[0001] Die Erfindung betrifft ein vertikales Bearbeitungszentrum mit einer Stützwand zur
Lagerung eines Werkstücks, deren horizontale Längsausrichtung eine X-Richtung und
deren vertikale Ausrichtung eine Y-Richtung definiert, sowie mit einem am unteren
Ende der Stützwand angeordneten Werkstückträger, auf den das Werkstück aufsetzbar
ist, und mit einem in Y-Richtung längs eines Führungsbalkens verfahrbaren Bearbeitungskopf
mit mehreren senkrecht zur Stützwand verfahrbaren Bearbeitungsaggregaten, sowie mit
einer Transporteinrichtung zum Verfahren des Werkstücks in X-Richtung längs des Werkstückträgers.
[0002] Derartige Bearbeitungszentren kommen insbesondere zur spanabhebenden Bearbeitung
plattenförmiger Werkstücke zum Einsatz. Mittels derartiger Bearbeitungszentren können
insbesondere Platten aus Holz und Holzersatzstoffen, beispielsweise Spanplatten bearbeitet
werden. Das Werkstück kann an einer Stützwand der Bearbeitungszentren positioniert
werden. Die horizontale Längsausrichtung der Stützwand definiert eine X-Richtung der
Bearbeitungszentren und die vertikale Ausrichtung der Stützwand definiert eine Y-Richtung
der Bearbeitungszentren. Unterhalb der Stützwand ist ein Werkstückträger angeordnet,
auf den das Werkstück aufgesetzt werden kann. Mittels einer Transporteinrichtung kann
das Werkstück entlang des Werkstückträgers in X-Richtung verfahren werden, so dass
es für die Bearbeitung eine gewünschte Stellung relativ zu einem Bearbeitungskopf
einnehmen kann. Der Bearbeitungskopf weist mehrere senkrecht zur Stützwand, das heißt
in Z-Richtung, verfahrbare Bearbeitungsaggregate auf, beispielsweise Bohr- und Fräsaggregate.
Der Bearbeitungskopf kann entlang eines Führungsbalkens in Y-Richtung verfahren werden.
[0003] Die Bearbeitungszentren können zusätzlich ein Werkzeugmagazin aufweisen, das mit
austauschbaren Werkzeugen für die Bearbeitungsaggregate bestückt ist.
[0004] Derartige Bearbeitungszentren haben sich zur Bearbeitung plattenförmiger Werkstücke
bewährt. Die Bearbeitungszentren zeichnen sich insbesondere durch einen verhältnismäßig
geringen Platzbedarf aus, da sie eine verhältnismäßig geringe Stellfläche benötigen.
Mittels bekannter Bearbeitungszentren können die der Stützwand abgewandte Oberseite
des Werkstücks sowie die obere Stirnseite und die bezogen auf die Bewegungsrichtung
des Werkstückträgers vordere und hintere Stirnseiten des Werkstücks zuverlässig bearbeitet
werden. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn auch die dem Werkstückträger zugewandte
untere Stirnseite, mit der das Werkstück auf dem Werkstückträger aufsitzt, während
der Bewegung des Werkstücks kontinuierlich über ihre gesamte Länge bearbeitet werden
könnte, denn dies würde es ermöglichen, das Werkstück rundum zu formatieren.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein vertikales Bearbeitungszentrum der
eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass auch die dem Werkstückträger zugewandte
untere Stirnseite des Werkstücks kontinuierlich über ihre gesamte Länge bearbeitet
werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem vertikalen Bearbeitungszentrum der gattungsgemäßen Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Werkstückträger einen ersten und einen zweiten
Trägerabschnitt aufweist, zwischen denen zumindest ein Bearbeitungsaggregat des Bearbeitungskopfes
positionierbar ist, wobei der erste Trägerabschnitt relativ zum zweiten Trägerabschnitt
in Y-Richtung verstellbar ist und das Werkstück unter kontinuierlicher Bearbeitung
seiner dem Werkstückträger zugewandten unteren Stirnseite vom ersten Trägerabschnitt
zum zweiten Trägerabschnitt transportierbar ist.
