[0001] Die Erfindung betrifft ein Flaschenaufsatzgerät zur Handhabung von Flüssigkeiten.
Bei diesen Geräten geht es um das genaue Abmessen und Fördern von Flüssigkeiten aus
einer Vorratsflasche oder einem anderen Vorratsbehältnis, wobei das genaue Messen
beim Aufnehmen eines Flüssigkeits-Teilvolumens aus der Vorratsflasche o. dgl. in das
Gerät und/oder beim Abgeben eines Flüssigkeits-Teilvolumens aus dem Gerät nach außen
in ein Behältnis erfolgt.
[0002] Flaschenaufsatzgeräte der in Rede stehenden Art sind insbesondere Büretten und Dispenser.
Derartige Flaschenaufsatzgeräte finden in Chemie, Biologie und Pharmazie im Labor
und in der Produktion umfangreich Anwendung.
[0003] Der Begriff "Flüssigkeit" bezeichnet im vorliegenden Zusammenhang Flüssigkeiten wie
sie in der Chemie, Biologie, Pharmazie etc. im Labor und in der Produktion umfangreich
Anwendung finden, insbesondere Flüssigkeiten mit einer relativen Viskosität bis etwa
300 (Viskosität bezogen auf die Viskosität von Wasser bei Normalbedingungen). Es handelt
sich also um den Flüssigkeitsbereich von sehr dünnflüssig bis leicht dickflüssig.
[0004] Eine manuell bedienbare Bürette dient beim Titrieren zur Bestimmung der unbekannten
Menge eines gelösten Stoffes aus dem Verbrauch einer Reagenzflüssigkeit mit bekannter
Konzentration. Um eine zweckmäßige und wirtschaftliche Analysenarbeit zu gewährleisten,
verlangt man von einer Bürette eine schnelle und genaue Abgabe und Anzeige der bestimmten
Flüssigkeitsmenge. Dabei werden hohe Anforderungen an die Präzision der Flüssigkeitsabgabe
sowie an die Bedienersicherheit gestellt (Generalkatalog 600 "Laborgeräte von Brand"
der BRAND GMBH + CO KG 09/01, Nr. 9963 00, "
Bürette Digital III", Seiten 27 bis 34).
[0005] Vergleichbare Anforderungen findet man auch bei Flaschenaufsatzdispensern, insbesondere
bei solchen mit digitaler Anzeige des gewünschten Dosiervolumens (
DE-A-35 16 596; Generalkatalog 600 "Laborgeräte von Brand" der BRAND GMBH + CO KG 09/01, Nr. 9963
00, "
Dispensette", Seiten 9 bis 18).
[0006] Hier und im folgenden wird das Flaschenaufsatzgerät in seiner Betriebsstellung beschrieben,
also in seiner Stellung befestigt auf einer Vorratsflasche und im wesentlichen lotrecht
ausgerichtet.
[0007] Im Ventilblock befindet sich regelmäßig ein Ansaugventil, das Flüssigkelt aus der
Vorratsflasche mittels eines Ansaugrohrs anzusaugen erlaubt Etwa horizontal vom Ventilblock
ab erstreckt sich eine Ausstoßleitung mit einem darin befindlichen Ausstoßventil.
Da die Ausstoßleitung etwa horizontal vom Ventilblock abragt und häufig noch ein zusätzliches
Umschaltventil trägt, ist dies die Seite, von der aus eine Bedienungsperson mit dem
Flaschenaufsatzgerät arbeitet. Diese Seite bezeichnen wir nachfolgend also als "Vorderseite"
oder als "vorne". Die gegenüberliegende Seite ist die "Rückseite" bzw. "hinten". Bei
einem Flaschenaufsatzgerät befindet sich eine Anzeige mit entsprechenden Bedienungselementen
regelmäßig vorne.
[0008] Ein bekanntes Flaschenaufsatzgerät zur Handhabung von Flüssigkeiten (siehe den Generalkatalog
600 "Bürette Digital III", wie oben angegeben) zeichnet sich dadurch aus, dass die
Zylinder-Kolben-Anordnung durch ein oben geschlossenes Außengehäuse von oben überfasst
wird. Dieses Außengehäuse fährt gemeinsam mit der Kolbenstange gegenüber dem Zylinder
nach oben. Um dies zu bewerkstelligen, befindet sich am Zylinder eine vertikal verlaufende
Zahnstange, mit der ein Ritzel auf einer Antriebswelle, die im Außengehäuse gelagert
ist, kämmt. Der Kolbenantrieb dieses Flaschenaufsatzgerätes ist für manuelle Betätigung
ausgeführt und daher trägt die Antriebswelle dort an beiden Enden außerhalb des Außengehäuses
jeweils einen Handbetätigungsknauf.
[0009] Vorteilhaft ist bei diesem Flaschenaufsatzgerät, dass eben das Außengehäuse um die
Zylinder-Kolben-Anordnung geschlossen ist. Das wird aber mit der Bewegung des gesamten
Außengehäuses mit allen darin angeordneten Baugruppen erkauft. Insbesondere in der
ganz nach oben gefahrenen Stellung des Außengehäuses hat eine solche Anordnung aus
Flaschenaufsatzgerät und Vorratsflasche eine beachtliche Kippneigung.
[0011] Eine andere Lösung findet sich bei einem Flaschenaufsatzgerät in Form einer Kolbenbürette
mit Digitalanzeige, bei dem sich ein den Kolbenantrieb, die Anzeige, eine Sensoranordnung
und eine Steuerelektronik aufnehmendes Gehäuse in fester, nicht veränderlicher Relativlage
zum Ventilblock befindet (
DE-C-35 01 909). Von diesem Flaschenaufsatzgerät geht die Lehre der Erfindung aus Hier ist das Außengehäuse
nicht geschlossen, sondern die Kolbenstange durchsetzt das Gehäuse von unten nach
oben bereits in der tiefsten Stellung des Kolbens im Zylinder. Beim Hochfahren des
Kolbens fährt die Kolbenstange oben aus dem Gehäuse heraus. Durch einen nach oben
angeschlossenen Faltenbalg wird dabei der Eintritt von Schmutz und Staub über die
Durchtrittsöffnung für die Kolbenstange in das Gehäuse verhindert.
[0012] Bei dem zuvor erläuterten Flaschenaufsatzgerät ist die Kippneigung etwas geringer
als bei dem zuvor beschriebenen Flaschenaufsatzgerät, da das Außengehäuse sich nicht
insgesamt gegenüber dem Ventilblock verlagert. Das wird aber mit dem oben offenen
Außengehäuse erkauft.
[0013] Bei allen Flaschenaufsatzgeräten der in Rede stehenden Art befinden sich Betätigungstasten
an der Vorderseite des Außengehäuses. Eine Betätigung der Betätigungstasten erfordert
dabei ein Gegenhalten des Außengehäuses, jedenfalls wenn man ein Kippen der Anordnung
aus Flaschenaufsatzgerät und Vorratsflasche sicher verhindern will. Insbesondere bei
Vorratsflaschen kleinen Volumens ist das wichtig.
[0014] Für die Genauigkeit eines Flaschenaufsatzgerätes der in Rede stehenden Art sind viele
Einflüsse der Konstruktion und der Handhabung von Bedeutung. Unter anderem bedeutsam
ist der Stick-Slip-Effekt, also das Überwinden der Haftreibung des Kolbens im Zylinder
im Übergang zur Gleitreibung bei der Verstellung. Hier spielen viele konstruktive
Faktoren des Flaschenaufsatzgerätes hinein. Bedienerfreundlichkeit und Bedienersicherheit
sind dabei wesentliche Randbedingungen.
[0015] Für Bedienerfreundlichkeit und Bedienersicherheit sind die zuvor erläuterten konstruktiven
Besonderheiten der bekannten Flaschenaufsatzgeräte relevant. Für Genauigkeit und Bedienersicherheit
sind ferner die Randbedingungen zu berücksichtigen, unter denen Flaschenaufsatrgeräte
der in Rede stehenden Art häufig eingesetzt werden.
[0016] Bei einer sehr hohen Auflösung der Messwerterfassung, die beispielsweise aufgrund
einer besonders zweckmäßigen mechanischen Konstruktion eines Gerätes der in Rede stehenden
Art erreichbar ist, gewinnen Effekte einen Einfluss auf die Messergebnisse, die bislang
unberücksichtigt geblieben sind. Insbesondere kommt es auf das Spiel der Kolbenstange
im Kolbenantrieb an. Das seitliche Spiel im Kolbenantrieb erlaubt seitliche Neigungen
der Kolbenstange gegenüber dem Kolben, die bei einer hohen Auflösung das Messergebnis
verfälschen können.
[0017] Der Lehre der vorliegenden Erfindung liegt insoweit das Problem zugrunde, die Messgenauigkeit
bei einem solchen Flaschenaufsatzgerät zu erhöhen.
[0018] Die zuvor aufgezeigte Problemstellung ist bei einem Flaschenaufsatzgerät mit den
Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
von Anspruch 1 gelöst.
[0019] Entscheidend ist, dass bei einer optischen Messung die dem Sensor zugewandte Oberfläche
des optisch wirksamen Messstreifens eine Ebene bildet, die nächstmöglich an oder auf
der Längsmittelachse der Kolbenstange liegt. Bei einem auf einer Magnetfeldmessung
basierenden Messsystem gilt entsprechend, dass der das Magnetfeld des Messstreifens
erfassende Sensor nächstmöglich an oder auf der Längsmittelachse der Kolbenstange
liegt, also positioniert ist. Bei einer kapazitiven Messung sollte die Längsmittelachse
der Kolbenstange bei in Sollstellung befindlicher Kolbenstange zwischen der dem Sensor
zugewandten Oberfläche des Messstreifens und dem Sensor selbst liegen.
[0020] Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen dieser Lehre sind Gegenstand der Ansprüche
2 und 3.
[0021] Grundsätzlich ist es möglich, dass der Messstreifen und die Sensoranordnung ihre
Position tauschen. Dann ist der Messstreifen ortsfest angeordnet und die Sensoranordnung
ist an der Kolbenstange bzw. dem damit in fester Relativlage verbundenen Bauteil angebracht.
Alle Bezüge ändern sich dann entsprechend.
[0022] Weitere Unteransprüche betreffen die Art der Befestigung des Messstreifens an der
Kolbenstange.
[0023] Wie bereits angesprochen worden ist, ist es vorteilhaft, das Flaschenaufsatzgerät
weitgehend chemikalienbeständig auszuführen. Allerdings geht es dabei nicht nur um
die mit der Flüssigkeit in Berührung kommenden Flächen. Tatsächlich ergeben sich aus
ätzenden oder anderweit schädigenden Flüssigkeiten ja auch entsprechende Dämpfe, die
im Innenraum des Außengehäuses des erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerätes für Probleme
sorgen können.
[0024] Bei dem zuvor genannten Flaschenaufsatzgerät mit einem Faltenbalg ist besonders problematisch,
dass die von der Benetzung der Innenwand des Zylinders ausgehenden Dämpfe nicht entweichen
können. Der die Kolbenstange umschließende Raum wird im Ansaugvorgang durch den Kolben
verdrängt. Diese Atmosphäre entweicht dabei an dem Sensorsystem vorbei und belegt
es. Die permanente Einwirkung dieser Dämpfe auf derartige Bauteile in einem geschlossenen
und unbetätigten Gehäuse führt schnell zu erheblichen Funktionsstörungen.
[0025] Der Lehre der vorliegenden Erfindung liegt als weiteres Problem zugrunde, ein Flaschenaufsatzgerät
zur Handhabung von Flüssigkeiten anzugeben, das eine besonders hohe Bedienerfreundlichkeit
und Bedienersicherheit erreicht.
[0026] Die vorliegende Erfindung löst das zuvor aufgezeigte Problem mit einem Flaschenaufsatzgerät
mit den Merkmalen von Anspruch 12.
[0027] Die Lösung des Anspruchs 12 hat eine Verlagerung mindestens einer Betätigungstaste
von der Anzeige an der Vorderseite des Außengehäuses auf dessen Oberseite zum Gegenstand.
Es können je nach Platz und Anforderungen aber auch zwei oder sogar mehrere Betätigungstasten
auf der Oberseite des Außengehäuses angeordnet sein.
[0028] Voraussetzungsgemäß ist das Außengehäuse oberseitig geschlossen und umfasst die Zylinder-Kolben-Anordnung
von oben. Die Lösung macht sich diesen an sich seit Jahrzehnten bekannten Sachverhalt
zu Nutze für eine optimierte Betätigungsmöglichkeit des Flaschenaufsatzgerätes. Eine
Betätigungstaste, die beim Arbeiten mit dem Flaschenaufsatzgerät häufig genutzt wird,
kann hier durch Druck von oben betätigt werden. Dadurch ist eine schnelle und fehlerfreie
Betätigung möglich, ohne dass auf das Flaschenaufsatzgerät und die darunter befindliche
Vorratsflasche ein ernsthaftes Kippmoment ausgeübt wird. Anders als bei den an der
Vorderseite des Außengehäuses angeordneten Betätigungstasten ist somit kein Gegenhalten
des Außengehäuses erforderlich.
