(19)
(11) EP 2 796 635 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.10.2014  Patentblatt  2014/44

(21) Anmeldenummer: 13405049.1

(22) Anmeldetag:  25.04.2013
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/76(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: Sifa Fix AG
6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Plozner, Fabrizio
    5430 Wettingen (CH)

(74) Vertreter: EGLI-EUROPEAN PATENT ATTORNEYS 
Horneggstrasse 4 Postfach
8034 Zürich
8034 Zürich (CH)

   


(54) Verfahren zur Befestigung von Wärmedämmkörpern


(57) Es wird ein neues Verfahren zur Befestigung von Wärmedämmkörpern (20) eines Wärmedämmverbundsystems mit Befestigungsvorrichtungen (10) an einer Aussenwand (22) eines Gebäudes beschrieben, wobei in einem ersten Schritt die Wärmedämmkörper (20) mit den Befestigungsvorrichtungen (10) in regelmässigen Abständen über den Wärmedämmkörpern verteilt mit einem Zwischenraum zwischen der Aussenwand (22) und den Wärmedämmkörpern (20) an die Aussenwand befestigt werden, und in einem zweiten Schritt ein flüssiger und aushärtbarer Klebeschaum in den Zwischenraum eingebracht wird.




Beschreibung

Technisches Gebiet der Erfindung



[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Befestigung von Wärmedämmkörpern an einer Aussenwand eines Gebäudes nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Stand der Technik



[0002] Es gibt Vorschriften und Normen, wonach die Wärmedämmung mit einer Aussenwand eines Gebäudes einerseits verklebt werden muss, und andererseits muss sichergestellt werden, dass im Hohlraum zwischen der Fassadenwand und der Wärmedämmung Luftbarrieren anzubringen sind, welche verhindern, dass die Luft im Hohlraum zirkulieren kann.

[0003] Insbesondere regelt die Windlastnorm DIN 1055-4:2005-03 die technischen Baubestimmungen, welche für die Montage von Wärmedämm-Verbundsystemen, welche die Windlasten bei Gebäuden, wie den Winddruck und insbesondere den Windsog, welcher durch den Bernoulli-Effekt entsteht, sicher aufnehmen müssen. Durch die Druck- und Zugkräfte wird auch die Klebeverbindung belastet.

[0004] Üblicherweise wird auf einer für die Wärmedämmung dienende Isolationsplatte Klebemörtel mit einer Kelle aufgebracht. Der Klebemörtel muss vorgängig dazu vorbereitet werden: er wird in Säcken zur Baustelle angeliefert und mit Wasser mittels eines maschinellen Mischers vermischt. Der noch feuchte Klebemörtel wird sodann mit der Kelle in einem bestimmten Muster auf die Isolationsplatte längs den Rändern und als Verbindungsstege aufgebracht. Die so behandelte Isolationsplatte wird dann an der Fassadenwand oder eventuell an einer Decke angebracht. Dazu muss man darauf achten, dass der Klebemörtel noch feucht und weich ist, d.h. die Verarbeitung muss zügig vorgenommen werden. Anstelle von Klebemörtel kann auch ein gleiches Muster aus Klebeschaum mit einer Schaumpistole auf der Isolationsplatte aufgebracht und an die Fassadenwand geklebt werden.

[0005] Das bisherige Verfahren mit Klebemörtel oder mit einem Klebeschaum hat den Nachteil, dass der Materialaufwand und die Vorbereitungszeit gross sind. Die Verklebung muss unbedingt im richtigen Moment und bei der richtigen Temperatur erfolgen. Nach dem Aufbringen muss mindestens mehrere Tage gewartet werden, bis der Klebemörtel ausgehärtet ist. Der Klebemörtel muss mittels eines maschinellen Mischers vorbereitet werden. Beim Klebemörtel braucht es ungefähr 6 kg pro m2. Somit muss relativ viel und schweres Material zur Baustelle transportiert und vielfach an einem Gerüst hochgezogen werden, da die Verarbeitung vor Ort zu geschehen hat. Der Zeitaufwand für das Aufbringen der Isolationsplatten ist gross. Es braucht ausgebildete Leute, die in der Lage sind, den Klebemörtel richtig anzurichten, die Temperatur richtig einzuschätzen, um rasch und im richtigen Moment die Isolationsplatten anzukleben. Solche Arbeiten können nur von professionell ausgebildeten Fachpersonen durchgeführt werden.

