Stand der Technik
[0001] Es sind Start-Stopp-Systeme bekannt, bei denen die Brennkraftmaschine nach einer
bestimmten Strategie aus- und eingeschaltet wird. Bekannt sind ebenfalls Start-Stopp-Systeme
auf Basis von Ritzel-Startern, die zum Start ein Ritzel in einen Anlasserzahnkranz
des Verbrennungsmotors einspuren.
[0002] Bei bisherigen Start-Stopp-Systemen kann das Einspuren des Ritzels in den Zahnkranz
und das Wiederstarten der Brennkraftmaschinen erst nach dem vollständigen Stillstand
der Antriebs- bzw. Kurbelwelle der Brennkraftmaschine erfolgen. Dadurch ergeben sich
in einem Stopp-Fall unter Umständen zeitliche Verzüge und Komfortnachteile. Diese
sollen durch das Einspuren des Starters bzw. dessen Ritzels in den auslaufenden Zahnkranz
der Brennkraftmaschine vermieden oder verkürzt werden. Ein derartiger Ablauf wird
in Fachkreisen auch als "Change of Mind" bezeichnet. Dieser Begriff gibt an, dass
ein Bewußtseinswandel des Fahrers des Fahrzeugs zu einem neuen Fahrwunsch mit erforderlichem
Neustart bzw. Wiederhochlaufen der Brennkraftmaschine verbunden ist.
[0003] Verschiedene Strategien zur Bestromung des Startermotors und zum Einspuren des Starterritzels
sind beispielsweise aus der
DE 10 2008 040 830 A1 bekannt. Diese Strategien setzen jeweils ein Startsystem voraus, bei dem die Funktionen
"Andrehen des Startermotors" und "Einspuren des Starterritzels" unabhängig voneinander
ablaufen können. Aus der
DE 10 2005 021 227 A1 ist ein Einspurvorgang bekannt ist, der ausschließlich nach einem gesicherten Stillstand
der Antriebswelle der Brennkraftmaschine stattfindet. Ein Nulldurchgang findet nicht
mehr statt. Das Einspuren findet somit verhältnismäßig spät statt.
[0004] Nach der Beschreibung der
EP 2 211 051 A1 wird ein Zielpunkt P als eine bestimmte Drehzahl einer Brennkraftmaschine bestimmt,
bei welcher ein Andrehritzel mit einem Zahnkranz einspuren soll. Diese Drehzahl hat
den Wert null und entspricht einem Nulldurchgang. Es wird eine Zeitdauer TP bestimmt,
welche die Drehzahl der Brennkraftmaschine bis zu diesem Zielpunkt P benötigt. Ferner
wird eine Zeitdauer TA bestimmt, welche vom Beginn der Bewegung des Ritzels an benötigt
wird, bis das Ritzel mit dem Einspuren beginnt oder vollständig in den Zahnkranz eingespurt
ist. Basierend auf den Zeitdauern TA und TP wird ein Zeitpunkt tp2 bestimmt, zu welchem
mit der Bewegung des Ritzels begonnen wird, damit das Ritzel in einem Nulldurchgang
der Drehzahl in den Zahnkranz einspurt.
[0005] Die hier nachfolgend beschriebenen Verfahren geben weitere Varianten der Strategie
zum Andrehen des Startermotors und zum Einspuren des Starterritzels in den Anlasserzahnkranz
an. Diese sind mit dem Ziel verbunden, die Vorteile der Funktion "Change of Mind"
auch in der Auspendelphase des Verbrennungsmotors nach dem Abstellen nutzen zu können.
Des Weiteren werden Entscheidungskriterien zum Ausführen einer geeigneten Strategie
für das Einspuren des Starters in den auslaufenden Verbrennungsmotor angegeben, so,
dass für den jeweiligen Anwendungsfall primäre Ziele bestmöglich erfüllt werden. Zu
diesen primären Zielen gehört beispielsweise die sogenannte Wiederstartdauer, Reduzierung
von Schwingungen beim Starten mit dem Fahrzeug, Geräuschreduzierung sowie Erhöhung
der Lebensdauer des Startsystems.
[0006] Für die Auswahl der Einspurstrategie sind grundsätzlich zwei Aspekte zu berücksichtigen:
- Einerseits eine Abstimmung zwischen Schwingungsreduktion beim Abstellen des Motors
und Verbesserung der Lebensdauer bzw. Geräuschreduzierung beim Einspuren, d. h. es
wird entweder bei jedem Auslauf eingespurt bzw. nur dann eingespurt, wenn eine Startanforderung
(Brennkraftmaschine wieder in den Selbstlauf bringen) bereits im Auslauf vorliegt.
