GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungssystem mit
- einer Vorrichtung zur Ausgabe von bedruckten Informationsträgern, vorzugsweise bedrucktem
Papier oder Karton, vorzugsweise in Form eines Kartenautomats, Fahrscheinautomats
oder Parkscheinautomats, mit
- einer Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen zumindest einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit,
- einer Steuereinrichtung
- einer mit der Steuereinrichtung verbundenen Empfangseinrichtung zum Auslesen eines
an der Informationsträgerrohmaterial-Einheit angebrachten Datenträgers sowie
- einer Informationsträgerausgabeeinrichtung und mit
- zumindest einer in die Aufnahmeeinrichtung einsetzbaren Informationsträgerrohmaterial-Einheit,
umfassend
- Informationsträgerrohmaterial,
- eine das Informationsträgerrohmaterial haltende und/oder umgebende Aufnahme und
- einen auslesbaren Datenträger.
[0002] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Vorrichtungssystems.
STAND DER TECHNIK
[0003] Im Zusammenhang mit Vorrichtungen zur Ausgabe von bedruckten Informationsträgern
besteht im Stand der Technik das Problem, dass beim Bestücken derartiger Vorrichtungen
mit Informationsträgerrohmaterial, z.B. in einem Papierbehälter, einer Papierrolle
u. dgl., nicht auf zuverlässige Weise sichergestellt werden kann, dass das Informationsträgerrohmaterial
in der Aufnahmeeinrichtung der Vorrichtung richtig positioniert bzw. orientiert wird,
bzw. dass die richtige Papierqualität verwendet wird. Insbesondere ist dies von Bedeutung
wenn das für das Vorrichtungssystem bestimmte Informationsträgerrohmaterial Vordrucke
aufweist und diese richtig in die Vorrichtung eingeführt werden müssen.
[0004] Bislang lag es am Vorrichtungsbediener diese Erfordernisse zu erfüllen bzw. sicherzustellen,
indem er die Beschriftung (z.B. Artikel-Nr. oder Bezeichnung) auf dem Papierbehälter
oder der Papierrolle kontrolliert und auch für eine richtige Positionierung in der
Vorrichtung sorgt. Ein derartiges Vorgehen ist jedoch fehlerbehaftet und es kommt
immer wieder dazu, dass Informationsträger-rohmaterial falsch positioniert wird bzw.
falsches Informationsträgerrohmaterial verwendet wird.
[0005] Um relevante Daten über den Inhalt einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit zu
erhalten, schlägt die
US 6,811,079 B1 ein Drucksystem vor, bei welchem die Daten auf einem RFID (radio-frequency identification)
Transponder gespeichert werden, welcher auf einer auswechselbaren Kassette angeracht
ist.
[0006] Eine Überwachung der richtigen Lage der befüllten Informationsträgerrohmaterial-Einheit
innerhalb der Vorrichtung findet nach dem Stand der Technik nicht statt. Hier ist
der Vorrichtungsbediener gefordert, sowohl das Informationsträgerrohmaterial als auch
die Informationsträgerrohmaterial-Einheit richtig einzulegen bzw. einzusetzen. Die
korrekte Orientierung wird bei den meisten Geräten in Form einer Skizze z.B. an der
Abdeckung des Depotraumes angezeigt. Beispielsweise kann durch falsches Einsetzen
des Informationsträgerrohmaterials sowie der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
die eingebaute Druckvorrichtung, beispielsweise ein Kartendrucker, beschädigt werden.
Jedenfalls ist eine schlechte Druckqualität oder gar kein Druck die geringste Folge
eines Fehlbestückens.
[0007] Der Füllstand einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit wird z.B. über einen mechanischen
Endschalter überwacht, der ab einem gewissen Mindestgewicht schaltet, wodurch eine
Vorauslösung stattfindet oder eine Meldung an den Vorrichtungsbetreiber generiert
wird, bevor noch das letzte Informationsträgerrohmaterial aufgebraucht wurde.
[0008] Alternativ wird beispielsweise bei Kartenrollen mit optischen Sensoren, meist Reflexlichttaster,
ein Mindestdurchmesser der Kartenrolle überwacht und bei Unterschreiten des Mindestdurchmessers
eine "Karte vor Ende"-Meldung abgesetzt.
[0009] Derartige bekannte Vorrichtungen haben jedoch den großen Nachteil, dass sie ungenau
sind und dass der Grenzwert, bei dem die Meldung abgesetzt wird, nicht oder nur sehr
unkomfortabel an die Erfordernisse des Kunden angepasst werden kann. Die Einstellbarkeit
des Grenzwertes ist jedoch insofern wichtig, weil für solche Vorrichtungen unterschiedliche
Einsatzbereiche und Servicestrukturen sowie Frequenzen typisch sind, und sich unterschiedliche
Mindestmengen ergeben, bei der die Meldung an das Bedienpersonal zu erfolgen hat und
Handlungen zu setzen sind.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0010] Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Vorrichtung bzw. eine
Informationsträgerrohmaterial-Einheit bereitzustellen, die diese Nachteile nicht aufweisen
und bei denen sichergestellt ist, dass ein Betrieb der Vorrichtungen von vornherein
gestoppt bzw. unterbrochen werden kann bzw. eine Inbetriebnahme nicht erfolgt wenn
eine Informationsträgerrohmaterial-Einheit nicht richtig eingesetzt, positioniert
oder orientiert ist bzw. wenn falsches, unpassendes oder mit der Spezifikation der
Vorrichtung nicht übereinstimmendes Informationsträgerrohmaterial in der Aufnahmeeinrichtung
der Vorrichtung eingelegt ist. Störungen bzw. Beschädigungen an den Vorrichtungskomponenten
sollen bereits im Vorfeld verhindert werden. Ebenso soll die Verwendung von gefälschtem
Informationsträgerrohmaterial ausgeschlossen werden. Schließlich soll eine Möglichkeit
geschaffen werden, den Füllstand bzw. die verbleibende Menge an Informationsträgerrohmaterial
in der Informationsträgerrohmaterial-Einheit zu überwachen bzw. auch die Möglichkeit
geschaffen werden, festzustellen, ob sämtliches eingelegtes Informationsträgerrohmaterial
auch zu der vorhersehbaren Ausgabe von bedrucktem Informationsmaterial geführt hat,
was insbesondere im Bereich von Gelddruckvorrichtungen ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal
bedeutet, da das Informationsträgerrohmaterial dort (unbedruckte Geldscheine) auch
ohne Aufdruck einen hohen Wert darstellt und deren Verarbeitung lückenlos nachverfolgbar
sein muss.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0011] Dieses Ziel wird mit einem Vorrichtungssystem mit
- einer Vorrichtung zur Ausgabe von bedruckten Informationsträgern, vorzugsweise bedrucktem
Papier oder Karton, vorzugsweise in Form eines Kartenautomats, Fahrscheinautomats
oder Parkscheinautomats, mit
- einer Aufnahmeeinrichtung zum Aufnehmen zumindest einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit,
- einer Steuereinrichtung
- einer mit der Steuereinrichtung verbundenen Empfangseinrichtung zum Auslesen eines
an der Informationsträgerrohmaterial-Einheit angebrachten Datenträgers sowie
- einer Informationsträgerausgabeeinrichtung und mit
- zumindest einer in die Aufnahmeeinrichtung einsetzbaren Informationsträgerrohmaterial-Einheit,
umfassend
- Informationsträgerrohmaterial,
- eine das Informationsträgerrohmaterial haltende und/oder umgebende Aufnahme und
- einen auslesbaren Datenträger, dadurch erreicht,
dass der auslesbare Datenträger auf der Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
angebracht, vorzugsweise angeklebt oder laminiert, ist und der Empfangs- bzw. Kontaktbereich
der Empfangseinrichtung, zum Auslesen des Datenträgers, in Bezug zur Aufnahmeeinrichtung
derart angeordnet ist, dass der Datenträger nur bei korrekter Positionierung bzw.
