[0001] Die Erfindung betrifft ein optisches System zur Abbildung eines Objekts, wobei das
optische System ein Objektiv, eine Bildstabilisierungseinheit und ein Okular aufweist.
Insbesondere ist das optische System als ein binokulares Fernglas, als ein monokulares
Fernglas, als ein Spektiv oder als ein Fernrohr ausgebildet.
[0002] Das oben bezeichnete optische System wird beispielsweise in einem Fernrohr oder einem
Fernglas eingesetzt. Das durch das Fernrohr oder das Fernglas von einem Beobachter
erfasste Bild wird oft verwackelt wahrgenommen, da Zitterbewegungen oder Drehbewegungen
der Hände des Benutzers, aber auch Bewegungen des Untergrundes, wiederum Bewegungen
des optischen Systems verursachen. Um dieses zu umgehen, ist es bekannt, Bilder in
einem optischen System zu stabilisieren. Bekannte Lösungen verwenden Stabilisierungseinrichtungen
zur Stabilisierung des Bildes mittels einer mechanischen Einrichtung und/oder einer
elektronischen Einrichtung. Ferner sind sogenannte passive Stabilisierungen und aktive
Stabilisierungen bekannt, wie nachfolgend noch näher erläutert wird.
[0003] Eine passive Stabilisierung ist aus der
DE 23 53 101 C3 bekannt. In dieser Druckschrift ist ein optisches System in Form eines Fernrohrs
beschrieben, das ein Objektiv, eine Bildstabilisierungseinheit in Form eines Prismenumkehrsystems
sowie ein Okular aufweist. Von dem Objektiv in Richtung des Okulars gesehen sind zunächst
das Objektiv, dann die Bildstabilisierungseinheit und dann das Okular entlang einer
optischen Achse des optischen Systems angeordnet. Das Prismenumkehrsystem ist kardanisch
in einem Gehäuse des Fernrohrs gelagert. Hierunter wird verstanden, dass das Prismenumkehrsystem
derart in dem Gehäuse des Fernrohrs angeordnet ist, dass das Prismenumkehrsystem um
zwei zueinander rechtwinklig angeordnete Achsen drehbar gelagert ist. Zur drehbaren
Lagerung wird eine Vorrichtung verwendet, die als Kardanik bezeichnet wird. Die beiden
vorgenannten Achsen schneiden sich in einem Gelenkpunkt. Bei dem bekannten optischen
System ist es nun vorgesehen, den Gelenkpunkt mittig zwischen einer bildseitigen Hauptebene
des Objektivs und einer objektseitigen Hauptebene des Okulars anzuordnen. Das kardanisch
gelagerte Prismenumkehrsystem wird aufgrund seiner Trägheit durch auftretende Drehzitterbewegungen
nicht bewegt (passive Stabilisierung). Es bleibt somit fest im Raum stehen. Auf diese
Weise wird eine Bildverwackelung, die aufgrund der Drehzitterbewegung des Gehäuses
entsteht, kompensiert.
[0004] Eine aktive Stabilisierung ist beispielsweise aus der
DE 39 33 255 C2 bekannt. Aus dieser Druckschrift ist ein binokulares Fernglas mit einer Bildstabilisierung
bekannt, das ein Prismenumkehrsystem aufweist. Das Prismenumkehrsystem weist Porro-Prismen
auf, die jeweils eine Kippachse aufweisen. Die Porro-Prismen sind um ihre jeweilige
Kippachse schwenkbar ausgebildet. Zur Schwenkung der Porro-Prismen sind Motoren vorgesehen
(aktive Stabilisierung). Die Schwenkung erfolgt in Abhängigkeit einer Zitterbewegung,
die ein Wackeln eines beobachteten Bildes verursacht, sodass eine Bildverschlechterung
vermieden wird.
[0005] Ein weiteres Beispiel einer bekannten passiven Stabilisierung ist aus der
DE 28 34 158 C3 bekannt. Aus dieser Druckschrift ist ein Fernrohr mit einer Anordnung bestehend aus
einem Objektiv, einem Prismenumkehrsystem sowie einem Okular bekannt, wobei zwei Teilfernrohre
vorgesehen sind, die jeweils eine der vorgenannten Anordnung aufweisen. Die Prismen
der Prismenumkehrsysteme beider Teilfernrohre sind in einer gemeinsamen Kardanik in
einem Gehäuse gelagert. Der Gelenkpunkt liegt in der Mitte zwischen der bildseitigen
Hauptebene des Objektivs und der objektseitigen Hauptebene des Okulars. Zudem liegt
der Gelenkpunkt im Schwerpunkt der Kardanik. Es hat sich nun aber gezeigt, dass bei
Fernrohren mit einer Vergrößerung von größer als 8 jedes der Prismenumkehrsysteme
näher am entsprechenden Okular als am jeweiligen Objektiv angeordnet ist. Damit jedes
Prismenumkehrsystem in der Kardanik im Gleichgewicht ist, ist es notwendig, mindestens
ein Ausgleichgewicht vorzusehen. Die Verwendung eines Ausgleichsgewichts ist jedoch
nicht unbedingt wünschenswert, da hierdurch das Gewicht des Fernrohrs größer wird.
[0006] Um die Verwendung eines Ausgleichsgewichts zu vermeiden, kann beispielsweise eine
aktive Stabilisierung verwendet werden, wie sie bereits weiter oben beschrieben wurde.
Dann ist es nicht mehr erforderlich, den Gelenkpunkt des Prismenumkehrsystems in die
Mitte zwischen der bildseitigen Hauptebene des Objektivs und der objektseitigen Hauptebene
des Okulars zu legen. Vielmehr kann die Lage des Gelenkpunktes frei auf der optischen
Achse des optischen Systems gewählt werden. Liegt jedoch der Gelenkpunkt näher am
Okular als am Objektiv, hat sich ergeben, dass das Prismenumkehrsystem um einen Winkel
(Prismenkippwinkel) entgegen der Kippung des Gehäuses gekippt werden sollte, der größer
als der Betrag des Winkels der Kippung des Gehäuses ist. Der Prismenkippwinkel der
Kippung relativ zum Objektiv und relativ zum Okular zusätzlich zu der Zitterbewegung
verursacht für die Abbildung eines Objekts einen Bildfehler in Form von Koma, sodass
die Bildgüte verringert wird. Demnach erzeugt das Prismenumkehrsystem diese Koma.
Eine Verschlechterung der Bildgüte ist aber nicht wünschenswert.
Aus der
US 6,067,194 ist ein weiteres optisches System mit einer passiven Stabilisierung bekannt. Dieses
bekannte optische System weist ein Objektiv, ein Umkehrsystem sowie ein Okular auf.
Das Umkehrsystem weist mehrere Elemente auf. So weist es einen Umlenkspiegel, ein
Schmidt-Prisma und ein Prisma zur 180°-Umlenkung auf. Das Okular sowie das Prisma
zur 180°-Umlenkung sind fest mit einem Gehäuse verbunden und werden aufgrund einer
Zitterbewegung eines Benutzers mitbewegt. Das Schmidt-Prisma und eine Linse mit negativer
Brechkraft sind als eine einzelne Baugruppe um eine horizontale Achse schwenkbar angeordnet.
In der Baugruppe selbst ist wiederum eine vertikale Achse realisiert, um die eine
weitere Baugruppe bestehend aus dem Objektiv und dem Umlenkspiegel schwenkbar ist.
