[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steuerung für ein Common-Rail-Einspritzsystem,
welches mehrere Kraftstoff-Injektoren, eine gemeinsame Kraftstoffzuleitung für die
Kraftstoff-Injektoren, eine Hochdruckpumpe zum Versorgen der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
mit Kraftstoff, und ein Drucksensor zum Bestimmen des Drucks in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
aufweist. Insbesondere handelt es sich dabei um die Steuerung eines Common-Rail-Einspritzsystems
eines Dieselmotors.
[0002] Bei der Ansteuerung eines Motors spielt die präzise Dosierung der eingespritzten
Kraftstoffmenge eine wesentliche Rolle im Hinblick auf die darauffolgende Verbrennung
und die daraus entstehenden Abgase. Aufgrund von fertigungsbedingten Bauteilsteuerungen
der Kraftstoff-Injektoren und Alterungserscheinungen während des Motorbetriebs müssen
diese während des Motorlaufs daher kalibriert werden. Dies bedeutet, dass Abweichungen
bzw. Drifts in der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge erkannt, quantifiziert
und durch eine entsprechende Anpassung der Injektoransteuerung ausgeglichen werden
müssen.
[0003] Hierzu ist es beispielsweise aus den Druckschriften
DE19726100A1,
EP894965A1 sowie
DE69112355T2 bekannt, anhand des Motorbetriebszustandes Soll-Injektionsmengen zu berechnen und
die Ansteuerung der Kraftstoff-Injektoren auf Grundlage dieser Soll-Injektionsmengen
vorzunehmen. Dabei wird während des Motorbetriebs der durch die Einspritzungen bewirkte
Druckabfall in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung des Common-Rail-Einspritzsystems
ausgewertet und hieraus die bei den Einspritzungen tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge
bestimmt. Dabei wird die Differenz aus dem Druck vor der mit einer Soll-Injektionsmenge
vorgenommenen Injektion und nach der Injektion gebildet, und so der durch die Einspritzung
bewirkte Druckabfall bestimmt, anhand welchem wiederum die tatsächlich eingespritzte
Kraftstoffmenge bestimmt wird. Anhand der Ergebnisse für vorangegangene Kraftstoffeinspritzungen
wird die Ansteuerung der Kraftstoff-Injektoren für darauffolgende Kraftstoffinjektionen
angepasst.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein solches auf dem Druck in der gemeinsamen
Kraftstoffzuleitung beruhendes System weiter zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Steuerung in gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0006] Die vorliegende Erfindung umfasst eine Steuerung für ein Common-Rail-Einspritzsystem,
welches mehrere Kraftstoff-Injektoren, eine gemeinsame Kraftstoffzuleitung für die
Kraftstoff-Injektoren, eine Hochdruckpumpe zum Versorgen der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
der Kraftstoff, und ein Drucksensor zum Bestimmen des Drucks in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
aufweist. Die Steuerung umfasst dabei eine Bestimmungseinheit, welche Daten des Drucksensors
auswertet und aus dem durch eine Einspritzung bewirkten Druckabfall in der gemeinsamen
Kraftstoffzuleitung die während dieser Einspritzung tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge
oder einen hiervon abgeleitenden Wert bestimmt. Die Steuerung umfasst weiterhin eine
Adaptionseinheit, welche die Ergebnisse der Bestimmungseinheit verwendet, um die Ansteuerung
der Kraftstoff-Injektoren anzupassen. Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass die
Bestimmungseinheit mindestens eine Testeinspritzung durchführt, anhand welcher die
Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleitenden
Wertes erfolgt.
[0007] Anders als im Stand der Technik werden damit nicht die während des normalen Betriebs
des Einspritzsystems erfolgenden Kraftstoffeinspritzungen zu dieser Bestimmung herangezogen,
sondern spezifische Testeinspritzungen. Dies erlaubt eine höhere Flexibilität und
höhere Genauigkeit bei der Bestimmung der Adaption der Einspritzung.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform bestimmt die Bestimmungseinheit ein Referenz-Messsignal
des Drucksensors ohne Testeinspritzung und ein Test-Messsignal des Drucksensors bei
erfolgter Testeinspritzung. Hierdurch kann eine erheblich erhöhte Genauigkeit gegenüber
aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren, welche ohne Referenz-Signal arbeiten,
erreicht werden.
[0009] Auch dieses Vorgehen ist nur dadurch möglich, dass statt einer während des normalen
Motorbetriebs eingesetzten Einspritzung eine Testeinspritzung eingesetzt wird, welche
damit ohne eine Störung des Motorbetriebs in darauffolgenden Motorzyklen auch wieder
entfallen kann.
[0010] Vorteilhafterweise bildet die Bestimmungseinheit zur Bestimmung des durch eine Einspritzung
bewirkten Druckabfalls die Differenz aus dem Referenz-Messsignal und dem Test-Messsignal.
[0011] Dabei kann vorgesehen sein, dass die Bestimmungseinheit das Referenz-Messsignal und
das Test-Messsignal im gleichen Zeitintervall bezüglich des MotorZyklus bestimmt.
Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Bestimmungseinheit das Referenz-Messsignal
und das Test-Messsignal unter Einspritz- und/oder Motorbetriebsbedingungen bestimmt,
welche bis auf die Testeinspritzung identisch sind. Hierdurch kann durch die Differenzbildung
aus Referenz-Messsignal und Test-Messsignal der Einfluss der Testeinspritzung auf
das Drucksignal exakt bestimmt werden.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung führt die Bestimmungseinheit
mehrere Testeinspritzungen durch, und bildet zur Bestimmung der tatsächlich eingespritzten
Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleitenden Wertes einen Mittelwert. Hierdurch
kann die Genauigkeit bei der Bestimmung erhöht werden.
[0013] Vorzugsweise nimmt die Bestimmungseinheit die mehreren Testeinspritzungen dabei im
gleichen Zeitintervall bezüglich des Motorzyklus und/oder unter identischen Einspritz-
und/oder Motorbetriebsbestimmungen vor. Weiterhin bevorzugt kann die Bestimmungseinheit
die mehreren Testeinspritzungen mit identischen Ansteuerdauern des Kraftstoff-Injektors
und/oder Einspritzmengen für die jeweiligen Testeinspritzungen vornehmen. Insbesondere
kann die Ansteuerung bei den einzelnen Testeinspritzungen dabei mit identischen Ansteuersignalen
für den KraftstoffInjektor erfolgen.
[0014] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform bestimmt die Bestimmungseinheit dabei
sowohl das Test-Messsignal, als auch das Referenz-Messsignal, mehrmals.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform nimmt die Bestimmungseinheit die mindestens
eine Testeinspritzung in einem vorgegebenen Zeitintervall des Motorzyklus und/oder
mit einer vorgegebenen Ansteuerdauer und/oder mit einer vorgegebenen Einspritzmenge
des Kraftstoff-Injektors vor. Insbesondere kann dabei ein vorgegebenes Ansteuersignal
zum Einsatz kommen.
[0016] In einer möglichen Ausführungsform kann das vorgegebene Zeitintervall und/oder die
vorgegebene Ansteuerdauer und/oder Einspritzmenge und insbesondere das vorgegebene
Ansteuersignal dabei in der Steuerung abgespeichert sein.
[0017] Bevorzugt sind das vorgegebene Zeitintervall und/oder die vorgegebene Ansteuerdauer
und/oder Einspritzmenge des Kraftstoff-Injektors, und insbesondere das vorgegebene
Ansteuersignal, dabei unabhängig von der für den normalen Motorbetrieb gewünschten
Einspritzzeit und/oder Einspritzmenge der Einspritzung. Hierdurch kann eine spezifisch
an die Adaption angepasste Testroutine eingesetzt werden, wodurch eine entsprechend
bessere Reproduzierbarkeit und erhöhte Genauigkeit erreicht wird.