Orientierung der Aufnahme in Bezug zur Aufnahmeeinrichtung im Empfangs- bzw. Kontaktbereich
der Empfangseinrichtung liegt.
[0012] Das Auslesen des Datenträgers ist demnach nur dann möglich, wenn sich der auf der
Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit angebrachte Datenträger tatsächlich
im Empfangs- bzw. Kontaktbereich der Empfangseinrichtung befindet. Dadurch kann sichergestellt
werden, dass die Informationsträgerrohmaterial-Einheit korrekt in die Vorrichtung
eingesetzt ist.
Ein Vergleich mit der in der Vorrichtung hinterlegten Spezifikation für das Informationsträgerrohmaterial
ermöglicht eine zuverlässige Prüfung, ob die eingelegte Informationsträgerrohmaterial-Einheit
passend ist.
[0013] Die Empfangseinrichtung kann derart ausgebildet sein, dass sie - auf Funkübertragung
basierend-drahtlos mit dem Datenträger kommunizieren kann, oder eine elektrische Kontaktschnittstelle
umfasst, die dann mit einer entsprechenden Kontaktschnittstelle des Datenträgers eine
elektrische Verbindung ermöglicht.
[0014] Die Empfangseinrichtung ist zumindest in der Lage, elektronische Daten vom elektronischen
Datenträger (z.B. Chip) auslesen zu können und stellt daher eine Lese-Einheit dar.
Die Daten werden von der Empfangseinrichtung über eine Schnittstelle an die Gerätesteuerung
weitergegeben. Bei einer optimalen Lösung ist die Empfangseinrichtung auch in der
Lage, Daten auf dem Datenträger zu speichern, d.h. diesen zu beschreiben. In letzterem
Fall bildet die Empfangseinrichtung eine Lese-/Schreib-Einheit.
[0015] Die Empfangseinrichtung in der Vorrichtung kann z.B. aus einem RFID Empfänger oder
einem kontaktbehafteten Modul bestehen, welches bei Einsetzen der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
die Daten des Datenträgers (z.B. Daten-Chip) auf der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(Kartendepot) auslesen kann. Sie besteht im Detail aus der Kontakteinheit oder dem
HF-Teil, der zugehörigen Elektronik und einer Schnittstelle für die Kommunikation
mit der Vorrichtungssteuerung. Die Empfangseinrichtung ist vorzugsweise auf der Aufnahmeeinrichtung
montiert.
[0016] Die Aufnahmeeinrichtung stellt eine Konstruktion dar, in der z.B. eine Kartenbox
als Informationsträgerrohmaterial-Einheit positioniert und gehalten wird, z.B. ein
Fach, eine Lade, eine Ausnehmung u. dgl. Im Fall einer Papierrolle kann die Aufnahmeeinrichtung
eine Haltevorrichtung für die Aufnahmewelle der Papierrolle sein.
[0017] Die Informationsträgerrohmaterial-Einheit umfasst eine bestimmte Menge an Informationsträgerrohmaterial,
wie z.B. einen Stapel vereinzelter Karten, ein aufgerolltes Endlosband (insbesondere
aus Papier) gegebenenfalls mit vorperforierten Abrisslinien oder ein in Leporello-Faltung
zusammengelegtes Band. Das Informationsträgerrohmaterial kann auch bereits teilweise
vorbedruckt sein. Die Informationsträgerrohmaterial-Einheit umfasst weiters eine Aufnahme,
die das Informationsträgerrohmaterial trägt bzw. umgibt. Die Aufnahme kann z.B. eine
Box, eine Schachtel, eine formfeste oder flexible Umhüllung, eine Rolle oder eine
Trommel sein.
[0018] Dabei ist eine solche Informationsträgerrohmaterial-Einheit, welche in die Vorrichtung
des Vorrichtungssystems eingesetzt wird, derart ausgeführt, dass der Datenträger an
der Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit angebracht, vorzugsweise angeklebt
oder laminiert, ist. Dadurch ist der Datenträger unabhängig vom Kartenmaterial fixiert.
Bei dem Datenträger handelt es sich um einen elektronischen Datenträger, d.h. zum
Speichern von Daten in elektronischer Form. Auf dem Datenträger (Chip) können die
Spezifikation der Kartenqualität und auch die Füllmenge der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
hinterlegt sein. Des Weiteren kann die einmalig vorkommende Nummer des Datenträgers
(im Falle eines RFID-Chips) verschlüsselt bei der Produktion der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
auf dem Datenträger gespeichert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass es zu keinen
Kopien des Kartenvormaterials kommen kann, bei dem die Qualität nicht sichergestellt
ist.