Zur Bildstabilisierung ist es vorgesehen, dass das Schmidt-Prisma und die Linse mit
negativer Brechkraft durch ihre Trägheit um die horizontale Achse schwenken. Darüber
hinaus können das Objektiv und der Umlenkspiegel zusätzlich um die vertikale Achse
schwenken. Die beiden Achsen (also die horizontale Achse und die vertikale Achse)
schneiden sich nicht in einem gemeinsamen Schnittpunkt. Es handelt sich demnach nicht
um einen Gelenkpunkt einer Kardanik, wie sie oben beschrieben ist. Die
US 3,608,995 offenbart die Merkmale des Oberbegriffs von Anspruch 1. Die
US 3,531,176 offenbart ein optisches System zur Abbildung eines Objekts mit einer Meniskuslinse
in der Bildstabilisierungseinheit.
[0007] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, ein optisches System mit einer
Bildstabilisierung anzugeben, das zum einen auf eine Verwendung von Gegengewichten
verzichtet und zum anderen die von einem Umkehrsystem eingebrachten Bildfehler, insbesondere
Koma, kompensiert oder nicht auftreten lässt.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem optischen System mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und/oder den beigefügten Figuren.
[0009] Erfindungsgemäß weist das optische System zur Abbildung eines Objekts mindestens
ein erstes Objektiv, mindestens eine erste Bildstabilisierungseinheit und mindestens
ein erstes Okular auf. Ferner ist es vorgesehen, dass von dem ersten Objektiv in Richtung
des ersten Okulars gesehen zunächst das erste Objektiv, dann die erste Bildstabilisierungseinheit
und dann das erste Okular entlang einer ersten optischen Achse angeordnet sind. Die
erste Bildstabilisierungseinheit ist kardanisch um einen ersten Gelenkpunkt drehbar
gelagert. Wie bereits oben genannt, wird unter einer kardanischen Lagerung der ersten
Bildstabilisierungseinheit verstanden, dass die erste Bildstabilisierungseinheit derart
angeordnet ist, dass die erste Bildstabilisierungseinheit um zwei zueinander rechtwinklig
angeordnete Achsen drehbar gelagert ist, nämlich um eine erste Achse und um eine zweite
Achse. Der Schnittpunkt der ersten Achse und der zweiten Achse (sowie gegebenenfalls
der ersten optische Achse) ist der erste Gelenkpunkt. Ferner ist es vorgesehen, dass
der erste Gelenkpunkt zwischen dem ersten Objektiv und dem ersten Okular angeordnet
ist. Darüber hinaus ist es vorgesehen, dass die erste Bildstabilisierungseinheit eine
erste Linseneinheit und mindestens ein erstes optisches Element umfasst, wobei die
erste Linseneinheit und das erste optische Element derart angeordnet sind, dass die
erste Linseneinheit zusammen mit dem ersten optischen Element kardanisch um den ersten
Gelenkpunkt drehbar gelagert ist. Dabei wird vorstehend und auch nachstehend unter
einer Linseneinheit eine Einheit verstanden, die nur eine einzelne Linse oder mindestens
zwei Linsen (beispielsweise in Form einer Linsengruppe) aufweist.
[0010] Zum einen wurde überraschenderweise festgestellt, dass für ein optisches System gemäß
der Erfindung, das eine Vergrößerung von größer als 8 aufweist, eine Bildstabilisierungseinheit
in der oben beschriebenen Form derart angeordnet werden kann, dass kein Gegengewicht
zur Austarierung der Bildstabilisierungseinheit mehr notwendig ist. Zum anderen hat
sich überraschender Weise gezeigt, dass aufgrund einer Verkippung der Bildstabilisierungseinheit
keine störende Koma auftritt oder die auftretende Koma so gering ist, dass es von
einem Benutzer als nicht störend wahrgenommen wird. Somit werden die Nachteile des
Standes der Technik vermieden.
Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen optischen Systems ist es zusätzlich
vorgesehen, dass die erste Linseneinheit zwischen dem ersten Objektiv und dem ersten
optischen Element angeordnet ist. Somit weist das erfindungsgemäße optische System
entlang der ersten optischen Achse folgende Reihenfolge der Einheiten auf: erstes
Objektiv - erste Linseneinheit - erstes optisches Element- erstes Okular.
[0011] Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen optischen Systems ist es
zusätzlich vorgesehen, dass die erste Linseneinheit eine erste Brennweite aufweist
und dass das erste Objektiv eine zweite Brennweite aufweist. Ferner gilt die folgende
Beziehung für die erste Brennweite und die zweite Brennweite:

f
1 entspricht der ersten Brennweite und f
2 entspricht der zweiten Brennweite. Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass
bei Wahl der ersten Brennweite und der zweiten Brennweite gemäß dieser Beziehung die
weiter oben genannten Vorteile verstärkt werden.
[0012] Erfindungsgemäß ist die erste Linseneinheit zur Vermeidung einer störenden Koma als
eine erste Meniskuslinse ausgebildet und weist negative Brechkraft auf. Diese kann
beispielsweise derart ausgebildet sein, dass die erste Meniskuslinse eine erste konkave
Seite aufweist, welche in Richtung des ersten Objektivs orientiert ist.
Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen optischen Systems ist es zusätzlich
vorgesehen, dass das optische System ein erstes Gehäuse aufweist, wobei das erste
Objektiv, die erste Bildstabilisierungseinheit und das erste Okular in dem ersten
Gehäuse angeordnet sind.
[0013] Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen Systems
ist es zusätzlich oder alternativ vorgesehen, dass das optische System mindestens
ein zweites Objektiv, mindestens eine zweite Bildstabilisierungseinheit und mindestens
ein zweites Okular aufweist. Von dem zweiten Objektiv in Richtung des zweiten Okulars
gesehen sind zunächst das zweite Objektiv, dann die zweite Bildstabilisierungseinheit
und dann das zweite Okular entlang einer zweiten optischen Achse angeordnet. Die zweite
Bildstabilisierungseinheit ist kardanisch um einen zweiten Gelenkpunkt drehbar gelagert,
wobei hinsichtlich des Begriffs der kardanischen Lagerung auf weiter oben verwiesen
wird. Es gilt entsprechendes auch hier. Der zweite Gelenkpunkt ist der Schnittpunkt
von zwei zueinander rechtwinklig angeordneten Achsen, nämlich einer dritten Achse
und einer vierten Achse, sowie der zweiten optischen Achse. Der zweite Gelenkpunkt
ist zwischen dem zweiten Objektiv und dem zweiten Okular angeordnet. Darüber hinaus
ist es vorgesehen, dass die zweite Bildstabilisierungseinheit eine zweite Linseneinheit
und mindestens ein zweites optisches Element umfasst, wobei die zweite Linseneinheit
und das zweite optische Element derart angeordnet sind, dass die zweite Linseneinheit
zusammen mit dem zweiten optischen Element kardanisch um den zweiten Gelenkpunkt drehbar
gelagert ist. Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen optischen Systems
ist es zusätzlich vorgesehen, dass die zweite Linseneinheit zwischen dem zweiten Objektiv
und dem zweiten optischen Element angeordnet ist.
Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen Systems
ist es zusätzlich vorgesehen, dass die zweite Linseneinheit eine dritte Brennweite
aufweist und dass das zweite Objektiv eine vierte Brennweite aufweist. Für die dritte
Brennweite und die vierte Brennweite gilt folgende Beziehung:

f
3 entspricht der dritten Brennweite und f
4 entspricht der vierten Brennweite. Bei Wahl der dritten Brennweite und der vierten
Brennweite gemäß dieser Beziehung werden die weiter oben genannten Vorteile verstärkt.
[0014] Auch bei den vorgenannten Ausführungsbeispielen ist es zusätzlich oder alternativ
vorgesehen, dass die zweite Linseneinheit nur eine Einzellinse aufweist oder dass
die zweite Linseneinheit mindestens zwei Linsen, beispielsweise in Form einer Linsengruppe,
aufweist.
Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen Systems
ist es zusätzlich vorgesehen, dass das optische System mindestens eines der folgenden
Merkmale aufweist:
- die zweite Linseneinheit weist negative Brechkraft auf;
- die zweite Linseneinheit ist als eine zweite Meniskuslinse ausgebildet; oder
- die zweite Linseneinheit ist als eine zweite Meniskuslinse ausgebildet, wobei die
zweite Meniskuslinse eine zweite konkave Seite aufweist, welche in Richtung des zweiten
Objektivs orientiert ist.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen Systems ist
es zusätzlich vorgesehen, dass das optische System ein zweites Gehäuse aufweist, wobei
das zweite Objektiv, die zweite Bildstabilisierungseinheit und das zweite Okular in
dem zweiten Gehäuse angeordnet sind.
[0015] Erfindungsgemäß ist das erste optische Element als erstes Prismenumkehrsystem ausgebildet.
[0016] Darüber hinaus ist es bei einem weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
optischen Systems zusätzlich vorgesehen, dass das zweite optische Element als zweites
Umkehrsystem ausgebildet ist. Beispielsweise ist das zweite optische Element als zweites
Prismenumkehrsystem oder als zweites Linsenumkehrsystem ausgebildet.
Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen Systems
ist es vorgesehen, dass das erste Gehäuse mit dem zweiten Gehäuse über mindestens
eine Knickbrücke verbunden ist. Die Knickbrücke weist ein an dem ersten Gehäuse angeordnetes
erstes Scharnierteil und ein an dem zweiten Gehäuse angeordnetes zweites Scharnierteil
auf. Die Knickbrücke ermöglicht die Einstellung des optischen Systems derart, dass
das erste Gehäuse und das zweite Gehäuse auf die Pupillendistanz eines Benutzers eingestellt
werden können. Das erste Gehäuse und das zweite Gehäuse werden demnach relativ zueinander
angeordnet, sodass das erste Gehäuse an einem der beiden Augen des Benutzers angeordnet
ist und sodass das zweite Gehäuse an dem anderen der beiden Augen des Benutzers angeordnet
ist.
Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen Systems
ist es zusätzlich vorgesehen, dass das erste Gehäuse als Tubus ausgebildet ist. Zusätzlich
oder alternativ hierzu ist es vorgesehen, dass das zweite Gehäuse als Tubus ausgebildet
ist. Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen optischen
Systems ist das optische System als Fernglas oder Fernrohr ausgebildet.
Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen optischen Systems ist eine
erste Bildebene vorgesehen, wobei von dem ersten Objektiv in Richtung des ersten Okulars
gesehen zunächst das erste Objektiv, dann die erste Bildstabilisierungseinheit, dann
die erste Bildebene und dann das erste Okular entlang der ersten optischen Achse des
optischen Systems angeordnet sind. Die erste Bildstabilisierungseinheit weist mindestens
eine erste Eintrittsfläche und mindestens eine erste Austrittsfläche auf. Die erste
Eintrittsfläche ist zum ersten Objektiv gerichtet. Die erste Austrittsfläche hingegen
ist zur ersten Bildebene gerichtet. Ferner ist die erste Austrittsfläche in einem
Bereich von 1 mm bis 20 mm beabstandet zur ersten Bildebene angeordnet. Beispielsweise
ist die erste Austrittsfläche in einem Bereich von 2 mm bis 15 mm beabstandet zur
ersten Bildebene angeordnet oder die erste Austrittsfläche ist in einem Bereich von
3 mm bis 12 mm beabstandet zur ersten Bildebene angeordnet. Entsprechendes kann für
die zweite Bildstabilisierungseinheit ebenfalls vorgesehen sein. Diese Ausführungsformen
beruhen auf der überraschenden Erkenntnis, dass die Anordnung der Austrittsfläche
der Bildstabilisierungseinheit relativ zur Bildebene in dem vorgenannten Bereich es
ermöglicht, das Trägheitsmoment der Bildstabilisierungseinheit derart zu verringern,
dass Motoren mit einer beispielsweise im Vergleich zum Stand der Technik relativ geringen
Kraft zur Verstellung der Bildstabilisierungseinheit verwendet werden können (beispielsweise
Piezo-Antriebe). Gleichzeitig ist es möglich, kleinere Bildstabilisierungseinheiten
als im Stand der Technik zu verwenden, ohne dass Abbildungseigenschaften des erfindungsgemäßen
optischen Systems sich verschlechtern.
[0017] Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen optischen Systems ist es
vorgesehen, dass optische System als binokulares Fernglas, als monokulares Fernglas,
als Spektiv oder als Fernrohr auszubilden. Insbesondere ist es vorgesehen, dass das
optische System eine Vergrößerung im Bereich von 8 bis 80 aufweist.
[0018] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen mittels Figuren näher beschrieben.
Dabei zeigen
- Figur 1
- ein optisches System in Form eines Fernglases mit einer Knickbrücke;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines ersten optischen Teilsystems des Fernglases gemäß
Figur 1;
- Figur 3
- eine weitere schematische Darstellung des ersten optischen Teilsystems des Fernglases
gemäß Figur 1;
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines zweiten optischen Teilsystems des Fernglases gemäß
Figur 1;
- Figur 5
- eine weitere schematische Darstellung des zweiten optischen Teilsystems des Fernglases
gemäß Figur 1; sowie
- Figur 6
- eine weitere schematische Darstellung des ersten optischen Teilsystems bzw. des zweiten
optischen Teilsystems.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines optischen Systems in Form eines binokularen
Fernglases 1 besprochen (nachfolgend nur Fernglas genannt). Es wird aber explizit
darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf ein binokulares Fernglas eingeschränkt
ist. Vielmehr ist die Erfindung für jedes optische System geeignet, beispielsweise
auch bei einem Fernrohr.
[0020] Figur 1 zeigt eine erste schematische Darstellung des Fernglases 1, welches ein tubusförmiges
erstes Gehäuseteil 2 und ein tubusförmiges zweites Gehäuseteil 3 aufweist. Durch das
erste Gehäuseteil 2 verläuft eine erste optische Achse 10. Hingegen verläuft durch
das zweite Gehäuseteil 3 eine zweite optische Achse 11. Das erste Gehäuseteil 2 ist
mit dem zweiten Gehäuseteil 3 über eine Knickbrücke 4 verbunden. Die Knickbrücke 4
weist ein erstes Scharnierteil 5 auf, welches an dem ersten Gehäuseteil 2 angeformt
ist. Ferner weist die Knickbrücke 4 ein zweites Scharnierteil 6 auf, welches an dem
zweiten Gehäuseteil 3 angeordnet ist. Das erste Scharnierteil 5 weist ein erstes Aufnahmeteil
7 und ein zweites Aufnahmeteil 8 auf, zwischen denen ein drittes Aufnahmeteil 9 des
zweiten Scharnierteils 6 angeordnet ist. Durch das erste Aufnahmeteil 7, das zweite
Aufnahmeteil 8 sowie das dritte Aufnahmeteil 9 verläuft ein Achsbolzen (nicht dargestellt),
sodass die relative Position des ersten Gehäuseteils 2 und des zweiten Gehäuseteils
3 um eine Gelenkachse 74 zueinander eingestellt werden kann. Auf diese Weise ist es
möglich, das erste Gehäuseteil 2 und das zweite Gehäuseteil 3 auf die Pupillendistanz
eines Benutzers einzustellen, sodass zum einen das erste Gehäuseteil 2 an dem einen
der beiden Augen des Benutzers angeordnet ist und so dass zum anderen das zweite Gehäuseteil
3 an dem anderen der beiden Augen des Benutzers angeordnet ist.
[0021] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines ersten optischen
Teilsystems 12 des Fernglases 1 zur Abbildung eines Objekts O. Das erste optische
Teilsystem 12 ist in dem ersten Gehäuseteil 2 (vgl.