[0029] Bevorzugt kann die auf der Oberseite des Außengehäuses angeordnete Betätigungstaste
eine einzige, großflächige, randseitig das Außengehäuse überfassende Taste sein.
[0030] Ferner kann man vorsehen, dass im Außengehäuse, und zwar insbesondere in einem im
Außengehäuse vorgesehenen Aufnahmefach für elektronische Einrichtungen, insbesondere
für eine bestückte Schaltungsplatine, unter der Betätigungstaste eine Platine angeordnet
ist, die einen Drucktaster trägt, der von der Betätigungstaste betätigt wird. Bevorzugt
sitzt die Platine dann in einer Einschubfassung des Aufnahmefaches. Die Platine kann
mit der Schaltungsplatine über ein Filmscharnier verbunden sein, das vorzugsweise
von einer Schaltungs-Folienbahn gebildet ist.
[0031] Unter Berücksichtigung der weiter oben erläuterten ätzenden oder anderweit schädigenden
Dämpfe empfiehlt es sich ferner gemäß der Alternative in Anspruch 12, dass das Außengehäuse
mit Belüftungsöffnungen versehen ist, die zur Erzielung von Konvektion sowohl mittig
und/oder unten als auch oben am Außengehäuse angeordnet sind.
[0032] In Verbindung mit der Betätigungstaste kann man oben liegende Belüftungsöffnungen
bevorzugt unter der Betätigungstaste versteckt anordnen.
[0033] Bei dem beanspruchten Flaschenaufsatzgerät ist es weiterhin zweckmäßig, dass der
Kolbenantrieb für manuelle Betätigung ausgeführt ist und eine Antriebswelle aufweist,
die an einem Ende oder an jedem Ende außerhalb des Außengehäuses einen Handbetätigungsknauf
trägt und dass mittige Belüftungsöffnungen verdeckt unter dem Handbetätigungsknauf
oder den Handbetätigungsknaufen angeordnet sind.
[0034] Ferner ist es eine interessante Variante, dass untere Belüftungsöffnungen randseitig
nahe am Ventilblock unter mindestens einer Schutzkappe angeordnet sind.
[0035] Die erfindungsgemäßen Lösungen, die insbesondere die Bedienersicherheit erhöhen,
sind im Grundsatz bei beiden zuvor behandelten Typen von Flaschenaufsatzgeräten, also
mit einem mitfahrenden Außengehäuse und mit einem fest am Ventilblock angeordneten
Außengehäuse einsetzbar. Der Begriff "fest" meint in diesem Zusammenhang, dass das
Außengehäuse bei dieser Variante nicht relativ zum Ventilblock verfahren wird, wenn
der Kolben der Zylinder-Kolben-Anordnung verfahren wird. Dieses Außengehäuse kann
aber sehr wohl vom Ventilblock lösbar sein, um Reparaturen oder eine Reinigung oder
Sterilisierung des Zylinders und/oder des Kolbens oder anderer Baugruppen durchzuführen.
[0036] Durch die Betätigung von oben auf das Außengehäuse wird keine Flüssigkeit abgegeben.
Zum einen verfährt das Außengehäuse nicht, wenn eine senkrecht von oben darauf wirkende
Kraft eingeleitet wird. Zum anderen kann auch keine abragende Kolbenstange angetrieben
werden.
[0037] Grundsätzlich sind die zuvor erläuterten Maßnahmen bei einem Flaschenaufsatzgerät
mit einem motorischen Antrieb des Kolbens mit Vorteil zu verwirklichen. Dort treten
allerdings jedenfalls der Kippneigung normalerweise weniger auf als bei einem manuell
betätigten Flaschenaufsatzgerät. Deshalb sind beide Varianten der vorliegenden Erfindung
von besonderem Vorteil bei einem für manuelle Betätigung ausgeführten Flaschenaufsatzgerät.
[0038] Allen zuvor erläuterten Geräten zur messenden Handhabung von kleinen Flüssigkeitsmengen
auf dem Gebiet der Chemie, Biologie, Pharmazie etc. im Labor, Versuch und Produktion
ist gemeinsam, dass sie eine Zylinder-Kolben-Anordnung zum präzisen Aufnehmen und
Abgeben von Flüssigkeits-Teilvolumina haben. In einem Zylinder läuft ein abgedichteter
Kolben, von dem eine Kolbenstange nach oben aus dem Zylinder herausgeführt ist. Die
Bewegung der Kolbenstange wird genutzt, um den Weg des Kolbens genau zu ermitteln.
[0039] Bei einer Direktmessung an der Kolbenstange befindet sich ein Wegmessstreifen direkt
an der Kolbenstange, der sich axial in Richtung der Kolbenstange erstreckt (
DE-C-35 01 909). Fährt ein Gehäuse mit der Kolbenstange gemeinsam gegenüber dem Zylinder nach oben,
so positioniert man den Wegmessstreifen zweckmäßigerweise an dem Gehäuse bzw. an einem
anderen mit der Kolbenstange in fester Relativlage verbundenen Bauteil. Es ist allerdings
auch möglich, die Anordnung genau umgekehrt vorzusehen, also den Wegmessstreifen einem
ortsfesten Bauteil zuzuordnen, wenn man eine entsprechende Sensoranordnung dann dem
sich bewegenden Gehäuse zuordnet.
[0040] Allen zuvor erläuterten Geräten ist ferner gemeinsam, dass kleine und kleinste Flüssigkeitsmengen
präzise bestimmt werden müssen. Bei dem Stand der Technik aus der
DE-C-35 01 909, von dem die Erfindung ausgeht, ist bereits eine hochpräzise Messanordnung mit Wegmessstreifen
und Sensoranordnung vorgesehen, bei der das Spiel von ansonsten notwendigen Untersetzungsgetrieben
eines Messsystems klassischer Technik eliminiert ist (
DE-A-101 06 463). Durch die unmittelbare Anordnung des Wegmessstreifens bei dieser Kolbenbürette
an der Kolbenstange und die unmittelbare Ablesung dort mittels des Sensors der Sensoranordnung
wird eine wesentliche Fehlerquelle eliminiert.
[0041] Bei diesem Gerät wird zunächst vorgeschlagen, dass der Messstreifen ein optischer
Maßstab und die Sensoranordnung ein Auflichtsystem ist. Als Alternative wird vorgeschlagen,
dass der Messstreifen Teil eines kapazitiven Systems ist, zu dem auch der Sensor gehört.
Einander gegenüberstehende Elektroden sind dabei so angeordnet, dass zwei Paare von
Messkapazitäten zur Messung der Relativbewegung zwischen dem Messstreifen und dem
Sensor gebildet sind.
[0042] Als dritte Variante wird bei diesem Gerät vorgeschlagen, dass die Kolbenstange einen
Magnetstreifen trägt. Benachbart zur Kolbenstange ist dort ortsfest im Gehäuse ein
Lesekopf vorgesehen, der auf den Magnet-Messstreifen ausgerichtet und von diesem durch
einen Spalt getrennt ist. Eine elektronische Steuerschaltung ist mit dem Lesekopf
gekoppelt, der die Messinformationen auf dem Magnet-Messstreifen abliest und entsprechende
Impulse in die Steuerschaltung einspeist. Diese setzt die Impulse um und steuert eine
Digitalanzeige an, die ihrerseits auf Basis der Relativbewegung zwischen Kolben und
Zylinder das abgegebene Flüssigkeitsvolumen anzeigt.
[0043] Bei der o.g. direkten Anordnung des Wegmessstreifens an der Kolbenstange wie sie
in
DE-C-35 01 909 beschrieben ist wird auch der Messstreifen in den Zylinder hineingefahren. Die Zylinderinnenwand
ist in diesem Bereich mit der zu dosierenden Flüssigkeit benetzt. Der Innenraum ist
durch Abdichtmaßnahmen gekapselt, so dass auch die Sensoranordnung entstehenden Dämpfen
unter Umständen intensiv ausgesetzt ist.
[0044] Verwendet man abschnittsweise magnetisierte Wegmessstreifen, so kann man eine inkrementale
Positionsbestimmung auch einer Kolbenstange und damit des Kolbens im Zylinder realisieren.
[0045] Für die Auswertung und die entsprechende Software bei einer inkrementalen Positionsbestimmung
ist es bekannt, die vom Sensor gelieferten periodischen, phasenversetzten Analogsignale
(sin; cos) der Auswerteschaltung zuzuführen und einer Interpolation nach Maßgabe einer
Interpolationstabelle zu unterwerfen. Die periodischen Analogsignale werden in der
Auswerteschaltung digitalisiert und die Digitalwerte werden zwecks Zuordnung zur Interpolationstabelle
normiert. Dafür benötigt man vergleichsweise schnelle, stromintensive und relativ
teure Analog/DigitalWandler etc. (
DE-C-3417 016).
[0046] Da die Abschnittszahl des Wegmessstreifens aus mechanischen Gründen begrenzt ist
(typischerweise ist ein Abschnitt etwa 1 mm lang), kann man eine erheblich höhere
Auflösung der Messwerte nur dadurch erreichen, dass die analogen sinusförmigen (und
kosinusförmigen) Signale direkt ausgewertet werden, anstatt lediglich deren Nulldurchgänge
zu verwenden. Man hat ein sinusförmiges Signal und ein kosinusförmiges Signal, weil
man normalerweise mit zwei magnetfeldempfindlichen Gebern arbeitet, die bezüglich
der Teilung des Wegmessstreifens so versetzt sind, dass sie zwei um eine viertel Periode
gegeneinander versetzte Signale abgeben.
[0047] Für die zuvor dargestellten Geräte zur messenden Handhabung von kleinen Flüssigkeitsmengen
ist der Stromverbrauch ein wesentliches Kriterium, wobei die heute marktüblichen Geräte
mit einer Batterie über mehrere Jahre auskommen (Generalkatalog der Anmelderin, aaO,
Seite 31, "Bürette Digital III").
[0048] Zuvor bekannte Sensoranordnungen und deren zugeordnete Auswerteschaltungen haben
im Betrieb bei einer Interpolationsrate zwischen 200 und 1000 einen Stromverbrauch
von weit über 5 mA bis etwa 25 mA. Das erfordert wesentlich leistungsstärkere Batterien
oder Akkus, als heute üblich, die in solch einer Schaltung nur wenige Betriebsstunden
halten würden.
[0049] Als weitere eigenständige Problemstellung für das erfindungsgemäße Flaschenaufsatzgerät
kann eine Optimierung der Wegmessung und deren Auswertung gelten.
[0050] Nach der Lehre von Anspruch 13 ist das zuvor aufgezeigte Problem der Optimierung
des Messsystems bei Geräten der in Rede stehenden Art dadurch gelöst, dass die Sensoranordnung
in einer zum Messstreifen hin vollständig geschlossenen Aufnahmetasche angeordnet
ist. Die Sensoranordnung kann in der Aufnahmetasche gegebenenfalls rückwärtig mit
Vergussmasse vergossen sein, um eine optimale Schutzwirkung für die Sensoranordnung
zu gewährleisten. Dies funktioniert natürlich nur mit einem entsprechend dazu passenden
Messstreifen.
[0051] Bei einer nicht-optischen, insbesondere einer magnetfeldempfindlichen Sensoranordnung
geht es um einen entsprechend magnetisierten Messstreifen. Bei einer optischen Sensoranordnung
verwendet man einen optischen Maßstab.
[0052] Das Gasvolumen im die Kolbenstange umgebenden Innenraum, das beim Aufsaugen verdrängt
wird, strömt nun nur an der durch die Aufnahmetasche geschützten Sensoranordnung vorbei.
Es kann den Sensor nicht mehr als Kondensat belegen und seine Funktion beeinträchtigen.
[0053] Eine zweckmäßige Alternative hat einen Wandabschnitt der Aufnahmetasche, der als
Folie ausgeführt ist. Diese Folie sollte extrem dünn sein und eine geringe Permeabilität
für die auftretenden Gase aufweisen. Eine solch dünne Folie kann sogar aus transparentem
Material bestehen, so dass der Sensor der Sensoranordnung optisch arbeiten kann.
[0054] Nach bevorzugter Lehre ist in diesem Zusammenhang vorgesehen, dass die Aufnahmetasche
mit Langlochverbindungen versehen ist, die eine exakte Ausrichtung der Aufnahmetasche
auf den Messstreifen bei Einbau in das Gerät erlauben.
[0055] Nach einer weiteren, besonders bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der
Sensor in der Aufnahmetasche an deren dem Messstreifen zugewandten Seite hinter einem
dünnschichtigen Wandabschnitts der Aufnahmetasche angeordnet ist. Der Sensor ist so
nahe wie möglich an den Messstreifen herangebracht worden, ohne diesen tatsächlich
zu berühren, und unter Beibehaltung einer gasdichten Abschottung der Sensoranordnung
zum Innenraum des Gerätes hin.