- Andererseits ist zu berücksichtigen, dass zwischen der erforderlichen Funktionalität
insbesondere bei separatem Andrehen des Starters eine Abstimmung zur Dauer des Wiederstarts
bei Vorliegen einer Startanforderung im Auslauf vorgenommen wird. Zusätzlich können
verschiedene Strategien entsprechend dem Zeitpunkt der Auslösung der Startanforderung
im Auslauf des Verbrennungsmotors ausgewählt werden. So kann beispielsweise gewählt
werden, ob das Einspuren bei noch positiven verschiedenen Drehzahlen des Verbrennungsmotors
oder bereits beim Rückpendeln erfolgt. Hier erfolgt eine Festlegung des Zeitpunkts
an Hand der Funktionalität des Startsystems.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Einspuren eines Eindrehritzels einer Startvorrichtung
in einen Zahnkranz einer Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs
1 vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche sowie
der nachfolgenden Beschreibung.
Vorteile der Erfindung
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Einspuren eines Eindrehritzels einer Startvorrichtung
in einen Zahnkranz einer Brennkraftmaschine hat den Vorteil, dass durch das Verschieben
des Andrehritzels in einem Verfahrensschritt während des Abschaltauslaufs der Brennkraftmaschine
mittels einer Vorspurkraft in Richtung zum Zahnkranz bis es diesen berührt und danach
in einem weiteren Verfahrensschritt auf das Andrehritzel gezielt eine Einspurkraft
bewirkt wird, um das Andrehritzel in eine Zahnlücke des Zahnkranzes einzuspuren, ein
besonderes schonendes Einspuren des Andrehritzels in den Zahnkranz möglich ist. Während
des Einspurens soll dabei bezüglich der Drehzahl der Antriebswelle der Brennkraftmaschine
ein Nulldurchgang erfolgen.
Ein Einspuren des Andrehritzels in einer solchen Situation ist gemessen an einem Einspuren
nach einem definitiven Stillstand der Antriebswelle früh und somit ist ein schneller
Wiederstart der Brennkraftmaschine möglich. Wird der oder werden die Zeitpunkte, zu
denen sich die Drehzahl Null einstellt, durch eine Vorausberechnung ermittelt, so
kann das Vorschieben des Andrehritzels und das Anlegen bzw. Berühren des Andrehritzels
am Zahnkranz dem Ereignis, zu dem die Antriebswelle die Drehzahl Null hat, unmittelbar
eingestellt werden. Dies bedeutet, dass ein Vorschieben bzw. Anlegen des Andrehritzels
auf das entsprechende Ereignis eingestellt ist und nicht beispielsweise bereits zwei
oder drei NullDurchgänge zuvor stattfindet. Dieses "pünktliche" Anlegen des Andrehritzels
hat den Vorteil, dass eventuelle ungewollte Kollisionen zwischen Zähnen des Andrehritzels
und Zähnen des Zahnkranzes (Ratschen) möglichst verringert und dadurch Verschleiß
minimiert wird. Dementsprechend ist es auch von Vorteil, dass das Erzeugen der Vorspurkraft
vorberechnet wird.
[0009] Gemäß einem weiteren Unteranspruch ist vorgesehen, dass der Verfahrensschritt, in
dem das durch den Startermotor nicht angetriebene Andrehritzel durch einen Vorspuraktuator
mittels einer Vorspurkraft in Richtung zum Zahnkranz vorgeschoben wird, nach dem Abschalten
der Brennkraftmaschine und vor einem ersten oder zweiten Zeitpunkt erfolgt, zu dem
die Antriebswelle der Brennkraftmaschine die Drehzahl Null erreicht. Dies führt zu
dem Vorteil, dass die Kontaktzeit zwischen Andrehritzel und Zahnkranz besonders kurz
ist.