Figur 1) angeordnet. Das erste optische Teilsystem 12 weist ein erstes Objektiv 100, eine
erste Bildstabilisierungseinheit 200 und ein erstes Okular 300 auf. Vom ersten Objektiv
100 in Richtung des ersten Okulars 300 gesehen sind entlang der ersten optischen Achse
10 zunächst das erste Objektiv 100, dann die erste Bildstabilisierungseinheit 200
und dann das erste Okular 300 angeordnet.
[0022] Das erste Objektiv 100 umfasst 3 Linsen, nämlich eine erste Linse L1, eine zweite
Linse L2 und eine dritte Linse L3. Die erste Linse L1 und die zweite Linse L2 bilden
ein Kittglied. Die dritte Linse L3 ist als Einzellinse ausgebildet. Ferner ist die
dritte Linse L3 als Fokussierelement ausgebildet und ist entlang der ersten optischen
Achse 10 zur Fokussierung axial verschiebbar.
[0023] Die erste Bildstabilisierungseinheit 200 umfasst zum einen eine erste Linseneinheit
201 und ein erstes Prismenumkehrsystem 202. Die erste Linseneinheit 201 wird aus einer
Meniskuslinse mit negativer Brechkraft gebildet. Ferner weist die erste Linseneinheit
201 eine erste konkave Seite 203 auf, welche in Richtung des ersten Objektivs 100
orientiert ist. Das erste Prismenumkehrsystem 202 weist ein erstes Prisma 204 und
ein zweites Prisma 205 auf. Die Form und die Ausgestaltung des ersten Prismas 204
und des zweiten Prismas 205 sind geeignet wählbar. Beispielsweise können das erste
Prisma 204 und das zweite Prisma 205 als Schmidt-Pechan-Prismensystem, als Porro-Prismensystem
erster Art, als Porro-Prismensystem zweiter Art, als Uppendahl-Prismensystem oder
als Abbe-König-Prismensystem ausgebildet sein.
[0024] Die erste Linseneinheit 201 und das erste Prismenumkehrsystem 202 bilden eine Einheit.
Sie sind derart miteinander verbunden, dass sie sich gemeinsam bewegen. Die erste
Bildstabilisierungseinheit 200 ist kardanisch in dem Gehäuseteil 2 gelagert. Sie dreht
sich somit um einen ersten Gelenkpunkt 206 um zwei Achsen, nämlich um eine erste Achse
207 und um eine hierzu rechtwinklig angeordnete zweite Achse 208, welche in die Blattebene
hineinragt. Der erste Gelenkpunkt 206 ist der Schnittpunkt der ersten Achse 207 und
der zweiten Achse 208. Er liegt auf der ersten optischen Achse 10.
[0025] Das erste Okular 300 setzt sich aus mehreren Einzellinsen zusammen, nämlich einer
vierten Linse L4, einer fünften Linse L5, einer sechsten Linse L6 und einer siebten
Linse L7. Die fünfte Linse L5 und die sechste Linse L6 bilden ein Kittglied.
[0026] Zwischen der ersten Bildstabilisierungseinheit 200 und dem ersten Okular 300 ist
eine erste Bildebene BE angeordnet. Das zweite Prisma 205 weist eine erste Austrittsfläche
209 auf, welche in einem Bereich von 1 mm bis 20 mm beabstandet zur ersten Bildebene
BE angeordnet. Beispielsweise ist die erste Austrittsfläche 209 in einem Bereich von
2 mm bis 15 mm beabstandet zur ersten Bildebene BE angeordnet, oder die erste Austrittsfläche
209 ist in einem Bereich von 3 mm bis 12 mm beabstandet zur ersten Bildebene BE angeordnet.
[0027] Zur Kompensation einer Zitterbewegung des Fernglases 1 bzw. des ersten Gehäuseteils
2 aufgrund einer Bewegung des Benutzers des Fernglases 1 oder aufgrund einer Bewegung
des Untergrundes, auf dem sich ein Benutzer befindet, wird die erste Bildstabilisierungseinheit
200, also sowohl die erste Linseneinheit 201 als auch das erste Prismenumkehrsystem
202, um einen vorgebbaren Winkel um den ersten Gelenkpunkt 206 gedreht, beispielsweise
im Bereich von - 3° bis + 3°. Die Bewegung der ersten Bildstabilisierungseinheit 200
kann dabei entweder passiv oder aktiv erfolgen. Eine passive Bewegung ist natürlich
keine Bewegung gegenüber der Umgebung an sich, da dass Fernglas 1 entgegenbewegt und
die erste Bildstabilisierungseinheit 200 im Bezug auf die Umgebung "stehenbleibt".
Dennoch wird hier von einer passiven Bewegung gesprochen. Bei einer aktiven Bewegung
werden beispielsweise Motoren (nicht dargestellt) eingesetzt, um die erste Bildstabilisierungseinheit
200 um den entsprechenden Winkel zu drehen. Als Motoren eignen sich beispielsweise
Piezo-Antriebe.
Figur 2 zeigt die erste Bildstabilisierungseinheit 200 in einem nicht gedrehten Zustand.
Die
Figur 3 zeigt eine weitere Darstellung des ersten optischen Teilsystems 12 des Fernglases
1 gemäß der
Figur 2. Gleiche Baueinheiten sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen. Im Unterschied
zu der
Figur 2 ist das Fernglas 1 um ca. 1° um einen Drehpunkt auf einer Eintrittsfläche des Objektivs
100 im Uhrzeigersinn aufgrund einer Zitterbewegung gedreht. Die erste Bildstabilisierungseinheit
200 ist um einen vorgebbaren Winkel um den ersten Gelenkpunkt 206 relativ zu dem ersten
Gehäuseteil 2 entgegengekippt, beispielsweise im Bereich von 0,5° bis 3°. Einige Ausführungsbeispiele
sehen einen vorgebbaren Winkel von 2,4° vor.
[0028] Die erste Linseneinheit 201 weist eine negative Brechkraft auf. Hierdurch ergibt
sich, dass man die Okularbrennweite und die Vergrößerung des Fernglases 1 derart wählen
kann, dass die Brennweite des Objektivs 100 derart kurz gehalten werden kann, dass
der Gesamtaufbau des Fernglases 1 hinsichtlich seiner Länge nicht größer als der Stand
der Technik ist. Ein Ausführungsbeispiel ist weiter unten genannt.
[0029] Die
Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines zweiten optischen
Teilsystems 13 des Fernglases 1 zur Abbildung des Objekts O. Das zweite optische Teilsystem
13 ist in dem zweiten Gehäuseteil 3 (vgl.
Figur 1) angeordnet. Das zweite optische Teilsystem 13 weist ein zweites Objektiv 100', eine
zweite Bildstabilisierungseinheit 200' und ein zweites Okular 300' auf. Vom zweiten
Objektiv 100' in Richtung des zweiten Okulars 300' gesehen sind entlang der zweiten
optischen Achse 11 zunächst das zweite Objektiv 100', dann die zweite Bildstabilisierungseinheit
200' und dann das zweite Okular 300' angeordnet. Nachfolgend wird auf den Aufbau des
zweiten Objektivs 100', der zweiten Bildstabilisierungseinheit 200' und des zweiten
Okular 300' eingegangen.
[0030] Auch das zweite Objektiv 100' umfasst 3 Linsen, nämlich eine achte Linse L8, eine
neunte Linse L9 und eine zehnte Linse L10. Die achte Linse L8 und die neunte Linse
L9 bilden ein Kittglied. Die zehnte Linse L10 ist als Einzellinse ausgebildet. Ferner
ist die zehnte Linse L10 als Fokussierelement ausgebildet und ist entlang der zweiten
optischen Achse 11 zur Fokussierung axial verschiebbar.