[0018] Die durch die Bestimmungseinheit vorgenommene Bestimmung kann während des normalen
Betriebs des Motors durchgeführt werden, indem die Testeinspritzungen zusätzlich zu
den normalen Einspritzungen für den Motorbetrieb erfolgen.
[0019] Insbesondere kann es sich dabei bei der Testeinspritzung um eine vor bzw. nach der
Haupteinspritzung erfolgende Vor-Einspritzung bzw. Nach-Einspritzung handeln. Da das
zur Bestimmung der bei einer Testeinspritzung eingespritzten Kraftstoffmenge eingesetzte
Drucksignal sowohl von den Haupteinspritzungen als auch von den Testeinspritzungen
beeinflusst wird, ist ein gewisser zeitlicher Abstand zwischen Haupt- und Testeinspritzung
notwendig. Bevorzugt erfolgt eine Testeinspritzung dabei mit einem vorbestimmten zeitlichen
Abstand zu der vorangegangenen und der nachfolgenden Haupteinspritzung.
[0020] Um den Motorbetrieb möglichst wenig zu beeinflussen und eine zu lange Einspritzzeit
zu vermeiden, welche zu einer zu großen zeitlichen Nähe zwischen Haupt- und Testeinspritzung
führen würde, wird die Einspritzmenge der Testeinspritzung bevorzugt unter 100mg gewählt,
weiterhin bevorzugt unter 50mg.
[0021] Weiterhin wird die Einspritzmenge einer Testeinspritzung bevorzugt über 2 mg gewählt,
weiterhin bevorzugt über 4 mg, da bei noch kleineren Einspritzmengen der Druckabfall
so klein ist, dass das entsprechende Signal kaum noch von Störsignalen unterschieden
werden kann.
[0022] Eine typische Testeinspritzmenge kann dabei beispielsweise 20mg betragen.
[0023] Vorteilhafterweise weist die erfindungsgemäße Steuerung eine Aktivierungseinheit
auf, welche die Bestimmungseinheit dazu veranlasst, den Auswertungsbetrieb zu beginnen
und eine Testroutine einzuleiten, bei welcher mindestens eine Testeinspritzung vorgenommen
wird. Die Aktivierung der Bestimmungseinheit kann dabei beispielsweise in vorgegebenen
Abständen erfolgen.
[0024] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Steuerung umfasst dabei eine
Überwachungseinheit zur Überwachung des Motorbetriebs, welche so mit der Bestimmungseinheit
in Verbindung steht, dass die Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge
oder des hiervon abgeleitenden Wertes durch die Bestimmungseinheit in für die Bestimmung
geeigneten Betriebszuständen des Motors durchgeführt wird. Insbesondere sollten dabei
transiente Betriebszustände des Motors vermieden werden, da diese die Genauigkeit
der Bestimmung verringern können.
[0025] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Bestimmung bei einem gleichbleibenden
Soll-Druck in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung vorgenommen wird, und/oder bei einer
gleichbleibenden Temperatur in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung und/oder bei gleichbleibender
Drehzahl des Motors, und/oder bei gleichbleibenden Kraftstoff-Einspritzmengen für
den normalen Motorbetrieb. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn neben dem
Test-Messsignal ein Referenz-Messsignal ermittelt wird, da dieses notwendigerweise
in einem anderen Motorzyklus ermittelt werden muss, und/oder wenn mehrere Messungen
und insbesondere mehrere Testeinspritzungen durchgeführt werden, so dass Veränderungen
der Betriebsbedingungen sich auf die Messung auswirken würden.
[0026] Weiterhin kann die Einleitung der Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge
oder eines hiervon abgeleiteten Wertes durch die Bestimmungseinheit auf eine Abfrage
hin erfolgen, ob die Drehzahl des Motors unterhalb einer bestimmten Drehzahlschwelle
arbeitet.
[0027] Insbesondere kann die Überwachungseinheit dabei die Drehzahl des Motors überwachen
und nur dann eine Testroutine einleiten, bei welcher mindestens eine Testeinspritzung
vorgenommen wird, wenn die Drehzahl unter einer bestimmten Drehzahlschwelle liegt.
Da die Drehzahl und die Zykluslänge umgekehrt proportional zueinander sind, hat die
geringe Drehzahl den Vorteil, dass zwischen zwei Haupteinspritzungen des normalen
Motorbetriebs eine entsprechend lange Zeitspanne verbleibt, in welcher die Testeinspritzung
durchgeführt und eine entsprechende Druckmessung durchgeführt werden kann. Hierdurch
kann der für die Genauigkeit der Messung wichtige Abstand zwischen Haupt- und Testeinspritzung
eingehalten werden.
[0028] Besonders bevorzugt erfolgt die Bestimmung dabei im Leerlaufbetrieb des Verbrennungsmotors.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform bestimmt die Bestimmungseinheit den durch eine
Einspritzung bewirkten Druckabfall anhand mindestens eines innerhalb eines vorgegebenen
Auswertungsintervalls ermittelten Messwertes. Bei dem Auswertungsintervall kann es
sich dabei insbesondere um eine vorgegebene Zeitspanne oder einen oder mehrere vorgegebene
Zeitpunkte handeln. Erfindungsgemäß ist damit mindestens ein Messzeitpunkt oder mindestens
ein Mess-Intervall definiert, in welchem die Messung des Drucks zur Ermittlung des
Druckabfalls durch die Testeinspritzung vorgenommen wird.
[0030] Vorteilhafterweise ist das Auswertungsintervall in Bezug auf den Zeitpunkt der Ansteuerung
des Kraftstoff-Injektors für die Testeinspritzung definiert. Da es sich erfindungsgemäß
um eine Testeinspritzung mit einer vorgegebenen Dauer und Form handelt, muss zur Bestimmung
des Messzeitpunktes nicht das Druck-Signal auf einen geeigneten Zeitpunkt und insbesondere
auf ein Absinken des Druckniveaus hin überwacht werden. Vielmehr kann ein solches
Auswertungsintervall bzw. ein solcher Messzeitpunkt vorab beispielsweise im Experiment
in Abhängigkeit des Zeitpunktes der Ansteuerung des Kraftstoff-Injektors für die Testeinspritzung
bestimmt werden. Vorteilhafterweise ist daher das Auswertungsintervall in der Steuerung
abgelegt. Insbesondere kann dabei das Ansteuersignal des Kraftstoff-Injektors zur
Auslösung der Testeinspritzung eine Messwertaufnahme über einen vorgegebenen Zeitraum
auslösen, wobei das Auswertungsintervall einen vorgegebenen zeitlichen Abstand zum
Beginn der Messwertaufnahme aufweist.
[0031] Vorteilhafterweise liegt das Auswertungsintervall dabei nach dem Ende der Ansteuerung
des Kraftstoff-Injektors für die Testeinspritzung. Vorteilhafterweise wird damit mindestens
ein Messwert gemessen, nachdem die Ansteuerung des Kraftstoff-Injektors für die Testeinspritzung
beendet wurde. Vorteilhafterweise ist dabei ein gewisser Abstand zum Zeitpunkt des
Endes der Ansteuerung des KraftstoffInjektors vorgesehen, um eine Verzögerung zwischen
der Ansteuerung des Kraftstoff-Injektors und dem tatsächlichen Druckabfall zu berücksichtigen.