[0056] Besonders bevorzugt besteht die Aufnahmetasche aus einem chemikalienbeständigen Kunststoff,
insbesondere aus PEEK.
[0057] Der Sensor der Sensoranordnung sitzt zweckmäßigerweise auf einer in der Aufnahmetasche
in einer Einschubführung eingeschobenen Platine, und zwar an deren vorderen Rand (siehe
hier die obigen Erläuterungen zur Aufnahmetasche).
[0058] Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 8 ist das zuvor angesprochene Problem dadurch
gelöst, dass der Sensor als magnetoresistives Sensorsystem, insbesondere auf Basis
des AMR-Effekts, ausgeführt ist und dass die Auswerteschaltung einen weitgehend hochintegrierten,
kostengünstigen Mixed-Signal-Controller aufweist, der die umgesetzten analogen Sensorsignale
direkt über eine Interpolationssoftware auswertet.
[0059] Mixed-Signal-Controller sind Microcontroller, die verschiedene elektronische Verarbeitungsfunktionen,
eben auch geeignet zur Auswertung der Sensorsignale über eine Interpolationssoftware,
mit den Funktionen eines A/D-Wandlers verbinden. Damit ersetzt ein Mixed-Signal-Microcontroller
eine dreistufige Anordnung aus A/D-Wandler, Verarbeitungsstufe mit Verarbeitungssoftware
und Ausgangsstufe. Ein solcher Mixed-Signal-Microcontroller ist auf dem Signalniveau
von AMR-Sensoren regelmäßig weit kostengünstiger einzusetzen als eine dreistufige
Anordnung. Microcontroller werden von verschiedenen Anbietern mit verschiedenen Leistungsspektren
angeboten (siehe z. B. das
Datenblatt "MSP 430 x 33 x MIXED SIGNAL MICROCONTROLLERS", Februar 1998, Texas Instruments). Mit einem Mixed-Signal-Microcontoller schafft man nicht nur eine einfache Lösung
für die Signalverarbeitung, sondern insbesondere einen sehr geringen Stromverbrauch
sowohl während des Betriebs als auch im Ruhezustand. (Für detaillierte Informationen
wird auf einschlägige Datenblätter, insbesondere das zuvor genannte Datenblatt verwiesen.)
[0060] Mixed-Signal-Controller können in verschiedenen Versionen realisiert werden, beispielsweise
auch als PSoC (Programmable System on a Chip), als DSP (Digital Signal Processor)
oder als FPGA (Field Programmable Gate Array). Letzteres hat einen rein digitalen
Eingangswandler, so dass ein diskret vorgeschalteter A/D-Wandler die Gesamtanordnung
zu einem Mixed-Signal-Controller der beschriebenen Art werden lässt.
[0061] Nach Anspruch 10 ist es von besonderem Vorteil, wenn die Auswertung mittels der Auswerteschaltung
mit einem EIN/AUS-Tastverhältnis von etwa 0,1 bis etwa 0,02, vorzugsweise zwischen
etwa 0,05 und etwa 0,03 erfolgt, insbesondere mit einer EIN-Zeit von etwa 0,6 ms bis
etwa 0,1 ms, insbesondere zwischen etwa 0,3 ms und etwa 0,15 ms. Weiter erscheint
es besonders vorteilhaft, dass die Interpolationssoftware mit einer Interpolationsrate
zwischen 200 und 1.000, insbesondere zwischen etwa 400 und etwa 600, vorzugsweise
von etwa 500 arbeitet
[0062] Durch die Nutzung eines entsprechenden Tastverhältnisses ist es möglich, den Stromverbrauch
des erfindungsgemäßen Messsystems auf weniger als ein Zehntel des Stromverbrauchs
der Interpolations-IC's des Standes der Technik zu reduzieren, nämlich bis auf unter
200 µA im Betrieb.
[0063] Insgesamt kann man mit den zuvor erläuterten, erfindungsgemäßen Maßnahmen das auf
einer Magnetfeldmessung basierende Messsystem bei einem Gerät der in Rede stehenden
Art deutlich optimieren.
[0064] Bei dem erfindungsgemäßen Gerät kann ein Aufbau realisiert werden, der eine sichere
Bedienung und gleichzeitig eine einfache Handhabung gewährleistet. Der Stromverbrauch
des Messsystems ist gering und die Kosten der Herstellung sind ebenfalls geringer
als bei klassischen Flaschenaufsatzgeräten.
[0065] Für alle Varianten des erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerätes gilt eine besonders
bevorzugte Auswahl für den Hubquotienten, der im Anspruch 14 beschrieben ist.
[0066] Schließlich ist das vorliegende Flaschenaufsatzgerät besonders bevorzugt eine Bürette,
also als Bürette ausgeführt.
[0067] Im Folgenden wird nun die Erfindung anhand einer lediglich besonders bevorzugte und
nicht beschränkende Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Flaschenaufsatzgerätes in Form einer digitalen
Bürette auf einer Vorratsflasche,
- Fig. 2
- das Flaschenaufsatzgerät aus Fig. 1 in einem Vertikalschnitt von vom nach hinten ohne
Vorratsflasche,
- Fig. 3
- im Schnitt, in vergrößerter Darstellung, Ventilblock und Rahmen mit Einbauten des
Flaschenaufsatzgerätes gemäß Fig. 2, mit derselben Schnittlage wie Fig. 2,
- Fig. 4
- die in Fig. 3 dargestellten Teile in einem Vertikalschnitt mit gegenüber Fig. 3 um
90° versetzter Schnittlage,
- Fig. 5
- das Flaschenaufsatzgerät aus Fig. 1 von hinten gesehen, die hintere Gehäuseschale
abgenommen und die Deckel der Batteriefächer ebenfalls abgenommen,
- Fig. 6
- in vergrößerter Darstellung, jedoch in der gleichen Ausrichtung wie in Fig. 2, die
Sensoranordnung in der Aufnahmetasche,
- Fig. 7
- die Aufnahmetasche mit darin befindlicher Sensoranordnung in einer perspektivischen
Ansicht schräg von hinten,
- Fig. 8
- ein Prinzipschaltbild eines AMR-Sensors, der als magnetoresistiver Sensor im erfindungsgemäßen
Messsystem eingesetzt werden kann,
- Fig. 9
- eine Auswerteschaltung für einen solchen AMR-Sensor,
- Fig. 10
- ein Diagramm, das die Tastung bei dem bevorzugten erfindungsgemäßen Messsystem beispielhaft
zeigt,
- Fig. 11a
- ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Zylinder-Kolben-Anordnung mit einer erfindungsgemäßen
Messwerterfassung für eine magnetoresistive Messung mit in Sollstellung befindlicher
Kolbenstange,
- Fig. 11b
- das System aus Fig. 11a, jetzt die Kolbenstange gegenüber der Sollstellung spielbedingt
ausgelenkt,
- Fig. 12
- in vergrößerter Darstellung in Fig. 3 ähnlicher Ausrichtung einen Kolben mit Kolbenstange
mit einem Messstreifen in besonders zweckmäßiger Anordnung.
[0068] Fig. 1 zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerätes
zur Handhabung von Flüssigkeiten, hier in Form einer Bürette.
[0069] Generell darf für Flaschenaufsatzgeräte zur Handhabung von Flüssigkeiten, sog. "Liquid
Handling-Geräte" auf den Generalkatalog der Anmelderin "600 Generalkatalog - Laborgeräte
von BRAND" 09/01, Seiten 9 bis 34 verwiesen werden. Dort werden Flaschenaufsatzdispenser
und Büretten in Konstruktion und Anwendung erläutert.
[0071] Für das Flaschenaufsatzgerät, das nachfolgend beschrieben wird, gelten die Definitionen
von oben und unten sowie von vorne und hinten, die einleitend in der Beschreibung
vorgegeben worden sind. Das Flaschenaufsatzgerät wird stets in der in Fig. 1 dargestellten
Position auf einer Vorratsflasche erläutert, auch wenn es nicht in dieser Position
dargestellt ist.
[0072] Das in Fig. 1 dargestellte Flaschenaufsatzgerät befindet sich im Betrieb auf einer
Vorratsflasche 1. Es hat ein Außengehäuse 2 und ist insgesamt mit einer Befestigungsanordnung
3, hier einer Überwurfkappe, auf einem Flaschenhals der Vorratsflasche 1 befestigt,
hier aufgeschraubt. Oben am Außengehäuse 2, nach vorne ausgerichtet, befindet sich
eine Anzeige 4 mit einem Anzeigefeld 5, insbesondere für eine Digitalanzeige, vorzugsweise
mit LCD-Elementen, sowie mit Betätigungselementen, insbesondere Betätigungstasten
6.
[0073] Vom Außengehäuse 2 nach vorne ragt eine Ausstoßleitung 7 ab, die im dargestellten
Ausführungsbeispiel in einem winkelförmigen Halter 8 angeordnet und am Ende mittels
einer Verschlusskappe 9 zum Verschließen und als Abtropfschutz geschlossen ist.
[0074] Details des erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerätes ergeben sich nun aus der Schnittdarstellung
in Fig. 2.
[0075] Das dargestellte Flaschenaufsatzgerät hat im Außengehäuse 2 zunächst einen Ventilblock
10. An diesem ist angebracht oder integral ausgeformt die bereits erwähnte Befestigungsanordnung
3, mit der faktisch der Ventilblock 10 auf der Vorratsflasche 1 befestigt wird. Gleichzeitig
wird damit dann auch das Außengehäuse 2 auf der Vorratsflasche 1 befestigt.
[0076] Das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel zeigt den Ventilblock 10 als
einstückig aus Kunststoff, insbesondere aus chemikalienbeständigem Kunststoff hergestelltes
Bauteil, das mit einer Vielzahl von Kanälen und Einbauten versehen ist. Im Einzelnen
entspricht die Konstruktion weitgehend dem Ventilblock des Flaschenaufsatzdispensers,
der aus der
EP-A-0 542 241 bekannt ist und zum Stand der Technik gehört.
[0077] Die Befestigungsanordnung 3 ist als gegenüber dem Ventilblock 10 frei drehbare Überwurfkappe
ausgeführt. In einer nach unten gerichteten Ausnehmung des Ventilblocks 10 befindet
sich ein Ansaugventil-Einsatz 11, an den sich nach unten in die Vorratsflasche 1 hinein
eine Ansaugleitung 12, die hier zur Vereinfachung gekürzt dargestellt ist, anschließt.
Nach oben hin schließt sich an den Ansaugventil-Einsatz 11 im Ventilblock 10 ein Ansaugkanal
13 an, von dem in etwa halber Höhe ein in Fig. 2 nach rechts gerichteter Ausstoßkanal
14 abzweigt. In einer Ausnehmung des Ventilblockes 10 am Ausstoßkanal 14 befindet
sich ein Ausstoßventil-Einsatz 15. Dieser ist hier Teil eines an den Ventilblock 10
angesetzten Ventilkorpus 16 eines Umschaltventils 17. Abströmseitig schließt sich
an das Umschaltventil 17 die Ausstoßleitung 7 im Halter 8 an. In der Schnittdarstellung
in Fig. 2 verläuft der Halter 8 bogenförmig und führt die Ausstoßleitung 7 im selben
Bogen, so dass die Ausstoßöffnung nach unten weist. Dort ist sie mit der Verschlusskappe
9 verschlossen.
[0078] Das Umschaltventil 17 hat im Ventilkorpus 16 einen um eine vertikale Drehachse drehbaren
Ventilkörper 18, der mit einem auch in Fig. 1 erkennbaren Knebel 19 von Hand verstellt
werden kann. Unterhalb des Ausstoßventil-Einsatzes 15 verläuft im Ventilkorpus 16
ein Rücklaufkanal 20, der sich im Ventilblock 10 bis zu einer nach unten abgehenden
Rücklaufleitung 21 fortsetzt.
[0079] Bei der in Fig. 2 dargestellten und in Fig. 1 erkennbaren Position des Knebels 19
ist das Umschaltventil 17 auf Durchgang geschaltet, so dass der Ausstoßkanal 14 mit
der Ausstoßleitung 7 verbunden ist. In einer dagegen um 90° gedrehten Position des
Ventilkörpers 18 ist hingegen der Ausstoßkanal 14 mit dem Rücklaufkanal 20 verbunden,
so dass Flüssigkeit im Kreislauf aus der Vorratsflasche 1 und über die Rücklaufleitung
21 wieder zurück in die Vorratsflasche 1 gefördert wird. Im Einzelnen darf für den
gesamten Hintergrund dieser sog. "Rückdosierung" auf die ausführlichen Erläuterungen
in der
EP-A-0 542 241 verwiesen werden.
[0080] Der Ventilblock 10 beinhaltet ferner nahe der Rückseite eine Flaschenbelüftungsleitung
22, die in einer nach hinten gerichteten, radial geöffneten Stopfenaufnahme 23 mündet.