[0010] Gemäß einer nicht beanspruchten Möglichkeit kann der Verfahrensschritt, in dem das
durch den Startermotor nicht angetriebene Andrehritzel durch einen Vorspuraktuator
mittels einer Vorspurkraft in Richtung zum Zahnkranz vorgeschoben wird, erst nachdem
die Antriebswelle eine Winkelbeschleunigung vom Betrag Null erreicht hat erfolgen.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Verfahrensschritt,
wonach auf das Andrehritzel gezielt eine Einspurkraft bewirkt wird, um das Andrehritzel
in eine Verzahnlücke des Zahnkranzes einzuspuren, bei einem jeden Abschalten der Brennkraftmaschine
erfolgt. Dadurch ist potentiell die Situation gegeben, dass eine maximal schnelle
Möglichkeit zum Hochdrehen der Brennkraftmaschine gegeben ist.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass der eben erwähnte
Verfahrensschritt nur dann erfolgt, wenn eine Steuerung der Brennkraftmaschine ein
Startsignal erhält, wonach die Brennkraftmaschine wieder in den motorischen Selbstlauf
zum Antreiben eines Fahrzeugs gebracht werden soll. Dies hat den Vorteil, dass einerseits
Energie eingespart wird, da die Fälle, in denen danach kein weiterer motorischer Selbstlauf
erforderlich ist, nicht stattfinden und andererseits das Getriebe bzw. das Andrehritzel
und der Zahnkranz an dieser Stelle geschont werden (weniger Verschleiß).
Beschreibungen der Zeichnungen
[0013] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft an Hand der Figuren näher erläutert.
Es zeigen
- Fig. 1a bis Fig. 1c
- eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine mit einer Startvorrichtung
in drei verschiedenen Situationen,
- Fig. 2
- zeigt ausschnittsweise einen Zahnkranz mit einem davor angeordneten Andrehritzel,
- Fig. 3
- zeigt in vier Feldern mögliche Drehzahlsituationen zwischen Zahnkranz und Andrehritzel,
- Fig. 4
- zeigt in welchen Drehzahlbereichen der Antriebswelle mit nichtdrehen-dem Andrehritzel
eingespurt werden kann,
- Fig. 5
- zeigt ein weiteres Drehzahldiagramm mit den zeitlichen Zusammenhän-gen bei einem zweiten
Null-Durchgang,
- Fig. 6
- ein weiteres Drehzahldiagramm.
Ausführungsformen der Erfindung
[0014] In Fig. 1a bis Fig. 1c ist eine Brennkraftmaschine 10 dargestellt, die einen Zahnkranz
13 aufweist. Seitlich neben der Brennkraftmaschine 10 befindet sich eine Startvorrichtung
16, die ein Andrehritzel 19 aufweist. Der Zahnkranz 13 der Brennkraftmaschine 10 wird
durch eine Antriebswelle 22 angetrieben. Ein in der Startvorrichtung 16 angeordneter
Startermotor 25 treibt das Andrehritzel 19 an. Ein Vorspuraktuator 28, beispielsweise
als Starterrelais (Hubmagnet mit elektrischer Schaltfunktion) oder nur Hubmagnet ausgeführt,
ist dazu geeignet, das Andrehritzel 19 in Richtung zum Zahnkranz vorzuschieben und
danach in einem weiteren Verfahrensschritt in eine Zahnlücke des Zahnkranzes 13 einzuspuren.
[0015] In Fig. 1a ist die Situation dargestellt, in der die Brennkraftmaschine 10 eine noch
drehende Antriebswelle 22 aufweist, die wie üblich eine variable Drehzahl n aufweist.
Da die Brennkraftmaschine bereits abgeschaltet ist, und sich die Antriebswelle 22
noch dreht, befindet sich diese im sogenannten Auslauf. Die Drehzahl n ändert sich
makroskopisch, d. h. im Mittelwert sinkt die Drehzahl n mehr oder weniger schnell
gegen Null. Dabei werden üblicherweise mehrere relative Minima und Maxima ausgebildet.
Das Andrehritzel 19 ist nicht im Zahnkranz 13 eingespurt. Der Verfahrensschritt S1,
das Abschalten der Brennkraftmaschine 10 ist bereits erfolgt.
[0016] Gemäß Fig. 1b ist dargestellt, wie das durch den Startermotor 25 nicht angetriebene
Andrehritzel 19 durch den Vorspuraktuator 28 mittels einer Vorspurkraft Fv in Richtung
zum Zahnkranz 13 vorgeschoben wird, bis es diesen berührt bzw. an diesem anliegt.
[0017] Gemäß Fig. 1c ist dargestellt, wie gemäß dem weiteren Verfahrensschritt S3 auf das
Andrehritzel 19 gezielt eine Einspurkraft F
E bewirkt wird, um das Andrehritzel 19 in eine Zahnlücke des Zahnkranzes 13 einzuspuren.
[0018] In Fig. 2 ist ausschnittsweise ein Zahnkranz 13 dargestellt. Dieser weist am Umfang
angeordnete Zähne 31 sowie zwischen je zwei Zähnen 31 eine Zahnlücke 34 auf. Dort
im Hintergrund ist ausschnittsweise auch ein Andrehritzel 19 mit einem Zahn 37 dargestellt.
