[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer fugenlosen Hochglanzoberfläche
auf mindestens einem Teil einer gegebenenfalls beschichteten Trägerfläche mit angrenzender
Kante eines Gegenstandes, sowie derart erhältliche Gegenstände.
[0002] Die Nachfrage nach Elementen in der Möbel- und holzverarbeitenden Industrie die eine
durchgängige Optik zwischen Fläche und Kante ohne Fuge besitzen ist in jüngster Zeit
gestiegen.
[0003] Parallel dazu ist zu beobachten, dass im Möbel- und Innenausbau zu mehr als 70% Unifarben
gefordert werden, vorzugsweise diverse Weißtöne.
[0004] Um Werkstücke speziell aus Holzwerkstoffen mit Hochglanzoberflächen zu erzeugen,
die keine Fuge zwischen Fläche und Kante aufweisen, ist bisher bekannt, Hochglanzfolien
in Form von speziellen Kunststoffplatten oder Kunststofffolien auf Trägerplatten aufzulaminieren
und dann in einer Ummantelungszone oder im Direktpostformingverfahren diese Folien
um die Schmalflächen zu verformen. Hierbei können Trägerplatten unterschiedlichster
Form und Materials beschichtet werden. Allerdings ist die Dekorvielfalt derartiger
Kunststoffplatten bzw. -folien eingeschränkt und ihre Kosten sind hoch.
[0005] Ein ebenfalls bekanntes Verfahren sieht vor, dass Holzwerkstoffplatten, beispielsweise
MDF- oder HDF-Platten mit Papier beschichtet werden, vorzugsweise sogenannte Melaminpapiere,
die mit Melaminharz auf die Platte aufgebracht werden, wobei eine direktbeschichtete
Trägerplatte erzeugt wird. Um eine gewünschte Hochglanzoberfläche zu erreichen, werden
die Melaminpapiere mit auf Hochglanz polierten Pressblechen verpresst. Die Qualität
dieser Glanzflächen sind allerdings bezüglich Glanzgrad, Tiefenwirkung und Oberflächenruhe
nicht mit lackierten Flächen oder Folien zu vergleichen. Um ein fugenloses Bauteil
zu erzeugen, können diese Platten im Direktpostforming weiterverarbeitet werden.
[0006] Werkstücke die über eine dickschichtige Lackierung (z.B.
WO 2012/084805 A1) eine Hochglanzoberfläche erhalten haben, sind in der Regel durch die spröd-harte
Charakteristik der Lacksysteme nicht für Direktpostformingprozesse (z.B.
EP 0 704 285 A2) mit engen Radien geeignet. Aus
DE 10 2009 002 048 ist die Verwendung einer Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis als dünne Haftvermittlerschicht
in Zusammenhang mit einer anschließend aufzubringenden Lackschicht bekannt. Allerdings
geht der Einsatz in der Schmalfläche oder der Einsatz der Reaktiv-Schmelzmasse auf
Polyurethanbasis als dekorgebende Schicht draus nicht hervor.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein effizienteres Verfahren
zur Erzeugung von fugenlosen Hochglanzoberflächen in der Fläche und Kante bereitzustellen,
wobei die oben genannten Nachteile vermieden werden.
Die vorliegende Erfindung bietet ferner die Möglichkeit unifarbene oder bedruckte
Oberflächen zu erzielen, die in allen Glanzgraden nahtlos auch auf der Kante von Werkstücken
weitergeführt werden können.
Des Weiteren bietet die Erfindung die Möglichkeit auch mit hochwertigem Hochglanz
beschichtete Melaminoberflächen im Direktpostformingverfahren zu verformen.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Erzeugung einer fugenlosen Hochglanzoberfläche
auf mindestens einen Teil einer gegebenenfalls beschichteten Trägerfläche mit angrenzender
Kante eines Gegenstandes die Schritte enthaltend
(a) Aufbringen einer feuchtigkeitshärtenden, wasser- und lösemittelfreien Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht
auf Polyurethanbasis auf zumindest einen Teil der Trägerfläche;
(c) Aufbringen mindestens einer Lackschicht auf der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht;
(d) Beschichtung der angrenzenden Kante im Postforming-Direktverfahren.