[0007] Das erfindungsgemäße vertikale Bearbeitungszentrum weist einen Werkstückträger auf,
der zwei in ihrer Höhe relativ relativ zueinander verstellbare Trägerabschnitte aufweist.
Das Werkstück kann während einer kontinuierlichen Bearbeitung seiner kompletten dem
Werkstückträger zugewandten unteren Stirnseite vom ersten Trägerabschnitt zum zweiten
Trägerabschnitt transportiert werden. Zumindest ein Bearbeitungsaggregat des Bearbeitungskopfes
kann bezogen auf die X-Richtung und bezogen auf die Y-Richtung zwischen den beiden
Trägerabschnitten positioniert werden. Dies gibt die Möglichkeit, mittels dieses Bearbeitungsaggregates,
beispielsweise eines Fräsaggregates, die untere Stirnseite des Werkstücks über ihre
gesamte Länge während des Transports des Werkstücks vom ersten Trägerabschnitt zum
zweiten Trägerabschnitt kontinuierlich zu bearbeiten.
[0008] Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass das Werkstück zunächst auf dem ersten
Trägerabschnitt positioniert wird, der relativ zum zweiten Trägerabschnitt in Y-Richtung
abgesenkt wird. Zwischen den beiden Trägerabschnitten kann beispielsweise ein Fräsaggregat
des Bearbeitungskopfes positioniert werden, wobei mittels des Fräsaggregats während
des Transports des Werkstückes vom ersten Trägerabschnitt zum zweiten Trägerabschnitt
ein sich über die gesamte Länge der unteren Stirnseite erstreckender unterer Längsstreifen
vom Werkstück kontinuierlich abgetrennt wird, wobei die Breite des Längsstreifens
der Höhendifferenz zwischen dem ersten Trägerabschnitt und dem zweiten Trägerabschnitt
entspricht. Nachdem das Werkstück mit abgetrenntem unteren Längsstreifen den zweiten
Trägerabschnitt erreicht hat, kann der erste Trägerabschnitt so weit angehoben werden
kann, dass er in seiner Höhe mit dem zweiten Trägerabschnitt übereinstimmt. Zur weiteren
Bearbeitung kann das Werkstück dann vom zweiten Trägerabschnitt zurück in den ersten
Trägerabschnitt verfahren werden.
[0009] Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass das Werkstück zunächst auf dem zweiten
Trägerabschnitt positioniert wird und der erste Trägerabschnitt in Y-Richtung über
dem zweiten Trägerabschnitt hinaus angehoben wird. Während des Transports des Werkstücks
vom zweiten Trägerabschnitt zum ersten Trägerabschnitt kann dann seine untere Stirnseite
mittels eines Bearbeitungsaggregats über die gesamte Länge kontinuierlich bearbeitet
werden, so dass ein unterer Längsstreifen vom Werkstück abgetrennt wird. Das bearbeitete
Werkstück sitzt dann mit seiner bearbeiteten unteren Stirnseite auf dem ersten Trägerabschnitt
auf, der anschließend so weit abgesenkt werden kann, dass er bezogen auf die Y-Richtung
dieselbe Höhe wie der zweite Trägerabschnitt einnimmt.
[0010] Anstatt den ersten Trägerabschnitt mit dem darauf aufsitzenden Werkstück nach dessen
Bearbeitung abzusenken, kann selbstverständlich auch vorgesehen sein, dass der zweite
Trägerabschnitt auf dieselbe Höhe wie der erste Trägerabschnitt verfahren wird, so
dass das Werkstück anschließend zur weiteren Bearbeitung in den zweiten Trägerabschnitt
transportiert werden kann.
[0011] Das erfindungsgemäße vertikale Bearbeitungszentrum erlaubt insbesondere eine Formatierung
des Werkstücks, indem sämtliche Stirnseiten des Werkstücks über ihre gesamte Länge
auf ein bestimmtes Maß bearbeitet werden.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass der erste Trägerabschnitt und/oder der zweite Trägerabschnitt
manuell verstellbar sind.
[0013] Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass der erste Trägerabschnitt und/oder
der zweite Trägerabschnitt hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch verstellbar sind.
Insbesondere eine Verstellung des ersten und/oder zweiten Trägerabschnitts mittels
eines Kolben-Zylinderaggregats hat sich als vorteilhaft erwiesen.