In der Stopfenaufnahme 23 befindet sich ein diese verschließender Stopfen 24 oder
ein ähnliches Verschlusselement, der aber eine kleine Durchlassöffnung aufweist, so
dass das Innere der Vorratsflasche 1 über die Flaschenbelüftungsleitung 22 und diesen
Durchlass im Stopfen 24 mit der Umgebungsatmosphäre verbunden ist. Dadurch ist ein
Druckausgleich in die Vorratsflasche 1 hinein möglich.
[0081] Am hier einstückig aus chemikalienbeständigem Kunststoffmaterial, beispielsweise
aus PFA, bestehenden Ventilblock 10 ist in einer Zylinderaufnahme 25 ein vorzugsweise
und auch hier aus Glas bestehender Zylinder 26 fest und gegen den Ventilblock 10 abgedichtet
angebracht. Konkret ist der Zylinder 26 in der Zylinderaufnahme 25 verpresst.
[0082] Zu den Angaben über verschiedene Kunststoffmaterialien mit ihren Kürzeln wird auf
die einschlägige Fachliteratur und auch auf den oben genannten Generalkatalog der
Anmelderin, hier insbesondere Seiten 224, 225, verwiesen.
[0083] Im Zylinder 26 befindet sich ein darin abgedichtet laufender Kolben 27 mit einer
nach oben aus dem Zylinder 26 herausgeführten Kolbenstange 28. Oberhalb des Zylinders
26 befindet sich ein mit der Kolbenstange 28 in Antriebsverbindung stehender Kolbenantrieb
29. Die Anzeige 4 für die jeweils gehandhabte oder noch zu handhabende Flüssigkeitsmenge
ist oben bereits erwähnt worden.
[0084] Während im Bereich des Ventilblockes 10 das dargestellte Flaschenaufsatzgerät dem
bereits umfangreich bekannten und sehr bewährten Stand der Technik entsprechend ausgeführt
ist, ist die Konstruktion im Bereich der Zylinder-Kolben-Anordnung maßgeblich anders
als bisher.
[0085] Fig. 2 in Verbindung mit Fig. 3 und Fig. 4 macht deutlich, dass zunächst ein den
Zylinder 26 umgebender, sich nach oben über den Zylinder 26 hinaus erstreckender,
tragender Rahmen 30 vorgesehen ist. Dieser Rahmen 30 ist am unteren Ende mit dem Ventilblock
10 fest in einer axial genau bestimmten Position verbunden, jedoch vom Ventilblock
10 grundsätzlich lösbar. Die Lösbarkeit des Rahmens 30 vom Ventilblock 10 ist hier
dadurch verwirklicht, dass am oberen Rand des Ventilblockes 10 ein Außengewinde vorgesehen
ist und dass der Rahmen 30 unten einen Flansch aufweist, der mit einer Überwurfkappe
31 mit Innengewinde versehen ist.
[0086] Die größere Darstellung in den Fig. 3 und 4 macht deutlich, dass die Überwurfkappe
31 auf dem Rahmen 30 geführt ist und nach oben ausweichen kann. Der Rahmen 30 kann
also zunächst mit seinem unteren Rand in die gewünschte Position auf dem Ventilblock
10 gebracht werden. Dann kann man unter Beibehaltung dieser Position die Überwurfkappe
31 auf das Außengewinde am Ventilblock 10 aufschrauben und den Rahmen 30 so gegenüber
dem Ventilblock 10 fixieren.
[0087] Grundsätzlich wäre es auch möglich, den Rahmen 30 mit dem Ventilblock 10 untrennbar
fest zu verbinden oder gar einstückig auszuführen, wie das im eingangs erläuterten
Stand der Technik für den Mantel des Zylinders angedeutet worden ist. Aus Gründen
der Reinigung, der Sterilisation und der Reparatur eines solchen Flaschenaufsatzgerätes
ist es aber vorteilhaft, eine feste, jedoch grundsätzlich lösbare Verbindung des Rahmens
30 mit dem Ventilblock 10 vorzusehen.
[0088] Wesentlich für den Rahmen 30 ist ferner, dass dieser auch den Kolbenantrieb 29 aufnimmt
oder trägt. Das bedeutet, dass der Kolbenantrieb 29 zwar nicht Teil des Rahmens 30
sein muss, aber jedenfalls der Rahmen 30 das tragende Bauteil für den Kolbenantrieb
29 darstellt und dessen Lage relativ zum Ventilblock 10 bestimmt. Im dargestellten
und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Rahmen 30 nach oben hin blockartig
erweitert bzw. verlängert und weist dort verschiedene Ausnehmungen zur Aufnahme verschiedener
Teile des Kolbenantriebs 29 auf. Darauf wird später noch eingegangen.
[0089] Wie bereits oben angedeutet worden ist, ist schließlich ein mit dem Ventilblock 10
lösbar verbundenes Außengehäuse 2 vorgesehen. Dieses umschließt den Rahmen 30 außen,
bildet also die äußere Hülle des Flaschenaufsatzgerätes und schützt die innen liegenden
Bauteile. Es erstreckt sich über den Kolbenantrieb 29 am Rahmen 30 jedenfalls etwas
nach oben hinaus und ist im dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel oben
geschlossen.
[0090] Das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel lässt in Fig. 2 in Verbindung
mit den Fig. 3 und 4 ferner erkennen, dass die Überwurfkappe 31 hier nicht ohne weiteres
betätigt werden kann. Vielmehr ist aus Sicherheitsgründen und aus Gründen der Zugänglichkeit
im Außengehäuse 2 vorgesehen, dass die Überwurfkappe 31 nur mit einem speziellen Werkzeug
32 betätigt werden kann. Dieses Werkzeug 32 erkennt man in Fig. 2 links oben in einer
Aufhängung an der Rückseite des Außengehäuses 2.
[0091] Die in Fig. 3 und 4 besonders gut zu erkennenden Maßverhältnisse lassen erkennen,
dass das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel sich ferner, unabhängig von
dem, was zuvor ausgeführt worden ist, dadurch auszeichnet, dass der Hubquotient, also
das Verhältnis von maximalem Hubweg des Kolbens 27 zu wirksamem Durchmesser des Kolbens
27, zwischen 1 und 3, vorzugsweise zwischen 1,3 und 2,2, liegt. Die Bedeutung dieser
Maßverhältnisse und insbesondere eines geringeren Hubwegs des Kolbens 27 von etwa
50 mm verglichen mit den aus dem Stand der Technik bekannten Hubwegen von etwa 100
mm ist im allgemeinen Teil der Beschreibung ausführlich erläutert worden.
[0092] Der geringe Hubweg des Kolbens 27 bei dem erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerät
erleichtert die geschlossene Ausführung des Außengehäuses 2, weil der komplette Hubweg
der Kolbenstange 28 innerhalb des Außengehäuses 2 abgewickelt werden kann. Das Außengehäuse
2 muss dennoch nicht übermäßig hoch ausgeführt werden. Auch muss es nicht etwa ganz
oder zum Teil mit der Kolbenstange 28 mitfahren.
[0093] Die erfindungsgemäße Konstruktion erhöht somit die Bedienungssicherheit des Flaschenaufsatzgerätes.
Je niedriger das Flaschenaufsatzgerät ist, desto höher ist die Standfestigkeit einer
mit einem solchen Flaschenaufsatzgerät bestückten Vorratsflasche 1. Der Hubquotient
hat im dargestellten Ausführungsbeispiel für das Nennvolumen von 25 ml einen Wert
von knapp 2,0 und für das Nennvolumen von 50 ml einen Wert von etwa 1,4. Bei einem
Nennvolumen von 100 ml, was eine eher ungewöhnlich große Anordnung darstellen würde,
käme man auf einen Wert von etwa 1,0, was also einen wirksamen Durchmesser des Kolbens
27 von etwa 50 mm bedeuten würde.
[0094] Die Ausführung des Zylinders 26 als kalibriertes Glasrohr mit extrem hoher Präzision
erhöht die Genauigkeit des Flaschenaufsatzgerätes insgesamt weiter. Der Einsatz eines
kalibrierten Glasrohrs als Zylinder 26 ist hier wegen der im Übrigen getroffenen Maßnahmen
sinnvoll und zielführend.
[0095] Der obere Teil des Rahmens 30 oberhalb des Zylinders 26 bietet sich als Führung für
die aufwärts und abwärts bewegte Kolbenstange 28 in radialer Hinsicht an. Fig. 3 und
4 zeigen im Übrigen, dass im oberen Teil des Rahmens 30 eine Antriebswelle 33 des
Kolbenantriebs 29 gelagert ist.
[0096] Für die Verschiebung der Kolbenstange 28 aufwärts und abwärts bieten sich verschiedene
Möglichkeiten an. Wenn man eine unmittelbare Messung an der Kolbenstange 28 vorsieht,
käme es auf einen Schlupf zwischen der Antriebswelle 33 und der Kolbenstange 28 nicht
an, so dass sogar ein Reibradgetriebe verwendet werden könnte. Alternativen sind ein
Spindelantrieb o. dgl. Das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel greift
auf die zweckmäßige und bewährte Technik eines Zahnradantriebs zurück. Dazu ist hier
vorgesehen, dass die Kolbenstange 28, vorzugsweise auf der Rückseite, eine axial verlaufende
Zahnreihe 34 aufweist und die Antriebswelle 33 ein mit der Zahnreihe 34 kämmendes
Ritzel 35 trägt oder mit diesem getrieblich gekuppelt ist. Fig. 3 in Verbindung mit
Fig. 4 macht deutlich, dass hier in der Tat ein Untersetzungsgetriebe vorgesehen ist
mit einer Zwischenwelle 36 und einem weiteren Zahnrad 37.
[0097] Um möglichst genau axial an der Kolbenstange 28 anzugreifen und Kräfte auf das Außengehäuse
2 auch möglichst mittig einzuleiten, ist im dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel
vorgesehen, dass das Ritzel 35 und die Antriebswelle 33 auf der Rückseite der Kolbenstange
28, nahe der Mittellängsachse des Rahmens 30 angeordnet sind. Mit dieser Anordnung
entstehen keine zusätzlichen Drehmomente an der Kolbenstange, außer den Querkräften
bedingt durch den lokal angeordneten Zahnradantrieb. Folglich ist der Einfluss auf
die später beschriebene Messwerterfassung des Kolbenhubes begrenzt. Das führt zu einer
weiter erhöhten Bedienungssicherheit und auch zu einem bequemen Betätigen des Kolbenantriebs
29.
[0098] Grundsätzlich könnte man den Kolbenantrieb 29 motorisch auslegen. Dazu müsste man
einen elektrischen Antriebsmotor im Außengehäuse 2 integrieren. Das ist mit erheblichen
Kosten verbunden und führt zu einem wesentlich aufwendigeren Flaschenaufsatzgerät.
Primäre Zielrichtung der Erfindung ist ein manuell betätigtes Flaschenaufsatzgerät
mit einer elektronischen, insbesondere digitalen Messwerterfassung und Anzeige. Insoweit
zeigen Fig. 1, 3 und 4, dass der Kolbenantrieb 29 für manuelle Betätigung ausgeführt
ist und die Antriebswelle 33 an einem Ende oder an jedem Ende außerhalb des Außengehäuses
2 einen Handbetätigungsknauf 38 trägt. Man erkennt die beiden Handbetätigungsknäufe
38 links und rechts am Außengehäuse 2 in Fig. 1.
[0099] Insgesamt ist nach bevorzugter Lehre die getriebliche Verbindung zwischen der Antriebswelle
33 und dem Ritzel 35 so ausgestaltet, dass eine Drehung des Handbetätigungsknaufes
38 nach vorne und unten eine Abwärtsbewegung des Kolbens 27 verursacht. Ergonomische
Untersuchungen haben ergeben, dass man eine gute Dosiergenauigkeit mit einem schnellen
Aufnehmen oder Abgeben großer Flüssigkeitsmengen optimal verbinden kann, wenn der
maximale Hubweg des Kolbens 27 fünf bis zehn des Handbetätigungsknaufs 38 entspricht.
[0100] Für die angestrebte Genauigkeit des Flaschenaufsatzgerätes, die, wie im allgemeinen
Teil der Beschreibung erläutert worden ist, erheblich besser ist, als bei allen aus
dem Stand der Technik bekannten Flaschenaufsatzgeräten, ist auch die Gestaltung des
Kolbens 27 im Zylinder 26 von Bedeutung. Aus Gründen der Steifigkeit kann man vorsehen,
dass der Kolben 27 mit der Kolbenstange 28 einstückig ausgeführt ist, oder als separates
Teil ausgeführt und an der Kolbenstange 28 fest angebracht, insbesondere angeschraubt
ist
[0101] Das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt die Kolbenstange 28, und daran verschraubt
mittels einer zentrischen Befestigungsschraube 39 den Kolben 27, der hier einen ihn
bodenseitig und umfangsseitig umfassenden Gleitstutzen 40 aus einem sehr gut gleitfähigen
Material, insbesondere aus PTFE, trägt.