[0031] Die zweite Bildstabilisierungseinheit 200' ist im Grunde wie die erste Bildstabilisierungseinheit
200 ausgebildet. So umfasst die zweite Bildstabilisierungseinheit 200' zum einen eine
zweite Linseneinheit 201' und ein zweites Prismenumkehrsystem 202'. Die zweite Linseneinheit
201' wird aus einer Meniskuslinse mit negativer Brechkraft gebildet. Ferner weist
die zweite Linseneinheit 201' eine zweite konkave Seite 203' auf, welche in Richtung
des zweiten Objektivs 100' orientiert ist. Das zweite Prismenumkehrsystem 202' weist
wiederum ein drittes Prisma 204' und ein viertes Prisma 205' auf. Die Form und die
Ausgestaltung des dritten Prismas 204' und des vierten Prismas 205' sind geeignet
wählbar. Beispielsweise können das dritte Prisma 204' und das vierte Prisma 205' als
Schmidt-Pechan-Prismensystem, als Porro-Prismensystem erster Art, als Porro-Prismensystem
zweiter Art, als Uppendahl-Prismensystem oder als Abbe-König-Prismensystem ausgebildet
sein.
[0032] Auch die zweite Linseneinheit 201' und das zweite Prismenumkehrsystem 202' bilden
eine Einheit. Sie sind derart miteinander verbunden, dass sie sich gemeinsam bewegen.
Die zweite Bildstabilisierungseinheit 200' ist kardanisch in dem zweiten Gehäuseteil
3 gelagert. Es dreht sich somit um einen zweiten Gelenkpunkt 206' um zwei Achsen,
nämlich um eine dritte Achse 207' und um eine hierzu rechtwinklig angeordnete vierte
Achse 208', welche in die Blattebene hineinragt. Die dritte Achse 207' und die vierte
Achse 208' schneiden sich in dem zweiten Gelenkpunkt 206', der auf der zweiten optischen
Achse 11 angeordnet ist.
[0033] Das zweite Okular 300' setzt sich ebenfalls aus mehreren Einzellinsen zusammen, nämlich
einer elften Linse L11, einer zwölften Linse L12, einer dreizehnten Linse L13 und
einer vierzehnten Linse L14. Die zwölfte Linse L12 und die dreizehnte Linse L13 bilden
ein Kittglied. Zwischen der zweiten Bildstabilisierungseinheit 200' und dem zweiten
Okular 300' ist eine zweite Bildebene BE' angeordnet. Das vierte Prisma 205' weist
eine zweite Austrittsfläche 209' auf, welche in einem Bereich von 1 mm bis 20 mm beabstandet
zur zweiten Bildebene BE' angeordnet ist. Beispielsweise ist die zweite Austrittsfläche
209' in einem Bereich von 2 mm bis 15 mm beabstandet zur zweiten Bildebene BE' angeordnet,
oder die zweite Austrittsfläche 209' ist in einem Bereich von 3 mm bis 12 mm beabstandet
zur zweiten Bildebene BE' angeordnet.
[0034] Zur Kompensation einer Zitterbewegung des Fernglases 1 bzw. des Gehäuseteils 3 aufgrund
einer Bewegung des Benutzers des Fernglases 1 oder aufgrund einer Bewegung des Untergrundes,
auf dem sich ein Benutzer befindet, wird die zweite Bildstabilisierungseinheit 200',
also sowohl die zweite Linseneinheit 201' als auch das zweite Prismenumkehrsystem
202', um einen vorgebbaren Winkel um den zweiten Gelenkpunkt 206' gedreht, beispielsweise
im Bereich von - 3° bis + 3°. Die Bewegung der zweiten Bildstabilisierungseinheit
200' kann dabei entweder passiv oder aktiv erfolgen. Hierzu wird auch auf weiter oben
verwiesen. Bei einer aktiven Bewegung werden beispielsweise Motoren (nicht dargestellt)
eingesetzt, um das zweite Prismenumkehrsystem 202' und die zweite Linseneinheit 201'
um den gewünschten Winkel zu drehen. Beispielsweise werden als Motoren Piezo-Antriebe
verwendet.
Figur 4 zeigt die zweite Bildstabilisierungseinheit 200' in einem nicht gedrehten Zustand.
Die
Figur 5 zeigt eine weitere Darstellung des zweiten optischen Teilsystems 13 des Fernglases
1 gemäß der
Figur 4. Gleiche Baueinheiten sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen. Im Unterschied
zu der
Figur 4 ist das Fernglas 1 um ca. 1° um einen Drehpunkt auf einer Eintrittsfläche des Objektivs
100' im Uhrzeigersinn aufgrund einer Zitterbewegung gedreht. Die zweite Bildstabilisierungseinheit
200' ist um einen vorgebbaren Winkel um den zweiten Gelenkpunkt 206' relativ zu dem
zweiten Gehäuseteil 3 entgegengekippt, beispielsweise im Bereich von 0° bis 3°. Einige
Ausführungsbeispiele sehen einen vorgebbaren Winkel von 2,4° vor.
[0035] Wie oben bereits erwähnt, weist die zweite Linseneinheit 201' negative Brechkraft
auf. Hierdurch ergibt sich, dass man die Okularbrennweite und die Vergrößerung des
Fernglases 1 derart wählen kann, dass die Brennweite des zweiten Objektivs 100' derart
kurz gehalten werden kann, sodass der Gesamtaufbau des Fernglases 1 hinsichtlich seiner
Länge nicht größer als der Stand der Technik ist. Ein Ausführungsbeispiel ist weiter
unten genannt.
[0036] Im Grunde können das erste optische Teilsystem 12 und das zweite optische Teilsystem
13 einen identischen Aufbau aufweisen. Beispielsweise sind das erste optische Teilsystem
12 und das zweite optische Teilsystem 13, die oben beschrieben wurden, identisch aufgebaut.
Allerdings wird explizit darauf hingewiesen, dass die beiden optischen Teilsysteme
12 und 13 nicht zwingend identisch aufgebaut sein müssen.
[0037] Figur 6 zeigt das erste optische Teilsystem 12 bzw. das zweite optische Teilsystem 13, allerdings
nur mir einer Flächenkennzeichnung. Das erste optische Teilsystem 12 bzw. das zweite
optische Teilsystem 13 weist bei den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen die
in der nachfolgenden Tabelle zusammengefassten Eigenschaften auf.

[0038] In der oben genannten Tabelle sind die einzelnen Flächen der einzelnen optischen
Einheiten und deren Radien angegeben. Ferner ist der Abstand des Scheitelpunkts einer
ersten Fläche zu dem Scheitelpunkt der nächsten Fläche angegeben. Dies gibt ebenfalls
die Dicke der einzelnen optischen Einheiten wieder. Ferner ist mit n die Brechzahl
bezeichnet, wobei diese für verschiedene Linien angegeben ist. Darüber hinaus ist
die Glassorte der jeweiligen optischen Einheit angegeben, wobei die Notation der Glassorten
sich auf Glassorten der Unternehmen OHARA und SCHOTT bezieht .
[0039] Die Vergrößerung des in der Tabelle beschriebenen Ausführungsbeispiels beträgt 15.
Ferner betragen die Brennweite des ersten Objektivs 100 bzw. des zweiten Objektivs
100' 167,40 mm, die Brennweite der ersten Linseneinheit 201 bzw. der zweiten Linseneinheit
201' -581,09 mm, die Brennweite des ersten Objektivs 100 zusammen mit der ersten Linseneinheit
201 bzw. des zweiten Objektivs 100' zusammen mit der zweiten Linseneinheit 201' 187,34
mm sowie die Brennweite des ersten Okulars 300 bzw. des zweiten Okulars 300' 12,48
mm.
