist, werden die
Seitenrahmen 2 gleichzeitig aufeinander zugeführt. Dabei wird das mittels der Schenkelfeder
24 mit Federkraft beaufschlagte Faltscharnier 12 ebenfalls zusammengefaltet. Durch
die unterschiedlichen Wege, die die Winkelgelenke 45 an Faltscharnier 12 und dem einen
Scherenendgelenk 36 zurücklegen, wird das Stellmittel 13 auseinander teleskopiert.
[0039] Beim Auseinanderfalten des Rollstuhles 1 werden die Rückenrohre 15 nach hinten, oben
geschwenkt, bis sie in der Endstellung mit den Arretierstücken 33 hinter den Riegeln
38 einrasten. Dabei wird das Stellmittel 13, somit das Schubgestänge, während der
letzten Phase des Schwenkvorganges auf Block zusammen gefahren, da das Zylinderrohr
43 die gekonterten Einstellmuttern 47 kontaktiert und es führt das Schubgestänge das
Faltscharnier 12 gegen den Federdruck der Schenkelfeder 24 in die neutrale Lage, somit
die Totpunktlage, in der alle drei Drehpunkte des Faltscharniers 12 auf einer Linie
liegen. In dieser Lage stellt das Faltscharnier 12 eine sehr steife Verbindung zwischen
den beiden Seitenrahmen 2 her, ohne weiteren Druck, als der, der durch die Schenkelfeder
24 verursacht wird, auf das Schubgestänge auszuüben.
[0040] Um das Faltscharnier 12 exakt in die neutrale Lage zu führen, kann die Blocklänge
des Stellmittels 13 bzw. des Schubgestänges mittels der zwei gegeneinander konterbaren
Einstellmuttern 47 eingestellt werden. Dazu ist die Schubstange 44 an ihrer dem Winkelgelenk
45 zugewandten Seite mit einem entsprechend langen Gewinde versehen.
[0041] Das Arretierstück 33 und der Riegel 38 sind im Bereich ihrer Kontaktflächen im verriegelten
Zustand so gestaltet, dass diese in einem Winkel zwischen optimal 10° und 20° zur
Bewegungsachse der Riegel 38 stehen. Damit ist einerseits gewährleistet, dass die
Arretierstücke 33 durch die Riegel 38 spielfrei an das Vertikalrohr 25 gedrückt werden
und andererseits die Riegel 38 beim Schieben des Rollstuhles, somit bei Ausübung eines
Druckes auf die Rückenrohre 15 nach vorn, nicht durch die Arretierstücke 33 nach unten
gedrückt werden und die Rückenrohrkonstruktion unabsichtlich entriegeln.
[0042] Die Steifigkeit des Rollstuhlrahmens wird erreicht durch:
- a) die gleichmäßige Verteilung von Querverbindungen der beiden Seitenrahmen 2,
aa) mit den hinteren, oberen Verbindungen (mittels Scherenendgelenken 36) des diagonal
angeordneten Scherenelementes 5 an den Rückenrohrkonstruktionen in jeweils einer der
Bohrungen 34,
ab) mit den vorderen, unteren Verbindungen (mittels Scherenendgelenken 36) des diagonal
angeordneten Scherenelementes 5 an den Seitenrahmen 2 in jeweils einer der Bohrungen
42,
ac) mit der vorderen, oberen Verbindung in den Bohrungen 19 der Scharnierlager 18,
durch das in neutraler Lage befindliche Faltscharnier 12,
- b) die Verbindung von Scherenelement 5 in einem der hinteren, oberen Scherenendgelenke
36 mit dem Faltscharnier 12 durch das Stellmittel 13 bzw. das Schubgestänge,
- c) den formschlüssigen und spielfreien Kontakt der Arretierstücke 33 mit den Vertikalrohren
25.
[0043] Die Sitzbreitenverstellung des Rollstuhlrahmens wird einerseits durch das Versetzen
der Scharnierlagerachsen 23 in den Bohrungen 19 der Scharnierlager 18 und andererseits
durch Versetzen der hinteren, oberen Scherenendgelenke 36 des Scherenelementes 5 in
den Bohrungen 34 erreicht. Dabei sind die Bohrungen 34 in den Steuerplatten 30 sowie
in den Arretierstücken 33 so positioniert, dass die Sitzbreite, wie bei dem Scherenelement
5, in einem 2 cm-Raster verstellt wird. Der Rollstuhl kann mit dem vorhandenen Scherenelement
5 und dem vorhandenen Faltscharnier 12 beispielsweise auf die Sitzbreiten 32 cm, 34
cm und 36 cm eingestellt werden.
[0044] Die Bohrungen 35 dienen bei dem Ausführungsbeispiel lediglich der Fixierung der Arretierstücke
33. Mit einem nächstkleineren Set Scherenelement 5 und Faltscharnier 12 kann der Rollstuhl
auf die Sitzbreiten 28 cm, 30 cm und 32 cm eingestellt werden. In diesem Fall dienen
die Bohrungen 35 zur Anbindung der hinteren, oberen Scherenendgelenke 36 und die Bohrungen
34 der Fixierung der Arretierstücke 33. Somit sind mit dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel
insgesamt fünf Sitzbreiten erzeugbar.