[0102] Der Gleitstutzen 40 bildet einen am Zylinder 26 unter Druck anliegenden Gleitring
40a, der zur Druckerzeugung mit einem sich am Kolben 27 abstützenden Federring 42
aus einem vorzugsweise ebenfalls chemikalienbeständigen Werkstoff hinterlegt ist.
Der Federring 42 ist in der Zeichnung als Hohlkammerring, beispielsweise aus chemikalienbeständigem
Elastomerwerkstoff dargestellt. Wesentlich ist, dass der Gleitring 40a selbst nicht
die Kraft aufbringen muss, um die Dichtwirkung des Gleitstutzens 40 an der Innenfläche
des Zylinders 26 zu erzielen. Dies wird vom Federring 42, der dafür adaptiert ist,
übernommen. Kaum zu erkennen ist im übrigen in der Zeichnung, dass die äußere Umfangsfläche
des Gleitrings 40a noch strukturiert sein kann, um beispielsweise einen mehrgängigen
Abstreifring zu realisieren.
[0103] Für die mit dem Flaschenaufsatzgerät erreichbare Genauigkeit ist auch vorteilhaft,
dass, wie bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehen, der Kolben 27 nicht
unten gegen den Ventilblock 10, sondern die Kolbenstange 28 oder der Kolben 27 oben
gegen einen Anschlag 43 gefahren wird. Man erkennt den Anschlag 43 in Fig. 4. Er wirkt
mit einem Gegenstück 43' an der Kolbenstange 28 zusammen. Der Anschlag 43 kann verstellbar
und sollte jedenfalls entfernbar sein, um den Kolben 27 samt Kolbenstange 28 herausziehen
zu können, beispielsweise für Reinigungs- oder Sterilisationsmaßnahmen. Diese Maßnahme
erlaubt es, auch in der tiefsten Stellung des Kolbens 27 einen geringen Spalt zum
Ventilblock 10 bzw. zum Boden des Zylinders 26 zu belassen. Unebenheiten hier können
dann nicht stören. Von besonderem Vorteil ist die dargestellte Anordnung, bei der
der Anschlag 43 nahe dem Kolbenantrieb 29 an der mit dem Kolben 27 fest verbundenen
Kolbenstange 28 angreift. Dadurch liegen der Anschlag 43 und der Kraftangriffspunkt
des Kolbenantriebs 29 an der Kolbenstange 28 nahe beieinander.
[0104] Bereits zuvor ist darauf hingewiesen worden, dass es besonders zweckmäßig ist, wenn
das Außengehäuse 2 nach oben geschlossen sein kann. Das ist möglich, wenn die Anordnung
so getroffen ist, dass die Kolbenstange 28 sich auch bei in höchster Position im Zylinder
26 stehendem Kolben 27 vollständig innerhalb des Außengehäuses 2 befindet.
[0105] Für eine hohe Genauigkeit der Arbeit mit dem Flaschenaufsatzgerät ist es vorteilhaft,
wenn man den Einschluss von Luftblasen in der Flüssigkeit im Zylinder 26 erkennen
kann. Für den Fall, dass der Rahmen 30 nicht als offenes Gerüst, sondern als im wesentlichen
geschlossenes Gehäuse ausgeführt ist, was im vorliegenden Ausführungsbeispiel der
Fall ist (siehe insbesondere Fig. 2 und Fig. 4), empfiehlt es sich, den Rahmen 30
jedenfalls mit einem vorderen Sichtausschnitt 44 oder einem entsprechenden Fenster
und, wie hier vorgesehen (Fig. 5), mit einem hinteren Sichtausschnitt 45 oder einem
entsprechenden Fenster zu versehen. Dadurch kann man von vorne oder hinten in den
Zylinder 26 aus Glas hineinblicken.
[0106] Da wir hier ein Außengehäuse 2 haben, würde ein Sichtausschnitt oder ein Fenster
im Rahmen allerdings nichts nützen, wenn nicht das Außengehäuse 2 in Überdeckung mit
dem Sichtausschnitt 44; 45 oder Fenster des Rahmens 30 ein entsprechendes Sichtfenster
46 bzw. 47 hätte. Ein solches Sichtfenster kann ggf. UVschützend eingefärbt sein,
beispielsweise in brauner Farbe. Das vordere Sichtfenster 46 im Außengehäuse 2 ist
auch in Fig. 1 zu erkennen.
[0107] Bereits im allgemeinen Teil der Beschreibung ist darauf hingewiesen worden, dass
Flaschenaufsatzgeräte der in Rede stehenden Art häufig auch mit chemisch aggressiven
Flüssigkeiten, die entsprechende Dämpfe entwickeln, verwendet werden. Insbesondere
eine Benetzung der Innenwand des Zylinders 26 in Höhe der Kolbenstange 28 ist nicht
zu vermeiden und führt zu entsprechenden Dämpfen. Von besonderem Vorteil ist es daher,
das Außengehäuse 2 dauernd zu belüften. Dazu empfehlen sich Belüftungsöffnungen 48,
die zweckmäßigerweise zur Erzielung von Konvektion mittig, z. B. verdeckt unter den
Handbetätigungsknaufen 38, oder unten nahe dem Ventilblock 10 sowie oben nahe dem
oberen Ende des Außengehäuses 2 angeordnet sind. Das dargestellte und bevorzugte Ausführungsbeispiel
zeigt dabei, dass die oben liegenden Belüftungsöffnungen 48 am Kopf des Außengehäuses
2, vorzugsweise unter einer auf der Oberseite angeordneten Betätigungstaste 49, angeordnet
sind.
[0108] Man erkennt in Fig. 1 oben auf der Oberseite des Außengehäuses 2 eine großflächige
Betätigungstaste 49, die hier mit dem Wort "Clear" beschriftet ist, also eine Nullstellungstaste
darstellt. Eine solche wird beim Arbeiten mit einer Bürette häufig betätigt. Die Betätigungstaste
49 auf der Oberseite des Außengehäuses 2 ist als Drucktaste ausgeführt. Ihre Betätigung
erfolgt also durch Druck von oben auf das Außengehäuse 2. Dadurch ist eine schnelle
und fehlerfreie Betätigung möglich, ohne dass auf das Flaschenaufsatzgerät und die
darunter befindliche Vorratsflasche 1 ein ernsthaftes Kippmoment ausgeübt wird. Anders
als bei den an der Vorderseite des Außengehäuses 2 angeordneten Betätigungstasten
6 ist somit kein Gegenhalten des Außengehäuses 2 erforderlich.
[0109] Die großflächige Betätigungstaste 49 bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die dortige
Belüftungsöffnung 48 darunter zu verstecken. Das zeigt Fig. 2.
[0110] Bereits in Verbindung mit der Erläuterung des Standes der Technik ist darauf hingewiesen
worden, dass es aus Gründen der Reparatur, der Reinigung und der Sterilisation der
medienberührenden Teile des Flaschenaufsatzgerätes zweckmäßig sein dürfte, das Außengehäuse
2 öffenbar zu gestalten. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist dazu vorgesehen,
dass das Außengehäuse 2 eine vordere Gehäuseschale 51 und eine damit lösbar verbundene
hintere Gehäuseschale 52 aufweist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel, siehe Fig.
2 und Fig. 5, ist die vordere Gehäuseschale 51 hinten am Ventilblock 10 eingehängt
und mittig (oder oben) am Rahmen 30 fest verankert. Sie ist dort nämlich angeschraubt.
[0111] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die hintere Gehäuseschale 52 oben an der
vorderen Gehäuseschale 51 eingehängt. Unten ist sie am Ventilblock 10 mittels des
Stopfens 24, der in der Stopfenaufnahme 23 sitzt und zur Flaschenbelüftungsleitung
22 gehört, fixiert. Auch andere Fixierungsmöglichkeiten sind gegeben, beispielsweise
auch hier durch eine Schraube. Zweckmäßig ist hier die gleichzeitige Nutzung des Stopfens
24, auch weil dieser von der Rückseite des Flaschenaufsatzgerätes her besonders gut
zugänglich ist. In Fig. 5 ist die hintere Gehäuseschale 52 abgenommen worden und dementsprechend
fehlt auch der Stopfen 24.
[0112] Die Zeichnungen, insbesondere Fig. 2 und Fig. 5, zeigen weitere Besonderheiten der
Innenraumgestaltung des Außengehäuses 2. Zunächst befindet sich im Außengehäuse 2,
hier in der vorderen Gehäuseschale 51, genauer gesagt an dieser angebracht, ein von
hinten (wie hier), von vorne und/oder von oben zugängliches, zum Innenraum des Außengehäuses
2 im übrigen jedoch geschlossenes Aufnahmefach 53. Diese Aufnahmefach 53 dient der
Aufnahme elektronischer Einrichtungen, insbesondere einer bestückten Schaltungsplatine
54. Im Aufnahmefach 53 befindet sich auch die Elektronik der Anzeige 4 einschließlich
des Anzeigefelds 5
[0113] Im dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel, bei dem sich die Betätigungstaste
49 oben auf dem Außengehäuse 2 befindet, setzt sich das Aufnahmefach 53 unter der
Betätigungstaste 49 winkelförmig bis in die hintere Gehäuseschale 52 fort. Dadurch
können auch die elektronischen Einrichtungen unter der Betätigungstaste 49 in diesem
Aufnahmefach 53 geschützt werden. Insbesondere ist das hier eine weitere Platine 55,
die einen Drucktaster 56 trägt, der von der Betätigungstaste 49 betätigt wird. Diese
weitere Platine 55 ist im dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel mit der
Schaltungsplatine 54 über ein Filmscharnier 57 verbunden und sitzt selbst in einer
Einschubfassung 58 des Aufnahmefaches 53. Das Filmscharnier 57 ist im dargestellten
und bevorzugten Ausführungsbeispiel von einer Schaltungs-Folien-bahn gebildet.
[0114] Das Aufnahmefach 53 könnte nach vorne durch einen ggf. auch die Anzeige 4 und die
Betätigungstasten 6 tragenden Fachdeckel 59 abgeschlossen sein. Dann könnte das Aufnahmefach
53 bei abgenommenem Fachdeckel 59 von außen bestückt werden.
[0115] In allen Fällen ist der gesamte Bereich nach innen gegen Dämpfe abgeschottet, so
dass die empfindliche Elektronik auch bei Arbeiten mit aggressiven chemischen Medien
gut geschützt ist.
[0116] Man erkennt am Aufnahmefach 53 im übrigen im oberen, sich bis zur hinteren Gehäuseschale
52 erstreckenden Bereich in Fig. 2 und Fig. 5 noch einen externen Anschluss 60. Auch
dieser ist abgedichtet zur hinteren Gehäuseschale 52 geführt. Der Anschluss 60 stellt
eine äußere Schnittstelle der elektronischen Einrichtungen dar, die in beliebiger,
üblicher Weise genutzt werden kann.
[0117] Während in der Darstellung in Fig. 2 die Belüftungsöffnung 48 unterhalb der Betätigungstaste
49 der Belüftung des Aufnahmefaches 53 dient, sind in Fig. 5 angedeutete, seitlich
unter der Betätigungstaste 49 liegende Belüftungsöffnungen für die Belüftung des Innenraums
des Außengehäuses 2 im übrigen zuständig. Man erkennt in Fig. 5 in diesem Zusammenhang,
dass das Aufnahmefach 53 jedenfalls im sich nach hinten erstreckenden Bereich schmaler
ist als das Außengehäuse 2 und mittig angeordnet ist.
[0118] Ferner erkennt man in Fig. 5 in Verbindung mit Fig. 2, dass im Außengehäuse 2, und
zwar auch hier in der vorderen Gehäuseschale 51, d. h. angebracht an dieser, zwei
Batteriefächer 61, und zwar rechts und links des Aufnahmefaches 53, angeordnet sind.
Jedes Batteriefach 61 ist durch einen Deckel 62 zum Innenraum des Außengehäuses 2
im übrigen hin geschlossen. Der Deckel 62 ist in Fig. 2 erkennbar, er hat eine Handhabungslasche
63. In Fig. 5 erkennt man die Batteriefächer 61 ohne die Deckel 62 und ohne Batterien.
Selbstverständlich sind auch die Batteriefächer 61 durch die Deckel 62 gegenüber den
im Außengehäuse 2 auftretenden Dämpfen abgedichtet.
[0119] Grundsätzlich wäre es möglich, die Batteriefächer 61 von der Vorderseite her zugänglich
zu machen.
[0120] Die beiden in Fig. 5 erkennbaren Batteriefächer 61 belassen zwischen sich einen Freiraum,
in dem die Kolbenstange 28 nach oben fahren kann. Dementsprechend hat auch die Wandung
des Aufnahmefachs 53 hier einen entsprechenden Verlauf, der der Kolbenstange 28 den
notwendigen Freiraum gibt.