Dieser Zahn 37 ist in die Zahnlücke 34 einzuschieben.
[0019] Demgemäß ist ein Verfahren zum Einspuren eines Andrehritzels 19 einer Startvorrichtung
16 in einen Zahnkranz 13 einer Brennkraftmaschine 10 offenbart, wobei die Brennkraftmaschine
10 eine Antriebswelle 22 und die Startvorrichtung 16 einen Startermotor 25 hat, wobei
die Antriebswelle 22 eine variable Drehzahl n aufweist und in einem Verfahrensschritt
S1 ein Abschalten der Brennkraftmaschine 10 erfolgt und dadurch in einem Verfahrensschritt
S2 das durch den Startermotor 25 nicht drehangetriebene Andrehritzel 19 durch einen
Vorspuraktuator 28 mittels einer Vorspurkraft Fv in Richtung zum Zahnkranz 13 vorgeschoben
wird, bis es diesen berührt bzw. an diesem anliegt und danach in einem weiteren Verfahrensschritt
S3 auf das Andrehritzel 19 gezielt eine Einspurkraft F
E bewirkt, um das Andrehritzel 19 in eine Zahnlücke 34 des Zahnkranzes 13 einzuspuren.
[0020] In der Fig. 3 sind verschiedene mögliche Drehzahlsituationen zwischen Zahnkranz 13
und Andrehritzel 19 dargestellt. Die Mittellinie zeigt eine angenommene Umfangsgeschwindigkeit
V
13 des Zahnkranzes 13 der Brennkraftmaschine 10. Oberhalb dieser Linie wird angezeigt,
dass die Umfangsgeschwindigkeit V
19 des Andrehritzels 19 größer als die Umfangsgeschwindigkeit V
22 des Zahnkranzes 22 ist. Unterhalb dieser Linie wird angezeigt, dass die Umfangsgeschwindigkeit
des Andrehritzels 19 kleiner als die des Zahnkranzes 13 ist. Sowohl unterhalb als
auch oberhalb der Umfangsgeschwindigkeit V
22 ist ein betragsmäßig hier nicht näher angegebener Bereich jeweils oberhalb und unterhalb
der Linie erkennbar. Die Linie V
19V gibt die maximale Umfangsgeschwindigkeit des Andrehritzels 19 an, bei der noch ein
Einspuren des Andrehritzels 19 in den Zahnkranz 13 möglich ist. Die untere Linie V
19R zeigt die kleinere Umfangsgeschwindigkeit des Andrehritzels 19, die ebenfalls noch
ein Einspuren in den Zahnkranz 13 ermöglicht. Geschwindigkeitsverhältnisse, die oberhalb
bzw. unterhalb dieser Linien V
19V bzw. V
19R liegen, machen ein Einspuren nicht möglich. Dies führt zu dem bekannten Phänomen
des Ratschens (einander Abgleiten der Zähne des Zahnkranzes 13 und der Zähne 37 des
Andrehritzels 19).
[0021] In Fig. 4 ist ein Auslauf der Antriebswelle 22 dargestellt. Die damit einhergehenden
Drehzahlschwankungen verlaufen alternierend unter Ausbildung von relativen Minima
und Maxima. Üblicherweise erreicht die Antriebswelle wie in Fig. 4 dargestellt, nach
einigen Kolbenhüben - so es sich um eine Kolbenmaschine handelt - einen ersten Null-Durchgang
bei D
N1, so dass die Antriebswelle 22 einen Moment stehen bleibt und dann ihre Drehrichtung
umdreht, um schließlich ein negatives Drehzahlmaximum (gleich Drehzahlminimun n
min) zu durchlaufen, ab dann dem Betrag nach wieder langsamer zu werden, um einen weiteren
Null-Durchgang D
N2 zu erreichen und wieder die ursprüngliche Drehrichtung einzunehmen, die dem Nulldurchgang
D
N2 folgt. Die Drehzahl n
22 der Antriebswelle nähert sich dann asymptotisch dem Wert Null.