[0032] Weiterhin kann das Auswertungsintervall so gewählt werden, dass das Messsignal möglichst
gut dem statischen Anteil des Druckabfalls, welcher durch das Abfließen von Kraftstoff
aus dem Common-Rail-System durch die Testeinspritzung bewirkt wurde, entspricht.
[0033] In einer möglichen Ausführungsform kann das Auswertungsintervall dabei so gewählt
werden, dass es erst nach der ersten, durch die Testeinspritzung bewirkten gedämpften
Halbschwingung des Drucksignals beginnt. Vorteilhafterweise kann das Auswertungsintervall
dabei so gewählt werden, dass es erst nach der ersten, durch die Testeinspritzung
bewirkten gedämpften Vollschwingung des Drucksignals beginnt.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden mehrere
Messwerte innerhalb des Auswertungsintervalls gemittelt, um Schwankungen im Signal
auszugleichen.
[0035] Weiterhin erfolgt die Testeinspritzung bevorzugt zu einem Zeitpunkt, welcher nach
der ersten, durch eine Haupteinspritzung und/oder den Betrieb der Hochdruckpumpe bewirkten
gedämpften Halbschwingung liegt. Damit wird berücksichtigt, dass auch der Betrieb
der Hochdruckpumpe und die Haupteinspritzungen das Drucksignal dynamisch beeinflussen.
Dieser Einfluss soll bei Beginn der Testeinspritzung so weit wie möglich abgeklungen
sein. Bevorzugt erfolgt die Testeinspritzung dabei zu einem Zeitpunkt, welcher nach
der ersten, durch eine Haupteinspritzung und/oder den Betrieb der Hochdruckpumpe bewirkten
gedämpften Vollschwingung des Drucksignals liegt.
[0036] Besonders bevorzugt wird dabei wie bereits oben beschrieben zur Ermittlung des Druckabfalls
die Differenz aus einem Test-Messsignal und einem Referenz-Messsignal herangezogen.
Vorteilhafterweise wird dabei auch das Referenz-Messsignal über das vorgegebene Auswertungsintervall
bestimmt. Vorteilhafterweise wird dabei die Messwertaufnahme ebenfalls in Abhängigkeit
von dem Zeitpunkt innerhalb des Motorzyklus gestartet, an welchem ansonsten die Testeinspritzung
erfolgen würde. Weiterhin ist vorteilhafterweise auch das Auswertungsintervall wie
oben beschrieben in Abhängigkeit von diesem Zeitpunkt definiert. Dabei kann zur Ermittlung
des Referenz-Messsignals ein sehr kurzer Ansteuerimpuls an den Kraftstoffinjektor
gesendet werden, welcher nicht ausreicht, diesen zu öffnen, aber die Messwertaufnahme
wie bei der Ermittlung des Test-Messsignals in Gang setzt.
[0037] Durch die Verwendung eines Referenzsignals können Überlagerungen des durch die Testeinspritzung
bewirkten Druckverlaufs mit den durch andere Ereignisse wie dem Betrieb der Hochdruckpumpe
oder einer Haupteinspritzung bewirkten Druckverläufen wieder eliminiert werden.
[0038] Alternativ wäre es jedoch auch denkbar, zur Ermittlung des Druckabfalls die Differenz
aus einem Wert des Test-Messsignals bei dem oben beschriebenen Messzeitpunkt oder
in dem oben beschriebenen Auswertungsintervall mit einem vor der Einspritzung ermittelten
Messwert zu bilden.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Bestimmung und Adaption für jeden
Kraftstoff-Injektor individuell. Hierdurch können Bauteile-Toleranzen sowie individuelle
Drifts der Eigenschaften der Kraftstoff-Injektoren berücksichtigt werden.
[0040] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Bestimmung und Adaption
durch die Bestimmungseinheit für mehrere unterschiedliche Betriebspunkte des Einspritzsystems
und/oder des Motors. Insbesondere kann dabei die Bestimmung für mehrere unterschiedliche
Drücke in der gemeinsamen Druckleitung erfolgen. Alternativ ist es jedoch denkbar,
die Testeinspritzungen bei nur einem Druckwert durchzuführen und für andere Druckwerte
zu extrapolieren.
[0041] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Bestimmung und Adaption
durch die Bestimmungseinheit für mehrere unterschiedliche Ansteuerdauern und/oder
Einspritzmengen des Kraftstoff-Injektors bei der Testeinspritzung.
[0042] Die Einspritzmenge der Testeinspritzungen kann dabei bevorzugt zwischen 2 mg und
80 mg liegen, weiterhin bevorzugt zwischen 5 mg und 50 mg. Weiterhin kann vorgesehen
sein, dass sich die Testeinspritzungen über einen Bereich von mehr als 10 mg, bevorzugt
von mehr als 20 mg und weiterhin mehr als 30 mg erstrecken.
[0043] Weiterhin liegt die Anzahl der unterschiedlichen Ansteuerdauern und/oder Einspritzmengen
bevorzugt zwischen 2 und 20, weiterhin bevorzugt zwischen 4 und 10.
[0044] Vorteilhafterweise umfasst die Bestimmungseinheit hierfür eine Testroutine, welche
mehrere unterschiedliche Testeinspritzungen und/oder mehrere Testeinspritzungen unter
unterschiedlichen Betriebsbedingungen der Druckleitung und/oder des Motors durchführt.
Hierdurch ist es möglich, das Kennfeld der jeweiligen KraftstoffInjektoren nicht nur
global durch ein einzigen Korrekturfaktor zu korrigieren, sondern für unterschiedliche
Eingangswerte separat.
[0045] Insbesondere kann die Adaptionseinheit dabei einen Korrekturfaktor ermitteln, welcher
von einen oder mehreren Eingangswerten des Kennfeldes, welches zur Ansteuerung der
jeweiligen Kraftstoff-Injektoren herangezogen wird, abhängig ist. Insbesondere kann
der Korrekturfaktor von dem Druck in der gemeinsamen Druckleitung und/oder von der
gewünschten Ansteuerdauer und/oder Einspritzmenge des Kraftstoff-Injektors abhängen.
[0046] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt
die Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleiteten
Wertes durch die Bestimmungseinheit koordiniert mit der Ansteuerung der Hochdruckpumpe.
Insbesondere erfolgt die Koordination dabei so, dass zwischen dem Beginn einer Testeinspritzung
und dem Ende der zugehörigen Messphase kein Betrieb in der Hochdruckpumpe erfolgt.
Vorteilhafterweise wird auch während der Bestimmung eines Referenz-Messsignals kein
Betrieb der Hochdruckpumpe vorgenommen. Weiterhin wird der Zeitpunkt der Testeinspritzungen
bevorzugt so gewählt, dass eine gewisse Zeitspanne zwischen dem Ende des Betriebs
der Hochdruckpumpe und dem Beginn der Testeinspritzung liegt.
[0047] Eine solche Koordination kann zum einen dadurch erfolgen, dass die Bestimmungseinheit
und die Ansteuerschaltung der Hochdruckpumpe Daten austauschen. Alternativ kann die
Ansteuerschaltung auch so ausgelegt sein, dass der durch die Testeinspritzung bewirkte
Druckabfall in der gemeinsamen Druckleitung innerhalb der zugehörigen Messphase nicht
zu einem Anspringen der Hochdruckpumpe führt. Insbesondere kann die Ansteuerschaltung
der Hochdruckpumpe dabei mit einer gewissen Verzögerung auf einen Druckabfall reagieren,
welcher länger ist als die Messphase. Weiterhin alternativ können die Testeinspritzungen
und der Betrieb der Hochdruckpumpe zu vorgegebenen, ausreichend beabstandeten Zeitpunkten
erfolgen, insbesondere zu vorgegebenen, voneinander beanstandeten Drehwinkeln der
Kurbelwelle.