[0006] Ein weiterer Nachteil der bisherigen Verfahren ist, dass beim Abbruch der Wand der Klebemörtel auch auf der Isolationsplatte aus Schaumstoff derart klebt, dass eine solche Platte nicht ohne Weiteres recycelt werden kann. Der Mörtel muss zuerst mühsam von der Platte entfernt werden.

[0007] Das bisherige Verfahren mit Aufbringen von Klebeschaum hat den Nachteil, dass der Klebeschaum sich beim Aufbringen der Isolationsplatte ausbreitet und rasch aushärtet, sodass eine exakte Nachjustierung beim Anbringen der nächsten Platte nicht mehr möglich ist. Um die dadurch entstehenden Unebenheiten auf der fertigen, ganzen Wandfläche auszugleichen, muss die Wand zum Schluss in aufwendiger Weise nachgeschliffen werden.

Aufgabe der Erfindung



[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu vermeiden, und eine einfachere, schnellere und damit kostengünstigere Befestigung von Wärmedämmkörpern an eine Aussenwand eines Gebäudes zu ermöglichen und zugleich die Luftzirkulation zwischen der Aussenwand und dem Wärmedämmkörper zu unterbinden und damit die Windsog-Effekte zu vermeiden.

[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Befestigung von Wärmedämmkörpern mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

[0010] Das erfindungsgemässe Verfahren hat den grossen Vorteil, dass die ganze Fassade bei jedem Wetter und bei allen Temperaturen und Temperaturschwankungen mit einer Wärmedämmung verkleidet werden kann. Ferner sind auch Personen, welche keine Fachkenntnisse haben, nach einer kurzen Instruktion in der Lage, mit der Schaumpistole den Isolations- und Klebeschaum richtig auf dem Wärmedämmkörper anzubringen, welcher in etwa drei Stunden völlig ausgehärtet ist. Da die Isolationsplatten vor dem Einbringen des Klebeschaums bereits fest montiert sind, weist die Fassadenwand eine grosse Wärmekapazität auf, dadurch werden Temperaturschwankungen mit einer grossen Verzögerung von der Fassadenwand aufgenommen, so dass vielfach auch bei tiefen Aussentemperaturen mit der Schaumpistole gearbeitet werden kann.

[0011] Da die Isolationsplatten durch die Befestigungsvorrichtung bei der Montage vor dem Einbringen des Klebeschaumes bereits fest montiert sind, werden sie durch das Einbringen des Klebeschaums nicht verschoben, womit die aufwendige Nachbearbeitung durch Nachschleifen der Wand entfällt.

Beschreibung der Erfindung



[0012] Weitere Einzelheiten der Erfindung und insbesondere beispielhafte Ausführungsformen des erfindungsgemässen Verfahrens werden im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine Befestigungsvorrichtung nach dem Stand der Technik,
Fig. 2
einen Ausschnitt eines an der Aussenwand eines Gebäudes befestigten Wärmedämmkörpers nach dem Stand der Technik,
Fig. 3
das Einbringen einer rohrförmigen Spritzdüse einer Schaumpistole in einen Wärmedämmkörper, und
Fig. 4
die Rückseite der angebrachten Wärmedämmkörper mit den Befestigungsvorrichtungen und den ausgeformten Kreisflächen aus Klebeschaum.