1. Faltbarer Rollstuhl (1) mit zwei Seitenrahmen (2) in denen jeweils ein Vorderrad (3)
und ein Hinterrad (4) gelagert ist, sowie mit einem zwischen den Seitenrahmen (2)
angeordneten Scherenelement (5), das zwei Scherenarme (6) aufweist, wobei die Scherenarme
(6) im Bereich des einen Scherenelementendes (7) schwenkbar in den Seitenrahmen (2)
gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Scherenarme (6) im Bereich des anderen Scherenelementendes (9) schwenkbar in
manuell betätigbaren Stellgliedern (11) gelagert sind, die, in Abstand zur Schwenkachse
des anderen Scherenelementendes (9) in den Stellgliedern (11), schwenkbar in den Seitenrahmen
(2) gelagert sind, sowie in Abstand zu dem anderen Scherenelementende (9) ein Faltscharnier
(12) angeordnet ist, das schwenkbar in den Seitenrahmen (2) gelagert ist, ferner mit
einem Stellmittel (13), das mit dem Faltscharnier (12), in Abstand zu dessen Lagerungen
in den Seitenrahmen (2), schwenkbar verbunden ist und zwischen dem Faltscharnier (12)
und einem der Stellglieder (11), in Abstand zu der Schwenkachse dieses Stellglieds
(11) in den diesem zugeordneten Seitenrahmen (2), wirksam ist, ferner mit Mitteln
(14) zum Festlegen mindestens eines Stellglieds (11) relativ zu dem diesem Stellglied
(11) zugeordneten Seitenrahmen (2) in der auseinandergefalteten Stellung des Rollstuhls
(1).
2. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im jeweiligen Stellglied (11) eine Lagerstange (15) für einen Schiebegriff (16) zum
Schieben des Rollstuhls (1) gelagert ist.
3. Rollstuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Lagerstange (15), bei auseinandergefalteter Stellung des Rollstuhls
(1), senkrecht zur Aufstandsebene von Vorderrädern (3) und Hinterrädern (4) auf einem
Boden angeordnet ist und in der zusammengefalteten Stellung des Rollstuhls (1) die
jeweilige Lagerstange (15) im Bereich deren, den Schiebegriff (16) aufnehmenden Endes
benachbart dem zugeordneten Seitenrahmen (2) angeordnet ist.
4. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Stellglied (11), zum Überführen des Rollstuhls (1) von seiner auseinandergefalteten
Stellung in seine zusammengefaltete Stellung, um einen Winkel von 80 bis 90°, insbesondere
90° schwenkbar ist.
5. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Faltscharnier (12) in einer Ebene faltbar ist, die parallel zur Aufstandsebene
von Vorderrädern (3) und Hinterrädern (4) auf einem Boden ist.
6. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Faltscharnier (12) in zusammengefaltetem Zustand auf die durch die Hinterräder
(4) gebildete Hinterachse des Rollstuhls (1) gerichtet ist.
7. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Scherenelement (5), im Bereich des einen Scherenelementendes (7), und das Faltscharnier
(12) vor der durch die Hinterräder (4) gebildeten Hinterachse mit den Seitenrahmen
(2) verbunden sind, sowie das Scherenelement (5) im Bereich des anderen Scherenelementendes
(9) hinter der Hinterachse in den Stellgliedern (11) gelagert sind.
8. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Scherenarme (6) im Bereich des einen Scherenelementendes (7) um parallele Achsen
(48) in ersten Aufnahmen (36) schwenkbar gelagert sind, und diese Aufnahmen (36) um
eine senkrecht zu diesen parallelen Achsen (48) angeordnete Achse (49) schwenkbar
in den Seitenrahmen (2) gelagert sind, sowie die Scherenarme (6) im Bereich des anderen
Scherenelementendes (9) um parallele Achsen (48) in zweiten Aufnahmen (36) schwenkbar
gelagert sind und diese Aufnahmen (36) um eine senkrecht zu diesen parallelen Achsen
(48) angeordnete Achse (49) schwenkbar in den Stellgliedern (11) gelagert sind.
9. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Scherenelement (5) im Bereich des einen Scherenelementendes (7) in unteren Bereichen
der Seitenrahmen (2) gelagert ist und die das Scherenelement (5) im Bereich des anderen
Scherenelementendes (9) aufnehmenden Stellglieder (11) in oberen Bereichen der Seitenrahmen
(2) gelagert sind.
10. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellmittel (13), im Bereich seines dem Faltscharnier (12) abgewandten Endes,
schwenkbar in einem der Stellglieder (11) oder schwenkbar in einer im Stellglied (11)
gelagerten Aufnahme (36) für einen der Scherenarme (6) gelagert ist.
11. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellmittel (13) teleskopierbar ist und einen Anschlag (47) zum Begrenzen der
Zusammenfahrbewegung des Stellmittels (13) beim Auseinanderfalten des Rollstuhls (1)
aufweist.
12. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dass Mittel (24), insbesondere Federmittel
(24), zwischen einem der Seitenrahmen (2) und einem der Scharnierteile (20) des Faltscharniers
(12) wirksam sind, zum Ausüben einer Stellkraft auf dieses Scharnierteil (20) zum
Bewegen des Faltscharniers (12) in Richtung dessen zusammengefalteter Stellung.
13. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerachsen (22) des Faltscharniers (12) in den Seitenrahmen (2) und die Schwenkachse
(21) der beiden Scharnierteile (20) des Faltscharniers (12), in der auseinandergefalteten
Stellung des Rollstuhls (1) auf einer Geraden angeordnet sind.
14. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellglieder (11) schwenkbar im Bereich hinterer Enden der Seitenrahmen (2) gelagert
sind und Lagerachsen (49) des Scherenelements (5) im Bereich des anderen Scherenelementendes
(9) unterhalb und hinter Lagerachsen (28) der Stellglieder (11) in den Seitenrahmen
(2) angeordnet sind.
15. Rollstuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Lagerung des Faltscharniers (12) in den Seitenrahmen (2) und die
Position der Lagerpunkte eines Scherenelementendes (7 bzw. 9), zur Veränderung der
Breite der durch die Seitenrahmen (2) gebildeten Seitenrahmenanordnung, veränderbar
sind.