[0048] In einer möglichen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt der Betrieb
der Hochdruckpumpe (2) und/oder die Einleitung der Testeinspritzung innerhalb eines
Motorzyklus jeweils zu vorgegebenen Zeitpunkten und/oder Kurbelwellenwinkeln.
[0049] Dabei kann in einer Betriebsphase, in welcher Testeinspritzungen vorgenommen werden,
der Betrieb der Hochdruckpumpe nach früh oder nach spät verschoben werden, wobei die
Testeinspritzung in dem hierdurch verlängerten Intervall zwischen dem Betrieb der
Hochdruckpumpe und der Haupteinspritzung bzw. in dem verlängerten Intervall zwischen
Haupteinspritzung und dem Betrieb der Hochdruckpumpe erfolgt.
[0050] Dabei kann der Betrieb der Hochdruckpumpe auch zeitgleich mit der Haupteinspritzung
erfolgen, so dass für die Testeinspritzung ein maximal großer Zeitraum zur Verfügung
steht.
[0051] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass in einer Betriebsphase, in welcher Testeinspritzungen
vorgenommen werden, auf einzelne Haupteinspritzungen und/oder Betriebsphasen der Hochdruckpumpe
verzichtet wird. Hierdurch wird der für die Testeinspritzung zur Verfügung stehende
Zeitraum noch einmal erweitert.
[0052] Die vorliegende Erfindung umfasst weiterhin ein Common-Rail-Einspritzsystem, welches
mehrere Kraftstoff-Injektoren, eine gemeinsame Druckleitung für die Kraftstoff-Injektoren,
eine Hochdruckpumpe zum Versorgen der gemeinsamen Druckleitung mit Kraftstoff, und
ein Drucksensor zum Bestimmen des Drucks in der gemeinsamen Druckleitung aufweist.
Das erfindungsgemäße Common-Rail-Einspritzsystem weist dabei weiterhin eine Steuerung,
wie sie oben näher beschrieben wurde, auf.
[0053] Weiterhin umfasst die vorliegende Erfindung einen Motor mit einem solchen Common-Rail-Einspritzsystem.
Insbesondere kann es sich dabei um einen Dieselmotor handeln.
[0054] Weiterhin umfasst die vorliegende Erfindung ein mobiles Arbeitsgerät mit einem erfindungsgemäßen
Motor.
[0055] Auch unabhängig von der erfindungsgemäßen Steuerung umfasst die vorliegende Erfindung
ein Verfahren zur Steuerung eines Common-Rail-Einspritzsystems, welches mehrere Kraftstoff-Injektoren,
eine gemeinsame Druckleitung für die KraftstoffInjektoren, eine Hochdruckpumpe zum
Versorgen der gemeinsamen Druckleitung mit Kraftstoff, und ein Drucksensor zum Bestimmen
des Drucks in der gemeinsamen Druckleitung aufweist. Dabei werden gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren Daten des Drucksensors ausgewertet und aus dem durch eine Einspritzung bewirkten
Druckabfall in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung die während dieser Einspritzung
tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge oder ein hiervon abgeleiteter Wert bestimmt.
Weiterhin werden die Ergebnisse der Auswertung verwendet, um die Ansteuerung der Kraftstoff-Injektoren
anzupassen. Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass die Bestimmung der tatsächlich
eingespritzten Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleiteten Wertes anhand mindestens
einer Testeinspritzung erfolgt.
[0056] Bevorzugt erfolgt das erfindungsgemäße Verfahren dabei so, wie dies oben im Hinblick
auf die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Steuerung näher beschrieben wurde. Insbesondere
erfolgt das erfindungsgemäße Verfahren dabei unter Verwendung einer Steuerung, wie
sie oben näher beschrieben wurde. Vorteilhafterweise ist die erfindungsgemäße Steuerung
für das Common-Rail-Einspritzsystem so ausgeführt, dass die Steuerung sämtliche Tätigkeiten
und Schritte automatisiert durchführt. Insbesondere kann hierfür ein entsprechendes
Computerprogramm vorgesehen sein, welches in einem Speicher der Steuerung abgelegt
ist und Befehle zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. zur Implementierung
der erfindungsgemäßen Steuerung umfasst.
[0057] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels sowie von Zeichnungen
näher dargestellt. Dabei zeigen:
- Figur 1:
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Einspritzsystems mit einem Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Steuerung,
- Figur 2:
- ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
wie es in einer erfindungsgemäßen Steuerung abläuft,
- Figur 3:
- zwei Diagramme, welche den Zeitverlauf einer erfindungsgemäß eingesetzten Testeinspritzung
sowie des hierdurch bewirkten Test-Druckverlaufs in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
im Vergleich zu einem Referenz-Druckverlauf ohne Testeinspritzung zeigen,
- Figur 4:
- eine Darstellung eines gemäß einer ersten Alternative gewählten Auswertungsintervalls
für die in Figur 3 gezeigten Druckverläufe und
- Figur 5:
- eine Darstellung zweier alternativer Messzeitpunkte bzw. Auswertungsintervalle für
die in Figur 3 gezeigten Druckverläufe.
[0058] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Einspritzsystems mit
einer erfindungsgemäßen Steuerung. Das Common-Rail-Einspritzsystem weist dabei eine
Mehrzahl von Injektoren 11, I2 bis li auf, welche von einer gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
1 mit unter Druck stehendem Kraftstoff versorgt werden. Dabei ist eine Hochdruckpumpe
2 vorgesehen, welche die gemeinsame Kraftstoffzuleitung 1 mit Hochdruck versorgt.
Weiterhin ist ein Drucksensor 3 zur Messung des Drucks in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
1 vorgesehen.
[0059] Figur 1 zeigt weiterhin ein Blockdiagramm eines erfindungsgemäßen Motorsteuergerätes
4. Dieses enthält zunächst einen konventionellen Steuerblock 12, in welchem aus der
für den Motorbetrieb angeforderten Einspritzmenge anhand von Kennfeldern die Ansteuerdauer
für den jeweiligen Injektor ermittelt wird. Die als Input für den Steuerblock 12 dienende
angeforderte Einspritzmenge wird dabei bspw. auf Grundlage von Motorbetriebsbedingungen
und/oder vom Fahrer erzeugten Steuersignalen ermittelt, insbesondere aus der gewünschten
Drehzahl und/oder dem gewünschten Drehmoment des Motors. Der Steuerblock 12 kann dabei
entweder ein gemeinsames Kennfeld 11 für sämtliche Injektoren, oder jeweils injektorindividuelle
Kennfelder umfassen.
[0060] Das Motorsteuergerät 4 umfasst weiterhin eine erfindungsgemäße Steuerung 5, welche
in einer Bestimmungseinheit 6 aus dem durch den Sensor 3 ermittelten Kraftstoffdruck
bei einer Testeinspritzung die tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge bestimmt.
In einer Adaptionseinheit 7 werden aus einem Vergleich der Soll-Einspritzmenge unter
der Ist-Einspritzmenge bei der Testeinspritzung einer oder mehrere Korrekturfaktoren
gebildet, durch welche die durch den Steuerblock 12 ermittelte Ansteuerdauer korrigiert
wird. Die korrigierte Ansteuerdauer wird dann der Injektor-Endstufe 13 zugeführt,
welche die unmittelbaren elektrischen Ansteuersignale für die Injektoren erzeugt,
welche über eine Steuerleitung 8 an diese übermittelt werden.