[0013] Die Figuren 1 und 2 sind identisch mit den Figuren 1 und 2 der internationalen Patentanmeldung WO-A-2013/023312, welche den Stand der Technik bildet und deren Beschreibung zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung übernommen wurde:

[0014] «Figur 1 zeigt eine Befestigungsvorrichtung 10 in Perspektivansicht. Die Befestigungsvorrichtung 10 enthält eine Fixierplatte 12 zum Fixieren der Befestigungsvorrichtung 10 an einer Aussenwand eines Gebäudes (nicht gezeigt). Eine Einsteckplatte 14 ist über einen Verbindungssteg 16 mit der Fixierplatte 12 verbunden, wobei die Platten 12, 14 zueinander planparallel angeordnet sind. Die Einsteckplatte 14 dient zur relativen Ineingriffnahme, zumindest abschnittsweise, in einen Schlitz, welcher in einem Wärmedämmkörper (beide nicht gezeigt) eingebracht ist. Somit können die Einsteckplatte 14 und der Schlitz relativ zueinander in Eingriff gebracht werden.

[0015] Unter dem Begriff "relative Ineingriffnahme" ist hierbei einerseits zu verstehen, dass die Einsteckplatte 14 in den Schlitz eines (statischen) Wärmedämmkörpers eingeführt werden kann. Andererseits ist unter diesem Begriff zu verstehen, dass ein Wärmedämmkörper über seinen Schlitz auf die (statische) Einsteckplatte 14 aufgesetzt werden kann.

[0016] Die Fixierplatte 12 enthält eine Bohrung 18, durch welche hindurch ein Fixierelement (nicht gezeigt) zur Fixierung an der Aussenwand einführbar ist. Die relative Ineingriffnahme zwischen dem Schlitz eines jeweiligen Wärmedämmkörpers und der Einsteckplatte 14 wird ferner unterstützt, indem die untere und/oder obere Längsseite der Einsteckplatte 14 gezackt ausgebildet ist bzw. sind.

[0017] Figur 2 zeigt schematisch einen Ausschnitt von einem Wärmedämmkörper 20, welcher durch die in Figur 1 gezeigte Befestigungsvorrichtung 10 an einer Aussenwand 22 von einem Gebäude fixiert ist. An der Oberseite des Wärmedämmkörpers 20 ist ein in Längsrichtung verlaufender Schlitz 24 in das Material des Wärmedämmkörpers 20 eingebracht. In den Schlitz 24 ist ein unterer (erster) Abschnitt der Einsteckplatte 14 eingesetzt. Die Dicke des Schlitzes 24 korrespondiert hierbei mit der Dicke der Einsteckplatte 14. Hierdurch wird ein fester Halt zwischen der Befestigungsvorrichtung 10 und dem Wärmedämmkörper 20 gewährleistet.

[0018] Der Verbindungssteg 16 ist wiederum vollständig in eine Ausnehmung 26 des Wärmedämmkörpers 20 eingesetzt, welche in den Wärmedämmkörper 20 eingebracht ist oder an Ort und Stelle einbringbar ist. Hierbei ragt keinerlei Abschnitt des Verbindungssteges 16 oberhalb von der Oberseite des Wärmedämmkörpers 20 hervor. Somit wird vermieden, dass ein Spalt zwischen diesem Wärmedämmkörper 20 und einem oberhalb davon zu platzierenden weiteren Wärmedämmkörper (nicht gezeigt) gebildet wird. Mit anderen Worten wird somit sichergestellt, dass sich übereinander angeordnete Wärmedämmkörper zueinander nahtlos, ohne einen jeglichen Spalt, anschliessen. Diese Anordnung garantiert hervorragende Wärmeisolationseigenschaften.