[0121] Die öffenbare Gestaltung des Außengehäuses 2 mit der im wesentlichen feststehenden
vorderen Gehäuseschale 51 und der davon leicht abnehmbaren hinteren Gehäuseschale
52 gibt eine für den Anwender einfache Möglichkeit, die Zylinder-Kolben-Anordnung
zu zerlegen, den Kolben 27 mitsamt der Kolbenstange 28 einerseits sowie den Zylinder
26 andererseits zu reinigen und auch den Kolben 27 oder den Gleitstutzen 40 nötigenfalls
zu wechseln.
[0122] Anhand von Fig. 3 sollen nun weitere Besonderheiten der Messwerterfassung erläutert
werden.
[0123] Im dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass
die Kolbenstange 28, vorzugsweise auf der der Zahnreihe 34 gegenüberliegenden Seite,
einen sich axial an der Kolbenstange 28 erstreckenden Messstreifen 64 trägt und dass
benachbart zur Kolbenstange 28, vorzugsweise im oberen Teil des Rahmens 30, eine Sensoranordnung
65 mit einem auf den Messstreifen 64 ausgerichteten Sensor 66 angeordnet ist. Hier
ist also eine direkte Messwertaufnahme an der Kolbenstange 28 vorgesehen, wie sie
grundsätzlich aus dem eingangs erläuterten Stand der Technik bekannt ist. Spiel in
Übersetzungseinrichtungen, wie es bei elektromechanischen Messwerterfassungen vorkommt,
ist hier systematisch ausgeschlossen. Das ist hier dann besonders sinnvoll, wenn die
übrigen Maßnahmen zur Versteifung der mechanischen Anordnung und zur Erhöhung der
Genauigkeit ebenfalls getroffen werden.
[0124] Das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt, dass der Messstreifen 64 hier einseitig
formschlüssig an der Kolbenstange 28 ausgerichtet wird. Dazu ist vorgesehen, dass
der Messstreifen 64 mit einem einseitigen axialen Anschlag 67 in einer Tasche an der
Kolbenstange 28 eingelegt und mit einer vorzugsweise chemikalienbeständigen Vergussmasse
68 vergossen ist. Man erkennt die Vergussmasse 68 einerseits unten am Anschlag 67
in geringer Menge, andererseits oben am oberen Ende der Kolbenstange 28. Eine Vergussmasse
68 lässt sich leichter chemikalienbeständig ausführen als normale Kleber. Sie hat
im übrigen eine hinreichende Eigenelastizität, um die minimalen Verschiebungen des
Messstreifens 64 relativ zur Kolbenstange 28 aufzunehmen.
[0125] Grundsätzlich sind aus Kunststoff bestehende, mit Magnetpulver versetzte Messstreifen
64 einsetzbar.
[0126] Die zuvor erläuterten minimalen Verschiebungen des Messstreifens 64 relativ zur Kolbenstange
28 rühren aus Längenveränderungen an der Kolbenstange 28 her sowie aus der unterschiedlichen
thermischen Längenausdehnung von Kolbenstange 28 und Messstreifen 64.
[0127] In Fig. 12 ist die Baugruppe mit Kolben 27, Kolbenstange 28 und Messstreifen 64 dargestellt.
Im Gegensatz zur Ausführung nach Fig. 2 ist der Messstreifen 64 wie in der Ausführung
nach Fig. 11 a/11 b in der Kolbenstange 28 nahe der Mittelachse des Kolbens 27 angeordnet.
Der Messstreifen 64 wird auch nicht wie in der Ausführung nach Fig. 2 gehalten. Bei
dieser Ausführung sitzt der Messstreifen 64 vertikal nahe dem Kolben 27 an dem Anschlag
67 auf. Das obere gegenüberliegende Ende des Messstreifens 64 wird durch ein Federelement
28a vertikal nach unten auf den Anschlag 67 verschoben. Beide Anlageflächen sind geneigt,
so dass der Messstreifen 64 in Richtung seiner seitlichen Anlage an der Kolbenstange
28 gehalten wird.
[0128] Bei der Ausführung nach Fig. 12 ist der Messstreifen 64 über seine vertikale Länge
mit der Kolbenstange 28 nicht verbunden.
[0129] Die Ausführung nach Fig. 12 hält den Messstreifen 64 an der Kolbenstange 28 durch
das Federelement 28a flexibel fest. Temperaturänderungen und unterschiedliche Längendehnungen
haben keinen Einfluss auf die Befestigung. Zudem gestaltet sich die Montage des Messstreifens
64 ohne Hilfsmittel und/oder eine Aushärtezeit positiv bzgl. Kosten für Herstellung
und Reparatur.
[0130] In der dargestellten Ausführungsform sind das Federelement 28a und die Kolbenstange
28 einstückig ausgeführt. Das Federelement 28a könnte auch ein separates Bauteil sein,
das an der Kolbenstange 28 befestigt wird und aus einem anderen Material mit guten
elastischen Eigenschaften besteht. Ebenso könnte das Federelement 28a so gestaltet
werden, dass es den Messstreifen 64 in Richtung seiner seitlichen Anlage an der Kolbenstange
28 formschlüssig, beispielsweise mittels eines angeformten Bügels, hält.
[0131] Die bislang beschriebenen konstruktiven Einzelheiten eines Flaschenaufsatzgerätes
sind auf das Messprinzip des Wegmesssystems nicht festgelegt. Nach bevorzugter Lehre,
die insoweit auch in den Zeichnungen dargestellt ist, wird mit einem magnetfeldempfindlichen
Messsystem gearbeitet. Für die unterschiedlichen Lehren der vorliegenden Erfindung
kommen teilweise aber auch optoelektronische und kapazitive Messsysteme in Frage.
[0132] Im einzelnen ist hier vorgesehen, dass der Wegmessstreifen 64 (Messstreifen 64) abschnittsweise
beabstandet magnetisiert oder abschnittsweise gegensinnig magnetisiert ist, und zwar
mit einer Teilung zwischen 0,3 mm und 2,0 mm, vorzugsweise und als Kompromiss zwischen
Auflösung und Kosten ca. 1,0 mm.
[0133] Das dargestellte und insoweit bevorzugte Ausführungsbeispiel zeigt eine besonders
zweckmäßige Ausführung einer nicht-optischen, insbesondere einer magnetfeldempfindlichen
Sensoranordnung 65. Diese befindet sich in einer zum Messstreifen 64 bzw. zum Innenraum
des Außengehäuses 2 hin vollständig geschlossenen Aufnahmetasche 69. Diese ist im
dargestellten Ausführungsbeispiel in den Rahmen 30 eingesetzt, nämlich an diesem mit
Langlochverbindungen 70 verschraubt. Die Langlochverbindungen 70 erlauben die exakte
Ausrichtung der Aufnahmetasche 69 auf den Messstreifen 64. Im dargestellten und bevorzugten
Ausführungsbeispiel ist dabei vorgesehen, dass der Sensor 66 der Sensoranordnung 65
in der Aufnahmetasche 69 an deren dem Messstreifen 64 zugewandten Seite hinter einem
dünnschichtigen Wandabschnitt 71 angeordnet ist Der Sinn der Anordnung besteht darin,
den Sensor 66 so nahe wie möglich an den Messstreifen 64 heranzubringen, ohne diesen
tatsächlich zu berühren, und unter Beibehaltung einer gasdichten Abschottung der Sensoranordnung
65 zum Innenraum des Außengehäuses 2 hin.
[0134] Details der Sensoranordnung 65 mit dem Sensor 66 in der Aufnahmetasche 69 sind in
Fig. 6, 7 und 8 dargestellt.
[0135] Zunächst erkennt man in Fig. 6 und 7, dass der Sensor 66 der Sensoranordnung 65 auf
einer in die Aufnahmetasche 69 in einer Einschubführung 73 eingeschobenen Platine
74 sitzt, und zwar an deren vorderem Rand, der in Fig. 3 und Fig. 6 links unmittelbar
am dünnen Wandabschnitt 71 anliegt. Der Wandabschnitt 71 hat hier beispielsweise nur
eine Dicke von ca. 0,1 bis 0,2 mm. Sofern die Teilung des Messstreifens 64 größer
gewählt wird, kann auch der Abstand des Sensors 66 zum Messstreifen 64 größer werden.
Dann können einfacher herstellbare, insbesondere spritzgießbare Wandabschnitte konzipiert
werden, die regelmäßig eine etwas größere Wandstärke von um die 0,5 mm haben werden.
[0136] Die Aufnahmetasche 69 besteht hier insgesamt aus einem chemikalienbeständigen und
zum Vergießen temperaturstabilen Kunststoffmaterial, insbesondere PEEK. Länge und
Breite der Aufnahmetasche 69 liegen bei etwa 20 mm, die Dicke bei etwa 8 bis 10 mm.
[0137] Der Wandabschnitt 71 der Aufnahmetasche 69 kann auch nicht einteilig mit der Aufnahmetasche
69, sondern getrennt gefertigt werden. Er würde dann anschließend an der Aufnahmetasche
69 angebracht. Hierzu kann die Aufnahmetasche 69 im Bereich des Wandabschnitts 71
eine Öffnung aufweisen. Eine gasdichte Folie kann auf eine solche Öffnung aufgeschweißt
oder in anderer Weise mit und ohne Hilfsstoffe die Öffnung verschließend an der Aufnahmetasche
69 fixiert werden. Eine solche gasdichte Folie hat meist eine Dicke von ca. 10 µm
bis ca. 500 µm. Diese Folie bildet nun den Wandabschnitt 71, der den Sensor 66 von
dem Messstreifen 64 gasdicht trennt. Auf diese Weise kann man bis auf einen sehr geringen
Abstand von 0,1 mm oder weniger kommen.
[0138] Die Sensoranordnung 65 weist auf der Platine 74 auch die Auswerteschaltung 72 zur
Auswertung der Ausgangssignale des Sensors 66 und zur Ansteuerung der Anzeige 4 auf.
Grundsätzlich ist es möglich, die Auswerteschaltung 72 als Systemlösung mit einzelnen
oder mehreren diskreten Bauelementen aufzubauen. Eine platz- und energiesparende sowie
kostengünstige Auswerteschaltung 72 erzielt man mit dem Einsatz eines Mixed-Signal-Controllers,
der die umgesetzten analogen Sensorsignale direkt über eine Interpolationssoftware
auswertet. Die Auswerteschaltung 72 kann man aber auch mit einer im Extremfall reinen
Softwarelösung mittels eines Mikroprozessors oder Mikrocomputers realisieren, ohne
den Sinn der Lehre der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
[0139] Fig. 7 zeigt eine perspektivische Ansicht der Aufnahmetasche 69 mit eingesetzter
Platine 74 schräg von hinten. Hier ist die Platine 74 noch nicht vergossen. Ebenso
ist das an der Platine 74 angelötete und mit eingegossene Schnittstellenkabel nicht
dargestellt. Man kann vorsehen, die Platine 74 in der Aufnahmetasche 69 komplett zu
vergießen, und zwar ebenso mit einer chemikalienbeständigen Vergussmasse.
[0140] Interessant ist die komplett separate, blockartige Gestaltung der Sensoranordnung
65 in der Aufnahmetasche 69 als eigenständig zu handhabende Baugruppe eines Gerätes
der in Rede stehenden Art.
[0141] Fig. 8 zeigt eine Anordnung eines besonders zweckmäßigen Sensors 66 für eine Sensoranordnung
65 eines erfindungsgemäßen Gerätes. Hier ist vorgesehen, dass der Sensor 66 als magnetoresistives
Sensorsystem auf der Basis des AMR-Effekts ausgeführt ist. Für Details dieses Funktionsprinzips
darf auf die Veröffentlichung von
Dr. Erik Lins, SENSITEC GmbH "Magnetoresistiv mit optischer Präzision", vom 1. August
2005, verwiesen werden, deren Offenbarungsgehalt durch Bezugnahme auch zum Offenbarungsgehalt
der vorliegenden Anmeldung gemacht wird. Diese Veröffentlichung ist im Internet seit
August 2005 frei zugänglich.
[0142] Fig. 8 zeigt kurz gesagt zwei Wheatstone-Brückenschaltungen, um 45° versetzt gegeneinander,
so dass ein Cosinus-Signal (C) und ein Sinus-Signal (S) erzeugt wird, Abgriffe bei
+C/-C und +S/-S. Betriebsspannung bei Ub, gegen Masse. Die Magnetisierungsrichtung
des Messstreifens 64 wird durch H definiert, der Winkel zwischen H und der Richtung
des Stromflusses wird durch β angegeben. Durch Quotientenbildung von Sinus und Cosinus
(Arcustangensfunktion) wird die Winkelinformation unabhängig von der Amplitude der
Signale. Dadurch wird einerseits der Einfluss der Temperatur minimiert, andererseits
ist der Arbeitsabstand zwischen Sensor 66 und Messstreifen 64 nicht besonders kritisch.