[0022] Das Verfahren verläuft dabei derartig, dass mit dem Abstellen der Brennkraftmaschine
oder kurz danach die Drehzahl der Antriebswelle 22 beobachtet und analysiert wird,
um den Zeitpunkt des ersten Null-Durchgangs D
N1 zu ermitteln. Das "Beobachten" und "Analysieren" entspricht dabei der Ermittlung
einer Prognose, wie sich der Drehzahlverlauf der Antriebswelle 22 über die Zeit t
entwickelt. Ausgehend von diesem Zeitpunkt t
D1 wird erfindungsgemäß zurückgerechnet, wie viel Zeit für das Einspuren benötigt wird
(Zeit t
E), wie viel Zeit für das Anlegen bzw. für dessen Andauer benötigt wird (t
A) und wie viel Zeit tv zum Vorspuren erforderlich ist. Durch dieses Rückrechnen erhält
man einen Zeitpunkt t
1, von dem ausgehend das Vorschieben des Starterritzels bzw. Andrehritzels veranlasst
wird. Ausgehend von diesem Zeitpunkt t
1 wird das Andrehritzel 19 vorgeschoben, ab dem Zeitpunkt t2 an den Zahnkranz 13 während
der Zeitdauer t
A angelegt und danach während der Zeit t
E in den Zahnkranz 13 eingespurt. Während des Anlegens wird ein Differenzdrehwinkel
zwischen Ritzel und Zahnkranz überstrichen, der zumindest einem Zahnabstand entspricht.
Dazu ist es notwendig, dass die Geometrie von Ritzel und Zahnkranz sowie die Ritzeldynamik
(Ritzelmasse, erzeugte Vorschubkraft über den Einspuraktuator und eine Feder) ein
ausreichend großes Drehzahlfenster für den Einspurvorgang sicherstellen. Des Weiteren
müssen die Drehzahlgradienten von Brennkraftmaschine 10 und Starter bzw. Startvorrichtung
16 das Überstreichen des erforderlichen Relativdrehwinkels ermöglichen. Dazu ist ggf.
sicherzustellen, dass die Startvorrichtung das Andrehritzel 19 noch nicht andreht.
[0023] Die Phase "Anlegen" ab dem Zeitpunkt t2 kann bereits dann erfolgen, bevor das Drehzahlfenster
erreicht ist, ein sogenanntes "Frühanlegen". Dabei muss dann sichergestellt sein,
dass das Drehzahlfenster, welches ein Einspuren ermöglicht, erreicht wird. Die punktierte
Linie zeigt einen möglichen Drehzahlanstieg der Antriebswelle 22 an, der nach erfolgreichem
Start ablaufen kann.
[0024] Die Darstellung in Fig. 5 beschäftigt sich mit den zeitlichen Zusammenhängen rund
um den zweiten Null-Durchgang DN2. Auch hier wird zunächst der Zeitpunkt tD2 prognostiziert,
zu dem der Null-Durchgang DN2 erwartet wird. Von diesem Zeitpunkt wird wie bereits
zum ersten Null-Vorgang ein Teil der Einspurdauer, die Anlegezeit und die Vorspurzeit
zurückgerechnet, um erfindungsgemäß den Zeitpunkt t1 zu ermitteln, zu dem das Andrehritzel
19 vorgespurt werden soll. Von t1 ausgehend wird das Andrehritzel 19 vorgespurt, bis
es zum Zeitpunkt t2 am Zahnkranz 13 anliegt für die Dauer tA. Ab t3 beginnt der Einspurvorgang
des Andrehritzels 19 in den Zahnkranz 13. Für diesen Einspurvorgang gelten die gleichen
Bedingungen wie sie bereits für den ersten Null-Vorgang angegeben sind.
[0025] Sofern die Bauart und die Steuerung der Brennkraftmaschine sicherstellen, dass das
Drehzahlfenster für ein zuverlässiges Einspuren nach der zweiten Drehzahlumkehr DN2
nicht mehr überschritten wird, kann im ersten Null-Durchgang und beginnend zu einem
zweiten Null-Durchgang in der Rückpendelphase der Brennkraftmaschine eingespurt werden.
Dies bedeutet, dass das Anlegen des Starterritzels 19 an den Zahnkranz 13 der Brennkraftmaschine
beginnend ab einer bestimmten Zeitdauer für den Vorgang vor dem Erreichen des ersten
Null-Durchgangs erfolgen kann, sofern ein bestimmtes Zeitfenster bei der Ansteuerung
ausgenommen wird, vgl. Fig. 6.
[0026] In Fig. 6 ist dargestellt, wie sich der Zeitraum ergibt, zu dem keine Ansteuerung
des Vorspuraktuators 28 zulässig ist. Geht man vom Zeitpunkt des prognostizierten
ersten Null-Durchgangs tD1 aus und rechnet die Dauer des Anlegens tA zurück, erhält
man den Beginn des Zeitpunkts ab dem ein Ansteuern des Vorspuraktuators 28 nicht mehr
zulässig ist. Das Ende dieses Zeitraums tNZ ergibt sich durch das zulässige Drehzahlfenster
rund um den Null-Durchgang und hier durch die minimal zulässige Drehzahl vor dem zweiten
Null-Durchgang. Ausgehend von diesem Zeitpunkt tf, ist wiederum die Zeit des vorgesehenen
Anlegens des Andrehritzels 19 abzuziehen. Daraus ergibt sich dann die Zeit, in der
der Vorspuraktuator nicht angesteuert werden darf, um ein sicheres Einspuren zu erlangen.