[0019] Als ein Beispiel kann der Verbindungssteg 16 als ein plattenförmiger Körper ausgebildet sein, dessen untere Seite mit der unteren Seite von der Einsteckplatte 14 bündig abschliesst. In diesem Beispiel ist die Ausnehmung 26 als ein Schlitz ausgebildet, dessen Dicke mit der Dicke des plattenförmigen Verbindungssteges 16 übereinstimmt. In diesem Beispiel sind ferner dieser Schlitz (Ausnehmung 26) und der Schlitz 24 identisch tief in das Material des Wärmedämmkörpers 20 eingebracht. Ferner schliesst die obere Seite des Verbindungsstegs 16 bündig mit der Oberseite des Wärmedämmkörpers 20 ab. Somit ist der Materialabtrag für die Ausnehmung 26 auf das Minimum reduziert, wodurch die Wärmeisolationseigenschaft maximiert wird. Zusätzlich wird ein fester Halt zwischen der Befestigungsvorrichtung 10 und dem Wärmedämmkörper 20 gewährleistet.

[0020] Der in den Wärmedämmkörper 20 als Ausnehmung 26 eingebrachte Schlitz erstreckt sich durchgängig vom Schlitz 24 zu jener Fläche des Wärmedämmkörpers 20, welche im montierten Zustand der Aussenwand 22 zugewandt ist. Die Länge des als Ausnehmung 26 eingebrachten Schlitzes entspricht hierbei dem Abstand zwischen den Flächen der Einsteckplatte 14 und der Fixierplatte 12. Somit sind Materialabschnitte der Oberseite des Wärmedämmkörpers 20 fest zwischen der Einsteckplatte 14 und der Fixierplatte 12 eingespannt. Hierdurch wird ein wei-terer fester Halt zwischen der Befestigungsvorrichtung 10 und dem Wärmedämmkörper 20 gewährleistet.

[0021] Wie in der Figur schematisch gezeigt, steht der untere (erste) Abschnitt der Einsteckplatte 14 mit dem Schlitz 24 des Wärmedämmkörpers 20 in Eingriff. Ein oberer (zweiter) Abschnitt der Einsteckplatte 14 ragt über die Oberseite dieses Wärmedämmkörpers 20 hervor. Dieser obere Abschnitt der Einsteckplatte 14 kann wiederum mit einem Schlitz eines weiteren Wärmedämmkörpers (beide nicht gezeigt) in Eingriff gebracht werden, welcher oberhalb des Wärmedämmkörpers 20 zu platzieren ist. Durch diese Funktion der doppelten Ineingriffnahme kann insgesamt die Anzahl notwendiger Befestigungsvorrichtungen reduziert werden. Hierdurch werden Montagezeit und Kosten gespart. Zur Befestigung einer unteren (ersten) Lage von Wärmedämmkörpern kann vorgesehen sein, dass diese Wärmedämmkörper jeweils an ihrer Bodenseite ebenfalls mit einer Ausnehmung zur Aufnahme eines Verbindungsstegs und einem Schlitz zur Aufnahme einer Einsteckplatte von einer Befestigungsvorrichtung bereitgestellt sind. Hierbei sind lediglich diese am Bodenbereich der Aussenwand zu montierenden Befestigungsvorrichtungen derart ausgestaltet, dass die Oberund Unterseite der Einsteckplatte mit der Ober- und Unterseite des Verbindungsstegs bündig abschliessen.

[0022] Wie in Figuren 1 und 2 zu erkennen, sind die obere und untere Längsseite von der Einsteckplatte 14 gezackt ausgeformt. Durch diese Ausgestaltung wird die relative Ineingriffnahme zwischen den Schlitzen von jeweiligen Wärmedämmkörpern und der Einsteckplatte 14 erleichtert. Durch die gezackte Ausformung greifen die Zacken in das zumeist elastische Material des Wärmedämmkörpers ein und sichern diesen somit zuverlässiger gegen eine Längsverschiebung in horizontaler Richtung. Die Fixierplatte 12 ist ferner mit einer Bohrung (in Figur 1 gezeigt) versehen, durch welche ein Fixierelement 28 zur Fixierung an der Aussenwand 22 gesteckt ist.