Die getrennte Bewertung der Sinus- und Cosinus-Signale bietet eine gewisse Redundanz
und erlaubt aufgrund der Tatsache, dass die Summe der Quadrate gleich 1 ist, eine
Selbstüberwachung des Sensors 66 bzw. eine Offset-Amplituden-Korrektur.
[0143] Um die bereits oben erläuterte direkte Auswertung der sinusförmigen und cosinusförmigen
Signale des Sensors 66 zur Erzielung einer guten Interpolation durchführen zu können,
empfiehlt sich eine Schaltungsanordnung 72 wie sie in Fig. 9 als Blockschaltbild dargestellt
ist. Der Sensor 66 wird mit einer getakteten Versorgungsspannung 80 gespeist, die
über eine Amplitudeneinstellung 81 am Sensor 66 nachstellbar ist. Die bezeichneten
Ausgänge (cos, sin) des Sensors 66 sind mit Verstärkern 82, jeweils mit Offset-Abgleich
82' verbunden. Nach den Verstärkern 82 gibt es eine Verzweigung einerseits zu Komparatoren
83 zum Vergleich mit einer Referenzspannung 84, andererseits zu Analog/Digital-Wandlern
75 mit nachgeschalteten Baugruppen 85 und Normierungsstufen 86. Die Baugruppen 75,
85, 86, 87 ,88 und 89 sind in der vorliegenden, insofern bevorzugten Lösung in einem
Mixed-Signal-Controller realisiert. Für weitere Informationen zu einem Mixed-Signal-Controller
wird auf die diesbezüglichen Ausführungen und die Zitatstelle verwiesen, die im allgemeinen
Teil der Beschreibung enthalten sind.
[0144] Im ersten Zweig mit den Komparatoren 83 erfolgt eine Quadrantenerkennung in der Stufe
87. Alle Signale werden dann der Interpolationsstufe 88, in der eine ARCTAN-Tabelle
hinterlegt ist, zugeführt. Nach der Formel

wird die tatsächliche Position des Kolbens 27 ermittelt und auf der Anzeige 4 zur
Anzeige gebracht. Parallel dazu erfolgt eine Offset-Amplituden-Korrektur in einer
Korrekturstufe 89 nach der Formel

[0145] Hinsichtlich des Stromverbrauchs des Messsystems ist ein magnetoresistives Messsystem
ohnehin bereits recht zweckmäßig, jedenfalls wesentlich günstiger als ein optoelektronisches
Messsystem. Nach bevorzugter Lehre ist hier ferner vorgesehen, dass die Auswertung
mittels der Interpolationssoftware mit einem EIN/AUS-Tastverhältnis von etwa 0,1 bis
etwa 0,02, vorzugsweise zwischen etwa 0,05 und etwa 0,03 erfolgt, insbesondere mit
einer EIN-Zeit von etwa 0,6 ms bis etwa 0,1 ms, insbesondere zwischen etwa 0,3 ms
und etwa 0,15 ms. Besonders empfiehlt sich dabei, dass die Interpolationssoftware
mit einer Interpolationsrate zwischen 200 und 1.000, insbesondere zwischen etwa 400
und etwa 600, vorzugsweise von etwa 500 arbeitet.
[0146] Man erkennt diese Tastung in der schematischen Darstellung in Fig. 10. Man erkennt
den Verlauf der hier abgetasteten Sinuskurve. Dort ist als Zeit zur Messwerterfassung
eine EIN-Zeit von 200 µs durch vertikale geschwärzte Striche dargestellt. In den Lücken
zwischen den Strichen beträgt die AUS-Zeit jeweils 5,6 ms. Das Tastverhältnis ist
also in diesem Ausführungsbeispiel etwa 0,036.
[0147] Verglichen mit den aus dem Stand der Technik bekannten Interpolations-IC's kann man,
wenn man die vorgesehene Interpolation mit einer Interpolationsrate von etwa 500 realisiert,
den Stromverbrauch auf etwa 130 bis 160 µA im Betrieb reduzieren. Mixed-Signal-Controller
haben häufig die Möglichkeit, unterschiedliche Stromsparmodi zu wählen, in denen unterschiedliche
Komponenten bzw. Anschlüsse des Kontrollers stromlos oder auf Erhaltungsstrom geschaltet
sind. Der in der Beschreibungseinleitung beispielhaft genannte Mixed-Signal-Controller
hat beispielsweise fünf unterschiedliche Stromsparmodi (Seite 6 des dortigen Datenblattes),
die sich sämtlich dadurch auszeichnen, dass die zentrale Rechnereinheit (CPU) abgeschaltet
ist. Generell ist ein solcher Mixed-Signal-Controller mit unterschiedlichen Stromsparmodi
zu bevorzugen, weil er auf die Besonderheiten eines erfindungsgemäßen Gerätes optimal
abgestimmt werden kann.
[0148] Hier ist davon ausgegangen worden, dass mit einem manuell betätigten Gerät der in
Rede stehenden Art die Verstellgeschwindigkeit des Kolbens 27 nicht größer als etwa
50 mm/s sein wird. Darauf ist die Interpolationsrate abgestimmt. Man erhält damit
eine Auflösung des Messwegs von etwa 2 µm und eine Genauigkeit des Messwerts über
den vollen Messbereich von etwa 10 µm, das Ganze in einem Temperaturbereich von +
10 °C bis etwa + 40 °C.
[0149] Eine weitere und für sich wieder selbstständige Lehre wird anhand des Ausführungsbeispiels
von Fig. 11 (Fig. 11a, Fig. 11 b) erläutert. Im dargestellten und bevorzugten Ausführungsbeispiel
gilt diese Konstruktion für ein magnetfeldempfindliches Sensorsystem, insbesondere
ein magnetoresistives Sensorsystem.
[0150] Fig. 11a zeigt eine genaue Ausrichtung der Kolbenstange 28 an einer Seitenführung
90. Vorgesehen ist hier, dass auf derselben Seite, auf der sich die Sensoranordnung
65 befindet, eine Seitenführung 90 für die Kolbenstange 28 vorgesehen ist und der
Sensor 26 nahe bei, vorzugsweise etwa in Höhe der Seitenführung 90 angeordnet ist.
Damit wird erreicht, dass in Sollstellung der Kolbenstange 28 in Anlage an der Seitenführung
90 auch der Sensor 66 relativ zu dem an der Kolbenstange 28 positionierten Messstreifen
64 exakt ausgerichtet ist. Die Parallelität des Messstreifens 64 mit dem Sensor 66
ist über den vollen Verstellweg der Kolbenstange 28 optimal.
[0151] Fig. 11b zeigt in Verbindung mit Fig. 11a, dass ein Messfehler hinsichtlich der Wegmessung
in axialer Richtung auch aus einer Neigung der Kolbenstange 28 im Zylinder 26, insbesondere
relativ zum Kolben 27 resultieren könnte. Dieser Messfehler fällt bei einem Gerät
der in Rede stehenden Art wegen der im Übrigen erreichten hohen Präzision auf. Er
wird dadurch verursacht, dass die Kolbenstange 28 im Bereich des Kolbenantriebs 29
ein gewisses seitliches Spiel hat, beispielsweise von 0,3 mm. Dieses führt zu einer
minimalen, aber im Rahmen der vorliegenden Messgenauigkeit störenden Neigung der Kolbenstange
28, die einen Wegmessfehler verursacht.
[0152] Für den Fall einer optischen Messung empfiehlt es sich nun, diesen Fehler so klein
wie möglich zu machen, indem der Messstreifen 64 an der Kolbenstange 28 einerseits
und die Sensoranordnung 65 mit dem Sensor 66 andererseits so angeordnet sind, dass
bei in Sollstellung befindlicher Kolbenstange 28 die dem Sensor 66 zugewandte Oberfläche
des Messstreifen 64 eine Ebene bildet, die nächstmöglich an oder auf der Längsmittelachse
der Kolbenstange 28 liegt. Diese Anordnungsvorschrift für den Messstreifen 64 an der
Kolbenstange 28 geht von der Erkenntnis aus, dass bei einem Auflichtsystem die Oberfläche
des Messstreifens 64 die Schnittstelle zwischen Messstreifen 64 und Sensor 66 ist.
Lege ich diese so nahe wie möglich an die Längsmittelachse der Kolbenstange 28, so
minimiere ich den Messfehler, der aus der spielbedingten Neigung der Kolbenstange
28 herrührt.
[0153] Bei dem erfindungsgemäß bevorzugten magnetoresistiven Messsystem gilt hingegen, dass
der das Magnetfeld des Messstreifens 64 erfassende Sensor 66 nächstmöglich an oder
auf der Längsmittelachse der Kolbenstange 28 liegt. Dies ist in Fig. 11a, b dargestellt.
Die Schnittstelle beim magnetoresistiven Messsystem ist der Sensor 66, der von den
Feldlinien des periodisch magnetisierten Messstreifens 64 durchsetzt wird. Kippt der
Messstreifen 64 wie in Fig. 11b gezeigt nach links weg, so wandert zwar der Ausgangsbereich
der Feldlinien etwas nach unten, gleichzeitig wird durch die Kippung die Richtung
der Feldlinien jedoch ebenfalls verkippt, diese verlaufen vom Messstreifen 64 leicht
aufwärts gerichtet in Richtung des Sensors 66. An der Schnittstelle, nämlich am Sensor
66, ändert sich geringfügig nur die Amplitude, was korrekturfähig ist, nicht aber
die Phasenlage, die für die Wegmessung entscheidend ist.
[0154] Für ein kapazitives Sensorsystem mit einem entsprechenden Messstreifen 64 liegt die
Schnittstelle irgendwo zwischen den beiden zuvor geschilderten Ausrichtungen.
[0155] Der zuvor erläuterte geringe Abstand der verschiedenen Schnittstellen zur Längsmittelachse
der Kolbenstange 28, der für das Messsystem noch tolerierbar ist, ist natürlich von
der geforderten Auflösung des Messsystems abhängig. Darüber hinaus beeinflusst indirekt
auch der Hubquotient den noch tolerierbaren minimierten Abstand. Bei einem kleinen
Hubquotienten ist in der Regel der Abstand zwischen dem Bewegungsbereich des Kolbens
27 und der Seitenführung 90 für die Kolbenstange 28 ebenso geringer. Somit ist die
spielbedingte Neigung der Kolbenstange 28 größer. Je kürzer der Abstand der Lagerung
des Kolbens und je größer das Spiel in diesen Längsführungen ist, desto näher muss
die Schnittstelle an der Längsmittelachse der Kolbenstange 28 liegen.
[0156] Bei der nach dieser besonderen Lehre der Erfindung verwirklichten Relativlage von
Messstreifen 64 und Sensor 66 liegt der Sensor 66 in der Sensoranordnung 65 nicht
mehr neben der Kolbenstange 28, sondern in deren lichtem Profil. Dementsprechend empfiehlt
es sich, dass die Kolbenstange 28 eine die entsprechende Position des Sensors 66 zulassende
Ausnehmung oder Abplattung aufweist.
[0157] Fig. 12 zeigt eine besonders interessante konstruktive Lösung zur Fixierung des Messstreifens
64 in der Kolbenstange 28 unter Berücksichtigung der zuvor erläuterten Randbedingungen.
Das ist weiter oben bereits erläutert worden.
[0158] Grundsätzlich gelten die voranstehenden Ausführungen zum Ausführungsbeispiel von
Fig. 11a, b auch für eine außermittige Anordnung der Kolbenstange 28. Besondere Bedeutung
kommt allerdings der Ausführung zu, bei der die Kolbenstange 28 durch die Seitenführung
90 - in Verbindung mit dem Kolben 27 im Zylinder 26-mit ihrer Längsmittelachse nächstmöglich
an oder auf der Längsmittelachse des Zylinders 26 geführt wird.
[0159] Die dargestellten Ausführungsbeispiele zeigen, dass die Sensoranordnung 65 nicht
am Außengehäuse 2, sondern am formsteifen Rahmen 30 angeordnet ist. Damit ist die
gesamte messtechnische Kette komplett am Rahmen 30 konzentriert, so dass dessen Formsteifigkeit
zu der vorzüglichen Genauigkeit der erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerätes führt.
[0160] Wie bereits oben erläutert worden ist, kann man vorsehen, dass der Messstreifen 64
ein optischer Maßstab und die Sensoranordnung 65 ein hochauflösendes Auflichtsystem,
insbesondere mit vier Auflichtdioden, ist. Dann ist die Konstruktion im Bereich der
Sensoranordnung 65 natürlich anders als zuvor beschrieben.
[0161] Mit den erfindungsgemäß realisierten Maßnahmen lässt sich die Genauigkeit von Messungen
bei dem erfindungsgemäßen Flaschenaufsatzgerät auf eine Richtigkeit R von ca. +/-
0,06 % und einen Variationskoeffizienten VK von ca. 0,02 % bei Nennvolumina von 25
ml und 50 ml erhöhen. Das sind Werte, wie sie ansonsten allenfalls von hochpräzisen
motorischen Flaschenaufsatzgeräten erreicht werden. Die hohe Genauigkeit des erfindungsgemäßen
Flaschenaufsatzgerätes rührt auch daher, dass alle mechanisch bewegten Teile axial
bezüglich des Ventilblocks 10 präzise und formsteif fixiert sind. Das in Verbindung
mit der direkten Messwerterfassung unmittelbar an der Kolbenstange 28 macht einen
Spielausgleich beim Umkehren der Betätigungsrichtung überflüssig.