[0019] Unter dem Begriff "Informationsträgerrohmaterial" ist jede Art von Karte, Beleg,
Bon, Ticket u.dgl. aus jedem möglichen bedruckbaren Material, wie Papier, Kunststoff,
Folie, beschichtet, perforiert, usw. zu verstehen.
[0020] Die Vorrichtung umfasst auch eine von außen zugängliche Eingabevorrichtung zum Anfordern
von einem bedruckten Informationsträgerrohmaterial und gegebenenfalls eine Bezahleinrichtung
zum Bezahlen.
[0021] Die Erfindung ermöglicht somit beispielsweise eine zuverlässige Überwachung von Kartenmagazinen
in Automaten, wie Bezahlautomaten, Fahrschein- und Parkscheinautomaten, Eintrittsticketautomaten
und generell jede Art von Geräten, die ausgehend von einem Depot von Papierkarten
oder Papierrollen einzelne Karten, Bons und sonstige Belege fördern, meist bedrucken
und anschließend ausgeben.
[0022] Die Erfindung hat mehrere Vorteile, die im Folgenden erläutert werden. Die lagerichtige
Einbringung der Informationsträgerrohmaterial-Einheit, z.B. Kartenbox, in einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist kontrollierbar. Meist ist es wesentlich, dass das Informationsträgerrohmaterial
lagerichtig in die Vorrichtung eingebracht wird, z.B. vorbedrucktes Material, welches
den Druck auf der richtigen Seite in der Vorrichtung haben soll, oder Material mit
einer Thermobeschichtung, die sich auf der dem Druckwerk zugewandten Seite befinden
muss.
[0023] Das richtige Informationsträgerrohmaterial, das zur jeweiligen Vorrichtung und zum
Kunden passt, wird eindeutig erkannt. Unpassendes Informationsträgerrohmaterial wird
abgewiesen oder die Vorrichtung führt keinen Ausgabevorgang aus. Dadurch werden insbesondere
Störungen bzw. Beschädigungen an den Komponenten der Vorrichtung bereits im Vorfeld
verhindert.
[0024] In vielen Anwendungen stellt der bedruckte und ausgegebene Informationsträger einen
Wertbon dar (z.B. Anwendung bei Toilettenzugängen, bei denen der bezahlte Betrag bei
Konsumation wieder rückerstattet wird). Daher ist es - abgesehen von der Betriebssicherheit
der Vorrichtung - wichtig, sicherzustellen, dass keine Fälschungen des Informationsträgerrohmaterials
in Umlauf kommen können. Der Wertbon ist, wenn er von der Vorrichtung bedruckt und
ausgegeben wird, ein geldwerter Beleg.
[0025] Schließlich kann auch der Füllstand der Informationsträgerrohmaterial-Einheit, bspw.
Kartenboxen bzw. Kartenrollen, besser überwacht werden und bei Unterschreiten einer
Mindestmenge eine Meldung abgesetzt werden.
[0026] Bevorzugt ist der Empfangs- bzw. Kontaktbereich der Empfangseinrichtung räumlich
derart beschränkt, dass der Datenträger von der Empfangseinrichtung nur bei überlappender
Positionierung von Datenträger und Empfangseinrichtung auslesbar ist. In Kombination
ergibt sich dadurch eine besonders vorteilhafte Ausführungsvariante, bei der eine
richtige Positionierung der Informationsträgerrohmaterial-Einheit jedenfalls sichergestellt
ist.
[0027] Bevorzugt ist die Empfangseinrichtung im unmittelbaren Bereich der Aufnahmeeinrichtung
angeordnet, wobei vorzugsweise die Empfangseinrichtung an der Aufnahmeeinrichtung
angeordnet bzw. befestigt ist. Dies erhöht einerseits die Zuverlässigkeit der Datenübertragung
und ermöglicht durch gezielte Beschränkung der Reichweite der Empfangseinrichtung
eine richtungs- bzw. orientierungsabhängige Detektion des Datenträgers, wodurch ein
falsches Einlegen erkannt werden kann. Letztere Maßnahme verhindert auch, dass die
Empfangseinrichtung durch andere interne Signale gestört wird.
[0028] Bevorzugt ist die Empfangseinrichtung als Drahtlosempfänger, insbesondere als RFID
Empfänger, ausgebildet und umfasst zumindest eine Antenne oder Spule zur drahtlosen
Datenübertragung zwischen Datenträger und Empfangseinrichtung. Dadurch wird die Zuverlässigkeit
der Datenträgererkennung erhöht und auch dann gewährleistet, wenn die Komponenten
durch Schmutz, Staub und/oder Feuchtigkeit bedeckt sind.
[0029] Bevorzugt ist die Aufnahmeeinrichtung ein behälterförmiges Magazin und sitzt die
Empfangseinrichtung an einer Wand des Magazins, wobei die Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
eine Umhüllung, insbesondere eine Schachtel oder eine Plastikhülle, ist und der Datenträger
an einer Wand der Umhüllung sitzt. Dadurch wird eine Anordnung geschaffen, die nur
eine bestimmte Orientierung der Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
im Magazin erlaubt, bei der die Auslesbarkeit des Datenträgers ermöglicht wird. Es
ist auch denkbar, dass die Aufnahmeeinrichtung und die Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
eine andere Gestalt aufweisen, solange die Empfangseinheit und der Datenträger so
ausgebildet sind, dass der Datenträger nur dann auslesbar ist, wenn er korrekt positioniert
ist.
[0030] Bevorzugt ist die Aufnahmeeinrichtung eine Rollenhalterung mit einer Aufnahmewelle
ist und sitzt die Empfangseinrichtung an der Aufnahmewelle, wobei die Aufnahme der
Informationsträgerrohmaterial-Einheit eine Rolle ist und der Datenträger in der Rolle
integriert ist. Dadurch wird ebenfalls eine Anordnung geschaffen, die nur eine bestimmte
Orientierung der
[0031] Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit im Magazin erlaubt, bei der die
Auslesbarkeit des Datenträgers ermöglicht wird.
[0032] Bevorzugt ist die Empfangseinrichtung in Bezug zur Aufnahmeeinrichtung asymmetrisch
angeordnet, wodurch ebenfalls erreicht wird, dass der Datenträger nur in der erlaubten
Position/Orientierung erkannt wird.