[0014] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind der erste Trägerabschnitt
und/oder der zweite Trägerabschnitt an einer Führungseinrichtung verschiebbar gelagert.
Die Führungseinrichtung kann ortsfest an einem Maschinengestell des vertikalen Bearbeitungszentrums
festgelegt sein, und der erste Trägerabschnitt und/oder der zweite Trägerabschnitt
können beispielsweise mittels eines Kolben-Zylinderaggregats entlang der Führungseinrichtung
verschoben werden.
[0015] Günstigerweise umfasst die Führungseinrichtung ein parallel zur Stützwand ausgerichtetes
Führungsprofil, an dem der erste Trägerabschnitt und/oder der zweite Trägerabschnitt
verschiebbar gelagert sind.
[0016] Von besonderem Vorteil ist es, wenn das Führungsprofil schräg zur X-Richtung und
schräg zur Y-Richtung ausgerichtet ist. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass
das Führungsprofil in einem Winkel von etwa 45° zur Y-Richtung ausgerichtet ist. Eine
Bewegung des ersten Trägerabschnitts und/oder des zweiten Trägerabschnitts entlang
des schräg zur Y-Richtung geneigten Führungsprofils führt somit zu einer Änderung
der Relativlage der beiden Trägerabschnitte sowohl in Y-Richtung als auch in X-Richtung.
[0017] Zum Transport des Werkstücks in X-Richtung kommt eine Transporteinrichtung zum Einsatz.
Diese umfasst günstigerweise einen in X-Richtung verfahrbaren Transportschlitten,
an dem das Werkstück festlegbar ist. Der Transportschlitten kann parallel zum Werkstückträger
verfahren werden und das Werkstück kann am Transportschlitten festgelegt werden.
[0018] Bevorzugt ist der Transportschlitten oberhalb des Werkzeugträgers angeordnet. Die
Positionierung des Transportschlittens oberhalb des Werkstückträgers ermöglicht es,
während des Transports des Werkstücks dessen untere Stirnseite über ihre gesamte Länge
kontinuierlich zu bearbeiten, ohne dass die Zugänglichkeit der unteren Stirnseite
durch die Festlegung des Werkstücks am Transportschlitten beeinträchtigt wird.
[0019] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Festlegung des Werkstücks am Transportschlitten
mit Hilfe von mindestens einem mit Unterdruck beaufschlagbaren Saugkopf erfolgt, der
am Transportschlitten angeordnet ist. Eine derartige Ausgestaltung hat den Vorteil,
dass das Werkstück rückseitig am Transportschlitten gehalten werden kann, so dass
Halteglieder, die das Werkstück an einer Stirnseite umgreifen, entfallen können. Durch
die Festlegung des Werkstücks mit Hilfe von mindestens einem Saugkopf können sämtliche
Stirnseiten des Werkstücks über ihre gesamte Länge kontinuierlich bearbeitet werden.
[0020] Der mindestens eine Saugkopf weist bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
zumindest zwei mit Unterdruck beaufschlagbare Saugflächen auf. Dies erlaubt eine großflächige
Anlage des Werkstücks am Saugkopf und damit eine mechanisch besonders belastbare Festlegung
des Werkstücks am Saugkopf.
[0021] Günstigerweise sind am Transportschlitten mindestens zwei Saugköpfe angeordnet. Dies
führt zu einer höheren Stabilität des Werkstücks am Transportschlitten, wobei insbesondere
eine Kippbewegung des Werkstücks zuverlässig verhindert werden kann.
[0022] Von Vorteil ist es, wenn mindestens zwei Saugköpfe relativ zueinander verstellbar
sind, denn dies erlaubt es, den Abstand, den ein erster Saugkopf zu einem zweiten
Saugkopf aufweist, an die Größe eines zu bearbeitenden Werkstücks anzupassen. Hierzu
kann vorgesehen sein, dass mindestens ein Saugkopf am Transportschlitten verstellbar
gelagert ist.
[0023] Alternativ oder ergänzend zum Einsatz von mindestens einem Saugkopf können auch andere
Halteorgane zur Festlegung des Werkstücks am Transportschlitten zum Einsatz kommen.