[0027] Ist zusätzlich die Bedingung erfüllt, dass die Drehzahl der Antriebswelle 22 auch
beim Rückpendeln das Drehzahlfenster für ein zuverlässiges Einspuren nicht verlässt,
d. h. der Tiefpunkt der Drehzahlkurve ist oberhalb der unteren Drehzahlgrenze, kann
sogar beginnend mit dem Einspuren im ersten Null-Durchgang in der kompletten Rückpendelphase
der Brennkraftmaschine eingespurt werden.
[0028] Die punktierte Linie zeigt einen möglichen Drehzahlanstieg der Antriebswelle 22 an,
der nach erfolgreichem Start ablaufen kann.
[0029] Gemäß den Beschreibungen zu den Figuren 4 und 5 ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass
ein Einspuren des Andrehritzels 19 zu einem Zeitpunkt t1erfolgt, zu dem die Antriebswelle
22 der Brennkraftmaschine 10 nach dem Abschalten der Brennkraftmaschine 10 eine Drehzahl
n aufweist, die Null ist. Demgemäß ist vorgesehen, dass sich die Drehzahl gleich Null
ein erstes Mal oder danach auftretendes weiteres Mal einstellt. Wie zu den beiden
Null-Durchgängen erwähnt, ist vorgesehen, dass ein Zeitpunkt tD1, tD2, zu dem sich
die Drehzahl n gleich Null einstellt, durch eine Vorausberechnung ermittelt wird.
Es ist demnach auch vorgesehen, dass das Andrehritzel 19 nach der Vorausberechnung
mittels der Vorspurkraft Fv in Richtung zum Zahnkranz 13 vorgeschoben wird. Der Verfahrensschritt
S3 erfolgt nach dem Abschalten der Brennkraftmaschine 10 und vor einem ersten oder
zweiten Zeitpunkt tD1, tD2, zu dem die Antriebswelle 22 der Brennkraftmaschine 10
die Drehzahl n gleich Null erreicht. Gemäß einer nicht beanspruchten Möglichkeit kann
der Verfahrensschritt S3 auch erst erfolgen nachdem die Antriebswelle 22 eine Winkelbeschleunigung
vom Betrag Null erreicht hat. Die Situation, bei der die Antriebswelle 22 die Winkelbeschleunigung
vom Betrag Null hat, ist der Bereich, in dem die Antriebswelle 22 stillsteht. Gemäß
einer Variante des Verfahrens ist vorgesehen, dass der Verfahrensschritt S3, wonach
das Andrehritzel 19 gezielt eine Einspurkraft FE erfährt, bei einem jeden Abschalten
der Brennkraftmaschine 10 erfolgt. Alternativ kann der Schritt S3 auch nur dann erfolgen,
wenn eine Steuerung der Brennkraftmaschine 10 ein Startsignal erhält, wonach die Brennkraftmaschine
wieder in den motorischen Selbstlauf zum Antreiben eines Fahrzeugs gebracht werden
soll.