[0033] Bevorzugt umfasst die Vorrichtung zumindest einen mit der Steuereinrichtung verbundenen
Sensor zur Detektion betriebsrelevanter Zustände oder Vorgänge, insbesondere einen
Sensor zur Detektion der Türstellung einer Vorrichtungstür und/oder einen Sensor zur
Detektion von Informationsträgerrohmaterial in einer Druckereinrichtung des Vorrichtung,
und ist die Steuereinrichtung ausgebildet, um die von der Empfangseinrichtung ausgelesene
Information des Datenträgers mit den Sensordaten des zumindest einen Sensors zu verknüpfen
und in Abhängigkeit dieser Verknüpfung eine Steuerinformation und/oder eine Meldung
zu generieren. Dadurch kann die Vorrichtung zwischen verschiedenen Situationen unterscheiden,
z.B. einer Situation, in der keine Informationsträgerrohmaterial-Einheit eingelegt
ist, und einer Situation, in der eine falsche Informationsträgerrohmaterial-Einheit
eingelegt ist.
[0034] Bevorzugt umfasst die Vorrichtung Schreib-Mittel zum Beschreiben des Datenträgers
der Informationsträgerrohmaterial-Einheit mit Daten, wobei vorzugsweise das Schreib-Mittel
in der Empfangseinrichtung integriert ist. Dies erlaubt eine bi-direktionale Kommunikation
und das Hinterlegen von Daten auf dem Datenträger für ein späteres Auslesen durch
dieselbe Vorrichtung oder durch eine andere Vorrichtung, in den z.B. eine teilweise
geleerte Einheit eingesetzt wird.
[0035] Bevorzugt sind im Datenträger Informationen über die Beschaffenheit und/oder die
Qualität und/oder das Format und/oder den Hersteller und/oder die Menge des Informationsträgerrohmaterials
der Informationsträgerrohmaterial-Einheit hinterlegt.
[0036] Bevorzugt ist im Datenträger eine Identifikationskennung des Datenträgers vorzugsweise
in verschlüsselter Form hinterlegt, wodurch die Fälschungssicherheit weiter erhöht
wird.
[0037] Bevorzugt umfasst der Datenträger einen Chip, vorzugsweise einen RFID-Chip. Die Informationsträgerrohmaterial-Einheit,
z.B. Kartenbox bzw. Papierrolle, wird mit einem Chip bestückt (vorzugsweise wird hier
ein berührungslos lesbarer Chip verwendet, RFID-Chip). Die Montage des Chips kann
vorzugsweise so ausgeführt werden, dass bei Wenden der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
der (RFID-)Chip außerhalb des Empfangsbereiches bzw. außerhalb des (elektrischen)
Kontaktbereiches der Empfangseinrichtung in der Vorrichtung zu liegen kommt. Dadurch
ist die Funktion "Überwachung der richtigen Lage der Informationsträgerrohmaterial-Einheit"
erfüllbar. Die Montage des Chips an der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (Kartendepot)
erfolgt so, dass Chip und Informationsträgerrohmaterial-Einheit bzw. deren Aufnahme
für das Informationsträgerrohmaterial eine möglichst kompakte bzw. unteilbare Einheit
bilden.
[0038] Das eingangs erwähnte Ziel wird auch mit einem Verfahren zum Betreiben eines erfindungsgemäßen
Vorrichtungssystems erreicht, wobei nach dem Einsetzen einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit
in die Aufnahmeeinrichtung das Vorhandensein eines Datenträgers im Empfangs- bzw.
Kontaktbereich der Empfangseinrichtung von der Steuereinrichtung überprüft wird und
damit festgestellt wird, ob die Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
korrekt in der Aufnahmeeinrichtung positioniert wurde, wobei bei einem negativen Ergebnis
der Prüfung eine Fehlermeldung generiert wird und/oder die Vorrichtung in einen nicht
betriebsbereiten Zustand versetzt wird wohingegen der Datenträger mittels der Empfangseinrichtung,
vorzugsweise zyklisch, ausgelesen und/oder beschrieben wird, falls die Prüfung ein
positives Ergebnis liefert.
[0039] Durch die Prüfung, welche beispielsweise durch das Öffnen und Schließen einer Vorrichtungstüre
angeregt werden kann, wird beim Einsetzen einer neuen Informationsträgerrohmaterial-Einheit
immer sichergestellt, dass der Einsetzvorgang korrekt durchgeführt wurde. Sobald sich
kein Datenträger im Empfangs- bzw. Kontaktbereich der Empfangseinrichtung befindet,
also die Prüfung negativ ausfällt, wird eine Fehlermeldung generiert, die beispielweise
auf einer Anzeigeeinrichtung der Vorrichtung ausgegeben werden kann, und die Vorrichtung
in einen nicht betriebsbereiten Zustand versetzt, um sicher zu stellen, dass es zu
keinem Schaden an der Vorrichtung kommt. Dabei ist eine zwingende Koppelung von Fehlermeldung
und Zustandsänderung nicht zwingend notwendig. Ein negatives Prüfergebnis ist zu erwarten,
wenn entweder gar keine Informationsträgerrohmaterial-Einheit in die Vorrichtung eingesetzt
wurde, oder wenn diese falsch eingesetzt wurde.
[0040] Fällt die Prüfung positiv aus, also befindet sich ein Datenträger im Empfangs- bzw.
Kontaktbereich der Empfangseinrichtung, so liest die Empfangseinrichtung die Daten
vorzugsweise in einem Wiederholvorgang immer wieder aus, wobei dieses Auslesen auch
zusätzlich durch das Öffnen der Vorrichtungstüre angeregt werden kann. Dabei versteht
es sich von selbst, dass die Empfangseinrichtung auch wenn sich kein Datenträger im
Empfangsbereich befindet die zyklischen Auslesevorgänge so lange wiederholen kann,
bis ein Datenträger ausgelesen werden kann und durch diese Rückmeldung detektiert
wird, dass eine Informationsträgerrohmaterial-Einheit eingesetzt wurde.