[0040] Überlegungen haben nun ergeben, dass fast keine Koma durch die für die Stabilisierung
des Bildes vorgesehenen Kippungen durch die erste Bildstabilisierung 200 und die zweite
Bildstabilisierungseinheit 200' verursacht wird. Bei dem Fernglas 1 wird die Bildgüte
bei der Bildstabilisierung nicht durch eine bei der Kippung der jeweiligen Bildstabilisierungseinheit
verursachte Koma verschlechtert. Die erste Linseneinheit 201 sowie die zweite Linseneinheit
201' haben nur einen geringen Einfluss oder keinen Einfluss auf die Bildstabilisierung.
Die erste Linseneinheit 201 bzw. die zweite Linseneinheit 201' bewirkt, dass bei einem
für die Bildstabilisierung gekippten ersten Prismenumkehrsystem 202 bzw. ersten Prismenumkehrsystem
202' keine störende Koma auftritt oder die zusätzlich auftretende Koma so gering ist,
dass sie als nicht störend wahrgenommen wird.
[0041] Damit der Einfluss der ersten Linseneinheit 201 bzw. der zweiten Linseneinheit 201'
auf die Bildgüte möglichst gering ist, ist es von Vorteil, wenn die erste Linseneinheit
201 bzw. die zweite Linseneinheit 201' gewisse Eigenschaften aufweisen. So haben Überlegungen
ergeben, dass die erste Linseneinheit 201 bzw. die zweite Linseneinheit 201' meniskusförmig
ausgebildet sein sollte und dass die konkave Seite 203 bzw. 203' der ersten Linseneinheit
201 bzw. der zweiten Linseneinheit 201' in Richtung des ersten Objektivs 100 bzw.
zweiten Objektivs 100' zeigen sollte. Ferner haben Überlegungen ergeben, dass die
erste Linseneinheit 201 bzw. die zweite Linseneinheit 201' derart angeordnet werden
soll, dass sie sich zwischen dem Objektiv 100 bzw. 100' und dem Prismenumkehrsystem
202 bzw. 202' befindet. Ferner sollte für die Brennweite die folgende Bedingung gelten.

[0042] Bei Wahl der Brennweiten gemäß dieser Beziehung werden die weiter oben genannten
Vorteile verstärkt.
[0043] Für das erste Objektiv 100 und das zweite Objektiv 100' können alle geeignete Objektivtypen
eingesetzt werden. Das in den Ausführungsbeispielen gezeigte Objektiv in Form eines
dreilinsigen Objektivs mit einer möglichen Innenfokussierung ist nur ein mögliches
Beispiel. Auch für das erste Okular 300 und das zweite Okular 300' können alle geeignete
Okulartypen eingesetzt werden. Das im Ausführungsbeispiel gezeigte vierlinsige Okular
ist nur ein mögliches Beispiel.
[0044] Ausführungsformen der Erfindung sehen vor, dass das optische System gemäß der Erfindung
eine Vergrößerung im Bereich von 8 bis 80 aufweist. Bei Ausführungsbeispielen mit
großer Vergrößerung (beispielsweise über 18) können als erste Linseneinheit 201 und
als zweite Linseneinheit 201' optische Glieder bestehend aus mehreren Linsen verwendet
werden, um Farbfehler zu vermeiden.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Fernglas
- 2
- erstes Gehäuseteil
- 3
- zweites Gehäuseteil
- 4
- Knickbrücke
- 5
- erstes Scharnierteil
- 6
- zweites Scharnierteil
- 7
- erstes Aufnahmeteil
- 8
- zweites Aufnahmeteil
- 9
- drittes Aufnahmeteil
- 10
- erste optische Achse
- 11
- zweite optische Achse
- 12
- erstes optisches Teilsystem
- 13
- zweites optisches Teilsystem
- 74
- Gelenkachse
- 100
- erstes Objektiv
- 100'
- zweites Objektiv
- 200
- erste Bildstabilisierungseinheit
- 200'
- zweite Bildstabilisierungseinheit
- 201
- erste Linseneinheit
- 201'
- zweite Linseneinheit
- 202
- erstes Prismenumkehrsystem
- 202'
- zweites Prismenumkehrsystem
- 203
- erste konkave Seite
- 203'
- zweite konkave Seite
- 204
- erstes Prisma
- 204'
- drittes Prisma
- 205
- zweites Prisma
- 205'
- viertes Prisma
- 206
- erster Gelenkpunkt
- 206'
- zweiter Gelenkpunkt
- 207
- erste Achse
- 207'
- dritte Achse
- 208
- zweite Achse
- 208'
- vierte Achse
- 209
- erste Austrittsfläche
- 209'
- zweite Austrittsfläche
- 300
- erstes Okular
- 300'
- zweites Okular
- L1
- erste Linse
- L2
- zweite Linse
- L3
- dritte Linse
- L4
- vierte Linse
- L5
- fünfte Linse
- L6
- sechste Linse
- L7
- siebte Linse
- L8
- achte Linse
- L9
- neunte Linse
- L10
- zehnte Linse
- L11
- elfte Linse
- L12
- zwölfte Linse
- L13
- dreizehnte Linse
- L14
- vierzehnte Linse
- BE
- erste Bildebene
- BE'
- zweite Bildebene
- O
- Objekt
1. Optisches System (1) zur Abbildung eines Objekts (O), mit
- mindestens einem ersten Objektiv (100),
- mindestens einer ersten Bildstabilisierungseinheit (200), und
- mindestens einem ersten Okular (300),
wobei
- von dem ersten Objektiv (100) in Richtung des ersten Okulars (300) gesehen zunächst
das erste Objektiv (100), dann die erste Bildstabilisierungseinheit (200) und dann
das erste Okular (300) entlang einer ersten optischen Achse (10) angeordnet sind,
- die erste Bildstabilisierungseinheit (200) kardanisch um einen ersten Gelenkpunkt
(206) drehbar gelagert ist, und wobei
- der erste Gelenkpunkt (206) zwischen dem ersten Objektiv (100) und dem ersten Okular
(300) angeordnet ist,
- die erste Bildstabilisierungseinheit (200) mindestens eine erste Linseneinheit (201)
und mindestens ein erstes optisches Element (202) umfasst, wobei die erste Linseneinheit
(201) und das erste optische Element (202) derart angeordnet sind, dass die erste
Linseneinheit (201) zusammen mit dem ersten optischen Element (202) kardanisch um
den ersten Gelenkpunkt (206) drehbar gelagert ist, und wobei das erste optische Element
(202) als erstes Prismenumkehrsystem ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Linseneinheit (201) zur Vermeidung einer störenden Koma als eine erste
Meniskuslinse ausgebildet ist und negative Brechkraft aufweist.
2. Optisches System (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Linseneinheit (201) zwischen dem ersten Objektiv (100) und dem ersten optischen
Element (202) angeordnet ist.
3. Optisches System (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Linseneinheit (201) eine erste Brennweite aufweist,
- das erste Objektiv (100) eine zweite Brennweite aufweist, und dass
- für die erste Brennweite und die zweite Brennweite folgende Beziehung gilt:

wobei f1 der ersten Brennweite entspricht und wobei f2 der zweiten Brennweite entspricht.
4. Optisches System (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Linseneinheit (201) nur eine einzelne Linse aufweist.
5. Optisches System (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Meniskuslinse eine erste konkave Seite (203) aufweist, welche in Richtung
des ersten Objektivs (100) orientiert ist.
6. Optisches System (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) ein erstes Gehäuse (2) aufweist, wobei das erste Objektiv
(100), die erste Bildstabilisierungseinheit (200) und das erste Okular (300) in dem
ersten Gehäuse (2) angeordnet sind.