[0023] In einem Bereich zwischen übereinander angeordneten Wärmedämmkörpern und der Aussenwand 22 ist wenigstens ein Isolationselement 30 positioniert. Dieses Isolationselement 30 kann aus einem elastischen und porösen Material, beispielsweise Schaumstoff, erstellt sein, welches sich gut in den zuvor genannten Bereich einfügen lässt und eine Luftzirkulation in dem Bereich zwischen den Wärmedämmkörpern und der Aussenwand reduziert. Somit wird die Wärmeisolationseigenschaft erhöht. Ferner wird im Falle eines Feuers die Zufuhr von Sauerstoff an den Brandherd unterbunden. Zusätzlich wird das Austreten von giftigen Dämpfen verhindert. Beispielsweise kann das Isolationselement 30 schlauchförmig ausgebildet sein, welcher Schlauch elastisch eingespannt zwischen dem jeweiligen Wärmedämmkörper 30 und der Aussenwand 22 eingeklemmt wird. Alternativ kann das Isolationselement 30 mit einer Klebefläche versehen sein, mittels derer das Isolationselement 30 an die Rückseite des jeweiligen Wärmedämmkörpers 20 verklebt wird. Bei beiden Ausgestaltungen ist darauf zu achten, dass das Isolationselement 30 an der Befestigungsposition von der Fixierplatte 12 an der Aussenwand 22 unterbrochen ist.»

[0024] Wie nun aus dem vorstehenden Abschnitt hervorgeht, wird das schlauchförmige Element 30 bei der Befestigung der Wärmedämmkörper 20 an die Aussenwand 22 eingeklemmt. Alternativ kann dieses schlauchförmige Element 30 mit der Klebefläche an der Aussenwand 22 befestigt werden, bevor die Wärmedämmkörper 20 mit den Befestigungsvorrichtungen 10 an die Aussenwand 22 befestigt werden. Es versteht sich für den Fachmann, dass das Einbringen des schlauchförmigen Elements 30 ziemlich mühselig ist und deshalb besonderes Geschick bedarf.

[0025] Bei der vorliegenden Erfindung werden nun in einem ersten Schritt die Wärmedämmkörper 20, wie in Figur 3 der WO-A-2013/023312 gezeigt, an die Aussenwand 22 eines zu isolierenden Gebäudes befestigt, jedoch ohne solche schlauchförmige Elemente 30, wobei die Wärmedämmkörper 20 versetzt zueinander angeordnet werden. Durch die Fixierplatten 12 der Befestigungsvorrichtungen 10 wird ein Zwischenraum zwischen den Rückseiten der Wärmedämmkörper 20 und der Aussenwand 22 gebildet. Dieser Zwischenraum beträgt typischerweise etwa 0,5 cm bis 1, 5 cm.

[0026] In einem zweiten Schritt wird mittels einer in Figur 3 gezeigten Schaumpistole 40 mit einer rohrförmigen Spritzdüse 41 aus einer Kartusche 42 durch den Wärmedämmkörper 20 hindurch ein flüssiger und aushärtbarer Klebeschaum zwischen der Rückseite eines Wärmedämmkörpers 20 und der Aussenwand 22 hineingespritzt. Dazu wird der Hebel 43 eine kurze Zeit gegen den Pistolengriff 44 gedrückt.

[0027] In Figur 4 sind die Rückseiten der versetzt angeordneten Wärmedämmkörper 20 mit den Befestigungsvorrichtungen 10 ersichtlich, wobei an verschiedenen Durchstosspunkten 45 der hindurchgespritzte Klebeschaum Kreisflächen 46 bildet, wie von einem zwischen zwei parallelen Scheiben eingeklemmten Kartoffelpuffer. Damit etwa gleich grosse Kreisflächen 46 gebildet werden, sollte man darauf achten, dass der Hebel 43 jeweils etwa gleich lang gedrückt wird. Die Schaumpistole kann auch so eingestellt werden, dass pro Schuss eine vorbestimmte Menge flüssiger Klebeschaum hineingespritzt wird.