[0007] Es wurde überraschend gefunden, dass der Einsatz einer gegebenenfalls eingefärbten
Reaktiv-Schmelzmasse (Schritt (a) und/oder (a1)) auf Basis eines Polyurethans als
Grundierung auch auf einer rohen MDF/HDF-Platte, eine homogen, deckende und hochflexible
Beschichtung schafft, welche gegebenenfalls in Kombination mit einer im nachfolgenden
Schritt aufzubringenden transparenten Beschichtung (Schritt (a) und (a1)) die Bedingungen
derart verbessert, dass eine Hochglanzoberfläche auf Fläche und Schmalfläche (Kante)
im Direktpostformingverfahren ohne zu brechen hergestellt werden kann.
[0008] Bei der eingefärbten Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis handelt es sich vorzugsweise
um eine handelsübliche Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis, welche vorzugsweise
durch die Feuchtigkeit der umgebenden Luft reagiert und aushärtet. Vorzugsweise ist
diese Reaktiv-Schmelzmasse Wasser- und Lösungsmittelfrei, welche mittlerweile im Rahmen
der "HotCoating"-Technologie zur Veredelung von Oberflächen eingesetzt wird.
[0009] Die eingefärbten Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis kann in Kombination mit
einem ebenfalls eingefärbten Lack die dekorgebende unifarbene Schicht darstellen oder
als Grundierung für eine Farbgebung durch z.B. Digitaldruck fungieren.
[0010] Darüber hinaus wurde überraschend festgestellt, dass selbst Hochglanz lackierte Oberflächen
im Direktpostforming verarbeitet werden können, wenn die gegebenenfalls transparente
Beschichtung über der dekorgebenden Schicht aus der in
DE 10 2009 002 048 beschriebenen Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis in Zusammenhang mit einer
anschließend aufzubringenden Lackschicht besteht.
[0011] Durch die zähelastische und flexible Charakteristik der Reaktiv-Schmelzmasse auf
Polyurethanbasis können darüber auch höhere Schichtstärken an Lack verschiedensten
Glanzgrades eingesetzt werden und dennoch eine gute Postformbarkeit erzielt werden.
[0012] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist Gegenstand mit einer Hochglanzoberfläche
auf mindestens einem Teil einer Trägerfläche, wobei eine feuchtigkeitshärtende, wasser-
und lösemittelfreie Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht auf Polyurethanbasis auf zumindest
einen Teil der Trägerfläche und mindestens eine Lackschicht auf der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht
aufgebracht sind, erhältlich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0013] Die Trägerfläche kann unbeschichtet sein oder bereits eine Beschichtung aufweisen.
Im letzteren Fall erfolgt Schritt (a) auf die Oberfläche der Beschichtung. Ohne eine
solche Beschichtung erfolgt Schritt (a) direkt auf die Oberfläche der Trägerschicht.
[0014] Sofern eine Beschichtung auf der Trägerfläche vorhanden ist, ist deren Erzeugung
vorzugsweise durch die Schritte (a1) bis (a5) gegeben:
(a1) Aufbringen einer eingefärbten Schicht aus einer Reaktiv-Schmelzmasse auf Basis
eines Polyurethans auf mindestens einen Teil der Trägerfläche;
(a2) gegebenenfalls Glätten der aufgebrachten Reaktiv-Schmelzmassenschicht;
(a3) Aufbringen mindestens einer Lackschicht auf die Reaktiv-Schmelzmassenschicht;
(a4) Aushärten des aufgebrachten Schichtaufbaus;
(a5) gegebenenfalls Bedrucken, vorzugsweise digitales Drucken, des Schichtaufbaus
nach Schritt (a4).
[0015] Vorzugsweise wird die Lackschicht in Schritt (c) und/oder Schritt (a3) vor dem vollständigen
Aushärten der Schmelzmasse aufgebracht. Vorzugsweise ist der Lack in Schritt (c) oder
(a3) UV-härtend. Vorzugsweise dient die Beschichtung der Trägerfläche als dekorgebende,
deckende, unifarbene Schicht auf vorzugsweise rohen Holzwerkstoffplatten. Ebenso bevorzugt
dient die Beschichtung der Trägerfläche als deckende, unifarbene Grundierung mit Bedruckung.
[0016] Vorzugsweise umfasst die in Schritt (c) aufzubringende Lackschicht einen UV-härtenden
Hochglanzlack, der über eine Rillwalze oder Curtaincoater appliziert wird. Vorzugsweise
wird die in Schritt (a) aufzubringende Beschichtung direkt auf eine mit Melaminpapier
beschichtete Trägerplatte appliziert. Vorzugsweise wird in Schritt (b) und/oder (a2)
aufgebrachte Reaktiv-Schmelzmasse durch eine entgegen der Umdrehungsrichtung der Auftragswalze
umlaufende Glättwalze geglättet. Vorzugsweise umläuft die Glättwalze mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit
im Bereich von 1-30m/min, vorzugsweise 1-6 m/min.
[0017] Vorzugsweise wird vor dem Schritt c) und/oder (a3) mindestens eine weitere Lackschicht,
umfassend einen UV-härtenden Lack, mit Hilfe einer Walze, über Sprüheinrichtungen
oder mittels Ink-Jet aufgebracht.
[0018] Vorzugsweise erfolgt zwischen den gegebenenfalls mehreren Lackschichten von Schritt
c) ein Lackzwischenschliff. Ein solcher Lackzwischenschliff ist auch vor Schritt (a5)
möglich.
[0019] Vorzugsweise besteht die Trägerfläche aus Holz oder holzartigem Material. Vorzugsweise
stellt die Trägerfläche eine Elementoberfläche eines Möbel oder Möbelstück oder eines
Innenausbauelementes bereit.
[0020] Bei der Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis ((a)/(a1)) handelt es sich vorzugsweise
um eine handelsübliche Reaktiv-Schmelzmasse auf Polyurethanbasis, die normalerweise
mit Hilfe der in der umgebenden Raumluft vorhandenen Feuchtigkeit reagiert und dabei
aushärtet. Vorzugsweise ist diese Reaktiv-Schmelzmasse wasser- und Lösungsmittelfrei.
[0021] Die vorzugsweise wasser- und lösungsmittelfreie Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht wird
üblicherweise auf die zu beschichtende Fläche bei einer Temperatur von mindestens
100 °C, etwa 100 °C bis 150 °C, vorzugsweise 120°C bis 150°C, aufgebracht. Dabei können
normalerweise pro Quadratmeter zu beschichtender Oberfläche etwa 20 bis 150 g Reaktiv-Schmelzmasse
aufgetragen werden. Die Reaktiv-Schmelzmasse besitzt üblicherweise eine Dichte von
ca. 1,1 g/m
2 und eine Viskosität nach BROOKFIELD bei 120 °C im Bereich von ca. 2000 mPas bis 30.000
mPas, vorzugsweise 4.000 mPas bis 10.000 mPas. Günstig ist es, die Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht
unter Luftabschluß und Abschirmung von Luftfeuchtigkeit aufzubringen, um ein vorzeitiges
Ausreagieren zu verhindern. Die Schicht kann beispielsweise aufgerakelt, ausgewalzt,
aufgesprüht oder mittels einer Düse oder Schlitzdüse aufgebracht werden. Selbst im
ausgehärteten Zustand weist die Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht noch eine gewisse Restelastizität
auf.
[0022] Vorzugsweise weist die Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht eine Dicke im Bereich von 20
µm bis 150 µm auf, mehr bevorzugt von 80 µm bis 100 µm
[0023] Aufgrund der Materialeigenschaften der Reaktiv-Schmelzmasse kann eine solche Dicke
durch einmaliges Aufbringen erzeugt werden. Die Schicht ist somit einlagig hergestellt.
Da auch dies unter anderem eine vorteilhafte Zeitersparnis darstellt, ist das einlagige
Auftragen im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt.
[0024] Das Einfärben der Schmelzmasse kann nach dem Fachmann bekannten Verfahren erfolgen.
Hierbei kommen übliche Farbstoffe und Pigmente zum Einsatz. Beispielsweise kann eine
weiße Grundfarbe durch Titandioxid erhalten werden.
[0025] Da überraschenderweise ein vollständiges Aushärten der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht
nicht erforderlich ist, bevor die Lackschicht auf diese aufgebracht wird, ist es bevorzugt,
wenn die Lackschicht vor dem vollständigen Aushärten der Schmelzmasse aufgebracht
wird. Dies kann eine enorme Zeitersparnis darstellen.
[0026] Der verwendete Lack ((c)/(a3)) kann ein beliebiger Lack sein, der vorteilhafterweise
schnell härtet, um eine möglichst frühe Weiterverarbeitung oder Verpackung der Gegenstände
nach der Beschichtung zu ermöglichen.
[0027] Beispielhaft seien 2-K-PUR-Lacke, Nitrolacke oder Wasserlacke genannt.
[0028] Vorzugsweise kommen jedoch UV-härtende Lacke zum Einsatz. Dieses weitverbreitete
Lacksystem kann per Walzenauftrag oder im Sprühauftrag auf die Gegenstände aufgetragen
werden. Der anschließende Aushärtevorgang kann mit UV-Licht bzw. UV-Lampen erfolgen.
Mit jedem Lackauftrag können aufgrund der Viskosität und der UV-Durchhärtung nur ca.
10 bis 20 µm dicke Schichten appliziert werden, weshalb üblicherweise mehrere Lackaufträge
notwendig sind.
[0029] Zwar ist es auch im Rahmen der vorliegenden Erfindung möglich, die Lackschicht mehrlagig
aufzubringen. Bevorzugt wird jedoch diese einlagig aufgebracht. Dies ist normalerweise
ausreichend, da bereits eine Reaktiv-Schmelzmasse als Teil der Beschichtung aufgebracht
ist. Erfolgen jedoch insbesondere Lackzwischenschliffe, erfolgt eine mehrschichtige
Auftragung.
[0030] Daher weist die Lackschicht vorzugsweise nur eine Dicke im Bereich von 5 µm bis 25
µm auf, mehr bevorzugt von 5 µm bis 10 µm.
[0031] Eine Verbesserung der Oberflächeneigenschaften der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht kann
dadurch erzielt werden, dass nach dem Aufbringen auf die (teilweise) Oberfläche des
Gegenstandes die Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht geglättet wird ((b)/(a2)). Dies ist
nicht immer zwingend erforderlich, jedoch wird es im Rahmen der vorliegenden Erfindung
bevorzugt.
[0032] Dementsprechend ist in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ein Schritt (b) zwischen den Schritten (a) und (c), umfassend Glätten der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht,
enthalten.
[0033] Dadurch werden Unebenheiten der Oberfläche vermieden, die sich durch den bloßen Auftrag
der heißen Reaktiv-Schmelzmasse ergeben könnten und es ergibt sich eine noch glättere
Oberfläche.
[0034] Vorteilhaft ist es, der Oberfläche der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht zwischen dem
Aufbringen und dem Glätten (falls dies durchgeführt wird) noch einmal Wärme zuzuführen,
um das Ergebnis der Glättung weiter zu verbessern. Günstigerweise erfolgt das Glätten
mittels einer Glättwalze, beispielsweise einer Stahlwalze direkt nach der Auftragswalze,
oder eines Glättbandes, die gegebenenfalls mit einer Polyurethan-Beschichtung versehen
sein können.
[0035] Mit den erfindungsgemäßen Verfahren können die unterschiedlichsten Gegenstandsoberflächen
oder zumindest Teile davon beschichtet werden, wobei diese Gegenstände ebenfalls ein
Aspekt der vorliegenden Erfindung sind.
[0036] Neben Elementoberflächen für Dielen- oder Parkettböden können damit auch beispielsweise
die Oberflächen von Möbeln oder Möbelteilen zumindest teilweise beschichtet werden.
Es bleibt jedoch zu betonen, dass prinzipiell die Oberfläche eines beliebigen Gegenstandes
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beschichtet werden kann bzw. jeder Gegenstand
eine erfindungsgemäße Hochglanzoberfläche aufweisen kann.
[0037] Vorzugsweise handelt es sich bei den Trägerflächen der Gegenstände um Oberflächen
von Möbeln oder Innenausbauteilen.
[0038] Die gegebenenfalls beschichtete Trägerfläche kann aus Holz oder einem holzartigen
Stoff, Eisen, Nichteisenmetall, Kunststoff, Papier, Pappe, Pappmache oder einem mineralischen
Stoff zumindest teilweise bestehen.
[0039] Das Bedrucken in Schritt (a5) kann nach üblichen Verfahren erfolgen. Diese sind dem
Fachmann bekannt. Vorzugsweise kommt das digitale Drucken zu Einsatz.
[0040] In Schritt (d) erfolgt die Beschichtung der angrenzenden Kante im Postforming-Direktverfahren,
um eine fugenlose Oberfläche um die Trägerfläche sowie die Kante zu erhalten. Dieses
Verfahren ist etabliert und dem Fachmann geläufig.
[0041] Beim Postforming im Allgemeinen handelt es sich um das nachträgliche (post) Verformen
(forming) einer bereits aufgebrachten Oberflächenbeschichtung von Werkstoffplatten
entlang eines Kantenprofils. Das Oberflächenmaterial wird beim Beschichten der Werkstoffplatte
über der profilierten Kante stehen gelassen und in einem nachgeschalteten Prozess
von einer Postformingmaschine angeleimt (Takt- und klassisches Durchlaufverfahren).
[0042] Postformingteile finden überall dort Anwendung, wo Holzwerkstoffe und ihre Kanten
besonders starker Belastung durch Feuchtigkeit, Chemikalien und mechanischer Beanspruchung
ausgesetzt sind. Beispiele sind Bad- und Küchenmöbel.
[0043] Beim Postforming-Direktverfahren oder Direktpostformingverfahren besteht allgemein
das Ausgangsmaterial in unprofilierten, beschichteten Platten ohne Überstand des Oberflächenmaterials.
Die Maschine profiliert den Verformbereich selbst und legt dabei so viel vom Beschichtungsmaterial
frei, wie zum Beschichten der Kante nötig ist. Anschließend wird der Überstand um
das Kantenprofil geschlagen.
[0044] Die Vorteile des Direktverfahrens liegen unter anderem darin, dass eine Maschine
für mehrere Arbeitsgänge verwendet werden kann, verkürzte innerbetriebliche Transportwege
und vermindert dadurch das Risiko von Beschädigungen gegeben sind und dadurch die
Arbeitsorganisation vereinfacht ist.
[0045] Als Ausgangsmaterial dienen vorzugsweise bereits fertig beschichtete oder unbeschichtete
Platten. Mögliche Oberflächenmaterialien sind HPL-Laminate, CPL-Laminate > 0,4 mm,
Polyester oder nachverformbare Melamindirektbeschichtung sowie Furniere.
[0046] Hersteller von Maschinen für Direkt-Postforming im Durchlauf bis 20 m/min sind beispielsweise
Homag, Deutschland; IDM, Italien oder IMA, Deutschland.
1. Verfahren zur Erzeugung einer fugenlosen Hochglanzoberflächen auf mindestens einen
Teil einer gegebenenfalls beschichteten Trägerfläche mit angrenzender Kante eines
Gegenstandes die Schritte enthaltend
(a) Aufbringen einer feuchtigkeitshärtenden, wasser- und lösemittelfreien Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht
auf Polyurethanbasis auf zumindest einen Teil der Trägerfläche;
(c) Aufbringen mindestens einer Lackschicht auf der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht;
(d) Beschichtung der angrenzenden Kante im Postforming-Direktverfahren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schritt (b) zwischen den Schritten (a) und (c) enthalten ist, umfassend Glätten
der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, durch gekennzeichnet, dass die Trägerfläche eine
Beschichtung aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung der Trägerfläche erzeugt wird durch die Schritte
(a1) Aufbringen einer eingefärbten Schicht aus einer Reaktiv-Schmelzmasse auf Basis
eines Polyurethans auf mindestens einen Teil der Trägerfläche;
(a2) gegebenenfalls Glätten der aufgebrachten Reaktiv-Schmelzmassenschicht;
(a3) Aufbringen mindestens einer Lackschicht auf die Reaktiv-Schmelzmassenschicht;
(a4) Aushärten des aufgebrachten Schichtaufbaus;
(a5) gegebenenfalls Bedrucken, vorzugsweise digitales Drucken, des Schichtaufbaus
nach Schritt (a4).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackschicht in Schritt (c) und/oder Schritt (a3) vor dem vollständigen Aushärten
der Schmelzmasse aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack in Schritt (c) oder (a3) UV-härtend ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung der Trägerfläche als dekorgebende, deckende, unifarbene Schicht
auf vorzugsweise rohen Holzwerkstoffplatten dient.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung der Trägerfläche als deckende, unifarbene Grundierung mit Bedruckung
dient.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die in Schritt (c) aufzubringende Lackschicht einen UV-härtenden Hochglanzlack umfasst,
der über eine Rillwalze oder Curtaincoater appliziert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die in Schritt (a) aufzubringende Beschichtung direkt auf eine mit Melaminpapier
beschichtete Trägerplatte appliziert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die aufgebrachte Reaktiv-Schmelzmasse in Schritt (b) und/oder (a2) durch eine entgegen
der Umdrehungsrichtung der Auftragswalze umlaufende Glättwalze geglättet wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Schritt (c) und/oder (a3) mindestens eine weitere Lackschicht, umfassend
einen UV-härtenden Lack, mit Hilfe einer Walze, über Sprüheinrichtungen oder mittels
Ink-Jet aufgebracht wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den gegebenenfalls mehreren Lackschichten von Schritt (c) ein Lackzwischenschliff
erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Glättwalze mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit im Bereich von 1-30m/min, vorzugsweise
1-6 m/min umläuft.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerfläche aus Holz oder holzartigem Material besteht.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerfläche eine Elementoberfläche eines Möbel oder Möbelstück oder eines Innenausbauelementes
bereitstellt.
17. Gegenstand mit einer Hochglanzoberfläche auf mindestens einem Teil einer Trägerfläche,
wobei eine feuchtigkeitsgehärtete, wasser- und lösemittelfreie Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht
auf Polyurethanbasis auf zumindest einen Teil der Trägerfläche und mindestens eine
Lackschicht auf der Reaktiv-Schmelzmasse-Schicht aufgebracht sind, erhältlich nach
einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16.
1. Method for generating a jointless high-gloss surface on at least part of an uncoated
or coated substrate with bordering edge of an article, comprising the steps of
(a) applying a moisture-curing, water-free and solvent-free layer of polyurethane-based
reactive hot-melt composition to at least part of the substrate;
(c) applying at least one varnish layer to the layer of reactive hot-melt composition;
(d) coating the bordering edge in a direct postforming process.
2. Method according to Claim 1, characterized in that there is a step (b) included between steps (a) and (c) that comprises smoothing the
layer of reactive hot-melt composition.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the substrate has a coating.
4. Method according to any of Claims 1 to 3,
characterized in that the coating of the substrate is generated by the steps of
(a1) applying a coloured layer of a reactive hot-melt composition based on a polyurethane
to at least part of the substrate;
(a2) optionally smoothing the applied reactive hot-melt composition layer;
(a3) applying at least one varnish layer to the reactive hot-melt composition layer;
(a4) curing the applied layer system;
(a5) optionally printing, preferably digitally printing, the layer system according
to step (a4).
5. Method according to any of Claims 1 to 4, characterized in that the varnish layer in step (c) and/or step (a3) is applied before the full curing
of the hot-melt composition.
6. Method according to any of Claims 1 to 5, characterized in that the varnish in step (c) or (a3) is UV-curing.
7. Method according to any of Claims 1 to 6, characterized in that the coating of the substrate serves as a decorative, hiding, solid-colour layer on
preferably unfinished wood-base material boards.
8. Method according to any of Claims 1 to 6, characterized in that the coating of the substrate serves as a hiding, solid-colour primer with printing.
9. Method according to any of Claims 1 to 8, characterized in that the varnish layer for application in step (c) comprises a UV-curing high-gloss varnish
which is applied by way of a grooved roll or curtain coater.
10. Method according to any of Claims 1 to 9, characterized in that the coating for application in step (a) is applied directly to a substrate board
coated with melamine paper.
11. Method according to any of Claims 2 to 10, characterized in that the applied reactive hot-melt composition is smoothed in step (b) and/or (a2) by
a smoothing roll which revolves counter to the direction of rotation of the applicator
roll.
12. Method according to any of preceding Claims 1 to 11, characterized in that before step (c) and/or (a3), at least one further varnish layer, comprising a UV-curing
varnish, is applied by means of a roll, via spraying devices or by means of ink-jet.
13. Method according to any of Claims 1 to 12, characterized in that intermediate varnish sanding takes place between the optionally two or more varnish
layers of step (c).
14. Method according to any of Claims 10 to 13, characterized in that the smoothing roll revolves with a rate of rotation in the range of 1-30 m/min, preferably
1-6 m/min.
15. Method according to any of Claims 1 to 14, characterized in that the substrate consists of wood or wood-like material.
16. Method according to any of Claims 1 to 15, characterized in that the substrate provides an element surface of a furnishing or furniture item or of
an interior-completion element.
17. Article having a high-gloss surface on at least part of a substrate, where a moisture-cured,
water-free and solvent-free layer of polyurethane-based reactive hot-melt composition
has been applied to at least part of the substrate, and at least one varnish layer
has been applied to the layer of reactive hot-melt composition, obtainable by a method
according to any of Claims 1 to 16.
1. Procédé de génération d'une surface à haute brillance sans joint sur au moins une
partie d'une surface de support éventuellement revêtue avec une arête adjacente d'un
objet contenant les étapes
(a) application d'une couche de masse fondue réactive durcissant à l'humidité, sans
eau et sans solvant à base de polyuréthane sur au moins une partie de la surface de
support ;
(c) application d'au moins une couche de vernis sur la couche de masse fondue réactive
;
(d) revêtement de l'arête adjacente dans un procédé direct de postformage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une étape (b) est contenue entre les étapes (a) et (c), comprenant le lissage de la
couche de masse fondue réactive.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la surface de support présente un revêtement.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que le revêtement de la surface de support est généré par les étapes
(a1) application d'une couche colorée d'une masse fondue réactive à base d'un polyuréthane
sur au moins une partie de la surface de support ;
(a2) lissage éventuel de la couche de masse fondue réactive appliquée ;
(a3) application d'au moins une couche de vernis sur la couche de masse fondue réactive
;
(a4) durcissement de la structure en couche appliquée ;
(a5) impression éventuelle, de préférence impression numérique, de la structure en
couche après l'étape (a4).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la couche de vernis dans l'étape (c) et/ou l'étape (a3) est appliquée avant le durcissement
complet de la masse fondue.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le vernis durcit aux UV dans l'étape (c) ou (a3).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le revêtement de la surface de support sert de couche décorative, couvrante, à une
couleur sur des plaques en matériau dérivé du bois de préférence brutes.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le revêtement de la surface de support sert de couche de fond à une couleur couvrante
avec impression.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la couche de vernis à appliquer dans l'étape (c) comprend un vernis à haute brillance
durcissant aux UV, qui est appliqué par un cylindre cannelé ou une enduiseuse à rideau.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le revêtement à appliquer dans l'étape (a) est directement appliqué sur une plaque
de support revêtue de papier mélaminé.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 2 à 10, caractérisé en ce que la masse fondue réactive appliquée dans l'étape (b) et/ou (a2) est lissée par un
rouleau de lissage tournant dans le sens inverse au sens de rotation du rouleau d'application.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce qu'avant l'étape (c) et/ou (a3) au moins une autre couche de vernis, comprenant un vernis
durcissant aux UV, est appliquée à l'aide d'un rouleau, par des dispositifs de pulvérisation
ou au moyen de jet d'encre.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce qu'un ponçage intermédiaire de vernis est effectué entre les éventuellement plusieurs
couches de vernis de l'étape (c).
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 10 à 13, caractérisé en ce que le rouleau de lissage tourne à une vitesse de rotation dans la plage de 1 à 30 m/min,
de préférence 1 à 6 m/min.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé en ce que la surface de support se compose de bois ou de matériau de type bois.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que la surface de support fournit une surface supérieure d'élément d'un meuble ou une
pièce de meuble ou d'un élément d'aménagement intérieur.
17. Objet avec une surface à haute brillance sur au moins une partie d'une surface de
support, dans lequel une couche de masse fondue réactive durcie à l'humidité, sans
eau et sans solvant à base de polyuréthane sur au moins une partie de la surface de
support, et au moins une couche de vernis sur la couche de masse fondue réactive sont
appliquées, disponible selon un procédé conforme à l'une quelconque des revendications
1 à 16.