7. Optisches System (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) folgende weiteren Merkmale aufweist:
- mindestens ein zweites Objektiv (100'),
- mindestens eine zweite Bildstabilisierungseinheit (200'), und
- mindestens ein zweites Okular (300'),
wobei
- von dem zweiten Objektiv (100') in Richtung des zweiten Okulars (300') gesehen zunächst
das zweite Objektiv (100'), dann die zweite Bildstabilisierungseinheit (200') und
dann das zweite Okular (300') entlang einer zweiten optischen Achse (11) angeordnet
sind,
- die zweite Bildstabilisierungseinheit (200') kardanisch um einen zweiten Gelenkpunkt
(206') drehbar gelagert ist,
- der zweite Gelenkpunkt (206') zwischen dem zweiten Objektiv (100') und dem zweiten
Okular (300') angeordnet ist, und wobei
- die zweite Bildstabilisierungseinheit (200') mindestens eine zweite Linseneinheit
(201') und mindestens ein zweites optisches Element (202') umfasst, wobei die zweite
Linseneinheit (201') und das zweite optische Element (202') derart angeordnet sind,
dass die zweite Linseneinheit (201') zusammen mit dem zweiten optischen Element (202')
kardanisch um den zweiten Gelenkpunkt (206') drehbar gelagert ist, wobei das zweite
optische Element (202') als zweites Prismenumkehrsystem ausgebildet ist.
8. Optisches System (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Linseneinheit (201') zwischen dem zweiten Objektiv (200') und dem zweiten
optischen Element (202') angeordnet ist.
9. Optisches System (1) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die zweite Linseneinheit (201') eine dritte Brennweite aufweist,
- das zweite Objektiv (100') eine vierte Brennweite aufweist, und dass
- für die dritte Brennweite und die vierte Brennweite folgende Beziehung gilt:

wobei f3 der dritten Brennweite entspricht und wobei f4 der vierten Brennweite entspricht.
10. Optisches System (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) eines der folgenden Merkmale aufweist:
- die zweite Linseneinheit (201') weist nur eine einzelne Linse auf; oder
- die zweite Linseneinheit (201') weist mindestens zwei Linsen auf.
11. Optisches System (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- die zweite Linseneinheit (201') weist negative Brechkraft auf;
- die zweite Linseneinheit (201') ist als eine zweite Meniskuslinse ausgebildet; oder
- die zweite Linseneinheit (201') ist als eine zweite Meniskuslinse ausgebildet, wobei
die zweite Meniskuslinse eine zweite konkave Seite (203') aufweist, welche in Richtung
des zweiten Objektivs (100') orientiert ist.
12. Optisches System (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) ein zweites Gehäuse (3) aufweist, wobei das zweite Objektiv
(100'), die zweite Bildstabilisierungseinheit (200') und das zweite Okular (300')
in dem zweiten Gehäuse (3) angeordnet sind.
13. Optisches System (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, aber stets in Verbindung
mit Ansprüchen 6 und 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das erste Gehäuse (2) mit dem zweiten Gehäuse (3) über mindestens eine Knickbrücke
(4) verbunden ist,
- die Knickbrücke (4) ein an dem ersten Gehäuse (2) angeordnetes erstes Scharnierteil
(5) aufweist, und dass
- die Knickbrücke (4) ein an dem zweiten Gehäuse (3) angeordnetes zweites Scharnierteil
(6) aufweist.
14. Optisches System (1) nach Ansprüchen 6 und 12,
dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- das erste Gehäuse (2) ist als Tubus ausgebildet, oder
- das zweite Gehäuse (3) ist als Tubus ausgebildet.
15. Optisches System (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) eines der folgenden Merkmale aufweist:
- das optische System (1) ist als binokulares Fernglas, als Spektiv oder als Fernrohr
ausgebildet; oder
- das optische System (1) weist eine Vergrößerung im Bereich von 8 bis 80 auf.
16. Optisches System (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das optische System (1) als monokulares Fernglas ausgebildet ist.
1. Optical system (1) for imaging an object (O), having
- at least a first objective (100),
- at least a first image stabilizing unit (200) and
- at least a first eyepiece (300),
wherein,
- as seen in the direction of the first eyepiece (300) from the first objective (100),
the first objective (100) is arranged first along a first optical axis (10), then
followed by the first image stabilizing unit (200) and then followed by the first
eyepiece (300),
- the first image stabilizing unit (200) is rotatably mounted in cardan-joint fashion
about a first hinge point (206), and wherein
- the first hinge point (206) is arranged between the first objective (100) and the
first eyepiece (300),
- the first image stabilizing unit (200) comprises at least a first lens unit (201)
and at least a first optical element (202), wherein the first lens unit (201) and
the first optical element (202) are arranged such that the first lens unit (201) is,
together with the first optical element (202), rotatably mounted in cardan-joint fashion
about the first hinge point (206), and wherein the first optical element (202) is
embodied as a first prism erecting system,
characterized in that
the first lens unit (201) is embodied as a first meniscus lens in order to avoid a
bothersome coma and has negative refractive power.
2. Optical system (1) according to Claim 1, characterized in that the first lens unit (201) is arranged between the first objective (100) and the first
optical element (202).
3. Optical system (1) according to Claim 1 or 2,
characterized in that
- the first lens unit (201) has a first focal length,
- the first objective (100) has a second focal length and in that
- the following relationship applies to the first focal length and the second focal
length:

where f1 corresponds to the first focal length and where f2 corresponds to the second focal length.
4. Optical system (1) according to one of the preceding claims, characterized in that first lens unit (201) only has a single lens.
5. Optical system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that
- the first meniscus lens has a first concave side (203), which is oriented in the
direction of the first objective (100).
6. Optical system (1) according to one of the preceding claims, characterized in that the optical system (1) has a first housing (2), wherein the first objective (100),
the first image stabilizing unit (200) and the first eyepiece (300) are arranged in
the first housing (2).
7. Optical system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the optical system (1) has the following further features:
- at least a second objective (100'),
- at least a second image stabilizing unit (200'), and
- at least a second eyepiece (300'),
wherein,
- as seen in the direction of the second eyepiece (300') from the second objective
(100'), the second objective (100') is arranged first along a second optical axis
(11), then followed by the second image stabilizing unit (200') and then followed
by the second eyepiece (300'),
- the second image stabilizing unit (200') is rotatably mounted in cardan-joint fashion
about a second hinge point (206'),
- the second hinge point (206') is arranged between the second objective (100') and
the second eyepiece (300'), and wherein
- the second image stabilizing unit (200') comprises at least a second lens unit (201')
and at least a second optical element (202'), wherein the second lens unit (201')
and the second optical element (202') are arranged such that the second lens unit
(201') is, together with the second optical element (202'), rotatably mounted in cardan-joint
fashion about the second hinge point (206'), wherein the second optical element (202')
is embodied as a second prism erecting system.
8. Optical system (1) according to Claim 7, characterized in that the second lens unit (201') is arranged between the second objective (200') and the
second optical element (202').
9. Optical system (1) according to Claim 7 or 8,
characterized in that
- the second lens unit (201') has a third focal length,
- the second objective (100') has a fourth focal length and in that
- the following relationship applies to the third focal length and the fourth focal
length:

where f3 corresponds to the third focal length and where f4 corresponds to the fourth focal length.
10. Optical system (1) according to one of Claims 7 to 9,
characterized in that the optical system (1) has one of the following features:
- the second lens unit (201') only has a single lens; or
- the second lens unit (201') has at least two lenses.
11. Optical system (1) according to one of Claims 7 to 10,
characterized in that the optical system (1) has at least one of the following features:
- the second lens unit (201') has negative refractive power;
- the second lens unit (201') is embodied as a second meniscus lens; or
- the second lens unit (201') is embodied as a second meniscus lens, wherein the second
meniscus lens has a second concave side (203'), which is oriented in the direction
of the second objective (100').