[0061] Das in Fig. 1 gezeigte Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Steuerung soll nun
im Folgenden näher beschrieben werden:
[0062] Die präzise Dosierung der eingespritzten Kraftstoffmenge spielt eine wesentliche
Rolle im Hinblick auf die darauf folgende Verbrennung und die daraus entstehenden
Abgase. Aufgrund von fertigungsbedingten Bauteilstreuungen der Kraftstoffinjektoren
und Alterungserscheinungen während des Motorbetriebs müssen diese während des Motorlaufs
kalibriert werden.
[0063] Denn Kraftstoffinjektoren unterliegen fertigungsbedingten Bauteilstreuungen, welche
die Dosiergenauigkeit beeinträchtigen. Die Beanspruchung des Kraftstoffsystems mit
immer höheren Systemdrücken führt zu zusätzlichen Bauteildriften, die negative Auswirkungen
auf das Abgasverhalten und die Effizienz des Motors nach sich ziehen. Um diesen Abweichungen
entgegen zu wirken ist eine Korrektur der Injektoransteuerung notwendig, um einen
stabilen Motorlauf zu gewährleisten.
[0064] Dies bedeutet, dass Abweichungen beziehungsweise Driften in der tatsächlich eingespritzten
Kraftstoffmenge erkannt, quantifiziert und durch eine entsprechende Anpassung der
Injektoransteuerung ausgeglichen werden müssen.
[0065] Hierzu stellt die vorliegende Erfindung eine Strategie und eine Steuerung zur Injektordiagnose
und -kalibrierung zur Verfügung. Da ein zusätzlicher Aufwand an Motorsensorik, z.B.
zusätzliche Beschleunigungs- oder Drucksensoren, möglichst vermieden werden soll,
wird hierbei im Ausführungsbeispiel auf das Signal des standardmäßig verbauten Common-Rail
Drucksensors in der Hochdruckpumpe zurückgegriffen. Die Steuerung basiert damit auf
der Auswertung des Drucksensorsignals an der Hochdruckpumpe.
[0066] Die erfindungsgemäße Steuerung (5), welche in die Motorsteuerung (4) integriert werden
kann, besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, siehe das in Fig. 1 gezeigte Ausführungsbeispiel:
- Eine Bestimmungseinheit (6) zur Schätzung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge.
Diese Einrichtung besteht aus einer Methode, die die tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge
je Injektor auf Basis des jeweiligen Druckabfalls in der Kraftstoffzuleitung schätzt.
Der Druckabfall wird aus dem Drucksensorsignal der Kraftstoffzuleitung bestimmt.
- Eine Adaptionseinheit (7), die auf Basis der Einspritzmengenschätzung einen Soll-/Ist-Abgleich
durchführt und auf Basis des Resultats die Injektoransteuerung adaptiert.
[0067] Durch die erfindungsgemäße Steuerung können Abweichungen bzw. Ungenauigkeiten in
der eingespritzen Kraftstoffmenge kompensiert werden, die sich aus folgenden Gründen
ergeben:
- Ungenauigkeiten aufgrund von Fertigungstoleranzen
- Alterungserscheinungen bzw. Verschleiß
- Düsenverkokung
[0068] Fig. 2 zeigt das Blockschaltbild der Steuerung für einen einzelnen Injektor des Common-Rail
Systems. Diese führt Testeinspritzungen (10) durch, durch welche für den jeweiligen
Injektor die eingespritzte Kraftstoffmenge geschätzt werden kann.
[0069] Dies erfolgt in einem statischen Betriebspunkt des Verbrennungsmotors, d.h. bei konstanter
Injektor-Ansteuerdauer und konstantem Kraftstoffdruck. Auf Grundlage dieser Schätzung
wird eine Injektor-individuelle Korrektur der Ansteuerdauer bestimmt, anhand derer
das Ansteuerkennfeld angepasst wird. Dabei kann die tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge
in mehreren vorgegebenen statischen Betriebspunkten des Motors ermittelt werden, um
darauf einen Soll- / Istabgleich durchzuführen.
[0070] Die Steuerung funktioniert wie folgt:
- Eine Überwachungseinheit (9) setzt ein ok_flag auf 1, sobald sich der Motor in einem
zur Durchführung der Einspritzkorrektur günstigen Betriebszustand befindet. Ist dies
der Fall, so wird in einem definierten, festen Zeitintervall eine Testeinspritzung
(10) in Zylinder 1,2,... mit einer vorgegebenen Ansteuerdauer bei konstantem Kraftstoffdruck
durchgeführt.
- Nach einer Datenqualitätsprüfung, vor allem einer Ausreißerbehandlung zur Identifizierung
schlechter Messungen, wird der Signalverlauf in Buffer 1 zwischengespeichert.
- In direktem Anschluss wird der Drucksensorverlauf im selben Zeitintervall ohne Einspritzung
aufgezeichnet. Dieser Signalverlauf dient als Referenz und wird in Buffer 2 abgelegt.
- Sind beide Buffer gefüllt, so wird die Schätzung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge
durchgeführt und das Ergebnis zwischengespeichert.
- Auf Basis der Schätzergebnisse zu unterschiedlichen Testeinspritzungen wird eine Injektor-individuelle
Korrektur der Ansteuerdauer ermittelt.
[0071] Eingangsgrößen der Überwachungseinheit (9) sind dabei die Einspritzmenge für den
normalen Motorbetrieb und/oder die Temperatur des Kraftstoffs. Dabei wird überprüft,
ob die Veränderung dieser Größen unter einer vorgegebene Schwelle liegt, d.h. ob sich
der Motorbetrieb ändert und/oder das Kraftstoffeinspritzsystem sich in einem stabilen
Zustand befindet. Als weitere Eingangsgröße dient die Drehzahl des Verbrennungsmotors.
Dabei wird überprüft, ob diese unter einer vorgegebenen Schwelle liegt, da bei niedrigen
Drehzahlen der für die Testeinspritzung zur Verfügung stehende Zeitraum größer ist
als bei hohen Drehzahlen. Bevorzugt erfolgt der Testbetrieb daher im Leerlauf des
Motors.
[0072] Die Schätzung der Einspritzmenge basiert auf der Bestimmung des Druckabfalls, der
sich aufgrund der Kraftstoffeinspritzung in der Common-Rail ergibt. Dieser lässt sich
aus den beiden Druckverläufen aus Buffer 1 und Buffer 2 ermitteln.
[0073] Den Ansatz zur Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmasse liefert
GI.(1),

mit

[0074] Hierin stellt
V0 das bekannte Rohvolumen der Hochdruckseite des Einspritzsystems,
β den Kompressibilitäts-Koeffizienten und
ρ die Kraftstoffdichte beim Systemdruck
p und der Temperatur
T dar.
[0075] Die Druckdifferenz Δ
p kann dabei durch Mittelwertbildung aus einer Mehrzahl an Messungen ermittelt werden.
In Fig. 3 ist in durchgezogener Linie als Test-Signalverlauf (40) der Scharmittelwert
aus 10 Messungen des Verlaufs des Drucksensorsignals bei einer konstanten Testeinspritzung
(10), hier einer Voreinspritzung mit jeweils konstanter Ansteuerdauer, dargestellt.
In gestrichelter Linie ist als Referenz-Signalverlauf (30) der Scharmittelwert aus
10 Messungen des Signalverlaufs gezeigt, bei denen keine Testeinspritzung (10) durchgeführt
wurde. Aus diesen Messungen lässt sich die tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmasse
ermitteln.
[0076] Dabei wird im Ausführungsbeispiel die Messwertaufnahme durch den Ansteuerimpuls des
Kraftstoffinjektors zur Auslösung der Testeinspritzung (10) ausgelöst. Dieser stellt
eine Hardware-Triggerung dar, welche die Messwertaufnahme durch den zur Messwertaufnahme
vorgesehenen A/D-Wandler auslöst.
[0077] Dabei ist in Fig.3 auch bei der Erzeugung des Referenz-Messsignals ein kleiner Ausschlag
im Ansteuersignal zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine sehr kurze Ansteuerdauer
des Kraftstoff-Injektors, bei der es zu keiner Einspritzung kommt. Das bedeutet, dass
diese kurze Anregung nicht ausreicht, den Injektor zu öffnen. Dieser sehr kurze Ansteuerimpuls
wird eingesetzt, um die Messwertaufnahme zur Ermittlung des Referenz-Messsignals auszulösen.
[0078] Die Druckdifferenz Δ
p ergibt sich dann als Differenz aus dem Test-Drucksignal 40 und dem Referenz-Drucksignal
30, wobei diese Differenz in einem zuvor definierten Auswertungsintervall 50, welches
vom Ansteuerbeginn, d.h. Bestromungsbeginn des Injektors abhängt, ermittelt wird.
[0079] Die Ermittlung der Messwerte erfolgt in einem fixen Zeitintervall
[t1,t2] (Auswertungsintervall), welches in Fig. 4 dargestellt ist. Das Auswertungsintervall
(50) hängt dabei vom Ansteuerzeitpunkt, bspw. vom Ansteuerbeginn oder -ende der Testeinspritzung
(10) ab und berücksichtigt die Zeitverzögerung (60) zwischen diesem Ansteuerzeitpunkt
und dem durch die Testeinspritzung ausgelösten Druckabfall. Weiterhin sollte das Auswertungsintervall
so gewählt werden, dass das Drucksignal innerhalb des Auswertungsintervall (50) nicht
von einem Anspringen der Hochdruckpumpe oder anderen Einspritzungen wie bspw. der
Haupteinspritzung (20) abhängt. Alternativ oder zusätzlich könnte eine Testeinspritzung
dabei auch nach der Haupteinspritzung (20) erfolgen.
[0080] Das Auswertungsintervall kann dabei von der Einspritzdauer und/oder -menge der Testeinspritzung
(10) abhängen. Dabei wurde das Auswertungsintervall im Ausführungsbeispiel so gewählt,
dass es erst nach der ersten gedämpften Halbschwingung des Drucksignals (40) und bevorzugt
nach der ersten Vollschwingung des Drucksignals (40) einsetzt, um so möglichst nur
den statischen Anteil des Druckabfalls zu messen.
[0081] Das Drucksignal stellt dabei eine Überlagerung der von den Haupteinspritzungen, dem
Betrieb der Hochdruckpumpe und den Testeinspritzungen erzeugten Signale dar. Daher
ist ein gewisser zeitlicher Abstand zwischen der Testeinspritzung und dem vorangegangenen
Betrieb der Hochdruckpumpe bzw. der vorangegangenen Haupteinspritzung notwendig. Bevorzugt
sollte die Testeinspritzung dabei erst nach einer oder zwei, durch eine Haupteinspritzung
und/oder den Betrieb der Hochdruckpumpe bewirkten, gedämpften Vollschwingungen erfolgen.
[0082] Im Ausführungsbeispiel erfolgen dabei der Betrieb der Hochdruckpumpe (2), die Haupteinspritzung
(20) und die Einleitung der Testeinspritzung (10) jeweils zu vorgegebenen Zeitpunkten
und/oder Kurbelwellenwinkeln innerhalb des Motorzyklus. Hierdurch kann sichergestellt
werden, dass die Testeinspritzung mit einem ausreichenden zeitlichen Abstand zu der
vorangegangenen und der nachfolgenden Ereignissen erfolgt.
[0083] Um zu kurze und zu lange Einspritzzeiten zu vermeiden, welche zu einer hohen Ungenauigkeit
in der Messung bzw. zu einer zu großen zeitlichen Nähe zwischen Haupt- und Testeinspritzung
führen würde, werden die Einspritzmengen der Testeinspritzungen im Ausführungsbeispiel
zwischen 4 mg und 5 mg gewählt, weiterhin bevorzugt unter 50mg.
[0084] Dabei steht bei zu hohen Drehzahlen und/oder einem Motor mit vielen Zylindern nur
ein sehr kurzes Zeitfenster zwischen dem Betrieb der Hochdruckpumpe und der Haupteinspritzung
für die Testeinspritzung und die darauf folgende Messphase zur Verfügung. Um diese
Zeitspanne zu vergrößern, kann der Betrieb der Hochdruckpumpe nach früh verstellt
werden, wenn die Testeinspritzung als Voreinspritzung erfolgt, oder nach spät, wenn
die Testeinspritzung als Nacheinspritzung erfolgt. Eine solche Verstellung kann dabei
entweder nur in den Betriebsphasen, in welchen Testeinspritzungen vorgenommen werden,
oder allgemein vorgenommen werden. Ggf. können dabei der Betrieb der Hochdruckpumpe
und die Haupteinspritzung sogar gleichzeitig erfolgen, so dass das Zeitfenster für
die Testeinspritzung maximal wird.
[0085] Alternativ oder zusätzlich kann in einer Betriebsphase, in welcher Testeinspritzungen
vorgenommen werden, auf einzelne Haupteinspritzungen und/oder Betriebsphasen der Hochdruckpumpe
verzichtet werden. Auch hierdurch wird der für die Testeinspritzung zur Verfügung
stehende Zeitraum erweitert.
[0086] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird nun aus der durch die Testeinspritzung bewirkten
Druckdifferenz die tatsächliche Einspritzmenge berechnet. Die Berechnung der Druckdifferenz
Δ
p erfolgt dabei im Ausführungsbeispiel aus einem zeitdiskreten Druckverlauf
p(n) und dem Referenzdruckverlauf
pref(n), mit n als diskretem Zeitindex, durch eine arithmetische Mittelwertbildung in einem
zuvor definierten diskreten Zeitintervall [
n1,n2], welches vom Ansteuerbeginn, d.h. Bestromungsbeginn des Injektors abhängt.
[0087] Die Signalauswertung entspricht der Berechnung des Druckabfalls nach GI.(3).

[0088] Auf Basis des ermittelten Druckabfalls aus GI.(3) wird anhand von GI.(1) die tatsächlich
eingespritzte Kraftstoffmasse ermittelt.
[0089] Der Vorgang der Schätzung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmasse anhand der
angegebenen Vorgehensweise wird für mehrere Ansteuerdauern bei einem konstant vorgegebenen
Kraftstoffdruck wiederholt.
[0090] Die geschätzten Kraftstoffmengen werden für jeden Injektor zwischengespeichert, siehe
Fig. 2. Aus diesen Daten werden daraufhin anhand eines Vergleichs mit den Soll-Kraftstoffmengen
die Injektorindividuellen Korrekturwerte
α für die Ansteuerdauer ermittelt.
[0091] Alternativ zu der in Gleichung (3) angegebenen Mittelwertbildung kann auch das Integral
des Druckverlaufabfalls
A bestimmt werden, was im Zeitdiskreten Fall der Summe

und damit der Fläche zwischen den beiden Kurven entspricht, siehe Fig. 5.
[0092] Weiterhin kann auch das das Maximum Δ
pmax des Druckverlaufabfalls ermittelt werden, welches ebenfalls in Fig. 5 dargestellt
ist.
[0093] In den beiden letztgenannten Fällen erfolgt die Charakterisierung des Ist-Zustands
des jeweiligen Injektors nicht anhand der Einspritzmenge, sondern anhand der Hilfsgrößen
A bzw. Δ
pmax durch die die Injektordrift erkannt und über Injektorindividuelle Korrekturwerte
α für die Ansteuerdauer kompensiert wird.
[0094] Die korrigierte Ansteuerdauer entspricht dabei einer Funktion aus der jeweiligen
Ansteuerdauer
TOC und der Injektor-individuellen Korrektur
α. 
[0095] Werden die Injektorindividuelle Korrekturwerte
α wie oben dargestellt für mehrere unterschiedliche Ansteuerdauern der Testeinspritzung
ermittelt, so kann
α eine Funktion der Ansteuerdauer
α(TOC) sein.
[0096] Weiterhin können die die Injektorindividuelle Korrekturwerte
α in mehreren vorgegebenen statischen Betriebspunkten des Motors, insbesondere bei
unterschiedlichen Systemdrücken p ermittelt werden. In diesem Fall stellen sich die
Injektorindividuellen Korrekturwerte
α als ein Kennfeld dar. Alternativ ist eine Bestimmung bei nur einem statischen Betriebspunkt
des Motors, insbesondere bei einem Systemdruck p möglich, wobei die Korrekturwerte
für andere statische Betriebspunkte des Motors, insbesondere andere Systemdrücke p,
aus den so bestimmten Korrekturwerten extrapoliert werden.
[0097] Alternativ können die Korrekturwerte auch genutzt werden, um die in der Steuerung
abgespeicherten injektorindividuellen Kennfelder (11) zur Bestimmung der Ansteuerdauer
TOC aus der gewünschten Einspritzmenge zu korrigieren.
[0098] Die wesentlichen Aspekte der erfindungsgemäßen Steuerung zum Ausgleich von Abweichungen
und Driften in der Einspritzmenge für Direkteinspritzsysteme auf Basis des einspritzbedingten
Druckabfalls in der Kraftstoffzuleitung sollen im folgenden noch einmal unabhängig
von dem oben dargestellten Ausführungsbeispiel dargestellt werden:
- i. Die erfindungsgemäße Steuerung ermittelt in einem fixen Zeitintervall [t1,t2] (Auswertungsintervall) die tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge aus dem Druckabfall
in der Kraftstoffzuleitung.
- ii. Erfindungsgemäß wird eine Testeinspritzung durchgeführt, falls sich das Aggregat
in einem dazu günstigen Betriebspunkt befindet (hierzu kann der Motorlauf überwacht
werden).
- iii. Die Druckverläufe zu M Testeinspritzungen bei konstanter Ansteuerdauer und konstant vorgegebenen Kraftstoffdruck
werden aufgezeichnet und gemittelt.
- iv. Durch den Vergleich mit der Referenzaufzeichnung (M Druckverläufe ohne Testeinspritzung) wird der effektive Druckabfall Δp bestimmt.
- v. Anhand von GI.(1) und (2) wird aus den aufgezeichneten Druckverläufen die tatsächlich
eingespritzte Kraftstoffmasse bestimmt (keine Hilfsgröße sondern die Kraftstoffmasse,
welche direkt interpretiert werden kann).
- vi. Zur Aufzeichnung der Drucksensorsignale ist kein zusätzlicher Sensor d.h. keine
konstruktive Änderung am Einspritzsystem notwendig. Es sind keine zusätzlichen Sensoren,
Drosseln oder Hydrospeicher zur Realisierung der Einspritzmengenschätzung notwendig.
Die Einspritzmenge wird rein aus dem Sensorsignal ermittelt, welches der standardmäßig
verbaute Drucksensor liefert.
- vii. Anhand der ermittelten tatsächlichen Einspritzmengen in verschiedenen Arbeitspunkten
wird eine Injektor-individuelle Ansteuerkorrektur bestimmt, welche für zukünftige
Einspritzungen angewandt wird.
- viii.Die Einspritzmenge wird für jeden der verbauten Injektoren einzeln und unabhängig
voneinander ermittelt.
- ix. Die Einspritzmengenschätzung wird auf Basis einer Testeinspritzung, d.h. einer
Vor- oder Nacheinspritzung durchgeführt und lässt sich im normalen Motorlauf durchführen.
- x. Die erfindungsgemäße Steuerung kann auf einem Motorsteuergerät integriert werden
alternativ zu iv. kann das Integral des Druckverlaufabfalls A bestimmt werden, und/oder das Maximum Δpmax des Druckverlaufabfalls.
- xi. das falls wie in Punkt xi vorgegangen wird, erfolgt die Charakterisierung des
Ist-Zustands des jeweiligen Injektors nicht anhand der Einspritzmenge, sondern anhand
der Hilfsgrößen A bzw. Δpmax durch die die Injektordrift erkannt und kompensiert wird.
[0099] Besonders bevorzugt werden die oben dargestellten wesentlichen Aspekte dabei so verwirklicht,
wie dies eingangs allgemein und oben detaillierter im Ausführungsbeispiel dargestellt
wurde.
1. Steuerung für ein Common-Rail-Einspritzsystem, welches mehrere KraftstoffInjektoren
(I1,I2, ..Ii), eine gemeinsame Kraftstoffzuleitung (1) für die Kraftstoff-Injektoren,
eine Hochdruckpumpe (2) zum Versorgen der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung mit Kraftstoff,
und einen Drucksensor (3) zum Bestimmen des Drucks in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
aufweist,
mit einer Bestimmungseinheit (6), welche Daten des Drucksensors (3) auswertet und
aus dem durch eine Einspritzung bewirkten Druckabfall in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
die während dieser Einspritzung tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge oder einen
hiervon abgeleiteten Wert bestimmt, und mit einer Adaptionseinheit (7), welche die
Ergebnisse der Bestimmungseinheit verwendet, um die Ansteuerung der Kraftstoff-Injektoren
anzupassen, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bestimmungseinheit (6) mindestens eine Testeinspritzung (10) durchführt, anhand
welcher die Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge oder eines hiervon
abgeleiteten Wertes erfolgt.
2. Steuerung nach Anspruch 1, wobei die Bestimmungseinheit (6) ein Referenz-Messsignal
(30) des Drucksensors (3) ohne Testeinspritzung und ein Test-Messsignal (40) des Drucksensors
bei erfolgter Testeinspritzung (10) bestimmt, wobei die Bestimmungseinheit (6) zur
Bestimmung des durch eine Einspritzung (10) bewirkten Druckabfalls vorteilhafterweise
die Differenz aus dem Referenz-Messsignal und dem Test-Messsignal heranzieht.
3. Steuerung nach Anspruch 2, wobei die Bestimmungseinheit (6) das Referenz-Messsignal
(30) und das Test-Messsignal (40) im gleichen Zeitintervall bezüglich des Motor-Zyklus
bestimmt, und/oder wobei die Bestimmungseinheit (6) das Referenz-Messsignal (30) und
das Test-Messsignal (40) unter Einspritzund/oder Motorbetriebsbedingungen bestimmt,
welche bis auf die Testeinspritzung (10) identisch sind.
4. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Bestimmungseinheit (6)
mehrere Testeinspritzungen (10) durchführt und zur Bestimmung der tatsächlich eingespritzten
Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleiteten Wertes ein Mittelwert bildet, wobei
die Bestimmungseinheit (6) die mehreren Testeinspritzungen (10) bevorzugt im gleichen
Zeitintervall bezüglich des Motor-Zyklus und/oder unter identischen Einspritz- und/oder
Motorbetriebsbedingungen vornimmt und/oder mit identischen Ansteuerdauern und/oder
Einspritzmengen des Kraftstoffinjektors, insbesondere mit identischen Ansteuersignalen,
wobei die Bestimmungseinheit (6) weiterhin bevorzugt sowohl das Test-Messsignal (40)
als auch das Referenz-Messsignal (30) mehrmals bestimmt.
5. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Bestimmungseinheit (6)
die mindestens eine Testeinspritzung (10) in einem vorgegebenen Zeitintervall und/oder
mit einer vorgegebenen Ansteuerdauer und/oder Einspritzmenge des Kraftstoffinjektors,
insbesondere mit einem vorgegebenen Ansteuersignal, vornimmt
wobei vorteilhafterweise das vorgegebene Zeitintervall und/oder die vorgegebene Ansteuerdauer
und/oder Einspritzmenge des Kraftstoffinjektors, insbesondere das vorgegebene Ansteuersignal,
unabhängig von der für den normalen Motorbetrieb gewünschten Einspritzzeit und/oder
Einspritzmenge ist.
6. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei es sich bei der Testeinspritzung
(10) um eine vor bzw. nach der Haupteinspritzung (20) erfolgende Vor-Einspritzung
bzw. Nach-Einspritzung handelt.
7. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einer Überwachungseinheit
(9) zur Überwachung des Motorbetriebs, welche so mit der Bestimmungseinheit (6) in
Verbindung steht, dass die Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge
oder eines hiervon abgeleiteten Wertes durch die Bestimmungseinheit in für die Bestimmung
geeigneten Betriebszuständen des Motors durchgeführt wird, insbesondere bei gleichbleibendem
Druck und/oder gleichbleibender Temperatur in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung,
gleichbleibender Drehzahl und/oder gleichbleibender KraftstoffEinspritzmenge für den
normalen Motorbetrieb, wobei die Bestimmung insbesondere über mehrere Motorzyklen
erfolgt, und/oder wobei die Einleitung der Bestimmung der tatsächlich eingespritzten
Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleiteten Wertes durch die Bestimmungseinheit
auf eine Abfrage hin erfolgt, ob die Drehzahl des Motors unterhalb einer bestimmten
Drehzahlschwelle arbeitet, wobei die Bestimmung bevorzugt im Leerlaufbetrieb des Verbrennungsmotors
erfolgt.
8. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Bestimmungseinheit (6)
den durch eine Einspritzung bewirkten Druckabfall anhand mindestens eines innerhalb
eines vorgegebenen Auswertungsintervall (50) liegenden Messwertes eines Test-Messsignals
(40) des Drucksensors (3) bei erfolgter Testeinspritzung (10) bestimmt, wobei das
Auswertungsintervall (50) vorteilhafterweise in Bezug auf den Zeitpunkt der Ansteuerung
des Kraftstoffinjektors für die Testeinspritzung (10) definiert ist, wobei das Auswertungsintervall
(50) vorteilhafterweise nach dem Ende der Ansteuerung des Kraftstoff injektors für
die Testeinspritzung liegt, und/oder wobei das Auswertungsintervall vorteilhafterweise
so gewählt ist, dass es nach der ersten, durch die Testeinspritzung bewirkten gedämpften
Halb- und bevorzugt Vollschwingung des Drucksignals beginnt, wobei bevorzugt mehrere
Messwerte innerhalb des Auswertungsintervalls gemittelt werden, und/oder wobei die
Testeinspritzung zu einem Zeitpunkt erfolgt, welcher nach der ersten, durch die Haupteinspritzung
und/oder den Betrieb der Pumpe bewirkten gedämpften Halb- und bevorzugt Vollschwingung
des Drucksignals liegt.
9. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Bestimmung und Adaption
für jeden Kraftstoff-Injektor (I1, I2, ..Ii) individuell erfolgt.
10. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Bestimmung und Adaption
für mehrere unterschiedliche Betriebspunkte erfolgt, insbesondere für mehrere unterschiedliche
Drücke in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung (1) und/oder für mehrere unterschiedliche
Ansteuerdauern und/oder Einspritzmengen des Kraftstoffinjektors bei der Testeinspritzung
erfolgt, wobei die Einspritzmenge der Testeinspritzungen bevorzugt zwischen 2 mg und
80 mg, weiterhin bevorzugt zwischen 5 mg und 50 mg liegt und/oder wobei die Anzahl
der unterschiedlichen Ansteuerdauern und/oder Einspritzmengen zwischen 2 und 20 liegt,
bevorzugt zwischen 4 und 10.
11. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Bestimmung der tatsächlich
eingespritzten Kraftstoffmenge oder eines hiervon abgeleiteten Wertes durch die Bestimmungseinheit
(6) mit der Ansteuerschaltung der Hochdruckpumpe (2) koordiniert ist, wobei vorteilhafterweise
zwischen dem Beginn einer Testeinspritzung (10) und dem Ende der zugehörigen Messphase
(50) kein Betrieb der Hochdruckpumpe erfolgt, wobei weiterhin bei Bestimmung eines
Referenz-Messsignals (30) des Drucksensors ohne Testeinspritzung vorteilhafterweise
auch während des entsprechenden Referenz-Zeitraums kein Betrieb der Hochdruckpumpe
erfolgt.
12. Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der Betrieb der Hochdruckpumpe
(2) und/oder die Einleitung der Testeinspritzung innerhalb eines Motorzyklus jeweils
zu vorgegebenen Zeitpunkten und/oder Kurbelwellenwinkeln erfolgt, wobei vorteilhafterweise
in einer Betriebsphase, in welcher Testeinspritzungen vorgenommen werden, der Betrieb
der Hochdruckpumpe nach früh oder nach spät verschoben wird, wobei die Testeinspritzung
in dem hierdurch verlängerten Intervall zwischen dem Betrieb der Hochdruckpumpe und
der Haupteinspritzung bzw. in dem verlängerten Intervall zwischen Haupteinspritzung
und dem Betrieb der Hochdruckpumpe erfolgt, und/oder wobei in einer Betriebsphase,
in welcher Testeinspritzungen vorgenommen werden, auf einzelne Haupteinspritzungen
und/oder Betriebsphasen der Hochdruckpumpe verzichtet wird.
13. Common-Rail-Einspritzsystem, welches mehrere Kraftstoff-Injektoren (I1, I2, ..Ii),
eine gemeinsame Kraftstoffzuleitung (1) für die Kraftstoff-Injektoren, eine Hochdruckpumpe
(2) zum Versorgen der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung mit Kraftstoff, und einen Drucksensor
(3) zum Bestimmen des Drucks in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung aufweist, mit
einer Steuerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche.
14. Motor mit einem Common-Rail-Einspritzsystem nach Anspruch 13.
15. Verfahren zur Ansteuerung eines Common-Rail-Einspritzsystems, welches mehrere Kraftstoff-Injektoren
(I1, I2, ..Ii), eine gemeinsame Kraftstoffzuleitung (1) für die Kraftstoff-Injektoren,
eine Hochdruckpumpe (2) zum Versorgen der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung mit Kraftstoff,
und einen Drucksensor (3) zum Bestimmen des Drucks in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung
aufweist, insbesondere unter Verwendung einer Steuerung nach einem der Ansprüche 1
bis 12,
wobei Daten des Drucksensors (3) ausgewertet und aus dem durch eine Einspritzung bewirkten
Druckabfall in der gemeinsamen Kraftstoffzuleitung (1) die während dieser Einspritzung
tatsächlich eingespritzte Kraftstoffmenge oder ein hiervon abgeleiteter Wert bestimmt
wird,
und wobei die Ergebnisse der Auswertung verwendet werden, um die Ansteuerung der Kraftstoff-Injektoren
(I1, I2, ..Ii) anzupassen,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bestimmung der tatsächlich eingespritzten Kraftstoffmenge oder eines hiervon
abgeleiteten Wertes anhand mindestens einer Testeinspritzung (10) erfolgt.