[0041] Bevorzugt wird eine Fehlermeldung generiert und/oder der Vorrichtung in einen nicht
betriebsbereiten Zustand versetzt, wenn ein Datenträger nicht erkannt wird und/oder
die ausgelesene Information des Datenträgers nicht der von der Vorrichtung vorgegebenen
Spezifikation entspricht. Bevor die Vorrichtung in einen betriebsbereiten Zustand
versetzt wird, muss sichergestellt sein, dass nicht nur die Informationsträgerrohmaterial-Einheit
richtig eingesetzt ist, sondern auch, dass es sich um das richtige Informationsträgerrohmaterial
handelt. Ist diese Information auf dem Datenträger hinterlegt, so kann sie mit der,
in der Vorrichtung hinterlegten, erforderten Spezifikation verglichen werden. Dabei
sind die Folgen einer negativen Überprüfung dieselben die zuvor beschrieben wurden.
[0042] Bevorzugt wird ein Auslesen des Datenspeichers durch die Empfangseinrichtung durch
ein Sensorsignal eines Sensors zur Detektion betriebsrelevanter Zustände oder Vorgänge,
vorzugsweise eines Sensors zur Detektion der Türstellung einer Vorrichtungstür, aktiviert,
wobei vorzugsweise die auf dem Datenspeicher hinterlegte Menge des Informationsträgerrohmaterials
der Informationsträgerrohmaterial-Einheit ausgelesen wird. Z.B. kann nach jedem Öffnen/Schließen
einer Vorrichtungstüre (Servicezugang) ein Auslesen initiiert werden, um festzustellen,
ob eine neue Informationsträgerrohmaterial-Einheit eingesetzt wurde.
[0043] Bevorzugt wird die Entnahme von Informationsträgerrohmaterial aus der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
und/oder die Ausgabe von bedrucktem Informationsträgerrohmaterial an der Ausgabeeinrichtung
detektiert, und werden als Informationen über die verbleibende Menge von Informationsträgerrohmaterial
in der Informationsträgerrohmaterial-Einheit auf den Datenträger geschrieben, wobei
nach Erreichen einer Mindestmenge von Informationsträgerrohmaterial in der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
eine Meldung generiert und/oder der Vorrichtung in einen nicht betriebsbereiten Zustand
versetzt. Bei einem Wechsel einer teilweise entleerten Informationsträgerrohmaterial-Einheit
von einer Vorrichtung in eine andere Vorrichtung, kann letzterer automatisch die Füllmenge
ermitteln, was eine flexible Anwendung ermöglicht. Ebenfalls kann der Betreiber des
Vorrichtungssystems über die abgesetzte Meldung informiert werden, dass ein Austausch
der Informationsträgerrohmaterial-Einheit durchzuführen ist bzw. kann die Vorrichtung
in einen nicht betriebsbereiten Zustand versetzt werden, so dass es zu keinen Beschädigungen
bspw. in der Druckeinrichtung kommt. Dabei ist es natürlich auch denkbar, dass die
Information über die verbleibende Menge von Informationsträgerrohmaterial gespeichert
wird, ohne dass das Erreichen einer Mindestmenge einen weiteren Verfahrensschritt
einleitet.
[0044] Bevorzugt umfasst die Vorrichtung zumindest einen mit der Steuereinrichtung verbundenen
Sensor zur Detektion betriebsrelevanter Zustände oder Vorgänge, insbesondere einen
Sensor zur Detektion der Türstellung einer Vorrichtungstür und/oder einen Sensor zur
Detektion von Kartenmaterial in einer Druckereinrichtung der Vorrichtung, und verknüpft
die Steuereinrichtung die von der Empfangseinrichtung ausgelesene Information des
Datenträgers mit den Sensordaten des zumindest einen Sensors und generiert in Abhängigkeit
dieser Verknüpfung eine Steuerinformation und/oder eine Meldung. Durch die Verknüpfung
können genauere und zuverlässigere Aussagen über den Zustand bzw. die Vorgänge in
der Vorrichtung getroffen werden. Der Ausdruck "verknüpfen" ist breit zu verstehen
und kann insbesondere eine direkte oder indirekte sowie eine logische Verknüpfung
umfassen.
[0045] Zusätzliche Sensoren in der Vorrichtung, wie ein "Tür-geschlossen"-Kontakt, "kein-Papier-im-Druckwerk"-Kontakt,
"Automat-regulär-von-Automatenbediener-geöffnet"- Meldung, können dazu beitragen,
den Prozess zu optimieren und die Aussage der Prüfergebnisse eindeutig zuzuordnen.
Diese Eingangsgrößen sind optional und dienen auch dazu die Visualisierung an den
Vorrichtungsbediener besser und aktuell zu steuern, sind jedoch nicht zwingend erforderlich
um das erfindungsgemäße Ergebnis zu erzielen.
[0046] Eine in der Vorrichtungssteuerung eingebettete Software hat die Aufgabe, aus den
Daten des Datenträgers sowie weiterer Eingangsdaten, wie z.B. "Vorrichtungstüre (Geräteabdeckung)
geöffnet bzw. geschlossen", "Kartenmaterial im Drucker ja/nein", Steuerinformationen
und/oder Meldungen an den Vorrichtungsbetreiber zu generieren. Diese Steuerinformationen
oder Meldungen bewirken in weiterer Folge, dass die Vorrichtung in einen nicht betriebsbereiten
Zustand übergeführt wird, dass der ordnungsgemäße Betrieb der Vorrichtung wieder aufgenommen
wird, dass Meldungen über das erforderliche Nachfüllen von Informationsträgerrohmaterial
übermittelt oder auf einer Anzeigeeinrichtung angezeigt werden. Darüber hinaus steuert
diese Software die Visualisierung für den Vorrichtungsbediener.