12. Optical system (1) according to one of Claims 7 to 11, characterized in that the optical system (1) has a second housing (3), wherein the second objective (100'),
the second image stabilizing unit (200') and the second eyepiece (300') are arranged
in the second housing (3).
13. Optical system (1) according to one of the preceding claims, but always in conjunction
with Claims 6 and 12,
characterized in that
- the first housing (2) is connected to the second housing (3) via at least one folding
bridge (4),
- the folding bridge (4) has a first hinge part (5) arranged on the first housing
(2) and in that
- the folding bridge (4) has a second hinge part (6) arranged on the second housing
(3).
14. Optical system (1) according to Claims 6 and 12,
characterized in that the optical system (1) has at least one of the following features:
- the first housing (2) is embodied as a tube, or
- the second housing (3) is embodied as a tube.
15. Optical system (1) according to one of the preceding claims,
characterized in that the optical system (1) has one of the following features:
- the optical system (1) is embodied as binocular field glasses, as a spotting scope
or as a telescope; or
- the optical system (1) has a magnification in the range from 8 to 80.
16. Optical system (1) according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the optical system (1) is embodied as monocular field glasses.
1. Système optique (1) permettant de former l'image d'un objet (O), comprenant
- au moins un premier objectif (100),
- au moins une première unité de stabilisation d'image (200), et
- au moins un premier oculaire (300),
dans lequel
- vus depuis le premier objectif (100) en direction du premier oculaire (300), le
premier objectif (100) en premier lieu, puis la première unité de stabilisation d'image
(200), puis le premier oculaire (300) sont disposés le long d'un premier axe optique
(10),
- la première unité de stabilisation d'image (200) est montée à la cardan de manière
à pouvoir tourner autour d'un premier point d'articulation (206), et dans lequel
- le premier point d'articulation (206) est situé entre le premier objectif (100)
et le premier oculaire (300),
- la première unité de stabilisation d'image (200) comprend au moins une première
unité à lentilles (201) et au moins un premier élément optique (202), dans lequel
la première unité à lentilles (201) et le premier élément optique (202) sont disposés
de telle manière que la première unité à lentilles (201) conjointement avec le premier
élément optique (202) est montée à la Cardan de manière à pouvoir tourner autour du
premier point d'articulation (206), et dans lequel le premier élément optique (202)
est réalisé sous la forme d'un premier système d'inversion à prisme,
caractérisé en ce que
la première unité à lentilles (201) est réalisée sous la forme d'une première lentille
ménisque pour éviter une coma perturbatrice et présente une puissance optique négative.
2. Système optique (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la première unité à lentilles (201) est disposée entre le premier objectif (100)
et le premier élément optique (202).
3. Système optique (1) selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
- la première unité à lentilles (201) présente une première distance focale,
- le premier objectif (100) présente une deuxième distance focale, et en ce que
- pour la première distance focale et la deuxième distance focale, on a la relation
suivante :

où f1 correspond à la première distance focale et où f2 correspond à la deuxième focale.
4. Système optique (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première unité à lentilles (201) ne comporte qu'une seule lentille.
5. Système optique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- la première lentille ménisque présente une première face concave (203) orientée
en direction du premier objectif (100).
6. Système optique (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système optique (1) comporte un premier boîtier (2), dans lequel le premier objectif
(100), la première unité de stabilisation d'image (200) et le premier oculaire (300)
sont disposés dans le premier boîtier (2).
7. Système optique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le système optique (1) présente les autres caractéristiques suivantes :
- au moins un deuxième objectif (100'),
- au moins une deuxième unité de stabilisation d'image (200'), et
- au moins un deuxième oculaire (300'),
dans lequel
- vus depuis le deuxième objectif (100') en direction du deuxième oculaire (300'),
le deuxième objectif (100') en premier lieu, puis la deuxième unité de stabilisation
d'image (200'), puis le deuxième oculaire (300') sont disposés le long d'un deuxième
axe optique (11),
- la deuxième unité de stabilisation d'image (200') est montée à la cardan de manière
à pouvoir tourner autour d'un deuxième point d'articulation (206'),
- le deuxième point d'articulation (206') est situé entre le deuxième objectif (100')
et le deuxième oculaire (300'), et dans lequel
- la deuxième unité de stabilisation d'image (200') comprend au moins une deuxième
unité à lentilles (201') et au moins un deuxième élément optique (202'), dans lequel
la deuxième unité à lentilles (201') et le deuxième élément optique (202') sont disposés
de telle manière que la deuxième unité à lentilles (201') conjointement avec le deuxième
élément optique (202') est montée à la cardan de manière à pouvoir tourner autour
du deuxième point d'articulation (206'), dans lequel le deuxième élément optique (202')
est réalisé sous la forme d'un deuxième système d'inversion à prisme.
8. Système optique (1) selon la revendication 7, caractérisé en ce que la deuxième unité à lentilles (201') est située entre le deuxième objectif (200')
et le deuxième élément optique (202').
9. Système optique (1) selon la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce que
- la deuxième unité à lentilles (201') présente une troisième distance focale,
- le deuxième objectif (100') présente une quatrième distance focale, et en ce que
- pour la troisième distance focale et la quatrième distance focale, on a la relation
suivante :

où f3 correspond à la troisième distance focale et où f4 est la quatrième distance focale.
10. Système optique (1) selon l'une des revendications 7 à 9,
caractérisé en ce que le système optique (1) présente l'une des caractéristiques suivantes :
- la deuxième unité à lentilles (201') ne comporte qu'une seule lentille ; ou
- la deuxième unité à lentilles (201') comporte au moins deux lentilles.
11. Système optique (1) selon l'une des revendications 7 à 10,
caractérisé en ce que le système optique (1) présente au moins l'une des caractéristiques suivantes :
- la deuxième unité à lentilles (201') possède une puissance optique négative ;
- la deuxième unité à lentilles (201') est réalisée sous la forme d'une deuxième lentille
ménisque ; ou
- la deuxième unité à lentilles (201') est réalisée sous la forme d'une deuxième lentille
ménisque, dans lequel la deuxième lentille ménisque présente une deuxième face concave
(203') orientée en direction du deuxième objectif (100') .
12. Système optique (1) selon l'une des revendications 7 à 11, caractérisé en ce que le système optique (1) comporte un deuxième boîtier (3), dans lequel le deuxième
objectif (100'), la deuxième unité de stabilisation d'image (200') et le deuxième
oculaire (300') sont disposés dans le deuxième boîtier (3).
13. Système optique (1) selon l'une des revendications précédentes, néanmoins toujours
en relation avec les revendications 6 et 12,
caractérisé en ce que
- le premier boîtier (2) est relié au deuxième boîtier (3) par au moins un pont de
flexion (4),
- le pont de flexion (4) comporte une première partie formant charnière (5) disposée
sur le premier boîtier (2), et en ce que
- le pont de flexion (4) présente une deuxième partie formant charnière (6) disposée
sur le deuxième boîtier (3) .
14. Système optique (1) selon les revendications 6 et 12,
caractérisé en ce que le système optique (1) présente au moins l'une des caractéristiques suivantes :
- le premier boîtier (2) est réalisé sous la forme d'un tube, ou
- le deuxième boîtier (3) est réalisé sous la forme d'un tube.
15. Système optique (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le système optique (1) présente l'une des caractéristiques suivantes :
- le système optique (1) est réalisé sous la forme de jumelles, d'une lunette de visée
ou d'un télescope ; ou
- le système optique (1) présente un grossissement se situant dans la plage de 8 à
80.
16. Système optique (1) selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le système optique (1) est réalisé sous la forme de jumelles monoculaires.