Die Halteorgane können mechanisch, hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch aktivierbar
sein. Die Halteorgane können insbesondere zangenförmig ausgestaltet sein. Derartige
Halteorgane können bei einer Positionierung des Transportschlittens oberhalb oder
auch unterhalb des Werkstückträgers zum Einsatz kommen. Es kann vorgesehen sein, dass
die Halteorgane den Werkstückträger umgreifen und das Werkstück zwischen zwei Haltearmen
aufnehmen.
[0024] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen vertikalen Bearbeitungszentrums
schräg von vorne;
- Figur 2:
- eine vergrößerte Darstellung von Detail A aus Figur 1;
- Figur 3:
- eine perspektivische Darstellung des Bearbeitungszentrums aus Figur 1 schräg von hinten;
- Figur 4:
- eine vergrößerte Darstellung von Detail B aus Figur 3;
- Figur 5:
- eine Vorderansicht einer Stützwand und einer Werkstückauflage des Bearbeitungszentrums
aus Figur 1 mit einem an der Stützwand angeordnetem Werkstück;
- Figur 6:
- eine schematische Darstellung der Bearbeitung eines Werkstücks mittels des Bearbeitungszentrums
aus Figur 1 bei auf gleicher Höhe ausgerichteten Trägerabschnitten der Werkstückauflage;
- Figur 7:
- eine schematische Darstellung der Bearbeitung eines Werkstücks mit dem Bearbeitungszentrum
aus Figur 1, wobei ein erster Trägerabschnitt tiefer angeordnet ist als ein zweiter
Trägerabschnitt, und bei auf unterschiedlicher Höhe ausgerichteten Trägerabschnitten
der Werkstückauflage;
- Figur 8:
- eine schematische Darstellung der Bearbeitung eines Werkstücks mit dem Bearbeitungszentrum
aus Figur 1, wobei ein erster Trägerabschnitt höher angeordnet ist als ein zweiter
Trägerabschnitt.
[0025] In der Zeichnung ist schematisch eine vorteilhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
vertikalen Bearbeitungszentrums dargestellt, das insgesamt mit dem Bezugszeichen 10
belegt ist. Es umfasst ein Maschinengestell 12, das eine leicht zur Vertikalen geneigte
Stützwand 14 trägt. Die Stützwand 14 bildet eine Art Stützrost 16 aus mit mehreren
im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Querträgern 18, an denen mehrere jeweils horizontal
ausgerichtete Längsträger 20 gehalten sind. An den Längsträgern 20 sind eine Vielzahl
von Stützrollen 22 um im Wesentlichen vertikal ausgerichtete Drehachsen frei drehbar
gelagert.
[0026] Die Stützwand 14 ist um einen Winkel von etwa 5 bis cirka 10° zur Vertikalen geneigt.
[0027] Die horizontale Längsausrichtung der Stützwand 14 definiert eine X-Richtung des vertikalen
Bearbeitungszentrums 10 und die vertikale Ausrichtung der Stützwand 14 definiert eine
Y-Richtung des vertikalen Bearbeitungszentrums 10. Die Z-Richtung wird durch die Flächennormale
der Stützwand 14 definiert.
[0028] Unterhalb der Stützwand 14 und im Abstand zu dieser ist ein Werkstückträger 24 angeordnet,
der eine Vielzahl von Auflagerollen 26 aufweist, die jeweils um eine horizontal ausgerichtete
Drehachse frei drehbar sind.
[0029] Die Auflagenrollen 26 nehmen ein in Figur 5 dargestelltes plattenförmiges Werkstück
28 auf, das sich rückseitig an den Stützrollen 22 der Stützwand 14 abstützen kann.
[0030] Vor der Stützwand 14 trägt das Maschinengestell 12 einen Führungsbalken 30, der sich
in Y-Richtung erstreckt und an dem ein Bearbeitungskopf 32 in Y-Richtung verfahrbar
gelagert ist. Der Bearbeitungskopf 32 weist eine Vielzahl von Bearbeitungsaggregaten
34 auf, die in Z-Richtung, das heißt senkrecht zu der von der Stützwand 14 definierten
Stützebene verfahrbar sind. Als Bearbeitungsaggregate 34, 86 kommen insbesondere Bohr-
und Fräsaggregate zum Einsatz.