[0047] Die Visulisierung an den Vorrichtungsbediener kann über ein an der Vorrichtung vorhandenes
Display, über eine Schnittstelle, über ein GSM Modul, welches SMS Texte an den Vorrichtungsbediener
sendet, über einen akustischen Signalgeber oder ähnliches erfolgen. Vorteilhaft ist
es, dass es zumindest eine Möglichkeit gibt, Meldungen an den Vorrichtungsbediener
mitzuteilen.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0048] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnung
näher beschrieben. Die Zeichnungen sind beispielhaft zu verstehen und sollen den Erfindungscharakter
zwar darlegen, ihn aber keinesfalls einengen oder gar abschließend wiedergeben. Dabei
zeigt die
- Fig. 1
- eine Aufnahmeeinrichtung einer Vorrichtung, in der eine Informationsträgerrohmaterial-Einheit
eingesetzt ist,
- Fig. 2
- eine Informationsträgerrohmaterial-Einheit, aus der Informationsträgerrohmaterial
entnommen wird,
- Fig. 3
- eine Variante einer Aufnahmeeinrichtung und einer von dieser gehaltenen Informationsträgerrohmaterial-Einheit,
- Fig. 4
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 5
- ein Fließdiagramm, das ein bevorzugtes Verfahren zum Betreiben einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung skizziert.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0049] Fig. 1 zeigt eine Aufnahmeeinrichtung 5 einer Vorrichtung 10, in der eine Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 in Form einer mit Endlos-Kartenmaterial 3 befüllten Umhüllung 15 (Kartenbox) eingesetzt
ist. Auf der Kartenbox aufgeklebt oder mitlaminiert ist ein Datenträger 2 angebracht,
in diesem Fall als berührungslos lesbarer Chip ausgeführt. Auf der Aufnahmeeinrichtung
5, die in Form eines behälterförmigen Magazins ausgebildet ist, ist eine Empfangseinrichtung
4 in Form eines Drahtlosempfängers montiert. Vorzugsweise umfasst die Empfangseinheit
4 auch Schreib-Mittel, um den Datenträger 2 zu beschreiben. In diesem Fall bildet
die Empfangseinheit 4 eine Lese-/Schreib-Einheit.
[0050] Durch die mittig (d.h. in Bezug zur Mitte) versetzte Anordnung des Datenträgers 2
und der Empfangseinrichtung 4 ergibt sich, dass bei falschem Einsetzen der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 der Datenträger 2 diagonal versetzt zur Empfangseinrichtung 4 zum Liegen kommt,
und sich damit außerhalb des Empfangsbereichs der Empfangseinrichtung 4 befindet.
Jede andere asymmetrische Anordnung von Datenträger 2 und Empfangseinrichtung 4 ist
möglich, um ein falsches Einsetzen zu erkennen bzw. zu verhindern.
[0051] Des Weiteren ist in Fig. 1 das zugehörige Informationsträgerrohmaterial 3 in Form
eines vorperforierten Bandes dargestellt, das aus der Kartenbox befördert und über
Umlenkvorrichtungen zur Druckereinrichtung 7 (Fig. 4) geführt wird.
[0052] Fig. 2 zeigt die Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 mit montiertem Datenträger
2 und dem Kartenmaterial 3, das sich mittels einer Leporello-Faltung in der Kartenbox
gestapelt befindet.
[0053] Fig. 3 zeigt eine alternative Ausgestaltung einer Aufnahmeeinrichtung 5 und einer
Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1. In diesem Fall ist die Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 bzw. Kartendepot in Form eines aufgerollten Karterohmaterials 3, das von einer Rolle
16 getragen wird, ausgeführt. Die Rolle 16 trägt auch den Datenträger 2. Beim Einlegen
wird die Rolle 16 über eine Aufnahmewelle 14 geschoben. Der Datenträger 2 wird über
die Empfangseinrichtung 4, die vorliegendenfalls an der Aufnahmewelle 14 angebracht
ist, gelesen. Bei dieser Ausgestaltung ist keine asymmetrische Anbringung des Datenträgers
2 gewählt worden. Eine richtungsselektive Auswertung ist bei dieser Ausgestaltung
nicht möglich.
[0054] Fig. 4 zeigt eine Vorrichtung 10 mit einer Aufnahmeeinrichtung 5 und einer darin
eingelegten Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1, die einen elektronischen Datenträger
2 umfasst, und mit einer an der Aufnahmeeinrichtung 5 angeordneten Empfangseinrichtung
4 zum Lesen des Datenträgers 2. Die Empfangseinrichtung 4 ist mit einer Steuereinrichtung
6 der Vorrichtung 10 verbunden. Die Steuereinrichtung 6 steuert die Vorgänge in der
Vorrichtung 10 und sorgt dafür, dass die Karten ordnungsgemäß an einer Ausgabeeinrichtung
8 ausgegeben werden. Die Ausgabeeinrichtung 8 besteht üblicherweise aus Fördermitteln
und einer von außen zugänglichen Öffnung, insbesondere Spalt, an dem die fertig bedruckte
Karte entnommen werden kann. Zwischen Aufnahmeeinrichtung 5 und Ausgabeeinrichtung
8 ist eine Druckeinrichtung 7 vorgesehen, durch die das Kartenmaterial 3 gefördert
wird. In strichlierter Darstellung ist eine Vorrichtungstüre 11 in Form eines Servicezuganges
für Bedienpersonal zu sehen. Ein Türkontakt-Sensor 12 detektiert die Stellung der
Vorrichtungstür 11 (offen bzw. geschlossen) und ist ebenfalls mit der Steuereinrichtung
6 verbunden. Ein Sensor 13 in der Druckereinrichtung 7 detektiert das Vorhandensein
von Kartenmaterial 3 im Bereich der Druckereinrichtung 7 und ist ebenfalls mit der
Steuereinrichtung 6 verbunden. Eine Anzeigeeinrichtung 9 in Form eines Displays ist
ebenfalls schematisch angedeutet.
[0055] Mit einem derartigen Vorrichtungssystem sind die zuvor beschriebenen und in den Ansprüchen
definierten Verfahren durchführbar.
[0056] Fig. 5 zeigt anhand eines Flussdiagram ein konkretes Ausführungsbeispiel eines Verfahrens
zum Betreiben einer Vorrichtung 10. Das Verfahren ist insbesondere in einer Software
manifestiert, die in der Steuereinrichtung 6 läuft.
[0057] In der Standardrutine werden zyklisch Daten vom Datenträger (Chip) der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 ausgelesen. Die Wiederholung des Auslesevorgangs funktioniert über eine Zeitsteuerung,
kann aber zusätzlich auch über ein Ereignis angeregt werden. Dazu würden sich Rückmeldungen
des Sensors 12 ("Vorrichtungstüre/Geräteabdeckung geöffnet") anbieten, weil in dieser
Situation mit einem Wechsel der Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 zu rechnen
ist. Die vom Datenträger 2 ausgelesenen Daten bzw. die Meldung, dass keine Daten verfügbar
sind oder kein Datenträger erkannt wurde, wird an die Steuereinrichtung 6 der Vorrichtung
10 übermittelt.