1. Verfahren zum Einspuren eines Andrehritzels (19) einer Startvorrichtung (16) in einen
Zahnkranz (13) einer Brennkraftmaschine (10), wobei die Brennkraftmaschine (10) eine
Antriebswelle (22) und die Startvorrichtung (16) einem Startermotor (25) hat, wobei
die Antriebswelle (22) eine variable Drehzahl (n) aufweist, und in einem Verfahrensschritt
(S1) ein Abschalten der Brennkraftmaschine (10) erfolgt und danach in einem Verfahrensschritt
(S2) das durch den Startermotor (25) nicht drehangetriebene Andrehritzel (19) durch
einen Vorspuraktuator (28) mittels einer Vorspurkraft (FV) in Richtung zum Zahnkranz
(13) vorgeschoben wird und danach in einem weiteren Verfahrensschritt (S3) auf das
Andrehritzel (19) gezielt eine Einspurkraft (FE) bewirkt wird, um das Andrehritzel
(19) während einer Zeitdauer (tE) in eine Zahnlücke (34) des Zahnkranzes (13) einzuspuren,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Zeitpunkt (tD1, tD2) eines Null-Durchgangs (DN1, DN2) der Drehzahl der Brennkraftmaschine ermittelt wird und ausgehend von diesem Zeitpunkt
(tD1, tD2) zurückgerechnet wird, wie viel Zeit (tE) für ein Einspuren benötigt wird,
wie viel Zeit (tA) für ein Anlegen benötigt wird und wie viel Zeit (tV) für ein Vorspuren
benötigt wird, um einen Zeitpunkt (t1) zu ermitteln,
wobei ausgehend von diesem Zeitpunkt (t1) das Andrehritzel (19) mittels der Vorspurkraft
(FV) in Richtung zum Zahnkranz (13) vorgeschoben wird, bis es diesen berührt, danach
ab einem Zeitpunkt (t2) an den Zahnkranz (13) während einer Zeitdauer (tA) angelegt
wird,
wobei während des Anlegens ein Differenzdrehwinkel zwischen Ritzel und Zahnkranz überstrichen
wird, der zumindest einem Zahnabstand entspricht,
wobei das Einspuren des Andrehritzels (19) zu dem Zeitpunkt (tD1, tD2) erfolgt, zu
dem die Antriebswelle (22) der Brennkraftmaschine (10) nach dem Abschalten der Brennkraftmaschine
(10) eine Drehzahl (n) aufweist, die Null ist und dabei während der Zeitdauer (tE)
des Einspurens bei der Drehzahl (n) der Antriebswelle (22) der Null-Durchgang auftritt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl (n) einen ersten Null-Durchgang (DN1) und danach einen zweiten Null-Durchgang (DN2) erreicht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zeitpunkt (tD1, tD2), zu dem die Drehzahl (n) den ersten Null-Durchgang (DN1) oder den zweiten Null-Durchgang (DN2) erreicht durch eine Vorausberechnung ermittelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrehritzel (19) nach der Vorausberechnung mittels der Vorspurkraft (FV) in
Richtung zum Zahnkranz (13) vorgeschoben wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt (S2) nach dem Abschalten der Brennkraftmaschine (10) und vor
einem ersten oder zweiten Zeitpunkt (tD1, tD2) erfolgt, zu dem die Drehzahl (n) den
ersten Null-Durchgang (DN1) oder den zweiten Null-Durchgang (DN2) erreicht.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt (S3) bei einem jeden Abschalten der Brennkraftmaschine (10)
erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt (S3) nur dann erfolgt, wenn eine Steuerung der Brennkraftmaschine
(10) ein Startsignal erhält, wonach die Brennkraftmaschine (10) wieder in den motorischen
Selbstlauf zum Antreiben eines Fahrzeugs gebracht werden soll.
1. Method for engaging a starter pinion (19) of a starter device (16) in a ring gear
(13) of an internal combustion engine (10), wherein the internal combustion engine
(10) comprises a drive shaft (22) and the starter device (16) comprises a starter
motor (25), wherein the drive shaft (22) has a variable rotational speed (n), and
in a method step (S1) the internal combustion engine (10) is switched off and thereafter
in a method step (S2) the starter pinion (19), which is not rotationally driven by
the starter motor (25), is moved forward by a toe-in actuator (28) by means of a toe-in
force (FV) in the direction of the gear rim (13) and thereafter in a further method
step (S3) an engagement force (FE) is selectively applied to the starter pinion (19),
in order to engage the starter pinion (19) in a tooth gap (34) of the ring gear (13)
during a period of time (tE),
characterized in that
a point of time (tD1, tD2) of a zero crossing (DN1, DN2) of the rotational speed of the internal combustion engine is determined and, on
the basis of this point of time (tD1, tD2), the time (tE) needed for engaging, the
time (tA) needed for laying on and the time (tV) needed for toe-in is calculated back
to determine a point of time (t1),
wherein, starting from this point of time (t1), the starter pinion (19) is moved forward
by means of the toe-in force (FV) in the direction of the ring gear (13) until it
contacts said ring gear (13), then, starting from a point of time (t2), is laid on
to the ring gear (13) during a period of time (tA),
wherein a differential angle of rotation between pinion and ring gear is swept during
lay on, which corresponds to at least one tooth pitch,
wherein the engagement of the starter pinion (19) takes place at the point of time
(tD1, tD2) at which the drive shaft (22) of the internal combustion engine (10) has
a rotational speed (n) which is zero after the internal combustion engine (10) has
been switched off, and the zero crossing occurs at the rotational speed (n) of the
drive shaft (22) during the period of time (tE) of the engagement.
2. Method according to claim 1, characterized in that the rotational speed (n) arrives at a first zero crossing (DN1) and thereafter at a second zero crossing (DN2) .