[0031] Seitlich neben dem Führungsbalken 30 trägt das Maschinengestell 12 ein Werkzeugmagazin
36 mit mehreren Werkzeughalterungen 38. Die Werkzeughalterungen 38 nehmen an sich
bekannte und deshalb zur Erzielung einer besseren Übersicht in der Zeichnung nicht
dargestellte Werkzeuge auf, die vom Bearbeitungskopf 32 bei Bedarf ausgewechselt werden
können.
[0032] Das Werkstück 38 kann längs des Werkstückträgers 24 verfahren werden. Hierzu weist
das vertikale Bearbeitungszentrum 10 eine Transporteinrichtung 40 auf, die zwischen
dem Werkstückträger 24 und der Stützwand 14 angeordnet ist. Die Transporteinrichtung
40 umfasst eine erste Führungseinrichtung 42 mit einem ersten Führungsprofil 44, an
dem ein Transportschlitten 48 in Y-Richtung verfahrbar gehalten ist. Zum Verfahren
entlang des Führungsprofils 44 ist der Transportschlitten 48 über eine Spindel 50
mit einer Antriebseinrichtung in Form eines Servomotors 52 gekoppelt.
[0033] Am Transportschlitten 48 sind ein erster Saugkopf 54 und ein zweiter Saugkopf 56
angeordnet, die jeweils eine obere Saugfläche 60 und eine untere Saugfläche 62 aufweisen.
Die Saugflächen 60, 62 können von einer an sich bekannten und deshalb in der Zeichnung
zur Erzielung einer besseren Übersicht nicht dargestellten Unterdruckquelle mit Unterdruck
beaufschlagt werden. Mittels der Saugflächen 60, 62 kann das Werkstück 28 mit seiner
der Stützwand 14 zugewandten Rückseite am Transportschlitten 48 festgelegt werden.
Das am Transportschlitten 48 festgelegte Werkstück 28 kann dann mit Hilfe des Servormotors
52 entlang des Werkstückträgers 24 hin und her verfahren werden.
[0034] Der zweite Saugkopf 56 ist relativ zum ersten Saugkopf 54 verstellbar. Er ist hierzu
an einer zweiten Führungseinrichtung 63 des Transportschlittens 48 verschiebbar gelagert.
[0035] Der Werkstückträger 24 umfasst einen ersten Trägerabschnitt 64 und einen in Y-Richtung
im Abstand zu diesem angeordneten zweiten Trägerabschnitt 66, die jeweils mehrere
Auflagerollen 26 umfassen.
[0036] Der erste Trägerabschnitt 64 kann relativ zum zweiten Trägerabschnitt 66 in X- und
in Y-Richtung verstellt werden. Hierzu ist der erste Trägerabschnitt 64 an einer dritten
Führungseinrichtung 68 verschiebbar gelagert. Die dritte Führungseinrichtung 68 wird
von mehreren, parallel zueinander ausgerichteten Führungsprofilen gebildet, wobei
in der Zeichnung zur Erzielung einer besseren Übersicht nur ein Führungsprofil 70
schematisch dargestellt ist. Der erste Trägerabschnitt 64 kann längs der Führungsprofile
bewegt werden. Hierzu ist der erste Trägerabschnitt 64 über ein erstes Kolben-Zylinderaggregat
72 und ein zweites Kolben-Zylinderaggregat 74 längs der Führungsprofile verfahrbar.
Die beiden Kolben-Zylinderaggregate 72, 74 sind über an sich bekannte und deshalb
zur Erzielung einer besseren Übersicht in der Zeichnung nicht dargestellte Druckleitungen
mit einer dem Fachmann ebenfalls bekannten und daher in der Zeichnung nicht dargestellten
Druckquelle verbunden.
[0037] Zur Bearbeitung des Werkstücks 28 im Bereich seiner der Stützwand 14 abgewandten
Vorderseite 76 sowie im Bereich seiner dem Werkstückträger 24 abgewandten oberen Stirnseite
78 und auch im Bereich seiner linken Stirnseite 80 und seiner rechten Stirnseite 82
nimmt der erste Trägerabschnitt 64 bezogen auf die Y-Richtung dieselbe Stellung ein
wie der zweite Trägerabschnitt 66, so dass die beiden Trägerabschnitte 64, 66 in X-Richtung
fluchtend zueinander angeordnet sind. Das Werkstück 28 kann mittels der Transporteinrichtung
40 vom ersten Trägerabschnitt 64 zum zweiten Trägerabschnitt 66 und wieder zurück
bewegt werden. Dies ist schematisch in Figur 6 dargestellt.
[0038] Soll die dem Werkstückträger 24 zugewandte untere Stirnseite 84 über ihre gesamte
Länge kontinuierlich bearbeitet werden, so kann der erste Trägerabschnitt 64 relativ
zum zweiten Trägerabschnitt 66 bezogen auf die Y-Richtung abgesenkt werden. Dies ist
in Figur 7 dargestellt. Das Werkstück 28 kann dann auf dem ersten Trägerabschnitt
64 positioniert und anschließend mittels der Transporteinrichtung 40 zum zweiten Trägerabschnitt
66 transportiert werden, der eine höhere Stellung einnimmt als der erste Trägerabschnitt
64. Während des Transports vom ersten Trägerabschnitt 64 zum zweiten Trägerabschnitt
66 kann die untere Stirnseite 84 über ihre gesamte Länge kontinuierlich von einem
Bearbeitungsaggregat, insbesondere von einem Fräsaggregat 86, zum Abtrennen eines
unteren Längsstreifens 88 bearbeitet werden. Das Fräsaggregat 86 nimmt hierbei eine
Stellung zwischen dem ersten Trägerabschnitt 64 und dem zweiten Trägerabschnitt 66
ein, wobei er fluchtend mit dem zweiten Trägerabschnitt 66 ausgerichtet wird.
[0039] Anstatt das Werkstück 28 zur Bearbeitung seiner unteren Stirnseite 84 zunächst auf
den abgesenkten ersten Trägerabschnitt 64 zu positionieren, kann alternativ auch vorgesehen
sein, dass das Werkstück 28 auf dem ortsfest am Maschinengestell 12 gehaltenen zweiten
Trägerabschnitt 66 positioniert wird. In diesem Falle wird der erste Trägerabschnitt
64 in Y-Richtung relativ zum zweiten Trägerabschnitt 66 angehoben und das Fräsaggregat
86 nimmt eine Stellung fluchtend zum ersten Trägerabschnitt 64 ein. Dies ist in Figur
8 dargestellt. Das Werkstück 28 kann dann vom zweiten Trägerabschnitt 66 zum ersten
Trägerabschnitt 64 transportiert werden, wobei während des Transports der untere Längsstreifen
88 vom Werkstück 28 abgetrennt wird. In einem nachfolgenden Schritt kann dann der
erste Trägerabschnitt 64 zusammen mit dem Werkstück 28 so weit abgesenkt werden, dass
der erste Trägerabschnitt 64 mit dem zweiten Trägerabschnitt 66 fluchtet. Dies ermöglicht
dann eine weitere Bearbeitung des Werkstücks 28, das vom ersten Trägerabschnitt 64
zum zweiten Trägerabschnitt 66 und wieder zurück bewegt werden kann.
[0040] Es kann auch vorgesehen sein, sowohl den ersten Trägerabschnitt 64 als auch den zweiten
Trägerabschnitt 66 verstellbar am Maschinengestell 12 zu lagern, so dass beide Trägerabschnitte
64, 66 bezogen auf die Y-Richtung verstellt werden können.
[0041] Beispielsweise kann der zweite Trägerabschnitt 66 in derselben Weise wie der erste
Trägerabschnitt 64 mittels einer zweiten Führungseinrichtung 68 in X-und in Y-Richtung
verstellbar gelagert sein.