[0162] Durch besondere konstruktive Maßnahmen wird das Auftreten von Kippmomenten am Flaschenaufsatzgerät
systematisch vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert. In diesem Zusammenhang ist
auch die vergleichsweise geringe Höhe des Außengehäuses 2 von Bedeutung, die trotz
des feststehenden Außengehäuses 2 möglich ist, weil ein vergleichsweise geringer Hub
des Kolbens 27 verwirklicht ist.
1. Flaschenaufsatzgerät zur Handhabung von Flüssigkeiten mit einer Zylinder-Kolben-Anordnung
zum präzisen Aufnehmen und Abgeben von Flüssigkeits-Teilvolumina mit einem Zylinder
(26) und einem in dem Zylinder (26) abgedichtet laufenden Kolben (27) mit einer nach
oben aus dem Zylinder (26) herausgeführten Kolbenstange (28),
einem unmittelbar an der Kolbenstange (28) oder an einem mit der Kolbenstange (28)
in fester Relativlage verbundenen Bauteil angeordneten, sich axial in Bewegungsrichtung
der Kolbenstange (28) erstreckenden Wegmessstreifen (64),
einer benachbart zur Kolbenstange (28) bzw. zu dem Bauteil ortsfest im Gerät angeordneten
Sensoranordnung (65) mit einem auf den Messstreifen (64) ausgerichteten, vom Messstreifen
(64) nur durch einen schmalen Spalt getrennten Sensor (66),
einer Anzeige (4) für die jeweils gehandhabte oder zu handhabende Flüssigkeitsmenge
und
einer elektronischen Auswerteschaltung (72) zur Auswertung der Ausgangssignale des
Sensors (66) und gegebenenfalls zur Ansteuerung der Anzeige (4),
wobei die elektronische Auswerteschaltung (72) auch durch die Software eines Mikroprozessors
oder Mikrocomputers realisiert sein kann,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Messstreifen (64) ein optischer Maßstab und die Sensoranordnung (65) ein hochauflösendes
Auflichtsystem ist, wobei der Messstreifen (64) an der Kolbenstange (28) einerseits
und die Sensoranordnung (65) mit dem Sensor (66) andererseits so angeordnet sind,
dass bei in Sollstellung befindlicher Kolbenstange (28) die dem Sensor (66) zugewandte
Oberfläche des Messstreifens (64) eine Ebene bildet, die nächstmöglich an oder auf
der Längsmittelachse der Kolbenstange (28) liegt,
oder
dass der Messstreifen (64) ein mit Magnetpulver versetzter Kunststoffstreifen oder, bevorzugt,
Keramikstreifen und die Sensoranordnung (65) ein hochauflösendes magnetfeldempfindliches,
insbesondere magnetoresistives System ist, wobei der das Magnetfeld des Messstreifens
(64) erfassende Sensor (66) nächstmöglich an oder auf der Längsmittelachse der Kolbenstange
(28) liegt,
oder
dass der Messstreifen (64) ein kapazitiver Wegmessstreifen und die Sensoranordnung (65)
ein hochauflösendes kapazitives Messsystem ist, wobei die Längsmittelachse der Kolbenstange
(28) bei in Sollstellung befindlicher Kolbenstange (28) zwischen der dem Sensor (66)
zugewandten Oberfläche des Messstreifens (64) und dem Sensor (66) selbst liegt.
2. Flaschenaufsatzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolbenstange (28) eine die entsprechende Position des Sensors (66) zulassende
Ausnehmung oder Abplattung aufweist.
3. Flaschenaufsatzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolbenstange (28), insbesondere durch eine Seitenführung (90), mit ihrer Längsmittelachse
nächstmöglich an oder auf der Längsmittelachse des Zylinders (26) geführt wird, wobei,
vorzugsweise, die Seitenführung (90) nahe bei, vorzugsweise in Höhe des Sensors (66)
angeordnet ist.
4. Flaschenaufsatzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass der Messstreifen (64) und die Sensoranordnung (65) vertauscht angeordnet sind, also
der Messstreifen (64) ortsfest angeordnet ist und die Sensoranordnung (65) an der
Kolbenstange (28) bzw. dem damit in fester Relativlage verbundenen Bauteil angebracht
ist.
5. Flaschenaufsatzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass der Messstreifen (64) in einer Tasche an der Kolbenstange (28) bzw. dem mit dieser
verbundenen Bauteil eingelegt und zumindest an einer seiner Umfangsflächen mit einer
vorzugsweise chemikalienbeständigen Vergussmasse (68) vergossen ist,
wobei, vorzugsweise, der Messstreifen (64) mit einem einseitigen axialen Anschlag
(67) in der Tasche an der Kolbenstange (28) bzw. dem mit dieser verbundenen Bauteil
eingelegt ist,
wobei, weiters vorzugsweise, der einseitige axiale Anschlag (67) in der Tasche der
Kolbenstange (28) die dem Kolben (27) zugewandte Fläche ist.
6. Flaschenaufsatzgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass der Messstreifen (64) in einer Tasche an der Kolbenstange (28) bzw. dem mit dieser
verbundenen Bauteil eingelegt und an seinem vom Kolben (27) bzw. vom Anschlag (67)
abgewandten Ende mittels eines sich an der Kolbenstange (28) abstützenden Federelements
(28a) in Richtung des Kolbens (27) bzw. des Anschlags (67) und/oder in Richtung seiner
seitlichen Anlage an der Kolbenstange (28) kraftbeaufschlagt flexibel gehalten ist,
wobei, vorzugsweise, das Federelement (28a) an der Kolbenstange (28) einstückig angeformt
ist.
7. Flaschenaufsatzgerät nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Teilung der magnetisierten Abschnitte des Messstreifens (64) zwischen 0,3 mm
und 2 mm, vorzugsweise 1 mm, beträgt.
8. Flaschenaufsatzgerät nach einem der voranstehenden Ansprüche,
wobei der Sensor (66) als magnetoresistives Sensorsystem, insbesondere auf Basis des
AMR-Effekts, ausgeführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswerteschaltung (72) einen Mixed-Signal-Controller aufweist, der die umgesetzten
analogen Sensorsignale über eine Interpolationssoftware direkt auswertet,
wobei, vorzugsweise, der Mixed-Signal-Controller eine dreistufige Anordnung aus A/D-Wandler,
Verarbeitungsstufe mit Verarbeitungssoftware und Ausgangsstufe ersetzt.
9. Flaschenaufsatzgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass der Mixed-Signal-Controller als PSoC (Programmable System on a Chip), als DSP (Digital
Signal Processor) oder als FPGA (Field programmable Gate Array), letztere ggf. mit
einem vorgeschalteten A/D-Wandler, ausgeführt ist.
10. Flaschenaufsatzgerät nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswertung mittels der Interpolationssoftware mit einem EIN/AUS-Tastverhältnis
von etwa 0,1 bis etwa 0,02, vorzugsweise zwischen etwa 0,05 und etwa 0,03 erfolgt
insbesondere mit einer EIN-Zeit von etwa 0,6 ms bis etwa 0,1 ms, insbesondere zwischen
etwa 0,3 ms und etwa 0,15 ms, und/oder dass die Interpolationssoftware mit einer Interpolationsrate
zwischen 200 und 1.000, insbesondere zwischen etwa 400 und etwa 600, vorzugsweise
von etwa 500, arbeitet.
11. Flaschenaufsatzgerät nach einem der voranstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet,
dass ein den Zylinder (26) umgebender, sich nach oben über den Zylinder (26) hinaus erstreckender,
einstückiger tragender Rahmen (30) vorgesehen ist, der mit dem Ventilblock (10) verbunden
ist und einen Kolbenantrieb (29) aufnimmt, wobei, vorzugsweise, der Kolben (27) nicht
unten gegen den Ventilblock (10), sondern oben gegen einen Anschlag (43) gefahren
wird, wobei unten zwischen dem Boden des Kolbens (27) und dem Boden des Zylinders
(26) ein Spalt verbleibt, wobei, weiters vorzugsweise, dass der Anschlag (43) verstellbar
und/oder entfernbar ist und/oder nahe dem Kolbenantrieb (29) an der Kolbenstange (28)
angreift.
12. Flaschenaufsatzgerät zur Handhabung von Flüssigkeiten mit einem Ventilblock (10),
einer unten am Ventilblock (10) angebrachten oder integral angeformten Befestigungsanordnung
(3) zum Befestigen des Ventilblocks (10) auf einer Vorratsflasche (1),
einem oben am Ventilblock (10) in einer Zylinderaufnahme (25) des Ventilblocks (10),
gegen den Ventilblock (10) abgedichtet angebrachten Zylinder (26),
einem im Zylinder (26) abgedichtet laufenden Kolben (27) mit einer nach oben aus dem
Zylinder (26) herausgeführten Kolbenstange (28),
einem mit der Kolbenstange (28) in Antriebsverbindung stehenden Kolbenantrieb (29)
und
einem die Zylinder-Kolben-Anordnung (26 - 28) von oben überfassenden, oben geschlossenen
Außengehäuse,
insbesondere nach einem der voranstehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Oberseite des Außengehäuses (2) mindestens eine zur Betätigung nach unten
drückbare Betätigungstaste (49) angeordnet ist, bei der es sich insbesondere um eine
Nullstellungstaste oder um eine Rücksetztaste handelt und/oder, dass das Außengehäuse
(2) mit Belüftungsöffnungen (48) versehen ist, die zur Erzielung von Konvektion sowohl
mittig und/oder unten als auch oben am Außengehäuse (2) angeordnet sind, und/oder,
dass die Kolbenstange (28) auch bei in höchster Position im Zylinder (26) stehendem Kolben
(27) sich vollständig innerhalb des Außengehäuses (2) befindet.
13. Flaschenaufsatzgerät zur Handhabung von Flüssigkeiten mit einer Zylinder-Kolben-Anordnung
zum präzisen Aufnehmen und Abgeben von Flüssigkeits-Teilvolumina mit einem Zylinder
(26) und einem in dem Zylinder (26) abgedichtet laufenden Kolben (27) mit einer nach
oben aus dem Zylinder (26) herausgeführten Kolbenstange (28),
einem unmittelbar an der Kolbenstange (28) oder an einem mit der Kolbenstange (28)
in fester Relativlage verbundenen Bauteil angeordneten, sich axial in Bewegungsrichtung
der Kolbenstange (28) erstreckenden Wegmessstreifen (64),
einer benachbart zur Kolbenstange (28) bzw. zu dem Bauteil ortsfest im Gerät angeordneten
Sensoranordnung (65) mit einem auf den Messstreifen (64) ausgerichteten, vom Messstreifen
(64) nur durch einen schmalen Spalt getrennten Sensor (66),
einer Anzeige (4) für die jeweils gehandhabte oder zu handhabende Flüssigkeitsmenge
und
einer elektronischen Auswerteschaltung (72) zur Auswertung der Ausgangssignale des
Sensors (66) und gegebenenfalls zur Ansteuerung der Anzeige (4),
wobei die elektronische Auswerteschaltung (72) auch durch die Software eines Mikroprozessors
oder Mikrocomputers realisiert sein kann,
insbesondere nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoranordnung (65) in einer zum Messstreifen (64) hin vollständig geschlossenen
Aufnahmetasche (69) angeordnet ist,
wobei, vorzugsweise die Aufnahmetasche (69) mit Langlochverbindungen (70) zur exakten
Ausrichtung der Aufnahmetasche (69) auf den Messstreifen (64) versehen ist und/oder
wobei, vorzugsweise, der Sensor (66) in der Aufnahmetasche (69) an deren dem Messstreifen
(64) zugewandten Seite hinter einem dünnschichtigen Wandabschnitt (71) der Aufnahmetasche
(69) angeordnet ist, wobei der Wandabschnitt (71) eine Dicke von etwa 0,1 mm bis 0,5
mm aufweist.
14. Flaschenaufsatzgerät nach einem der voranstehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet,
dass der Hubquotient, also das Verhältnis von maximalem Hubweg des Kolbens (27) zu wirksamem
Durchmesser des Kolbens (27), zwischen 1 und 3, vorzugsweise zwischen 1,3 und 2,2,
liegt,
wobei, vorzugsweise, der maximale Hubweg des Kolbens (27) etwa 50 mm beträgt und der
Hubquotient für ein Nennvolumen von 25 ml etwa 2,0 und für ein Nennvolumen von 50
ml etwa 1,4 beträgt.
15. Flaschenaufsatzgerät nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Flaschenaufsatzgerät als Bürette ausgeführt ist.