[0058] Sind keine Daten vorhanden kann das zwei Gründe haben: es befindet sich gar keine
Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 in der Aufnahmeeinrichtung 5 der Vorrichtung
10 oder die Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 ist in falscher Lage in die Aufnahmeeinrichtung
5 hineingestellt worden. Beim Einsetzen der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 wird kontrolliert, ob ihre Lage bzw. Orientierung stimmt. Das kann einfach dadurch
geschehen, dass beim verkehrten Einsetzen der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 entweder die Kontaktfläche des Datenträgers (Chip) die Gegenkontakte der Empfangseinrichtung
5 in der Vorrichtung 10 nicht berühren oder dass der Datenträger (RFID-Chip) durch
das verkehrte Einsetzen der Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 außerhalb des
Empfangsbereichs der Empfangseinrichtung (RFID-Leser) positioniert wird.
[0059] Je nachdem, ob man zusätzliche Sensormeldungen (z.B. Papier im Drucker vorhanden)
in die Entscheidung mit einbezieht, lassen sich differenzierte Meldungen an den Vorrichtungsbediener
absetzen. Im einfachsten Fall sieht die Meldung so aus: "Keine Informationsträgerrohmaterial-Einheit
in der Vorrichtung oder Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 ist falsch eingesetzt"
[0060] Sind Daten vorhanden und können diese auch ausgelesen werden, wird im ersten Schritt
überprüft, ob es sich um gültige Daten handelt, das heißt um einen Datensatz der die
vorliegende Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1 als passendes Material für diese
Vorrichtung kennzeichnet.
[0061] Bei falschem Kartenmaterial ergeht eine Meldung an den Vorrichtungsbediener: "Falsches
Kartenmaterial". Eine optionale Verschlüsselung der Daten stellt sicher, dass die
Vorrichtung nicht mit gefälschtem Material, bei dem die Qualität nicht sichergestellt
ist, betrieben werden kann. Die Meldung erfolgt z.B. über die Anzeigeeinrichtung 8
(Display), das an der Vorrichtung 10 angebracht ist. Die Vorrichtung ist in diesem
Zustand nicht betriebsbereit, es wird kein Druckvorgang ausgelöst und die falsche
Kartenqualität kann nicht zu einer Schädigung der Druckereinrichtung 7 und/oder anderer
Komponenten führen. Außerdem wird verhindert, dass gefälschtes Kartenvormaterial verwendet
wird, wenn Wertbons ausgedruckt werden, wodurch ein Betrug ausgeschlossen wird.
[0062] Bei zutreffendem (d.h. den Spezifikationen der Vorrichtung genügendem) Kartenmaterial
erfolgt im dritten Schritt das Auslesen der Kartenmenge der Informationsträgerrohmaterial-Einheit.
Bei einem neu eingesetzten Kartendepot wird dem Vorrichtungsbediener die aktuell im
Depot befindliche Kartenanzahl angezeigt. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn eine
angebrochene Kartenbox aufgebraucht werden soll. Diese Anzeige kann ebenfalls durch
zusätzliche Sensoren wie den Türkontakt-Sensor 12 ("Tür geöffnet/geschlossen") oder
den Sensor 13 in der Druckereinrichtung 7 ("Papier im Drucker" bzw. "kurz zuvor war
keines im Drucker") angeregt bzw. initiiert werden.
[0063] Durch kontinuierliche Entnahme von Kartenmaterial 3 durch die Vorrichtung 10 verringert
sich die verbleibende Kartenanzahl in der Informationsträgerrohmaterial-Einheit 1.
Die Vorrichtungssteuerung 6 zählt die neuen Kartenstände der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
1 mit und vergleicht sie mit einer über einen Parameter kundenspezifisch einstellbaren
Mindestmenge. Bei Unterschreiten der Mindestmenge erfolgt eine Meldung "Informationsträgerrohmaterial-Einheit
tauschen".
[0064] Optional kann die neu errechnete Kartenmenge auf den Datenträger 2 der Kartenbox
rückgespeichert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass angebrochene Kartenboxen
bei anderen Vorrichtungen aufgebraucht werden können als nur bei jenem, bei dem die
Erstentnahme erfolgt ist. Die zur Kartenbox zugehörigen aktuellen Daten wandern mit
der Kartenbox mit. Andererseits wird durch diesen Vorgang sichergestellt, dass eine
aufgebrauchte Kartenbox nicht nochmals nachgefüllt werden kann, mitunter mit unpassendem
Kartenmaterial und nochmals in Verkehr gebracht wird. Das ist besonders dann sinnvoll,
wenn mit der Vorrichtung Wertbons ausgedruckt werden.
[0065] Auch wenn das Flussdiagram aus Fig. 5 auf ein Kartenbox bezogen ist, sind selbstverständlich
andere Arten von Informationsträgerrohmaterial-Einheiten (wie z.B. Rollen) gleichermaßen
denkbar.
[0066] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebene Ausführungsformen und die darin hervorgehobenen
Aspekte beschränkt. Vielmehr ist innerhalb des Erfindungsgedankens eine Vielzahl von
Abwandlungen möglich, die im Rahmen fachmännischen Handelns liegen. Ebenso ist es
möglich, durch Kombination der genannten Mittel und Merkmale weitere Ausführungsvarianten
zu realisieren, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
1. Vorrichtungssystem mit
- einer Vorrichtung (10) zur Ausgabe von bedruckten Informationsträgern, vorzugsweise
bedrucktem Papier oder Karton, vorzugsweise in Form eines Kartenautomats, Fahrscheinautomats
oder Parkscheinautomats, mit
- einer Aufnahmeeinrichtung (5) zum Aufnehmen zumindest einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(1),
- einer Steuereinrichtung (6)
- einer mit der Steuereinrichtung (6) verbundenen Empfangseinrichtung (4) zum Auslesen
eines an der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) angebrachten Datenträgers (2)
sowie
- einer Informationsträgerausgabeeinrichtung (8) und mit
- zumindest einer in die Aufnahmeeinrichtung (5) einsetzbaren Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(1), umfassend
- Informationsträgerrohmaterial (3),
- eine das Informationsträgerrohmaterial (3) haltende und/oder umgebende Aufnahme
(15,16) und
- einen auslesbaren Datenträger (2),
dadurch gekennzeichnet, dass
der auslesbare Datenträger (2) auf der Aufnahme (15,16) der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(1) angebracht, vorzugsweise angeklebt oder laminiert, ist und der Empfangs- bzw.
Kontaktbereich der Empfangseinrichtung (4), zum Auslesen des Datenträgers (2), in
Bezug zur Aufnahmeeinrichtung (5) derart angeordnet ist, dass der Datenträger (2)
nur bei korrekter Positionierung bzw. Orientierung der Aufnahme (15,16) in Bezug zur
Aufnahmeeinrichtung (5) im Empfangs- bzw. Kontaktbereich der Empfangseinrichtung (4)
liegt.
2. Vorrichtungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Empfangs- bzw. Kontaktbereich der Empfangseinrichtung (4) räumlich derart beschränkt
ist, dass der Datenträger (2) von der Empfangseinrichtung (4) nur bei überlappender
Positionierung von Datenträger (2) und Empfangseinrichtung (4) auslesbar ist.
3. Vorrichtungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinrichtung (4) im unmittelbaren Bereich der Aufnahmeeinrichtung (5)
angeordnet ist, wobei vorzugsweise die Empfangseinrichtung (4) an der Aufnahmeeinrichtung
(5) befestigt ist.
4. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinrichtung (4) als Drahtlosempfänger, insbesondere als RFID Empfänger,
ausgebildet ist und zumindest eine Antenne oder Spule umfasst.
5. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (5) ein behälterförmiges Magazin ist und die Empfangseinrichtung
(4) an einer Wand des Magazins sitzt, wobei die Aufnahme der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(1) eine Umhüllung (15), insbesondere eine Box, eine Schachtel oder eine Plastikhülle,
ist und der Datenträger (2) an einer Wand der Umhüllung (15) sitzt.
6. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (5) eine Rollenhalterung mit einer Aufnahmewelle (14) ist
und die Empfangseinrichtung (4) an der Aufnahmewelle (14) sitzt, wobei die Aufnahme
der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) eine Rolle (16) ist und der Datenträger
(2) in der Rolle (16) integriert ist.
7. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinrichtung (4) in Bezug zur Aufnahmeeinrichtung (5) asymmetrisch angeordnet
ist.
8. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) zumindest einen mit der Steuereinrichtung (6) verbundenen Sensor
(12, 13) zur Detektion betriebsrelevanter Zustände oder Vorgänge, insbesondere einen
Sensor (12) zur Detektion der Türstellung einer Vorrichtungs-tür (11) und/oder einen
Sensor (13) zur Detektion von Kartenmaterial in einer Druckereinrichtung (7) der Vorrichtung
(10), umfasst und dass die Steuer-einrichtung (6) ausgebildet ist, um die von der
Empfangseinrichtung (4) ausgelesene Information des Datenträgers (2) mit den Sensordaten
des zumindest einen Sensors (12, 13) zu verknüpfen und in Abhängigkeit dieser Verknüpfung
eine Steuerinformation und/oder eine Meldung zu generieren.
9. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) Schreib-Mittel zum Beschreiben des Datenträgers (2) der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(1) mit Daten umfasst, wobei vorzugsweise das Schreib-Mittel in der Empfangseinrichtung
(4) integriert ist.
10. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass im Datenträger (2) Informationen über die Beschaffenheit und/oder die Qualität und/oder
das Format und/oder den Hersteller und/oder die Menge des Informationsträgerrohmaterials
(3) der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) hinterlegt sind.
11. Vorrichtungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenträger (2) einen Chip, vorzugsweise einen RFID-Chip, umfasst.
12. Verfahren zum Betreiben eines Vorrichtungssystems nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Einsetzen einer Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) in die Aufnahmeeinrichtung
(5) das Vorhandensein des Datenträgers (2) im Empfangs- bzw. Kontaktbereich der Empfangseinrichtung
(4) von der Steuereinrichtung (6) überprüft wird und damit festgestellt wird, ob die
Aufnahme (15,16) der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) korrekt in der Aufnahmeeinrichtung
(5) positioniert wurde, wobei bei einem negativen Ergebnis der Prüfung eine Fehlermeldung
generiert wird und/oder die Vorrichtung (10) in einen nicht betriebsbereiten Zustand
versetzt wird wohingegen der Datenträger (2) mittels der Empfangseinrichtung (4) vorzugsweise
zyklisch ausgelesen und/oder beschrieben wird, falls die Prüfung ein positives Ergebnis
liefert.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Auslesen des Datenspeichers (2) durch die Empfangseinrichtung (4) durch ein Sensorsignal
eines Sensors (12,13) zur Detektion betriebsrelevanter Zustände oder Vorgänge, vorzugsweise
eines Sensors (12) zur Detektion der Türstellung einer Vorrichtungstür (11), aktiviert
wird, wobei vorzugsweise die auf dem Datenspeicher (2) hinterlegte Menge des Informationsträgerrohmaterials
(3) der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) ausgelesen wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Entnahme von Informationsträgerrohmaterial (3) aus der Informationsträgerrohmaterial-Einheit
(1) und/oder die Ausgabe von Informationsträgern an der Informationsträgerausgabeeinheit
(8) detektiert wird, und dass Informationen über die verbleibende Menge von Informationsträgerrohmaterial
(3) in der Informationsträgerrohmaterial-Einheit (1) auf den Datenträger (2) geschrieben
werden, wobei nach Erreichen einer Mindestmenge von Informationsträgerrohmaterial
(3) in der Informationsträger-rohmaterial-Einheit (1) eine Meldung generiert wird
und/oder die Vorrichtung (10) in einen nicht betriebsbereiten Zustand versetzt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) zumindest einen mit der Steuereinrichtung (6) verbundenen Sensor
(12,13) zur Detektion betriebsrelevanter Zustände oder Vorgänge aufweist, insbesondere
einen Sensor (12) zur Detektion der Türstellung einer Vorrichtungs-tür (11) und/oder
einen Sensor (13) zur Detektion von Informationsträgerrohmaterial (3) in einer Druckereinrichtung
(7) der Vorrichtung (10), und dass die Steuereinrichtung (6) die von der Empfangseinrichtung
(4) ausgelesene Information des Datenträgers (2) mit den Sensordaten des zumindest
einen Sensors (12,13) verknüpft und in Abhängigkeit dieser Verknüpfung eine Steuerinformation
und/oder eine Meldung generiert.