[0028] Die rohrförmige Spritzdüse 41 wird vorzugsweise in einer hin- und hergehenden Drehbewegung durch den Wärmedämmkörper 20 hindurch gestossen, wodurch eine Beschädigung des Wärmedämmkörpers, insbesondere durch Ausbrechen von Material an der Austrittsseite der rohrförmigen Spritzdüse vermieden wird. Die Länge der rohrförmigen Spritzdüse 41 entspricht dabei mindestens der Dicke des Wärmedämmkörpers 20 und ist mit Vorteil etwa zweimal so lang. Das vordere Ende der Spritzdüse kann auch einen blumenkopfförmigen, radialen Austritt aufweisen, um ein besseres Schäumungsmuster zu erhalten. Es kann auch nur eine seitliche Austrittsöffnung vorgesehen sein, um die Schäumung in eine gezielte Richtung vorzunehmen. Ferner kann die rohrförmige Spritzdüse 41 eine Längenmarkierung aufweisen, um das vordere Ende der Spritzdüse 41 präzise hinter den Wärmedämmkörper 20 zu bringen.

[0029] Im Moment des Einspritzens herrscht im Zwischenraum ein erhöhter Druck, so dass beim Herausziehen der Spritzdüse 41 das entstandene Loch ebenfalls ausgeschäumt wird, meistens sogar mit etwas Überschuss, welcher dann nach dem Aushärten abgeschnitten wird. Vorzugsweise wird eine ausreichende Menge Klebeschaum eingespritzt, derart, dass die Kreisflächen 46 sich berühren und somit jegliche Luftzirkulation verhindert wird. Der Klebeschaum ist mit Vorteil nicht brennbar.

[0030] Als Klebeschaum hat sich besonders ein Einkomponenten-Polyurethan-Schaum bewährt.

[0031] Es versteht sich, dass das erfindungsgemässe Verfahren zur Befestigung von Wärmedämmkörpern nicht auf die Befestigungsvorrichtungen der internationalen Patentanmeldung WO-A-2013/023312 eingeschränkt ist, sondern auch andere, ähnliche Befestigungsvorrichtungen verwendet werden können.


Ansprüche

1. Verfahren zur Befestigung von Wärmedämmkörpern (20) eines Wärmedämmverbundsystems mit Befestigungsvorrichtungen (10) an einer Aussenwand (22) eines Gebäudes, dadurch gekennzeichnet, dass
in einem ersten Schritt die Wärmedämmkörper (20) mit den Befestigungsvorrichtungen (10) in regelmässigen Abständen über den Wärmedämmkörpern verteilt mit einem Zwischenraum zwischen der Aussenwand (22) und den Wärmedämmkörpern (20) an die Aussenwand befestigt werden, und in einem zweiten Schritt ein flüssiger und aushärtbarer Klebeschaum in den Zwischenraum eingebracht wird, so dass zwischen den Wärmedämmkörpern (20) und der Aussenwand (22) Kreisflächen (46) gebildet werden.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebeschaum von einer Kartusche (42) mittels einer Schaumpistole (40) in den Zwischenraum eingebracht wird.
 
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumpistole (40) mit einer rohrförmigen Spritzdüse (41) versehen ist, welche mindestens der Dicke des Wärmedämmkörpers entspricht, und die Spritzdüse durch den Wärmedämmkörper (20) hindurch gestossen und der flüssige Schaumstoff in den Zwischenraum eingebracht wird.
 
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spritzdüse (41) durch eine hin- und hergehende Drehbewegung durch den Wärmedämmkörper (20) hindurch gestossen wird.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebeschaum nicht brennbar ist.
 
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebeschaum ein Einkomponenten-PolyurethanSchaum ist.
 
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebeschaum in ausreichender Menge eingespritzt wird, so dass die sich bildenden Kreisflächen (46) sich berühren.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente