[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Trocknung zumindest eines Fassadenzwischenraums
mit getrockneter Druckluft, mit einer Trocknungseinheit, z.B. einem Trockenfilter,
in einer Druckluftleitung und mit zumindest einem an eine Schalteinheit angeschlossenen
Ventil zum Sperren und Öffnen der Druckluftzufuhr zum Fassadenzwischenraum.
[0002] Weiters bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Trocknung zumindest eines
Fassadenzwischenraums mit getrockneter Druckluft, die dem Fassadenzwischenraum über
eine Trocknungseinheit und über ein zugeordnetes, schaltbares Ventil zugeführt wird.
[0003] Aus der
EP 1 970 525 A2 ist ein Fassadenelement, im einzelnen hier ein Glasfassadenelement, bekannt, welches
einen nach außen abgedichteten Element-Innenraum aufweist. Dieser Innenraum, hier
Fassadenzwischenraum genannt, enthält Luft, wobei eine Druckausgleichsöffnung sowie
ein an diese anschließender Strömungsweg, mit einer Hin- und Rückleitung, vorgesehen
ist. Auf diese Weise ist es möglich, unter Steuerung mithilfe eines Ventils in der
Zuleitung, getrocknete Luft unter Verwendung einer Pumpe dem Zwischenraum zuzuführen,
um so das Klima im Zwischenraum trocken zu halten und den nachteiligen Effekten einer
Kondenswasserbildung entgegenzuwirken.
[0004] Die
EP 238 165 A2 beschreibt ebenfalls eine Einrichtung zur Trocknung zumindest eines Fassadenzwischenraumes
nach dem Stand der Technik.
[0005] Einrichtungen zur Trocknung von Scheiben mit einem vor der Trocknungseinheit angeordneten
Druckluftspeicher sind beispielsweise aus der
DE 198 33 161 A1 oder der
WO 84/01794 A1 bekannt geworden.
[0006] In ähnlicher Weise ist aus der
WO 2005/108729 A eine Einrichtung zum Kontrollieren der Atmosphäre in einem Raum, insbesondere einem
Fassadenzwischenraum, nämlich konkret in einem Zwischenraum einer Isolierverglasung,
beschrieben. Auch hier wird getrocknete Luft dem Zwischenraum zugeführt. Die entsprechende
Trocknungseinheit und die erforderlichen Ventile sollen im Rahmen des Fassadenelements
bzw. der Isolierverglasung untergebracht sein.
[0007] In vergleichbarer Weise sind auch aus der
DE 10 2009 030 057 A1 zweischalige Fassadenelemente in der Art von Verbundfenstern bekannt, wobei dem Luftzwischenraum,
d.h. dem Fassadenzwischenraum, gekühlte, entfeuchtete Luft mithilfe von Luftkonditioniereinheiten
zugeführt wird. Die Konditioniereinheiten sind dabei zwanglos durchströmbar, und die
Strömungsgeschwindigkeit der Luft sowie die Richtung der Luftströme soll sich selbsttätig
über Temperaturveränderungen in den Zwischenräumen regeln.
[0008] Die vorgenannten bekannten Techniken haben sich durchaus bewährt, jedoch besteht
weiterhin ein Bedarf an einer möglichst effizienten Technik zur Trocknung von Fassadenzwischenräumen,
also den Innenräumen oder Zwischenräumen von Fassadenelementen. Diese Fassadenelemente
können dabei nicht nur wie bekannt mit Glasscheiben aufgebaut, also in der Art einer
Isolierverglasung ausgebildet sein, sondern können auch mit den Zwischenraum begrenzenden
Plattenelementen, beispielsweise aus Metallblechen, ausgeführt sein.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Einrichtung bzw. ein Verfahren zur Trocknung
zumindest eines Fassadenzwischenraums wie einleitend angegeben vorzusehen, wobei ein
gesteuertes bzw. geregeltes Trocknen mit gutem Wirkungsgrad, was die Bereitstellung
der Trockenluft betrifft, gegeben sein soll. Im Besonderen liegt eine Aufgabe darin,
eine Mehrzahl von Fassadenelementen bzw. von deren Fassadenzwischenräumen in effizienter
Weise trocknen zu können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei größeren Bauvorhaben,
wie Bürogebäuden, eine Vielzahl von Fassadenelementen an den Gebäudefassaden gegeben
ist, sodass auch eine entsprechende Vielzahl von Fassadenzwischenräumen trocken zu
halten ist, für die eine einfache, effiziente Versorgung mit Trockenluft wünschenswert
wäre.
[0010] Demgemäß zeichnet sich die erfindungsgemäße Trocknungseinrichtung der eingangs angeführten
Art vor allem durch einen Druckluftspeicher, der in Strömungsrichtung vor der Trocknungseinheit
und vor dem Ventil angeordnet ist, und durch zumindest ein dem Druckluftspeicher nachgeschaltetes
Druckreduzierventil aus.
[0011] In entsprechender Weise weist das erfindungsgemäße Trocknungsverfahren das Kennzeichen
auf, dass die Druckluft in einem Druckluftspeicher gespeichert und von diesem unter
Druckreduktion mittels zumindest eines Druckreduzierventils dem Fassadenzwischenraum
zugeführt wird.
[0012] Bei der vorliegenden Technik wird somit nicht jedes Mal, wenn Trockenluft, also getrocknete
Druckluft, einem Fassadenzwischenraum zugeführt werden soll, ein Kompressor bzw. eine
Pumpe eingeschaltet, sondern es wird ein Druckluftspeicher in größeren Zeitabständen
mit Druckluft gefüllt, wobei der Druckluftspeicher die Druckluft mit einem vergleichsweise
hohen Druck, beispielsweise 10 bar (Überdruck), aufnehmen kann. Das Volumen des Druckluftspeichers
kann sich dabei nach den baulichen Gegebenheiten, insbesondere danach richten, ob
nur ein Fassadenzwischenraum oder, wie dies in der Regel der Fall sein wird, eine
Vielzahl von Fassadenzwischenräumen mit getrockneter Druckluft zu "spülen" ist. Auch
hängt das Volumen des Druckluftspeichers von der Häufigkeit derartiger Spülungen von
Fassadenzwischenräumen mit Druckluft ab, also etwa wenn aufgrund der Jahreszeit oder
der geographischen Region eine verhältnismäßig feuchte oder aber eine vergleichsweise
trockene Umgebung, eine Umgebung mit niedriger oder aber mit hoher Außentemperatur
usw. gegeben ist.
[0013] Bei der vorliegenden Vorgangsweise liegt somit bevorzugt eine Zeitsteuerung von Volumenströmen
vor, um das Trocknen eines Fassadenzwischenraums bzw. mehrerer Fassadenzwischenräume
mit getrockneter Druckluft durchzuführen.
[0014] Für praktische Ausführungen bei mittelgroßen Gebäuden und im mitteleuropäischen Raum
hat sich beispielsweise ein Volumen für den Druckluftspeicher im Bereich von 0,25
m
3 bis 5 m
3 als geeignet erwiesen. Selbstverständlich hängen aber wie erwähnt das Volumen des
Druckluftspeichers und/oder der Druck der darin enthaltenen Luft von der Gebäudegröße,
aber auch von der Anordnung des Kompressors bzw. der Kompressoren zum Laden des Druckluftspeichers
ab.
[0015] Der Druck der Trockenluft wird sodann vor der Zuführung zum Fassadenzwischenraum
mithilfe zumindest eines nachgeschalteten Druckreduzierventils reduziert. Eine derartige
Druckreduktion kann dabei auch darauf abgestellt werden, dass die Trocknungseinheit,
etwa im Fall einer Ausführung als Trockenfilter, wie dies bevorzugt wird, einen bestimmten
Druck für ihren Betrieb benötigt. Beispielsweise arbeiten bekannte Membran-Trockenfilter,
wie sie bei der vorliegenden Einrichtung bevorzugt eingesetzt werden können, in einem
Druckbereich von ungefähr 4 bar (Überdruck).
[0016] Bevorzugt ist daher zwischen dem Druckluftspeicher und der Trocknungseinheit ein
Druckreduzierventil angeordnet.
[0017] Um die Trockenluft auf einen für den Fassadenzwischenraum optimalen Druck zu bringen,
ist es weiters günstig, wenn zwischen der Trocknungseinheit und dem Ventil in der
Druckluftzufuhr zum Fassadenzwischenraum ein Druckreduzierventil angeordnet ist, das
vorzugsweise an die Schalteinheit angeschlossen ist. Wenn das Druckreduzierventil
mit einem Steuereingang an die Schalteinheit für das Ventil angeschlossen ist, kann
eine Druckreduktion im gewünschten Ausmaß dann herbeigeführt werden, wenn das Ventil
zur Zuführung von Trockenluft zum Fassadenzwischenraum geöffnet wird.
[0018] Auf diese Weise wird die getrocknete Druckluft dem Fassadenzwischenraum beispielsweise
bei einem Druck von ca. 1 bar (Überdruck) zugeführt.
[0019] Um zu vermeiden, dass dem Fassadenzwischenraum zusammen mit der Druckluft auch in
dieser enthaltene unerwünschte Verschmutzungen, beispielsweise kleine, partikelförmige
Verunreinigungen, zugeführt werden, kann die Druckluft, bevorzugt vor dem Trocknen
in der Trocknungseinheit, auch gefiltert werden, d.h. es wird ein Filter zwischen
dem Druckluftspeicher und der Trocknungseinheit angeordnet.
[0020] Es ist weiters von besonderem Vorteil, wenn das zumindest eine Ventil für den zumindest
einen Fassadenzwischenraum, vorzugsweise mehrere Ventile für mehrere Fassadenzwischenräume,
mithilfe einer Steuereinheit entsprechend vorgegebenen Schaltzeiten angesteuert wird
bzw. werden.
[0021] Bevorzugt ist im Fall der Mehrzahl oder Vielzahl von Fassadenzwischenräumen jeder
dieser Fassadenzwischenräume mit einem zugehörigen Ventil versehen, wenngleich es
auch denkbar ist, beispielsweise zwei oder drei Fassadenzwischenräume, die nebeneinander
oder übereinander an einer Fassade vorliegen, gleichzeitig über ein gemeinsames zugehöriges
Ventil mit Druckluft zu den vorgegebenen Zeiten zu versorgen.
[0022] Im Fall der Mehrzahl von Ventilen sind diese Ventile zweckmäßigerweise über einen
Verteiler mit der gemeinsamen Druckluftleitung verbunden.
[0023] Um die einzelnen Ventile gezielt anzusteuern, könnte die Schalteinheit beispielsweise
zyklisch die einzelnen Ventile nacheinander öffnen und schließen, um so kurzzeitig
eine Druckluftzufuhr, z.B. für einige wenige Sekunden, zu den Fassadenzwischenräumen
zu veranlassen. Von besonderem Vorteil ist es für die gezielte Ansteuerung der Ventile
jedoch, wenn die Schalteinheit einen Ventil-Adressenspeicher aufweist und eingerichtet
ist, die Ventile über deren Adressen selektiv zu schalten.
[0024] Um den äußeren klimatischen Gegebenheiten jeweils in vorteilhafter Weise Rechnung
zu tragen, ist es auch günstig, wenn die Schalteinheit ein Rechenelement mit einem
Speicher enthält, in dem z.B. Tabellen für Ventil-Schaltzeiten abhängig von Jahreszeit,
Tageszeit, Ort des jeweiligen Fassadenzwischenraums und dergl. Parametern gespeichert
sind. Das Rechenelement, beispielsweise ein Microcontroller oder Microcomputer, weist
dabei eine Zeitsteuerung, einen Timer, auf, um so die gewünschte zeitliche Steuerung
in einfacher Weise zu ermöglichen. Die Schalteinheit kann dabei eine offene Steuerung
mit Speicher für vorgegebene Ventil-Schaltzeiten realisieren, wobei hierfür ein relativ
geringer Aufwand im Hinblick auf die Erfassung von Parametern - sofern überhaupt vorgesehen
- gegeben sein kann. Beispielsweise ist es denkbar, die Steuereinheit in diesem Fall
mit derartigen Umgebungsparameter-Sensoren, wie Temperatursensoren für die Außentemperatur
und Luftfeuchte-Sensoren für die Außen-Luftfeuchte, zu verbinden. Abhängig von den
so erfassten Parametern kann dann die Steuereinheit aufgrund von in den vorerwähnten
Tabellen gespeicherten Öffnungszeit-Werten die Ventile entsprechend ansteuern.
[0025] Es ist aber andererseits auch denkbar und vielfach vorteilhaft, die Schalteinheit
als Regeleinheit mit regelbaren Ventil-Schaltzeiten zu realisieren; in diesem Fall
ist die Schalteinheit mit in den Fassadenzwischenräumen angeordneten Sensoren, z.B.
Feuchte- und/oder Temperatur-Sensoren verbunden, um so abhängig von der jeweils gemessenen
Feuchte bzw. Temperatur im jeweiligen Fassadenzwischenraum die Ventil-Öffnungszeiten
- etwa aufgrund von Tabellen - in geeigneter Weise zu bemessen. Dabei kann die Häufigkeit
der Öffnungszeiten für die Ventile und/oder auch die Dauer der jeweiligen konkreten
Öffnungszeit eingestellt werden, um so den jeweiligen Fassadenzwischenraum in geeigneter
Weise trocken zu halten.
[0026] Die Schalteinheit hat bevorzugt geeignete Eingabemittel, um die Frequenz bzw. Dauer
der Ventil-Öffnungszeiten, etwa in Tabellenform, eingeben und speichern zu können.
Als Eingabemittel können dabei nicht nur herkömmliche Tastaturen vorgesehen sein,
sondern insbesondere ein Web-Interface, um so über einen externen PC oder dergl. Rechner
die entsprechenden Öffnungszeit-Daten einzugeben.
[0027] Insgesamt ist ersichtlich, dass die Erfindung anstatt eines starren bzw. statischen
Systems eine flexible Technik vorsieht. Dabei ist ein Eingreifen in das System, z.B.
über das Web-Interface, jederzeit möglich, um so Schalt-Vorgaben für die Ventile zu
ändern, d.h. an die Gegebenheiten anzupassen; eventuelle Unregelmäßigkeiten oder Probleme
können dadurch umgehend behoben werden.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen, auf
die sie jedoch nicht beschränkt sein soll, und unter Bezugnahme auf die Zeichnung
noch weiter erläutert. In der Zeichnung zeigen dabei im Einzelnen:
Fig. 1 ein Schema für eine mögliche Trocknungs-Einrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung;
Fig. 2 im Detail eine Art Blockschaltbild für die Ventilansteuerung mithilfe einer
Schalteinheit, wobei sowohl die Variante einer Steuerung als auch jene einer Regelung
gemeinsam in diesem blockschaltbildartigen Schema veranschaulicht ist;
Fig. 3 im Detail in einer Art Blockschaltbild die Adressierung bzw. Ventilansteuerung
der Fassadenzwischenräume; und
Fig. 4 in einem Diagramm beispielhafte Öffnungszeiten für Ventile für verschiedene
Fassadenzwischenräume.
[0029] In Fig. 1 ist eine Einrichtung 1 zur Trocknung von Fassadenzwischenräumen F1 bis
Fn (kurz: Fi, mit i = 1 ... n) mit getrockneter Druckluft schematisch veranschaulicht.
Die Druckluft wird dabei den Fassadenzwischenräumen Fi zeitlich gesteuert oder aber
geregelt mithilfe einer Schalteinheit 2 über Ventile V1 bis Vm (kurz: Vj, mit j =
1 ... m) zugeführt. In diesem Zusammenhang sei vorab betont, dass im Prinzip auch
nur ein einzelner Fassadenzwischenraum Fi vorliegen kann, wenngleich die Versorgung
mit trockener Druckluft von einer Vielzahl von Fassadenzwischenräumen Fi mit der vorliegenden
Einrichtung 1 besonders vorteilhaft ist. Dabei kann weiters jedem einzelnen Fassadenzwischenraum
Fi ein eigenes Ventil Vj zugeordnet sein, d.h. i = j; es ist aber auch möglich, zwei
oder mehrere Fassadenzwischenräume, z.B. Fx bis Fy, über ein einzelnes, gemeinsames
Ventil, z.B. Vk, anzusteuern, wie dies nachfolgend anhand der Fig. 3 erläutert werden
wird. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit wird daher eine Anzahl von Ventilen V1 ...
Vj, mit j = 1 ... m, angenommen, wobei m ≤ n ist.
[0030] Hinsichtlich der Fassadenzwischenräume Fi kann sich, was deren Ausbildung bzw. Anordnung
in Fassadenelementen betrifft, eine Beschreibung erübrigen, da diese aus dem eingangs
erwähnten Stand der Technik bekannt sind.
[0031] Zur Drucklufterzeugung ist bei der Einrichtung 1 gemäß Fig. 1 ein Kompressor 3 vorgesehen,
der die Druckluft einem Druckluftspeicher 4 zuführt, dessen Größe je nach den Gegebenheiten
und Anforderungen bemessen wird. Im Druckluftspeicher 4 wird beispielsweise die Druckluft
bei einem Druck von ungefähr 10 bar (Überdruck) gespeichert, es sind jedoch selbstverständlich
auch andere Druckwerte denkbar. Dem Druckluftspeicher 4 ist ein Überdruckventil 5
als Sicherheitsventil zugeordnet, wobei mithilfe dieses Überdruckventils 5 der Druck
der Druckluft im Druckluftspeicher 4 auf das Maximum beschränkt wird. Weiters kann
aus Sicherheitsgründen bzw. zur Überprüfung ein Manometer 6 am Druckluftspeicher 4
angeordnet sein.
[0032] Die Druckluft wird sodann über eine Druckluftleitung 7 und ein erstes Druckreduzierventil
8 einem Filter 9 zugeführt, wo etwaige Verunreinigungen aus der Luft ausgefiltert
werden. Diesem Filter 9 ist eine Trocknungseinheit 10, z.B. in Form eines Trockenfilters,
wie insbesondere Membran-Trockenfilters, nachgeschaltet. Diese Trocknungseinheit 10,
nachstehend auch kurz Trockenfilter 10 genannt, benötigt beispielsweise für ihren
Betrieb einen vorgegebenen Druck von ca. 4 bar (Überdruck), welcher mit dem vorgenannten
Druckreduzierventil 8 eingestellt wird.
[0033] In der Druckluftleitung 7 folgt sodann ein zweites Druckreduzierventil 11, um die
Druckluft auf einen für die Fassadenzwischenräume Fi geeigneten Druck von beispielsweise
ungefähr 1 bar (Überdruck) zu reduzieren. Diese Druckreduktion mithilfe des Druckreduzierventils
11 ist nur dann erforderlich, wenn tatsächlich getrocknete Druckluft den Fassadenzwischenräumen
Fi zugeführt wird, und es ist eine elektronische Ansteuerung des zweiten Druckreduzierventils
11 mithilfe der Schalteinheit 2 vorgesehen. Es ist dabei auch denkbar, mithilfe der
durch die Schalteinheit 2 gegebenen Steuerung - bei entsprechender Ausbildung des
Druckreduzierventils 11 als elektronisch gesteuertes Druckeinstellventil - den jeweils
gewünschten Druck am Druckreduzierventil 11 einzustellen.
[0034] Die beiden Druckreduzierventile 8, 11 werden der Einfachheit halber in ihrer Kombination
im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Druckreduziereinheit 12 bezeichnet.
[0035] Die Druckluftleitung 7 führt sodann nach dem Druckreduzierventil 11 zu einem Verteiler
13 mit einer Anzahl von Anschlüssen entsprechend der Anzahl m von Ventilen Vj. Im
Prinzip kann der Verteiler 13 auch mehr als m Anschlüsse haben, wobei dann die für
den konkreten Anwendungsfall überzähligen Anschlüsse gesperrt werden.
[0036] An den Verteiler 13 sind die Ventile V1 bis Vm angeschlossen. Weiters sind diese
Ventile V1 bis Vm mit ihren Steuereingängen an die Schalteinheit 2 angeschlossen,
sodass sie mithilfe dieser Schalteinheit 2 zu den gewünschten Zeitpunkten geöffnet
und wieder geschlossen werden können. Ein mögliches Schema für derartige Öffnungs-
und Schließzeiten wird nachfolgend anhand des Schaltdiagramms von Fig. 4 erläutert
werden.
[0037] Gemäß Fig. 2 ist die Schalteinheit 2 mit einem Rechenelement 14, beispielsweise einem
Microcontroller oder einem Microcomputer, sowie mit einem Adressenspeicher 15A ausgebildet,
wobei der Adressenspeicher 15A die Adressen für die Ventile Vj enthält. Die Ventile
Vj werden vom Rechenelement bzw. Microcontroller 14 beispielsweise über einen Bus
16 angesteuert. Dem Microcontroller 14 ist ein weiterer Speicher 15B für die Öffnungszeiten
für die einzelnen Ventile Vj zugeordnet, wobei diese Öffnungszeiten, vor allem die
Länge der Öffnung des jeweiligen Ventils Vj, abhängig z.B. von der "Wetterseite" des
Gebäudes und von der Jahreszeit etc. verschieden sein können. Insbesondere können
die entsprechenden Daten in Tabellenform im Speicher 15B abgelegt sein.
[0038] Weiters sind dem Microcontroller 14 Eingabemittel 17, beispielsweise ein Web-Interface
17, zugeordnet, um so über den Microcontroller 14 entsprechende Öffnungszeit-Daten
eingeben zu können.
[0039] Die Schalteinheit 2 kann als Steuereinheit betrieben werden, wobei feste Öffnungszeit-Daten,
wenngleich gegebenenfalls abhängig vom Ort des jeweiligen Fassadenzwischenraums sowie
von der Jahreszeit oder allgemein von Umgebungsbedingungen, entsprechend den Tabellenwerten
im Speicher 15B vorgegeben werden.
[0040] In Fig. 2 ist in diesem Zusammenhang auch noch mit strichlierter Linie 18A eine Verbindung
zu einer Wetterstation 19 gezeigt, wobei mithilfe dieser Wetterstation 19 beispielsweise
Außentemperatur und Außen-Luftfeuchte gemessen werden und entsprechende Parameter-Werte
dem Microcontroller 14 zur Ansteuerung der Ventile Vj übermittelt werden.
[0041] Es ist aber auch eine Ausbildung als Regeleinheit denkbar, wobei die Feuchte und/oder
die Temperatur im jeweiligen Fassadenzwischenraum Fi mithilfe von über eine weitere
Leitung 18B angeschlossene Sensoren 20 (in Fig. 2 ist exemplarisch ein einziger derartiger
Sensor gezeigt) in Fassadenzwischenräumen Fi ermittelt werden. Diese Funktion der
Schalteinheit 2 als Regeleinheit ist dabei, was die Fassadenzwischenraum-Sensoren
20 und die Verbindungsleitung 18B zur Schalteinheit 2 anlangt, mit strichpunktierten
Linien in Fig. 2 gezeigt. In diesem Fall können für (die) einzelne(n) Fassadenzwischenräume
Fi beispielsweise vorgegebene Werte für die Feuchte und die Temperatur als Soll-Werte
im Speicher 15B des Microcontrollers 14 abgelegt werden (Eingabe über die Eingabemittel
17), und der Microcontroller 14 regelt sodann den Ist-Wert für Feuchte und Temperatur
in den einzelnen Fassadenzwischenräumen Fi entsprechend den vorgegebenen SollWerten
durch entsprechende Ansteuerung der Ventile Vj.
[0042] Es ist auch denkbar, die Einrichtung 1 immer so wie in Fig. 2 gezeigt komplett vorzusehen,
also mit den Sensoren 20 und der Wetterstation 19, und es kann dann je nach Wunsch
die Schalteinheit 2 entweder als Steuereinheit, mit oder ohne Berücksichtigung von
mit der Wetterstation 19 gemessenen Umgebungsparametern, oder aber als Regeleinheit,
mit Berücksichtigung der Fassadenzwischenraum-Parameter, die mit den Sensoren 20 gemessen
werden, betrieben werden. Zumeist wird eine einfache Steuerung, gegebenenfalls in
Verbindung mit der Wetterstation 19, ausreichen, wobei dann im Sommer oder an Tagen
mit warmen Temperaturen der Volumenstrom der Trockenluft zu den einzelnen Fassadenzwischenräumen
Fi reduziert bzw. für längere Zeiten überhaupt abgeschaltet werden kann.
[0043] Aus der Detailschaltung von Fig. 3 ist zu ersehen, dass auch mehrere Fassadenzwischenräume,
beispielsweise Fx bis Fy, an ein gemeinsames Ventil, z.B. Vk, angeschlossen werden
können, um so gleichzeitig über dieses gemeinsame Ventil Vk mit trockener Druckluft
versorgt zu werden. Dadurch ergibt sich, dass die Zahl m der Ventile Vj in diesem
Beispiel kleiner ist als die Zahl n der Fassadenzwischenräume Fi.
[0044] In Fig. 4 ist in einem Schaltdiagramm beispielhaft der Ablauf der Öffnung von Ventilen
Vj gezeigt, wobei zum einen ersichtlich ist, dass die Ventile zeitlich aufeinanderfolgend,
gleich lang oder aber auch verschieden lang, beispielsweise je nach Ort oder Größe
des Fassadenzwischenraums Fi, geöffnet werden und geöffnet gehalten werden können,
s. die Öffnungszeiten T1 bis T5. Denkbar ist es aber auch, verschiedene Ventile Vj
und damit Fassadenzwischenräume Fi auch überlappend anzusteuern bzw. mit Druckluft
zu versorgen, wie im Diagramm der Fig. 4 rechts mit den Öffnungszeiten Tr und Ts schematisch
veranschaulicht ist.
[0045] Die jeweiligen Öffnungszeiten, nämlich Einschaltzeitpunkt und Abschaltzeitpunkt,
sowie die Häufigkeit der Ansteuerung (oder Zykluszeit) werden in jedem Einzelfall
je nach Bedarf und Notwendigkeit festgelegt. Bevorzugt wird jedoch, dass die Adressen
bzw. Ventile Vj der Reihe nach nacheinander angesteuert werden, wobei aber die Dauer
der Öffnungszeiten Tj nicht immer gleich sein muss. Eine derartige Art der Ansteuerung
ist jedenfalls bei nicht zu großen Anlagen problemlos.
[0046] Im Betrieb wird mit dem Kompressor 3 Druckluft erzeugt, und diese Druckluft wird
im Druckluftspeicher 4 gepuffert. Mit der im Druckluftbehälter 4 gespeicherten Druckluft
kann dann über einen längeren Zeitraum, ohne dass der Kompressor 3 eingeschaltet werden
müsste, die Anlage mit Druckluft versorgt werden. Dementsprechend ist, um eben auf
diese Weise die Schaltzeiten des Kompressors 3 reduzieren zu können, ein vergleichsweise
hoher Druck im Druckluftspeicher 4 zu wählen.
[0047] Ein erhöhter Druck ist andererseits notwendig, damit die nachgeschalteten Filter
9 (Schmutzfilter) und 10 (Trockenfilter) einwandfrei funktionieren; allerdings ist
für die Funktion dieser Filter 9, 10 nicht ein derart hoher Druck erforderlich oder
günstig, wie er im Druckluftspeicher 4 für die Pufferung der Druckluft vorgesehen
wird. Deshalb wird mithilfe der Druckreduziereinheit 12, konkret im gezeigten Beispiel
mithilfe des ersten Druckreduzierventils 8, der Druck der Druckluft auf den erforderlichen
Wert, z.B. ungefähr 4 bar, eingestellt.
[0048] Danach wird, mithilfe des zweiten Druckreduzierventils 11, der Druck weiter reduziert,
damit die Trockenluft mit dem richtigen Druck in die Fassadenzwischenräume Fi gedrückt
werden kann. Die Druckluftzufuhr zu den Fassadenzwischenräumen Fi wird mithilfe der
Ventile Vj zeitlich gesteuert, wodurch der Volumenstrom der Druckluft für die Fassadenzwischenräume
Fi in geeigneter Weise eingestellt wird. Wie bereits erwähnt kann je nach Anforderung
jeder Fassadenzwischenraum Fi einzeln und auch zeitlich unterschiedlich zu den anderen
Fassadenzwischenräumen mit getrockneter Druckluft versorgt werden, oder es können
auch einzelne Fassadenzwischenräume gleichzeitig oder einander überlappend Trockenluft
zugeführt erhalten.
[0049] Durch das Einblasen der trockenen Luft in die Fassadenzwischenräume Fi wird dort
vor allem eine Kondensatbildung verhindert.
[0050] Der Vollständigkeit halber ist anzuführen, dass selbstverständlich nicht nur eine
Zuleitung 7 für die trockene Druckluft zu den Fassadenzwischenräumen Fi vorzusehen
ist, sondern dass auch eine Ableitung aus den Fassadenzwischenräumen Fi (z.B. mit
gleichzeitig mit den Ventilen Vj angesteuerten Ventilen oder mit einfachen Überdruckventilen,
die auf Atmosphärendruck eingestellt sind) erforderlich ist, was aber an sich bekannt
ist und daher nicht weiter in der Zeichnung veranschaulicht ist. Bei der vorliegenden
Einrichtung kann die aus den Fassadenzwischenräumen Fi verdrängte Luft im übrigen
einfach an die Umgebung abgegeben werden.
1. Einrichtung (1) zur Trocknung zumindest eines Fassadenzwischenraums (F1-Fn) mit getrockneter
Druckluft, mit einer Trocknungseinheit (10), z.B. einem Trockenfilter (10), in einer
Druckluftleitung (7) und mit zumindest einem an eine Schalteinheit (2) angeschlossenen
Ventil (V1-Vm) zum Sperren und Öffnen der Druckluftzufuhr zum Fassadenzwischenraum
(F1-Fn), gekennzeichnet durch einen Druckluftspeicher (4), der in Strömungsrichtung vor der Trocknungseinheit (10)
und vor dem Ventil (V1-Vm) angeordnet ist, und durch zumindest ein dem Druckluftspeicher (4) nachgeschaltetes Druckreduzierventil (8,
11).
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Druckluftspeicher (4) und der Trocknungseinheit (10) ein Druckreduzierventil
(8) angeordnet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Trocknungseinheit (10) und dem Ventil (V1-Vm) ein Druckreduzierventil
(11) angeordnet ist, das vorzugsweise an die Schalteinheit (2) angeschlossen ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Druckluftspeicher (4) ein Filter (9) nachgeschaltet ist, welcher Filter (9) vorzugsweise
vor der Trocknungseinheit angeordnet ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Fassadenzwischenräumen (F1-Fn) über ein oder mehrere Ventile (V1-Vm)
mit einem Verteiler (13) verbunden sind, oder an die Druckluftleitung (7) angeschlossen
sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Ventile (V1-Vm) an die gemeinsame Schalteinheit (2) angeschlossen sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinheit (2) einen Ventil-Adressenspeicher (15A) aufweist und eingerichtet
ist, die Ventile (Vj) über deren Adressen selektiv zu schalten.
8. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinheit (2) ein Rechenelement (14), z.B. einen µC, mit einem Speicher (15B)
enthält, in dem z.B. Tabellen für Ventil-Schaltzeiten abhängig von Jahreszeit, Tageszeit,
Ort des jeweiligen Fassadenzwischenraums und dergl. Parametern gespeichert sind.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinheit (2) eine Steuereinheit (2) mit Speicher (15B) für vorgegebene Ventil-Schaltzeiten
ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (2) mit Umgebungsparameter-Sensoren (19), z.B. für Außen-Temperatur
und/oder Außen-Luftfeuchte, verbunden ist.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinheit (2) eine Regeleinheit (2) mit regelbaren Ventil-Schaltzeiten ist,
die mit in den Fassadenzwischenräumen (Fi) angeordneten Feuchte-Sensoren (20) verbunden
ist.
12. Verfahren zur Trocknung zumindest eines Fassadenzwischenraums (Fi) mit getrockneter
Druckluft, die dem Fassadenzwischenraum (Fi) über eine Trocknungseinheit (10) über
ein zugeordnetes, schaltbares Ventil (Vj) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluft in einem Druckluftspeicher (4) gespeichert und von diesem unter Druckreduktion
mittels zumindest eines Druckreduzierventils (8, 11) dem Fassadenzwischenraum (Fi)
zugeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluft vor dem Trocknen in der Trocknungseinheit (10) gefiltert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck der Druckluft vor dem Trocknen ein erstes Mal, z.B. von ca. 10 bar auf
ca. 4 bar, und danach vor dem Zuführen zum Ventil (Vj) ein zweites Mal, z.B. auf ca.
1 bar, reduziert wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Ventil (Vj) für den zumindest einen Fassadenzwischenraum (Fi),
vorzugsweise mehrere Ventile (Vj) für mehrere Fassadenzwischenräume (Fi), mit Hilfe
einer Steuereinheit (2) entsprechend vorgegebenen Schaltzeiten angesteuert wird bzw.
werden.