3. Method according to claim 2, characterized in that a point of time (tD1, tD2) at which the rotational speed (n) arrives at the first
zero crossing (DN1) or at the second zero crossing (DN2) is determined by a precalculation.
4. Method according to claim 3, characterized in that the starter pinion (19) is moved forward in the direction of the ring gear (13) by
means of the toe-in force (FV) after the precalculation.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the method step (S2) is performed after switching off the internal combustion engine
(10) and before a first or second point of time (tD1, tD2) at which the rotational
speed (n) arrives at the first zero crossing (DN1) or the second zero crossing (DN2).
6. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the method step (S3) is performed each time the internal combustion engine (10) is
switched off.
7. Method according to any one of the preceding claims 1 to 5, characterized in that the method step (S3) is only performed when a controller of the internal combustion
engine (10) receives a start signal, after which the internal combustion engine (10)
is to be brought back into the motor automatic mode for driving a vehicle.
1. Procédé d'engrènement d'un pignon de démarrage (19) d'un dispositif de démarrage (16)
dans une couronne dentée (13) d'un moteur à combustion interne (10), dans lequel le
moteur à combustion interne (10) a un arbre d'entraînement (22) et le dispositif de
démarrage (16) a un moteur de démarreur (25), dans lequel l'arbre d'entraînement (22)
a une vitesse de rotation variable (n) et, à une étape de procédé (S1), le moteur
à combustion interne (10) est ensuite arrêté puis, à une étape de procédé (S2), le
pignon de démarrage (19) non entraîné en rotation par le moteur de démarreur (25)
est déplacé en direction de la couronne dentée (13) par un actionneur de pré-engrènement
(28) au moyen d'une force de pré-engrènement (FV) et, à une autre étape de procédé
(S3), une force d'engrènement (FE) est ensuite appliquée sélectivement sur le pignon
de démarrage (19) afin d'engrener le pignon de démarrage (19) pendant une durée (tE)
dans un entredent (34) de la couronne dentée (13), caractérisé en ce que
un instant (tD1, tD2) d'un passage par zéro (DN1, DN2) de la vitesse de rotation du moteur à combustion interne est déterminé, et à partir
de cet instant (tD1, tD2) est effectué un calcul rétroactif de la quantité de temps
(tE) nécessaire pour un engrènement, de la quantité de temps (tA) nécessaire pour
une application, et de la quantité de temps (tV) nécessaire pour un pré-engrènement,
afin de déterminer un instant (t1),
dans lequel, à partir de cet instant (t1), le pignon de démarrage (19) est déplacé
en direction de la couronne dentée (13) au moyen de la force de pré-engrènement (FV)
jusqu'à ce qu'il vienne en contact avec celle-ci et est ensuite appliqué, à partir
d'un instant (t2), contre la couronne dentée (13) pendant une durée (tA),
dans lequel pendant l'application, un angle de rotation différentiel entre le pignon
et la couronne dentée, qui correspond au moins à une distance entre les dents, est
balayé,
dans lequel l'engrènement du pignon de démarrage (19) s'effectue jusqu'à l'instant
(tD1, tD2) où l'arbre d'entraînement (22) du moteur à combustion interne (10) a une
vitesse de rotation (n) nulle après l'arrêt du moteur à combustion interne (10), et
le passage par zéro a lieu pendant la durée (tE) de l'engrènement à la vitesse de
rotation (n) de l'arbre d'entraînement (22).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la vitesse de rotation (n) atteint un premier passage par zéro (DN1) puis un second passage par zéro (DN2) .
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'un instant (tD1, tD2) où la vitesse de rotation (n) atteint le premier passage par
zéro (DN1) ou le second passage par zéro (DN2) est déterminé par un pré-calcul.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que, après le pré-calcul, le pignon de démarrage (19) est déplacé en direction de la
couronne dentée (13) au moyen de la force de pré-engrènement (FV).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'étape de procédé (S2) a lieu après l'arrêt du moteur à combustion interne (10)
et avant un premier ou second instant (tD1, tD2) où la vitesse de rotation (n) atteint
le premier passage par zéro (DN1) ou le second passage par zéro (DN2) .
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'étape de procédé (S3) a lieu à chaque arrêt du moteur à combustion interne (10).
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5 précédentes, caractérisé en ce que l'étape de procédé (S3) a uniquement lieu lorsqu'une commande du moteur à combustion
interne (10) obtient un signal de démarrage, après quoi le moteur à combustion interne
(10) doit être remis en mode moteur autonome pour entraîner un véhicule.