[0042] Durch die Ausrichtung der beiden Trägerabschnitte 64, 66 bezogen auf die Y-Achse
in unterschiedlichen Höhen kann die untere Stirnseite 84 über ihre gesamte Länge von
einem Bearbeitungsaggregat kontinuierlich bearbeitet werden, ohne dass es erforderlich
ist, die Festlegung des Werkstücks 28 am Transportschlitten 48 zu ändern. Die Bearbeitung
des Werkstücks 28 an seiner unteren Stirnseite 84 ermöglicht es insbesondere, das
Werkstück 28 zu formatieren, denn auch die weiteren Stirnseiten 78, 80 und 82 des
Werkstücks 28 können auf einfache Weise unterbrechungsfrei bearbeitet werden. Die
Bearbeitung der gesamten Länge der oberen Stirnseite 28 kann dadurch erfolgen, dass
das gewünschte Bearbeitungsaggregat, beispielsweise das Fräsaggregat 86, entlang des
Führungsbalkens 30 bis in Höhe der oberen Stirnseite 28 bewegt und anschließend das
Werkstück 28 mit seiner gesamten oberen Stirnseite 78 entlang des Fräsaggregats 86
bewegt wird. Die Bearbeitung der linken Stirnseite 80 und der rechten Stirnseite 82
kann auf einfache Weise dadurch erfolgen, dass das Werkstück mit seiner jeweiligen
Stirnseite 80, 82 vor dem Bearbeitungsaggregat, beispielsweise vor dem Fräsaggregat
86 positioniert und anschließend das Fräsaggregat 86 entlang des Führungsbalkens 30
verfahren wird. Das Werkstück 28 kann somit mittels des vertikalen Bearbeitungszentrums
10 auf einfache Weise formatiert werden.
1. Vertikales Bearbeitungszentrum mit einer Stützwand (14) zur Lagerung eines Werkstücks
(28), deren horizontale Längsausrichtung eine X-Richtung und deren vertikale Ausrichtung
eine Y-Richtung definiert, sowie mit einem am unteren Ende der Stützwand (14) angeordneten
Werkstückträger (24), auf den das Werkstück (28) aufsetzbar ist, und mit einem in
Y-Richtung längs eines Führungsbalkens (30) verfahrbaren Bearbeitungskopf (32) mit
mehreren senkrecht zur Stützwand (14) verfahrbaren Bearbeitungsaggregaten (34, 86),
sowie mit einer Transporteinrichtung (40) zum Verfahren des Werkstücks (28) in X-Richtung
längs des Werkstückträgers (24), dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstückträger (24) einen ersten und einen zweiten Trägerabschnitt (64, 66)
aufweist, zwischen denen zumindest ein Bearbeitungsaggregat (86) des Bearbeitungskopfs
(32) positionierbar ist, wobei der erste Trägerabschnitt (64) relativ zum zweiten
Trägerabschnitt (66) in Y-Richtung verstellbar ist und das Werkstück (28) unter kontinuierlicher
Bearbeitung seiner dem Werkstückträger (24) zugewandten unteren Stirnseite (84) von
einem der beiden Trägerabschnitte (64) zum anderen Trägerabschnitt (66) transportierbar
ist.
2. Vertikales Bearbeitungszentrum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trägerabschnitt (64) und/oder der zweite Trägerabschnitt (66) manuell,
hydraulisch, pneumatisch und/oder elektrisch verstellbar sind.
3. Vertikales Bearbeitungszentrum nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trägerabschnitt (64) und/oder der zweite Trägerabschnitt (66) an einer
Führungseinrichtung (68) verschiebbar gelagert sind.
4. Vertikales Bearbeitungszentrum nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung (68) ein parallel zur Stützwand (14), schräg zur X- und schräg
zu Y-Richtung ausgerichtetes Führungsprofil (70) aufweist.
5. Vertikales Bearbeitungszentrum nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (40) einen oberhalb des Werkstückträgers (24) in X-Richtung
verfahrbaren Transportschlitten (48) aufweist, an dem das Werkstück (28) festlegbar
ist.
6. Vertikales Bearbeitungszentrum nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass am Transportschlitten (48) zumindest ein mit Unterdruck beaufschlagbarer Saugkopf
(54, 56) angeordnet ist zum Fixieren des Werkstücks (28) am Transportschlitten (48).
7. Vertikales Bearbeitungszentrum nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Saugkopf (54, 56) zumindest zwei mit Unterdruck beaufschlagbare
Saugflächen (60, 62) aufweist.
8. Vertikales Bearbeitungszentrum nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Transportschlitten (48) mindestens zwei Saugköpfe (54, 56) angeordnet sind.